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Mittwoch, 1. Februar 2012, 18:29

Motorradtour durch Nordluzon 2., Kalinga - Abra Road

Nach dem Frühstück (Reis und Spiegeleier) machten wir uns auf den Weg Richtung Kalinga – Abra Road. Wir hatten uns dazu entschlossen erst mal nur das Teilstück bis Balbalan zu fahren und dort einmal zu übernachten. Nach Balbalan sind es nur ungefähr 35 KM. Die Strecke war recht anspruchsvoll, tiefer Morast und Schlamm auf engen, an den Hängen liegenden Pfaden, immer wieder Wasserdurchfahrten, Bäche auf den Wegen, Wasserfälle die sich direkt auf die Piste ergießen, Regenwald mit entsprechenden Temperaturen. Als wir nach 3,5 Stunden in Balbalan ankommen sind wir recht erschöpft. Es gibt ein von der Gemeinde geführtes Gästehaus. Das Personal kümmerte sich rührend und begann sofort damit ein Zimmer für uns fertig zu machen.

Wir fragten vor der Municipal Hall ein paar Arbeiter nach einer Möglichkeit zu Essen. Einer der Jungs führte uns zu einer Carinderia und machte anschließend noch eine kleine Führung durchs Dorf. Balbalan ist ein sehr angenehmer und sehr schön gelegener Ort inmitten von Reisterrassen.
Den Rest des Nachmittags verbrachten wir damit dem Treiben im Dorf zuzusehen und tranken dabei ein paar Bier. Zum Abendessen suchten wir wieder die Carinderia auf. Die Wirtin hatte uns mittags gefragt was wir abends essen wollten. Geeinigt hatten wir uns auf fried chicken. Als wir den Laden betraten stutze sie und meinte sie hätte das mit dem chicken wohl vergessen. Nicht so schlimm, es gab noch etwas Pork Adobo mit Reis. Langsam fand sich auch die örtliche männliche Jugend ein um Red Horse zu trinken und um zu sehen was denn wohl die Langnasen hier machen. Die Wirtin erinnerte uns an die curfew um 20 Uhr, also zahlten wir und nahmen noch ein Red Horse mit und gingen ins Guesthouse.
Wir hörten dass es draußen anfing leicht zu regnen, kein gutes Omen für die vor uns liegende Strecke Richtung Abra.

Am nächsten morgen machten wir uns recht früh auf den Weg. Aber zuerst noch frühstücken in der örtlichen Carinderia. Jetzt gab es dann auch fried chicken, vermutlich die die wir gestern Mittag für gestern Abend bestellt hatten.
Dann ging es los. Die Piste war vom leichten Regen der Nacht noch recht nass, in der Luft hing Nebel. Direkt der erste Hang hatte es in sich. Der Weg war voller tiefer Löchern mit Schlamm und dicken Steinen durchsetzt bei einer Steigung von ich weiß nicht wie viel. Meine Kumpel legen sich fast zeitgleich mit den Mopeds in den Dreck. Ich habe Anfängerglück. Einem meiner Freunde war dabei die Satteltasche geplatzt, doch wozu gibt es Kabelbinder, mit denen er die Tasche fachgerecht „nähen“ konnte.
Der Straßenzustand änderte sich die nächsten Kilometer kaum, erst als wir langsam in höhere Gefilde kamen und die Vegetation weniger dicht war, war die Piste weitgehend trocken, es gab im weiteren Verlauf auch zum Glück keinerlei Regen mehr.
Die „Straße“ ging weiter bergauf und bergab, immer zwischen 500müNN und 1750müNN. Landschaftlich ist die Gegend einfach nur großartig. Tief eingeschnittene Täler, Schluchten mit reißenden Flüssen und ständig wechselnder Vegetation auf den Bergen. In den tieferen Gefilden Palmen, Laubwald, dichter Bewuchs, schon fast regenwaldmäßig, in den höheren Lagen Kiefern, und immer wieder Wasserfälle. Die Straße war oft unterspült oder verschüttet. Als wir Upper Saltan erreichten legten wir eine längere Pause ein und genossen es einfach dem tosenden Flusslauf zuzusehen. Hier gab es dann auch wieder ein paar Meter Betonpiste.

Im Barangay Balbalasang (gehört noch zu Balbalan und grenzt schon an die Provinz Abra) kamen wir zu unserer Verwunderung an ein Großbaustelle. Es wird intensiv am Betonieren der Straße gearbeitet. Wir stießen jetzt immer mal wieder auf betonierte Teilstücke. Von hier ist es nicht mehr weit zur Provinzgrenze zwischen Kalinga und Abra. Als wir Abra erreichten änderte sich schnell der Straßenzustand. Zwar auch hier weitgehend Piste, aber erheblich breiter und anscheinend wird hier die Straße gelegentlich begradigt. Es ging weiter bergauf und bergab. Die Landschaft änderte sich aufs Neue, alles wesentlich trockener, weniger Vegetation, es überwogen wieder Kiefern Viele der ausgedörrten Hänge waren am Brennen. Zufall oder gelegte Brände? Darauf fanden wir keine Antwort.
Als wir Licuan Baay erreichten trauten wir unseren Augen kaum als wir an einem orangefarbenen, kastellförmig gebauten Haus vorbei kamen. Also nochmal umdrehen und genauer nachsehen. Hier residiert ein ehemaliger Bürgermeister der Municipality Licuan Baay. Vorsichtshalber hat er sich zum „selbsternannten Duke“ erklärt. Wenn's hilft.

Nach insgesamt fast 8 Stunden erreichten wir endlich Bangued. Nach etwas Sucherei fanden wir ein Hotel. Unsere 3 Mopeds stellten wir schön ordentlich nebeneinander auf. Das vierte in der Reihe gehörte dem Polizisten, der vor dem Hotel Wache hielt. Ich ging mit einem meiner Kumpel rein um uns um ein Zimmer zu kümmern. Mein Motorrad stand wohl etwas wackelig da, auf jeden Fall reicht eine plötzliche, starke Windböe aus dass es Übergewicht bekam und umkippte. Es fiel auf das nächste Motorrad, dieses kippte auch um, der sprichwörtliche Dominoeffekt halt. Dummerweise war das Letzte in der Reihe das vom Polizisten .Viele Menschen kamen angerannt, etwas Benzin lief aus, ein paar kaputte Einzelteile wurden zusammengetragen, ein großes Durcheinander.
Als ich mit meinem Kumpel aus dem Hotel kam standen die Mopeds schon wieder in einer Reihe, wir brauchten einen Moment um die Lage zu überblicken. Der Polizist versuchte gerade, ein paar Kratzer weg zu polieren. Nach dem wir unsere Sachen ins Zimmer gebracht hatten ging ich noch mal raus, ich wollte dem Polizisten eine kleine Wiedergutmachung anbieten. Er lehnte ab. Er war nicht dazu zu bewegen etwa anzunehmen. No problem, Sir. Ein entspannter, netter Polizist.

Nach dem Abendessen sucht wir noch nach einer Möglichkeit ein paar Bier zu trinken. Nach langer Suche wurden wir natürlich genau neben unserem Hotel fündig. Eine nette Bar mir Live Musik. Anfänglich waren wir fast alleine, hatten sozusagen unser Privatkonzert von einer sehr guten jungen Sängerin, begleitet von einem Top Gitarristen. Um 23:00 Uhr füllte sich der Laden, wir blieben länger als geplant. Das Ganze dauerte dann bis 2:00 morgens. Das Bezahlen unserer Bierrechnung wurde von wohlwollendem Gemurmel begleitet. Die Weiterfahrt nach Vigan verzögerte sich entsprechend.

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Mittwoch, 1. Februar 2012, 18:32

Abra - Kalinga Rd.

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Mittwoch, 1. Februar 2012, 18:33

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Mittwoch, 1. Februar 2012, 18:35

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Mittwoch, 1. Februar 2012, 19:26

Hallo Martin
du bist ja nun auf der abra kalinga road gefahren und mit dem motorrad war es wohl etwas einfacher...... 2008 waren wir ja mit dem auto dort, und dann ist die strasse erschreckend schmal..... gibt es denn diese schraege felsplatte noch, die man ueber dem saltantal ueberqueren muss? betonierte teilstuecke hatten wir noch nicht und das "castle" gab es auch noch nicht.....
wie hat dir denn diese fahrt gefallen? wir fanden es einfach nur klasse, aber bald wird wohl auch diese "abenteuerstrasse" gezaehmt sein, genauso wie der halsema highway.... schade.....

wer sich fuer unsere damalige fahrt interessiert, hier geht es lang....

http://www.phil-life.net/2010/06/09/die-…d-luzon-1-teil/

http://www.phil-life.net/2010/06/11/die-…3-luzon-2-teil/

http://www.phil-life.net/2010/06/12/die-…luzon-3-teil-2/

und wer nur bilder ansehen will, kann das hier tun....es gibt ueber 80 fotos auf fuenf seiten.....

http://www.phil-life.net/galerie/?album=5&gallery=44
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Mittwoch, 1. Februar 2012, 19:57

Hallo Kai,

die Abra - Kalinga Road ist ein absoluter Hammer, landschaftlich einfach nur unglaublich, das ist aber ja auch schon die Strecke von Bontoc nach Tinglayan. Die tief eingeschnittenen Täler, die Abhänge, einfach alles, das ist in kaum zu toppen.
Besonders erwähnen muß ich aber die Menschen in Kalinga. Den Bewohnern eilt ja nicht der beste Ruf voraus. Unsere Erfahrung: Immer feundlich, nie aufdringlich, nie Hey Joe, einfach nur super nett und angenehm.
Für mich als relativen Anfänger unter den Motorradfahrern war die Tour schon eine Herausforderung, ist aber alles gut gegangen. Das schwierigste Teilstück war an anderer Stelle, das kommt in Teil 3.

Deinen Bericht kannte ich ja schon vorher, Du trägst ja sozusagen eine "Teilschuld" dass wir die Tour gemacht haben :pleased, nach der Felsplatte habe ich Ausschau gehalten, habe aber nichts dergleichen gesehen. Entweder hat man da schon Beton drauf gekippt, oder die Platte lag unter irgend welchen breit geschobenen Erdmassen vorausgegangener Erdrutsche. Ansonsten ist die Straße natürlich immer teils so schmal, dass mir auch per Motorrad öfters mulmig wurde. Verkehr gibt es immer noch sehr wenig, aber wer mag kann die Strecke durchaus mit Jeepneys machen. Übernachten kann man sowohl in Balbalan als auch in Balbalasang.

Ich vermute die Strecke Bontoc bis Lubuagan ist in 4 - 5 Jahren durchweg befestigt. Abra - Kalinga wird noch erheblich länger dauern, schätze ich.

Viele Grüße,

Martin
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Donnerstag, 2. Februar 2012, 04:38

Zitat

Besonders erwähnen muß ich aber die Menschen in Kalinga. Den Bewohnern
eilt ja nicht der beste Ruf voraus. Unsere Erfahrung: Immer feundlich,
nie aufdringlich, nie Hey Joe, einfach nur super nett und angenehm.
dem kann ich nur zustimmen,..... und in den ganzen kordilleren sieht man fahrer, die sich bedanken, wenn man sie vorbei laesst...... das ist in anderen teilen der philippinen die ausnahme und dort aber die regel.....
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