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Samstag, 18. August 2018, 05:00

Reise Nr. 5 In der neuen Heimat

Liebes Forum,

wieder mal habe ich mir überlegt ob ich schreiben soll oder nicht. Denn so langsam wird es vielleicht dem einen oder anderen langweilig. Aber ich denke, wir haben so viele neue Mitglieder hier die vielleicht doch mit Interesse die alltäglichen oder weniger alltäglichen Sorgen und Nöte eines Pendlers zwischen den Welten lesen möchten. Und da ich gerne schreibe habe ich mich entschlossen auch meine 5. Reise nach Tacloban wieder schriftlich niederzulegen. Für die denen es gefällt viel Spaß beim lesen - für die die alles schon kennen - einfach zum nächsten Tread wechseln :).

Nebenbei bemerkt.... ich sitze im Moment an meinem "Schreibtisch" in Tacloban und habe noch eine Woche vor mir aber leider bereits zwei Wochen hinter mir. Tja so schnell geht die Zeit dahin wenn man sich wohl fühlt.

Kommentare zu diesem Reisebericht bitte nicht in dieses Thema, sondern hier schreiben: Kommentare zu 5. Reise auf die Philippinen. In der neuen Heimat von Why not now
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Samstag, 18. August 2018, 05:02

5. Reise nach Leyte.

Nach nun weiteren 4 Monaten – die mir wie eine Ewigkeit vorkamen begann Anfang August meine 5.Reise zu meiner Liebsten nach Tacloban.

Die Anreise wieder mit Emirates. Nur hatte ich mir dieses Mal ein Eigentor geschossen. Denn beim Online check in wählte ich einen Sitz in einer vermeintliches Zweierreihe am Gang. Ein Zeichen bedeutete mir das hier normalerweise Rollstühle Platz hätten. Im Flieger angekommen musste ich feststellen, dass der vermeintliche Rollstuhl ein Sitz war der bei Bedarf raugenommen werden konnte. Nur bestand kein Bedarf was bedeutete, dass ein Sitz eingebaut war und ich einen Mittelsitz gewählt hatte. Die Höchststrafe für mich . Dazu kam, dass der Sitznachbar links ein junger Kerl ca. 25 bereits ziemlich besoffen eingestiegen sein musste und bis Dubai den Service von Emirates öfters in Anspruch nahm um Gin Tonic zu bestellen. Leider bedeutete es aber auch, dass er alle 30 Minuten die Toilette aufsuchen musste was wiederrum bedeutete dass ich und der Franzose rechts von mir immer wieder aufstehen durften. Da half mir auch das „Danke Bro“ nichts und so war der Flug nach Dubai mehr als nervig. Danach allerdings hatte ich einen Fensterplatz und konnte gut 4 Stunden am Stück schlafen. Das machte allerdings hungrig da die Crew darauf verzichtete mich zu wecken und ich ohne Frühstück den Flug überstehen musste. Mittagessen gab es und so kam ich gut gelaunt mittags um 5 in Manila an. Eine Stunde zu spät da aufgrund schwerer Regenfälle die Maschine eine Ehrenrunde drehte. Meine Planung war eigentlich perfekt nur leider war Cebu Pazific weniger perfekt. Drei Tage vor meinem Flug bekam ich die Mitteilung dass man sich freue mich von der 19 Uhr – Maschine auf die 17 Uhr Maschine umbuchen zu können. Toll ich wäre schon regulär erst um 4 angekommen. Also no chance für die 17 Uhr Maschine. So musste ich stornieren (auf das Geld warte ich heute noch) und auf die 4.30 Maschine am Morgen umbuchen. Also 12 Stunde Manila Airport??? Nein, dank eines Freundes hier aus dem Forum bekam ich Kontakt zu einem anderen Forum-Mitglied der in Manila wohnt und der gerne bereit war mich am Flughafen abzuholen und ein paar Stunden mit mir zu verbringen. Im Gegenzug besorgte ich Ihm diverse Leckereien von Aldi und Real die es wohl in Manila nur schwer und wenn nur teuer zu erwerben gab. Da ich 5 Kilo zu viel für Cebu Pazifik im Koffer hatte war das nun das kleinste Problem. Und so hatten wir beide was davon
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Samstag, 18. August 2018, 05:05

2. The Manila Men

Ich möchte vorwegschicken, dass ich dieses Kapitel nur mit Genehmigung des Angesprochenen veröffentlichen werde. Wenn Ihr es lesen könnt hat er also zugestimmt. Ich werde weder seinen Namen noch seinen Forumsavatar nennen aber ich könnte mir vorstellen, dass einige Ihn an der Beschreibung erkennen werden.
Es ist wohl schon ein seltsames Verhalten welches man in D wohl kaum an den Tag legen würde. Ein Treffen mit einem fremden Menschen von dem man vorher nichts weiter gehört hat als zwei drei Messanger Nachrichten oder ne Mail. So kam nach einiger Zeit ein weißer SUV vorgefahren und ich stieg zu Ihm ins Auto. Er stellte sich als ein unterhaltsamer, lustiger aber wohl auch mit allen Wassern gewaschener Zeitgenosse raus, der schon viele Jahre im Dschungel von Manila lebte und wohl gut überlebte. Für mich unvorstellbar da mir Manila immer wie ein riesengroßer Molloch vorkam und immer noch vorkommt. Für jemanden wie mich den schon Städte wie Köln, Düsseldorf, Hamburg oder Berlin nervös machen erscheint mir das als eine wahre Kunst.
Wir ließen uns in einem englischen Pub nieder in dem wohl vornehmlich Forreigner mit Ihren Pinay-Freundinnen verkehrten. Der Mittelpunkt war ein Billard – Tisch und mein Manila Guide stellte sich als exzellenter Spieler raus der von vielen Partien die er während unseres Aufenthaltes spielte nur eine verlor. Wir quatschten, tranken Pilsen und ich erfuhr einiges über das Leben in Manila.
Unverhofft bekamen wir Besuch von der Freundin meines Forum-Freundes und Ihrer Mitstudenten.
Alle lernten gerade Deutsch B1. Die Freundin meines Freundes um bald nach D zu kommen um dort zu leben, die zwei anderen Mitstudentinnen als Krankenschwestern die bereits feste Stellen in Deutschland hatten und sich nun vorbereiteten da die Voraussetzung wohl B1 oder B2 ist. So sprachen wir auch viel über das Leben in Deutschland und es wird nicht verwundern dass beide neben dem Geldverdienen sich zum Ziel gesetzt hatten einen Deutschen zu angeln und zu heiraten. Da die eine Krankenschwester in Tübingen arbeiten wird habe ich Ihr meine Hilfe angeboten falls Sie mal Probleme bekommen sollte da ich nur 1 Stunde weg von Tübingen wohne. Beide waren wohlerzogen und gut gebildet. So wie ich es mitbekommen habe stammte zumindest eine davon aus einer wohlhabenden und gebildeten Familie. Da kann sich Deutschland doch ausnahmsweise mal auf diese „Gastarbeiter“ freuen.
So wurde es ein rundherum interessanter und lustiger Abend und viel zu schnell wurde es 12 Uhr und ich machte mich via GRAB wieder auf zum Flughafen.
Ein gelungener Start in mein 5. Abenteuer.
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Samstag, 18. August 2018, 09:13

Abenteuer??? Nicht wirklich oder?

Nein Abenteuer kann man es wohl nicht mehr nennen inzwischen. Es ist eher wie nach Hause kommen. Durch einen glücklichen Umstand konnten wir Anfang Juli das Haus gegenüber der Eltern meiner Liebsten mieten.
Die Vermieter zog es nach Manila zum arbeiten und Sie wussten dass sie so schnell nicht wieder kommen würden. Also sprachen Sie meine Liebste an ob wir das Haus für 15.000 Pesos im Monat mieten möchten. Sie fragte mich aber mir war das zu teuer. Schließlich muss ich diesen Betrag jeden Monat aufbringen. Ich sagte so dahin dass wir es nehmen können wenn es 10.000 Pesos sind. Und tatsächlich, die Dame ließ sich auf den Deal ein da Sie sonst niemanden mehr gefunden hätte der das Haus übernimmt. Wir mieteten für 1 Jahr was den Aufenthalt wesentlich günstiger und gemütlicher macht da wir nun eigene 4 Wände haben und nicht auf Hotelzimmer – so schön diese auch sein mögen – angewiesen sind.
Das Haus wurde komplett möbliert vermietet inklusive allem was drin stand. Und das war einiges. Die Familie war wohlhabend und sammelte viel an Kitsch zusammen. Aber es war wirklich groß und gut gebaut. Neben einem Wohn/Ess und Kochbereich der gut 60 qm² umfasste besaß es im zweiten Stock 4 Zimmer mit zwei Bädern und zwei davon mit Aircon ausgestattet. Ein wirklich großzügiges Stadthaus.
Falls jetzt wieder manche meinen es wäre ganz schön teuer…. Nein ist es nicht zumindest nicht für Tacloban. Ich denke auf dem Land kann man natürlich wesentlich günstiger wegkommen aber in der Stadt zumindest dieser Stadt eher nicht.
So kann man wirklich sagen, dass ich nun ein Zuhause gefunden hatte.
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Samstag, 18. August 2018, 09:15

Die Sache mit dem Business

Jetzt ein Jahr später waren wir mit unserer Lizenz so weit wie vor einem Jahr. FDA wollte neu gemacht werden. Bezahlt haben wir schon einige Male an die BIR ohne dass wir nur einen Cent umsetzen konnten. Jedenfalls nicht offiziell.
Wir beschlossen gemeinsam die Reißleine zu ziehen und unser Vorhaben auf Eis zu legen. Wir werden die Produkte also nun in kleinerem Stil einfach über diverse Kanäle einführen und eben keinen German Pavillon aufmachen. Pech für uns und Pech für die Leute da die Produkte wirklich gut sind und wir bereits einige Stammkunden haben die auf die Wirkung schwören. Kann man nichts machen und es ist besser zu erkennen dass man in eine Sackgasse gekommen ist als es ewig weiter zu versuchen. Mal sehen kommt Zeit kommt Rat.
Die Frage war nun was machen wir anstatt? Meine Liebste träumte schon immer davon einen Convenient Store aufzumachen. Also gut warum nicht. Wir planen nun einen 24 hours Store an einer der Ausfallstraßen von Tacloban. Das Problem dass sich nun auftat war einen geeigneten Platz zu finden. Wir hatten eigentlich schon einen Platz im Visier in einem Haus was gerade erst erbaut wird aber die Besitzerin erwies sich als Money-Digger welche meinte das Geld würde Ihr in Massen zufliegen. Für unseren Store wollten wir zwei Partiellen a ca. 30 qm² mieten aber wir wurden uns über die Miethöhe in keinster Weise einig. Ich bot an, dass wir den Bereich fertig bauen würden, dass wir Aircon und Glasfront sowie seitliche Mauern bezahlen und dies mit der Miete verrechnen würden. Aber Sie meinte sie hätte jemanden der alle 4 Partiellen die zur Verfügung standen auf einmal mieten würde und sie wollte pro Partielle 16.000 Pesos haben. Ich war aber nur bereit maximal 12.000 Pro Partielle zu bezahlen und wollte auch nur zwei haben.
So vertagten wir die Verhandlungen und warteten dass die Dame zur Vernunft kommen würde. Denn Sie hatte für den Moment nicht das Geld um Ihren Bau fertig zu stellen. Über den 4 Partiellen waren 4 Stock mit Mietwohnungen geplant und der Rohbau stand auch schon aber dann ging das Geld aus und nun wartet Sie auf weiteren Geldsegen wo auch immer her. Da Sie aber sehr viel Land besitzen werden Sie wahrscheinlich irgendwann einige Partiellen Land verkaufen und das Ding abschließen. Auf jeden Fall eine weitere Frust-Erfahrung für mich da es an geeigneten Plätzen in Tacloban fehlt.
In Downtown fanden wir eine Partielle a 24 qm² für 20.000 Pesos…. Ohne Worte aber anscheinend durchaus normal.
Eines lerne ich aber aus dem Ganzen. Genau wie beim Mieten der Wohnung. Wenn Du zu viel Interesse zeigst und auch noch ein faires Angebot machst wird kein Philippino drauf eingehen. Er wird immer das Gefühl haben dass er über den Tisch gezogen wird.
Ein seltsames Gebahren.
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Samstag, 18. August 2018, 18:46

Leben in der Barangay

Nun lebten wir also in einem großzügigen Haus mit allerlei Extras. Wir hatten einen Ofen, zwei Kühlschränke Aircon und an den richtigen Stellen Electric Van und wir ließen es uns die ersten Tage gut gehen. Ich liebte es gemeinsam mit Bruder, Söhnen und manchmal Eltern zu essen. Wir schwatzten, lachten und vertilgten wahlweise neben den kulinarischen Köstlichkeiten Pilsen oder Sangria. Am Morgen brachten wir den Kleinen in unserer Dampfmaschine (ja die gab es in der Tat immer noch) zur Schule und machten uns danach auf in die Stadt.
Eines Tages wollte ich den Japanischen Pavillon besuchen der in einer sehr großen Halle gleich neben dem Museum von Imelda Marcos untergebracht war. Dort angekommen musste ich feststellen dass es sich um einen Second Hand Laden mit japanischen gebrauchten Artikel handelte. Dort fand man alles, vom Tennisschläger bis zu Betten und Couch. Alles gebraucht aus Japan importiert und zum Verkauf freigegeben. Hier rächte es sich, dass meine Liebste hoffnungslos kitschig war. Denn Sie kam um die vielen Glasschälchen und Tassen nicht herum und so gingen wir bepackt mit allerlei Glas- und Porzellanwaren wieder nach Hause. Glücklicherweise kostete es dort wirklich wenig so dass zumindest die Kasse geschont blieb.
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Samstag, 18. August 2018, 18:48

Der Barbier von Tacloban (nicht von Sevilla)

Es ist schon Tradition dass ich immer am ersten Tag gemeinsam mit meinem Stiefsohn zum Friseur gehe. Wir gehen auch immer zum gleichen Friseur inzwischen schon das 4. Mal.
Der Friseursalon… wenn man das so nennen darf besteht aus einer offenen Partielle, 5 alten Friseurstühlen (immerhin vom Belmont aus Japan) einer Besitzerin die hinter einem kleinen Schreibtisch sitzt und argwöhnisch alles beobachtet und einigen Friseuren, die auf dem Handy spielen wenn keine Kunden da sind. Über jedem Platz ist ein Ventilator angebracht und auf dem Boden kann man erkennen wie viele Kunden bereits Ihre Haarpracht verloren haben denn es stapeln sich die Haare dort.
Mein Friseur ist ein schweigsamer – soweit ich es beurteilen kann nicht schwuler ca. 40 Jahre alter Spezialist der kaum habe ich mich im Stuhl niedergelassen anfängt meine Haarpracht zu entfernen. Und dass obwohl ich ihm mit keiner Silbe gesagt habe was ich gerne möchte. Er weiß es einfach. Er schert mir den Kopf kahl, rasiert mich glatt und verwöhnt mich mit Kopf-Nacken und Halsmassage ca. 45 Minuten lang. Das ganze für 90 Pesos inklusive Bart. Ich frage mich immer wieder wie diese Menschen überleben können denn ich denke, dass die Hälfte davon an die Besitzerin geht die den Platz zur Verfügung stellt. So muss er mindestens 10 Stunden arbeiten um wenigsten ca. 500 Pesos zusammen zu bekommen. Kaum zu glauben da er sein Handwerk wirklich beherrscht.
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Montag, 20. August 2018, 11:55

Fahrt nach Palompon Teil 1

Aus Erfahrung wird man klug. So habe ich die Erfahrung, dass es mir psychisch nicht gut ging als ich zu lange in Tacloban weilte gelernt und mache mit meiner Liebsten immer einen kleinen Urlaub außerhalb. Dieses Jahr hatten wir uns für Palompon entschieden. Einer Gegend die mehr dadurch bekannt ist dass man von dort aus nach Kalanggaman Islas kommt welches wohl einer der wenigen Hotspots auf Leyte ist. Wir wollten aber eigentlich nur ein wenig ausspannen und hatten ein kleines Resort namens Sergies Resort gebucht. Leider stellte sich das Resort nicht als Resort raus sondern als kleine Anlage direkt am Meer in der – da außerhalb jeglicher Saison - nur eine katholische Jugendgruppe zu Gast war die in einem großen Saal der zur Anlage gehörte den ganzen Tag tanzten, sangen und beteten. Jedem das seine .
Aber ansonsten bot die Anlage nichts aber auch gar nichts was einem zum Verweilen eingeladen hätte.
Anstatt Kaffee bekam man wenigstens auf Nachfrage heißes Wasser welches man dann dank mitgebrachter Utensilien selbst in Kaffee verwandeln konnte. Nur am Sonntag war einiges los da ein paar Strandhütten Gäste anlockten die dort tranken und aßen. Leider tranken Sie – wie oft – viel zu viel und wurden mit der Zeit entsprechend lauter.
Die Küche war auch nur am Sonntag geöffnet. Gekocht wurde allerdings sehr gut. Landestypisch und spottbillig auch im Vergleich zu Tacloban.
Die Fahrt in unserer Dampfmaschine war wieder nichts für schwache Nerven. Wir kamen gut voran und nach ca. 2 Stunden fand meine Liebste eine „Abkürzung“ in Form einer neu gebauten Querspange nach Palompon. Damit sparte man sich gut 30 km an der Küste entlang und konnte direkt durch die Berge nach Palompon gelangen. Die Straße war neu – sehr neu und ich war doch etwas verwundert als ich keinerlei Autos mehr sah sondern nur noch Mopeds die auf der Straße unterwegs waren. Aber gut, sie war super ausgebaut und wir kamen schnell ca. 15 km voran. Doch dann wurde es immer unschöner. Die Bauarbeiten waren noch im vollen Gange und mir schwante schon böses. Und genau das traf auch ein. Die Straße endete abrupt und mündete in einer Kiesgrube. Ca. 30 Meter weiter begann Sie von der anderen Seite. Das Problem war nur, wie durch die Kiesgrube kommen. Ich checkte den Weg und beschloss – wir wagen es……. Wenn ich es heute bedenke frage ich mich immer noch wie ich das geschafft habe. Unser tiefergelegter Lancer wurde vorsichtig über den Rand der Betonstraße bugsiert und schaffte es auch unter merklichem Aufsitzen die Betonstraße hinter sich zu lassen. Nur leider mussten wir bergauf und auf der anderen Seite die Betonstraße wieder erschwingen. Dies erwies sich als fast unmöglich. Und so standen wir inmitten der Kiesgrube zwischen zwei neu erbauten Betonstraßen. Mit viel Gas und noch mehr Glück konnten wir schließlich ebenfalls wieder nur durch schweres Aufsetzen die andere Seite erreichen. Da das Auto inzwischen rein Kupplungsmäßig in einem miserablen Zustand war musste ich auch noch Anlauf nehmen um überhaupt auf der anderen Seite wieder den Beton zu erreichen. Da es eine scharfe Kante gab machte ich mir schon Sorgen um mein Gefährt. Aber beim 3. Versuch schaffte er es tatsächlich auf dem Beton der anderen Seite wieder Gripp unter die Räder zu bekommen und wir erklommen Neubaustrecke Nr. 2. In DACH unvorstellbar dass eine Straße ohne Warnung oder Hinweis gebaut wird. Hier jedoch anscheinend normal. Man kann ja fragen . Ich sage jedenfalls nichts mehr zu meiner Dampfmaschine. Was die da geschafft hat hätte zwar jeder SUV locker genommen aber dafür dass es ein Fahrzeug ohne jegliche Dämpfung ist hat Sie es wirklich prima überstanden. So kamen wir in der Tat einiges früher in Palompon an.
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Dienstag, 21. August 2018, 02:04

Palompon- die Stadt die man nicht gesehen haben muss

Naja ist vielleicht etwas gemein aber es gab dort wirklich nichts was es wert gewesen wäre länger zu verweilen.
Da wir Hunger hatten suchten wir abends ein Restaurant oder wenigstens irgendwas wo man essen gehen konnte. Außer einem Jolibee in den ich nicht gehe haben wir aber ewig nichts gefunden. Schließlich landeten wir am zweiten Abend in Umbertos Restaurant. Dieses allerdings war wirklich sehr sehr gut und einfach nur spottbillig. Es gab wahlweise Pizza aus dem Holzofen oder einige Landestypischen Gerichte. Alle Portionen waren einfach nur viel zu viel selbst die Pizza war viel zu groß. Interessanter weise gehen die Einheimischen dort nicht essen. Ich habe in einem Gespräch mit den Mitarbeitern dort gefragt warum es denn immer so leer sei. Da antwortete man mir dass die Leute lieber Philippinisch essen würden und es zu „modern“ wäre im Restaurant. In der Tat war es sehr modern. Einige Aquarelle moderner Kunst hingen an den Wänden und allerlei schöne und für europäische Augen normale Deko-Artikel. Anscheinend nicht dass was der Philippino will. Dafür kommen die wenigen Europäer aber gerne dort hin. Wir gingen gleich mehrfach dort essen und – außer dass ich einmal mit Chicken Wings spicy total daneben gelangt habe da mir das einfach viel zu scharf war (meiner Liebsten allerdings nicht) war das essen vorzüglich und wir gingen mit 600 Pesos aus dem Haus inklusive Getränke. Hier bemerkte man dann schon das Tacloban ein teureres Pflaster war.
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Dienstag, 21. August 2018, 13:10

Rechenbeispiele – die Sache mit dem Auto

Da ich ja nun mal Kaufmann bin habe ich mir die ganze Sache durchgerechnet. Deshalb entschied ich ja auch ein Auto zu kaufen und es der Family zur Verfügung zu stellen wenn ich nicht da bin. Das Auto kostete mich 100.000 PESOS. Klar es war ja auch ein qualmender Schrotthaufen und ich bin sicher – auch wenn ich keinen Sachverstand bezüglich Autos habe – ich hätte den Wagen niemals gekauft. Nun er ist nun mal da was soll ich machen :D .

Nun habe ich mir ausgerechnet, dass ich bereits 40 Tage das Gefährt genutzt habe. Bedeutet bei Autoanmietung hätte ich 100.000 Pesos bezahlt….. Also hat sich das Fahrzeug bereits jetzt fast schon amortisiert. Fast…. Denn die 30.000 Pesos die inzwischen in diverse Reparaturen geflossen sind darf ich da nicht mitrechnen :floet . Aber falls es bis Dezember durchhält und ich es dann wieder nutzen kann hat es sich bezahlt gemacht. Und in der Zwischenzeit fährt ja meine Liebste mit Chauffeur durch die Gegend damit. (Chauffeur ist in diesem Fall der Bruder =) ).

Nun stellt sich aber ein anderes Problem heraus welches es zu lösen galt. Das Benzin ist unter der Zeit schlicht und einfach zu teuer für die Family. Und meine Liebste ist nicht bereit ewig alle zwei Tage 500 Pesos auf den Tisch zu legen um das Gefährt wieder zu füttern. Denn das Budget ist begrenzt welches ich Ihr jeden Monat sende. Und solange die Geschäfte schleppend laufen kommt auch kein großes Geld in die Kasse. Was tun????
Nach langer Diskussion mit Ihr habe ich beschlossen noch einen Motorroller zu spendieren. Denn damit lässt sich nun wirklich schnell und günstig von einem Ort zum anderen kommen zumindest in Tacloban bei seinem täglichen Verkehrsstau.

Ich hätte das nicht gemacht wenn – wie hier schon oft im Forum von diversen Membern beschrieben – auf die gesponserten Dinge nicht aufgepasst wird. Aber der Bruder meiner Liebsten ist ein fähiger und gewissenhafter Betreuer des Fahrzeuges und montiert selbst und kümmert sich wirklich gut um das Auto. Deshalb habe ich keine Angst dass er ein Bike verwahrlosen lassen wird.

Wir machten uns auf ein Bike zu kaufen und bei Honda gab es eine spezielle Promo. 40.000 Pesos für eine nagelneue Vespa mit 110 ccm. Wau. Ich veranlasste einen Geldtransfer via AZIMO und 5 Tage später (da Wochenende) war das Geld da und wir zogen los um das Bike zu kaufen. Aber…. No sorry not longer aviable…. Die hatten von der Promo tatsächlich nur zwei Bikes geordert und die waren innerhalb von 2 Tagen vergriffen obwohl uns die Verkäuferin beim ersten Mal gesagt hat die Promo geht ja bis Ende August. Grrr also zogen wir los um eines zu suchen.

Wir wurden fündig bei einer Stelle die Bikes welche per Raten gekauft wurden und nicht bezahlt werden konnten nach einiger Zeit zurückholten und weiterverkauften damit die Bank zu Ihrem Geld kam. So kamen wir zu einer 1 Jahr alten Kawasaki mit 125 ccm für 32.000 Pesos. Mit Wechsel der Batterie und der Reifen nur 35.000 komplett. Jetzt besitzt die Family zwei Gefährte und die Kasse wird geschont.

Bereits am nächsten Tag zerlegte Brüderchen die Maschine und erneuerte kritische Teile für kleines Geld. Das Ding steht jetzt wie neu da und ich konnte mir eine Spritztour nicht verkneifen. Macht Lust auf mehr. Vielleicht traue ich mich wenn ich wieder in Übung bin (seit 30 Jahren auf keinem Bike mehr gesessen) damit auch rumzukurven. Ich denke auf jeden Fall die beste Anschaffung die ich machen konnte.

Das Vorurteil, dass Philippinos nicht auf fremde Dinge aufpassen kann ich in diesem Fall nicht bestätigen.
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Mittwoch, 22. August 2018, 03:05

Das Krankenhaus

Einer der zahlreichen Onkel der Familie (ich habe über die Anzahl den Überblick verloren ?( ?( ) lag im Krankenhaus.
Eines Morgens nahm ich Vater, Mutter und meine Liebste und wir wollten Ihn besuchen gehen.
Es ist ein nagelneues Krankenhaus am Rande von Tacloban welches noch im Bau befindlich ist aber drei Häuser bereits geöffnet hat. Ein komplettes Haus als Geburtenstation (tja seid fruchtbar und mehret euch), ein Haus als ambulantes Ärztehaus und ein Haus für die stationäre Aufnahme. Mir schwante bereits böses doch von außen sah es wirklich ordentlich und clean aus.

Auf der Station angekommen traf mich der Schlag. Gewiss es ist modern mit Sauerstoffanschlüssen in den Wänden wie bei uns aber….. viel viel viel zu voll. Bei Onkel im Zimmer lagen 6 Personen. Dazu kamen dann pro Person 2 Angehörige die die Liebsten dort versorgten. Dabei wurde wenig Unterschied gemacht wegen was die Leute da lagen. Im Nebenbett lag ein Mann wohl Mitte Vierzig mit einem Abszess am Hinterteil. So streckte er jedem der es sehen wollte oder auch nicht den Ar… entgegen mit blutigem Verband. Neben Ihm lag ein junger Mann der es wohl mit dem Kreislauf hatte im nächsten Bett ein älterer Herr der schon ziemlich geschwächt aussah. Im 6. Bett lag eine Frau…. So Dick dass sie sich kaum bewegen konnte. Ich dachte noch die Arme als ich mitbekam dass Sie gar kein Patient sondern ein Angehörter des Bettes Nr. 5 war . Dabei sah Sie kranker aus als der Patient.

Auf den Gängen standen Betten mit Menschen die in den Zimmern keinen Platz mehr fanden. Dabei auch Patienten die aussahen als seien Sie kurz vorm Exitus. Das ganze erinnerte mich an die Tagesschau wenn mal wieder ein Angriff auf Aleppo geflogen wurde und in den Krankenhäusern dort die Bombenopfer in Massen eingeliefert wurden. Nur hier flogen keine Bomben, hier war ganz normaler Altag.
Onkelchen wird wohl nicht mehr so lange unter uns weilen aber man weiß ja nie. Wenigstens ist er so reich dass er überhaupt ins Krankenhaus konnte denn der andere Onkel der vor Weihnachten starb (Oncle Bioc must die) lag nur noch zu Hause und wartete ohne Medikamente auf seinen Tod.
Auf jeden Fall gibt mir dieser Besuch zu denken da es sich mit Sicherheit um das modernste Krankenhaus in Tacloban handelt. Wenn ich mir vorstelle, dass ich dort notfallmäßig eingeliefert werde…… keine gute Vorstellung  .
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Mittwoch, 22. August 2018, 10:41

Ich verkomme immer mehr zum Philippino

Ja in der Tat habe ich das Gefühl immer mehr zu einem Einheimischen zu werden. Denn wenn ich meine ersten Berichte lese kann ich heute darüber nur leise lächeln. Ich mache mir keine Gedanken mehr darüber ja ich sehe es fast gar nicht mehr. Beispiele gefällig?

Bei meinen ersten zwei Besuchen habe ich immer festes Schuhwerk benutzt wenn wir raus gegangen sind. Heute sind meine Badelatschen das Einzige was ich brauche egal wohin die Reise geht. Bis auf Besuchen in der Kirche habe ich auch immer kurze Hosen an.

Ich schwitze aber… ich finde es normal. Hat mich das früher noch fertig gemacht habe ich mich schlicht und einfach daran gewöhnt. Ich nehme es wie es ist auch wenn ich zugeben muss dass es jetzt in der Regenzeit einiges angenehmer an Temperatur ist als im Januar. Nur Regen…. Haben wir in den letzten drei Wochen genau einmal erlebt. Während Manila abgesoffen ist scheint in Tacloban die Sonne bei angenehmen 30 Grad.

Der Dreck um mich herum stört mich kein bisschen mehr. Ist normal und wird von mir nur noch mit Achselzucken registriert. Weiß nicht ob man das Abstumpfen oder anpassen nennt.

In der Wohnung allerdings ist alles blitzblank sauber dank meiner Liebsten die täglich dafür sorgt, dass der Boden sauber und die Küche rein ist. Das ist mir auch wichtig denn wenn der Lebensraum nicht sauber ist ich glaube da hätte ich dann Probleme damit.

Es wohnen ab und an andere Kinder vom dritten Bruder über das Wochenende bei uns. Auch das macht mir absolut kein Problem. Einen mehr durchfüttern ist angesichts der Lebensmittelpreise nun auch wirklich kein Problem mehr.
Beim Einkaufen habe ich meine Liebste auf Großeinkauf sensibilisiert. Anstatt ein Kilo Reis im Sari Sari um die Ecke zu kaufen habe ich 50 kg auf einmal gekauft. Die halten gut 2 Monate und kosten ca. 8 Pesos per Kilo weniger als die EinzeIkauferei. Das hat meine Liebste auch verstanden und so wird Sie das in Zukunft auch so halten. Gut…. Das ist jetzt nicht typisch philippinisch . Aber ein wenig Deutsch darf es ja auch noch zugehen oder????

Wo ich noch Probleme habe

Zwei Dinge haben mir noch Probleme gemacht in den letzten Tagen.

Zum Einen die Kakerlaken – ich hasse diese Dinger. Die groß und Fett immer wieder auftauchen wenn man etwas anhebt oder wenn man ins Bad geht ohne vorher das Licht angemacht zu haben. Klar ich weiß dass die da sind aber ich ekle mich immer noch davor. Da kann ich nichts dran ändern. Am fiesesten finde ich dass einige davon fliegen können. Das ist so ziemlich das letzte X( . Aber auch die Family zeigt die gleiche Abscheu was mich ungemein beruhigt :D :
Das Andere was mir in den letzten Tagen zu schaffen gemacht hat war die Begegnung einer anderen Art. Ich gehe abends bevor ich zu Bett gehe gerne noch raus zur Gute-Nacht-Zigarette. Wir haben einen kleinen „Balkon“ ebenerdig. Dort stehe ich also und rauche gemütlich mein Zigarettchen als ich was an meinen Füßen huschen spüre. Es war eine ziemlich große Ratte die sich nicht die Mühe gemacht hat meine Füße zu umgehen sondern die mir direkt über die Pranken gelatscht ist um im nächsten Kanal zu verschwinden. Ich habe einen entsetzten Schrei ausgestoßen und wie ein kleines Mädchen bin ich auf das Geländer gesprungen. Nein normalerweise machen mir Ratten gar nichts aus aber dieses freche Ding hat mich aus der Fassung gebracht.

Wahrscheinlich brauche ich noch ein paar Aufenthalte bis ich mich auch daran gewöhnt habe .
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Donnerstag, 23. August 2018, 02:23

Besuch bei Freunden… wenn man das nach so kurzer Zeit sagen darf.

Ich berichtete schon letztes Mal das ich über das Forum Kontakte zu einem Deutschen geknüpft habe.
Leider ist er inzwischen nach Mc Arthur gezogen was den Besuch spontan nicht mehr möglich macht sondern der Besuch muss geplant werden.

Also besuchten wir zuerst D. in Tolosa. Es war das wiedersehen alter Freunde auch wenn wir das noch lange nicht sind. Aber es war eben herzlich, entspannt und lustig wie beim letzten Mal. Meine Liebste sah D. in der Zwischenzeit zweimal beim Geburtstag und zu einer Fiesta. Sie kannte Ihn also schon besser als ich :Augenbraue .

Was mir allerdings zu denken gab war der Umstand das D. sein Geld im Internet verdient. Nur – er hatte drei Wochen lang so gut wie keine Verbindung dort. Was bedeutete, dass kein Einkommen erwirtschaftet werden konnte. Also wer sein Lebensunterhalt mit Internetarbeit erledigen will sollte nicht all zu weit weg von der Zivilisation wohnen. Oder er muss eben Glück haben wie D. der einen Verteiler, Verstärker oder sonst etwas kaufte (kenne mich da überhaupt nicht aus) und jetzt super Verbindung hat und ranklotzen kann . Denn das zweite Kind ist schon bald da und will auch durchgefüttert werden neben all den anderen Verwandten die in seinem Haus wohnen.

Ich weiß dass es viele Geschichten gibt aber ich weiß auch eines. Dieser Mensch ist ein lebenslustiger, positiver und gutmütiger Mensch. Egal was geschrieben wurde.

Deshalb…. Immer selbst ein Bild machen und dann entscheiden. Ich für mich werde diesen Kontakt mit Sicherheit nicht abreißen lassen.

Den Besuch bei unseren Forumsfreunden werden wir in den nächsten Tagen machen. Solange mir noch Zeit bleibt da der Aufenthalt wieder mal viel zu schnell dem Ende entgegen geht.
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Donnerstag, 23. August 2018, 02:25

Brother is coming home

Nach 8 Monaten hatte sich der Zwillingsbruder meiner Liebsten aus Manila samt Familie angesagt. Er ist Seemann, verdient entsprechend gut zudem seine Frau auch noch eine gute Position in einer Transportfirma bekleidet und somit war es wieder mal an der Zeit die Kosten zu teilen.

Das Haus ist nun, dank weiterer drei Personen immer belebt. Es wird noch mehr gelacht, es wird allerdings auch noch mehr getrunken. Denn gleich am ersten Abend besorgte Brüderchen einen Kasten Pilsen und neben seinem Zwillingsbruder und mir stieß noch ein junger Nachbarsjunge zu uns und wir machten im Laufe der Nacht den Kasten komplett weg. Schlecht, denn am nächsten Tag stand eigentlich die Fahrt nach Palompon Teil 2 an da wir Kalanggaman besuchen wollten mit der ganzen Family. Und da wollten wir eigentlich früh raus und losfahren.

Da wir erst um drei Uhr in die Kiste kamen schwante mir schon böses aber die zwei Jungs sind mehr als diszipliniert und so standen Sie brav um 6 Uhr auf um zu kochen und noch einige Einkäufe zu machen. In Tacloban kein Problem da man eigentlich rund um die Uhr alles kaufen kann. Seine mitgebrachten Pasalubongs ließen die ganze Family strahlen und so strahlten alle um die Wette. Ich finde die ganze Schenkerei etwas zu groß aber mich fragt ja keiner – warum auch.

Wenn ich komme bringe ich zwar auch Geschenke mit aber eher die praktischen Sachen. Neben viel Schokolade eben Medikamente, Mixer oder sonstige Dinge die man im alltäglichen Leben brauchen kann. Außer meine Liebste, die bekommt schon mal etwas mehr auch wenn Sie immer sagt ich brauche das nicht zu machen. Mache ich ja gerne.

Ich habe mir angewöhnt den zwei Kids beizubringen, wie man etwas Geld sparen kann. Das geht eigentlich ganz einfach. Sie haben kleine Sparschweine und ich habe ihnen gesagt, dass immer wenn ich komme wir die Sparschweine leer machen und ich den darin befindlichen Betrag verdopple Seither sparen die jeden Pesos den Sie von der Schule über behalten können in Ihr Sparschwein. Ich denke es kann nicht schaden sich mal daran zu gewöhnen, dass Geld nicht immer gleich ausgegeben werden muss. In 4 Monaten sammeln sich so schnell mal 500 – 800 Pesos an wenn immer 2 – 5 Pesos in die Kasse wandern. Ich weiß nicht ob das jetzt pädagogisch korrekt ist was ich da mache aber es zeigt zumindest Wirkung.
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Donnerstag, 23. August 2018, 16:11

Fahrt nach Palompon Teil 2 Dreizehn Menschen und ein Schwein

Wie jedes Mal wenn Brüderchen es schafft nach Hause zu kommen planten wir einen Ausflug. Dieses Mal sollte es Kalanggaman sein – die Insel der Ameisen (so die Übersetzung von Tagalog).
Wir mieteten einen Van und ich erklärte mich bereit zu fahren. Naja…. 10 Personen im Van – kein Problem. Dachte ich…. Aber Ihr kennt das ja schon bei der Personenzahl blieb es nicht. Eine Freundin des Vaters, ein Onkel und ein Sohn des anderen Bruders und schon waren wir 13 Personen.
Dazu kam, dass Brüderchen ein Schwein geordert hatte. So nahmen im Van 13 Personen, Unmengen an Fressalien, Decken, Kissen Rucksäcke und eben in der Mitte der Sitzreihen der Länge nach ein Schwein Platz. Wir bestellten es frisch und es war noch warm als wir es einluden. Es ist immer wieder erstaunlich wie man diese Anzahl an Personen und Utensilien unterbringt. Wir brauchten 20 Minuten bis alles verstaut war und ab ging es mit mir als Van-Driver. Das machte richtig Spaß. Geschädigt von meiner Dampfmaschine genoss ich die 3 Liter Toyota – Maschine des Vans und wir kamen wirklich gut voran. Einzig lustig dass immer wieder Menschen am Straßenrand winkten da Sie mich für einen regulären Van hielten.
Trotz eines Umweges erreichten wir Palompon schnell und bequem. Wir verhandelten den Preis für das Boot und ab ging es auf die Ameiseninsel.
Die Insel ist wirklich sehr sehr schön. Allerdings – ganz ehrlich – hat mir Tres Islas besser gefallen. Es war dort leerer (obwohl da Sonntag auf Monat nicht viele Touris dort übernachteten) und gepflegter. Aber der Sand war toll, das Wasser klar und sauber, das Cottage groß genug und die Lebensmittel reichlich. Zuerst wurde sich über das Spanferkel hergemacht. Ich kam mir vor wie bei den Kanibalen. Es wurde einfach geschnitten und mit Reis aus der Hand konsumiert. Bald sah das arme Vieh aus als wäre es vom Truck überfahren worden. Aber lecker war es auf jeden Fall.
So feierten wir bis in die Nacht hinein bei bester Laune. Es war eine extrem warme Nacht da keinerlei Wind ging. Als es Zeit wurde zu schlafen legten wir eine Decke in den Sand und schliefen unter freiem Himmel. Es war so warm das zudecken nicht nötig war. Gegen Drei in der Nacht wachte ich auf. Es war ein Sternenhimmel zu sehen…. So etwas habe ich in meinem Leben selten gesehen. So klar und intensiv. Einfach nur traumhaft. Dazu kamen diverse Sternschnuppen die das ganze gerade zu magisch machten. Ein unvergessliches Erlebnis.
Morgens um 5 standen wir auf, nahmen ein Bad und tranken Kaffee. Um 9 Uhr wurden wir wieder abgeholt von der Insel. Ein gelungener Ausflug, sehr einfach – aber sehr relaxt und einfach nur schön.
Zurück wieder ab in den Van und zurück nach Tacloban.
Fazit:
Kalanggaman ist mit Sicherheit für Strandtouristen eine Reise wert. Aber es ist wesentlich teurer als Tres Islas denn man zahlt einfach für alles. Das Cottage, die Stühle, die Liegen, die Überfahrt so dass es mit Sicherheit doppelt so viel kostet wie Tres Islas. Aber die Nacht entschädigte für alle Kosten.
Wer dort in der Nähe ist sollte es sich also nicht entgehen lassen.
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Freitag, 24. August 2018, 02:34

Die Sache mit dem Schwein

Wie berichtet vertilgten wir einen großen Teil des Spanferkels im Laufe der Nacht auf Kalanggaman. Aber eben nur einen Teil und da neben uns auch Fliegen und Ameisen (ja die Insel trägt den Namen absolut zu recht) sich am Schwein verköstigten wurde es später in Zellophan eingepackt. Am nächsten Morgen hatte keiner Appetit auf Schwein und so zellophanierte es vor sich hin. Auf dem Rückweg lag es auf dem Schiff in der Sonne und im Auto war es auch nicht so ganz kalt.
Als wir es zuhause auspackten kam mir ein Geruch in die Nase der sofort meine Rezeptoren reizte. Es roch schlicht und einfach verdorben. Aber alle machten ein verständnisloses Gesicht. Sie zerteilten den Rest (der fürchterliche Gestank breitete sich im gesamten Haus aus), kochten das verbliebene Fleisch und meinten das wäre sehr „Yumy. Ich probierte ein winziges Stück und konnte es gerade noch verhindern dass ich mich übergeben musste. Alle lachten über mich aber ehrlich. Wer verdorbenes nicht von unverdorbenem unterscheiden kann der soll halt mit seinem Dünnpfiff nachher selbst klar kommen. Nur…. Die bekamen alle keinen Dünnpfiff davon. Ich ekle mich noch heute davon wenn ich dies hier schreibe. Neben Balut das nächste was ich überhaupt nicht brauche.
Und eines weiß ich gewiss – ein Spanferkel kommt mir so schnell nicht mehr ins Haus.
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Samstag, 25. August 2018, 22:21

Besuch bei Forumsfreunden Teil 2

Nun stand also der Besuch meiner Forumsfreunde an die nach Mc. Arthur gezogen waren.
Grund hierfür waren zum Einen Streitigkeiten mit den Vermietern in Camilla zum Anderen dass es ein Haus dort gab welches der Familie gehörte und in das man ziehen konnte.

Meine Liebste und ich machten uns alleine auf den Weg und nach einer Stunde erreichten wir von Tacloban aus Mc. Arthur. Es war ein herzliches Wiedersehen und wir fuhren gemeinsam zum neuen Domizil.

Das Haus ist eigentlich wunderschön im Stile einer Südamerikanischen Hazienda gebaut. Es verfügt über einen hohen Wohn-Essbereich der eher an eine Farm erinnerte als ein philippinisches Haus.
Leider befand sich das Haus in einem sehr schlechten Zustand was mein Freund auch zurecht bemängelte. Aber aus diesem Haus lässt sich eine tolle Bleibe gestalten. Und so sprach ich Ihm Mut zu denn die eingesparte Miete kann nun als Invest ins Haus fließen und damit Stück für Stück aus diesem Rohdiamanten wieder ein Brillant werden lassen.
Auch wenn mein Freund dort es noch nicht ganz so sieht da noch viel Arbeit vor Ihm liegt bin ich mir sicher, dass er es in ein- bis zwei Jahren dazu verwandeln wird. Sofern die Gesundheit mitspielt.

Wir bekamen ein leckeres Gulasch serviert und ich schlug mir den Bauch voll bis ich fast platzte. Nach fast 3 Wochen Phil kommt so ein Schmaus gerade recht und da mein Freund ein guter Koch ist schmeckte es fast wie Zuhause.
Danke an dieser Stelle an den Angesprochenen für die Gastfreundschaft. Als Geschenk habe ich Ihm neben diverser Gewürze die es wohl so in den Phil nicht gibt noch auf seinen Wunsch hin zwei Reihen Lüsterklemmen aus D mitgebracht. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.
Leider mussten wir viel zu früh wieder aufbrechen. Beim nächsten Besuch werden wir mit Sicherheit etwas länger bleiben.
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Samstag, 25. August 2018, 22:23

Highway to hell – oder meine ersten Fahrversuche nach 30 Jahren

Am Abend nach unserem Besuch beschlossen wir mit dem Motorrad nach Down Town zu fahren. Ich traute mich zunächst noch nicht im Hauptverkehr das Teil durch die Staus zu manövrieren.

Also back to the roots und ab aufs Moped mit der Liebsten als Sozius. Ich kam mir gleich 30 Jahre jünger vor. Was die Fahrerei erleichtert ist dass es keine Kupplung mehr gibt sondern die Gänge direkt geschaltet werden konnten. Das erinnerte mich an meine Honda Dax die ich als 16-jähriger gefahren hatte. Und so erlangte ich nach wenigen Minuten die alte Sicherheit wieder zumindest bei weniger kniffligen Situationen das Teil ohne bleibende Schäden zu fahren.

Was mir dabei auffällt ist, dass es wesentlich mehr Spaß macht als mit dem Auto. Denn man nimmt seine Umgebung stärker war und sieht schlicht und einfach mehr. Und bei 30 Grad Abendtemperatur gibt es nichts erfrischenderes als sich den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen. Das Ganze im T-Shirt und in kurzer Hose. So besuchten wir den Jolanda Park von dem ich letztes Jahr bereits berichtete. Inzwischen hatten dort im Hauptgebäude einige kleine Caffees und Bars aufgemacht und es ist ein wirklich schönes Ausflugsziel für einen Abendausklang.

Denn auch das halte ich für wichtig. Immer wieder comfortable time mit der Liebsten zu verbringen. Denn neben all der Family ist das der Grund warum ich hier bin.
Und ich bin mir sicher – jetzt nach fast zwei Jahren – ich habe die richtige Frau für mich gefunden.
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Sonntag, 26. August 2018, 15:31

BBQ mit den Twins

Am letzten Abend vor der Abreise des Seemann – Bruders fragte er mich ob ich nicht Lust hätte gemeinsam mit Ihm, dem anderen Twin-Bruder und meiner Liebsten am Abend mal etwas unter den JUNGEN zu unternehmen. So verabredeten wir BBQ. Um 21 Uhr, nachdem alle drei Kinder versorgt waren und die Frau des Seemanns sich bereit erklärt hatte daheim zu bleiben und nach den Kindern zu schauen bei Bedarf machten wir uns auf zum BBQ.

Wir wählten einen Tisch direkt am Wasser was wir wohl hätten lieber sein lassen. Es war wie bei einer Hafenmole eine Betonwand die ins Wasser führte. Nachdem wir uns schon einige Red Horse schmecken ließen schweifte mein Blick in Richtung Wasser bzw. Mole direkt neben mir. Oh Gott…… dort wimmelten die Kakerlaken mit den Ratten um die Wette. Ich zog unwillkürlich die Beine ein und stellte diese auf das Tischgestell. Denn die Viecher krabbelten immer wieder unter den Tisch um irgendwelche Essensreste einzusammeln und verschwanden dann wieder hinter der Betonmole. Ich konnte beim besten Willen nicht entspannt trinken und quatschen dort. Ja ja nennt mich ruhig Pussy…… Aber was zu viel ist ist zuviel.

Meine drei Begleiter fanden das ganz normal und beachteten die Viecher gar nicht. Mussten Sie auch nicht da die Dinger einen ja in Ruhe ließen. Die Ratten schauten immer wieder über die Kante der Mole. Das Bild sah aus wie „Killroy was here“. Man sah die Vorderfüße, die Nase mit den Barthaaren und die Augen nebst Ohren. Sonst sah man nichts. Im nächsten Moment huschten die unter die Tische, schnappten sich was und verschwanden wieder hinter der Mole.

Auf mein Drängen hin wechselten wir dann die Location und begaben uns ins SKY Caffee. Dies befindet sich im 5. Stock eines Hotels und bietet einen Ausblick über einen Teil der Stadt. Leider war der Eiskaffee dort kein Eiskaffee sondern Kaffee mit Eiswürfel. Bei sowas würde man in D erschlagen werden. Und selbst hier im 5. Stock flogen ab und an ein paar Kakerlaken rum. Die Dinger sind eben überall.

Unser Ausflug wurde jäh unterbrochen als der Seemann ein Anruf von seiner Liebsten bekam dass der Sohn die ganze Zeit schreit und Ohrenschmerzen hätte. Wir brachen ab und fuhren zurück und der Seemann packte den kleinen ins Auto und fuhr gemeinsam mit Twin-Brüderchen und Frau ins nächste Krankenhaus.

Ich dachte so bei mir….. entweder sind wir zu leichtsinnig in unserer Erziehung oder die hier sind zu empfindlich. Wenn mein Sohn früher Schmerzen gehabt hat abends wäre ich nie auf die Idee gekommen mit Ihm gleich ins Krankenhaus zu fahren.
Naja – andere Menschen andere Sitten.
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Montag, 27. August 2018, 06:15

Und Sie bewegt sich doch – Mietvertrag vereinbart

Nach einer Woche war es dann soweit. Der Money – Digger wurde weich.

Bestand Sie noch darauf, dass wir alle 4 Stores mieten so konnten wir jetzt vereinbaren, dass wir zwei der Vier Stores bekamen. Bei der Miete trafen wir uns in der Mitte und so vereinbarten wir die Anmietung bisher noch ohne Vertrag. Ich glaube, die Dame war scharf darauf die Vorauszahlung zu erhalten da Sie ein großes Fest plante und nicht genügend Geld für dieses Fest zusammen hatte. Das wäre peinlich gewesen und so verlockte meine Vorauszahlung so sehr, dass Sie der Sache doch noch zustimmte.

So können wir nun unser nächstes Business – Abenteuer planen. Ich hoffe mal dass der Spruch vom großen Vermögen welches man einsetzen muss um ein kleines Vermögen zu erhalten sich nicht Bewahrheitet.
Die Lage ist ideal für einen 24 Stunden Shop. Sie befindet sich an einer der Ausfallstraßen von Tacloban in Richtung Krankenhaus. Es befinden sich große neue Wohngebiete dort und es wird weiter gebaut da die Stadt sich nur in diese Richtung entwickeln kann.

Es gibt Parkplätze vor der Haustür und eine kleine Terrasse auf der wir einige Tische aufstellen wollen. 60 qm² erscheinen mir für den Anfang genügend zu sein auch wenn es mich schwer juckt das gesamte Areal zu mieten. Aber dazu fehlen mir Schlicht die Mittel im Moment. Hoffentlich bereue ich es nicht noch. Wichtiger ist dass der nächsten Convenience Store doch in einiger Entfernung ist. Aber das sagt ja nicht dass es nicht noch mehrere geben wird in nächster Zeit. Da das Gebiet eindeutig aufstrebend ist.

So wird unserem Abenteuer Business nun ein neues Kapitel hinzugefügt.
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Dienstag, 28. August 2018, 05:23

Fahrt nach Bassey Samar

Im Vorfeld meiner Reise hatte ich gelesen, dass Bassey auf Samar das Zentrum für Webkunst in der Gegend ist. So sind wir am letzten Tag dort hingefahren. Ich wollte einige Taschen kaufen und versuchen diese hier in D dann wieder zu verkaufen.
Die Fahrt zeigt deutlich die Unterschiede zwischen den Inseln. Während Leyte doch auf eine relativ gute Infrastruktur was Straßen angeht zurückgreifen kann und mächtig viel gebaut und erneuert wird sieht es auf Samar ganz anders aus. Schlaglöcher ohne Ende, Straßen die sich nach unten wölben was den Schluss zulässt, dass beim Bau geschludert wurde und insgesamt ein wesentlich ärmerer Eindruck.

Nach 45 Minuten kamen wir in Bassey an. Wir hatten eine Adresse eines Produzenten über Bekannte bekommen und so kamen wir in dem kleinen Shop an und ich kaufte verschiedene Taschen für 8 bis 10 Euro pro Stück. Die Produkte sind wirklich wunderschön und von guter Qualität.

Verhandeln musste ich mit der Patrona des Hauses, einer 76 Jahre alte ausgemergelten Dame die mit festem Blick und noch mehr Verhandlungsgeschick meine Versuche den Preis zu drücken immer wieder abwehrte. So konnte ich nur einen kleinen Rabatt rausschlagen aber es hat Spaß gemacht mit der Dame und Ihren Kindern und Enkelkindern zu verhandeln. Wir lachten, wir dissten uns und immer wieder versuchte ich den Preis zu drücken nur um immer wieder von der Dame lachend ein DIRI oder No zu hören. Sie verhandelte und sagte mir, dass sie seit 60 Jahren in diesem Handwerk tätig wäre und Sie wüsste was die Dinge wert hätten in Europa.

Ich glaube die Verhandlungen mit den Kindern hätten höhere Rabatte gebracht daher musste auch Oma oder Ur-Oma herhalten.

So gingen alle zufrieden auseinander. Ich weil ich einige schöne Taschen bekommen habe die ich hoffentlich mit ein Wenig Gewinn für die Reisekasse verkaufen kann. Sie weil Sie an diesem Tag wohl genügend eingenommen hatte um den Tag zu bestreiten.
Ich werde bei Zeiten berichten ob ich Abnehmer für die schönen Produkte finden konnte.
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Dienstag, 28. August 2018, 05:26

Smoker Lounge Dubai

So…. nun sitze ich also in Dubai in der Smoker Lounge und warte auf meinen Weiterflug nach FFM.

3 Wochen neue Heimat hinter mir und 4 Monate harte Arbeit vor der Brust. Wenn alles gut geht bin ich im Dezember wieder dort.
Im Nachhinein betrachtet muss ich sagen, dass sich doch einiges geändert hat.
Es ist kein Abenteuerurlaub mehr in exotischem Lande. Es ist heimkommen in die neue Heimat. Es ist wohlfühlen mit meiner Liebsten. Es ist leben in der Family. Es sind neue Freunde und Bekannte die man kennengelernt hat.
Ich weiß nicht in wie weit dieser 5. Bericht noch von Interesse für Euch ist aber für mich selbst ist es eine Form der Verarbeitung des Erlebten. Und ein Reflektieren der Umstände, des Lebens und der Zukunft.
Meine Sichtweisen haben sich geändert. Ich bin angekommen dort und ich bin glücklich dort.

Aber…. Ich kann jeden verstehen, der zu einem anderen Schluss kommt am Ende. Denn es ist schon komplett etwas anderes. Es ist ein Risiko im Hinblick auf Politik, Gesundheit und Gefahren. Nur es ist eben auch eine total glückliche und relaxte Gesellschaft dort wo ich mich aufgehalten habe. Es sind Menschen die nach einigen Begegnungen nicht nur den „Foreigner“ sehen sondern den Menschen dahinter. Es sind nur noch wenige „Verwandte“ die meinen Sie könnten nun Geld leihen wegen des vermeintlichen Reichtums durch die Beziehung zu einer „Langnase“. Es ist schlicht und einfach normal geworden und akzeptiert.

Wenn ich im Viertel etwas kaufen gehe kennen mich die Menschen, grüßen (oder auch nicht) und haben ein Lächeln übrig. Wenn ich mit Moped oder Auto unterwegs bin kenne ich mittlerweile jede Abkürzung, jedes Schlagloch und viele Geschäfte und Restaurants. Und mir gefällt das alles.

Deshalb mein Resümee nach dieser Reise: Ich habe meine Heimat gefunden. Sofern ich gesund bleibe, sofern meine finanzielle Situation in D sich nicht dramatisch verschlechtert. Sofern meine Freundin sich nicht dramatisch verändert.
Also im Prinzip genauso wie es in Deutschland gewesen wäre .

Ich denke, es ist nun Zeit die ausführliche Berichterstattung von meinen Reisen zu beenden. Denn weder will ich langweilen noch will ich mein Leben immer und überall transparent ausbreiten so wie ich es hier getan habe.

Das Ganze hier soll als Ermutigung dienen. Ermutigung für diejenigen, die ebenfalls planen so einen Schritt zu wagen. Ermutigung denen, die sich von Horrormeldungen in D über die Phil. Nicht abschrecken lassen.
Aber auch als Mahnung: Mahnung immer mit wachen und offenen Augen durch dieses Land zu gehen. Mahnung die Beziehung genau zu hinterfragen (so leid einem das tut wenn man verliebt ist). Sensibel reagieren wenn es darum geht ob Geld ein wichtiger Punkt in der Beziehung ist oder nicht. Und natürlich Abwägung: Abwägung ob man bereit ist sich auf dieses wunderschöne Land einzulassen auch wenn die Standards hier nicht denen der europäischen Länder entsprechen.

Danke an Alle die mit PN oder auch über Facebook, Messanger oder per Mail Anteil genommen haben. Ohne das Bewertungssystem ist es schwierig herauszufinden ob das Thema von Interesse ist oder nicht. Aber die über 500 Treadbesuche der Geschichte(Stand 25.8.) haben mir gezeigt dass es doch einige gibt die Spaß am Lesen haben.
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