max108
hier ein bericht für interessierte :
Drei Gerichte aus den Philippinen ergeben einen vielfältigen Sommerschmaus. Blick in die Küche einer erfahrenen Köchin, die auch mal für 100 Gäste philippinisch kocht.
VON Mark Gasser
Leichtfüssig schwebt sie durch die Küche, die bunte Schürze umgebunden, während in drei Pfannen und Kochtöpfen die Speisen brutzeln. Das gehört zum Programm: Ilona Steinemann aus Oberneunforn, geboren auf den Philippinen, kocht normalerweise zweimal am Tag. Nicht immer essen sie und ihr Ehemann Peter philippinisch, doch mit ihrem grossen Freundeskreis kocht sie oft für Bankette, für Fund-Raiser-Events als Unterstützung für Hilfsprojekte - wobei sie selbst Gründerin eines solchen ist - oder seit einiger Zeit auch im Rahmen ihres hauseigenen Catering-Services. So war kürzlich die Credit Suisse bei ihr Kunde. Und bei der Hochzeit ihrer ältesten Tochter 2001 stellte sie den Gästen 13 verschiedene Gerichte hin.
Heute soll es Poulet Adobe, Pancit und eine Suppe geben: Mongo Guisado in Kokosmilch - die dafür verwendeten Mungobohnen köcheln bereits anderthalb Stunden im Wasser auf dem Herd. Das Rezept werde in der Provinz, wo sie herkomme, oft gegessen - «die Suppe gibt warm im Winter», verrät Steinemann, «und sie hat viele Vitamine». Die Bohnen erhalte man auch im Migros, versichert Ilona Steinemann. Ganz im Gegensatz zu vielen weiteren Zutaten, wofür sie immer wieder in ihren geheimnisvollen Keller verschwindet. Bald taucht sie aus diesem mit Patis, einer Crevettenpaste auf - anstatt Salz wird oft dieses Gewürz aus pürierten Crevettenschalen verwendet.
Doch heute benutzt sie für die Mungosuppe die flüssige Version, unter anderem käuflich in einem Philippinenladen in Oerlikon, wie sie versichert. zum Teil sind Zutaten für philippinische Gerichte auch in chinesischen Spezialitätenläden erhältlich - aber die Küche sei ganz und gar nicht eine Mischung aus spanischen und chinesischen Einflüssen, wie viele denken. «Wir brauchen zum Beispiel viel Essig», verrät Ilona Steinemann. Auch Knoblauch sei oft dabei. Und natürlich Fisch: «Wir Philippinen essen oft Fisch, weil wir von Meer umgeben sind», sagt sie.
Beliebte Crevetten
Ruckzuck gehts vorwärts: Während die Bohnen köcheln, hackt sie virtuos Zwiebeln, Tomaten und Fleisch für die Bohnensuppe und zerschneidet das Poulet in pfannengerechte Stücke. Flink zerpflückt sie auch die gekochten, mittelgrossen Crevetten. Nur wenig Essbares für die Suppe scheint von den drahtigen Tieren danach übrig zu bleiben. Doch die Schalen werden später für die in den Philippinen beliebte Crevettenpaste Patis zerstampft. Heute verwendet sie aber für ihr Gericht flüssige braune Crevettensauce.
Zu dem in einer Pfanne angebratenen Knoblauch, der Zwiebel, den Tomaten- und Fleischwürfeln sowie den Crevettenstückchen wird das Patis zum Abschmecken verwendet. Nun folgt etwas Sauce von den gekochten Crevetten, zum Ablöschen. Die Mungobohnen werden beigefügt, und die Kokosmilch und einige Blätter Ampalaya oder Spinat runden das Ganze ab.
Poulet Adobe und Popstar Pancit
Unser Menü besteht aber auch aus einer Geflügelspezialität, Adobe. Ilona Steinemann kocht das zerschnittene Poulet in einer Essig-Wasser-Mischung - während die Suppe und der Reis bereits köcheln. Die Pouletstücke sind mit Knoblauch, Salz und viel gepresstem schwarzem Pfeffer mariniert. Sobald sie zart sind, werden die Stücke in Margarine in einer Pfanne braun gebraten.
Derweil bereitet Ilona ein drittes Gericht vor: Pancit, sozusagen der Popstar unter den heute präsentierten Gerichten. «Wenn Sie einen unerwarteten Gast haben, ist es das Beste, dieses Menü zu servieren», sagt Steinemann. Die dafür notwendige Gemüsemischung - mit Bambussprossen, Erbsen, Karotten, Weiss- und Blumenkohl, Mungobohnen, Porree und anderem - ist auch gefroren als Fertigmischung in hiesigen Warenhäusern erhältlich. Steinemann hat etwa 100 Gramm Fleisch gewürfelt, mit Knoblauch und einer Zwiebel angebraten. Hier gibt sie das Gemüse hinzu und löscht das Ganze immer wieder mit Crevettensauce ab. Das Gericht kann auch ohne Fleisch zubereitet werden. Zum Schluss folgen die Reisnudeln (Pancitnudeln).
In der Regel seien die Verkaufsschlager an öffentlichen Anlässen jene Gerichte, bei denen Herr und Frau Schweizer erkennen könnten, was drin steckt. So hat Ilona Steinemann mit einer Gruppe Philippininnen am Albani-Fest, wo sie einen Essstand betrieb, vor allem Patis verkauft. Die Kunden wollten eben die Katze nicht im Sack kaufen. Leider seien im Mongo Guisado die Zutaten nach dem Kochen nicht nachprüfbar, und Absatz finde deshalb vor allem das Pancit. Doch auch die Schweizer seien begeistert, wenn sie erst einmal in die philippinische Küche Einblick erhalten. Einmal hat Ilona Steinemann für den Neunforner Frauenverein, der aus einer Gruppe von 110 Frauen bestand, gekocht. Die Frauen waren begeistert.
«Wir Philippinen essen oft Fisch, weil wir von Meer umgeben sind»
Ilona Steinemann
Mediatorin, Catering-Inhaberin, Hilfswerkgründerin Zwei Rezepte Warme Suppe für kalte Tage und Poulet-Spezialität
Mongo Guisado Hauptbestandteile der Mungosuppe in Kokosmilch (Bild: oben rechts) sind nebst den Mungobohnen - die vorgängig gekocht werden müssen - vor allem die Crevetten, die Crevettensauce und das daraus hergestellte Patis, die salzige Crevettenpaste aus pürierten Crevettenschalen. Eine gepresste Knoblauchzehe mit einer gehackten Zwiebel, 100 Gramm gewürfeltes Schweins-, Rinds- oder Pouletfleisch, 100 Gramm Crevetten (grosse oder kleine, ohne Schale) und eine reife Tomate (gewürfelt) in einer Pfanne mit Margarine anbraten. Dann die Crevettensauce und gekochte Mungobohnen bei ständigem Umrühren zufügen. Zum Schluss ca. 200 ml Kokosmilch und Ampalaya-Blätter (oder als Alternative Spinat) beigeben. Patis, je nach Belieben dosiert, zum Würzen.
Adobe Chicken Ein ganzes Poulet zerteilen, mit Salz und gehacktem Knoblauch sowie viel frisch gemahlenem Pfeffer würzen. In 100 ml Essig, 200 ml Wasser und zwei Lorbeerblättern kochen lassen, bis das Poulet zart und die Flüssigkeit verdampft ist. Pouletstücke in Margarine anbraten, bis sie braun sind
http://www.shn.ch/index.html?http://www....l.cfm?id=192771
Drei Gerichte aus den Philippinen ergeben einen vielfältigen Sommerschmaus. Blick in die Küche einer erfahrenen Köchin, die auch mal für 100 Gäste philippinisch kocht.
VON Mark Gasser
Leichtfüssig schwebt sie durch die Küche, die bunte Schürze umgebunden, während in drei Pfannen und Kochtöpfen die Speisen brutzeln. Das gehört zum Programm: Ilona Steinemann aus Oberneunforn, geboren auf den Philippinen, kocht normalerweise zweimal am Tag. Nicht immer essen sie und ihr Ehemann Peter philippinisch, doch mit ihrem grossen Freundeskreis kocht sie oft für Bankette, für Fund-Raiser-Events als Unterstützung für Hilfsprojekte - wobei sie selbst Gründerin eines solchen ist - oder seit einiger Zeit auch im Rahmen ihres hauseigenen Catering-Services. So war kürzlich die Credit Suisse bei ihr Kunde. Und bei der Hochzeit ihrer ältesten Tochter 2001 stellte sie den Gästen 13 verschiedene Gerichte hin.
Heute soll es Poulet Adobe, Pancit und eine Suppe geben: Mongo Guisado in Kokosmilch - die dafür verwendeten Mungobohnen köcheln bereits anderthalb Stunden im Wasser auf dem Herd. Das Rezept werde in der Provinz, wo sie herkomme, oft gegessen - «die Suppe gibt warm im Winter», verrät Steinemann, «und sie hat viele Vitamine». Die Bohnen erhalte man auch im Migros, versichert Ilona Steinemann. Ganz im Gegensatz zu vielen weiteren Zutaten, wofür sie immer wieder in ihren geheimnisvollen Keller verschwindet. Bald taucht sie aus diesem mit Patis, einer Crevettenpaste auf - anstatt Salz wird oft dieses Gewürz aus pürierten Crevettenschalen verwendet.
Doch heute benutzt sie für die Mungosuppe die flüssige Version, unter anderem käuflich in einem Philippinenladen in Oerlikon, wie sie versichert. zum Teil sind Zutaten für philippinische Gerichte auch in chinesischen Spezialitätenläden erhältlich - aber die Küche sei ganz und gar nicht eine Mischung aus spanischen und chinesischen Einflüssen, wie viele denken. «Wir brauchen zum Beispiel viel Essig», verrät Ilona Steinemann. Auch Knoblauch sei oft dabei. Und natürlich Fisch: «Wir Philippinen essen oft Fisch, weil wir von Meer umgeben sind», sagt sie.
Beliebte Crevetten
Ruckzuck gehts vorwärts: Während die Bohnen köcheln, hackt sie virtuos Zwiebeln, Tomaten und Fleisch für die Bohnensuppe und zerschneidet das Poulet in pfannengerechte Stücke. Flink zerpflückt sie auch die gekochten, mittelgrossen Crevetten. Nur wenig Essbares für die Suppe scheint von den drahtigen Tieren danach übrig zu bleiben. Doch die Schalen werden später für die in den Philippinen beliebte Crevettenpaste Patis zerstampft. Heute verwendet sie aber für ihr Gericht flüssige braune Crevettensauce.
Zu dem in einer Pfanne angebratenen Knoblauch, der Zwiebel, den Tomaten- und Fleischwürfeln sowie den Crevettenstückchen wird das Patis zum Abschmecken verwendet. Nun folgt etwas Sauce von den gekochten Crevetten, zum Ablöschen. Die Mungobohnen werden beigefügt, und die Kokosmilch und einige Blätter Ampalaya oder Spinat runden das Ganze ab.
Poulet Adobe und Popstar Pancit
Unser Menü besteht aber auch aus einer Geflügelspezialität, Adobe. Ilona Steinemann kocht das zerschnittene Poulet in einer Essig-Wasser-Mischung - während die Suppe und der Reis bereits köcheln. Die Pouletstücke sind mit Knoblauch, Salz und viel gepresstem schwarzem Pfeffer mariniert. Sobald sie zart sind, werden die Stücke in Margarine in einer Pfanne braun gebraten.
Derweil bereitet Ilona ein drittes Gericht vor: Pancit, sozusagen der Popstar unter den heute präsentierten Gerichten. «Wenn Sie einen unerwarteten Gast haben, ist es das Beste, dieses Menü zu servieren», sagt Steinemann. Die dafür notwendige Gemüsemischung - mit Bambussprossen, Erbsen, Karotten, Weiss- und Blumenkohl, Mungobohnen, Porree und anderem - ist auch gefroren als Fertigmischung in hiesigen Warenhäusern erhältlich. Steinemann hat etwa 100 Gramm Fleisch gewürfelt, mit Knoblauch und einer Zwiebel angebraten. Hier gibt sie das Gemüse hinzu und löscht das Ganze immer wieder mit Crevettensauce ab. Das Gericht kann auch ohne Fleisch zubereitet werden. Zum Schluss folgen die Reisnudeln (Pancitnudeln).
In der Regel seien die Verkaufsschlager an öffentlichen Anlässen jene Gerichte, bei denen Herr und Frau Schweizer erkennen könnten, was drin steckt. So hat Ilona Steinemann mit einer Gruppe Philippininnen am Albani-Fest, wo sie einen Essstand betrieb, vor allem Patis verkauft. Die Kunden wollten eben die Katze nicht im Sack kaufen. Leider seien im Mongo Guisado die Zutaten nach dem Kochen nicht nachprüfbar, und Absatz finde deshalb vor allem das Pancit. Doch auch die Schweizer seien begeistert, wenn sie erst einmal in die philippinische Küche Einblick erhalten. Einmal hat Ilona Steinemann für den Neunforner Frauenverein, der aus einer Gruppe von 110 Frauen bestand, gekocht. Die Frauen waren begeistert.
«Wir Philippinen essen oft Fisch, weil wir von Meer umgeben sind»
Ilona Steinemann
Mediatorin, Catering-Inhaberin, Hilfswerkgründerin Zwei Rezepte Warme Suppe für kalte Tage und Poulet-Spezialität
Mongo Guisado Hauptbestandteile der Mungosuppe in Kokosmilch (Bild: oben rechts) sind nebst den Mungobohnen - die vorgängig gekocht werden müssen - vor allem die Crevetten, die Crevettensauce und das daraus hergestellte Patis, die salzige Crevettenpaste aus pürierten Crevettenschalen. Eine gepresste Knoblauchzehe mit einer gehackten Zwiebel, 100 Gramm gewürfeltes Schweins-, Rinds- oder Pouletfleisch, 100 Gramm Crevetten (grosse oder kleine, ohne Schale) und eine reife Tomate (gewürfelt) in einer Pfanne mit Margarine anbraten. Dann die Crevettensauce und gekochte Mungobohnen bei ständigem Umrühren zufügen. Zum Schluss ca. 200 ml Kokosmilch und Ampalaya-Blätter (oder als Alternative Spinat) beigeben. Patis, je nach Belieben dosiert, zum Würzen.
Adobe Chicken Ein ganzes Poulet zerteilen, mit Salz und gehacktem Knoblauch sowie viel frisch gemahlenem Pfeffer würzen. In 100 ml Essig, 200 ml Wasser und zwei Lorbeerblättern kochen lassen, bis das Poulet zart und die Flüssigkeit verdampft ist. Pouletstücke in Margarine anbraten, bis sie braun sind
http://www.shn.ch/index.html?http://www....l.cfm?id=192771