Naturschutz auf den Philippinen

Biber
Gestern kam ein Beitrag in ARTE, über die Zucht und Auswilderung vom Ph. Affenadler in Mindanao, der nur noch mit 500 Paaren auf den Philippinen brütet.
Was mich besonders posetiv überrascht hat, das im philippine Eagle center, fast nur einheimische Mitarbeiter gezeigt worden sind, vom Tierarzt bis zu den Pflegern.
Darüber hinau, haben sich ganze Barangay sich erfolgreich gegen die Übermächtige Holzindustrie gewährt um die Rodung des Waldes zu verhindern.
Die Pinoys zeigten viel Einsatz und Tatendrang zum Schutz ihrer Regenwälder und vor allem ihres Nationalvogels.

Da viele in anderen Beiträgen bisher jeden Einsatz der Filipinos für die eigene Natur abstritten, möchte ich mal wissen, gibt es andere Erfahrungen, speziell von den Expats hier, vom Einsatz der Filipinos für die eigene Natur


affenadler.bmp (193,41 KB)

Gruß der Biber
kaithoma
es gab in valencia, bukidnon in den 90er jahren einen katholischen priester, der sich mit vehemanz fuer die erhaltung des waldes einsetzte und den illegalen loggern das handwerk legen wollte....etliche trucks mit illegal gefaelltem holz wurden damals aufgehalten und beschlagnahmt.... und am ende wurde der priester erschossen und damit war der widerstandskampf erst mal vorbei.....

den namen des priesters habe ich leider vergessen.....
www
Der Priester hieß Lito Satur, ermordet Oktober 1991.
kaithoma
quote:
Original von www
Der Priester hieß Lito Satur, ermordet Oktober 1991.



richtig und recht vielen dank fuer die auffrischung meines gedaechtnisses......
nanu
Hallo Biber,

so positiv wie Du die Einstellung der Einheimischen gegenüber dem Philippine Eagle darstellst ist sie leider nicht. Es ist allerdings recht bemerkenswert, was die PEF da auf die Beine gestellt hat.

Die größten Probleme liegen jedoch nach wie vor in der Vernichtung des Lebensraumes, gefolgt von der rigerosen Ausschlachtung jeglicher tierischen Substanz.

Versuche nicht allein über ein paar Informationen aus dem Film und ohne Kenntnis der Dinge vor Ort, Dir ein Bild über die Situation bezüglich des Naturschutzes auf den Philippinen zu machen. Die Situation bessert sich zwar, ist aber nach wie vor eher grauenhaft als rosig.

Ich habe gerade selber 4 Tiere in meiner Obhut, die ich eigentlich viel lieber in die freie Natur entlassen würde. Da diese jedoch bereits auf den Menschen geprägt wurden, wird dies zumindest in absebarer Zeit nicht möglich sein. Also schütze ich sie gerade vor der einheimischen Bevölkerung.

Man muß sich das mal vorstellen, da klettert ein Filipino einen Baum hoch soweit er kommt und sägt den Rest dann einfach ab. Und dies nur um an die jungen Adlerkücken zu kommen.

Ein weiterer Filipino hat eine Brahminenweihe in das Gerippe eines Regenschirms eingesperrt.

Die Behörden selber unternehmen nichts, obwohl die Haltung und Aneignung der Tiere strafbar ist.

Gruß, nanu
magic1
Erstmal freu ich mich riesig, dass man von dir wieder was hört Nanu, du warst ja verschollen.

Letztes Jahr habe ich über Cagayan de Oro einen Philippine Eagle ganz tief über mein Grundstück fliegen sehen. Das war wie gesagt, eine enorm imposante Erscheinung und da ich sehr naturverbunden bin muss ich sagen, dass es ein ganz tolles Gefühl war, so einen schönen Vogel zu sehen.

Leider ist es genau so, wie es von Nanu beschrieben ist, dass die Abholzung unvermindert weiter geht. Man siehe nur mal die Unmengen an Holzlastern, die tagtäglich in CDO eintreffen. Man müsste die Industrie wie hier in Deutschland verpflichten, abgeholzte Flächen wieder aufzuforsten, dann hätte jeder was davon, die Industrie für die Zukunft und der Adler könnte auch überleben.
Biber
quote:
Original von nanu
Hallo Biber,

so positiv wie Du die Einstellung der Einheimischen gegenüber dem Philippine Eagle darstellst ist sie leider nicht. Es ist allerdings recht bemerkenswert, was die PEF da auf die Beine gestellt hat.

Die Behörden selber unternehmen nichts, obwohl die Haltung und Aneignung der Tiere strafbar ist.

Gruß, nanu


Hallo nanu,
möglicherweise hab ichs tatsächlich zu Euphorisch gesehen,
ich kenne ja selbst die Problematik noch aus der Zeit, wo ich als Volunteer bei Pro. Curio auf Panay gearbeitet hab. Ist aber schon eine Weile her und da wurden auch ebend regelmäßig Tarictics und Dulungan Hornvögel aus ihren Nester geplündert.
Da war viel Kleinarbeit und Überzeugung bis zu den Behörden ( CENRO Culasi ) notwendig oder die vielen Kontakte und Gespräche in den Barangays. Liegt aber auch irgendwie in meiner Natur, sich das positive immer rauszugreifen.
Übrigens absolut Klasse, das Du selbst versuchst beziehungsweise Gedanken darüber machst Philip. Eagle wieder Auszuwildern, genau solche Menschen braucht das Land.
Raubbau Abholzung und illegale Jagd haben schon genug Schaden angerichtet und ich kenne keine weitere Region in Asien die von solcher Vogelarmut ausserhalb des Regenwaldes betroffen ist wie die Phills.
Deswegen mein Respekt und Achtung für jeden, der dort in dieser hinsicht was versucht und sich bemüht.
Selbst bin ich mein ganzes Leben bisher den Naturschutz verpflichtet gewesen.
Gruß der Biber
max108
biber, dort wo ich mich bisher auf den philippinen herumgetrieben habe konnte ich "leider" keine aktivitäten hinsichtlich der erhaltung von flora und fauna erkennen.
das geht schon los bei den kindern die rücksichtslos alles was kreuscht und fleuscht tottritt oder totschlägt (so habe ich es jedenfalls bisher erlebt). wenn ich kinder darauf hinweise die geckos nicht abzuschiesen, spinnen nicht totzuschlagen und hunden nicht das a....loch mit kaugummi zuzukleben (etc etc etc) sehen diese mich mit großen verwunderten augen an. auch wenn man dann erklärt wie nützlich manche tiere sind ist es dem großteil egal, die scheren sich nicht drum.
so habe ich in busuanga ein dorf gesehen in welchem keine menschenseele mehr wohnte. der grund, termiten hatten die häuser so zerfressen das sie einsturzgefährdet waren. der bootsführer konnte nur den kopfschütteln denn die einheimischen hatten zuvor alle natürlichen feinde der termiten getötet. die einsicht kam dann zu spät. und so kann man bestimmt viele dinge aufzählen wie die abholzung der wälder, ob auf boracay für einen golfplatz oder in palawan damit reiche asiaten betten aus edelholz gefertigt bekommen.
um so positiver fand ich den bericht über die adlernachzucht, hätte nie gedacht das ein filipino sich so intensiv mit einem tier beschäftigt (außer mit seinem kampfhahn natürlich) wie in diesem bericht gezeigt wurde. es ist nur zu hoffen das es weitere solcher positiven beispiele gibt.
nanu
quote:
Original von Biber
Übrigens absolut Klasse, das Du selbst versuchst beziehungsweise Gedanken darüber machst Philip. Eagle wieder Auszuwildern,


Hallo Biber,

ich habe keine Philippine Eagle in meiner Obhut. Darauf bin ich ehrlich gesagt momentan auch gar nicht scharf drauf, so edel diese Tiere auch sein mögen. Da ich von der Materie viel zu wenig Kenntnisse habe, wäre mir die Verantwortung für diese Tiere auch viel zu groß.

Ich habe mit den 4 Tieren die derzeit bei mir versorgt werden, schon genug am Hals, aber ich stehe dazu und werde sie nicht einfach abschieben, solange ich sie angemessen versorgen kann.

Es sind 2 Brahminenweih und 2 Weißbauchseeadler. Einer der Weißbauchseeadler hat sich leider einen "Schnupfen" eingefangen. Soetwas ist für einen Vogel keine Kleinigkeit und endet bei falscher oder zu später Behandlung ruckzuck mit dem Tod des Tieres. Ich hocke hier in Deutschland, wo es genügend fachkundige Tierärzte gibt und das kranke Tier hock auf den Philippinen, wo du weit und breit keinen Tierarzt, ganz zu schweigen von einem Vogelspezialisten, findest.

Aber ich habe glücklicher weise einen Humanmediziner vor Ort, der ist begeisterter Roasterzüchter und versteht was von Vögeln. Dem Adler geht es inzwischen auch wieder blendend, er befindet sich aber dennoch im Wohnhaus in Einzelhaft. Nächste Woche darf er dann wieder raus in seine neue Volliere und wenn alles glatt geht kommt sein "Kumpel" dann auch wieder zu ihm.

An Auswildern ist bei diesen Tieren nicht zu denken. Die sind alle handzahm und bis auf eine Brahminenweih flugunfähig. Letzteres wird sich aber mit der Zeit geben. Dazu benötige ich jedoch eine wesentlich größere Volliere, damit die Tiere dort auch frei fliegen können. Die Entscheidung für den Bau einer Volliere mit einer Grundfläche von 20x20m bis 25x25m werde ich jedoch erst im nächsten Jahr treffen, sowas finanziert man auch nicht einfach aus der Portokasse.

Das jetzt niemand auf die Idee kommt er müsse sich jetzt auch so einen "Schoßhund" zulegen. Dazu hat Mario Lutz ja schon mehr als genug gesagt. Wenn mann nicht in der Lage ist solche Tiere zu versorgen, Finger weg. Ich habe auch noch keine Erlaubnis diese Tiere zu halten, sondern lediglich eine Duldung. Das ist auch gut so, zeigt es doch, daß ein Umdenken stattgefunden hat. Mir wäre es jedoch lieber gewesen, die Behörden hätten viel früher eingegriffen und die Tiere beschlagnahmt als eine Prägung auf den Menschen noch nicht gegeben war. Dann hätte man sie wieder auswildern können.

Aber die Möglichkeit die Tiere auch zukünftig versorgen zu dürfen bringt auch einen anderen nicht zu verachtenden Effekt mit sich. Ich werde versuchen die Tiere den Kindern näher zu bringen um so mehr Verständnis für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur zu wecken. Eine Schule mit Büchern zu versorgen, wenn im Gegenzug der Naturschutzgedanke aufgegriffen wird wäre auch eine Möglichkeit Zudem könnte ich mir vorstellen die Methode der PEF aufzugreifen und den Schutz von Nestern zu organisieren. Nicht in der Größenordnung, habe leider keinen Goldesel, aber Kleinvieh macht auch Mist.

Gruß, nanu
nanu
quote:
Original von magic1
Erstmal freu ich mich riesig, dass man von dir wieder was hört Nanu, du warst ja verschollen.

Letztes Jahr habe ich über Cagayan de Oro einen Philippine Eagle ganz tief über mein Grundstück fliegen sehen. Das war wie gesagt, eine enorm imposante Erscheinung und da ich sehr naturverbunden bin muss ich sagen, dass es ein ganz tolles Gefühl war, so einen schönen Vogel zu sehen.

Leider ist es genau so, wie es von Nanu beschrieben ist, dass die Abholzung unvermindert weiter geht. Man siehe nur mal die Unmengen an Holzlastern, die tagtäglich in CDO eintreffen. Man müsste die Industrie wie hier in Deutschland verpflichten, abgeholzte Flächen wieder aufzuforsten, dann hätte jeder was davon, die Industrie für die Zukunft und der Adler könnte auch überleben.


Hallo magic,

ja es ist schon ein paar Tage her.

Über die Begegnung mit dem Philippine Eagle bist Du ja zu beneiden. Ich selber hatte leider noch kein Glück in dieser Hinsicht. Ich habe aber nächstes Jahr einen Tripp nach Davao vor, um mir die Eagle Foundation mal anzusehen. Ich hoffe ich kriege das zeitlich hin.

Die Aufforstung abgeholzter flächen bringt den Adlern und der restlichen Tierwelt leider nicht viel. Ok, es ist besser als das Land brach liegen zu lassen, aber wenn der Wald fällt verschwindet auch die Nahrungsquelle aller darin befindlicher Tiere. Das ist erst mal futsch und im Fall des Philippine Eagle eine nicht wieder gut zu machende Katastrophe.

Gruß, nanu
magic1
Mit der Aufforstung meinte ich ja nicht, dass Hektar an Hektar planlos abgeholz wird, sondern wie es hier betrieben wird.
Da wird aus einem Waldstück ein "Beet" ausgesucht und abgeholzt. Danach wird es wieder aufgeforstet. Nächstes Jahr wird dann an einer ganz anderen Ecke mit dem Einschlag begonnen. Und so wiederholt sich das Ganze und nichts wird auf immer beschädigt.

Und mit der Tierliebe ist es wie mit dem Abfall auf den Philippinen auf den Philippinen. Wenn man nichts lernt, dann kann man auch nichts wissen.
Biber
Hallo nanu
ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Arbeit, das ist schon Großartiges was Du da leistet und Aufklärung gerade bei Kindern ist ja auchs sehr wichtig.
Klar da braucht es viel Geduld
also bis nach Ostern, fahr jetzt nach hause, seh mal ob unsere zwei Seeadlerpaare wieder brüten und bin danach wieder zu erreichen.
Gruß Biber
max108
ja da viel erfolg und das der naturschutz auf den philippen irgendwann den selben stellenwert bekommt wie in europa
Einstein
quote:
Original von max108
ja da viel erfolg und das der naturschutz auf den philippen irgendwann den selben stellenwert bekommt wie in europa


Auch in Deutschland haben wir das erst lernen muessen.
Vor etwa 150 Jahren gaben in Deutschland keine groesseren Waldbestaende mehr.
Was wir heute sehen ist das Ergebnis von nachhaltiger Forstwirtschasft.
Auch die Filipinos werden das auch lernen muessen , hoffentlich dauert das keine 150 Jahre.
nanu
quote:
Original von Biber
...fahr jetzt nach hause, seh mal ob unsere zwei Seeadlerpaare wieder brüten und bin danach wieder zu erreichen.


Vielleicht sagt Dir dieser Link ja etwas.
http://www.smp.no/services/ornerede2008/...iewertype=webtv
Solltest Du aber bei Tag probieren, jetzt ist es dunkel draußen und Du kannst die Seeadlerdame in ihrem Nest daher nicht erkennen.

Vor ein paar Tagen war sie noch leicht eingeschneit.

Gruß, nanu
Biber
Ja ist wirklich dunkel, ich hätte mal mein russisches Nachtsichtgerät mitbringen solln, gut morgen ist auch noch ein Tag.
Übrigens unsere Seeadlerpaare brüten und ein junges drittes paar hat sich auch noch angesiedelt, ständig im Kampf mit den alteingesessenen, die um das neue Paar zu vertreiben sogar zusammen die Attacken flogen. War trotz Schneesturm hervorragend zu beobachten, aber zur brut wird das neue Paar nicht mehr schreiten dafür ists schon für ende März anfang April zu spät.
Aber das hat jetzt nichts mit phil. naturschutz zu tun sonst werd ich hier noch abgemahnt also bis hierher
Biber
herpaworld
nun jungs,

ich möchte euch ja nicht den spaß verderben, denke allerdings, das ich mal etwas zum ausgangsposting sagen sollte.

erstens: ja, es ist absolut wahr - natur-, habitat- und artenschutz sind "stiefkinder" der phillipinischen gesellschaft.

zweitens: nein, es stimmt nicht, dass sich die filipino einen scheiß um ihre umwelt kümmern!

wir ausländer vergessen gern eines, arten- und naturschutz muß man sich leisten können! ihr glaubt doch nicht im ernst, dass wir in der situation eines philippinischen familienvaters mit 6 kindern, ohne job auch nur einen augenblick über, solche probleme diskutieren würden? wie? - natürlich nicht, wir würden auch phne rücksicht auf verluste alles aus dem wald, dem ozean oder sonstwo rausholen um ein paar kröten zu machen damit man der sippe zuhause jeden tag etwas zum essen auf den tisch bringen können!

die meisten probleme im naturschutz kommen aus solchen gründen zustande. armer provinziano, sägt erst die bäume ab um reis auf kostengünstige weise kochen zu können (eine flasche gas zum kochen kosten momentan mehr als 10 US Dollar hier!) und anschließend wird das bessel gestrüpp was da nachwächst auch noch im slash and burn verfahren gänzlich nieder gemacht - um dort genau den reis den die kochen wollen wieder anzubauen! (übrigens, erst gestern wurde in den lokalen nachrichten berichtet, das mach davon aus gehen kann, dass noch innerhalb der nächsten zwei monate der preis für reis um die 40 pesos/kg liegen wird, zum vergleich - vor zwei jahren war das noch die hälfte!).

drittens:

es gibt sehr wohl viele menschen, die sich für ihre natur hier interessieren. ich sehe täglich welche davon. junge leute, die sich zur aufgabe gemacht haben etwas zu ändern gibt es tonnenweise (myZoo foundation, wildlife conservation society of the philippines, philippine crocodile society - deren general sekretär ich sein darf, philippine kakadu foundation und mengen mehr!) um nur einige zu nennen. nun, da ich aktive hier mit vielen dieser gruppen zusammenarbeite weiß da von was ich rede. ich habe philippinos beim aktiven natur- und artenschutz in den letzten jahren beobachten dürfen!

ich selber leite viele programme im land und kann mich nur über die unterstützung der behörden und der philippinos wundern, die mich immer wieder liebenswert unterstützen (ein beispiel findet man hier.

nun, es ist alles leider nicht immer schwarz und weiss, auch nicht hier auf den inseln!

ah, übrigens - das government tut sehr wohl etwas, ich bekomme tonnenweise einladungen um das law-enforcement und die mitarbeiter der unteren und oberen wilflife agenturen auszubilden. dabei reden wir über sahcen wie wildlife management, handling von wildlife, law enforcement, wild tier medizin und vieles andere mehr.

viertens: nein - das ist alles noch lange nicht genug, und wir sind lichtjahre davon entfernt einen vernünftigen - von allen akzeptierten naturschutz im land zu haben, genau wie in deutschland - wo man sich auch über landebahnen, atom- und kohlekraftwerke und endlager atomarer brennstoffe unterhält. jeder hat probleme, die der filipino sind einfach: die meisten sind halt bitter arm, viel zu arm um sich gedanken über hunde, katzen, wildtiere oder biodiversity machen zu können!


cheers
Mario
nanu
quote:
Original von herpaworld
ah, übrigens - das government tut sehr wohl etwas, ich bekomme tonnenweise einladungen um das law-enforcement und die mitarbeiter der unteren und oberen wilflife agenturen auszubilden. dabei reden wir über sahcen wie wildlife management, handling von wildlife, law enforcement, wild tier medizin und vieles andere mehr.


Es ist in vielen Fällen aber einfach zu wenig was die Behörden vor Ort unternehmen.
Wenn ich innerhalb von ein paar Tagen ein halbes Dutzend Greife in einem Dorf finde, alle samt stehen auf der Artenschutzliste im Anhang II und keiner macht auch nur einen Finger krumm. Auf dem Markt kann ich für 500 Peso junge Affen kaufen. Dies wäre hier bei uns einfach undenkbar.

Allerdings ist es natürlich richtig, ohne Moos, nix los. Daher versuche ich auch das Problem in meinem Umfeld auf unterschiedliche Weise anzugehen. Mal sehen wie weit ich komme. Ich werde, wenn auch nur in bescheidenem Maße mich finanziell für ein Projekt einsetzen. Ein paar hilfreiche Kontakte zu mehreren offiziellen Stellen habe ich schon. Ich denke das ist ausbaufähig. Allerdings muß ich ein wenig aufpassen, da es Leute gibt, denen ein Zoo vorschwebt, über den man sich profilieren kann. Dies ist absolut nicht mein Ding, ich mache sowas lieber ohne große Öffentlichkeit. Hier werde ich dann aber wohl versuchen müssen einen akzeptablen Kompromis zu finden. Das wird ein hartes Stück Arbeit, meine westliche Mentalität in Sachen Naturschutz zu vergessen und das derzeit machbare auf den Philippienen hinzunehmen.

Gruß, nanu
herpaworld
quote:
Originally posted by nanu

Es ist in vielen Fällen aber einfach zu wenig was die Behörden vor Ort unternehmen.
Wenn ich innerhalb von ein paar Tagen ein halbes Dutzend Greife in einem Dorf finde, alle samt stehen auf der Artenschutzliste im Anhang II und keiner macht auch nur einen Finger krumm. Auf dem Markt kann ich für 500 Peso junge Affen kaufen. Dies wäre hier bei uns einfach undenkbar.

Allerdings ist es natürlich richtig, ohne Moos, nix los. Daher versuche ich auch das Problem in meinem Umfeld auf unterschiedliche Weise anzugehen. Mal sehen wie weit ich komme. Ich werde, wenn auch nur in bescheidenem Maße mich finanziell für ein Projekt einsetzen. Ein paar hilfreiche Kontakte zu mehreren offiziellen Stellen habe ich schon. Ich denke das ist ausbaufähig. Allerdings muß ich ein wenig aufpassen, da es Leute gibt, denen ein Zoo vorschwebt, über den man sich profilieren kann. Dies ist absolut nicht mein Ding, ich mache sowas lieber ohne große Öffentlichkeit. Hier werde ich dann aber wohl versuchen müssen einen akzeptablen Kompromis zu finden. Das wird ein hartes Stück Arbeit, meine westliche Mentalität in Sachen Naturschutz zu vergessen und das derzeit machbare auf den Philippienen hinzunehmen.

Gruß, nanu


Nun, in den provinzen ist das immernoch alles schwierig durchzusetzen.
teilweise werden natinale gesetze dort auch schlicht weg nicht umgesetzt, oder gar abgelehnt.
man denke an die vielweiberehen der mosslems, an die probleme mit rebellen, korrupte beamte im ganzen land die sich mal eben ihr klägliches salär aufbessern und so weiter.

es ist aber in den letzten jahren etwas in bewegung gekommen - alles benötigt jedoch seine zeit. mit den greifen ist das auch immer ein risiges problem, unserer rescuecenter sind auch voll mit greifvögeln. wir haben im letzten jahr 44 white bellied seeadler aufgenommen und konnten bis jetzt erst 18 wieder auswildern. enige werden sicherlich den rest ihres lebens in gefangenschaft verbringen müssen. die wissen ja in der regel nicht einmal was selbsständig jagen bedeutet. und fliegen ist nicht gleich fliegen, viele von diesen in gefangenschaft aufgezogenen vögeln müssen konditioniert werden, also lernen wir den adlern das fliegen.

in manila wird sehr viel gemacht und extrem viele tiere werden dort beschlagnahmt - nur was dann? wohin mit denen? wohin mit 200 affen im jahr die abgegeben, beschlagnahmt oder auf sonstirgendeine weise in einem rescuecenter landen? die meisten von den tieren sind hochgradig neurotisch - viele können nicht mehr mit anderen affen zusammenleben und müssen am ende eingeschläfert werden. alles nicht so schön, vieles extrem traugig! nur insgesamt leider nicht auf einmal zu ändern!

ich verstehe dich, das du da etwas tun möchtest, artenschutz in armen ländern ist allerdings ohne die "große öffentlichkeit" von der du sprichst allerdings nur ein tropfen auf den heissen stein. education, awerness - damit fangen erfolgversprechende programme an!


Cheers
Mario
nanu
quote:
Original von herpaworld
Nun, in den provinzen ist das immernoch alles schwierig durchzusetzen.
teilweise werden natinale gesetze dort auch schlicht weg nicht umgesetzt, oder gar abgelehnt.
man denke an die vielweiberehen der mosslems, an die probleme mit rebellen, korrupte beamte im ganzen land die sich mal eben ihr klägliches salär aufbessern und so weiter.

es ist aber in den letzten jahren etwas in bewegung gekommen - alles benötigt jedoch seine zeit. mit den greifen ist das auch immer ein risiges problem, unserer rescuecenter sind auch voll mit greifvögeln. wir haben im letzten jahr 44 white bellied seeadler aufgenommen und konnten bis jetzt erst 18 wieder auswildern. enige werden sicherlich den rest ihres lebens in gefangenschaft verbringen müssen. die wissen ja in der regel nicht einmal was selbsständig jagen bedeutet. und fliegen ist nicht gleich fliegen, viele von diesen in gefangenschaft aufgezogenen vögeln müssen konditioniert werden, also lernen wir den adlern das fliegen.

in manila wird sehr viel gemacht und extrem viele tiere werden dort beschlagnahmt - nur was dann? wohin mit denen? wohin mit 200 affen im jahr die abgegeben, beschlagnahmt oder auf sonstirgendeine weise in einem rescuecenter landen? die meisten von den tieren sind hochgradig neurotisch - viele können nicht mehr mit anderen affen zusammenleben und müssen am ende eingeschläfert werden. alles nicht so schön, vieles extrem traugig! nur insgesamt leider nicht auf einmal zu ändern!

ich verstehe dich, das du da etwas tun möchtest, artenschutz in armen ländern ist allerdings ohne die "große öffentlichkeit" von der du sprichst allerdings nur ein tropfen auf den heissen stein. education, awerness - damit fangen erfolgversprechende programme an!


Cheers
Mario


Genau das sind meine Probleme vor Ort. Tiefste Provinz und kein Verständnis für Naturschutz. Da wo ansatzweise Verständnis vorhanden fehlt es an Geld um die einhaltung bestehender Gesetze auch nur annähernd zu gewährleisten. Aber es gibt immer Möglichkeiten etwas zu tun. Ich nutze ja auch gerade die nicht so strenge Handhabung der Gestze für mein Vorhaben aus. Eine Haltungsgenehmigung habe ich ja auch nicht und werde dafür sicherlich noch einiges tun müssen.

Die Öffentlichkeit werde ich schon nutzen, nur habe ich etwas gegen die Art von Zoos, die nur zum zwecke einer zu Showstellung der Tiere entstanden sind. Mir fehlen auch die Mittel um so groß in die Materie einzusteigen hieraus ein Unternehmen zu stricken, was sich dann vermarkten läßt.

Aber ich denke wenn man mehrere kleinere Anlaufstellen schaffen würde, wäre es keine so große Belaszung für einzelne Stellen. Man könnte sich sicherlich auch spezialiesieren. Ich würde z.B. nie in Konkorenz zur PEF treten wollen. Daher würde ich Philippine Eagle zuerst dort hin bringen. Die sind spezialiesiert auf diese Tiere.

Aber ich werde mich jetzt erst einmal nicht so tief in die Materie verstricken. Ich werde erst einmal jede Menge Erfahrungen sammeln müssen und mich den Gegebenheiten vor Ort anpassen müssen. Sowas läßt sich einfach nich planen wie man es denn gerne hätte.

Beschlagnahmung von Tieren macht natürlich keinen Sinn, wenn man nicht in der Lage ist den Tieren dann auch eine bessere Unterbringung zu bieten. Genau so wenig würde es Sinn machen, einen Halter so unter Druck zu setzen, das er letztlich dann hergeht und das Tier unkontrolliert aussetzt. Auf den Philippinen ist es wesentlich schwieriger beschlagnahmte Tiere zu versorgen. Man muß halt in alle Richtungen flexibel reagieren. Aber es gehört auch einfach dazu aufzuzeigen, das Gestzesverstöße folgen haben werden. Man sollte einfach die Pallette der Maßnahmen so breit wie möglich halten.

Ich werde sicherlich die Probleme nicht lösen können. Aber zumindest einen weiteren Tropfen auf den heißen Stein wird es geben. Und wenn's funktioniert, dann bekomme ich die Bevölkerung dazu mitzuwirken. Und dann wären wir dann wieder bei dem verfluchten Zoo, den ich nicht will. Ich könnte es mir ja auch viel einfacher machen und nur bereits bestehende Einrichtungen finanziell unterstützen. Ich möchte jedoch auch die Bevölkerung in meinem Wirkungskreis dazu bringen eine aktivere Haltung zum Naturschutz einzunehmen. Dazu muß man dann vieleicht auch Wege gehen die einem nicht ganz so behagen.

Ich denke ich werde im nächsten Jahr mal versuchen bei Dir vorbei zu schauen. Es muß ja nicht sein, daß ich all die Fehler, die man machen kann, nun mit aller Gewalt selber ausprobiere. Ich möchte mir auch gerne mal einen Tamarau in freier Wildbahn anschauen. Ist sowas möglich?

Gruß, nanu