Weltweite Malaria-Initiativen konnten die Krankheit bereits deutlich eindämmen. Die verbliebenen Infektionen stellen Mediziner und Forscher aber vor neue Herausforderungen. Malaria ist der beste Beweis, dass die Aufmerksamkeit oft nicht mit der Fallzahl einer Krankheit korreliert. Jedes Jahr erkranken 219 Millionen Menschen an dem gefährlichen Tropenfieber, 660.000 von ihnen sterben. Ernsthaft Sorgen macht man sich um Malaria hierzulande häufig dennoch nicht. In den Industrienationen leidet schließlich kaum jemand daran, zudem verläuft die Infektion nicht zwangsweise tödlich. Dass Malaria trotzdem viele Leben kostet – und darüber hinaus zu massiven chronischen Beschwerden führt –, wird dabei oft vergessen. Doch nicht jeder möchte das einfach hinnehmen. Nicht nur die Weltgesundheitsorganisation, sondern auch zahlreiche Prominente wie Microsoft-Gründer Bill Gates und U2-Sänger Bono sind sich sicher: Malaria kann ausgerottet werden. Dafür bedürfe es aber nicht nur neuer Strategien. Vorrangig fehle es vor allem an einem: mehr Hilfe.
Ihre Zuversicht ziehen die Vorreiter aus den aktuellen Entwicklungen. Die Bekämpfung von Malaria hat besonders innerhalb der letzten Jahre große Fortschritte gemacht. Laut einer aktuellen Studie aus der Fachzeitschrift "Lancet" erkrankten schon im Jahr 2010 etwa 17 Prozent weniger Menschen daran als noch im Jahr 2000. Die Todesrate konnte im selben Zeitraum sogar um 26 Prozent gesenkt werden, wie Studienautor Chris Cotter schreibt. Der Malaria-Experte ist Mitglied der Global Health Group an der University of California in San Francisco, der auch eine eigene Malaria-Eliminierungs-Initiative angehört. Diese Initiative unterstützt seit Jahren betroffene Regionen bei der Bekämpfung von Malaria. Dabei können die Experten von einer positiven Entwicklung berichten: "Anhaltende Anstrengungen durch regionale und internationale Malaria Programme haben sowohl die Erkrankungs- als auch die Todesrate in Regionen geringer Übertragung deutlich reduziert", sagt Cotter, warnt aber zugleich vor einer neuen Herausforderung: "Mit dem Fortschritt beobachten wir auch eine Verschiebung hin zu Risikogruppen, sogenannten ,hot pops'. Eine der größten Herausforderungen wird es sein, mit dieser Veränderung der Infektion Schritt zu halten."
Denn gerade Risikogruppen wie junge Männer und Angehörige von Minderheiten sind nur schwer von der Malaria zu befreien. Sie sind der Infektion nicht nur stärker ausgesetzt – sondern erhalten auch die lebenswichtige Therapie meist nur verzögert. In Ländern, in denen medizinische Ressourcen rar sind, werden Minderheiten oft zuletzt behandelt. Sie sind besonders arm, leben meist in entlegenen Bezirken mit schlechter medizinischer Versorgung und fürchten den Kontakt mit Regierungs-Organisationen. Bei jungen Männern erhöht dagegen die verhältnismäßig häufigere Exposition das Risiko. Sie arbeiten oft in der Natur, beispielsweise als Plantagen- oder Waldarbeiter, und zwar auch bei Dunkelheit. Während andere nachts Schutz unter Malarianetzen suchen, sind diese Arbeiter den nachtaktiven Mücken hilflos ausgesetzt. Entsprechend häufiger erkranken sie an Malaria.
Auf den Philippinen wurde für diese Beschäftigungsgruppen bereits ein sechsfach höheres Infektionsrisiko berechnet. Tatsächlich ist die Vermeidung von Mückenstichen immer noch eine der effektivsten Methoden, um die Erkrankung zu vermeiden. Denn die Anopheles-Mücke ist der einzig mögliche Überträger. Sie trägt den Erreger der Malaria in ....
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Quelle: Die Welt
Autor: Shari Langemak
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