nun jungs,
ich möchte euch ja nicht den spaß verderben, denke allerdings, das ich mal etwas zum ausgangsposting sagen sollte.
erstens: ja, es ist absolut wahr - natur-, habitat- und artenschutz sind "stiefkinder" der phillipinischen gesellschaft.
zweitens: nein, es stimmt nicht, dass sich die filipino einen scheiß um ihre umwelt kümmern!
wir ausländer vergessen gern eines, arten- und naturschutz muß man sich leisten können! ihr glaubt doch nicht im ernst, dass wir in der situation eines philippinischen familienvaters mit 6 kindern, ohne job auch nur einen augenblick über, solche probleme diskutieren würden? wie? - natürlich nicht, wir würden auch phne rücksicht auf verluste alles aus dem wald, dem ozean oder sonstwo rausholen um ein paar kröten zu machen damit man der sippe zuhause jeden tag etwas zum essen auf den tisch bringen können!
die meisten probleme im naturschutz kommen aus solchen gründen zustande. armer provinziano, sägt erst die bäume ab um reis auf kostengünstige weise kochen zu können (eine flasche gas zum kochen kosten momentan mehr als 10 US Dollar hier!) und anschließend wird das bessel gestrüpp was da nachwächst auch noch im slash and burn verfahren gänzlich nieder gemacht - um dort genau den reis den die kochen wollen wieder anzubauen! (übrigens, erst gestern wurde in den lokalen nachrichten berichtet, das mach davon aus gehen kann, dass noch innerhalb der nächsten zwei monate der preis für reis um die 40 pesos/kg liegen wird, zum vergleich - vor zwei jahren war das noch die hälfte!).
drittens:
es gibt sehr wohl viele menschen, die sich für ihre natur hier interessieren. ich sehe täglich welche davon. junge leute, die sich zur aufgabe gemacht haben etwas zu ändern gibt es tonnenweise (myZoo foundation, wildlife conservation society of the philippines, philippine crocodile society - deren general sekretär ich sein darf, philippine kakadu foundation und mengen mehr!) um nur einige zu nennen. nun, da ich aktive hier mit vielen dieser gruppen zusammenarbeite weiß da von was ich rede. ich habe philippinos beim aktiven natur- und artenschutz in den letzten jahren beobachten dürfen!
ich selber leite viele programme im land und kann mich nur über die unterstützung der behörden und der philippinos wundern, die mich immer wieder liebenswert unterstützen (ein beispiel findet man
hier.
nun, es ist alles leider nicht immer schwarz und weiss, auch nicht hier auf den inseln!
ah, übrigens - das government tut sehr wohl etwas, ich bekomme tonnenweise einladungen um das law-enforcement und die mitarbeiter der unteren und oberen wilflife agenturen auszubilden. dabei reden wir über sahcen wie wildlife management, handling von wildlife, law enforcement, wild tier medizin und vieles andere mehr.
viertens: nein - das ist alles noch lange nicht genug, und wir sind lichtjahre davon entfernt einen vernünftigen - von allen akzeptierten naturschutz im land zu haben, genau wie in deutschland - wo man sich auch über landebahnen, atom- und kohlekraftwerke und endlager atomarer brennstoffe unterhält. jeder hat probleme, die der filipino sind einfach: die meisten sind halt bitter arm, viel zu arm um sich gedanken über hunde, katzen, wildtiere oder biodiversity machen zu können!
cheers
Mario