Ich habe mich vor etwas mehr als drei Jahren mit dem Thema Reisanbau beschäftigt, da ich meinen lieben Schwägern die Möglichkeit bieten wollte, sich und ihre Familien ein " besseres "Leben zu schaffen.
Was an Informationsschriften aufzutreiben war, habe ich schon hier in Deutschland versucht zu bekommen. Eine interessante Studie der Uni Hohenheim war der Anfang. Ich bin dann mit zwei meiner Schwäger und einigen deren Freunde ins IRRI nach Munoz, Nueva Ecija gefahren um dort Infos zu sammeln. Es gibt dort die Möglichkeit, sich zum Züchter ausbilden zu lassen. Ich hatte dann einen Kurs für zwei der Herren angemeldet.
Alles an Büchern, was nur einigermassen interessant war, in englisch und teilweise
Tagalog habe ich in doppelter Ausführung erworben und an die Kollegen mit der Bitte weitergereciht, dass sie die Bücher im Dorf weitergeben um auch andere von den Infos profitieren zu lassen.
Da in Munoz auch der Mestizo / Hybridreis vermehrt und Saatgut verkauft wurde haben wir zusammen mit der Direktorin eine Kalkulation erstellt. Das Saatgut des Hybridreises kostete das doppelte des IR28 ober auch IR68 als Standartsaatgut.
Da aber nur mehr die Hälfte des Gewichts an Saatgut benötigt würde, wäre ja der Einstandspreis pro Hektar der gleiche.
Ich habe dort noch eine Hand- - Sämaschine bestellt, da ich plante, den Reis trocken säen zu lassen und dann erst zu bewässern ( wie vom IRRI empfohlen) Tagesleistung der Maschine : 1 Mann = Hektar
Feld pachtete ich an über Darlehen, das Bauern von mir erhielten. Im größeren Feld ( gut 1 ha ) habe ich einen Tiefbrunne bohren lassen und ein Wasserpumpe installiert. Sollte eine japanische sein, seien viel besser wurde gesagt. Der Boden wurde im Tagelohn von einem Nachbar kultiviert.
Das alles war im Spätsommer erledigt und so konnte man der ersten Runde zuwarten.
Alles von Deutschland aus gesteuert und von meinen Schwägern ausgeführt.
Das Ergebnis im Mai des Folgejahres :
Reisernte von über 2 ha : ca 2,5 Tonnen, ? Warum ?
Die hatten wie seit Jahrhunderten gemacht, den Standartreis vorgezogen und pflanzen lassen " siehe schaffen besseres Leben "
Aber selbst dafür war der Ertrag zu mickrig. Ja, es sollten viele Ratten auf dem Feld gewesen sein. Sicher auch rcihtig, aber die sind mit dem Roller dorthin und zurück gefahren und die haben auch das 200 ltr. Dieselfass leergesoffen, das man für die Wasserpumpe brauchte. Und das ging die folgenden Ernten fort
Fazit nach drei Jahren:
Es wäre sicher ein gutes Geschäft mit Reis zu machen, aber nur, wenn man vor Ort ist und sich die Verwandschaft weit von Leib hält.
Das IRRI biete wirklich jede Unterstützung, welche ein Reisfarmer braucht. Die kommen sogar in die Orte, machen Bodenanalysen, beraten über Saatgut und preiswerte DÜnger. An Unterstützung mangelt es nicht
Ich bin überzeugt, dass die Philippinen mit einem richtigen Management ihre Reisproduktion drastisch erhöhen und sogar exportieren könnten. Dazu wäre aber ein richtiger Druck auf die Bevölkerung nötig. Und den macht keiner, man will ja wieder gewählt werden.
Bei optimaler Ausnutzung der vorhandenen Fläche durch teilweise Bewässerung, die neuen , ertragstarken Reisssorten und dem Einsatz von Naturdünger und Kompost gäbe es sicher keine Ernährungsprobleme dort
hegauner25