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Perles

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Sonntag, 4. November 2018, 11:45

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 1

Samstag 9. Januar 2016

Es ist gegen 8 Uhr bis ich endlich alles gepackt habe und reisefertig bin für meine Mopedtour in den Süden. In unserem Dorf sind die Reparaturarbeiten nach dem Taifun in vollem Gange. Leider werden die Häuser wieder so leicht gebaut, dass die kaum den nächsten starken Taifun überstehen werden. Das Problem sind eben die fehlenden finanziellen Mittel um widerstandsfähigere Häuser zu bauen.

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Mit unserer Minibanca geht es von der Insel Calintaan aufs Festland nach Poropandan wo ich mein Motorrad stationiert habe.

Mit Maria auf dem Sozius geht es durch die zwei, drei ruhigen Dörfer, vorbei an durch den Taifun zerstörten Kokospalmen, nach Matnog. Auf der Fahrt bemerke ich, dass mein Hinterrad etwas wenig Luft hat. Fahre mal zu einem "Vulcaniser", wie die Pneuflicker hier genannt werden, um aufzupumpen.

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Auch in Matnog ist man am Wiederaufbau. Das Nipa-Material für die "Dachdecker" ist Mangelware und entsprechend teuer.

Ich verabschiede mich von meiner Frau und fahre in den Hafen. Zuerst gilt es die Formalitäten zu erledigen. Wenn man auf den Philippinen mit Auto oder Motorrad mit einer Fähre von einer Insel zur anderen übersetzen will, so gilt es einige Formalitäten zu erledigen. Dies dient einerseits Arbeitsbeschaffung, dem Eintreiben von Gebühren und andererseits soll so verhindert werden, dass gestohlene Fahrzeuge von einer Insel auf eine andere verschoben werden. In Matnog hält sich der Papierkrieg in Grenzen. In jedem Hafen werden die Vorschriften anders gehandhabt.

Von Matnog fahren jeden Tag mehrere Fähren über die San Bernardino Strait nach Samar. Angefahren werden die Häfen Allen und San Isidro. Während und nach Taifunen stauen sich Busse, LKWs und Privatautos oft kilometerweit, weil der Fährbetrieb eingestellt wird. Das bringt jeweils einen beträchtlichen Zusatzverdienst für die Stadt, denn gestrandete Passagiere und Chauffeure müssen ja verpflegt werden.

Viele Fährschiffe haben ja Heck- und Bugklappe. Es wird aber jeweils nur eine Klappe verwendet und PKWs, Busse und LKWs werden rückwärts verladen, was natürlich komplizierter ist und mehr Zeit beansprucht.

Um 11 Uhr soll die nächste Fähre nach Matnog ablegen. Aber wie üblich hier, sind diese Angaben nur Schätzungen. Bis dann das letzte Vehikel verladen ist und die nötigen Papiere erstellt und an Bord sind, geht es gegen Mittag bis wir auslaufen können.


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Hafen von Matnog - Blick zurück auf den Bulusan - Insel Tikling - Fischer mit Segel

Da ich die Küstenstrasse nach Calbayog schon kenne, habe eine Fähre nach Allen gewählt. Die modernen und schnellen Fähren der FastCat Reederei fahren nach San Isidro ca. 17 km südlich von Allen.



Die See ist ruhig und nach 1-3/4 Stunden erreichen wir den Hafen von Allen in Northern Samar.
Das Ausladen geht schnell vor sich.

Von hier geht es nach Catarman und dann quer durch das Landesinnere nach Calbayog. Also nehme ich die Strecke nach Catarmn unter die Räder. Mein Schiff nach Cebu soll in Calbayog um 19 Uhr ablegen, also habe ich genug Zeit. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man meint.

./.

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Sonntag, 4. November 2018, 11:58

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 2

In Lavezares informiere ich mich bei den Bootsleuten über die Möglichkeit ein Boot zu chartern um die Biri Islands zu besuchen. Dies steht dann aber später mal auf dem Programm.
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Lavezares - Bootsleute -Tricycle mit Landschaftsbild in Lavezares.

Tricycles sind die üblichen Transportvehikel für kurze Strecken. Normalerweise ein Dreirad motorisiert durch einen 100-125ccm Motorrad. Beinahe jede Stadt hat ein eigenes Design. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Die Tricycle sind registriert und der Fahrer muss einen entsprechenden Führerausweis haben. Sie werden sowohl für den Personen- wie auch für den Warenverkehr verwendet.

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Die Spuren des Taifuns waren auch hier noch deutlich zu sehen. Die Natur wurde ziemlich in Mitleidenschaft gezogen.

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Die Strasse ist in bestem Zustand und führt durch interessante Landschaft.

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Sonntag, 4. November 2018, 12:07

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 3

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Auf den Philippinen ist der Strassenrand ein veritabler Supermarkt. Alles was Namen hat wird angeboten. Vor allem natürlich Gemüse und Früchte, aber auch Fische und handwerkliche Produkte. Zudem viele CocaCola- und Pepsi-Tankstellen für Benzin. Dies oft sogar neben Tankstellen. Da Philippinos oft ja nicht über viel Geld verfügen, tanken sie lieber "Flaschenweise" als bei einer Tankstelle, auch wenn das Benzin in Flaschen etwas teurer ist.

Ein Verkaufsstand mit Tintenfischen muss natürlich fotografiert werden.

Als ich weiterfahren will, muss ich feststellen, dass ich am Hinterrad einen Plattfuss habe. So ein Seich. Das passt mir gar nicht ins Konzept. Ich befinde mich etwas ausserhalb eines Dorfes. Von einem "Vulcanising-Shop" ist weit und breit nichts zu sehen. Da ich in Cebu durch das Fahren mit Plattfuss schlechte Erfahrung gemacht habe (Schlauch wurde komplett zerstört), entschliesse ich mich zu schieben. Zum Glück ist es zurück ins Dorf nicht so weit und topfeben. Aber bei 28 Grad komme ich ganz anständig ins Schwitzen. Ein Passant auf einem Motorrad informiert mich über den nächsten Vulcaniser. Das sollte zu schaffen sein. Als ich halbwegs dort bin, dirigiert mich ein Einheimischer zu seinem Haus. Er will mir den Pneu flicken.

Na gut, lassen wir die Dinge auf uns zukommen. Der Töff wird aufgebockt und mein Helfer macht sich ans Werk. Das heisst, zuerst muss er überall Werkzeug zusammensuchen. Richtige Pneuhebel hat er nicht, sondern benutzt eine abgeänderte Feile und sonst was Undefinierbares. Also offenbar macht er das nicht zum erstenmal, aber nach Fachmann sieht er mir nicht aus. Schliesslich schafft er es mit Hängen und Würgen den Schlauch aus dem Pneu zu lösen. Der sieht trotz meiner Vorsicht nicht gut aus. An eine Reparatur ist bei diesen Löchern nicht zu denken. Ich sehe schwarz und mein Schiff in Calbayog ohne mich davonsegeln. Aber wir sind schliesslich auf den Philippinen und "nichts ist unmöööööglich". Ich gebe meinem Helfer Geld, er schwingt sich auf seinen Töff und braust ab um einen neuen Schlauch zu kaufen. Wo, er den herholt ist mir schleierhaft. Nach einer mir unendlich scheinenden Wartezeit taucht er mit dem neuen Schlauch auf, gibt mir mein Rückgeld. Nun muss natürlich das ganze Hinterrad demontiert werden, was seine Tücken hat. Der langen Rede kurzer Sinn. Schlussendlich ist alles wieder montiert und aufgepumpt. Auf meine Frage nach den Kosten, heisst es "up to you". Ich lasse mich nicht lumpen und entlohne in fürstlich. Das Fiasko hat mit inkl. Schlauch keine 10 Franken gekostet. Sicher etwas zuviel, aber das ist mir egal.

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Mein Vulcaniser am Werk - an der Wand ein Poster von Neuschwanstein - Im Nebenraum schläft das Baby ohne Sorgen wegen eines Plattfusses

Kurz vor Catarman führt die Strasse noch über die Flughafenpiste der Stadt. Zum Glück ist gerade kein Flugbetrieb was sonst wohl erneut zu Verzögerung geführt hätte, da die Strasse dann gesperrt wird. In der Stadt will ich mir noch einen Drink gönnen in einem Jollibee (die philippinische Version von McDonalds), aber um 12.30 Uhr ist der Laden bumsvoll. So kaufe ich einige Früchte und frage ein paar Polizisten nach dem Weg aus der Stadt. Die eskortieren mich gleich mit ihren Motorrädern zur Ausfallstrasse. Die Polizei dein Freund und Helfer. Sind manchmal doch für etwas gut.

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Auf ausgezeichneter Strasse geht es vorläufig immer entlang dem Catarman-River und dann passartig in die Berge und schlussendlich wieder in die Ebene vor Calbayog. Ich verzichte auf viele Fotostopps und komme einigermassen gut voran. Verkehr hat es praktisch keinen.

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Sonntag, 4. November 2018, 12:20

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 4

Etwa zehn Kilometer vor Calbayog treffe ich auf die Küstenstrase die von Allen herkommt. In Stadtnähe wird der Verkehr mühsamer. Aber genau um sechs bin ich im Hafen von Calbayog. Schön Zeit um dann noch in aller Ruhe was zu essen, denke ich mir. Aber wie schon mal heute: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Als ich das Gate zum Hafen passieren will, hält mich der Wachposten auf und fragt nach meinem Wohin. Nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich aufs Schiff nach Cebu will meint er:

"Sorry Sir, but the Port has been transferred to Maguino-O". Shit happens. Aber wo in Teufels Namen ist Maguino-o. Der Security-Mensch teilt mir mit, dass sich der neue Hafen ca. 22 km nördlich an der Strasse nach Allen befinde.

Ein gebranntes Kind scheut das Feuer, daher hatte ich mir ja eigentlich geschworen nicht mehr nachts zu fahren. Aber was solls. Das nächste Schiff fährt erst wieder in 3 Tagen und 3 Tage in Calbayog zu verbringen oder bis Ormoc zu fahren und dort das Schiff zu nehmen reizt mich gar nicht. Also beisse ich in den sauren Apfel und fahre nordwärts. Quäle mich wieder durch den dichten und langsamen Verkehr aus der Stadt raus. Dann ist es total dunkel.

Ich versuche in gebührendem Abstand hinter einem Auto zu fahren, entweder hinter dem linken oder rechten Hinterrad, so dass ich evtl.Schlaglöcher sehe. Eine mühsame Fahrt, aber ich schaffe es ohne Probleme und treffe um zwanzig vor sieben im Hafen von Maguino-o ein. Dort liegt auch mein Schiff. Aber ausser ein paar Hütten mit Ticket-Offices und der Philippine Port Authority gibt es nichts, aber auch gar nichts, in dem Hafen. Das wars dann mit der Verpflegung. Die Formalitäten sind schnell erledigt und ich begebe mich an Bord. Das Moped wird dann von der Crew mit einem Hubstapler verladen.

Es gibt nur noch Massenlager, Business-Class ist ausverkauft, und die bevorzugten unteren Betten in der Economy sind alle belegt. Wohl oder übel muss ich mit einem Bett in der oberen Etage Vorlieb nehmen. Keine schöne Aussicht die Lampen die ganze Nacht im Gesicht zu haben. Aber ich habe es wenigstens geschafft und bin auf dem Boot nach Cebu.




Das Schiff der Cokaliong-Reederei ist sauber. In der Lobby hat es ein Buffet, aber die Auswahl ist bescheiden. Anstelle eines guten Abendessens in Calbayog gibt es eine Instant-Nudelsuppe, ein Wasser und als Krönung einen Instant-Kaffee Marke Nestle 3-1, das heisst Nescafe, Creamer und Zucker angerührt mit heissem Wasser.

Wann das Schiff ablegt, weiss ich nicht. Hauptsache ist, dass ich es geschafft habe und auf dem Weg bin nach Cebu.

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Sonntag, 10. Januar 2016

Kurz vor Sonnenaufgang legen wir im Hafen von Cebu City an. Ich bringe mein Gepäck zum Motorrad und fahre aus dem Schiff. Bevor ich den Hafen verlassen kann, muss ich noch eine Gebühr berappen.

Sag es ja, es ist in jedem Hafen anders.



Die Bonjour-Tafel lässt hoffen. Aber leider gibts wieder einmal nur einen "Nestle 3in1" als einen richtigen Kaffee mit Croissant. Das war vor mehr als 2 Jahren und in der Zwischenzeit hat sich die "Kaffeelandschaft" auf den Philippinen gebessert, gibt es doch jetzt vermehrt Lokale mit richtigen Kaffemaschinen.

Um ein Hotel zu suchen ist es noch etwas früh, so mache ich mich auf die Suche nach der Brücke nach Mactan. Diese Insel die vor Cebu City liegt, auf der sich auch der Flughafen und einigee Strand-Hotels befindet, will ich mir mal ansehen.

Ein Navi habe ich nicht und so verfahre ich mich, finde keine Brücke und gelange schliesslich immer weiter in die Höhe in einen Vorort in den Hügeln, weit entfernt von einer Brücke und vom Meer.

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Nachdem ich die Hoffnung aufgegeben habe wieder ans Meer zu gelangen, kehre ich um.

Neben den Tricycles sind die Jeepneys das beliebteste Transportmittel auf den Philippinen. Nach dem 2. Weltkrieg liessen die USA ihre Jeeps auf den Philippinen zurück. Die Filippinos haben diese dann zu öffentlichen Verkehrsmittel umgebaut. Zuerst wurden nur einige zusätzliche Sitze eingebaut, dazu kam ein stabiles Dach. Später wurde der Radstand verlängert und links und rechts parallel zur Fahrtrichtung je eine Sitzbank montiert. In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die Jeepneys mit Dutzenden von Lampen, Rückspiegeln und kleinen Metallpferden auf der Kühlerhaube verziert. Zudem wiesen viele ein 8-Spur Tonbandgerät auf und die Strassen von Manila hörten sich an wie in der Disco. Heute sind die Verzierungen weitgehend verschwunden und die Jeepneys nüchterner.

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In Cebu haben die Jeepneys vielfach ein anderes Design. Verziert werden sie teilweise mit vielen zusätzlichen Lampen und phantasievollen Gemälden.
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Sonntag, 4. November 2018, 12:37

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 5

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Brücke - Blick auf Stelzensiedlung - "Traumhäuser" am Strand -
Nun finde ich endlich auch die Strasse, die zu einen der Brücken nach Mactan Island führt. Da es Sonntag ist, herrscht nur mässiger Verkehr.

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Mactan selber ist ziemlich enttäuschend. Die Strände auf der Ostseite der Insel sind meistens im Besitz von grossen Hotels.

Von einem kleinen Pier legen Boote ab auf eine kleinere vorgelagerte Insel. Da Sonntag hat es viele Ausflügler, die mit ihrem Picknick unterwegs sind.

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Mit Mactan New Town ist eine grosse Siedlung mit Hochhäusern im Entstehen. Auch am Sonntag wird auf dem Bau gearbeitet.

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Sonntag, 4. November 2018, 13:01

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 6

Ueber die zweite Brücke geht es zurück nach Cebu City.

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Auf dem Weg in die höher gelegenen Quartiere passiere ich offenbar einen Friedhof. Am Strassenrand werden Grabtafeln angefertigt und angeboten. Als Beispiele werden Tafeln von verstorbenen Persönlichkeiten ausgestellt, wie z.B der früheren Präsidentin Corazon Aquino.

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Cebu City zieht sich vom Meer her weit den Berg hinauf. Je höher die Lage desto exclusiver die Wohnquartiere. Es gibt sogar eine Subdivision in der Nähe des Tao-Tempels die Beverly Hills heisst. Der Zugang zu diesem Quartier ist bewacht, Zutritt nur gegen Hinterlegung des Passes oder Identitätskarte.

Dort sind die Häuser alle hinter hohen Mauern mit Stacheldraht, durch schwere Tore, Wächter und teilweise Videoüberwachung geschützt. Dieses Quartier und den Tao-Tempel habe ich schon bei einem früheren Besuch in Cebu City besucht.

Nun schaue ich mich mal nach einem Hotel um. Nach der etwas mühsamen Nacht auf dem Schiff könnte ich ein paar Stunden Schlaf vertragen.

Am Osmena Circle finde ich ein Hotel. Wenn ich mich recht erinnere, war es das Raja Hotel. Der Parkplatz für das Moped ist im Hinterhof und ich muss um den Block rumfahren. Als ich den Töff verschieben will und für die kurze Strecke auf den Helm verzichten will, macht mich der Security Guard des Hotels darauf aufmerksam, dass hier Helmpflicht herrsche und die Polizei es sehr genau nehme. Komisch ist nur, dass die Helmpflicht nur für den Fahrer gilt. Frauen und Kinder als Beifahrer sind davon ausgenommen. Philippinische Logik.

Im Zentrum des Osmena Circle gibts am Abend noch ein lautstarkes Konzert. Das hält mich aber nicht davon ab, zeitig schlafen zu gehen, denn morgen geht es über die Insel Cebu nach Moalboal.
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Montag, 11. Januar 2016

Im Hotel gibts noch ein anständiges Frühstück und dann kann es losgehen. Vom Osmena Circle geht es erst nach rechts und dann links immer den Berg hoch. Vorbei an der Abzweigung zum Tao-Tempel und vorbei am Marco Polo Hotel. Bewusst habe ich nicht die kürzeste Strecke nach Moalboal gewählt, sondern den sogenannten "Transcentral Highway" an die Westküste und dann südwärts. Die verschiedenen Aussichtspunkte am Anfang habe ich schon beim letzten Besuch von Cebu abgeklappert. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die ganze Stadt und der vor ihr liegenden Insel Mactan. Einmal auf der Höhe bieten sich auch Ausblicke auf das zentrale Hochland. Habe keine Ahnung auf welcher Meereshöhe man hier ist, aber es ist merklich kühler als am Meer.

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Ausblicke ins zentrale Hochland - Mactan - Ausblicke ins zentrale Hochland

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Sonntag, 4. November 2018, 13:17

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 7

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Habe noch kein Land erlebt mit so einer Vielfalt an verschiedenen Tankstellen. Da gibts die bekannten wie Shell, Caltex, Total, Petron und dann noch eine Unzahl mit unbekannten Namen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ein hübsches Beispiel mit dem Namen: Bumble V (Biene). Normalerweise heissen die diversen Diesel- und Benzinqualitäten ja: Normal, Super, Premium etc., aber hier gibts: Honey, Zoom (wohl ausverkauft) und Sting.

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Philippinas sind richtige Blumennarren. Vor allem in erhöhten Lagen werden viele Blumen und andere Pflanzen gezogen und am Strassenrand verkauft.

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Verhungern muss man auch nicht, denn hier z.B. werden Maiskolben angeboten oder Früchte und Kokosnüsse.

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Sonntag, 4. November 2018, 13:44

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 8

Bilder sagen mehr als Worte. Weitere Impressionen des Transcentral Highways:

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Immer wieder beeindruckend die grossen Farne.
Die Strasse ist mit wenigen Ausnahmen die vor allem Baustellen betreffen in bestem Zustand. Aber da ich immer wieder anhalten und fotografieren muss, komme ich nur langsam voran. Was solls, ich bin ja in den Ferien und habe Zeit.

- -

Es hat praktisch keinen Verkehr und die Fahrt macht riesigen Spass.

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Sonntag, 4. November 2018, 14:16

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 9

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Schon bald kann man die Westküste sehen. In der Ferne die Insel Negros (unter den Wolken).
Bevor ich aber wieder am Meer bin, geht es tierisch steil runter. Die Strecke ist berüchtigt für schwere Unfälle, wenn sie von Bussen und Lastwagen mit alterschwachen Bremsen befahren wird.

-
Gaisano Balamban - CocaCola Tankstelle

Kurz vor Balambang begrüsst mich ein Gaisano Einkaufstempel. Es ist jetzt wieder bedeutend wärmer um nicht zu sagen heiss. Sobald man nicht mehr fährt, so merkt man die Hitze.
In der Zwischenzeit ist es Mittag geworden d.h. die Schule ist aus. Sofort nimmt der Verkehr schlagartig zu, denn die Schulkinder die oft einen sehr langen Schulweg haben, werden abgeholt oder sind mit Tricycle unterwegs.

Keine zwei Dörfer weiter schlägt der Plattfuss-Geist wieder mal zu, wieder am Hinterrad. Diesmal habe ich aber insofern Glück, dass ich das gleich bei einer Vulcanising-Werkstatt bemerke. Also kein Problem. Diesmal habe ich es aber mit einem Fachmann zu tun. In nullkommanichts hat er das Hinterrad demontiert, den Schlauch entfernt und schon wird er in der Feuerpresse eingeklemmt. Das dauert immer eine Weile bis der Flick eingebrannt ist. Die philippinische Methode sieht ja schon ziemlich abenteuerlich aus.
- -

Das verlangte Honorar ist mit 30 Pesos (70 Rappen) sehr bescheiden. Ich gebe ihm 40. Obwohl er kein Wort Englisch spricht, klappte die Kommunikation tadellos. Da wird immer wieder kolportiert, dass die Pinoys alle Englisch sprechen, das ist absoluter Bullshit und trifft vielleicht teilweise in Manila und Cebu zu. In der Provinz sprechen die einfachen Pinoys etwa so gut Englisch wie der Bayer Französisch. Vielleicht Mal in der Schule gelernt und dann wieder vergessen.

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Sonntag, 4. November 2018, 14:25

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 10

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Weiter geht es der Küste entlang. Ueber die Tanon Strait grüsst der Mt. Kanlaon, der höchste Berg von Negros, ein aktiver Vulkan.

Nun geht es nochmal in die Berge bis auf die Strasse von Carcar herkommend treffe.



Meine Freude über diese Milch-Bar wird getrübt, da keine Milch verfügbar ist, so begnüge ich mich
mit einer Glace.



Dann geht es wieder an die Küste und gelange schliesslich nach Moalboal und von dort an den Panagsama Beach. Dort finde ich schnell eine einfach Unterkunft zu einem vernünftigen Preis.

- -

Ein traumhafter Sonnenuntergang beschliesst diesen Tag.

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Sonntag, 4. November 2018, 14:59

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 11

Mittwoch, 12. Januar 2016

-

Das Frühstück muss man sich durch langes Warten verdienen. Sie sind
eben nicht die Schnellsten, die Philippinas aber hübsch und immer mit einem
Lächeln. Zudem habe ich ja Zeit, bin ja Rentner und habe nicht nur 3 Wohen Urlaub.
Entschädigt werde ich durch den schönen Ausblick aufs Meer und über die Tanon
Strait auf die gegenüber liegende Insel Negros, mein heutiges Ziel.

Frisch gestärkt geht es vom Panagsama Beach zurück auf die Hauptstrasse und dann
immer Richtung Südspitze von Cebu.

- - - -

Vorbei an den bekannten Kawasan Wasserfällen, die ich schon lange mal besichtigen
wollte. Aber auch diesmal lasse ich sie links liegen. Man ist ja sooo im Stress.

Grössere Ortschaften hat es nur wenige. Was mir aber auffällt, ist die wachsende
Zahl von kleinen Beach Resorts. Die Strände sind zwar meistens nicht so fantastisch
aber das Wasser ist sauber.

Die Strasse führt mehr oder weniger immer entlang der Küste.


Plötzlich ein Stau, ganz ungewohnt auf dieser Strecke.
Der Grund für den Stau. Am Strassenrand steht ein ausgebrannter, noch rauchender
kleiner Lieferwagen. Die Feuerwehr ist auch auf Platz. Hoffentlich konnten Fahrer und
eventuelle Passagiere das Fahrzeug noch rechtzeitig verlassen.

Von der Südspitze von Cebu hat es mehrere Fähren von und nach Negros. Zwei
Autofähren und eine Personenfähre. Bei der ersten müsste ich über eine Stunde
auf die Abfahrt warten, so fahre ich die kurze Strecke zur Konkurrenz, habe Glück
denn das Schiff soll in Kürze ablegen. Von Formalitäten keine Spur. Ich bezahle
mein Ticket für Moped und Fahrer und das wars.

-

Die Ueberfahrt dauert knappe 35 Minuten. Dabei sehen wir eines der grössten Schiffe
der 2GO-Linie, wohl auf dem Weg von Dumaguete nach Manila.

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Sonntag, 4. November 2018, 15:35

Toller Bericht - super Fotos.

Einige der von Dir beschriebenen Orte kenne ich auch.
Erinnerungen werden wach.

P.S.
habe gerade gesehen, daß es einen gesonderten Thread mit Kommentaren gibt.
Bitte diesen Beitrag dorthin verschieben.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Phil-Ole« (4. November 2018, 16:04)


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Sonntag, 4. November 2018, 15:47

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 12

Welcome to Negros

Nach Samar und Cebu bin ich nun auf Negros. Dies ist nach Luzon und Mindanao
die drittgrösste Insel der Philippinen. Die Insel hat zwei Provinzen, Negros Oriental
im Osten und Süden mit der Hauptstadt Dumaguete und Negros Occidental
im Westen und Norden mit der Hauptstadt Bacolod. Bekannt ist die Insel für den
Anbau von Zuckerrohr. Zuckerrohrplantagen sind teilweise sehr gross und wurden
früher durch private Eisenbahnen erschlossen. Daher wird die Insel heute noch oft
von Eisenbahn-Liebhabern wegen der antiken Lokomotiven besucht. Diese sind aber
zunehmend am Verschwinden und werden durch Lastwagen oder Dieselloks ersetzt.

Von der Anlegestelle der Fähre sind es nur ein paar Kilometer bis nach Sibulan, im
Norden von Dumaguete, wo meine Freunde aus Biel direkt am Meer ein schönes
Haus gebaut haben. Als ich dort einfahre ist leider nur Jun, der gute Geist des Hauses
dort, die Herrschaft und René der dort seine Ferien verbringt sind ausgeflogen. Jun
teilt mir mit, dass René in der Stadt Dumaguete sei. Nehme mal mit ihm Kontakt auf
und fahre dann in die Stadt. Nach einigem Verfahren wegen Einbahnstrassen finde
schliesslich das Einkaufszentrum Lee Plaza und René der dort auf mich wartet.
Am Boulevard genehmigen wir uns erstmal ein Willkommensbier.

Es gibt einiges zu erzählen. Schockiert bin ich, als ich erfahre, dass Roger, ebenfalls
ein Bieler, den ich letztes Jahr noch in Biel und auch hier getroffen hatte, Mitte
Dezember einen tödlichen Motorradunfall hatte. Er hatte letzten Sommer noch sein
Haus im Tessin verkauft, hier ziemlich viel Land gekauft und hatte noch einige Pläne,
aber so ist das Leben.

René hat sich hier auch einen Töff zugelegt, ist daher mobil und nicht auf Jeepneys
und Tricycles angewiesen. Nach dem Bier fahren wir nach Sibulan, essen dort einen
Happen und fahren dann ins Domizil von René.

- - -

Er wohnt vorübergehend in einem kleinen Bungalow im Garten von Freunden aus Biel. Es ist
sehr gemütlich dort. Begrüsst werden wir von der Katze und einem Welpen den der Hausherr
sich zuglegt hat.

Da der Hausherrr nicht anwesend ist und ich mich nicht einfach ohne sein Wissen hier
einquartieren will, fahre ich dann nach Dumaguete und checke im GO-Hotel neben
der Robinsons Mall ein.
______________________________________________________________________________

Donnerstag, den 13. Januar 2016

Dumaguete ist eine mittelgrosse Stadt, direkt am Meer gelegen mit einem schönen
Boulevard. Sie verfügt über einen aktiven Hafen mit Verbindungen nach Manila, Cebu
Siquijor, Bohol und Mindanao. Vom Flughafen in Sibulan hat es tägliche Flüge nach
Manila und Cebu. Auch erwähnenswert die vielen Universitäten, vor allem die Silliman
University die erste evangelische Universität auf den Philippinen.

Viele Ausländer haben sich hier oder in der Umgebung niedergelassen. Im Süden,
auf der Strecke gegen Zamboangita hat es viele Beach- und Tauchresorts. Besonders
bekannt fürs Tauchen ist die Insel Apo.

Hier einige Fotos von früheren Besuchen in Dumaguete:

- - - - -

Der Boulevard mit seinen vielen Restaurants ist auch Treffpunkt der Ausländer.
Leider hat es noch zuviel Verkehr auf der Strasse entlang des Boulevards.

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Sonntag, 4. November 2018, 16:23

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 13

Freitag, den 14. Januar 2016

René und ich wollen heute zu den heissen Quellen von Red Rock. René war schon
dort mit Benny und Vangie. Wir treffen uns im Bo's Cafe hinter der Robinsons Mall.
Ich checke aus und deponieren mein Gepäck mit Ausnahme einer Tasche im Supermarkt
in der Mall. In den philippinischen Supermärkten wird es nicht geschätzt wenn man
Taschen oder Gepäck mit in den Laden nimmt, daher kann man in jedem Supermarkt
sein Gepäck am Eingang gratis deponieren.

Wir fahren dann gegen Valencia. Der Ort liegt ca. 8 km oberhalb von Dumaguete
und wird wegen seines kühleren Klimas und der Ruhe als Wohnort sehr geschätzt.
Dort angekommen erkundigen wir uns nach den heissen Quellen von Red Rock,
das scheint aber niemand zu kennen. Wir fahren noch etwas rum und fragen noch
zwei drei Leute. Schliesslich sehe ich einen Wegweiser mit "Casaroro Waterfall".
Wenn schon keine heissen Quellen dann wenigstens Wasserfall. Wir folgen dem
Schild. Es geht auf einer guten Strasse teilweise recht steil den Berg hinauf ...

- bis die gute Strasse plötzlich eine Ende hat.

Was folgt sieht nicht vielversprechend aus. Es stehen einige Motorräder rum und ein
Tricycle. Ein Einheimischer braust mit seinem Töff an uns vorbei, kommt aber auf dem
steilen Stück Natustrasse arg ins Schleudern. Wir beschliessen, den Rest des Wegs
zu Fuss zurückzulegen. Da ich meine Tasche nicht mitschleppen will...

- deponiere ich sie oberhalb der Strasse im Gebüsch.

Der Fussmarsch dauert keine fünf Minuten und wir sind am Eingang zum Wasserfall.
Bei der alten freundlichen Lady entrichten wir den Eintrittspreis (30P - 65 Rappen)
und tragen uns ins Journal ein.

-

Da steht eine riesiege Ruine, welche schon von der Natur in Beschlag genommen
wurde. Ob das Gebäude nie fertiggestellt oder nachträglich zerstört wurde, ist
nicht auszumachen. Ich tippe eher auf ersteres. Die Philippinos haben ein seltenes
Talente grosse Projekte anzugehen, die dann versanden. Meistens schon im Projekt-
status, oder wie hier nach Baubeginn. Da wird viel Geld verschleudert, respektive
in dunkle Kanäle abgezweigt. Manchmal werden auch angefangene Projekte nach Neu-
wahlen nicht mehr vollendet, denn der Nachfolger kann ja nicht zugeben, dass eine
frühere Regierung was richtig gemacht hat.

Nun geht es runter ins Tal, wo wir den Fluss rauschen hören. Es sind ca. 350 Stufen,
erst betoniert und dann über eine eiserne Treppe. Die Natur ist überwältigend.

- -

Da bin ich noch guten Mutes, auf dem Rückweg siehts dann anders aus.

- -

Am Talgrund stehen riesige Bambuspflanzen.
Nun gehts über Stock und Stein flussaufwärts. Zum Glück trage ich meine Wander-
schuhe, sonst wären bei mir Misstritte garantiert. Teilweise sind noch Ueberreste des
einstigen betonierten Fussweges zu sehen. Dieser Weg mit Hängebrücken und
Picknickplätzen wurde durch ein Unwetter total zerstört.

Perles

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Sonntag, 4. November 2018, 16:44

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 14

Zweimal müssen wir den Fluss überqueren. Eine heikle Angelegenheit mit den
schlüpfrigen Steinen.

- - -

Es hat noch Ueberreste des einstig angelegten Fussweges. Dies muss eine Parforce-
Leistung gewesen sein, all das Material in dieses Tal zu transportieren.

Dann sind wir am Ziel. Donnernd stürzt das Wasser aus ca. 30-35 Metern in die
Tiefe. Geschätzt haben wir den Fall aber viel höher. René der am Fuss des Falls
steht sieht aus wie ein Zwerg im Verhältnis zum Wasserfall.


- - - -

Wir können uns kaum sattsehen, haben aber noch den Rückweg vor uns.

Wieder entlang des Flusses balancieren wir über die Steine



Andere Touristen mit einheimischen Führern kommen uns entgegen. Die Einheimischen
mit ihren Flip-Flops hüpfen wie Ziegen über die Steine. Mir, mit knapp 71 Jahren,
fällt das schon ein wenig schwerer. Zudem muss ich immer darauf bedacht sein, dass
meine Kamera kein unfreiwilliges Bad nimmt.

Schliesslich erreichen wir die Eisentreppe. Anfangs gehts noch einigermassen. Doch
350 Stufen sind eine ganze Menge. Schwerer und schwerer werden Beine und Füsse.
Die Pausen um Atem zu holen werden immer länger. Die Scheissstufen wollen und
wollen nicht enden. René nimmt mir schon mal die Kameratasche ab. Ich verfluche
die paar Kilo Uebergewicht, die kann ich aber nicht abgeben. Total erschöpft komme
ich schliesslich oben an. Die alte Lady, dieser Engel, zaubert aus einem Behälter ein
Fläschchen kaltes Trinkwasser hervor. Noch nie, wirklich nie habe ich pures Wasser
so genossen. wie edler Champagner perlt es durch meine Kehle und bringt die Le-
bensgeister zurück. Mein Gott, der Aufstieg war wirklich mühsam, aber es hat sich ge-
lohnt. Der Wasserfall ist sehenswert.

Nach Kontakaufnahme mit Benny in Manila, ist er einverstanden, dass ich mich bei
René in seienem Bungalow einquartiere. Also holen wir mein Gepäck im Robisons
Supermarkt.

Nun gibt es aber zuerst ein wohlverdientes Bier bei Bogart, dem Ausländertreff am
Boulevard. Das Bier tut gut, schmeckt aber nicht so köstlich wie das Wasser bei der
alten Lady vom Casaroro.

Bei Uwe im Restaurant in Sibulan gibts was zu essen und dann gehts heim.

Von Hund und Katze werden wir freudig begrüsst. Die warten nämlich auch auf ihr Abendessen

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Sonntag, 4. November 2018, 18:08

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 15

Donnerstag 14. Januar 2016

Nach dem gestrigen Stress mit dem Wasserfall wollen wir es heute ge-
mütlicher angehen und nochmals versuchen die heissen Quellen zu finden.

Nachdem wir alles gut verschlossen haben, damit der kleine Hund nicht
abhauen kann, fahren wir in die Stadt. Im Untergeschoss der Lee Plaza
Mall gibts einen ausgezeichneten Kaffee. René will in seinem bevorzugten
Laden noch Zigaretten kaufen. Im Hotel nebenan frage ich mal nach dem
Namen von Red Rock in der lokalen Sprache Visaya. Das heisst Pulang
Bato (Roter Fels). Auf gehts wieder nach Valencia. Dabei zeigt mir René
noch die Stelle wo Roger seinen tödlichen Unfall hatte. Eine schnurgerade
Strecke, leicht abfallend. Offenbar hat der Amerikaner, mit dem Roger zusammen-
geprallt ist, überholt und Roger wurde durch die Sonne geblendet und hat
ihn nicht oder zu spät gesehen.

In Valencia fragen wir wieder mehrmals nach den heissen Quellen, diesmal
aber mit dem Visaya-Namen "Pulang Bato". Damit sind wir viel erfolgreicher
als gestern und werden auf den richtign Weg verwiesen.

- - -

Auf guter Strasse geht es durch ein Tal mit einem grösseren Fluss.
Felswände mit austretenden Schwefeldämpfen zeigen, dass wir offensichtlich auf
dem richtigen Weg sind. René kommt die Gegend bekannt vor und er findet auch die Abzweigung
zu den heissen Quellen.

Nach kurzer Zeit auf der Naturstrasse sind wir am Ziel.

Das Naturbecken ist nicht sehr gross. Das warme Wasser das aus zwei Röhren in
das Becken strömt hat einen leicht eisenhaltigen Geschmack. Der Boden und die
Wände sind wie durch einen Lack überzogen. Es handelt sich dabei wohl um
Ablagerungen des warmen eisenhaltigen Wassers. Ausser ein paar jungen
Einheimischen sind wir die einzigen Gäste. Das Bad ist eine richtige Erholung
für die müden Knochen und dem Muskelkater des gestrigen Tages. Wir lassen es uns
eine ganze Weile wohl sein.

- - -

-

Hier gefällts dem René doch viel besser als Mitte Januar in der Schweiz auf einer Baustelle.

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Sonntag, 4. November 2018, 18:23

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 16

Nach dem erholsamen Bad besteigen wir unsere Stahlrösser und fahren weiter
den Berg hinauf. Schon bald treffen wir auf die Malabo Wasserfälle. Diese sind zum
Glück unmittelbar neben der Strasse und es braucht keine mühsame Kraxelei
über Stufen, Leitern und Flussüberquerungen. Dafür sind die beiden aber auch
viel weniger spektakulär.

- - -



Nach dem Bad im Thermalbad, nimmt René eine kühlende Dusche unter dem
Wasserfall um sich dann mit einem Sprung in den natürlichen Pool zu stürzen.

- - -

Ein einheimischer Fotograf benützt die malerische Umgebung für ein Fotoshooting
mit seinem Fotomodell.
Dank meinem starken Tele kommen wir auch in den Genuss dieser Naturschönheit.

-

Der zweite Wasserfall ist sehr bescheiden, eher ein Rinnsal.

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Sonntag, 4. November 2018, 18:46

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 17

Wieder auf der Strasse lassen wir es uns nicht nehmen die Gegend noch weiter zu
erkunden und fahren weiter bergan. Die Strasse ist breit und sehr gut ausgebaut.
Schon bald sehen wir auch warum. Wir sind auf der Strasse zu einem geothermischen
Kraftwerk, das von hier aus halb Negros mit Elektrizität versorgt.

- - -

- -

Das würde uns eigentlich auch noch interessieren, aber ohne entsprechende
Anmeldung kann man das Werk wohl nicht besuchen. Daher kehren wir wieder um
und fahren zurück nach Valencia und Dumaguete.

Dort geraten wir prompt in den Feierabendverkehr und bekunden einige Mühe,
bis wir den Weg zum Boulevard und unserer bevorzugten Beiz finden.



Abends um sieben Uhr treffen wir uns dann mit den Freunden von Benny und
Vangie die René im Restaurant Pasta King zum Abendessen eingeladen hat.

Als wir endlich um ca. 22.30 zuhause in Sibulan eintreffen, werden wir weder vom
Hund noch von der Katze begrüsst. Schleierhaft wo die beiden sein könnten.
Krampfhaft suchen wir das ganze Gelände und den Bungalow ab. Jeder Strauch
und jedes Gebüsch wird mit der Taschenlampe durchsucht. Von Katz und Hund
keine jede Spur. Auch draussen, ausserhalb des Grundstücks von Benny wird
gesucht und gerufen, aber ohne Erfolg. Mit gemischten Gefühlen gehen wir dann
endlich zu Bett.

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Sonntag, 4. November 2018, 22:27

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 18

Freitag, 15. Januar 2016

René ist früh auf und schon wieder auf der Suche nach dem kleinen Hund.
Die Katze ist in der Zwischenzeit wieder aufgetaucht, kann uns aber über
den Verbleib des Hundes auch keine Auskunft geben.

Benny und Vangie werden durch Réne per SMS über das mysteriöse Ver-
schwinden des Hundes informiert. Schliesslich geben wir Suche auf, nach-
dem wir schon die abstrusesten Theorien entwickelt hatten. Jemand sei
mittels einer Bambusleiter über die mit Glasscherben "verzierte" Mauer
gestiegen und habe den Hund geklaut und dabei unsere beiden Notebooks
die im Bungalow auf dem Tisch lagen nicht mitgenommen. Oder ein Seeadler
habe sich den Hund geholt. Abstrus, wirklich abstrus.

- - -

- -

Mit den Motorrädern fahren wir auf der Strasse die zu rauf zu den Twin Lakes führt,
bis zum Azalea Cafe. Ein schönes Lokal mit Balkon und herlichem Blick auf das grüne Tal,
Meer und das gegenüberliegende Cebu.
Beim Runterfahren auf die Strasse geniessen wir die schöne Aussicht.

Am Nachmittag fahren wir zum Flughafen in Sibulan um Benny und Vangie am Airport abzu-
holen die von Manila herfliegen. Wir treffen dort auch Jun und haben die Hoffnung,
dass er was über den Verbleib des Hundes weiss. Dem ist aber nicht so.

Der Flug von Vangie und Benny trifft relativ pünktlich in Sibulan ein. Von Benny erfahren
wir, wie es ihnen ergangen ist bei dem Behördenmarathon in Manila. Sie mussten diverse
Papiere beschaffen. Das ging natürlich nicht ganz ohne Pannen über die Bühne.

Anschliessend ist natürlich das mysteriöse Verschwinden des Hundes DAS Thema.
Weiter werden diverse Möglichkeiten in Betracht gezogen. Als wir dann zuhause
sind, informiert Vangie die Nachbarn und Benny will im Internet eine Suchanzeige
aufgeben. Ich mache den Vorschlag, ein paar kleinere Plakat drucken zu lassen mit
einer Suchanzeige und einem Finderlohn. Kaum habe ich den Gedanken geäussert
tauchen drei Kinder, eines davon hat den kleinen Ausreisser auf den Armen. Die
Kinder werden von mir mit je 50 Pesos entschädigt und ziehen glücklich ab. Sehr
glücklich ist auch Réne, dass sein Liebling wieder aufgetaucht ist. Dem Kleinen geht
es prächtig. Réne löst nun auch das Rätsel des Verschwindens. Der Welpe konnte
sich offenbar durch die Gitterstäbe des Gartentors gegen das Meer durchzwängen
und hat so Reissaus genommen. Auf jeden Fall ist die Welt wieder in Ordnung und
wir können unsere "Verschwörungstheorien" begraben.

Für den morgigen Tag beschliessen wir, Benny, Réne und ich, einen mindestens zwei-
tägigen Ausflug auf die Insel Siquijor zu unternehmen.

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Sonntag, 4. November 2018, 22:56

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 19

Siquijor

Samstag 16. Januar 2016

Da unser Schiff auf die Insel Siquijor schon um 8 Uhr ablegen soll, heisst es früh
aufstehen. So gegen halb acht sind wir denn auch im Hafen von Dumaguete.
Als wir unsere Ticket lösen wollen, werden zum Erstaunen von Benny verschiedene
Papiere verlangt. Bei Bennys Töff sind die unter dem Sattel versorgt. Wie er den Sattel
mit seinem Schlüssel entriegeln will, bricht ihm der Schlüssebart ab und bleibt im
Schloss stecken. Nun ist guter Rat teuer. Ich denke schon, dass wir unseren Ausflug
auf den morgigen Tag verschieben müssen.

Aber so schnell gibt Benny nicht auf. Er versucht den Bart aus dem Schloss zu
ziehen, was aber nicht gelingt, denn die Verschalung verhindert, dass man richtig
zugreifen kann.

- -

Also wird mal die Verschalung entfernt, dann kann mit Hilfe eines Schraubenziehers
und meinem Sackmesser der Sattel gelöst werden. So kommen wir wenigstens mal
an die Papiere. Nun können wir auch den Bart aus dem Schloss ziehen. In der
Zwischenzeit hat natürlich das 8-Uhr Boot ohne uns längst abgelegt. Macht nichts,
denn um 10 Uhr gibts eine neue Fahrgelegenheit.

Benny nimmt nun mit Jun Kontakt auf und schon bald taucht dieser auf. Jun weiss Rat
Er verschwindet mit dem defekten Schlüssel und Bart und ist in einer halben Stunde wieder
da mit neuem Schlüssel.

Papiere und Schlüssel hätten wir. Also kanns losgehen.

Aber so schnell wie wir uns das vorgestellt haben, geht es nicht. Der Papierkrieg um
mit einem Motorrad nach Siquijor überzusetzen ist grauenhaft. Wir werden von Büro zu
Büro geschickt. Da wird dann registriert, notiert, kassiert und Fotokopien verlangt.
Eigentlich erstaunlich, dass wir nicht noch den Taufschein und ein Leumundszeugnis
und einen Impfausweis vorzeigen müssen. Dazu kommt, dass der Tarif für die Ueberfahrt
des Motorrades mit 572 Pesos recht happig ist.

Endlich haben wir den Formularkrieg erledigt und können uns einschiffen.

- - -

Zwei Stunden später als geplant, legen wir endlich ab. Immer noch besser als um einen Tag zu verschieben.

- - -

Siquijor ist die drittkleinste Provinz der Philippinen und berühmt berüchtigt für
die vielen Geister die es hier geben soll. Bis jetzt haben wir auf jeden Fall den Geist
des Bürokratismus zu spüren bekommen. Ob für den abgebrochenen Schlüssel
auch ein Geist verantwortlich war, weiss ich nicht.

Gleich nach der Hafenausfahrt von Siquijor hat es einige Motorradverleiher. Dort könnte
man für 300 Peso pro Tag ein Motorrad mieten. Für einen Kurzufenthalt von 2-3 Tagen
lohnt es sich also auf keinen Fall, das eigene Motorrad mitzubringen. Einziger Vorteil
ist, dass man mit der eigenen Maschine vertraut ist und man sonst eventuell eine
abgehalfterte Maschine erhält.

Die gleichnamige Hauptstadt bietet keine grossen Sehenswürdigkeiten und so fahren
wir gleich nach rechts auf die Küstenstrasse, die die ganze Insel umrundet. Schon
nach wenigen Kilometer sind wir praktisch allein auf der gut ausgebauten Strasse.

Wir nehmen es gemütlich.

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Dienstag, 6. November 2018, 13:38

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 20

Auf der Strecke nach San Juan hat es Dutzende von Beach Resorts. Beim Treasure Island
genehmigen wir uns einen Drink und inspizieren das Resort.

- - - -

Der Strand sieht auf den ersten Blick gut aus, entpuppt sich dann aber zum Schwimmen
wohl als zu flach, da müsste man schon weit rauswaten.
Offensichtlich gefällt es René hier ganz gut. Würde wohl am liebsten hier bleiben.
Die Bungalows, resp. Häuser sehen gut aus und sind mit 1800 Pesos pro Nacht absolut im Preis.

Aber wir müssen weiter, haben ja noch die ganze Insel vor uns.

-

Dieses Haus hat wohl auch schon bessere Zeiten gesehen.
Die Klientel im Casa Miranda besteht wohl eher aus Rucksacktouristen. Auch hier ist der Strand ziemlich flach.

Nächster Halt ist das Coco Groove, welches sich an zahlungskräftigere Kundschaft richtet.

- - -

Benny flirtet mit den Damen am Empfang und erzählt ihnen, dass er öfters
Gäste aus Europa habe die er dann vielleicht nach Siquijor schicke. Den Obolus
von 200 Pesos um das Resort zu besichtigen müssen wir trotzdem berappen, können
diesen dann aber im Restaurant in Getränke umsetzen. Es fehlt wieder mal am nö-
tigen Kleingeld und man gibt uns einen Zettel mit der Bemerkung, dass wir die 400
Peso Rückgeld im Restaurant erhielten.

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Dienstag, 6. November 2018, 14:08

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 21

- - -

- - -

Schon der Zugang zum Resort ist gediegen und wird von einem Papagei bewacht.
Die ganze Anlage ist sehr grosszügig mit zwei Swimming Pools, einer mit Poolbar,
viele Bungalows und schönem Strand. Es werden auch Tauchgänge angeboten.
Die Preise sind mit 3000 - 8700 Pesos pro Nacht eher im gehobenen Rahmen.

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23

Dienstag, 6. November 2018, 14:21

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 22

- - -

Weiter geht es auf der traumhaften Strasse ohne Verkehr.

Wir sind hier in den Tropen und ab 6 Uhr nachts wird es ziemlich schnell stockdunkel.
Nicht wie bei uns im Sommer, wo die Sonne erst um 9 Uhr abends untergeht. Daher
müssen wir uns mal langsam nach einem Nachtlager umsehen.

Bei einem Hinweisschild "Princessa Bulakna Resort" biegen wir mal rechts
rein und gelangen nach einer kurzen Strecke zum Eingang des Resorts.
Es sieht uns aber nicht so vertrauenserweckend aus und so kehren wir um.
Im nächsten Resort, das von einem Franzosen geführt wird, ist alles ausge-
bucht, wir könnten zwar noch in Zelten übernachten, das behagt uns aber
nicht.

Nun wird es kritisch und so beschliessen wir, der "Bulakna Prinzessin" doch
noch eine Chance zu geben. Wir sollten es nicht bereuen.

Die kurze Strecke zurück haben wir schnell hinter uns. Der Eingang des Resorts
ist fast auf der Höhe der Strasse und zur Rezeption geht es dann noch steil runter.


- - -

Die Prinzessinnen an der Rezeption sind eine Augenweide und haben uns mit ihrem
Charm sofort um den Finger gewickelt. Da müssen wir natürlich bleiben.

- -

Jeder kriegt einen eigenen Bungalow, damit er ungestört pennen kann und keine
Schnargeräusche erdulden muss. Die Bungalows sind wieder eine halbe Bergtour
oberhalb der Rezeption, aber wir haben ja Töffs.

Dann gehts in den Swimming Pool, zum schwimmen zwar zu klein, aber zum
relaxen ideal.
Anschliessend gibts im Restaurant ein gutes Abendessen ..dann lassen wir den Abend bei ein
paar Bierchen und einer Flasche Tanduay ausklingen immer betreut von den hübschen Prinzessinnen.

Der Tag hat einigermassen mühsam begonnen (Schlüsselprobleme, Formularkrieg)
und mit einem super Abschluss geendet.

___

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Dienstag, 6. November 2018, 18:15

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 23

Sonntag, 17.1.2016

Heute gibt's Frühstück filipino Style ohne Brot, dafür mit Reis.
Eine Mahlzeit ohne Reis ist eben für den Philippino keine Mahlzeit.

-

Dann verabschieden wir uns von den Hübschen. Réne will dem Resort schon nächstes Jahr wieder einen Besuch abstatten. Es geht zurück auf die Strasse, die jetzt aber mehr und mehr entfernt von der Küste verläuft. Im Gegensatz zu anderen Landesteilen sieht man hier eigentlich viele massive Häuser. Reine Nipa-Hütten gibt es eher selten. Kommt wohl daher, dass viele
Einheimische hier Verwandte im Ausland oder in Manila haben, die die Daheimgebliebenen unterstützen, oder dass das Nipa-Material hier nicht oder nur spärlich wächst.

- - <- Dies ist aber kein Reisbauer.

Wo es flach ist und genügend Wasser vorhanden ist, wird Reis angebaut.

Es hätte noch viele unerschlossene Strände. Des öfteren sehen wir auch Schilder mit
"Land zu verkaufen".

- -

Durch einen schönen, von Menschen angelegten Molave Wald gelangen wir zum
Salagdoong Beach Resort. Ein Resort, das offensichtlich vor allem auf einheimische
Tagestouristen ausrichtet ist. Es hat zwar einige Bungalows zum Uebernachten aber
vor allem Strandbungalows zur Tagesmiete. Der Strand ist schön und das Wasser
kristallklar.

-

Von einer Plattform, etwa 5-7 m über dem Wasser, springen Jungs und Mädchen ins Meer.
Benny schaut sich die Sache von oben an, kommt dann aber über die Treppe wieder runter.

Wir setzen uns ins Restaurant und hätten gerne einen Fruchtsaft. Die zwei Girls der Bedienung sind in ein Gespräch vertieft und lassen sich durch Kundschaft nicht aus der Ruhe bringen. Erst als wir nach einiger Zeit intervenieren, bequemen sie sich, uns zu bedienen. Sie sind offenbar am Umsatz nicht beteiligt.

Durch den Molave-Wald geht es zurück auf die Küstenstrasse, die nun wieder direkt dem Meer entlang verläuft.

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Dienstag, 6. November 2018, 19:00

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 24

- - -

Strand mit Mangroven - Oeffentliche Verkehrsmittel sind spärlich. Einer der wenigen Busse die uns begegnet sind.

- Eine seltene Baustelle. Bald dürfte die Strasse um die Insel dann durchgegend in bestem Zustand sein.

- - -

Eine grosse Hinweistafel mit Schweizerkreuz veranlasst uns, einen Halt zu machen und uns das "Kalachuchi-Resort" anzuschauen.
Zwei Schweizer, Marcel und Rolf, die schon über 30 Jahre auf den Philippinen leben. Zuerst in Puerto Galera und jetzt, seit 4 Jahren auf Siquijor, haben hier ein schönes Resort aufgebaut. Alles nach Schweizer Standard.

Im Haupthaus hat es ein schönes, luftiges Restaurant mit Blick auf den Swimming Pool, einen Billardraum und eine Bar.

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Donnerstag, 8. November 2018, 09:51

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 25

- - -

- - -

Die Gästebungalows befinden sich etwas erhöht. Das Gelände ist sehr gross und die Bungalows stehen nicht direkt nebeneinander, so dass die Privatsphäre gewahrt bleibt. Die Häuser sind zweistöckig und bieten viel Platz für 4 Personen. Die Inneneinrichtungist äusserst gediegen.

Weitere Informationen wie z.B. Preise gibts unter: www.kalachuchi.com

-

Und weiter gehts auf menschenleerer Strasse. Eine Wohltat, wenn man an das Gewimmel in den Städten denkt.

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Donnerstag, 8. November 2018, 10:46

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 26

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Réne will kein Risiko eingehen und tankt bei einer Cola-Tankstelle. Die Gefahr, dass man wegen Benzinknappheit in Schwierigkeiten gerät ist auf den Philippinen sehr klein. Denn überall wird in Flaschen abgefülltes Benzin verkauft.

Und weiter gehts auf menschenleerer Strasse. Eine Wohltat, wenn man an das Gewimmel in den Städten denkt.

Schon müssen wir uns wieder um eine Uebernachtungsmöglichkeit kümmern. Nächstes Ziel wäre das Casa della Playa Beach Resort. Marcel vom Kalachuchi sagte uns, dass es nur 3-4 Kilometer seien. Prompt fahren wir daran vorbei, denn das Hinweisschild ist von unserer Fahrrichtung nicht zu sehen, da nur auf einer Seite beschriftet.

Es ist leider nur noch ein Bungalow frei, aber da es schon gegen Abend zu geht, bleiben wir mal dort. James, der schwule Hausboy verspricht, uns sofort in unser Bungalow zu führen. Das "sofort" entpuppt sich dann wieder mal als philippinischer Zeitbegriff, denn James ist Mädchen für alles. Er amtiert als Kellner, Hausboy, Assistent der Rezeption, kümmert sich um den Motorradverleih und später macht er noch die Buchhaltung des Restaurants. Schlussendlich bekommen wir doch noch unser Bungalow in der relativ grossen Anlage die an einem Hang zum Strand gelegen ist.

Leider ist der Strand sehr flach und man muss weit hinauslaufen bis man endlich schwimmen kann. Dies scheint ein allgemeines Phönomen zu sein auf Siquijor.
Nebenan hat es noch weitere Resorts, unter anderen das Islanders Paradise. Dort treffen wir auch noch einen Schweizer der sich dort mit seiner philippinischen Frau gleich für mehrere Monate einquartiert hat.

Für den Service beim Abendessen hat sich James in den Tropenanzug gestürzt. Er kommt uns vor wie bei einer Afrikaexpedition im 19ten Jahrhundert. Wir amüsieren uns köstlich wie er im Restaurant herumwieselt. Wie erwähnt sezt er sich dann noch an einen Tisch um die Buchhaltung zu machen. Er scheint hier wirklich unersetzlich zu sein. Leider haben wir es verpasst das Unikum zu fotografieren.

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Donnerstag, 8. November 2018, 11:07

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Montag, 18.1.2016

- -

Da das Kalachuchi-Resort ja nur 3 Kilometer entfernt ist, beschliessen wir, dort das
Frühtück einzunehmen.

- - -

Larena ist der grösste und wohl aktivste Ort auf Siquijor. Momentan ist der Hafen
eine Baustelle und wird daher von Dumaguete her nicht angefahren.

Davor zwei Kinder, die uns mitteilen, dass sie, weil der Lehrer krank sei jetzt mehr
Zeit zum spielen hätten. Viel haben sie wohl nicht verpasst. - Ein antikes Haus.

-

Wir fahren weiter den Berg hoch zum Infinity Heights Resort. Wunderbar in den Hang gebaut. Der Swimming Pool bietet beste Aussicht. Die Preise bewegen sich von 4000 bis 5200 Pesos für ein Duplex inkl. Frühstück mit Mountain View, also ohne die fabelhafte Aussicht. Diese gibt es aber für 200 Pesos Aufpreis.

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Donnerstag, 8. November 2018, 13:13

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 28

- - -

- <- Die Kirche von San Antonio

Nach einer Erfrischung in diesem schönen Resort geht es weiter durch die Hügel von Siquijor. Hier werden Kokosnüsse getrocknet. Das sogenannte Copra wird dann verkauft und ist der Ausgangsstoff für Kokosöl und Kokosfett. Das Ernten, Bearbeiten und Trocknen von Kokosnüssen ist für viele Kleinbauern eine der wenigen Möglichkeiten um ein wenig Bargeld zu erlangen.

Ein zerfallendes Haus ... und als Kontrast dazu ein schönes modernes Haus.

Schliesslich landen wir wieder in der Ebene. In der Meinung, dass wir noch östlich von Siquijor sind, fahre ich gegen links. Benny bemerkt schliesslich den Fehler, sonst ätten wir wohl die Insel ein zweites Mal umrundet.

- - -

Im Hafen von Siquijor hat unsere Rundreise ein Ende. Es braucht wieder etwas Geduld bis wir endlich die Tickets lösen können. Dabei bemerkt Réne, dass irgendwo die Papiere für seinen Töff abhanden gekommen sind. Zum Glück hat das aber keine Konsequenzen, denn im Gegensatz zu Dumaguete geht es hier ganz ohne Formalitäten.

Das Oceanjet Schnellboot auf dem Weg nach Dumaguete legt an und rauscht schon nach kurzem Aufenthalt wieder ab.
Bye bye Siquijor, es waren 3 schöne stressfreie Tage. Es gäbe sicher noch mehr zu entdecken auf dieser schönen und relaxten Insel, aber man sollte ja nicht alles abhaken, so hat man eine Ausrede für einen erneuten Besuch.

Im Hafen von Dumaguete gehen wir dann noch in die Büros, wo wir vor 3 Tagen die Formalitäten erledigten. Und siehe da, wir werden fündig und Réne hat seine Mopedpapiere wieder.

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Donnerstag, 8. November 2018, 17:40

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 29

Dienstag, 19.1.2016

Heute ist mehr oder weniger Ruhetag und zugleich mein letzter Tag in Dumaguete. Da ich morgen früh um 4 Uhr das Boot nach Dapitan auf Mindanao nehmen will, werde ich die letzte Nacht in einem Hotel in der Stadt verbringen, sonst müsste ich zu früh aus den Federn und meine Gastgeber stören. So fahre ich, noch ohne Gepäck, in die Stadt um mich nach einem Hotel umzusehen und gleichzeitig schon Bootsticket zu kaufen.

Letzteres ist leider nicht möglich, da man die Tickets erst spätabends oder am Reisetag kaufen kann. Warum das so ist, weiss ich nicht. Aber dabei finde ich raus, dass es noch ein Boot gibt, das erst um 6 Uhr losfährt. Ist mir auch lieber so als schon um 4 Uhr.

- - -

Ein schönes altes Haus mit Capiz-Fenster. Leider sieht man nicht mehr viele dieser Häuser oder dann in schlechtem Zustand.
Eine Bettlerin, wohl von einem Stamm aus den Bergen. Die Filipinos sind meistens ziemlich rassistisch und verachten ihre Ureinwohner. Diese fristen vielfach ein ärmliches Leben.

- - -

Im Hotel Plaza Maria Luisa Suites Inn, in der Nähe des Boulevards, also nicht weit vom Hafen, finde ich ein Zimmer zu einem vernünftigen Preis. Am späten Nachmittag fahre ich zurück nach Sibulan. Dann heisst es Abschied nehmen vom gastlichen Haus Schärs.

Am Abend treffen wir uns dann alle noch zu einem Abschiedsessen im Dachrestaurant des Bayview Inn.



Mittwoch, 20.1.2016

Mein Handy-Wecker reisst mit um 5 Uhr aus dem Schlaf. Gepackt ist schnell. Dann sattle ich mein Motorrad und fahre gegen den Hafen. Unterwegs gibts im neuen 7/11-Shop, der 24 Stunden geöffnet hat einen Kaffee. Am Schalter der Montenegro Line stehen die Leute schon Schlange. Da ich einen endlos langen Formularkrieg befürchte, gehe ich direkt zur Türe neben dem Schalter und gebe meine Papiere ab. Es braucht noch etwas Geduld, denn der Typ hinter dem Schalter ist noch mit SMS-Korrespondenz beschäftigt, wohl kaum dienstlich. Schliesslich kriege ich mein Ticket und kann dann noch zur Port Authority. Damit hat sichs schon. Warum wir bei der Fahrt nach Siquijor so einen Formular-Marathon absolvieren mussten, wissen die Götter. Wohl um den Moped-Vermietern das Geshäft zu erleichtern. Die Uhren ticken eben anders hier, zudem ist eben immer anders, sogar im gleichen Hafen.

-

Kurz vor sechs fahre ich auf das Schiff und begebe mich dann aufs Passagierdeck.
Im Hafen liegt auch noch ein Schiff der Cokaliong Linie. Die Sonne versteckt sich noch hinter einem Wolkenband.

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Donnerstag, 8. November 2018, 20:28

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 30

- - - -

Das Schiff ist schon sehr gut besetzt. Sitzplätze sind rar. Offensichtlich bin ich nicht der einzige der nach Mindanao will. Etliche Mitfahrer haben ihre gefiederten Freunde (Kampfhähne) dabei, verpackt in geflochtenen Taschen oder in Transportschachteln. Lautstark begrüssen die Hähne die aufgehende Sonne, man fühlt sich eher auf einem Hühnerhof denn auf einem Schiff. Die Abfahrt erfolgt wie üblich mit einer satten Stunde Verspätung.

Nach einiger Zeit strecken die Hähne ihre Köpfe aus der Schachtel. Als sie den Gegner nebenan bemerken, erwacht sofort ihr Kampfgeist und sie versuchen sich mit den Schnäbeln wie wild zu hacken und geraten dabei immer mehr aus der Schachtel, bis der Besitzer herbeieilt um sie wieder zurückzudrängen. Auch die Hähne in den geflochtenen Taschen können sich teilweise befreien und beginnen sofort einen Kontrahenten zu attackieren. Der Eigentümer hat die grösste Mühe die Güggel wieder in die Taschen zurückzudrängen und diese mit Schnur zu verschliessen.

Hahnenkampf ist wohl des Philippinos liebster Zeitvertreib. Praktisch jeder Mann besitzt einen oder mehrerer dieser Kampfhähne. Die werden dann umsorgt, massiert, mit Spezialfutter verwöhnt und auf den entscheidenden Kampf trainiert. Jede Stadt oder Dorf hat einen "Cockpit" eine Hahnenkampfarena. In den Städten oder grösseren Orten sind das richtig grosse Bauten, in den Dörfer oft nur mit Bambus abgesteckte Felder. Fährt man über Land und sieht eine grosse Anzahl Motorräder am Strassenrand parkiert, so kann man sicher sein, dass da Hahnenkämpfe im Gange sind. Den armen Viechern werden rasierscharfe Messer an die Sporen gebunden bevor sie aufeinander losgelassen werden. Der Kampf geht bis zum bitteren Ende,
d.h. bis einer tot oder so verletzt ist, dass er nicht mehr weiter kämpfen kann. Der Verlierer landet im Kochtopf. Der Gewinner ist manchmal auch dermassen verletzt, dass er vom Besitzer chirurgisch zusammengeflickt werden muss. Bei den Kämpfen wird natürlich gewettet und das teilweise mit horrenden Summen. Viele Pinoys haben sich mit Hahnenkampf-Wetten schon ruiniert oder in Schulden gestürzt.

- - -

Auf der rechten Seite sieht man nun die kleine Insel Apo, die für ihre Tauchgebiete bekannt ist.
Wir werden vom Cokaliong Schiff, das im Hafen von Dumaguete lag, und nach uns abgefahren war überholt.

-

Schon bald taucht die Küstenlinie von Mindanao auf.

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Donnerstag, 8. November 2018, 22:06

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 31

- - -

Das Hafenviertel von Dapitan bietet keine Sehenswürdigkeiten und hält mich nicht lange auf. Philippinische Städte sind in der Regel nicht so attraktiv. Daher verzichte ich auf einen Besuch von Dapitan. Vielleicht tue ich der Stadt Unrecht und es gäbe Einiges zu entdecken und besichtigen.

- - -

Dieser Tricyle-Fahrer lässt keinen Zweifel
aufkommen, wann er seinen freien Tag hat.

-

Die Strasse ist ausgezeichnet und weist praktisch keinen Verkehr auf.
Die Gegend ist sehr grün mit viel Wald und Kokospalmen.

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Donnerstag, 8. November 2018, 22:46

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 32

- - -

Wunderschöne grüne tropische Landschaft.

- - -

Eine Ziegelei, in der Töpfe, kleine Holzkohlenöfen und Gartenzwerge resp. Schlümpfe hergestellt werden.

-

Tankstellen mit Shop, Restaurant und sauberen Toiletten haben eher Seltenheitswert und werden daher umso mehr geschätzt.
So schön schattige Strassenabschnitte sind angenehm zu befahren.

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Freitag, 9. November 2018, 14:16

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 33

- - -

Plaridel - Fischerhafen - Flusslandschaft - Einfamilienhaus - Einfahrt in die Fähre in Ozamis

Von Ozamis geht eine Fähre über einen Meeresarm nach Mukas, dadurch erspare ich mir einen Umweg von etwa zwei Stunden Fahrzeit. Kostet mich nur 50 Pesos und geht ganz ohne Formalitäten.

- - -

Neben der Fähre wird Reis ausgeladen. NFA ist die National Food Authority. Dieser Reis der billigsten Sorte wird dann zu für 32-35 Pesos pro Kg verkauft. Dies bei einem Tageslohn für einen Arbeiter von 200-350 Pesos.

-

Es hat mehrer Fähren die über den Meeresarm von Panguil zirkulieren. Diese Stelzensiedlung
ist sieht ja malerisch aus, darin zu wohnen ist wohl weniger malerisch.
Die Ueberfahrt dauert nur eine halbe Stunde.

Situation heute im November 2018
Ueber die Panguil Bucht wird gegenwärtig eine 3.7 Kilometer lange Brücke erstellt. Baubeginn war auf Oktober 2018 angesagt. Gemäss ersten Prognosen sollte die Brücke Ende 2020 fertig sein. Sie wird dann die Provinzen Lanao del Norte und Misamis Occidental verbinden. Erbaut wird sie durch ein Konsortium von drei koreanischen Firmen. Kostenvoranschlag 88 Millionen USD. und finanziert durch den Korean Economic Development Cooperation Fund. Ob die ehrgeizigen Zeit- und Kostenpläne eingehalten werden, wage ich zu bezweifeln.

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Freitag, 9. November 2018, 20:00

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 34

- - -

Ab hier fahre ich jetzt in einem Gebiet wo überwiegend Muslims wohnen. An Bord hat es auch eine komplett verschleierte Frau, was man sonst in den Philippinen eher selten sieht.

Einer von mehreren Holztransportern, die mir begegnet sind. Illegale Holzfällerei ist ein massives Problem auf den Philippinen. Die Abholzerei ist auch Ursache der massiven Ueberschwemmungen.

Diese Frau schaute mich an wie von einem anderen Stern. Ausländer mit Motorrad hat es hier offenbar nicht allzuviele.


Situation 2018
In letzter Zeit sieht man auch in Manila, vor allem in der Ermita und Malate vermehrt verschleierte Frauen. Handelt sich zum Teil sicher auch um Touristen aus arabischen Ländern oder aus den Muslim-
gebieten in Mindanao




- - -

Die Strasse von Mukas bis Cagayan de Oro via Iligan führt gemäss der Karte mehr oder weniger immer dem Meer entlang.

Zur Schulzeit wird man bei Schulhäusern immer wieder durch die "Slow down"-Blockaden gebremst. Dass diese hier durch die grösste Schnapsbrennerei auf den Philippinen gesponsert wird, stört hier niemand. Vorn am Jeepney darf natürlich der Mercedes-Stern nicht fehlen, obwohl das Vehikel mit Mercedes etwa so viel zu tun hat, wie mein Suzuki Moped.

Philippinischer "Alpaufzug" - wohin der "Aelpler" mit den Kühen will, weiss ich nicht.

-

Eine Unsitte der Philippinos ist das Verbrennen von Abfällen. Der stinkende Rauch kann ganze Dörfer einnebeln.
Solange nur Blätter und Zweige verbrannt werden, geht es ja noch, aber dabei ist natürlich auch Plastik und diese Dämpfe stinken nicht nur fürchterlich, sondern sind auch giftig. Kehrichtverbrennungsanlagen gibt es wohl keine auf den Philippinen. Der Abfall wird irgendwo deponiert oder ins Meer geschmissen.

Heute werde ich es kaum schaffen bis Iligan, daher entschliesse ich mich bei der erstbesten Gelegenheit zu übernachten. Etwas ausserhalb von Maigo finde ich ein Hotel.

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Samstag, 10. November 2018, 16:59

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 35

Donnerstag, 21.1.2016

- -

Gegen Iligan hat einige Strände mit teils recht hohen Wellen. Ein schön bemaltes Jeepney.

Iligan, eine ziemlich grosse Stadt, ist bekannt für die Maria Cristina Wasserfälle, die höchsten im Lande. Die haben meine Frau und ich vor x Jahren mal besichtigt. Damals waren die, wegen lang anhaltender Trockenheit, nur ein Rinnsal. Diesmal verzichte ich auf eine erneute Besichtigung. Sonst gibt es in der Stadt nicht viel zu sehen. Habe gedacht, dass der Muslim-Einfluss grösser ist. Es hat zwar schon viele Frauen mit Kopftüchern, aber total Verschleierte sieht man praktisch keine.

Aufgefallen ist mir einzig die Notiz an der Kasse des Jollibee-Restaurants wo ich einen Ananassaft trinke: "Unsere Sauce enthält keine Schweinefleisch Anteile".

Ausgangs der Stadt Richtun Cagayan de Oro hat es viel Industrie. Unter anderem ein Stahlwerk und eine grosse Zementfabrik von Lafarge-Holcim.

Weiter geht es dem Meer entlang.

- -

In einem Fluss sind Kinder dabei Kies und Sand aus einem Fluss zu holen.
Eine der wenigen Moscheen, die ich zu Gesicht bekomme.

-

Kurz vor Cagayan de Oro gelange ich zu einem schönen sauberen Restaurant. Das Gebäude ist U-förmig und im Innern des Hofes stand ein grosser Baum der durch starke Winde zum Einsturz gebracht wurde. Zum Glück blieb das Gebäude verschont.

Ich komme mit dem Besitzer ins Gespräch und gratuliere ihm zu seinem schönen Restaurant. Er spricht gut Englisch und sagt mir, dass er eine Zeitlang in Kanada verbracht hat. Als ich meine Konsumation bezahlen will, sagt er, dass sei vom Haus offeriert.

Nun gelange ich schon zur Abzweigung zum neuen Flughafen von Cagayan de Oro. Von dort hat es eine grosse vierspurige Strasse und der Verkehr wird merklich dichter.
Am Stadtrand sehe ich einige grosse Seafood-Restaurants und bin schon bald im Zentrum der Stadt. Da ich weiss, dass meine Freunde in der Nähe des alten Flughafens in Lumbia wohnen, fahre ich in diese Richtung. Es geht dabei in die Höhe. In einem grossen SM Supermarkt mache ich Halt und telefoniere meinem Freund.

Noch ein Wort zum SM Supermarkt. SM bedeutet eigentlich Shoemart (Schuhmarkt).
Henry Sy, Senior, ein Immigrant aus der Provinz Fujian in China, Sohn einer armen
Familie, hat 1958 in Quezon-City (Stadtteil von Metro Manila) einen Schuhladen
(Shoemart) gegründet. Das Geschäft lief gut und schon bald wurde das Sortiment
erweitert. Der langen Rede kurzer Sinn. Henry Sy ist heute mit einem Vermögen von
mehreren Milliarden US$ der reichste Philippino. Seine SM Malls gibt es heute auf den
ganzen Philippinen. Zu den Malls kamen noch andere Geschäftszweige wie Banken und
Immobilien.

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Dienstag, 13. November 2018, 19:35

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 36

Die Einfahrt zur Camella Subdivision ist nur etwa 2 Kilometer vom SM Einkaufszentrum entfernt. Hier, in erhöhter Lage über der Stadt Cagayan de Oro, scheint ein bevozugtes Wohngebiet zu sein, denn es hat noch einige andere Subdivisons.

Peter holt mich mit dem Auto am Haupteingang ab und ich fahre hinter ihm her zu ihrem Haus. Die Anlage ist sehr gross und innerhalb der Subdivison hat es erneut kleinere Subdivisions, zu denen man wiederum durch ein bewachtes Tor gelangt. Meine Freunde wohnen in der Subdivision La Miranda.

- - -

Eingangstor zur Subdivison La Miranda. Auf dem Dach des Nebengebäudes sieht man einen Solar-Wassererwärmer, etwas was man hier nur selten zu Gesicht bekommt, dabei wären die Philippinen doch prädestiniert für solche stromsparende Installationen.

Neben der Subdivision hat es noch beinahe unberührte Natur. Fragt sich, wie lange noch. Bilder von Häusern. In der La Miranda Subdivision sind viele Parzellen noch leer und einige Häuser sind im Bau. Wenn dann mal alles fertig und begrünt ist sieht es sicher besser aus. Im Quartier hat es auch eine Kirche, einen grossen Swimming Pool, mehrere Läden, eine Wäscherei eine Pizzeria etc. Für grössere Einkäufe ist ja der grosse SM Supermarkt nur ca. 3 Km entfernt.

-

Camella ist wohl eine der grössten Immobiliengesellschaften auf den Philippinen.
Ueberall wird Land erschlossen, auf dem dann neue Subdivisons (Quartiere) entstehen. Meistens
handelt es sich um standardisierte Einfamilienhäuser. Es gibt verschiedene Einheiten. Während der
Erstellung können absolut keine Kundenwünsche berücksichtigt werden. Das führt dann dazu, wie
bei meinen Freunden, dass gleich nach der Fertigstellung mit dem Umbau begonnen wird und zb.
Kücheneinrichtung oder Wände wieder rausgerissen werden.

In den Städten werden aber auch Mehrfamilienhäuser mit sogenannten Condos erstellt. Die meisten
Philippinos kaufen die Häuser oder Condos im Abzahlungsverfahren. Die Verträge laufen dann über 20-30
Jahre. Es gibt auch eine Art Bausparvertrag.


Freitag, den 22.1.2016

Es ist angenehm, bei Freunden zu wohnen und dann noch zu reden wie einem der Schnabel gewachsen ist.

- - -

Am Vormittag machen Peter und ich einen Ausflug in die Höhe, zu einem Resort mit schöner Aussicht über die ganze Stadt.
Dabei gehts über eine Brücke über den Fluss Cagayan, nach dem die Stadt den Namen erhalten hat.
Obwohl es seit Wochen nicht richtig geregnet hat, führt der immer noch recht viel Wasser. Flüsse auf den Philippinen werden immer auch als Waschgelegenheit benutzt. Sei es für Kleider, Autos, Busse oder Motorräder oder auch zum Baden.

Auf dem Weg zu dem "Winds Resort" kommen wir an der Bauruine der Kongresshalle von Cagayan de Oro vorbei.

Ein riesiger eleganter Bau, fast fertiggestellt, aber eben nur beinahe. Nun scheint das Geld ausgegangen zu sein und nun vergammelt das Bauwerk langsam aber sicher.

Von oben vom "Winds-Resort", sieht man erst wie schön die Kongresshalle gelegen ist. Man geniesst einen wunderschönen Ausblick über die ganze Stadt und die Küste.

Das Resort wird häufig für Veranstaltungen benützt. Einige Angestellte sind dabei Tische für so einen Event zu dekorieren und die Band macht Soundchecks. Wir geniessen die Frische und den Ausblick und machen uns dann wieder auf den Heimweg. Die Strasse zum Resort ist teilweise sehr steil und Naturstrasse. Bei Regenwetter ist da wohl in 4x4 erforderlich.

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Heute, 10:44

Reisebericht: Route Luzon-Samar-Cebu-Negros-Mindanao-Leyte-Samar-Luzon 37

Der Service bei meinem Moped ist schon lange fällig und so informiere ich mich auf dem Internet ob und wo es eine Filiale der Suzuki Vertretung gibt und werde auch fündig. So fahren wir denn am Nachmittag hinunter in die Stadt. Pesche mit dem Auto ich mit dem Motorrad. Nach zweimal fragen finden wir auch die Motortrade-Filiale. Das ist auch so eine Eigenheit der Filipinos, wenn sie gefragt werden und keine Ahnung haben, so schicken sie dich manchmal einfach irgendwohin, Hauptsache, sie müssen nicht zugeben, dass sie es nicht wissen. Hat wohl etwas mit "Gesichtsverlust" zu tun.

- -

Das Motorrad kann ich abgeben, der Service soll in 2-3 Stunden erledigt sein.

Pesche lässt sich dann beim Coiffeur in einer Mall verwöhnen und ich schlendere etwas durch das Einkaufszentrum. Dort befindet sich auch irgendein offizielles Büro. Dutzende von Leuten warten dort auf die benötigten Papiere um im Ausland eine Stelle anzunehmen. X-Millionen Philippinos und Philippinas arbeiten im Ausland und unterstützen so die Daheimgebliebenen. Es ist klar, dass dies nicht die Dümmstenv und Faulsten sind. Das heisst, es gehen dem Land Tausende von teilweise recht gut ausgebildeten und initiativen Arbeitskräfte verloren. Zudem birgt das Ueberweisen von Geld in die Heimat die Gefahr, dass die Unterstützten daheim sich an den Geldfluss gewöhnen und wenig motiviert sind auch selber noch zu arbeiten.

Abends sind wir dann noch bei Verwandten von Yolanda und Pesche zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Dabei treffe ich auch noch einen weiteren Schweizer und seine Frau die vor ein paar Jahren ausgewandert sind und in Cagayan de Oro wohnen.

Das Wichtigste bei Philippino-Parties ist immer das Essen. Da wird reichlich aufgetischt. Sonst war die Party recht "harmlos". Es ging glücklicherweise sogar ohne Karaoke, eine Ausnahme bei Parties. Normalerweise kommt immer die "Sing-Along-Maschine" zum Zuge und Kreti und Pleti, mit oder ohne Talent geben lautstark ihr "Bestes", richtige Talente sind aber selten dabei.

Samstag, den 23.1.2016

Heute statten Pesche und ich der Stiftung "Island Kids" einen Besuch ab. Der Schweizer Thomas Kellenberer wurde auf einer Reise durch die Philippinen mit dem elenden Leben der "Müllkinder" in Cagayan de Oro konfrontiert. Von den Zuständen unter denen die Kinder der Abfallsammler auf den Müllkippen der Stadt leben, war er dermassen schockiert, dass er nach der Rückkehr in die Schweiz seinen Job als Polizist bei der Berner Stadtpolizei an den Nagel hängte, in die Philippinen auswanderte und dort die Stiftung "Island Kids of the Philippines" gründete.

- - -

Ausschnitt aus der Homepage der Stiftung, die durch Spenden und Patenschaften finanziert wird.

http://www.islandkids.ch

Vision
In einer Welt voller Elend und Ungerechtigkeit soll eine Gemeinde entstehen, in welcher schutzbedürftige, von der Gesellschaft längst fallengelassene Kinder und Jugendliche sowie land- und besitzlose Familien endlich ein Zuhause finden und Geborgenheit erfahren. Alle Kinder sollen einen Schulabschluss machen können und nicht mehr als Wertstoffsammler auf Müllhalden, als billige Hausmädchen, Prostituierte oder Kriminelle ihren dürftigen Lebensunterhalt verdienen müssen.

Leimsüchtige, missbrauchte und misshandelte Kinder sollen erfolgreich rehabilitiert und wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden. Ein grosser Landwirtschaftsbetrieb soll Ausbildungs-und menschenwürdige Arbeitsplätze für die Bewohner der Gemeinde schaffen und ihnen ein einfaches, unabhängiges Leben ohne Armut, Gewalt, Alkohol- und Drogensucht und ständige Existenzangst ermöglichen. Das Hilfswerk soll langfristig annähernd oder gar gänzlich unabhängig von Spendengeldern werden. Die unterstützten Kinder und Jugendlichen sollen später die Tätigkeit des Hilfswerks übernehmen und sich ebenfalls um andere bedürftige Menschen kümmern.


Thomas, der Gründer der Stiftung ist momentan nicht anwesend, sondern befindet sich in der Schweiz. Dort hält er Vorträge und sammelt Spenden für die Stiftung.

Wir werden daher von zwei Schweizerinnen, die als Volontärinnen für mehrere Monate hier arbeiten, empfangen. Sie zeigen uns die Schulräume, Küche und Essraum. Da Samstag, ist heute keine Schule und viele Kinder, sind bei ihren Eltern. Es hat Kinder die in der Stiftung wohnen aber auch solche die extern wohnen aber hier die Schule besuchen.

Wir können uns recht lange mit den beiden Schweizerinnen unterhalten. So einfach wie man annimmt ist es offenbar nicht. Denn bei Kindern, die oft jahrelang kein geregeltes Leben geführt haben, muss man immer auch mit Rückschlägen und Misserfolgen rechnen. Umso erfreulicher sind dann die positiven Beispiele, wenn von der Stiftung Betreute sogar Universitätsabschlüsse schaffen.

Zum Abschluss meines Aufenthaltes in Cagayan de Oro fahren wir abends noch mit einem japanischen Nachbarn in die Stadt. Wir besuchen eine Musik-Bar, die auch von einem Japaner geführt wird und der selber auch einige Instrumente spielt. Die Stimmung ist ausgezeichnet. Eine der Sängerinnen könnte ein Klon von Tina Turner sein, sowohl von der Postur wie auch von der Stimmgewalt her. Ein Superabend, ein richtiges Highlight als Abschied von Cagayan de Oro.

Damit geht mein Zwischenstopp bei meinen netten Gastgebern zu Ende und morgen werde ich meinen Rucksack wieder packen und meine Entdeckungsreise in Mindanao fortsetzen.

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