Man, man,
ich war schon lange nicht mehr hier im Forum wie ich sehe.
Varanus salvator, im englischen Water Monitor Lizard im deutschen Binden Waran, lebt in 3 Unterarten (eventuell ist der cumingi und der nuchalis eine eigenständige Art, aber ich will euch ja nicht mit taxonomischem bla bla langweilen) über die ganzen Philippinen verbreitet. Nun soll man ja nicht den Tag vor dem Abend loben, nur wilde Beschimpfungen (hab ihr jetzt hier nicht gemacht, aber höre ich immer wieder bei dem Anlass) helfen uns ja nicht weiter. Als erstes muss man erst einmal verstehen worum es geht. Bindenvarane sind alles andere als selten hier, alleine indonesien (das ist ne schweinerei), exportiert ca. 100.000 Häute von Binden Waranen jedes Jahr für die Leder industrie. Nun kann man sagen, alles nicht schön, ist es auch nicht aber bei uns auf den Philippinen sieht es da etwas anderst aus. Auf den Philippinen wurde mitte der 70´er Jahre ein totales Export verbot für einheimische Wildtiere und deren Produkte verhängt.
In einigen Regionen des Landes ist es völlig normal und gehört zum Alltag, Binden Warane zu fangen und zu verwerten. Ich frage mich auch immer warum man eine Grossechse fangen und essen muss um ein Hühnchen Geschmack im Mund zu haben, warum also nicht zum Markt und gleich ein Huhn gekauft? Nun, das ist ganz einfach, Hühner kosten Geld und Warane gibt es vor der Haustür umsonst. Das wurde hier im Land schon immer so gehandhabt und das werden wir auch nicht ändern. Besides, stellt diese Situation auch keine echte Gefahr für die wilden Populationen dar. Ich habe keine Probleme damit, dass einheimische (besonderst native tribes) diese Tiere als Protein Liferanten verwenden. Mir geht auf den Geist, wenn Tiere aus Unwissenheit, falschem Aberglaube oder wegen reiner Mordlust gefangen und getötet werden. Die grossen Binden Warane sind Opportunisten, das bedeutet im Klartext, die fressen und jagen alles was sie überwältigen können und sind mit dieser Überlebensstrategie sehr erfolgreich. Varanus salvator, in allen Unterarten, scheut sich auch nicht in die Dörfer oder selbst in Grossstädte vorzudringen und ihren Lebenstiel nahe von Müllkippen zu leben. Bindenvarane pflanzen sich das Jahr über hinweg mehrfach fort und gleichen somit die Bejagung durch den Menschen und andere Predatoren sehr gut aus. Also, nicht in Panik verfallen und mit Finger auf die Einheimischen Zeigen. Wir essen in Deutschland auch Wild, ohne es gleich Auszurotten.
Zu den Zoonosen, die einzige mit Sicherheit übertragbaren Krankheiten stellen Salmonellen dar, diese können und werden von Reptilien auch auf Menschen übertragen werden.
Das Thema mit dem "giftigen" Speichel, dazu sollte man verstehen wie und warum die ganze Sache so ist wie sie ist. Der Speichel von Grossechsen ist nicht "giftig", auch wenn Dr. Brian Fry erst im letzten Jahr das Vorhandensein von Giftdrüsen bei Grossechsen nachweisen konnte. Seinen Untersuchungen zur Folge besitzen alle Varaniden, Iguaniden und Agamiden solche Reste von Gift produzierenden Organen. Nun, daran sollte man sich aber nun nicht aufhängen. Der Speichel von Waranen (auch Komodo Waranen) ist sehr stark mit Bakterien durchsetzt. Wenn man also ein Beutetier auf Flores Island ist und von einem Komodo Drachen gebissen wird, hat man als selbiges keine Chance ein Krankenhaus aufzusuchen und verendet nach einigen Tagen an der Wundinfektion oder ganz simple an einer ordinären Blutvergiftung. Das passiert dann auch den größten Wasser Büffeln, und das sind auch die Bilder die uns das TV vorführt. Die Warane verfolgen die gebissenen Tiere solange, sehr geduldig, bis die Tiere verenden und Gefahrlos gefressen werden können.
Nun, ich habe mir einige Bisswunden von Waranen über die Jahre eingefangen. Das ist immer unangenehm (auch der Pudel meiner Grossmutter hat mir ein ordentlichen Biss verpasst) aber bei normaler Behandlung der Wunde kein lebensbedrohendes Problem. Nicht verschweigen will ich, das das gebiss aller grossechsen schwere Verletzungen hervorrufen kann, da die Wunden ins Fleisch gerissen und nicht geschnitten werden. Das ist in der Tat unangenehm und schmerzhaft. Gefährlicher können da die Krallen sein, einem Freund von mit hat ein Nil Waran die Pulsadern eröffnet. Das ist nicht schön. Auch der Schwanz, der von allen Waran Arten als Peitsche eingesetzt wird tut weh, ich weiss von was ich spreche.
Also, keine Panik - lasst die Tiere einfach in Ruhe, und lasst die Einheimischen ihre Echsen und Schlangen futtern, das gefährdet die tiere am wenigsten.
Cheers
Mario