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tonton

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Monday, November 26th 2012, 6:00pm

Mein Auslandspraktikum

Hallo alle miteinander.
Nachdem ich nun meinen imaginären Begrüßungssekt ausgetrunken habe und der gedankliche Blumenstrauß langsam zu welken beginnt(vielen Dank für die herzliche Aufnahme ins Forum), möchte ich euch jetzt mal meine Erfahrungen und Eindrücke schildern, die ich im Auslandspraktikum gesammelt habe. Da das ganze für einen Beitrag zu umfangreich wäre, werde ich den Bericht in mehrere Teile zerlegen, die ich nach und nach hier einstelle. Nicht, dass mir noch jemand einschläft. :Augenbraue
Zunächst mal das Drum-Rum: Ich musste in diesem Jahr ein studienbegleitendes Praktikum im Ausland absolvieren. Dabei bin ich zufällig auf eine Gärtnerei in Bukidnon (Mindanao) gestoßen, die Praktikanten sucht. Nach anfänglicher Unsicherheit hab ich mich dann auch richtig drauf gefreut und alles Nötige in die Wege geleitet (Visum, Stipendium, Unterkunft, Flug, Uni-Formalitäten...) Ich habe mich dann auch so umfänglich wie möglich über Land und Leute, Kultur, Geschichte, Gepflogenheiten ... informiert, ich wollte einen Kulturschock vermeiden.
Am Ostermontag gings dann los von Hamburg über Dubai und Manila nach Cagayan de Oro. War übrigens mein erster Flug überhaupt, deshalb ging mir ganzschön die Muffe, dass auch alles klappt :473
Als ich dann am Abend in Cdo landete, wurde ich auch vom bestellten Taxifahrer aufgenommen und nach Malaybalay City gefahren. Das war erstmal alles total aufregend, auch wenn man draußen garnichts mehr erkennen konnte. In Malaybalay angekommen bin ich dann nach einem kurzen Gespräch mit dem Chef tot ins Bett gefallen, in den Schlaf gesungen von Fröschen und Grillen. Am nächsten Morgen war ich erstmal überwältigt, dass überall Bananen, Baumfarne, dieser riesige Bambus und all die anderen Pflanzen, die man sonst nur in Gewächshäusern zu bestaunen sind, rumstanden. Der Chef führte mich rum und ich lernte erstmal den Betrieb, die Familie und die Arbeiter kennen. Am Abend wurde ich dann gleich zum Essen eingeladen, einerseits ein Begrüßungsessen für mich, andererseits ein Abschiedsessen für die vorige Praktikantin, die einen Tag später wieder abreiste. Eine Freundin der Familie war auch dabei. Dieser Abend war echt super, da ich gleich mitbekam, wie gesellig und offenherzig Filipinos sind. Auch über die von unseren recht verschiedenen Tischmanieren musste ich etwas schmunzeln, z.B. dass es völlig normal ist, auch von den anderen Tellern zu probieren und vom eigenen probieren zu lassen. Wenn ich das hierzulande (z.B. mit Familie) mache, dann schämt man sich schon, weil es nicht zum guten Ton gehört und da ist es halt ganz normal.
Auch wurde mein Vorname Carsten an diesem Abend für viel zu formell befunden... von diesem Zeitpunkt an hieß ich dann nur noch tonton. Warum sich tenten nicht eignet, wurde mir auch sofort erklärt :Rolf Ich habe dann noch einige Male versucht, mich irgendwo mit Carsten vorzustellen, aber das stieß auf breites Unverständnis so dass ich mich nur noch mit tonton vorstellte. Das kommt auch ziemlich gut an, wenn man sich als Langnase mit nem Philippinischen Nickname vorstellt, es wurde recht häufig geschmunzelt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass einer der Höhepunkte bereits am ersten Abend stattgefunden hat.

Soviel erstmal zum ersten Teil, der Ankunft.
Kommentare sind sehr erwünscht, der Bericht geht bald weiter.

Liebe Grüße,
tonton

betamyr

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2

Monday, November 26th 2012, 6:34pm

Hi Carsten / Tonton,

finde ich super, dass Du hier Deinen Bericht schreibst - ich freue mich schon auf die nächsten Beiträge:) Ein paar Fragen hätte ich jetzt schon, wobei Du da sicher noch drauf eingehen wirst: wie kam es, dass Du ausgerechnet auf den Philippinen dieses Praktikum absolviert hast? Was studierst Du genau? Bist Du auch mal bei den Talaandig in Lantapan gewesen? Ein paar Fotos wären auch grandios - die Gegend gehört ja wirklich zu den schönsten überhaupt auf Mindanao, wenn nicht gar im ganzen Land...
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über einen Besuch auf meiner Website würde ich mich freuen =)

feini

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3

Monday, November 26th 2012, 9:06pm

Die Geschichte fängt ja schon mal schön an. Da bin ich mal gespannt wie es weitergeht. Ist immer wieder spannend die Geschichten der Member hier zu lesen.
Freut mich das jetzt die von dir dazu kommt.

lapu-lapu

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4

Monday, November 26th 2012, 9:35pm

Go on

Vielleicht kannst Du auch ein paar Bilder von Deinem Leben und der Arbeit dort posten - bin gespannt, wie es weiter geht!
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lapu-lapu

tonton

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5

Friday, December 7th 2012, 6:47pm

Hallo Leute. Erstmal vielen Dank für das Feedback.

@Betamyr: Ich studiere BWL im, das sechste Semester ist in meinem Curriculum als Auslandssemester gedacht. Spezialisiert hab ich mich uner anderem auf kleine und mittelständische Unternehmen, deshalb wollte ich auch in ein sehr kleines Unternehmen, was im Besten Fall auch noch nicht lange am Markt ist. Warum Philippinen? Nun, ich interessiere mich sehr für fleischfressende Pflanzen, kultiviere auch ne Menge davon zu Hause. In Südostasien, vor allem auf Borneo und den Philippinen, kommen die tropischen Vertreter, die Kannenpflanzen (Nepenthes) in den Regenwäldern und Gipfelregionen vor. Diese Gärtnerei züchtet diese Pflanzen und hat in einem deutschen Forum um Praktikanten geworben. Auf der (Pitcher Plant) Farm wird auch als zusätzliches wirtschaftliches Standbein noch ein Gästehaus vermietet (3 Zimmer). Besser hätte das also wirklich nicht passen können :clapping Von den Talaandig hab ich nie was gehört, was hat es denn damit auf sich?

Damit bin ich auch schon bei meinen Arbeiten auf der Farm. Der Chef war erstmal sehr sehr locker, eigentlich war es garkein Chef, mehr ein Kumpel :D Die Arbeiten beschränkten sich hauptsächlich auf die Pflege der Pflanzen, also Gießen (auch wenn das in Bukidnon äußerst selten nötig ist), Düngen, Vermehren, Umtopfen, von Unkraut befreien, Gewächshäuser in Schuss halten, Pflanzen zum Versandtag verpacken (die Pflanzen werden landesweit verschickt), Sterilkultur, etc.
Natürlich blieb auch Platz für andere Aufgaben, für mich als BWLer waren dann noch Sachen wie Inventur, Werbemaßnahmen, Statistiken erstellen und auswerten. Für was wirklich Anspruchsvolles waren die drei Monate aber einfach zu kurz.
Daneben war es recht häufig mal nötig, nach CdO oder woanders hinzufahren, ich kam also auch ein bisschen rum.
Außerdem werde nauf der Farm auch Führungen für Schulklassen und Studentengruppen angeboten, die sich danach dann an den vielen Freizeitaktivitäten erfreuen können (Zipline, Wasserrutsche, Ruderboot, Discgolf...) Die Studentengruppen haben mir eigentlich am meisten Spaß gemacht, da ich so ne Menge junge Leute kennengelernt und viel Spaß gehabt habe (ein Lacher war wieder mein philippinischer Nickname :-) )
Auf den Bildern ist das Gästehaus und einige winzige Auswahl der Fleischfresser zu sehen. Viel Spaß beim Schauen, der nächste Beitrag befasst sich dann mit meinen Sightseeingspots auf Mindanao.

Liebe Grüße,
Tonton
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Moikoi

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6

Friday, December 7th 2012, 7:20pm

Super

Hallo Tonton,

Dein Bericht liest sich sehr schön - bin gespannt, wie es weiter geht.

Viele Grüße

Stefan

P.S. Was ist die Bedeutung des philippinischen Nicknamens Tonton ?

feini

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7

Friday, December 7th 2012, 7:58pm

Ja das ist die Frage weil eigendlich wäre es ein Nickname für Anthony oder Antonio oder was in der Art.
Eine Bedeutung von Tonton gibt es in dem Sinne sonst nicht. ( Info klar von meiner Frau / kenn mich da nicht so aus )

Moikoi

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8

Friday, December 7th 2012, 8:01pm

Ja das ist die Frage weil eigendlich wäre es ein Nickname für Anthony oder Antonio oder was in der Art.
Eine Bedeutung von Tonton gibt es in dem Sinne sonst nicht. ( Info klar von meiner Frau / kenn mich da nicht so aus )
Ich habe ja nur gefragt, weil der TS schreibt, daß die Philippinos immer in Lachen ausbrechen, wenn er seinen Namen nennt. Vielleicht bedeutet ja Tonton irgendetwas ?( :floet :Rolf

feini

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9

Friday, December 7th 2012, 8:50pm

Ja Moikoi, ich hab das schon richtig eingeordnet.
Ich hab mich ja selber gefragt was es bedeutet, aber aus welchen Gründen auch immer, habe ich nicht nachgefragt im Forum ( Wahrscheinlich weil ich faul bin und nicht so oft was reinschreibe / ich lese halt meistens / und wenn ich Fragen über die Phills habe, wie diesmal, was den wohl tonton bedeuten könnte, frage ich halt meine Frau ).

Ist aber mit sicherheit mal interessant zu erfahren warum er den Namen bekommen hat.

thoschilie

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Saturday, December 8th 2012, 11:28am

im spanischen heisst tonto = etwas verrueckt

lapu-lapu

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Saturday, December 8th 2012, 12:11pm

Schöne Bilder - besonders von dem Frosch in der fleischfressenden Pflanze!

Es wäre schön, mehr von deinem Projekt zu erfahren! :clapping
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lapu-lapu

tonton

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Monday, December 10th 2012, 10:03pm

Hallo Leute.
Vielen Dank für die Rückmeldungen.
Ihr habt natürlich Recht, normalerweise leitet sich der Nickname von einer Silbe des Namens ab. Bei mir könnte dann also ten als Silbe für einen Nick dienen. Eignet sich aber als Bisayan Nick nicht sonderlich gut, da tenten (auch tintin) pinkeln heißt, soweit ich weiß wird auch der Penis vorm Beschneiden tenten genannt. So möchte ich mich nur höchst ungern irgendwo vorstellen :473 Also wurde notgedrungen auf tonton ausgewichen. Über eine Bedeutung des Namens weiß ich nichts.

@lapu-lapu: Was meinst du denn mit Projekt?

Der Frosch hat mir übrigens des öfteren Modell gestanden, hab nochmal zwei Bilder davon und eins von der Terasse meiner Unterkunft angehängt.

Liebe Grüße
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tonton

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Thursday, December 13th 2012, 6:07pm

weiter gehts ...

... mit meinem Bericht, auch wenn ich Doppelposts nicht so mag :peinlich Nachdem ich mich nun ein paar Wochen eingelebt habe, mich ein bisschen mit Bisaya befasst habe (genug, um auf dem Markt fast kein Wort Englisch mehr zu sprechen ;-) ), mich mit der philippinischen Küche angefreundet, die Filipinos und ihre Art lieben gelernt und vor allem die hohe Kunst der Fortbewegung im öffentlichen Verkehr "geübt" habe, habe ich mich dann auch mal etwas weiter weggetraut. Ich muss schon sagen, bei mir hats manchmal ein bisschen gedauert, bis ich gemerkt habe, dass ich verscheißert werde ( there's no public transport to xy, Sir). Hab mich auch damit abgefunden, dass sie es immer weiter versuchen werden. Man wollte mir an diesem Tag bestimmt vier oder fünf Mal nen Special Ride andrehen (aber wie eingangs erwähnt wollte ich als Langnase nicht immer ne Extrawurst, nicht das Klischee erfüllen).

Zurück zum Ziel meines Ausflugs: die Tinago-Falls von Iligan City. Diese Wasserfälle sind ziemlich versteckt (tinago = versteckt) in einer Schlucht und umgeben von relativ dichtem Wald. Es ging erstmal ziemlich viele Treppenstufen nach unten, die extrem erschöpft aussehenden, mir entgegenkommenden Leute machten mir Angst, dass ich den Rückweg nicht mehr schaffe :473 Irgendwann hat man die Falls dann schon rauschen gehört, aber immernoch nicht gesehen. Und dann, unten angekommen, stand ich plötzlich davor, kurz darüber nachdenkend, ehrfürchtig niederzuknien. Ein wirklich eindrucksvoller Anblick, in Bildern nur schlecht auszudrücken. Die Wasserfälle sind fast wie ein U angeordnet, also es kommt echt überall Wasser runter, absoluter Wahnsinn.

Dabei merkte ich gleich, wie leicht es ist, Freunde zu finden :-) eigentlich haben die Freunde mich gefunden. Bei Rum und Red Horse haben wir den Tag dann erst am Wasserfall, dann am Abend noch in Iligan bei einem von den Pinoys ausklingen lassen :drunk.gif Nachts bin ich dann wieder zurück nach Malaybalay, ist garnicht so einfach zu sehen, in welcher Stadt der Bus gerade hält wenns dunkel und man leicht betrunken ist. Öffentlicher Verkehr war auch schon nicht mehr, ich musste also noch nen überteuerten Trycicle Ride in Anspruch nehmen, um wieder zur Farm zu kommen. Uhhh, was'n Tag.
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Wednesday, December 19th 2012, 4:28pm

Als erstes...

... möchte ich mich für die vielen positiven Bewertungen bedanken, ich habe mich sehr gefreut.

Als nächstes ging es nach Impasug-ong, einer kleinen Stadt in Bukidnon, unweit von Malaybalay. Hier gibt es im Barangay Impalutao eine echte Perle der Natur zu entdecken. Begleitet wurde ich dieses Mal von meinem Chef und einem alten Kumpel von ihm.

In einem unberührtem Stück Urwald sind drei Wasserfälle zu bestaunen, die Gantungan Falls. Als ob drei Wasserfälle nicht schon genug wären, rankeln sich überall noch Rattan und Lianen durch die Vegetation, wachsen sich epiphytische Pflanzen in die Baumkronen empor, protzen alte Bäume mit ihren fast kniehohen Brettwurzeln. Direkt daneben schlängelt sich ein Bach durch den Stein, der sich, bedingt durch den felsigen Untergrund, über mehrere kleine und große Wasserfälle nach unten arbeitet. Wenn die Sonne nicht gerade senkrecht steht, spenden einem alte Baumfarne und ältere Populationen des Riesenbambus etwas Schatten.

An einem unscheinbaren Trampelpfad bogen wir dann vom Hauptweg ab, um dem größten der drei Wasserfälle näher zu kommen. Hier ging es dann extrem steil bergab, gepaart mit dem rutschigen Untergrund durch den letzten Regen ein sehr aufregendes Unterfangen :D Unten angekommen galt es dann "nur" noch, sich zum Wasserfall vorzuarbeiten, indem man sich von Felsen zu Felsen hangelte, um nicht unfreiwillig baden zu gehen. Als wir so nah dran waren, dass uns dass Sprühwasser um die Ohren wehte, verweilte ich einen Augenblick, um diese urige Gewalt eines so großen Wasserfalls auf mich wirken zu lassen und zur Erfrischung. Das war echt ne wahnsinnige Erfahrung.
Als wir den Wald wieder verließen, konnte ich mir nicht verkneifen, mich in dem von Quellwasser gespeisten Pool zu erfrischen, bevor es wieder losging.
Auch wenn der, nennen wir es mal Spaziergang, durch den Wald ziemlich anstrengend war (besonders der Abstieg zum Wasserfall), konnte ich mich an der Umgebung nicht satt sehen und hoffe, dass ich mit den Bildern wenigstens einen Bruchteil meiner Eindrücke an euch vermitteln kann.

Wenn jemand gern Bilder von Dingen sehen möchte, die erwähnt aber nicht gezeigt wurden, lasst es mich wissen :pleased

Ich hoffe, es gefällt. Liebe Grüße,
Carsten
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tonton

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Thursday, January 17th 2013, 10:00pm

Und auch im neuen Jahr...

gibt's wieder was auf die Augen von mir. In disem Sinne erstmal ein frohes neues Jahr an alle, auch wenn so neu schon nicht mehr
ist. :floet

Nach ca. 2 Monaten, die ich dann schon auf Mindanao verbracht hatte und sich mein Praktikum langsam dem Ende neigte, entschied ich mich für eine kleine Island Hopping Tour. Es war noch Geld vom Stipendium über und außerdem wollte ich ja hinterher auch in einschlägigen Fachforen was zu erzählen haben :pleased Nein, natürlich wollte ich nochmal ein bisschen umkommen und mir einige Hot Spots anschauen. Ich hab mich also mit dem Chef kurzgeschlossen und ihn nach ein paar netten Plätzen in der Gegend gefragt. Die Wahl fiel dann auf Bohol und Camiguin. Dann hab ich einem der Buddies von den Tinago Falls versprochen, ihn in Cebu City zu besuchen. Damit war die Route dann klar, aber auch nur die... über die Aufenthaltszeiten und dergleichen habe ich mir keine Gedanken gemacht. Das war die erste Lektion, die ich hauf den
Philippinen gelernt hab: Go with the flow... :D

Nachdem ich mir dann noch einige Tipps zum Rucksackreisen eingeholt habe (z.B. nur ein paar T-shirts mitnehmen, mit diesen dann unter die Dusche und hinterher über die Aircon hängen), war der Rucksack dann schnell gepackt und ich saß im Bus nach CdO. Dort habe ich mich dann auch ohne Probleme bis zum Hafen durchgeschlagen, wo ich dann die Nachtfähre nach Cebu buchte. War auch eigentlich recht gemütlich (trotz Economy), aber ich konnte nur bis ca. um vier pennen, wodurch ich gezwungen war, mir einen herrlichen Sonnenaufgang über dem Pazifik anzuschauen und zu fotografieren.

Kurz bevor die Fähre in Cebu City eintraf, hat sich mir ein bisher unbekanntes Gesicht der Armut offenbart. In winzigen Booten kamen einige Bettler bis an die Fähre und fragten nach Münzen und Snacks. Alles was ins Wasser fiel, wurde blitzschnell wieder nach oben geholt. Einige Menschen schienen das ziemlich zu genießen und ergötzten sich daran, dass die Bettler hinter den Münzen hinterher tauchten und schmissen sie mit Absicht daneben, was ich ziemlich abstoßend fand. Das hatte ich in der Form noch nicht gesehen und
hatte echt Mitleid… :(

In Cebu City angekommen, latschte ich erstmal zur SM-Mall, wo ich von den Pinoys abgeholt wurde. Diese vermittelten mich gleich in ein Hotel in Downtown (in der Nähe der St. Nino Kirche), in dem ich für 600 PHP pro Nacht abstieg. Nach ner Dusche und einer Mütze Schlaf ging es dann mit den Jungs zum Barhopping. Dumm nur, dass ich an einem Dienstag da war, die Bars und Diskos waren ziemlich leer (jedenfalls da wo wir waren) :weia . Also blieb es an diesem Abend nur bei einigen Red Horse, war aber trotzdem nett und
unterhaltsam. Das spannendste an diesem Abend war wohl das Wiederfinden meines Hotels, da für mich die Ecken und Straßen in philippinischen Städten ziemlich gleich aussehen (ich hab aber ne echt miese Orientierung). Ich hab’s dann aber nach ungefähr einer Stunde gefunden, obwohl mir das Durchschreiten einiger Gassen im Dunkeln zuweilen nicht so sehr behagte (es muss gegen 2 Uhr gewesen sein).

Am nächsten Morgen bin ich aus dem Bett in die Dusche gefallen, bevor ich merkte, dass es schon 12 Uhr durch war. Ich muss wohl ziemlich lange geduscht haben… Anschließend bin ich gleich wieder zur SM-Mall (hab fast ohne Probleme hingefunden), wo wir den Nachmittag bei Kaffee und kulturellem Austausch verbrachten. Die riesige Mall ist es auch wert, entdeckt
zu werden, wirklich Wahnsinn. Dann gings gegen Abend wieder in einer Bar, in der wir von einer, mit meinem laienhaften Gehör als talentiert einzustufenden, Pinay mit Live-Gesang verwöhnt wurden. War wirklich super, aber auch in den anderen Bars, an denen wir an diesem Abend waren, hatten wir enorm viel Spaß. Wir hatten auch einige Biere intus, als wir uns gegen vier vom Taxi nach Hause (bzw. ich zum Hotel) fahren lassen haben. Mann, der Abend war wirklich der Hammer. :drunk.gif

Eigentlich wollte ich auch am nächsten Morgen gleich zum Hafen, ich wollte auf Bohol nicht erst am Abend ankommen. Also beschloss ich, nach der Dusche direkt auszuchecken und mich zum Pier zu begeben. Es war schonwieder hell. Auf dem Weg zur richtigen Multicab-Route durfte ich die erste Erfahrungmit Prostituierten machen (visueller
Art :dudu ). Mich hat auf dem Weg plötzlich ein ziemlich warm daherkommender Typ angequatscht, ob ich nicht Bock auf eines seiner Mädchen hätte. Diese belagerten mich auch umgehend und machten mir schöne Augen, ein Multicab mit dem Schild „Pier“ rettete mich schließlich aus der Situation.

Am Pier angekommen, sah ich das Schiff grad noch wegfahren. Ich hab mich dann auf den Sitzmöglichkeiten ein Nickerchen gemacht, das nächste, woran ich mich erinnere ist, dass ich auf dem Schiff nach Bohol war. :denken Zwei Tage Cebu City lagen hinter mir.

Bohol: ich komme

Cebu: hat echt gefetzt

Liebe Grüße
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Moikoi

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16

Thursday, January 17th 2013, 10:27pm

Super Bericht

den Du hier geschrieben hast.

Ich freue mich, daß Du eine so schöne Zeit auf den Phild verbringts und Dich offensichtlich wohl fühlst. Viel Spaß noch und schreib schön weiter.

Kropotkin

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17

Friday, January 18th 2013, 3:11am

molto grazie

Also ich will mich hier artig bedanken fuer den locker geschriebenen und positiven Bericht.
Du machst uebrigens auch gute Bilder. Was mir auffaellt. Auf Bildern mit Menschen, vorwiegend junge Leute, werde oft
Gesten mit Haenden und Fingern gezeigt. Ich hab das inzwischen oft (bei jungen Menschen und Bildern) gesehen.
Aber mir ist der Sinn entgangen. Was hat es damit auf sich ?

Ich galub ich werd aelter ... hehe

Giovanni

betamyr

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18

Friday, January 18th 2013, 12:11pm

@tonton:

wirklich sehr anschaulich und kurzweilig geschrieben - macht Spaß! Dass Du nachts so ganz alleine durch die dunklen Straßen von Cebu schlenderst - Respekt...in manchen Vierteln wäre ich da ein echter Schisshase, habe aber auch noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Das mit den Bettlern, die nach dem Geld etc. tauchen habe ich früher auch etwas betroffener gesehen, aber wenn ich das heute richtig interpretiere, dann macht es den Seezigeunern (meistens handelt es sich um solche) sogar etwas Spaß, ihre Tauchfähigkeiten zu zeigen...sie tauchen quasi nach ihrer Belohnung für ihr Können. Der Sonnenaufgang auf den Overnightfahrten von CdO oder Camiguin nach Cebu ist wirklich legendär - da habe ich auch noch ein Paar einschlägige Fotos von 2008 im Portfolio:



@Kropotkin

Das mit den Fingern / Zeichen auf den Bildern sieht oftmals nach dem V für "Victory" aus und hin und wieder auch nach dem amerikanischen Zeichen für "I love you" (z.B. drittes Bild von links im letzten Beitrag von tonton); ansonsten heißt ein V unter dem Kinn "guapa" oder "guapo", soweit ich weiß...
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p!noY

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About me: Pure pinoy, but born, raised, living and working in Germany.

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19

Friday, January 18th 2013, 4:47pm

..und oftmals machen sich Leute keine Gedanken,was sie eigentlich damit aussagen wollen, sondern wollen einfach nur für ein Bild "cool" posen... Yoyoyo maaan... Lass knacken :floet

"Rockerstyle" "Rapperstyle" "HipHop Style" "Gangsta Style" "flach und tief und dann wieder Style" und so weiter halt ;)

tonton

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Friday, January 18th 2013, 8:45pm

Vielen Dank

für euer psoitives Feedback, den Bewertungen und den Beiträgen hier. Ich freue mich sehr, dass euch mein Schreibstil gefällt, mehr kann man für sowas gar nicht belohnt werden.

Das mit den Zeichen... Stimmt, heutzutage ist es Gang und Gäbe auf Fotos zu posieren, in welcher Form auch immer. Die Bedeutung des Zeichens 'Faust mit abgespreiztem Zeigefinger und kleinem Finger'- die sogenannte Pommesgabel =) ist mir nur aus der Metal-Scene bekannt, der eine von den Jungs ist aber, zumindest musikalisch, dieser Szene zugeneigt.
Und das Zeichen 'Faust nach oben mit abgespreizten Zeige- und Mittelfinger' kenne ich nur als Peace-Zeichen.

@betamyr: wirklich tolle Bilder, da gilt wirklich "Morgenstund hat Gold im Mund" ;) Das mit dem Victoryzeichen oder dem Guapozeichen ist mir neu... interessiert mich aber schon sehr, was manche Zeichen auf den Philippinen bedeuten.

Bald geht's weiter mit dem Bericht, es gibt noch einiges zu erzählen. Danke für's Interesse.

Liebe Grüße

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