Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Philippinenforum Deutschland. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Dienstag, 2. November 2010, 06:45

Utang na loob oder die innerliche Verpflichtung 1.Teil

Nach 7 Jahren ständigem Aufenthalt hier in den Philippinen im regen Kontakt mit den Pinoys, aber auch Ausländer, fällt mir immer mehr auf, dass dieses „Utang na loob“ in der philippinischen Gesellschaft ein sehr hohen Stellenwert hat.
Viele Beziehungen von Ausländer mit Pinoys werden dadurch sehr stark belastet.
Auch in vielen Philippinenforen ist es zu einem zentralen Thema geworden.
Dieser Begriff ist bei vielen negativ belegt, führt er doch immer wieder, vor allem in einer Partnerschaft, zu grossen Problemen.
Es geht mir mit diesem Artikel darum einen Beitrag zum Kulturverständnis der Philippinen zuliefern. Er soll auch eine Hilfe für „Westler“ sein wie sie damit am Besten umgehen.

Leider muss Ich das Thema in 3 Teile aufteilen, da die erlaubten Zeichen nur 20'000 umfassen.


1. Teil

"Utang na loob" oder die innerliche Verpflichtung

Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Abgrenzung des Themas
3. Versuch einer Definition des Begriffes
4. Welche anderen Schlüsselwörter hängen mit diesem Begriff zusammen oder stehen im direkten Zusammenhang damit
5. Geschichtliche Entwicklung im Laufe der Zeit; respektive Anfänge
6. Gab oder gibt es Ähnliches auch in anderen Länder speziell der westlichen Kultur
7. Ist dieses Utang na loob nur oder vorwiegend in christlichen Gemeinden anzutreffen
8. Ist Utang na loob Heute noch zeitgemäss
9. Die Gefahren von Utang na loob in der heutigen philippinischen Gesellschaft
10. Wie beeinflusst Utang na Loob die Politik in den Philippinen
11. Korruption im Zusammenhang mit Utang na loob
12. Die Auswirkungen von Utang na loob in einer Beziehung Ausländer – Pinoy
13. Schlussbemerkung
14. Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Nach 7 Jahren ständigem Aufenthalt hier in den Philippinen im regen Kontakt mit den Pinoys, aber auch Ausländer, fällt mir immer mehr auf, dass dieses „Utang na loob“ in der philippinischen Gesellschaft ein sehr hohen Stellenwert hat.
Viele Beziehungen von Ausländer mit Pinoys werden dadurch sehr stark belastet.
Auch in vielen Philippinenforen ist es zu einem zentralen Thema geworden.
Dieser Begriff ist bei vielen negativ belegt, führt er doch immer wieder, vor allem in einer Partnerschaft, zu grossen Problemen.
Es geht mir mit diesem Artikel darum einen Beitrag zum Kulturverständnis der Philippinen zuliefern. Er soll auch eine Hilfe für „Westler“ sein wie sie damit am Besten umgehen.

2. Abgrenzung des Themas

Durch die starke Vernetzung mit anderen Begriffen aus dem kulturellen Verständnis der Pinoys ist es äusserst schwierig dieses eine Thema „Utang na loob“ losgelöst von den anderen beeinflussenden Faktoren (Werten) in der philippinischen Kultur zu betrachten.
Werde aber trotzdem versuchen dieses Thema soweit möglich auf das Kernthema einzuschränken.

Für das Verständnis,ist es aber unabdingbar, dass wir dieses „Utang na loob“ im Gesamtzusammenhang verstehen.
Es sei mir daher erlaubt diese Querverbindungen aufzuzeigen und wo nötig ein wenig tiefer auf die einzelnen Begriffe respektive Werte der philippinischen Kulturpsychologie einzugehen.

Zitate habe ich nicht übersetzt, damit der ursprüngliche Sinn nicht verfälscht wird.
Die Zitate sind Meinungen von Filipinos wie sie über „Utang na loob“ aus verschiedenen Perspektiven darüber denken.

3. Versuch einer Begriffserklärung

In der philippinischen Kultur nimmt Utang na loob eine der Spitzenpositionen im Wertesystem der Filipinos ein.
„Utang na loob“ ist all gegenwärtig, sowohl in der Familie als auch gegenüber der Gesellschaft.

Mit deiner Geburt hast du eine lebenslange Verpflichtung resp. Schuld gegen über deinen Erzeuger (Erzeuger sind hier nicht nur die Eltern gemeint sondern
die ganze Gesellschaft). Diese Schuld kannst du nie abtragen, auch nicht mit allem „Gold“ in dieser Welt.

„Utang na loob“ ist eine auf Gegenseitigkeit beruhende Verbindung zwischen zwei Gruppen. Mit anderen Worten haben auch die Eltern gegenüber ihren Kindern eine lebenslange Schuld.

Ausserhalb der Familie überlegt sich ein Pinoy im Normalfall zweimal ob er eine solche Beziehung eingehen will.
Aber gerade in der Unterschicht, hat man vielfach keine Wahl und begibt sich in eine Abhängigkeit um Überleben zu können.

Hier zwei Beispiele:
Die Anzahl der "Overseas Filipino Workers" (OFW) in schlecht bezahlten Berufen wie Maid spricht hier eine klare Sprache. Jahrelanger Aufenthalt im Ausland, um seinen Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Frauen die in Bars arbeiten, haben in der Mehrheit schon Kinder. Die meist gehörte Antwort ist, ich finde mit meiner Ausbildung (etwa die Hälfte haben nur
Elementary School) keine Arbeit und mache es um für mein Kind(er) oder jüngeren Geschwister sorgen zu können. Vielfach hat der Vater der Kinder sich aus dem Staub gemacht oder hat auch keine Arbeit.

Dies geschieht natürlich auch mit dem Hintergedanken, im Sinne von „Utang na loob“, dass sich die Kinder später Mal um dich kümmern werden.

Hier drei unterschiedliche Definitionen wie Utang na loob wahrgenommen wird.

3.1. "Utang na loob" im Kontext der moralischen und sozialen Traditionen in der philippinischen Kultur

Der Begriff "Utang na loob" hat auch mit dem Begriff "Karma" zu tun. Das persönliche Karma würde leiden (lakas ng loob), wenn man eine erwiesene Gunst nicht zurückgeben würde.

Es gibt auch Sprichwörter in Tagalog:

"Ang 'di marunong tumingin sa pinanggalingan ay di makakarating sa paroroonan."
„Wenn du nie auf deinen Weg zurückgeschaut hast, wirst du nie dein Ziel erreichen."
Oder:
„Kung ikaw planta ng bigas, ikaw ay umani ng bigas.“
"Wenn Du Reis pflanzt, wirst du auch Reis ernten."

Diese Sprichwörter dienen als eine Art Erinnerung, dass man dankbar sein muss. Wir kennen unsere Zukunft nicht. Somit muss man dankbar sein gegenüber den
Leuten die geholfen haben, Ziele in deinem Leben zu erreichen und auch noch weiterhin helfen deine Ziele zu erreichen.

Dies ist das ursprüngliche Ziel von "Utang na loob", wo man sich aus einer Haltung der Dankbarkeit und der moralischen Verpflichtung gegenüber der Familie, Verwandten und Gemeinschaft. Als Empfänger der „guten“ Taten und den Unterstützungen müssen diese zurückgeben werden.
Sonst kommt der Vorwurf von: „walang hiya“ und „walang pakikisama“.

3.2."Utang na loob" im Rahmen der blinden Loyalität

Im Zusammenhang mit der blinden Loyalität hat "Utang na loob" meistens negative Auswirkungen.

Beispiele:
- Familie: "Blut ist dicker als Wasser"; "Innerhalb meiner Familie wird Recht oder Unrecht nicht hinterfragt",
- Politiker: "Er hat soviel getan für meine Familie " er gab uns Geld, wenn wir es brauchten ".
- Kirchen: Sie setzen dass „Utang na loob“ für ihre Machterhaltung „zynisch“ ein.

Diejenigen, welche die Macht und die materiellen Ressourcen besitzen nutzen die blinde Loyalität jener brutal aus, welche auf Unterstützung angewiesen sind.
Diese wiederum, die sich auf einen solchen Deal einlassen haben, werden in der Regel daran zerbrechen.

So findet man viele Arme und ungebildete Menschen auf den Philippinen in dieser Art von Beziehung respektive Abhängigkeiten, "Utang na loob" ist ein
Band, das sie für eine lange Zeit bindet.

3.3."Utang na loob" im Kontext der aufgeklärten Loyalität

Es gibt Filipinos, die in der Lage sind, "Utang na loob" als soziales Konzept, zu verstehen ohne blind zu sein. Sie erkennen die Grenzen der Loyalität.
Sie schätzen die Bedeutung von "Utang na loob" als ein moralisches Konzept, aber dies bedeutet nicht, dass sie ihre höher bewertenden moralische
Grundsätze aufgeben im Interesse der Familie, Freundschaften oder Gemeinde.

Zum Beispiel gab es eine Reihe von politischen und militärischen Führer, die trotz ihrer Nähe zu ehemaligen Präsidentin Gloria Arroyo, ihre angebliche
korrupte Führung nicht ignorieren konnten und ihre Unterstützung im Interesse der Nation gegenüber der damals amtierenden Regierung zurückgezogen haben.

Allerdings gibt es auch solche Führer, die trotz ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit und überdurchschnittliche Intelligenz, blind sind und die Übergriffe und Ausschreitungen der damaligen Regierung nicht sehen wollten.

Sie fühlen sich im Sinne von „Utang na loob“ gegenüber der Verwaltung blind verpflichtet.

4. Welche anderen Schlüsselwörter hängen mit diesem Begriff zusammen oder stehen im direkten Zusammenhang damit

4.1. Hiya
Der Wert Hiya kommt aus der vorkolonialen Zeit. Dieser Wert gehört zur Schamkultur und ist auch Heute noch in Asien all gegenwärtig.

Vielfach wird der Wert Hiya von westlichen Psychologen mit Scham übersetzt, in der philippinischen Kultur wird dies meiner Ansicht nach anders verstanden.
Hiya ist für sie das Anstandsgefühl.
Diese beiden Ausdrücke sagen zwar ähnliches aus, in der Bewertung sind sie aber grundverschieden. Scham ist nach innen gerichtet, dass Anstandsgefühl aber nach aussen. Hier kommt dann auch das Problem her, wenn man einer Person sagt: „Walang Hiya“
Keine Scham kann man akzeptieren; die Gründe hierzu können vielfältig sein. Aber kein Anstandsgefühl?

Nach T. P. Schirrmacher herrscht folgendes Grundprinzip:
- In der Schamkultur gilt die öffentliche Wertschätzung als höchstes Gut
- In der Schuldkultur gilt die Sorge des Menschen der Sühnung seiner Schuld

4.2. Pagkawala ng mukha (loss of face)

Den Gesichtsverlust nennt man das plötzliche objektive oder subjektive Sinken des eigenen Ansehens, der Ehre oder des Respekts bei Freunden oder Anhängern, das tatsächlich oder vermeintlich durch einen konkreten Zwischenfall, wie eine Niederlage in einem Streit oder die Aufdeckung eines unangenehmen Geheimnisses, verursacht wird.

Die psychologische Folge von Gesichtsverlust für den Betroffenen ist vorrangig Scham. Daher spielt die Furcht vor Gesichtsverlust in den asiatischen, so genannten „Schamkulturen“ eine viel größere Rolle als in den westlichen „ Schuldkulturen“.

In der chinesischen Kultur ist der Gesichtsverlust ein Kernwert (score value).

4.3. Karma

Bezeichnet ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat. Diese muss nicht unbedingt im aktuellen Leben
wirksam werden, sondern kann sich möglicherweise erst in einem der nächsten Leben manifestieren.

4.4. Pakikisama

(Zusammenhalt in der Gruppe) ist ein Unterbegriff von Kapwa.

4.5. Kapwa

Die (Zusammengehörigkeit) nimmt in der Philippinischen Psychologie (Kultur) eine Spitzenposition ein.

Viele Begriffe resp. Verhaltensweisen lassen sich direkt daraus ableiten.

Kapwa unterteilt sich in zwei Kategorien:

Ibang Tao (Gesellschaftsbeziehungen) und Hindi Ibang Tao (Familienbeziehungen)

Ibang Tao
(Aussenstehender)
Hier finden wir fünf Ausdrücke in diesem Zusammenhang:
- Pakikitungo: Anstand
- Pakikisalamuha: gegenseitige Beinflussung
- Pakikilahok: Mitmachen
- Pakikibagay: Zugehörigkeit; Uebereinstimmung
- Pakikisama: Zusammenhalt in der Gruppe

Hindi Ibang Tao("Einer von uns")
Hier finden wir drei Ausdrücke in diesem Zusammenhang:
- Pakikipagpalagayang-loob: Vertrauensverhältnis; Sich Wohlfühlen in derGruppe
- Pakikisangkot mit Anderen verbunden sein
- Pakikipagkaisa: dazu zugehören

Hier entsteht ein unglaublicher Gruppendruck auf den Einzelnen. Dieser Gruppendruck überträgt sich dann auch auf Ausländer
die in einer Partnerschaft mit Pinoys liiert sind.

Viele geben diesem Gruppendruck nach und weitere immer grössere Forderungen werden kommen.
Der Andere der dies nicht akzeptiert wir vielfach Schiffbruch in seiner Beziehung erleiden. Wobei der Erstere auch ähnliche Probleme bekommen wird, wenn er nicht Grenzen setzt.
Auch der philippinische Partner/in steht oft in einem Loyalitätskonflikt zwischen seinem Partner/in und der Familie.

4.6. Padrino System

Das Padrino System ist eine der Hauptursachen für Bestechung und Korruption. In jeder neuen Regierung ist es die gängige Praxis, daß der neu gewählte Präsident, der Gouverneur oder der Mayor, die neuen Mitglieder der Regierung bestimmt.
Die neu ernannten Leiter gehören zu seinen eigenen Vertrauten und dem Berater-Team.
Die berücksichtigten Personen haben wiederum das Recht Verwandten, Freunde, Klassenkameraden oder assoziierten Unternehmen einzusetzen.
Die Auserwählten sind natürlich dankbar im Sinne von „Utang na loob“ und sehen über all die Bestechung und Korruption im Vorfeld gerne hinweg.

Das "Padrino System" gehört in vielen offiziellen Büros zum täglichen leben. Stellenangebote und Jobs sind nur für die Schützlinge bestimmt. Das Dienstalter oder die Leistung ist nicht wichtig, nur die richtigen Verbindungen zählen.

4.7. Ninong-ninang System

Ist ein anderes Wort für das "compadre system" (die Vetternwirtschaft).
Jeder wird versuchen möglichst viel Taufpaten in der übergeordneten Schicht für seine Kinder zu bekommen.Bei einer Heirat gelten ähnliche Regeln.
Der Taufpate oder der Trauzeuge wird in der Bürokratie sorgen, dass sein Patenkind befördert wird, oder eine Gehaltserhöhung bekommt.
Diese korrupten Praktiken führen dann auch zu einer Aufblähung der Bürokratie.
Ein Departement-Sekretär hat dann vier Untersekretäre, die wiederum eine unzählige Anzahl von Assistenten haben.
Unter dem Deckmantel der Reorganisation die Bürokratie zu straffen, kann eine neue Regierung jemand entlassen oder Frühverrentung verfügen. Nach den Wahlen werden immer wieder Zehntausende Beamte ersetzt, und durch eigene Leute ersetzt.
Eine Straffung findet aber nicht statt.

4.8. “Bahala na“ Mentalität

Auf Deutsch: "Überlass es Gott".
Dies ist die typisch philippinische Reaktion angesichts unlösbarer Probleme für den Einzelnen.
Man kann das Ganze auch als Passivität und Fatalismus bezeichnen.
Aber mal ehrlich, wie hätten sie ihr Los ihrer wechselhaften Geschichte ertragen können ohne Hilfe der philosophischer Weisheit “bahala na“.

4.9. Amor-propio


Amor propio" kommt aus dem Spanischen, es kann wortwörtlich mit Selbst-Liebe übersetzt werden ein Gefühl der Selbstachtung, das eine Person
daran hindert, seinen Stolz wegzustecken.
Schon eine leichte Bemerkung oder beleidigende Geste, obwohl nicht beleidigend, kann ein Gefühl auslösen das, das "amor propio" der betreffenden
Person in Frage stellt.
Zum Beispiel wird eine verlassene Frau sich weigern, finanzielle Unterstützung von einem Mann, der sie aufgegeben hat, egal wie sie finanziell
dasteht zu verlangen.
Ihre Würde oder ihren Stolz verbietet es ihr (hier kommt dann der Gesichtsverlust zum tragen) Forderungen zu stellen. Hier spielt dann wieder Hiya
im ganzen Komplex eine grosse Rolle.
Was sicher ist, dass in der philippinischen Kulturpsychologie das „Utang na loob“ einen sehr wichtigen Stellenwert einnimmt.

Den 2. Teil werde ich morgen reinstellen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Arthur« (2. November 2010, 07:03) aus folgendem Grund: Die Formatierung macht mir Problem


2

Dienstag, 2. November 2010, 08:41

Utang na loob oder die innerliche Verpflichtung 2.Teil

Utang na loob oder die innerliche Verpflichtung 2.Teil

5. Geschichtliche Entwicklung im Laufe der Zeit; respektive die Anfänge

In den „Romanen“ von José Rizal finden wir erste Aussagen zu diesem „Utang na loob“. Hier geht es um eine persönliche Interpretation. In der Literatur von José Rizal wird dieser Begriff explizit nicht erwähnt.

In “Noli me tangere" ist zu lesen:
Kapitel "Elias and Salomé":

"I didn't ask him to save my life, I am not grateful for what he did, but I am grateful for the spirit that moved him and I must pay this debt."
Hier kommen wir in den Bereich der philippinischen Kulturpsychologie.

Erst in den 70er Jahren wurde erstmals Artikel veröffentlicht und die „philippinische Psychologie“ wurde Studienfach an den Universitäten in den Philippinen.

Wie wir sehen, war Dr.José Rizal (Mercado) seiner Zeit weit voraus.
Er hat schon damals die Grundsteine der philippinischen Psychologie aufgezeigt.

Zitat:
Filipino psychology, or Sikolohiyang
Pilipino
, in Filipino, is defined as the psychology rooted on the experience, ideas, and cultural orientation of the Filipinos. It is regulated by the Pambansang Samahan sa Sikolohiyang Pilipino, (National Organization of Filipino Psychology), in English, which was established in 1975 by Virgilio Enriquez,
regarded by many as the Father of Filipino Psychology.


Soweit mir bekannt ist, wird der Urvater der philippinischen Psychologie, meiner Meinung nach Dr. José Rizal (Mercado), auch von Virgilio Enriquez, der als Vater der philippinischen Psychologie bezeichnet wird, nicht erwähnt.

Der Begriff der Schuld „Utang na loob“ kam erst mit der Kolonialisierung der Spanier und der Christianisierung der Filipinos auf.

Ein Schuldbekenntnis
ist das Eingeständnis der persönlichen oder kollektiven Schuld vor Gott im Christentum.
Es zielt auf die Bitte um Vergebung, etwa im Zentralgebet der Christen, dem Vaterunser:

„Und vergib uns unsere Schuld, wie damit auch wir vergeben unseren Schuldigern denen, die an uns schuldig wurden.“
Hier wird auch die Erbschuld angesprochen. Die „Schuld des inneren Selbst“.
Aber schliessen wir dieses Thema ab über die Vergangenheit und machen wir uns
einige Gedanken über die Weiterentwicklung.

6. Gab oder gibt es Ähnliches auch in anderen Länder speziell der westlichen Kulturen

Dieses „Utang na loob“ gab es übrigens auch in der Schweiz und anderen Länder in früheren Jahren, natürlich in abgeschwächter Form, weil in unserem Kulturkreis Begriffe wie „Hiya“, „Amor propio“ sicher nicht den gleichen Stellenwert haben wie im asiatischen Raum. .
Es war normal, dass man sich um seine Eltern und jüngeren Geschwister gekümmert hat. Damals gab es noch kein Sozialsystem von Staates wegen.

Meine Mutter hat damals immer ihre Mutter (Witwe) und die jüngeren Kinder unterstützt. Die anderen Geschwister die erwerbsfähigen Alter waren haben mitgeholfen.
Es gab schon Diskussionen unter den Geschwistern wer wie viel zum Unterhalt beiträgt.
Es gab auch Drückeberger. Dort wurde von der Familie Druck ausgeübt.
Mit anderen Worten war dieses „Utang na loob“ nie eine philippinische Erfindung. Sondern kommt aus der Schuldkultur der westlichen Länder.

Heute 2 Generationen später ist dies bei uns in Vergessenheit geraten mit der Einführung der Sozialsysteme des Staates.

7. Ist dieser Utang na loob nur oder vorwiegend in christlichen Gemeinden der Philippinen anzutreffen

Gewisse Nachrichten aus Medien der Philippinen scheinen gegenteiliges zu Beweisen
Utang na loob wie im Zusammenhang mit den „Ampatuans“ bringen seitenweise Kommentare hervor. Bezeichnenderweise werden solche Beiträge sehr schnell wieder gelöscht. Die Ampatuan sind ja Muslime. Somit ist es vermutlich nicht unbedingt von der Religion abhängig.

Ob schlussendlich dies aber noch etwas mit Utang na loob zu tun hat, bezweifle ich, meiner Ansicht geht es hier mehr nur um Utang (Schuld) die beglichen werden muss.
Kam doch der Begriff mit der Schuld erst durch die Christianisierung in die Philippinen.

Hier noch zwei Zitate:
#1.1.1.1.1botyok on 2009-11-26 12:15 (Reply)

It is clear that the slow action taken by Arroyo on this massacre is to give
time to Ampatuan to buy out time to find a scapegoat on this bloody crime.
Since it was the Ampatuans who
delivered the winning votes for Arroyo it is natural for Arroyo to protect
Ampatuans. If she will act decisively and quickly against Ampatuans, they might
spill the beans on her, cheating the last election.
To protect the Ampatuans is to
secure her Presidency until 2010 or beyond. Pag-tanaw ng utang na loob ika nga.
Onli in da Pilipins!


#6 kaliwete975 on 2009-11-25 18:58 (Reply)
Asa ka pa sa gobyerno?
Eh tuta nga nila yung gumawa noon eh! Ang mga Ampatuan ang nagpanalo kay Gloria! Hello Garci...panalo ba ako? Yes
ma'am plantsado na ho...ang pantalon ko sabi ni Gobernor Ampi...hihihi!
Yan ang nagagawa ng (p)utang na loob na bigay ng gobyerno! Ngayon walang
magawa...walang hinuhuli! Baka katulad yan ng 9/11 (suspect) after 8 yrs pa lilitisin!


8. Ist Utang na loob Heute noch zeitgemäss

Es stellt sich jetzt die Frage ist dieses „Utang na loob“ in den Philippinen als Sozialsystem des kleinen Mannes auf dem absteigenden Ast oder sogar überflüssig und schafft nur ungewollte Abhängigkeiten und Verpflichtungen?

Das „Utang na loob“ wird hier von vielen Pinoys im wahrsten Sinn des Wortes vergewaltigt und seinem ursprünglichen Sinn entzogen.
Einfache Landarbeiter die von den Landlords (meistens einflussreiche Politiker) ein Stück Land zum bewirtschaften bekommen sind dann lebenslang gegenüber ihrem Landlord verpflichtet. Bei Wahlen müssen sie ihn unterstützen, oder sie fliegen raus.
Wer nicht „devot“ (unterwürfig) ist hat hier nichts zu suchen.
Die verzögerte Landreform spricht hier Bände. Kein Politiker ist bereit dieses Gesetz umzusetzen.
Die Oligarchie in den Philippinnen will seine Macht nicht abgeben.

Das letzte Beispiel ist ja die Hacienda Luisita (Eine der grössten Ländereien in den Philippinen im Besitze der Cojuangco Familie, Der jetzige Präsident gehört auch diesem Familienclan an).Noy noy“ der jetzige Präsident hat ja versprochen dort Ordnung reinzubringen.
Es hat sich etwas bewegt. Man hat sich entschlossen diese Anteile für einen sehr schäbigen Preis zurückzukaufen.
Wer verkauft kann wieder arbeiten; die Anderen werden ausgeschlossen.
Wie soll ich als armer Landarbeiter darauf reagieren?
Ich bin gezwungen dies anzunehmen oder meine Familie verhungert.

Zitat:
Plantation workers have been demanding since 2003 that the 6,000-hectare estate owned by the powerful Cojuangco family be subjected to the government’s land redistribution program. The Cojuangcos have resisted using their extensive political influence, legal manoeuvres and outright state violence.

Auch der Staat profitiert von diesem System.
Es entsteht der Eindruck, dass alle OSW auch noch ein „Utang na loob“ gegenüber dem Staat haben.
Ein OSW kann ohne, von einer hier lizenzierten Agentur, dass Land nicht verlassen.
Er wird zurückgehalten. Diese Agenturen fordern dann 2, 3 oder mehr Monatslöhne ein für ihre Bemühungen.

Dies alles unter dem Titel: „Verhindern von Menschenhandel“; Hier werden Barrieren aufgebaut, dass ein normaler Mensch (Pinoy) mit kleinem Einkommen, dass Land gar nicht verlassen kann, oder er macht mal zuerst Schulden und kommt dann wieder ins „Utang na loob“ rein.
Als Pinoy hast du kein Recht im Ausland zu arbeiten. Nur der Staat gibt dir eine Bewilligung.

9. Die Gefahren von Utang na loob in der heutigen philippinischen Gesellschaft

Wie jeder philippinische Student der Soziologie weiss, ist „Utang na loob“ ein zweischneidiges Schwert. Es kann gut oder schlecht sein. Es müssen aber immer die Umstände betrachtet werden.
In der Unterschicht, denke hier an eine Familie vom landlosen Farmer irgendwo in der Provinz, wo jedes der Familienmitglieder in etwa gleich viel hat, funktioniert das System noch.

In der offenen Gesellschaft gibt es kein allgemeingültiges Normen- und Wertesystem mehr.
In der Ober- und Mittelschicht wird die Grossfamilie immer mehr durch die Kleinfamilie abgelöst.
Hier bekommt dann „Utang na loob“ eine ganz andere Bedeutung respektive Dimension.

Das Leben in einer Konsumgesellschaft führt zur Überbetonung des Lustprinzips und zu, zur Reizüberflutung und zu einem übermässigen Ansprechen auf Aussensteuerung sowohl durch Werbung, Massenmedien, Modetrends als auch Idole der Vergnügungsindustrie.

Die Kindersterblichkeit ist auch auf den Philippinen erheblich zurückgegangen.
Bei der Unterschicht führen der herabgesetzte Triebverzicht und der Rückgang der Kindersterblichkeit zu fatalen Folgen. Das exponentielle Bevölkerungswachstum ist somit programmiert.
Versuchen Politiker dies zu ändern werden sie von der römisch katholischen Kirche auf schärfste angegriffen.
Es zeigt nur auf, dass die philippinische Gesellschaft durch die materialistische Welt (Konsumgesellschaft) in der heutigen Zeit immer mehr verdorben wird.

Beispiel: Viele der jungen Generation wollen oder haben schon das neuste Handy. Beauty Salon ist ein muss. Für das Haar muss das Teuerste her (Hotoil, Waxing, Rebounding oder wie alle die Sachen heissen). Maniküre wird auch gleich gemacht. Je teurer je besser.
Man gehört zum Etablissement und gönnt sich was, wie es ja jeden Tag in der Werbung suggeriert wird.

Zitat:
M.Sunico, Caloocan City: We do not have short memories, we are just ignorant. Most of us ignore the lessons of the past. Values, morals, and principles
are all ignored for the sake of materialism. A lot would rather go for the image of being materially well-off. Politically, it’s the same. We have
experienced a failed presidency, and the public still patronizes the one who has failed. They even ignore the almost very stable economy of the one they
brand as “most corrupt”. Pathetic – that’s what we are.


Die Medien insbesondere das Fernsehen, gaukelt dem einfachen Pinoys vor, dass alle Ausländer im Geld schwimmen.

Auch viele ausländische Touristen bestätigen dies durch ihr Verhalten. Dies soll keine Kritik sein. Aber das manchmal mehr Schein als Sein ist und dass man
im Urlaub vielfach über seine Verhältnisse lebt, ist eine Tatsache, die ich jedem gönnen mag.

10. Wie beeinflusst Utang na Loob die Politik in den Philippinen

Die Amerikaner führten das westliche politische demokratische System in den Philippinen mit der Entlassung aus dem Kolonialstatus ein.
Die Politiker der
Philippinen gewährten dann politische Patronage (Geld) im Austausch mit Wählerstimmen und führten so „Utang na loob“ ins politische System ein.
Dies widerspricht natürlich jeder demokratischen Spielregel und reduziert sich auf die Macht des Geldes. Die politische Klasse respektive die Oligarchie der Philippinen nützt dies „schamlos“ aus.

Es gibt zwar gewisse Gesetze wie der Batas pambansa bilang 881 omnibus election code of the Philippines oder auch gewisse RA (Republic Act) wo dies explizit
verboten wird. Aber da kümmert sich keiner drum.

Politische Wahlen wird meisten der gewinnen, der am meisten Geld oder Sachwerte spendet. Ein gutes Politprogramm spielt nur eine untergeordnete Rolle.
Das Geld für den Wahlkampf wird dann wenn man gewählt ist, aus der Kasse für die Allgemeinheit wieder abgezweigt. Vielfach dann noch ein bisschen mehr.
Übrigens Parteien werden hier von gewissen Politikern wie die Unterwäsche gewechselt.
So bleiben Projekte für die Allgemeinheit auf der Strecke (wie Strassenbau), Gelder für Schulen werden monatelang nicht bezahlt (Löhne der Lehrer, elektrische Rechnungen usw.)
Sobald die Wahlen anstehen wird den Wählern Sand in die Augen gestreut. Plötzlich werden kleine Projekte realisiert die jeder sehen kann. Sie sonnen sich im
Lichte der Wohltäter.
Steht die nächste Wahl an, dann wird im Namen der amtierenden Politiker plötzlich viel Geld investiert. Auf jedem Werbeplakat steht, er oder sie hat jetzt soviel in dieses Projekt investiert. Auch der einfache Pinoy sieht dies wohl, dass nicht der Politiker aus seiner Schatulle dieses Geld spendiert hat, sondern dass das Geld vom Staat zur Verfügung gestellt wurde. Aus seiner Erfahrung sagt er, lieber das Geld jetzt nehmen und keine Fragen stellen. Es wird sich so oder so in der Zukunft nichts ändern.
Der Reissack zu Hause bringt mir mehr, als all die anderen Versprechen.
Hier spielt die „bahalna ha“ Mentalität auch eine grosse Rolle.

Ein anderes Beispiel:
Jeder Barangay hat plötzlich neue oder aufgemöbelte Multicab. Auch neue Ambulanzen sieht man zur Zeit der Wahlen öfters.
Auf der Aussenseite sind dann die Bilder des jeweiligen Mayors abgebildet.
Somit übt dann indirekt auch der Barangay respektive ihre politischen Vertreter auf die stimmenden Wähler Druck aus.

Man kann sich jetzt fragen, was hat das mit Utang na loob zu tun.
Ibang Tao ist hier der treibende Faktor der nach Utang na loob verlangt.
Ich bin dem Politiker moralisch verpflichtet weil er mir ja etwas gegeben hat und mit meiner Stimme für ihn, kann ich meine Schuld abtragen.

Zitat:
Hindi mahuli kasi kaibigan nga at malaki ang (P)UTANG na loob!
Bezeichnenderweise sprechen hier viele Pinoys von (P)UTANG na loob!
„Polithuren“ die das System von Utang na loob „schamlos“ ausnützen.

11. Korruption im Zusammenhang mit Utang na loob

Ist es wirklich Korruption in den Augen der Pinoys? Alles was ihnen gewisse Vorteile einbringt wird nicht als Korruption angesehen oder will es als solches nicht wahrnehmen. Es gereicht ja zu seinem Vorteil.
„Vetternwirtschaft“ oder das Padrino- und das Ninong-ninang System begünstigt im Zusammenhang mit Utang na loob die Korruption erheblich. Hier kommt das „Kapwa“ im schlechten Sinn voll zum tragen.
Stellen bei den Behörden werden nicht denen mit den besten Qualifikationen vergeben.
Diese Stellen werden im Familienclan aufgeteilt. Politikerposten werden vererbt. Somit findet man seit Generationen in den Regionen immer wieder die gleichen Familiennamen.
Versucht ein anderer Familienclan eines ihrer Mitglieder für einen Posten vorzuschlagen, wird mit allen Mitteln versucht dies zu verhindern. Hier schreckt man auch nicht vor einem Mord zurück.

Der letzte Teil folgt sogleich (gemäss Wilhelm Busch in abgeänderter Form :P )

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Arthur« (2. November 2010, 08:50)


3

Dienstag, 2. November 2010, 09:18

Utang na loob oder die innerliche Verpflichtung 3.Teil

Utang na loob oder die innerliche Verpflichtung 3.Teil

12. Die Auswirkungen von Utang na loob in einer Beziehung Ausländer – Pinoy

Wohl das schwierigste Kapitel, prallen hier doch 2 verschiedene Kulturen respektive Psychologien der westlichen und der asiatischen (im speziellen der
philippinischen Welt) aufeinander.
Diese unterschiedlichen Denkweisen führen immer wieder zu grossen Beziehungsproblemen.
Als „Westler“ muss man sich bewusst sein, dass im Sinne von Utang na loob eine bedeutende Erwartungshaltung der Familie des Partners besteht. Diese Familie
besteht aber nicht nur aus den Eltern und den Geschwistern. Je nach Umstand ist es ein ganzer Familienclan der hier Erwartungen hat. Ob berechtigt oder nicht
sei mal dahingestellt.
Gerade die blinde Loyalität gemäss 2. Definition von Utang na loob trägt hier viel dazu bei.
Forderungen insbesondere von Familienmitglieder werden vom Partner vielfach nicht hinterfragt.
Für viele Westler eine unverständliche Haltung. Viele fühlen sich ausgenommen von der Familie und zum Geldesel degradiert.
Der viel zitierte Satz: „Man heiratet die Familie mit“; muss man sich immer vor Augen halten. Der Zusammenhalt und der Gruppendruck in der Familie sind sehr gross.
Man wird Teil der Familie und hat somit sein „Utang na loob“ beizusteuern.
Die Frage ist jetzt wie hoch ist dieses Utang na loob und wer ist hier alles eingebunden.
Regelt man dies nicht am Beginn einer Beziehung, führt dies früher oder später in den meisten Beziehungen zu grossen Spannungsfeldern.
In dieses Gespräch muss die Familie zwingend einbezogen werden.
Bei diesem Gespräch muss man beachten, nicht in der westlichen Art, direkt auf den Topic kommt.
Sehr rasch stösst man sonst die Leute vor den Kopf (Gesichtsverlust). Ein Vermittler (Mittelmann resp. Frau) kann hier sehr hilfreich sein.
Hier geht es vor allem darum, der philippinischen Familie auch klar zu machen, dass in der Kultur des „Westlers“ ein anderes Verständnis herrscht und dass
daher nur in einem klar definierten Umfang auf Anfragen zur Unterstützung eingegangen werden kann.
Die jeweilige Situation der Partner und der Familie bestimmt die Höhe des „Utang na loob“. Es kann von nichts bis zu viel gehen.
Darum kann man auch keine allgemeinen Regeln aufzeigen.
Was man aber kann, ist die Grenzen aufzeigen:

- Wer arbeiten kann, wird nicht unterstützt; (denke dabei an Geschwister in erster Linie); hier ist allenfalls aber ein Startkapital zur Selbsthilfe gefragt.
- Jüngeren Geschwister kann man Hilfestellungen geben, um eine High School oder College resp. Uni Besuch zu ermöglichen; dies bedingt aber eine enge Kontrolle, dass das Geld oder die Zuwendungen auch dafür benützt werden.
- Elternunterstützung ist soweit in Ordnung; wenn sie noch arbeitsfähig sind, sollte man es auf ein Minimum beschränken. Zu Weihnachten zum Beispiel, darf es
mal ein bisschen mehr sein.
- Können sie z.B. aus Altersgründen nicht mehr arbeiten, ist es an uns die Eltern der Partnerin zu unterstützen. Viele vergessen hier, dass es keine Sozialsysteme gibt, wie wir sie bei uns kennen.
- Kinder von Partner/innen die nicht im gleichen Haushalt leben sind entsprechend zu unterstützen. Wobei hier auch immer die Verwendung der Gelder zu
kontrollieren ist.
Nothilfe ist angebracht, z.B. Unfall, Krankheit. Wobei hier genau überprüft werden muss, ob dies nur vorgeschobene Gründe sind. Daran denken, dass man in
vielen Fällen nicht der Einzige der Familie ist, der hier helfen kann.

13. Schlussbemerkung

Ich möchte hier all denen meinen Dank aussprechen die mich unterstützt haben in diesem Vorhaben, mich beraten haben, mich manchmal wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt haben. Hatte ich doch manchmal die „rosarote“- und dann wieder die „pechschwarze“ Brille auf.
Für mich war es eine interessante „Reise“, ein bisschen in die Tiefen der philippinischen Kulturpsychologie einzudringen.
Ich hatte manches „Aha-Erlebnis“ und hoffe es wird einem Teil der Leser ähnlich gehen.
© Heinz Arthur Aebersold

______________________________________________________


14. Literaturverzeichnis

1) http://www.philcorner.de/Utang.htm

2) http://www.abs-cbnnews.com/maguindanaoma…omments?page=97

3) http://blogs.gmanews.tv/jun-mercado/arch…re,-Part-1.html

4) http://www.wsws.org/articles/2010/may2010/phil-m07.shtml

5) http://countrystudies.us/philippines/41.htm

6) http://ecolink-asia.org/news/?p=241

7) http://www.tingog.com/culture/utang-na-l…-hindrance.html

8) http://www.candymag.com/teentalk/index.php?topic=188315.0

9) http://www.viloria.com/secondthoughts/archives/00000746.html

10) http://riknakem.wordpress.com/2010/01/16/utang-na-loob/

11) http://www.tomandcathymarking.com/reviews/culture_shock.htm

12) http://en.wikipedia.org/wiki/Filipino_psychology

13) http://www.philstar.com/Article.aspx?articleid=477519

14) Kultur-Knigge von Alfredo und GraceRoces ISBN 3-88676-061-8

15) http://www.chanrobles.com/republicactno9006.htm

16) http://www.chanrobles.com/electioncodeofthephilippines.htm

17) http://www.livinginthephilippines.com/case24.html

18) http://www.chizmiz.net/main/index.php?op…=543&Itemid=147

19) http://www.western-asian.com/filipino-qamor-propioq

20) http://de.wikipedia.org/wiki/Gesichtsverlust

ALFI54

Inventar

  • »ALFI54« ist männlich

Beiträge: 2 387

Registrierungsdatum: 24. Juni 2005

Beruf: Rentner

Hobbys: Fotografieren

  • Nachricht senden

4

Dienstag, 2. November 2010, 12:33

Moien Arthur,

Auf diesem Wege will ich mich dann noch für die Vorabversion Deiner Abhandlung bedanken. Ich finde, dass Du das Thema hiermit tiefgründig und deutlich beschrieben hast. Dein Dokument beschreibt nicht nur das Thema gut, nein es gibt auch Ratschläge, wie man an dieses Thema als "Langnase" rangehen soll. Ratschläge, die auch umsetzbar sind, sofern man es sich leisten kann.

Beim Lesen kam mir sofort der Gedanke, dass dies doch alles normal ist, es hier früher auch so war. Aber man vergiesst ja so schnell.

Ob nun Utang na loob zeitgemäss ist, will ich Dir klar antworten: JA. Wir sind weit entfernt von der heilen Welt, vom Land, wo Milch und Honig fliesst. Und, ohne als Pessimist zu gelten, wir kommen immer weiter hiervon weg. Dies ist sehr beschämmend für uns. Es zeigt uns auch unsere eigenen Grenzen.

Utang na loob sehe ich erst dann als Problem wenn die Selbsthilfe aussetzt. In vielen Situationen des Lebens brauchen wir die Hilfe der Familie. Wenn es aber darauf hinaus läuft, dass nur noch erwartet wird, glaube ich, gibt es keine Nachhaltigkeit, und es ist nur noch blanke Ausnutzung.

Die Medien gauckeln nicht nur den Pinoys Traumwelten vor, sondern uns allen. Es wird immer schwieriger selbstständig zu denken.

Alf
Signatur von »ALFI54«
- Skype: alfi54 (Luxemburg)
- Meine Philippinenbilder

ulrich.gr

Fortgeschrittener

  • »ulrich.gr« ist männlich

Beiträge: 162

Registrierungsdatum: 4. September 2010

Beruf: sachbearbeiter

Hobbys: alles was spass macht

  • Nachricht senden

5

Dienstag, 2. November 2010, 12:47

ich danke dir für diesen ausführlichen bericht , er ist sehr lehrreich . :friends

danke :clapping :blumen

Eurozon

R.I.P.

  • »Eurozon« ist männlich

Beiträge: 350

Registrierungsdatum: 11. April 2006

Beruf: Rentner

Hobbys: Wasseraufbereitung

  • Nachricht senden

6

Dienstag, 2. November 2010, 13:39

Utang na loob

Nallo Arthur,
vielen Dank :clapping diese Ausfuehrungen helfen uns allen, mehr Verstaendnis auf zu bringen bzw. besser zu verstehen.

Grosses Lob von Camiguin
eurozon

7

Dienstag, 2. November 2010, 17:31

Hallo Arthur,

herzlichen Dank für das Einstellen deines Skriptes.

Kapitel 12 denke ich sollte jeder der sich mit einer Dame binden will die traditionelle Werte hoch hält, genau durch lesen um zu wissen was ihn erwartet aber auch sollte er den Rest sehr wohl lesen um den Kontext der Erwartungshaltung zu kennen.


Ich sehe Utang na loob nicht als schlecht an im Gegenteil würden wir es auch Pflegen, bzw. stärker pflegen hätte es auch soziale Vorteile. So lange es Selbsthilfe als Grundlage hat und nicht in die "Verklagung" führt.
Signatur von »andy74th«
Es grüßt Andre



Carabao

Inventar

  • »Carabao« ist männlich

Beiträge: 7 117

Registrierungsdatum: 7. Juli 2007

Beruf: Selbständig

  • Nachricht senden

8

Mittwoch, 3. November 2010, 05:44

Hallo Arthur,

Deine sehr interessanten Ausfuehrungen und Erklaerungen sollten Pflichtlektuere fuer jeden werden, der auf die Philippinen auswandern oder eine Filipina heiraten moechte! Eine sehr informative, sachlich auf den Punkt gebrachte und verstaendlich geschriebene Zusammenfassung dieses Themas! :clapping

LG Carabao

kaithoma

Inventar

  • »kaithoma« ist männlich

Beiträge: 14 620

Registrierungsdatum: 30. März 2007

Beruf: Immer selbstaendig gewesen, weiss aber noch nicht, was ich nun machen werde.

Hobbys: philippinische Muenzen von 1724 - 1945, historische Schiffsmodelle, lesen, Schach, Musik, Photographie,

  • Nachricht senden

9

Mittwoch, 3. November 2010, 09:19

Arthur, du hast das sehr schoen beschrieben!!!

man sollte aber etwas bedenken: utang na loob wird nicht ueberall gleich stark praktiziert und hat einen aehnlichen stellenwert.... ob das nun an der gegend liegt oder im laufe der zeit verwaessert ist, kann ich nicht sagen, aber so ist der stellenwert in vielen cebuano sprechenden gegenden etwas weniger stark....insbesondere das utang na loob haben ab geburt, existiert dort nur sehr limitiert.... hingegen ist es in den ilonggo sprechenden gegenden wieder staerker und naehert sich dem utang na loob, wie es bei tagalen praktiziert wird, an.... gleiches habe ich auch beobachtet bei gesichtsverlust, auch da scheint es richtung sueden weniger stark ausgepraegt zu sein.... viele gespraeche mit filipinos haben mir dieses nord-sued gefaelle bestaetigt....

leben an einem ort auf mindanao z.b. viele tagalen, dann sieht man diese philippinischen "traditionen" etwas staerker, gleiches gilt auch fuer ilonggos.... so begegnen wir den sitten hier in gensan haeufiger als z.b. in cagayan de oro oder bukidnon....
Signatur von »kaithoma«

hampi

Erleuchteter

  • »hampi« ist männlich

Beiträge: 1 147

Registrierungsdatum: 17. Januar 2006

  • Nachricht senden

10

Montag, 8. November 2010, 12:23

Vielen Dank !

hallo Arthur

WOW !! habe bisher noch keine so fundierten Erklaerungen ueber das Thema "UTANG na LOOB " gefunden, wie Du sie uns hier lieferst!

Nehme an, dass jeder von uns, die wir hier leben; sowie andere, welche eine Verbindung zu Philippinos haben, in irgendeiner Art von diesem Utang na loob auch irgendwann mal betroffen werden :cold . (Die einen geben es auch zu :dudu , andere sehen es nicht :mauer , wieder andere schaemen sich :peinlich , es einzugestehen. )

Dein Beitrag bringt nun etwas Licht in dieses Thema; erleichtert uns somit den Umgang damit.

Inwieweit wir gewisse Verhaltensweisen und traditionelle Gegebenheiten akzeptieren, wird jedem ueberlassen sein. Wie auch immer wir damit umgehen: Deine Erklaerungen und Vorschlaege, basierend auf Recherchen, werden uns dabei bestimmt helfen!

Vielen Dank fuer Deine riesige Arbeit! :blumen

Gruss aus Panglao

Hampi
Signatur von »hampi«
.....you can get it, if you really want! :mauer

Fritz

R.I.P.

  • »Fritz« ist männlich

Beiträge: 560

Registrierungsdatum: 24. März 2007

Beruf: Hobby Gynokologe

Hobbys: Aquarium / Lesen / ....

  • Nachricht senden

11

Montag, 8. November 2010, 15:17

So schoen haett ichs nicht schreiben koennen wie hampi deshalb auch ein Dank an Ihn und grosse Anerkennung fuer Arthur, wird vielen hier weiterhelfen.
gute Nacht
Fritz
Signatur von »Fritz«
Unser User Fritz verstarb am 17.11.2010

12

Montag, 8. November 2010, 17:10

Grosse Klasse und sehr, sehr hilfreich für alle, die an einem Leben mit einer Filipina oder gar einem Leben dort interessiert sind - unabhängig von der Region! :clappingDanke dafür!:blumen
Signatur von »fritzcat«
What a drag it is getting Old!
The Rolling Stones (Mother´s little helper)

:rauchen

13

Montag, 8. November 2010, 18:44

UTANG na LOOB

Saletti Ahrtur,

Da hast du wieder einmal ein Bericht geschrieben, der sehr lehrreich und hilfreich ist. Besten Dank. Grosse Klasse.. :blumen

Bis jetzt konnte ich Utang na loob nicht genau definieren, und wusste nicht so genau was das eigentlich bedeutet. Durch deinen Bericht ist mir aber einiges klarer geworden. Ich kann nun auch meine Freundin besser verstehen, wenn da mal etwas Geld zu ihren Eltern geht, das ich jeden Monat sende. Macht mir aber nicht weh, solange sie/wir nicht ausgenutzt werden. Für die Eltern ist es o.k

Übrigens gab es das auch in der Schweiz, es sind nur 2 oder 1 Generation zurück. Vielfach da, wo es früher grosse Familien (5 – 8 Kindern) hier in den Bergdörfern gab, und die Mausarm waren. Für die ältesten Kinder die aus der Schule kamen, war es eine Verpflichtung sofort Geld zu verdienen, um die Eltern und jüngeren Geschwister zu Unterstützen. Es war auch eine Ehre. Das hat mir noch mein Vater erzählt, der auch als ältestes Kind, jahrelang seine Eltern unterstützt hat.

Gruss Luchi
Signatur von »Salamat«
Ab 2011 pendeln zwischen CH und PH

Dillon

Schüler

Beiträge: 55

Registrierungsdatum: 12. August 2009

  • Nachricht senden

14

Montag, 15. November 2010, 10:08

Hochinteressant und lehrreich!
Sollte eigentlich jeder mal lesen der dieses Land bereisen will..

Danke für die tolle Arbeit! :clapping



15

Samstag, 20. November 2010, 00:30

Ein toller Beitrag, der beim Erstellen und Recherche bestimmt viel Zeit und Mühe gekostet hat!
Hat mir einen bisher unbekannten Einblick in die philippinsche Kultur, bzw. das Utang na loob verschafft!
Ich sehe das nun aus einem völlig neuen Sichtwinkel.
Danke an Arthur für diese umfassende Abhandlung!!!


Gruß Onot
Signatur von »Onot«
---------------------------------------------------------------------------------
Nichts ist so konstant wie die Veränderung

Dedel.DE

Fortgeschrittener

  • »Dedel.DE« ist männlich

Beiträge: 99

Registrierungsdatum: 17. Juni 2010

Über mich: Philippinische Asawa
verheirated seit 1999
wir haben zwei Kinder

ich bin gerne hier im Forum, aber meistens nur zum Lesen!

Beruf: Beamter

  • Nachricht senden

16

Samstag, 4. Dezember 2010, 14:23

So ein psoting verdient Anerkennung

Hallo Arthur
heute habe ich deine umfangreiche wissenschaftliche Abhandlung gelesen - Respekt und Anerkennung !!!
Du hast Dir sehr viel Arbeit gemacht und es hat sich gelohnt.
Das Ergebnis ist im höchsten Maße lesenswert.
Betroffene (Lebensgefährte oder Ehemann) einer binationalen Ehe mit asiatischem Partner sollten diesen thread unbedingt lesen.

Gruß aus dem Norden
Dedel
Signatur von »Dedel.DE«

Zitat

Je stiller du bist, desto mehr kannst du hören!

Zitat

Die Arbeit läuft Dir nicht davon, wenn Du Deinem Kind den Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis Du mit der Arbeit fertig bist.

NullDevice

Meister

  • »NullDevice« ist männlich

Beiträge: 631

Registrierungsdatum: 5. November 2007

Beruf: Informatik

  • Nachricht senden

17

Sonntag, 5. Dezember 2010, 17:58

AUCH ICH...
hab mir deine Recherche aufmerksam durchgelesen. Ist echt super geschrieben und spitzenmässig recherchiert, und interessant! Bei manchen Stellen musste ich nicken, und konnte einiges identifizieren was mir schon untergekommen ist. Der Rest war informativ und neu für mich. Das war bestimmt viel Arbeit - was für eine super Bereicherung für dieses Forum!
Signatur von »NullDevice«
When you are good they will never remember.
When you are bad they will never forget.

18

Montag, 6. Dezember 2010, 13:40

Na ja, so ganz unwidersprochen sind ja die Thesen von Arthur nicht, wenn auch von Kaithoma mit wesentlich feinerer Feder geschrieben :floet

Nachdem es ja hier vorwiegend den Bereich des Utang na loob in Verbindung mit einer Ehe mit einem Europäer betrifft sehe ich das auch ganz anders als Arthur und die meisten seiner Lobredner.

Es wird vom Europäer gefordert, dass er sich die uralten philippinischen Sitten weitgehend zu eigen macht. Aber, gehören zu einer Ehe nicht 2 ??

Ich lese nirgends nur die Andeutung, dass auch die philippinische Ehefrau die Pflicht und Schuldigkeit hat, sich mit den Sitten und Gebräuchen ihres Ehemannes auseinander zu setzten.

Vom Kompromiss kann eine Partnerschaft leben, nicht davon, dass man alte Zöpfe (das zitierte Buch ist immerhin schon mehr als 100 Jahre alt) immer wieder zum Nachteil des Ehemannes in den Vordergrund stellt.

Eine Unterstützung der Familie ist sicher nicht falsch, vor allem in Notsituationen, aber von einer "Schuld auf Lebenszeit" auszugehen, das geht am modernen Familienverständniss weit vorbei.

19

Montag, 6. Dezember 2010, 17:35

Vielleicht noch etwas am Rande.

Der Utang na loob wird ja in den allermeisten Fällen von den Damen ins Spiel gebracht wenn die Verwandtschaft wieder einmal ein par Euros für irgendwelche Anlässe benötigt.

Ich habe noch nach guter, alter philippinischer Sitte kirchlich geheiratet. Ich weis nicht, wer solch eine Zeremonie als Beteiligter mitgemacht hat.

Bei der Zeremonie stehen 3 Dinge an.

1. Der Schleier, mit dem das Brautpaar "eingewickelt" wird. Er symbolisiert die neue Gemeinsamkeit.

2. Die Kette, die dem Brautpaar über die Schultern gelegt wird. Das symbolisiert den Schutz des Mannes über Frau

3. Der Korb mit Münzen den der Mann der Frau übergibt. Das ist die symbolische Übergabe der Finanzen in der Ehe an die Frau.


Das bedeutet aber auch, dass es ihre Aufgabe ist, für das Wohlergehen ihrer NEUEN Familie, sprich Ehemann und Kinder, zu sorgen.

Das bedeutet einmal grundsätzlich nicht, dass sie arbeiten gehen muss, aber es bedeutet sehr wohl, dass sie die Bedürfnisse ihrer neuen Ehe in den Vordergrund zu stellen hat.

Eine eventuelle Unterstützung der (alten) phil. Familie darf nicht zulasten der neuen Familie gehen. Wenn es durch solche Zahlungen zu merklichen Einschränkungen der Lebensqualitä in D kommt, dann ist was schief gelaufen.

Ausdrücklich ausnähmen will ich davon NUR die Unterstützung an die Eltern, Die haben ein Anrecht auf Hilfe, jedoch ist nicht allein die im Ausland verheiratete Tochter dafür zuständig. Auch andere Geschwister haben nach ihren Möglichkeiten zum Unterhalt der Eltern beizutragen.

20

Dienstag, 7. Dezember 2010, 09:24

Was soll der Mist?

Jemanden zu kritisieren ist gut, aber macht es per PN, denn hier soll es sachlich zu gehen!

Ich schliesse hier erst werde später einiges entfernen.

Mit Vorurteilen sollte man nie zu schnell sein auch wenn man selber Fachidiot ist und es vermeindlich besser weiss.
Sorry so nicht meine Herren Geleehrten!
Signatur von »andy74th«
Es grüßt Andre



luzon

Fortgeschrittener

  • »luzon« ist weiblich
  • »luzon« wurde gesperrt

Beiträge: 131

Registrierungsdatum: 3. September 2010

Beruf: Diplomierter Krankenpfleger

  • Nachricht senden

21

Freitag, 10. Dezember 2010, 19:40

@Arthur

Danke für den ausführlichen Bericht. Möchte darauf aber hinweisen, dass dieser scheinbar nur für Langnasen gilt. Einen philippinischen Ehemann, welcher sich an diese "Verpflichtung" hält, wirst du kaum finden. Ich kenne keinen in unserer Familie, der diesen SCHMAFU mitmacht. Die Männer haben genug Verpflichtung der eigenen Familie(Frau und Kindern), in Sachen Ausbildung usw zu tun. Und schütteln lächelnd den Kopf dass Langnasen das mitmachen.
Signatur von »luzon«
wieviele foren sind schon zugrunde gegangen? aber Geraldo lebt immer noch weiter. Bis zum nächsten Mal! :clapping :clapping :clapping

22

Freitag, 10. Dezember 2010, 23:31

@Arthur

Möchte darauf aber hinweisen, dass dieser scheinbar nur für Langnasen gilt. Einen philippinischen Ehemann, welcher sich an diese "Verpflichtung" hält, wirst du kaum finden. Ich kenne keinen in unserer Familie, der diesen SCHMAFU mitmacht. Die Männer haben genug Verpflichtung der eigenen Familie(Frau und Kindern), in Sachen Ausbildung usw zu tun. Und schütteln lächelnd den Kopf dass Langnasen das mitmachen.


Ich kenne in unserer Familie sehr wohl welche und ich finde es ok. In gut gestellten Familien erlebe ich das dieses häufig zu sehen ist.
Signatur von »andy74th«
Es grüßt Andre



23

Samstag, 11. Dezember 2010, 01:33

@andy74th

Der Beigrag von luzon und Dein Kommentar bestätigen mich.

Einerseits fällt die "zwingende Verpflichtung des Unterstützung" mit der Eheschliessung aus, andererseits kann sie natürlich weitergeführt werden, wenn es die finanzielle Situation erlaubt.

Die Neuverteilung des Verpflichtungen in einem solchen Fall hat Arthur im Punkt 12 nicht ausreichend berücksichtigt.

Aber, wie viele Beiträge sind hier in dem Forum wo sich der Ehemann beschwert, dass die Unterstützung der Familie trotz eigener Probleme fortgesetzt werden "muss" und wird mit dem Utang na loob begründet.

Nach der Ehe gilt auch hier die Rangfolge absteigend Eigene Familie - Eltern - Geschwister - übrige Verwandte.

Gänzlich anders ist natürlich die Situation einer "nur" Lebensgefährtin. Diese wird natürlich -aus für mich verständlichen Gründen- immer versuchen, auch den maximal möglichen finanziellen Vorteil aus einer Beziehung mit einem Ausländer herauszuholen denn sie muss damit rechnen, nach einem eventuellen Scheitern der Beziehung ohne eine Peso im Sack wieder in den Schoss der Familie zurückkehren zu müssen.

24

Sonntag, 12. Dezember 2010, 06:24

Gänzlich anders ist natürlich die Situation einer "nur" Lebensgefährtin. Diese wird natürlich -aus für mich verständlichen Gründen- immer versuchen, auch den maximal möglichen finanziellen Vorteil aus einer Beziehung mit einem Ausländer herauszuholen denn sie muss damit rechnen, nach einem eventuellen Scheitern der Beziehung ohne eine Peso im Sack wieder in den Schoss der Familie zurückkehren zu müssen.
Was hat dies mit Thema zu tun? :denken Dies ist ein ganz anderes Kapitel. Es gibt übrigens auch Lebensgefährtinnen die dies nicht machen. Uebrigens dies ist eine Unterstellung X(
Auch hier muss vor dem Eingehen eine Verbindung dies klar gestellt werden.


Nach der Ehe gilt auch hier die Rangfolge absteigend Eigene Familie - Eltern - Geschwister - übrige Verwandte.
Habe ich etwas anderes gesagt? Im Punkt 12 klar geschrieben.

Aber, wie viele Beiträge sind hier in dem Forum wo sich der Ehemann beschwert, dass die Unterstützung der Familie trotz eigener Probleme fortgesetzt werden "muss" und wird mit dem Utang na loob begründet.
Ein muss besteht nicht. Es ist eine moralische Verpflichtung die über Gebühren von den vielen Verwandten beansprucht wird. In Unkenntnis der Sachlage. Darum müssen solche Sachen vor dem eingehen einer Verbindung geklärt werden.

Die Neuverteilung des Verpflichtungen in einem solchen Fall hat Arthur im Punkt 12 nicht ausreichend berücksichtigt.
Welche Neuverteilung habe ich nicht ausreichend berücksichtigt? Bitte um Aufklärung wo Lücken sind. Dann kann ich ja den Punkt 12 ergänzen.
Habe aber klar geschrieben, dass man keine allgemeingültigen Regeln aufstellen kann und jeder Fall ein Spezialfall ist.

Einerseits fällt die "zwingende Verpflichtung des Unterstützung" mit der Eheschliessung aus, andererseits kann sie natürlich weitergeführt werden, wenn es die finanzielle Situation erlaubt.
Eine zwingende Verpflichtung gibt es nicht und hat es nie gegeben. Es ist eine moralisch anerzogenen Verpflichtung.
Wenn ein Ehepartner mit einem relativ guten Job vor der Heirat die Familie unterstützt, aus welchen Gründen auch immer, kann man sich nicht auf den Standpunkt stellen, wenn wir verheiratet sind wird nicht mehr unterstützt. Wir haben jetzt eine eigene Familie.

Wenn vorher kein Geld geflossen ist, braucht es auch nachher kein Geld oder es tritt ein Notfall auf. Wo sicher jeder, je nach seiner momentaner finanziellen Situation, helfen wird.

Ich wiederhole mich, gewisse Sachen sind ganz klar vor dem Eingehen einer Beziehung zu klären. Allgemeine Regeln kann man nicht aufstellen, da jeder Fall anders ist.
Wer dies nicht macht, sei es aus Verliebtheit oder anderen Gründen, kann eines Tages ein böses Erwachen erleben.

25

Sonntag, 12. Dezember 2010, 07:32

Uebrigens dies ist eine Unterstellung
Für mich ist das keine Unterstellung sondern eine Beobachtung aus etlichen mir bekannten Verbindungen. Die Philippinas sind ja nicht auf den Kopf gefallen. Sie erkennen sehr wohl, dass in vielen Fällen schon eine Vorehe in die Brüche gegangen ist und wollen sich irgendwie absichern.

Zitat

Gerade die blinde Loyalität gemäss 2. Definition von Utang na loob trägt hier viel dazu bei.
Forderungen insbesondere von Familienmitglieder werden vom Partner vielfach nicht hinterfragt.
Hie gehst Du mit keinem Wort auf die Änderung ein, die sich durch die Eheschliessung ergibt. Bei der philippinischen Zeremonie wird sehr wohl erkannt, dass das Hauptaugenmerk jetzt auf der neuen Familie liegt.

Zitat

Der viel zitierte Satz: „Man heiratet die Familie mit“; muss man sich immer vor Augen halten. Der Zusammenhalt und der Gruppendruck in der Familie sind sehr gross.Man wird Teil der Familie und hat somit sein „Utang na loob“ beizusteuern.
Nur wenn man kann, das schreibst Du aber nicht

Zitat

Ein muss besteht nicht. Es ist eine moralische Verpflichtung die über Gebühren von den vielen Verwandten beansprucht wird. In Unkenntnis der Sachlage. Darum müssen solche Sachen vor dem eingehen einer Verbindung geklärt werden.
Kann nicht immer geklärt werden denn oft ergibt sich eine Arbeitslosigkeit oder eine Krankheit erst später.

Carabao

Inventar

  • »Carabao« ist männlich

Beiträge: 7 117

Registrierungsdatum: 7. Juli 2007

Beruf: Selbständig

  • Nachricht senden

26

Sonntag, 12. Dezember 2010, 07:55

Darum müssen solche Sachen vor dem eingehen einer Verbindung geklärt werden.
Arthur, ich stimme diesem Satz ausdruecklich zu! Was theorisch sinnvoll ist, wird sich aber in der Praxis oft nicht vorab klaeren lassen! Ist Dir auch nur ein einziges Paar bekannt, bei dem der Vorabversuch einer Klaerung zu einer Trennung vor Eheschliessung fuehrte, weil man feststellte, dass man sich im punkto "Utang na Loob" nicht einig war? Ich kenne jedenfalls kein Paar!
Ich denke der Regelfall wird eher sein, dass Pinays vor einer Eheschliessung vieles erst einmal abnicken, was der zukuenftige Ehemann sagt, um die Eheschliessung an sich nicht zu gefaehrden! Ist dann die Ehe geschlossen wird sie oft darauf bauen, durch Tampo und andere Beziehungsspielerein nachtraeglich ihre Interessen der Erfuellung des Utang na Loobs durchsetzen zu koennen, wenn noetig sogar hinter dem Ruecken des Partners!
Der Ehemann seinerseits wird oft darauf spekulieren, dass dann die Entfernung von der Familie die Frage das Utang na Loob von alleine klaert!

Wer also meint, die Frage des "Utang na Loobs" vorab geklaert zu haben kann nicht sicher sein, dass das "Fass" nach Eheschliessung nicht wieder geoeffnet wird!

LG Carabao

27

Sonntag, 12. Dezember 2010, 08:14

Zitat


Ein muss besteht nicht. Es ist eine moralische Verpflichtung die über Gebühren von den vielen Verwandten beansprucht wird. In Unkenntnis der Sachlage. Darum müssen solche Sachen vor dem eingehen einer Verbindung geklärt werden.
Kann nicht immer geklärt werden denn oft ergibt sich eine Arbeitslosigkeit oder eine Krankheit erst später.
Bin mit dir einverstanden. Aber solche Sachen müssen vorher angesprochen werden. Vielfach sind solche Sachen auch Fake's

Zitat

Der viel zitierte Satz: „Man heiratet die Familie mit“; muss man sich immer vor Augen halten. Der Zusammenhalt und der Gruppendruck in der Familie sind sehr gross.Man wird Teil der Familie und hat somit sein „Utang na loob“ beizusteuern.
Nur wenn man kann, das schreibst Du aber nicht
Entschuldigung, habe ich einen Auftrag? Alles bis ins letzte Detail zu untersuchen? Du greifst mich an, und bringst nur Platitüden rein.
Man kann alles aus dem Zusammenhang rausreissen und mir etwas unterstellen, wenn man will.
Ich wollte nur einen Beitrag zum Kulturverständnis liefern.
Kritik ist immer erwünscht, aber bitte nicht auf diesem Niveau.
Mein Beitrag darf man zerpflücken ohne zweifel. Aber dann soll man bessere Vorschläge bringen, die ich in den veröffentlichtlichen Text einbauen kann.
Die Administatoren oder Moderatoren werden mir sicher helfen, die korrigierten Texte einzubauen.
Zitat


Gerade die blinde Loyalität gemäss 2. Definition von Utang na loob trägt hier viel dazu bei.
Forderungen insbesondere von Familienmitglieder werden vom Partner vielfach nicht hinterfragt.
Hie gehst Du mit keinem Wort auf die Änderung ein, die sich durch die Eheschliessung ergibt. Bei der philippinischen Zeremonie wird sehr wohl erkannt, dass das Hauptaugenmerk jetzt auf der neuen Familie liegt.
Warum muss ich hier auf etwas anderes eingehen?
Hier spreche ich vom philipinischen Partner, dies hat absolut nichts mit einer Eheschliessung zu tun.

Zitat von »Arthur«



Uebrigens dies ist eine Unterstellung
Für mich ist das keine Unterstellung sondern eine Beobachtung aus etlichen mir bekannten Verbindungen. Die Philippinas sind ja nicht auf den Kopf gefallen. Sie erkennen sehr wohl, dass in vielen Fällen schon eine Vorehe in die Brüche gegangen ist und wollen sich irgendwie absichern.
In deinem Umkreis mag dies zutreffen. Man sollte aber nie verallgemeinern.
Ich sage es dir noch einmal, dies hat mit dem Thema hier nichts zu tun.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Arthur« (12. Dezember 2010, 08:24)


28

Sonntag, 12. Dezember 2010, 08:41

@Arthur

Ich greif Dich nicht an, im Gegensatz zu Dir

Zitat

In deinem Umkreis mag dies zutreffen. Man sollte aber nie verallgemeinern.
Ich sage es dir noch einmal, dies hat mit dem Thema hier nichts zu tun.
Ich kenne weder Dein Umfeld noch Deine Situation also erlaube ich mir keine persönliche Unterstellung.

Nur muss es erlaubt sein, eine andere Sichtweise als Du zu haben.

Ob das mit dem Thema zu tun hat oder nicht bitte ich, Dich den verantwortlichen Admins und Mods zu überlassen.

29

Sonntag, 12. Dezember 2010, 09:14

Darum müssen solche Sachen vor dem eingehen einer Verbindung geklärt werden.
Arthur, ich stimme diesem Satz ausdruecklich zu! Was theorisch sinnvoll ist, wird sich aber in der Praxis oft nicht vorab klaeren lassen! Ist Dir auch nur ein einziges Paar bekannt, bei dem der Vorabversuch einer Klaerung zu einer Trennung vor Eheschliessung fuehrte, weil man feststellte, dass man sich im punkto "Utang na Loob" nicht einig war? Ich kenne jedenfalls kein Paar!
Ich denke der Regelfall wird eher sein, dass Pinays vor einer Eheschliessung vieles erst einmal abnicken, was der zukuenftige Ehemann sagt, um die Eheschliessung an sich nicht zu gefaehrden! Ist dann die Ehe geschlossen wird sie oft darauf bauen, durch Tampo und andere Beziehungsspielerein nachtraeglich ihre Interessen der Erfuellung des Utang na Loobs durchsetzen zu koennen, wenn noetig sogar hinter dem Ruecken des Partners!
Der Ehemann seinerseits wird oft darauf spekulieren, dass dann die Entfernung von der Familie die Frage das Utang na Loob von alleine klaert!

Wer also meint, die Frage des "Utang na Loobs" vorab geklaert zu haben kann nicht sicher sein, dass das "Fass" nach Eheschliessung nicht wieder geoeffnet wird!

LG Carabao
Ja Mirko
Sicher ist mir ein solches Paar bekannt. Dies betrifft mich und meine damalige Ehefrau.
Wir haben darüber sehr offen gesprochen.
Ich habe sie übrigens in der Schweiz kennengelernt und nicht über einen Chat.
Sie hat mir gleich am Anfang gesagt, ich musste im letzten Jahr dass College aufgeben, mein Vater kam bei einem Unfall um, jetzt muss ich für meine Mutter und die jüngeren Geschwister schauen. Sie hatte eine gute Stelle in Makati.
Sie hatte mir im Klartext gesagt: Auch wenn wir Heiraten habe ich Verpflichtungen in den Philippinen, willst du sie mit mir teilen? Ich sagte ja.
Da ich eher zur alten Garde gehöre, habe ich gesagt, ok ich übernehme dies, ihr Wunsch waren ja Kinder. Meine Meinung ist Kinder und Arbeit gehören nicht zusammen.
Somit nahm die Sache ihren Lauf.
Uebrigens in unserer kleinen Familie gab es nie Gewalt nach dem Motto eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet.
Dies eine kleine Homeage an unsere Pädagogin LUZON.
Meine Kinder wurden vernünftige Erwachsene ohne körperliche Gewalt.
Hier ein Bild von den beiden Kinder.
Sagt zwar nichts aus. Wie viele Beiträge hier auch.

Aber ich bin stolz auf meine Kinder, erzogen ohne Peitsche.
»Arthur« hat folgende Datei angehängt:
  • Children.jpg (19,63 kB - 93 mal heruntergeladen - zuletzt: 14. Juli 2018, 19:32)

30

Sonntag, 12. Dezember 2010, 09:36

@Arthur

Ich greif Dich nicht an, im Gegensatz zu Dir

Zitat

In deinem Umkreis mag dies zutreffen. Man sollte aber nie verallgemeinern.
Ich sage es dir noch einmal, dies hat mit dem Thema hier nichts zu tun.
Ich kenne weder Dein Umfeld noch Deine Situation also erlaube ich mir keine persönliche Unterstellung.

Nur muss es erlaubt sein, eine andere Sichtweise als Du zu haben.

Ob das mit dem Thema zu tun hat oder nicht bitte ich, Dich den verantwortlichen Admins und Mods zu überlassen.
Natürlich darf man eine andere Sichtweise haben. Dann teile sie uns doch mit. Ich bin immer noch lernfähig.

Carabao

Inventar

  • »Carabao« ist männlich

Beiträge: 7 117

Registrierungsdatum: 7. Juli 2007

Beruf: Selbständig

  • Nachricht senden

31

Sonntag, 12. Dezember 2010, 09:49

Ja Mirko
Sicher ist mir ein solches Paar bekannt. Dies betrifft mich und meine damalige Ehefrau.
Wir haben darüber sehr offen gesprochen.
Ich habe sie übrigens in der Schweiz kennengelernt und nicht über einen Chat.
Sie hat mir gleich am Anfang gesagt, ich musste im letzten Jahr dass College aufgeben, mein Vater kam bei einem Unfall um, jetzt muss ich für meine Mutter und die jüngeren Geschwister schauen. Sie hatte eine gute Stelle in Makati.
Sie hatte mir im Klartext gesagt: Auch wenn wir Heiraten habe ich Verpflichtungen in den Philippinen, willst du sie mit mir teilen? Ich sagte ja.
Arthur, ich finde es sehr verantwortungsvoll, wie Du Dich damals verhalten hast! Gratulation auch zu Deinen sympathischen Kindern!
Meine Frage ging aber dahingehend, ob es auch Paare zwischen Foreigner und Filipina gibt, die vorab ueber das Thema "Utang na Loob" gesprochen haben und sich dann vor Eheschliessung TRENNTEN, weil sie keinen gemeinsamen Nenner gefunden haben? Denn wenn man am Anfang ueber das Thema Utang na Loob spricht, sollte die Diskussion ja ergebnisoffen sein, also auch die Moeglichkeit einschliessen, dass es keine Einigung gibt, insbesondere bei Maennern, die finanziell nicht so gut gestellt sind!
Z.B. wenn sie 20.000 Peso im Monat fuer ihre Familie als Minimum erwartet - er ist aber maximal 5.000 Peso zu zahlen bereit ist/zahlen kann. Ein Kompromiss ist nicht moeglich - man geht wieder getrennte Wege! Gibt es so etwas oder werden nicht doch diese Diskussionen am Anfang einer Partnerschaft eben gerade nicht ergebnisoffen gefuehrt? Man findet zwar pro Forma immer erst einmal eine Einigung (damit geheiratet wird), aber schon in dem Bewusstsein, dass diese Einigung spaeter von einem (oder beiden) Beteiligten wieder gekippt/neu auszuhandeln versucht wird (in Richtung mehr oder auch weniger "Utang na Loob)?

LG Carabao

  • »jodltrio« ist männlich

Beiträge: 382

Registrierungsdatum: 1. August 2007

Hobbys: Reisen

  • Nachricht senden

32

Sonntag, 12. Dezember 2010, 19:56

@Carabao

ich denke, das kommt öfter vor als man denkt (das wg Utang Trennung erfolgt).

Ich hatte mich vor Jahren in Dubai in eine Pinay verknallt und wir hatten eine ganz normale Wochenend-Beziehung, da sie ca. 2h von meinem Haus entfernt arbeitete und es damals so gut wie keine Öffis gab. Logischwerweise wurden alle Rechnungen von mir übernommen etc.

Da sie einen für DXB Verhältnisse sehr gut bezahlten Job hatte, verwunderte es mich,d as sie öfter mal um kleinere und mittlere Summen leihweise anfragte. Nun, es sollte ein gemeinsamer Urlaub in den Phills folgen, bei dem sie mich ihrer Family vorstellen wollte. Das kam dann auch einer Vertiefung der Beziehung gleich, sie wollte sich einen Job in meiner Nähe suchen, um bei mir einziehen zu können.

Dabei wurde dann auch die Unterstützung der Family besprochen, da die ersparte Wohnungsmiete ihrerseits vollständig ihrer Familie zugute kommen sollte. Den Ausdruck "Utang" kannte ich klarerweise damals noch nicht. Ich habe erkannt, das sie von ihren Eltern und Geschwistern nebst Großeltern ausgenommen wird wie eine Weihnachtsgans. Als nächstes erfolgte dann die Erkenntnis, das sie bei einem Jobwechsel wohl auch auf einen Teil ihres Gehalts verzichten musste.
Den Teil sollte ich dann auch ersetzen, damit die Familie weiterhin auf ihre Unterstützung in vollem Umfang zugreifen kann.

Nach reiflichem Überlegen, habe ich dann beschlossen, den Urlaub mit ihr zu streichen. Genauso wie die weitere Beziehung.

Und ich denke nicht, das ich da der Einzige bin!

33

Montag, 13. Dezember 2010, 01:50

@Carabao
... war bei mir auch der Fall. Es war zwar nur eine Chat-Bekanntschaft vielmehr Bekanntschaften, es war aber nach kurzer Zeit absehbar, daß der Zug in diese Richtung fahren sollte! Bei Nummer zwei lief das unter etwas anderen Vorzeichen auch so ab und genauso schnell und konsequent habe ich das auch beendet, weil ich gemerkt hatte, daß das wohl der eigentliche Sinn der angestrebten ehelichen Gemeinschaft sein sollte. Offen darüber gesprochen wurde in beiden Fälle nicht, es gabe jedoch keinerlei Zweifel, daß finanzielle Hilfe für die Familie (auf den Philippinen) erwartet wurde. Da ich auf dieser Basis keine Partnerschaft eingehen wollte, habe ich ganz schnell die Notbremse gezogen!
Jetzt bin ich bei Filipina Nummer drei, die sich ganz erheblich von den anderen Vorhergehenden unterscheided. Sie hat gleich zu Anfang erklärt, daß sie keine finanzielle Unterstützung von mir für ihre Familie oder Verwandten weder erwartet noch verlangt! Zwar ist ihre familiäre/persönliche Situation nicht mit normalen anderen vergleichbar, jedoch meint sie, daß sich dadurch nichts an ihrer Einstellung ändern würde. Beispielsweise hat sie ihrer jüngeren Schwester noch nicht mitgeteilt, daß sie mit einem Foreigner aus Germany verlobt ist zu dem sie demnächst ziehen wird. Weil sie befürchtet, von der Schwester oder anderen Verwandten angebettelt zu werden, zieht sie es vor, mit mir in Deutschland zu leben, um möglichst großen Abstand zu haben.


Gruß Onot
Signatur von »Onot«
---------------------------------------------------------------------------------
Nichts ist so konstant wie die Veränderung

34

Montag, 13. Dezember 2010, 05:44

Arthur, ich finde es sehr verantwortungsvoll, wie Du Dich damals verhalten hast! Gratulation auch zu Deinen sympathischen Kindern!

Da kann ich nur beipflichten. Erziehung mit Liebe bringt eben bessere Resultate.


Meine Frage ging aber dahingehend, ob es auch Paare zwischen Foreigner und Filipina gibt, die vorab ueber das Thema "Utang na Loob" gesprochen haben und sich dann vor Eheschliessung TRENNTEN, weil sie keinen gemeinsamen Nenner gefunden haben? Denn wenn man am Anfang ueber das Thema Utang na Loob spricht, sollte die Diskussion ja ergebnisoffen sein, also auch die Moeglichkeit einschliessen, dass es keine Einigung gibt, insbesondere bei Maennern, die finanziell nicht so gut gestellt sind!
Z.B. wenn sie 20.000 Peso im Monat fuer ihre Familie als Minimum erwartet - er ist aber maximal 5.000 Peso zu zahlen bereit ist/zahlen kann. Ein Kompromiss ist nicht moeglich - man geht wieder getrennte Wege! Gibt es so etwas oder werden nicht doch diese Diskussionen am Anfang einer Partnerschaft eben gerade nicht ergebnisoffen gefuehrt? Man findet zwar pro Forma immer erst einmal eine Einigung (damit geheiratet wird), aber schon in dem Bewusstsein, dass diese Einigung spaeter von einem (oder beiden) Beteiligten wieder gekippt/neu auszuhandeln versucht wird (in Richtung mehr oder auch weniger "Utang na Loob)?

LG Carabao

Ich denke, dass solche Paare eine Ausnahme sind. Warum sollte eine Filipina dieses Thema vorab erwaehnen? Der Foreigner kennt in der Regel diese Gepflogenheit zu Beginn der Partnerschaft noch nicht oder nicht ausreichend. Somit wird auch er dies nicht ansprechen.

Wer in den Philippinen erwartet denn 20'000 PHP? Dies entspricht einem guten Monatsgehalt. Warum sollte dies ohne Gegenleistung von einem Foreigner erwartet werden? Eine regelmaessige Unterstuetzung fuer die Eltern von 5'000 PHP reicht voellig, auch wenn der Mann finanziell besser gestellt ist. In speziellen Situationen kann es auch mal mehr sein. Lebt die Ehefrau fuer einige Jahre in Europa, merkt sie schnell, dass auch dort nicht nur Milch und Honig fliessen, sondern das Geld hart erarbeitet werden muss und die Lebenshaltungskosten hoch sind. Wer Probleme mit Utang na Loob hat, hat auch sonst Probleme.

visayas
Signatur von »visayas«
„People change, things go wrong, shit happens and life goes on.“

  • »jodltrio« ist männlich

Beiträge: 382

Registrierungsdatum: 1. August 2007

Hobbys: Reisen

  • Nachricht senden

35

Montag, 13. Dezember 2010, 12:02

@visayas

5000 reichen völlig? Wer schickt 20k oder mehr??

Mit allem Respekt, Du kennst die Geldvernichtungsmaschien Familie noch nicht eingehend. Das Mädel, das ich in meinem post erwähnt hatte, hat erheblich mehr als 20k Peso geschickt. Plus die monatl. Raten fürs Häusschen, das - weil man ja so gut verdient - gleich mal für die Family angeschafft wurde. Plus Raten für Mopeds für die Geschwister.
Und dann das Pasabulong shoppen, wenns um einen Heimatbesuch ging... Mein lieber Schwan, wenn ich mich da erinnere...

Carabao

Inventar

  • »Carabao« ist männlich

Beiträge: 7 117

Registrierungsdatum: 7. Juli 2007

Beruf: Selbständig

  • Nachricht senden

36

Montag, 13. Dezember 2010, 15:31

5000 reichen völlig? Wer schickt 20k oder mehr??
Diese Frage gehoert sicherlich in einen anderen Thread! Hier geht es um einen Kulturthread! Arthur hat sich viel Muehe gemacht, das Thema "Utang na Loob" auf interessante und verstaendliche Weise zu vertiefen und es sollte IMHO nicht wieder in die Frage abgleiten, wieviel zu schicken angemessen sei und wieviel nicht!

Ich denke, dass solche Paare eine Ausnahme sind. Warum sollte eine Filipina dieses Thema vorab erwaehnen? Der Foreigner kennt in der Regel diese Gepflogenheit zu Beginn der Partnerschaft noch nicht oder nicht ausreichend. Somit wird auch er dies nicht ansprechen.
Genau diese Befuerchtung hatte ich auch mit den Aufwurf der Frage! Ich denke in den allerwenigsten Beziehungen wird dieses Thema vor Eheschliessung ehrlich und offen ausdiskutiert! Die Filipina wird das Thema von sich aus meist nicht ansprechen. Entweder weil sie befuerchtet, dass es dadurch schon zuvor zum Bruch der Beziehung kommen koennte (die Partnerinnen von jodltrio und onot haben es wohlmoeglich im Nachhinein bereut, mit "offenen Karten" gespielt zu haben) oder weil sie es aufgrund ihrer eigenen kulturellen Erfahrungen auf den Philippinen als Selbstverstaendlichkeit ansieht!

Das fast schon "klassische Beispiel" fuer eine Philippinische Selbstverstaendlichkeit ist die Frage, was mit dem Geld geschieht, welches eine Filipina im Ausland waehrend einer Ehe mit einem Auslaender verdient! Bei diesem Thema kann es zu eklatanten kulturellen Missverstaendnissen kommen! Fast "durch die Bank" gehen Pinays erst einmal davon aus, dass dies dann alleine "ihr Geld" sei, mit dem sie tun und lassen koennen was sie wollen, es also auch unter Umstaenden zu 100% ihrer Herkunfts-Familie zur Verfuegung stellen! Diese Sichtweise kollidiert dann sehr oft mit der Erwartungshaltung des Foreigners, wenn er die heute gaengige Praxis in Deutschland praktizieren moechte, wonach das gesamte Familieneinkommen in eine gemeinsame Kasse fliesst, aus welcher die gemeinsamen Ausgaben bestritten werden! Um spaetere Streits zu vermeiden sollten gerade bezueglich dieses Themas vor Eheschliessung klare Absprachen getroffen werden!

LG Carabao

37

Montag, 13. Dezember 2010, 16:41

Irgendwie stehe ich im Wald und sehe die Bäume nicht.

Lasst Euch doch einmal von Philippinos - bitte nicht von der eigenen Partnerin - erklären, welche Bedeutung das Aras hat und wie die die geforderte Unterstützung nach der Ehe hier auf den Philippinen gehandhabt wird.

38

Dienstag, 14. Dezember 2010, 04:38

Mit allem Respekt, Du kennst die Geldvernichtungsmaschien Familie noch nicht eingehend. Das Mädel, das ich in meinem post erwähnt hatte, hat erheblich mehr als 20k Peso geschickt. Plus die monatl. Raten fürs Häusschen

Das hat dann m.E. nichts mehr mit Utang na loob zu tun, sondern mit Dummheit. Nochmals 20k PHP entsprechen einem guten Monatslohn in den Philippinen. Warum sollte sich jemand so ausnuetzen lassen, indem er derart grosse Summen an seine Verwandten schickt? So weit geht Utang na loob nie und nimmer! Geld schicken bis zur Selbstaufgabe? Das kann es wohl nicht sein.

visayas

PS. Wie schon weiter oben geschrieben: "Wer Probleme mit Utang na Loob hat, hat auch sonst Probleme." Hier ist es offensichtlich Dummheit oder falsch verstandenes Utang na loob.
Signatur von »visayas«
„People change, things go wrong, shit happens and life goes on.“

39

Dienstag, 14. Dezember 2010, 05:12

Auch meine Frau hat Unsummen zur Familie geschickt. Als wir geheiratet haben hatte sie keinen Cent am Konto. Das einzige, was ihr von ihrem Einkommen geblieben ist, war eine sehr gute persönliche Ausstattung mit Kleidung, Geschirr, Bettzeug und Haushaltssachen. :mauer

Nach der Hochzeit wurden dann monatlich 100 Euro an die Mutter geschickt und alles andere Eingestellt.

Die Nachfragen nach Geld sind dann mit der Zeit auch eingeschlafen.

40

Dienstag, 14. Dezember 2010, 05:25

Irgendwie stehe ich im Wald und sehe die Bäume nicht.

Lasst Euch doch einmal von Philippinos - bitte nicht von der eigenen Partnerin - erklären, welche Bedeutung das Aras hat und wie die die geforderte Unterstützung nach der Ehe hier auf den Philippinen gehandhabt wird.
Ich gehe mal davon aus, dass du mit Aras, "Arras"im Zusammenhang mit einer Eheschliessung gemeint hast. Uebersetzen kann man dies z.B. als Brautgeld.
Das "Brautgeld" ist in vielen Kulturen eine alte Tradition. Je nach Kulturkreis hat dies Heute unterschiedliche Bedeutungen.
Zitat:
Bride price, also known as bride wealth, is an amount of money or property or wealth paid by the groom or his family to the parents of a woman upon the marriage of their daughter to the groom.


In den Philippinen wurde diese Tradition von den Spanier übernommen und hat im heutigen 21. Jahrhundert hier in den Philippinen eine andere Bedeutung als in arabischen Länder.

Bei der kirchlichen Heirat in den Philippinen gehört dies zum Standardprogramm. In einer "schönen Form" werden vom Bräutigam der Braut 13 Münzen überreicht. Meistens wird dies in einem kleinen Körbchen aus Silber dargereicht, oder eingenäht in einem kleinen Herzen aus Seide.
Diese 13 Münzen in Gold oder Silber (je nach Budget) stellen symbolisch Christus und die 12 Apostel dar.
Jede Münze hat ein Motiv (siehe Anhang):
Love; Harmony; Cooperation; Commitment ; Peace; Happiness; Trust; Respect; Caring; Wisdom; Joy ; Wholeness ; Nurturing.

Hiermit wird symbolisch noch einmal auf die Bedeutung einer Eheschliessung hingewiesen und die Verplichtungen die beide Ehepartner einander gegenüber haben und den Kinder die sie gemeinsam haben werden. Im weiteren bekräftigt der zukünftige Ehegatte als "breadwinner" sich für seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder zu sorgen.
Dies sind die Traditionen wie sie Heute immer noch gepflegt werden. Wie weit sie auf das heutige alltägliche Leben zutreffen ist eine andere Frage.

PS
@ aware1949
Deine Fragestellung finde ich nur peinlich. Frägt mal nach, aber nicht bei der Partnerin?. Warum kann die Partnerin darüber keine Auskunft geben?
Hast du das Gefühl die Partnerin ist zu blöd dazu oder alle zocken ihre Partner ab?
Selber deine Gedanken reinstellen, wäre ja zuviel verlangt. Ich nehme ja mal an du hast auch eine eigene Meinung dazu.

Uebrigens dein Beitrag hat mit "Utang na loob", nach meiner Meinung, nur am Rand zu tun.
»Arthur« hat folgende Datei angehängt:
  • unitycoins.jpg (69,37 kB - 12 mal heruntergeladen - zuletzt: 14. Juli 2018, 19:32)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Arthur« (14. Dezember 2010, 05:31)


41

Dienstag, 14. Dezember 2010, 05:36

@Arthur

Ich meine nicht das Brautgeld, zumindest wurde es mir vom Priester anders erklärt.

Der Priester (ein Philippino) hat mir das Aras oder Arras, wie Du es schreibst, so erklárt.

Mit der 3-teiligen Zeremonie wird eben mit Punkt 3 kein "Brautgeld" bezahlt sondern die finzanzielle Verantwortung für die Familie in die Hände der Frau gelegt.

Das ist jetzt keine "wissenschaftliche" Abhandlung sondern die Erkläerung eines Phlippinos von philippinischen Traditionen.

Zitat

Deine Fragestellung finde ich nur peinlich. Frägt mal nach, aber nicht bei der Partnerin?. Warum kann die Partnerin darüber keine Auskunft geben?
Hast du das Gefühl die Partnerin ist zu blöd dazu oder alle zocken ihre Partner ab?

Uebrigens dein Beitrag hat mit "Utang na loob", nach meiner Meinung, sehr wenig zu tun.
Warum nicht die eigene Partnerin? Weil ich befürchte, dass sie es vielleicht etwas anders interpretiert als ein Aussenstehender, in meinem Fall eben der Priester

Und nochmals, Du dürftes ein wenig Probleme mit Deinen eigenen Beiträgen haben. Du selbst hat die Verpflichtung des Ehemannes unter Utang na loob eingeordnet. Also hat das sehr wohl mit dem Thema zu tun.

42

Dienstag, 14. Dezember 2010, 06:12

@Arthur

Ich meine nicht das Brautgeld, zumindest wurde es mir vom Priester anders erklärt.

Der Priester (ein Philippino) hat mir das Aras oder Arras, wie Du es schreibst, so erklárt.

Mit der 3-teiligen Zeremonie wird eben mit Punkt 3 kein "Brautgeld" bezahlt sondern die finzanzielle Verantwortung für die Familie in die Hände der Frau gelegt.

Das ist jetzt keine "wissenschaftliche" Abhandlung sondern die Erkläerung eines Phlippinos von philippinischen Traditionen.

Zitat

Deine Fragestellung finde ich nur peinlich. Frägt mal nach, aber nicht bei der Partnerin?. Warum kann die Partnerin darüber keine Auskunft geben?
Hast du das Gefühl die Partnerin ist zu blöd dazu oder alle zocken ihre Partner ab?

Uebrigens dein Beitrag hat mit "Utang na loob", nach meiner Meinung, sehr wenig zu tun.
Warum nicht die eigene Partnerin? Weil ich befürchte, dass sie es vielleicht etwas anders interpretiert als ein Aussenstehender, in meinem Fall eben der Priester

Und nochmals, Du dürftes ein wenig Probleme mit Deinen eigenen Beiträgen haben. Du selbst hat die Verpflichtung des Ehemannes unter Utang na loob eingeordnet. Also hat das sehr wohl mit dem Thema zu tun.
Wo habe ich die Verpflichtung des Ehemanns unter "Utang na loob" eingeordnet ? Ich habe über die Probleme berichtet die auf einen Ausländer in diesem Zusammenhang zukommen können.
Ich habe versucht das "Brautgeld" oder eben die "Münzen" wie dies hier in den Philippinen gehandhabt wird zu erklären. Aber dies überliest du anscheinend.

Weil ich etwas geschrieben habe, hat dies noch lange nichts mit deinem Beitrag zu tun :denken
Erzähle uns mal,was deine Ansichten sind. Hier ist immer Stillschweigen von deiner Seite.
Viele warten darauf, durch deine Beiträge, mal aufgeklärt zu werden wie es wirklich ist.

PS
Der Priester steht über der Partnerin; Hallelujah. Oder habe ich hier etwas falsch interpretiert? Dies doch deine Aussage.
PPS
Ich gehe mit dir einig, dass ein Zweizeiler keine wissenschaftliche Abhandlung ist. :clapping

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Arthur« (14. Dezember 2010, 06:55)


43

Dienstag, 14. Dezember 2010, 08:00

Der viel zitierte Satz: „Man heiratet die Familie mit“; muss man sich immer vor Augen halten. Der Zusammenhalt und der Gruppendruck in der Familie sind sehr gross.
Man wird Teil der Familie und hat somit sein „Utang na loob“ beizusteuern.
Die Frage ist jetzt wie hoch ist dieses Utang na loob und wer ist hier alles eingebunden.

Regelt man dies nicht am Beginn einer Beziehung, führt dies früher oder später in den meisten Beziehungen zu grossen Spannungsfeldern.


Ich bin kein Sprachwissenschaftler aber wie anders soll man Deine Textstelle interpretieren als dass der Unl. ein Muss ist?

Und diese Teststelle enstammt dem 12 Teil Deiner Abhandlung.

Warum bist Du nur so verbitter. Wieso kommst Du zu dieser Aussage ??? ?(

Zitat

Der Priester steht über der Partnerin; Hallelujah. Oder habe ich hier etwas falsch interpretiert? Dies doch deine Aussage.
Das bedeutet doch nur, dass im Zuge der Ehevorbereitungs-gespräche dieses Thema sehr wohl angeschnitten wurde. Auch weil dem Priester die Probleme binationaler Beziehungen sehr wohl bekannt sind, er ist r.k. Priester philippinischer Abstammung und wirkt im deutschsprachigen Raum, also gab es da keine Verständigungsprobleme zwischen uns 3 Betroffenen.

Aber, hier schreibst Du etwas sehr wichtiges und richtiges

Zitat

Hiermit wird symbolisch noch einmal auf die Bedeutung einer Eheschliessung hingewiesen und die Verplichtungen die beide Ehepartner einander gegenüber haben und den Kinder die sie gemeinsam haben werden. Im weiteren bekräftigt der zukünftige Ehegatte als "breadwinner" sich für seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder zu sorgen.
Dies sind die Traditionen wie sie Heute immer noch gepflegt werden. Wie weit sie auf das heutige alltägliche Leben zutreffen ist eine andere Frage.
Daraus lässt sich ohne Wenn und Aber ableiten, dass die eigene Familie gegenüber dem Utang na loob im Vordergrund steht.

Eine Unterstützung der alten Familie darf nicht dazu führen, dass die Ehe zerbricht, sei es aus welchen Gründen immer.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »aware1949« (14. Dezember 2010, 08:10)


44

Dienstag, 14. Dezember 2010, 09:27

Schreib es noch ein bisschen grösser. Dann hat es noch ein bisschen mehr Gehalt.

Ich bin höchstens verbittert, dass ich mich mit solchen Leuten hier rumschlagen muss, die gewisse Sätze aus dem Zusammenhang rausreissen und keine Ahnung oder auch kein Wille haben meine Beitrage zu lesen.
Ich kann schreiben was ich will und gewisse Member versuchen mich hier anzumachen. Sie gehen nicht auf meine Argumentationen ein, sind an einer Diskussion nicht interessiert.
Arthur Bashing ist angesagt.
Versuchen krampfhaft mir etwas zu beweisen, was so nie meine Intension war.
Ich wollte einen Beitrag zum Kulturverständnis liefern, mit Kapitel 12 bin ich näher auf diese Problematik eingegangen. Dies nur weil viele Ausländer davon direkt betroffen sind.
Ich sehe es jetzt, dies war ein grosser Fehler von mir. Kapitel 12 und die Einleitung hätte ich weglassen müssen.
Jeder Betroffene sieht dies anders und reagiert entsprechend. Aber ich erwarte von den Schreiber auch, dass man auch im Klartext schreibt, was stört und was falsch ist.

Ich möchte mich hier noch einmal bei allen Mitgliedern entschuldigen die sich durch meine Texte angegriffen fühlten.

Der viel zitierte Satz: „Man heiratet die Familie mit“; muss man sich immer vor Augen halten. Der Zusammenhalt und der Gruppendruck in der Familie sind sehr gross.
Man wird Teil der Familie und hat somit sein „Utang na loob“ beizusteuern.
Die Frage ist jetzt wie hoch ist dieses Utang na loob und wer ist hier alles eingebunden.

Regelt man dies nicht am Beginn einer Beziehung, führt dies früher oder später in den meisten Beziehungen zu grossen Spannungsfeldern.


Ich bin kein Sprachwissenschaftler aber wie anders soll man Deine Textstelle interpretieren als dass der Unl. ein Muss ist?

Und diese Teststelle enstammt dem 12 Teil Deiner Abhandlung.

Warum bist Du nur so verbitter. Wieso kommst Du zu dieser Aussage ??? ?(

Zitat

Der Priester steht über der Partnerin; Hallelujah. Oder habe ich hier etwas falsch interpretiert? Dies doch deine Aussage.
Das bedeutet doch nur, dass im Zuge der Ehevorbereitungs-gespräche dieses Thema sehr wohl angeschnitten wurde. Auch weil dem Priester die Probleme binationaler Beziehungen sehr wohl bekannt sind, er ist r.k. Priester philippinischer Abstammung und wirkt im deutschsprachigen Raum, also gab es da keine Verständigungsprobleme zwischen uns 3 Betroffenen.

Aber, hier schreibst Du etwas sehr wichtiges und richtiges

Zitat

Hiermit wird symbolisch noch einmal auf die Bedeutung einer Eheschliessung hingewiesen und die Verplichtungen die beide Ehepartner einander gegenüber haben und den Kinder die sie gemeinsam haben werden. Im weiteren bekräftigt der zukünftige Ehegatte als "breadwinner" sich für seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder zu sorgen.
Dies sind die Traditionen wie sie Heute immer noch gepflegt werden. Wie weit sie auf das heutige alltägliche Leben zutreffen ist eine andere Frage.
Daraus lässt sich ohne Wenn und Aber ableiten, dass die eigene Familie gegenüber dem Utang na loob im Vordergrund steht.

Eine Unterstützung der alten Familie darf nicht dazu führen, dass die Ehe zerbricht, sei es aus welchen Gründen immer.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Arthur« (14. Dezember 2010, 09:40)


45

Dienstag, 14. Dezember 2010, 09:40

Nein Arthur

Kapitel 12 war kein Fehler und es ist gut, dass Du es geschrieben hast.

Das ist genau die Sichtweise, die von vielen Philippinas vertreten wird und der sich viele männlichen Ehepartner auch unterordnen, sei es auch nur um des lieben Friedens willen.

Ich will nur festgehalten haben, dass es gerade in diesem Punkt auch andere -widersprechende- Traditionen gibt.

Was dann jeder für sich selbst daraus macht, darauf haben weder Du oder ich Einfluss.

46

Dienstag, 14. Dezember 2010, 13:40

Ich bin höchstens verbittert, dass ich mich mit solchen Leuten hier rumschlagen muss, die gewisse Sätze aus dem Zusammenhang rausreissen und keine Ahnung oder auch kein Wille haben meine Beitrage zu lesen.
Ich kann schreiben was ich will und gewisse Member versuchen mich hier anzumachen. Sie gehen nicht auf meine Argumentationen ein, sind an einer Diskussion nicht interessiert.


Na du bist für dich ja eh der einzige der den Überblick hat und vielleicht noch deine nickenden Jünger. Bevor du hier einige mit einer anderen Meinung als dumm hinstellen möchtest (keine Ahnung habend) solltest du einmal das Zitat von aware1949 und dein eigenes vergleichen. Die passen nämlich absolut nicht zusammen da sie konträr sind.

Zitat

Der viel zitierte Satz: „Man heiratet die Familie mit“; muss man sich immer vor Augen halten. Der Zusammenhalt und der Gruppendruck in der Familie sind sehr gross.
Man wird Teil der Familie und hat somit sein „Utang na loob“ beizusteuern.
Die Frage ist jetzt wie hoch ist dieses Utang na loob und wer ist hier alles eingebunden.


Zitat

Hiermit wird symbolisch noch einmal auf die Bedeutung einer Eheschliessung hingewiesen und die Verplichtungen die beide Ehepartner einander gegenüber haben und den Kinder die sie gemeinsam haben werden. Im weiteren bekräftigt der zukünftige Ehegatte als "breadwinner" sich für seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder zu sorgen.


Sowohl der weiße Ehemann als auch die Pinay haben nach der Hochzeit nur für eins Sorge zu tragen, nämlich dass es ihrer eigenen Familie gut geht. Es besteht keinerlei Verpflichtung gegenüber Eltern, Geschwistern, Tanten der Pinay. Das gilt für Pinoys genauso wie für Weiße. Leider sind viele Weiße zu dumm um mit der Manipulation und dem Druck der Pinay und deren Familie klarzukommen weil es das in unserem Kulturkreis nicht in diesem Maße gibt und natürlich werden sie es in den meisten Fällen nicht zugeben sondern eher verdrängen weil man sich ja sonst seinen eigenen Dämonen stellen müsste.



Und jetzt wie vom TS gewünscht meine Kommentare zum Artikel.

algemeine Kritik: Quellenangaben sind im Text vorzunehmen um zu erkennen was nun Worte des Autors sind und was nur abgeschrieben ist. Dies wurde leider versäumt, die Gründen möchte ich jetzt nicht mutmaßen.

zum 1.Vorwort:
Eine Hilfe sollte nur jemand geben, der den Sachverhalt objektiv überblickt. Diese Objektivität scheint dir ganz zu fehlen oder wie sonst ist es zu erklären dass du andere Meinung nicht akzeptieren möchtest, sie verdrehst und die Schreiber auch noch als dumm hinstellst.

zu 2.Abgrenzung:
Du schreibst zwar dass du das Thema in Gesamtzusammenhang betrachten möchtest, jedoch fehlt dann der westliche Part der in das Utang mit Einfluss nehmen sollte oder wie sonst sollte der "Westler" lernen damit umzugehen?

zu 3.Begriffserklärung
Eine lebenslange Verpflichtung/Schuld besteht nach meinen eigenen Erfahrungen nicht sondern nur solange bis eine eigene Familie vorhanden ist. Danach besteht die Schuld nur gegenüber der eigenen Familie, also dem Partner und den eigenen Kindern. Jedwede weitere Zuwendung an die "Erzeugerfamile" ist demnach freiwillig und dort liegt aus meiner Sicht genau der Knackpunkt der Probleme in binationalen Beziehungen. Dazu werde ich später noch ausführlicher Stellung nehmen.

Zitat

Die Anzahl der "Overseas Filipino Workers" (OFW) in schlecht bezahlten Berufen wie Maid spricht hier eine klare Sprache. Jahrelanger Aufenthalt im Ausland, um seinen Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Woher kommt dieser Gedankengang? IMHO sehen OFW das in vielen Fällen anders und ein Job im Ausland ist anstrebenswert, da diese Jobs aus Sicht der Pinoys gut bezahlt sind.

Zitat

Frauen die in Bars arbeiten, haben in der Mehrheit schon Kinder. Die meist gehörte Antwort ist, ich finde mit meiner Ausbildung (etwa die Hälfte haben nur
Elementary School) keine Arbeit und mache es um für mein Kind(er) oder jüngeren Geschwister sorgen zu können. Vielfach hat der Vater der Kinder sich aus dem Staub gemacht oder hat auch keine Arbeit.

Wieviel hast du befragt? Wieviel % der Kinder haben einen "Staubvater" und wieviel einen arbeitslosen? Wieviel % der Kinder sind von Foreignern? Ich finde dazu keine Quellenangaben.

Zitat

Dies geschieht natürlich auch mit dem Hintergedanken, im Sinne von „Utang na loob“, dass sich die Kinder später Mal um dich kümmern werden.

Diese Aussage ist eine Frechheit denn sie unterstellt zum einen manipulatives Verhalten und zum anderen egoistische Absichten. Woher nimmst du diese "Erkenntnisse"?

zu 3.1
Utang na loob hat mit Karma wenig zu tun denn die Auswirkungen von Karma liegen in einer fernen Zukunft und soweit denken die meisten Filipinos nicht. Außerdem haben die Spanier den Pinoys beigebracht dass der Herr sowieso alles und jedem vergibt. Als bestes Beispiel dazu kann man anbringen dass Schulden in vielen Fällen schon mit dem Vorsatz gemacht werden sie nie zurückzuzahlen.

zu 3.2
da stimme ich mal voll und ganz zu

zu 3.3

Zitat

...aber dies bedeutet nicht, dass sie ihre höher bewertenden moralische Grundsätze aufgeben im Interesse der Familie, Freundschaften oder Gemeinde.

Genau dort fehlt der Bezug zur westlichen Welt denn dieses Verständnis des sozialen Konzepts ohne blind zu sein sollte idR dem westlichen Verständnis gleich kommen.

zu 4.1
Hiya gegenüber einem Ausländer gibt es idR nicht. Ausführungen dazu fehlen komplett, sind aber ein wichtiger Punkt in der Erklärung warum sich so viele Ausländer abzocken lassen. Egal ob man es nun als Scham oder Anstand betrachten möchte, beides vermisst man sehr oft. Beispiele dafür sind überzogene Forderungen zu Geschenken, einfodern des Utang na loob obwohl die Tochter/der Sohn jetzt eine eigene Familie hat, Anfragen nach Geld usw.

zu 4.2
Auch schön abgeschrieben aber auch hier fehlt der Bezug zum Westler denn ihm gegenüber kann ein Pinoy offensichtlich nicht das Gesicht verlieren. Desweiteren verliert der Gesichtsverlust immer mehr an Bedeutung auf den Philippinen oder wie sonst ist es zu erklären dass Driver mitlerweile schon von Einheimischen versuchen mehr Geld abzuzocken? Gier (Materialismus) ersetzt langsam aber sicher den Gesichtsverlust.

zu 4.3
Wie bereits oben angesprochen hat das imho kaum noch Bedeutung in der philippinischen "Kultur" denn die Kirche hat dafür einen Ausweg gefunden und der Filipino findet in den meisten Fällen die Ausrede für sich selbst: "der Herr wird mir vergeben".

zu 4.5
Ein sehr wichtiger Punkt und der Schlussfolgerung in Bezug auf den Westler kann ich zustimmen, jedoch sehe ich den Zwiespalt des phil. Partners nicht wirklich denn der sollte eigentlich nicht vorhanden sein da auch der phil. Partner nur seiner eigenen neuen Familie verpflichtet sein sollte. So sollte es eigentlich sein aber, und das vermisse ich an dieser Stelle, da der Foreigner in vielen Fällen nicht zum Hindi Ibang Tao (also einer der ihren) wird kann man ja weiter Forderungen stellen und hier ist auch die Ursache der Probleme zu suchen. Viele Foreigner denken dass sie wirklich dazu gehören aber irren ist menschlich.

zu 4.6 + 4.7
agree

4.8 und 4.9
ich sehe da keinen Bezug zum Thema

zu 6.
Beschränkt sich der westliche Kulturkreis nur auf die Schweiz oder warum wurde dieser Abschnitt so einseitig behandelt? Auch würde ich gerne mehr dazu erfahren wie der TS darauf kommt dass utang na loob aus der Schuldkultur der westlichen Länder stammt (evtl Quelle).

zu 7.

Zitat

Kam doch der Begriff mit der Schuld erst durch die Christianisierung in die Philippinen.

Nachweise dazu?
Wie erklärst du dann bitte ein gleiches/ähnliches System zB in Thailand, was ja mit dem Christentum nicht viel am Hut hat. Auch in anderen, vorwiegend asiatischen Ländern, gibt es das und die wenigsten haben etwas mit dem Christentum zu tun. In moslemischen Ländern gibt es das ebenfalls und geht dabei sogar soweit dass die Kinder bei der Wahl ihrer Partner oftmals nicht mitreden können. Wobei allerdings die Verbrechen des Ampatuanclans nichts mit Utang na loob sondern eher mit Egoismus, zu kleinen Schwänzen und zu kleinem Hirn zu tun haben (ein kleiner Spaß sei mir erlaubt).

zu 8.
Die Frage bleibt ungeklärt und die Ausführungen sind weit am Thema vorbei. das wäre eigentliche der Kernpunkt gewesen.
Kleine Anmerkung: OSWs gibt es nicht, sie heissen OFW (Oversea Filipino Worker).

zu 9.
Was haben Konsum oder Triebhaftigkeit mit dem Thema zu tun?

Zitat

Wie jeder philippinische Student der Soziologie weiss, ist „Utang na loob“ ein zweischneidiges Schwert.

Pauschalisierung oder hast du alle befragt?

10 + 11
zwar kurz aber doch treffend abgehandelt

12. na endlich das wichtige

Zitat

Je nach Umstand ist es ein ganzer Familienclan der hier Erwartungen hat. Ob berechtigt oder nicht sei mal dahingestellt.

Mir erschliesst sich nicht wieso man die Berechtigung nicht ausführlich erörtert, ist es doch gerade eines der wichtigsten Punkte überhaupt und würde die Argumente sowohl zum Verständnis als auch zur weiteren objektiven Diskussion liefern.

Zitat

Die Frage ist jetzt wie hoch ist dieses Utang na loob und wer ist hier alles eingebunden.
Regelt man dies nicht am Beginn einer Beziehung, führt dies früher oder später in den meisten Beziehungen zu grossen Spannungsfeldern.
In dieses Gespräch muss die Familie zwingend einbezogen werden.

Einspruch euer Ehren! Die Frage zur Höhe stellt sich überhaupt nicht für den denkenden Westler und ich meine hier ausnahmsweise mal die Benutzung des Gehirns und nicht das etwas tiefer sitzende "Denkorgan" des Mannes. Auf keinen Fall ist die Familie mit einzubeziehen denn alleine gegen mehrere ist nie eine gut Wahl für eine faire Diskussion und über mein Geld kann ich immer noch selbst entscheiden und benötige dafür keine Absolution von anderen. Wer hat denn schon mal seine Pinay gefragt wieviel ihre Familie denn zum Jahresurlaub seiner Eltern beisteuert?

Aus der eigenen Familie meiner Partnerin ist mir das bekannt und auch durch Gespräche mit anderen Pinoys.

Situation der Familie meiner Partnerin:
Eltern
4 ältere Geschwister (2 Brüder, 2 Schwestern), verheiratet mit phil. Partnern
1 jüngerer Bruder unverheiratet
Utang na loob gibt es dort nicht da jeder seine eigene Familie hat. Wenn ein Elternteil krank wird dann wird freiwillig gegeben, jeder soviel er kann und möchte. Der jüngste Bruder wohnt noch zuhause und unterstützt die Eltern wo er kann.

das beste Gegenbeispiel dazu: Familie des Bruders vom Vater
4 Töchter, alle vier mit Ausländern verheiratet
1 Sohn unverheiratet
Dort wird Utang na loob aber mal so richtig gelebt denn die 4 Foreigenr sind so "richtig lieb". Haus, 3 Grundstücke, 2 Autos, 8 Mottorräder!, Einrichtung fürs Haus, 2 Sari Saristores, die immer wieder brav aufgefüllt werden, LCD-TV, mtl. über 1000 € werden da ohne Diskussion bezahlt. Die letzte Hochzeit war im September diesen Jahres, der Ösi 29 und sie 25 (eigentlich eine gute Voraussetzung). Was er natürlich nicht weiss ist dass sie jahrelang in der Bar "gearbeitet" hat. Aber als er sie nach ihrem Geburtstaggeschenk gefragt hat (sie hatte kurz bevor sie nach Österreich ging) und sie sich prompt ein Bike wünschte hat er es auch bezahlt. Der Bruder hat sich natürlich über das neue Bike gefreut. Für die Hochzeit mussten ihre Zähne ja geweisst und poliert werden, natürlich in Makati, woanders geht das ja nicht, für 50000 PHP. und und und ..... Ob die Foreigenr wirklich nur lieb sind oder in meinen Worten als Vollpfosten zu bezeichnen sind überlasse ich jedem selbst.

Zitat

Können sie z.B. aus Altersgründen nicht mehr arbeiten, ist es an uns die Eltern der Partnerin zu unterstützen. Viele vergessen hier, dass es keine Sozialsysteme gibt, wie wir sie bei uns kennen

Es ist nicht die Aufgabe des Foreigners Verantwortung für andere zu übernehmen. Er ist nicht verantwortlich dafür dass es auf den Phils keine Sozialsysteme gibt und wenn es ihn nicht gäbe dann würde es auch gehen.

13 Schlussbemerkung

Zitat

Ich möchte hier all denen meinen Dank aussprechen die ... mich manchmal wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt haben

Manchmal reicht eben nicht aus! SCNR


Mein Fazit zum utang na loob
"Jeder ist seines eigenen glückes Schmied." sagt der Volksmund aber das wird offensichtlich sehr oft vergessen. Ein christliches Sprichwort sagt "Geben ist seliger den nehmen." aber offensichtlich nicht auf den Philippinen oder gibt es dort keine guten Christen? (Memo an mich selbst: Gut und Christ, gibt es das überhaupt?).
Wir leben in einer manipulativen Gesellschaft, lügen und heucheln gehören zum "guten Ton", Dinge werden nicht beim Namen genannt (zB Negativgewinn) aber die meisten können damit nicht umgehen und sind somit leichte Opfer. Sei es für Politiker, Autoverkäufer, Filipinas oder oder oder. Filipinas haben einen großen Vorteil: sie wachsen mit Manipulation auf und wissen wie man sie anwendet, der Westler bemerkt das idR gar nicht oder erst sehr spät denn der ganze Prozess ist schleichend, fängt mit Tampo an, steigert sich über das einreden der Schuldgefühle und geht teilweise soweit dass das Leben bedroht wird, irgendwo dazwischen kommen dann Forderungen. Als Mann hat man es sehr schwer damit klarzukommen denn man müsste sich als allererstes eingestehen dass man gegen so ein kleines zierliches Wesen machtlos ist, dann müsste man sich eingestehen dass man Hilfe braucht und dann müsste man auch noch nach Hilfe fragen und das alles nachdem sicher schon etliche Freunde und Verwandte einen darauf hingewisen hatten und man es immer als Lapalie abgetan hat. Dann beginnt die Verdrängung .... ein Weg ohne Ziel.
Ich möchte den Filipinas in vielen Fällen keine Absicht unterstellen sondern viele werden dies sicher am Anfang unbewusst machen weil sie es eben so gewohnt sind aber wenn man dann einmal bemerkt wie einfach es ist den westlichen Partner zu manipulieren und er sich nicht wehrt, was zum Respektverlust führt, dann bettelt er doch förmlich danach. Eine suggerierte Schuld kann nur dann Erfolg haben wenn es einen Manipulator gibt und auch einen, der sich manipulieren lässt.


Just my 2 Cents. Negative Bewertung sind ausdrücklich erwünscht, zeigen sie doch auf in welch kleiner Welt mancher lebt.

PS: Meine ist anders oder bin ich es der anders ist? :D
Signatur von »arapina«
Niveau wird, von unten betrachtet, oft mit Arroganz verwechselt.

47

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 03:09

Na du bist für dich ja eh der einzige der den Überblick hat und vielleicht noch deine nickenden Jünger. Bevor du hier einige mit einer anderen Meinung als dumm hinstellen möchtest (keine Ahnung habend) solltest du einmal das Zitat von aware1949 und dein eigenes vergleichen. Die passen nämlich absolut nicht zusammen da sie konträr sind.

Zitat
Der viel zitierte Satz: „Man heiratet die Familie mit“; muss man sich immer vor Augen halten. Der Zusammenhalt und der Gruppendruck in der Familie sind sehr gross.
Man wird Teil der Familie und hat somit sein „Utang na loob“ beizusteuern.
Die Frage ist jetzt wie hoch ist dieses Utang na loob und wer ist hier alles eingebunden.

Zitat
Hiermit wird symbolisch noch einmal auf die Bedeutung einer Eheschliessung hingewiesen und die Verplichtungen die beide Ehepartner einander gegenüber haben und den Kinder die sie gemeinsam haben werden. Im weiteren bekräftigt der zukünftige Ehegatte als "breadwinner" sich für seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder zu sorgen.
Wenn du es noch nicht bemerkt hast, stammen beide Zitate von mir. 8-)
Er hat gesagt man soll mal Nachfragen was Arras ist. Er selber hat es nicht erklärt. Ich habe dazu dann versucht eine Erklärung einzustellen.
Konträr sind sie meiner Ansicht nicht. Mit "Utang na loob" haben sie aber nur am Rande zu tun, wenn man dies auf die Grossfamilie bezieht.
Dieser symbolische Akt, mit dem überreichen dieser Münzen, soll noch einmal die Verpflichtungen der Ehegatten untereinander und gegenüber der zukünftigen Kinder erinnern.
Dass damit eine Unterstützung ausserhalb der neuen gegründeten Familie wegfällt, wird mit diesem Akt meiner Ansicht nach nicht begründet.
Klar steht ab jetzt die eigene Familie im Vordergrund.
Nocheinmal: Dass man die eigenen Eltern unterstützt, wenn es notwendig ist, ist für mich eine moralische Verpflichtung. Dazu gehören auch jüngere Geschwister in der Ausbildung.
Aber sicher wird nicht der ganze Clan unterstützt, hier ist auch von meiner Seite ein "now go".
Dies muss aber vorher klar gestellt werden.

48

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 03:46

Auf keinen Fall ist die Familie mit einzubeziehen denn alleine gegen mehrere ist nie eine gut Wahl für eine faire Diskussion und über mein Geld kann ich immer noch selbst entscheiden und benötige dafür keine Absolution von anderen.
Ja es wird nur mit dem zukünftigen Partner diskutiert. :weia Sie wird dir zustimmen, da du ja den Power resp.Geld hast.
Die Auseinandersetzungen überlässt du dann der Partnerin mit ihrer Familie. Du bist wirklich ein "Gentlemen" der alten Schule. :blumen

Dann passiert dann das was du in deinem Fazit über "Utang na loob" angeführt hast.


12. na endlich das wichtige
Dies zeigt mir auf, dass dich das Thema Kulturverständnis vermutlich überhaupt nicht interessiert. Dir geht es anscheinend nur um dein liebes Geld.
Und dies hat mit diesem Thema überhaupt nichts zu tun, wenn es nur darum geht, wo bekomme ich Rezepte, dass ich nicht abgezockt werde.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Arthur« (15. Dezember 2010, 04:24)


49

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 04:17

Dass damit eine Unterstützung ausserhalb der neuen gegründeten Familie wegfällt, wird mit diesem Akt meiner Ansicht nach nicht begründet.
Dass die Unterstützung wegfällt ist nicht zwangsläufig, aber sie hat sich der neuen Familie unterzuordnen.

Ich habe in Foren immer wieder gelesen, dass die von der Ehefrau geforderten Unterstützungszahlungen an die Eltern, Geschwister oder andere Verwandte die eigene Familie vor Probleme stellt. Genau das soll mit dieser Zeremonie verhindert werden.

Man muss sich vor Augen halten, dass diese Traditionen ja nicht eigens für Ehen mit "Langnasen" erfunden wurden. Wenn sich die Verpflichtung des Utang na loob nicht neuen Bedingungen anpassen würden, so wäre eine Neugründung einer Familie hier auf den Philippinen praktisch unmöglich.

Man stelle sich einmal folgendes Szenario vor: Eine junge Frau heiratet einen einheimischen Handwerker und sie bekommen Kinder. Das Einkommen des Mannes langt kaum fürs eigene Überleben und jetzt kommt der Utang na loob ins Spiel. Der Utang na loob trifft ja nicht nur die Frau, auch der Mann hat diese Verpflichtung. Wie soll diese junge Familie jetzt die Ansprüche der Eltern/Schwiegereltern erfüllen? Das geht ganz einfach nicht. Da greift dann die Regulierung die mit dem Aras manifestiert wurde. Unterstützung nur dann, wenn es möglich ist.

Bei Ehen unter Einheimischen wird auch kaum die Frage nach finanziellen Zuwendungen gestellt werden. Nur wenn ein "reicher" Ausländer ins Spiel kommt, da werde solche Forderungen dann erhoben und in manchen Fällen sogar mit erheblichem Druck auf die Frau. Wie ich auch aus einigen Beiträgen hier im Forum herauslesen konnte ist es dann für die Frau einfacher, ihrerseits wieder durch Druck (Tampo) auf den Ehemann die Forderungen ihrer Familie zu erfüllen. Vielleicht spielt dabei auch eine Rolle, dass man gegenüber der Familie auf den Philippinen ganz einfach nicht zugeben will, dass man im Ausland selbst Probleme hat.


In den Augen vieler Philippinos ist ja selbst ein Hartz IV Empfänger ja noch ein reicher Mann. Wenn man die Situation im Ausland überhaupt nicht kennt und nur ganz einfach die Euro in Pesos umrechnet, so mag das ja sogar zutreffen. Welcher hier lebende Philippino hat schon eine Ahnung über die Lebenshaltungskosten in Europa?

Dieses Verdrängen der eigenen Probleme um hier "sein Gesicht nicht zu verlieren" führt letztendlich in eine Sackgasse.

Es wird immer wieder gefordert, die finanziellen Angelegenheit vor der Eheschliessung zu regeln (ob in Gegenwart der Brauteltern, das lasse ich einmal dahingestellt). Das wird wohl nur in wenigen Fällen möglich sein. Ist der Bräutigam ein Beamter, so wird es wohl (theoretisch) machbar sein. Der kann seine finanzielle Lage ja auf Jahre hinaus einschätzen.

Ganz anders jedoch bei der in der Privatwirtschaft beschäftigten. Ich kenne da einen Fall eines guten Bekannten. Der war als Computerspezialist bei Siemens beschäftigt und hatte ein wirklich sehr gutes Einkommen. Für eine Weinverkostung an einem Wochenende 200 Euro ausgegeben - kein Problem, man konnte es sich ja leisten. Frau will Grundstück für eine Farm hier kaufen, Schwiegereltern brauchen Geld, alles kein Problem. 500 Euro wurden aus der "Portokassa" bezahlt.

Inzwischen ist dieser Mann über 50 Jahre alt und hat durch Umstrukturierung/Werksschliessungen bei Siemes seinen Job verloren, niemand beschäftigt heute einen über 50jährigen Computerspezialist mit seinen Gehaltsvorstellungen und so lebt er heute in Österreich von der Notstandshilfe (in D eben Hartz IV). Seine (phil.) Frau muss als Küchenhilfe in einem Restaurant ein par Euro dazu verdienen damit sie überleben können. Wie soll man in einem solchen Fall die Verpflichtungen an die Familie hier auf den Philippinen weiter aufrecht erhalten?

Nicht alles kann man im Voraus planen, man muss dann eben entsprechend reagieren auch wenn es die Angehörigen hier auf den Philippinen trifft und sie sich auf einmal selbst um eine Arbeit umschauen müssen.

50

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 05:08

Ich habe in Foren immer wieder gelesen, dass die von der Ehefrau geforderten Unterstützungszahlungen an die Eltern, Geschwister oder andere Verwandte die eigene Familie vor Probleme stellt. Genau das soll mit dieser Zeremonie verhindert werden.
Diese Zeremonie verhindert dies leider nicht. Hier geht es allein um die Verpflichtungen in der neugegründeten Falmilie.
Deinem Artikel kann ich sonst zustimmen. Du erwähnst die Kernpunkte sehr treffend.
Dass man vor dem eingehen einer Partnerschaft nicht alles regeln kann, trifft mit Sicherheit zu.
Es geht ja aber nicht um das "wie viel Geld". Sondern wo man bereit ist Unterstützung zu bieten und wo nicht.

Dies ist je nach nach persönlichen Verhältnissen sehr unterschiedlich und kann sich im Laufe der Zeit nach unten oder oben anpassen.
Wichtig ist dass dies am Anfang klar komuniziert wird. Dies nicht nur gegenüber dem Partner, sondern auch gegenüber der Familie.
Wir wollen ja unseren Partner/in nicht im kalten Regen stehen lassen und es ihr überlassen wie sie dies jetzt ihrer Familie rüberbringt.
Dass die Unterstützung wegfällt ist nicht zwangsläufig, aber sie hat sich der neuen Familie unterzuordnen.
Dies ist auch meine Ansicht.

Ähnliche Themen