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max108

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Mittwoch, 18. Juli 2007, 18:21

Flughunde

konnte diese großen flughunde beobachten, sie hängen tagsüber kopf nach unten an den bäumen und wurden nur durch das klatschen und pfeiffen der pinoys munter. ansonsten scheinen diese nachtaktiv zu sein.
sollen sich von obst ernähren.
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wbethge

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Mittwoch, 18. Juli 2007, 18:40

Ich habe mich mal mit dem philippinischen Riesengleiter beschäftigt. Er ist aber kein Flatterer wie der Flughund.

W.



Der philippinische Riesengleiter

Namensgebung und Klassifikation

Das katzengroße Kerlchen hat viele - auch unzutreffende - Namen und wollte lange Zeit in keine Schublade der wissenschaftlichen Systematik passen. Im Deutschen wird er oft Riesengleiter oder auch Pelzflatterer genannt. Auf den Philippinen haben sich verschiedene Namen eingebürgert: "Kagwang" (Mindanao), "Caguan "(Visaya-Region) oder "Colugo". Mit am unzutreffensten ist die die Bezeichnung "Flying lemur" (Fliegender Lemur), denn der Riesengleiter kann nicht aktiv fliegen, noch seht er zu dem afrikanischen Lemuren in engerer Verwandtschaft.

Der Ordnung der Fleischfresser war er - trotz eines entsprechenden Zahnstatus - kaum zuzuordnen, da er strenger Pflanzenvegetarier ist. Weil er nicht flattert, konnte man ihn auch nicht in die Ordnung der Flattertiere (Flughunde und Fledermäuse) aufnehmen. Auch unterscheidet er sich von den Fledermäusen dadurch, dass seine Flughaut keine Finger oder Krallen aufweist. Er hat zwar wie die Eichhörnchen einen Schwanz, letztere jedoch keine Flughaut. Schließlich hat man extra für ihn innerhalb der Klasse der Säugetiere die Ordnung Dermoptera ("Hautflügler") und die Familie der Cynocephalidae ("Hundeschnauzartige") etabliert. Sie weist zwei Arten auf, den hier vorgestellten "Cynocephalus volans" (auch: "Philippinen-Gleitflieger") und den insbesondere auf Borneo beheimateten "Cynocephalus variegatus" (auch: "Malaien-Gleitflieger"). Letzterer ist etwas größer und hat mehr Farbtupfer auf seinem Fell.

Körperbau

Bei einem Durchschnittsgewicht von etwas mehr als einem Kilogramm erreicht der ausgewachsene Philippinen-Gleitflieger eine Gesamtkörperlänge von etwa 70 cm, wobei der Schwanz knapp die Hälfte der Gesamtlänge einnimmt. Er dient dem Tier als Steuerhilfe beim Gleitflug.

Der Gleitflieger besitzt eine Flughaut, die fast den ganzen Körper bis hin zu den spitzen Krallen bedeckt. Durch Spreizen der Vorder- und Hinterglieder vermag er die dünne Flughaut wie einen Fallschirm zu öffnen. Die Flughaut lässt sich jedoch nicht bewegen, deshalb ist der Gleitflieger kein aktiver Flieger. Die Färbung des chinchilla-ähnlichen, weichen Oberpelzes variiert stärker und reicht von grau-braun bis rot-braun. Oft liegt zusätzlich eine silbergraue beziehungsweise schwärzliche Sprenkelung des Fells vor. Der spitz zulaufende fuchsähnliche Kopf weist größere nach vorne gerichtete Augen und rundliche Ohren auf.
Verhalten

Tagsüber versteckt sich der Gleitflieger zusammengerollt in den Kronen hoher Bäume oder in Baumhöhlen. Erst bei Eintritt der Dämmerung wird er in der Regel aktiv. Wir erwähnten bereits schon, dass er Vegetarier ist. Er ernährt sich von speziellen Blättern, Knospen und Früchten, die ihm auch die notwendige Flüssigkeit liefern. Bei der Suche nach Nahrung kommen ihm eine längliche Zunge und Schneidezähne entgegen. Blätter sind eher schwer verdaulich, deshalb hat der Gleitflieger einen recht langen Darm von ca. vier Meter Länge.
Der Gleitflieger bewegt sich kaum - und dann nur unabsichtlich - auf dem Boden. Hier kann er sich mit seinen Flughautlappen nur sehr hilflos und tollpatschig bewegen. Er ist zeitlebens ein Baumtier. Findet er auf einem Baum keine Nahrung mehr, dann segelt er zum nächsten Baum. Die Fluglänge dürfte auch von den Baumhöhen abhängig sein. In der Literatur finden sich Maximalangaben zwischen 60 und 136 (!) Metern. Am nächsten Baum angekommen, klettert er recht langsam den erreichten Baum wieder hoch.

Gleitflieger können in größerer Zahl vorkommen - es wurden schon bis zu 12 Tiere pro Hektar gezählt -, leben aber vorwiegend einzelgängerisch. Es kann außerhalb der Paarungszeit zu gegenseitigen Aggression kommen. Nach einer Tragezeit von etwa 60 Tagen kommt in der Regel ein Junges zur Welt, nur selten werden Zwillinge geboren. In den ersten sechs Monaten trägt das Weibchen das Junge in ihrem Bauchfell. Erst nach zwei bis drei Jahren ist das Junge ausgewachsen. Die Reproduktionsrate ist also eher klein. Ein natürlicher Feind des Gleitfliegers soll der eher seltene und streng geschützte "Philippine Eagle" sein. Es gibt Berichte, wonach Gleitflieger bis zu 90 % seiner Nahrung ausmachen (1). Es ist noch etwas rätselhaft, wie der Adler die tagsüber doch eher versteckt lebenden Gleitflieger in großer Zahl fangen kann. In Gefangenschaft erreichte ein "Cynocephalus volans" einmal ein Lebensalter von 17,5 Jahre, bevor er flüchtete.
Vorkommen und Bestand



Die beiden Arten des Gleitfliegers sind in den Regenwäldern Südostasiens (Thailand, Vietnam, Kambodscha, Malaysia, Philippinen, Indonesien) anzutreffen. Was die Philippinen anbelangt, so wird insbesondere auf die Primär- und Sekundärwälder im Osten und Süden des Landes verwiesen. Namentlich genannt werden die Inseln Basilan, Biliran, Bohol, Dinagat, Leyte, Mindanao, Samar und Siargao.
Landesweite Bestandszählungen oder langfristige Verhaltensbeobachtungen liegen offenbar nicht vor. Die philippinische Regierung hat den philippinischen Gleitflieger jedoch in die Liste der gefährdeten Tiere aufgenommen und den Handel verboten. Zumindest früher wurden die Tiere stärker bejagt. Das Fleisch galt als Delikatesse und aus dem feinen weichen Fell fertigte man u.a. "funny caps" (lustige Kappen). Auch Zoohandlungen in Manila boten Gleitflieger zum Verkauf an. Bekannt ist aber, dass die Haltung in Gefangenschaft aufgrund der speziellen Nahrung schwierig ist.

Die Abholzung der Regenwälder stellt sicherlich eine weitere Bestandsgefährdung dar. Man hat in diesem Zusammenhang aber festgestellt, dass der Gleitflieger auch in reduzierten Wäldern überleben kann. Gelegentlich fällt er sogar in Kokosnuss-, Bananen- oder Kautschukplantagen ein. Aufgrund seiner Nahrungsvorlieben wird man ihn aber dort nicht sonderlich willkommen heißen.

(1) Vgl.: http://www.answers.com/topic/colugo

© Wolfgang Bethge, in 2005
Signatur von »wbethge«
Neue Buchpublikation: Wolfgang Bethge - Streiflichter von den Philippinen
- Vom Palmendieb, dem Sauersack und Padre Damaso-
294 Seiten, A4, ISBN: 978-3-86858-744-9, 2012, Shaker-Verlag, Aachen

max108

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Freitag, 20. Juli 2007, 06:37

danke für diesen bericht wbethge auch wenn er nichts mit flughunden zu tun hat.
überrascht mich sehr das es diese riesengleiter auf den philippinen gibt, das wusste ich bisher nicht.
vieleicht ergibt sich ja für mich einmal die gelegenheit einen live zu sehen.
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herpaworld

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Samstag, 1. September 2007, 03:03

wusstet ihr schon, die philippinen sind das land mit den meisten fledermaus arten?
im moment sind der wissenschaft 38 arten bekannt, 19 davon sind endemisch, was bedeutet das die nur hier auf den philipinen vorkommen.

übrigens: die phillipinos arbeiten sehr gewissenhaft an der erfoschung der tiere und finden zwischen 2 und 4 neue, bis dahin unbekannte arten hier. Jodi Sedlock, von fielmuseum chicago leistet dabei eine arbeit hier von unschätzbarem wert.


cheers
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