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51

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 10:15

Wenn du es noch nicht bemerkt hast, stammen beide Zitate von mir

Doch das habe ich bemerkt aber aware1949 hat es nun einmal als letztes im direkten Konsens zitiert :P

Dass damit eine Unterstützung ausserhalb der neuen gegründeten Familie wegfällt, wird mit diesem Akt meiner Ansicht nach nicht begründet.

Der Meinung der Famile meiner Partnerin nach aber schon. Wem soll ich in dem Fall wohl mehr glauben, einem Schweizer, der 7 jahre auf den Phils lebt oder Pinoys, die bereits über 60 Jahre dort leben in der x-ten Generation. Ich glaube die Entscheidung fällt mir leicht.

Ja es wird nur mit dem zukünftigen Partner diskutiert. :weia Sie wird dir zustimmen, da du ja den Power resp.Geld hast.
Die Auseinandersetzungen überlässt du dann der Partnerin mit ihrer Familie. Du bist wirklich ein "Gentlemen" der alten Schule.

Wieder einmal eine Fehlinterpretation deinerseits. Ich kehre zuerst in meinem Garten bevor ich einen anderen betrete oder mit anderen Worten: erst wird das zu zweit geklärt und dann wird der Familie unsere Entscheidung mitgeteilt. Eine Diskussion gibt es in dem Falle gar nicht erst mit der Familie der Partnerin denn beide Partner sind alt genug selbst über ihr Geld zu verfügen. Sowas nennt man dann auch Grenzsetzung und meine Grenzen setze ich immer noch selbst, bzw. in dem Falle setzen wir unsere gemeinsame Grenze, was allerdings überflüssig ist weil die Eltern eben ja kein Anrecht auf Utang na loob haben wenn die Tochter/de Sohn eine eigene Familie hat.

Zitat

Dies zeigt mir auf, dass dich das Thema Kulturverständnis vermutlich überhaupt nicht interessiert. Dir geht es anscheinend nur um dein liebes Geld.
Und dies hat mit diesem Thema überhaupt nichts zu tun, wenn es nur darum geht, wo bekomme ich Rezepte, dass ich nicht abgezockt werde.

Wie kommst du zu dieser Schlussfolgerung? Du machst einen reisserischen Artikel über Utang na loob auf und erörtest dabei nicht einmal ob es berechtigt ist oder nicht. Genau damit zeigst du doch dass du dich leider nicht ausführlich dem Thema gestellt hast denn wenn es keine Grundlage, weder eine rechtliche noch eine kulturelle gibt, dann müsstest du ja eine Ausrede finden wieso so viele (vermutlich auch du selbst) überhaupt zahlen und dieses Eigeständnis eines Fehlers würde dann schon mehr Größe erfordern. Desweiteren möchte ich darauf hinweisen dass Verständnis von BEIDEN Seiten erwartet werden kann und nicht immer nur vom Foreigner.

Ich möchte hier zum Verständinis noch einmal zitieren was ich bemängelt habe:

Zitat von »Arthur«

12. Die Auswirkungen von Utang na loob in einer Beziehung Ausländer – PinoyJe nach Umstand ist es ein ganzer Familienclan der hier Erwartungen hat. Ob berechtigt oder nicht
sei mal dahingestellt.

Wer hier nicht begreift dass genau das der wichtigste Punkt überhaupt ist der soll weiterhin Zahlemann spielen, der bettelt ja förmlich danach ausgenommen zu werden.

Zitat von »arapina«

12. na endlich das wichtigeMir erschliesst sich nicht wieso man die Berechtigung nicht ausführlich erörtert, ist es doch gerade eines der wichtigsten Punkte überhaupt und würde die Argumente sowohl zum Verständnis als auch zur weiteren objektiven Diskussion liefern.

Zitat von »Arthur«

Dies zeigt mir auf, dass dich das Thema Kulturverständnis vermutlich überhaupt nicht interessiert. Dir geht es anscheinend nur um dein liebes Geld.
Und dies hat mit diesem Thema überhaupt nichts zu tun, wenn es nur darum geht, wo bekomme ich Rezepte, dass ich nicht abgezockt werde.


Dieser letzte Satz ließ mich dann doch herzlich auflachen, bedeutet er doch im Umkehrschluss dass es dir lieber ist abgezockt zu werden. :mauer Das macht es für mich auch endlich verständlich wieso du das Thema genau so und nicht anders abgehandelt hast. Abgesehen davon ist deine Aussage im letzten Zitat voll am Thema vorbei. Auch vermisse ich dass du dich den Fragen stellst, die ich dir gestellt habe (rhetorische Fragen können dabei gerne unberücksichtigt bleiben) oder anderen Meinungen Argumente entegegen stellst. Leider werden Themen, die du nicht erörtern möchtest, von dir auch aussen vorgelassen obwohl sie sehr wichtig in diesem Thema sind, wie zB die Berechtigung des Utang na loob. Aber wie bereits gesagt, jeder ist seines Glückes (oder auch Unglückes) eigener Schmied.
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railman1967

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52

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 10:49

Wenn ich die Posts zuvor lese fällt mir eine aktuelle Begebenheit aus meiner Familie ein, die vermutlich beide diskutierten Begriffe berührt und die in der Pinay Story auch noch zur Sprache kommt. Ich umreiße sie aber mal ganz kurz hier, weil ich glaube sie passt.

Meine Frau hat ja bekannter Maßen einen Bruder, der sich mit unserer Hilfe, als Seemann auf einem Tanker einer amerikanischen Reederei verdingen konnte. Damals war er mit einer Filippina liiert, von der er sich inzwischen aber getrennt hat, und nicht verheiratet. Demnach hatte er als Single keinen eigenen Haushalt zu betreuen und somit überwies die Reederei einen gewissen festgelegten Teil auf das Konto der Mutter, was auf den RP wohl so festgelegt ist. In den vergangenen 10 Jahren habe ich Schwiegermutter in Belangen wie diesen immer vom Stamme "Nimm" kennen gelernt, und so wundert es mich gar nicht, dass nach längeren Gesprächen Mutter und Sohn sich darauf geeinigt hätten, dass er Ihr 80% seiner Heuer abzutreten hätte. Hehe, die restlichen 20% hat ihm dann die Familie bei seinen Landurlauben zu Hause aus dem Kreuz geleiert, aber das ist ein anderes Thema. :D Nun lernte er bei einem dieser Urlauber eine andere Filippina kennen. Die war Lehrerin, und fand wohl ob des Verdienstes auch den Segen der Familie. Es war immer mal angedacht zu heiraten, aber lt. Schwiegermutter wäre das ja keine Sache die Eile bedürfe. Nun ja, nach 2 Jahren nun ist es passiert, die Freundin des Seemannes ist schwanger. Mir wurde erklärt, nun müsse man heiraten weil sie ansonsten ihre Anstellung als Lehrerin verlieren würde. Bei seinem Urlaub jetzt im November wurde es dann hektisch, weil er ja schon die nächste Tankertour vor der Brust hatte. Rubbeldidupp wurde binnen 2 Wochen Hochzeit abgehalten und der Seemann konnte mit dem beruhigten Wissen, dass seiner Frau keine Kündigung mehr droht als frischgebackener Ehemann auf große Fahrt gehen.

Im Hintergrund muß da aber wohl mehr gelaufen sein, wie erzürnte Anrufe der Mutter bei den in Deutschland lebenden Töchtern belegen. Da hat doch tatsächlich die neue Schwiegertochter in die Wege leiten können, dass die Reederei die Heuer ihre Ehemannes jetzt auf ihr Konto überweist und nicht mehr auf Das der Mutter. Das war ihr insofern unverständlich, da die Schwiegertochter als Lehrerin ja gut verdient und so per se reich ist, während sie selbst ja alt ist und nichts hat und von daher ihr Sohn ja wohl ihr verpflichtet wäre. X(

Gerade mit Druck solcher Art war und ist sie bei Ihren Töchtern immer erfolgreich und heischte nach Unterstützung. Nach einigen einberufenen Telefonkonferenzen mit dem Bruder per Satelittentelefon, wo er bekräftigte dass er und seine Frau auch weiterhin die Eltern unterstützen werden, die Verwaltung dessen aber nun seiner Frau obliegt, schlugen sich die Schwestern auf seine Seite. Aber die Sache hat ein Geschmäckle.

Mal aus Sicht der Schwiegermutter:

Wohl ist die Schwiegermutter ein Verlierer diesmal
die Schwestern im Ausland aber auch (wird doch jetzt erwartet, dass der weggebrochene fixe Einkommenanteil von Muttern irgendwer jetzt kompensieren muß)
der Seemann ja auch, hat er sich doch offen vor seine Frau und gegen die eigene Mutter gestellt
und die neue Schwiegertochter sowieso, zettelte die doch das ganze Dilemma an und ist somit zum Feindbild von Muttern mutiert

Damit will ich mal ausdrücken wohin das führen kann, wenn man Traditionen über Gebühr zu seinen persönlichen Gunsten auslegt.
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Brot kann schimmeln...und was kannst Du ?



53

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 14:02

Damit will ich mal ausdrücken wohin das führen kann, wenn man Traditionen über Gebühr zu seinen persönlichen Gunsten auslegt.

Habgier als Tradition zu bezeichnen finde ich nicht so prickelnd. Ich habe die Pinaystory mal gelesen und kann mich erinnern dass da die Girls immer nur versuchten irgendwo etwas abzuzweigen. Ich wünsche dir dass deine Holde anders ist, aber das sind die eigenen ja zum Glück immer ;)

Habgierig ist sie nicht, aber ein großer Fan vom Abzweigen und ein Pfennigfuchser wenn es um die eigenen Groschen geht. Als ihr Angetrauter muß man stets auf der Hut und beweglich sein, so dass man nicht auf der Strecke bleibt. Das sollte jeder lernen der sich auf meinen Weg beziehungstechnisch einlassen will. :D Da OT der Comment als edit, lg railman
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Carabao

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54

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 17:42

Sowohl der weiße Ehemann als auch die Pinay haben nach der Hochzeit nur für eins Sorge zu tragen, nämlich dass es ihrer eigenen Familie gut geht. Es besteht keinerlei Verpflichtung gegenüber Eltern, Geschwistern, Tanten der Pinay. Das gilt für Pinoys genauso wie für Weiße.
Arapina, wenn ich Dich richtig verstehe behauptest Du, dass es "Utang na Loob" nicht gibt, wenn die Tochter/der Sohn eine eigene Familie hat! Das "Utang na Loob" sei dann quasi erfunden oder umfunktioniert, um Foreigner abzuzocken.

Letztendlich handelt es sich beim "Utang na Loob" um nichts anderes als um familiaere Armutshilfen! Es ist keine besondere philippinenspezifische Kultur, sondern man findet die Familienunterstuetzung als moralische Instanz in allen armen Laendern ohne Sozialsysteme rund um den Globus, ganz gleich welche Glaubensrichtung die Menschen vertreten. Auch in Europa gab es dies in vergangenen Jahrhunderten, auch wenn man dies damals noch nicht "Utang na loob" nannte! :D
das beste Gegenbeispiel dazu: Familie des Bruders vom Vater

4 Töchter, alle vier mit Ausländern verheiratet

1 Sohn unverheiratet

Dort wird Utang na loob aber mal so richtig gelebt denn die 4 Foreigenr sind so "richtig lieb". Haus, 3 Grundstücke, 2 Autos, 8 Mottorräder!, Einrichtung fürs Haus, 2 Sari Saristores, die immer wieder brav aufgefüllt werden, LCD-TV, mtl. über 1000 € werden da ohne Diskussion bezahlt. Die letzte Hochzeit war im September diesen Jahres, der Ösi 29 und sie 25 (eigentlich eine gute Voraussetzung). Was er natürlich nicht weiss ist dass sie jahrelang in der Bar "gearbeitet" hat. Aber als er sie nach ihrem Geburtstaggeschenk gefragt hat (sie hatte kurz bevor sie nach Österreich ging) und sie sich prompt ein Bike wünschte hat er es auch bezahlt. Der Bruder hat sich natürlich über das neue Bike gefreut. Für die Hochzeit mussten ihre Zähne ja geweisst und poliert werden, natürlich in Makati, woanders geht das ja nicht, für 50000 PHP. und und und ..... Ob die Foreigenr wirklich nur lieb sind oder in meinen Worten als Vollpfosten zu bezeichnen sind überlasse ich jedem selbst.
Bei diesem Beispiel handelt es sich nicht um "Utang na Loob" oder um Armutshilfe, sondern schlichtweg um ein Business! Es gibt genug Ehen zwischen Foreignern und jungen Frauen aus Drittweltlaendern, die nur zu dem Zweck geschlossen wurden und nur so lange funktionieren, weil erhebliche finanzielle Gegenleistungen fliessen. Die Frauen opfern sich fuer einsame und verzweifelte Maenner aus Erstweltlaendern, die bereit sind alles dafuer zu geben um nicht einsam bleiben zu muessen! Dies wird in jenen Faellen zwar kaum so offen ausgesprochen aber auch die Maenner sind sich dessen meist durchaus bewusst! Dass sich nun in Deinem Beispiel ein 29jaehriger in die 25jaehrige verguckt hat ist wohlmoeglich eher als "Pech" fuer die Filipina zu bezeichnen. Da deren gesamte Familie auf dem "Foreigner-Trip" ist und man sich fleissig schicken laesst hat sie vermutlich eher z.B. einen 60jaehrigen einsamen Witwer gesucht! Man kann fuer sie nur hoffen, dass dieser 29jaehrige irgendwelche Handicaps hat, die zu Schwierigkeiten fuehren andere Frauen zu finden, damit auch er fuer seinen lebenslangen "Escortservice" bereitwillig bezahlt! Oder dass es ihr gelingt moeglichst schnell ein dauerhaftes Abhaengigkeitsverhaeltnis zu schaffen, damit er "aus der Nummer" nicht so einfach wieder herauskommt!
Wenn die Geltransfers derart ausufern hat dies aber nichts mehr mit "Utang na Loob" zu tun!!!!!!!

Utang na Loob hat erst einmal nichts mit Abzocke zu tun, sondern mit fuer das Zusammenleben sinnvollen innerfamiliaeren Unterstuetzungen, die im Krankheitsfall, bei Ausbildung, Arbeitslosigkeit oder fuer Beduerfnisse des taeglichen Lebens von den staerkeren and die schwaecheren Familienmitglieder gezahlt werden. So aehnlich wie in Deutschland die Sozialsysteme funktionieren, so funktioniert es mikrooekonomisch innerhalb der Familien (und nicht nur dort! Auch z.B. in der Nachbarschaft, in sozialen Gemeinschaften) auf den Philippinen.
Und genauso wie es in Deutschland unterschiedliche politische Auffassungen darueber gibt, wieviel Geld an Sozialleistungsempfaenger gezahlt und welche Bedingungen daran geknuepft werden sollen, so laesst sich auch die innerphilippinische Armutshilfe von den potentiell Staerkeren einer Familie unterschiedlich interpretieren!
Railman hat ein gutes Beispiel gebracht, wie es nach einer Hochzeit zu Konflikten zwischen der Stammfamilie und der neuen Familie kommen kann. In seinem geschilderten Fall war die neue Ehefrau staerker als die Mutter des Ehemannes. Es haette aber auch anders herum laufen koennen!

Dass es Utang na Loob nicht nur vor, sondern auch nach Eheschliessungen gibt ist auch der Grund dafuer, weshalb von wenigen Ausnahmen abgesehen innerhalb der Schichten geheiratet wird! Der Sohn des Hauses einer Mittelstandsfamilie wird kaum auf die Idee kommen, die Maid des Hauses zu heiraten. Mag diese noch so schoen aussehen! Dessen Schwester wuerde genau so wenig auf die Idee kommen, den Housekeeper zu ehelichen! Sollte es doch einmal vorkommen laeuft das Kind Gefahr, von der Familie verstossen zu werden (ich kenne derartige Faelle), weil ansonsten der eigene Bankrott drohen koennte, wenn der Ehepartner armer Herkunft die Verfuegungsgewalt ueber das Familien-Geld in seine Haende bekommen wuerde!
Dass in vielen Philippinischen Familien nach einer Heirat keine oder kaum Unterstuetzungen geleistet werden liegt also in erster Linie daran, dass diese dann selber kaum Geld fuer sich zur Verfuegung haben bzw. die Eltern nicht hilfsbeduerftig sind! Arm heiratet auf den Philippinen in weit groesserem Masse arm und reich reich als dies in Mitteleuropa der Fall ist! Die ueblicherweise vorhandenen Wohlstandgefaelle zwischen den meisten geschlossenen Foreigner-Filipina-Ehe, ueber die wir hier diskutieren gibt es in rein Philippinischen Ehen fast nie! Somit hinkt auch jeder Vergleich beim Thema "Utang na loob"!
Die Zustimmung der Eltern fuer eine Eheschliessung spielt zudem auf den Philippinen eine weit groessere Rolle als in Mitteleuropa! Und Eltern in Armutslaendern denken in aller Regel zuallererst an die wirtschaftlichen Perspektiven, die ein zukuenftiges Schwiegerkind bieten wuerde! Das ist im Kongo, in Kuba oder in Indonesien nicht anders als auf den Philippinen!

LG Carabao

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Carabao« (15. Dezember 2010, 18:02)


germanJoy

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Mittwoch, 15. Dezember 2010, 20:16

Seit Kindheit war ich eigentlich schon sehr skeptisch gegenüber den Utang na Loob Mentalität meines Volkes. Ich war ja auch nicht allein mit diesen Eindruck...denn es gab viele von uns Filipinas die so denken. Deshalb tat ich alles um irgendeinen Utang na Loob von irgendjemand zu vermeiden. Ich habe deswegen mein ganzes Collegeabschluss selbst bezahlt, obwohl ich ein "reicher" Foreigner Onkel gehabt hab. Meiner Meinung nach tut eine typische Filipina alles um niemand einen Gefallen zu schulden. Utang na Loob zu verzichten ist leider nicht möglich für die jenige die es nicht leisten können.... und die sind auch leider die die Foreigners am meistens heiraten! :(
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hampi

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Donnerstag, 16. Dezember 2010, 10:53

Danke, German Joy

Seit Kindheit war ich eigentlich schon sehr skeptisch gegenüber den Utang na Loob Mentalität meines Volkes. Ich war ja auch nicht allein mit diesen Eindruck...denn es gab viele von uns Filipinas die so denken. Deshalb tat ich alles um irgendeinen Utang na Loob von irgendjemand zu vermeiden. Ich habe deswegen mein ganzes Collegeabschluss selbst bezahlt, obwohl ich ein "reicher" Foreigner Onkel gehabt hab. Meiner Meinung nach tut eine typische Filipina alles um niemand einen Gefallen zu schulden. Utang na Loob zu verzichten ist leider nicht möglich für die jenige die es nicht leisten können.... und die sind auch leider die die Foreigners am meistens heiraten! :(
Hallo German-Joy

Vielen Dank fuer Deine aufklaerenden Zeilen. Du bestaetigst damit mit wenigen Zeileinn die Ausfuehrungen des Threadstarters Arthur.
Wie Du sagst: Es gibt das Utang na Loob! Richtigerweise bemerkst Du, dass es sehr individuell gehandhabt wird.
Somit koennte man ja wieder aus dem Schlagabtausch in die Realitaet zurueckkehren! Du bist eine Philippina, Du kennst Deine Landsleute, Du kennst die Verhaltensweisen. :clapping
Nochmals, vielen Dank! :blumen

Gruss aus Panglao

Hampi
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Donnerstag, 16. Dezember 2010, 11:27

Seit Kindheit war ich eigentlich schon sehr skeptisch gegenüber den Utang na Loob Mentalität meines Volkes. Ich war ja auch nicht allein mit diesen Eindruck...denn es gab viele von uns Filipinas die so denken. Deshalb tat ich alles um irgendeinen Utang na Loob von irgendjemand zu vermeiden.
Ein ausgesprochen lobenswerter Zug von Dir.

Nur eine Frage am Rand. Untang na loob hat man doch von Geburt her den Eltern gegenüber und andererseits, meine Verwandten begannen das College mit 16 Jahren. Arbeiten darf man aber erst ab 18. Wie hast Du das Problem gelöst?

Vielleicht hast Du Anregungen (evtl.eigener Thread??), wie man das lösen könnte denn in meiner Verwandtschaft hats noch etliche junge Damen die in absehbarer Zeit mit einem Studium beginnen wollen.

58

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 12:08

Seit Kindheit war ich eigentlich schon sehr skeptisch gegenüber den Utang na Loob Mentalität meines Volkes. Ich war ja auch nicht allein mit diesen Eindruck...denn es gab viele von uns Filipinas die so denken. Deshalb tat ich alles um irgendeinen Utang na Loob von irgendjemand zu vermeiden.
Ein ausgesprochen lobenswerter Zug von Dir.

Nur eine Frage am Rand. Untang na loob hat man doch von Geburt her den Eltern gegenüber und andererseits, meine Verwandten begannen das College mit 16 Jahren. Arbeiten darf man aber erst ab 18. Wie hast Du das Problem gelöst?

Vielleicht hast Du Anregungen (evtl.eigener Thread??), wie man das lösen könnte denn in meiner Verwandtschaft hats noch etliche junge Damen die in absehbarer Zeit mit einem Studium beginnen wollen.
Sorry, diese Frage ist nicht korrekt (im Sinne der political Correctness) und sehr unhöflich gegenüber einer Filipina die sich die Mühe macht, hier im deutschen Teil mitzumachen.
Soche Fragen sind für mich hinterhältig. So wie ich das aufasse möchtest du ihr beweisen, dass ihre Aussagen so ja gar nicht stimmen können.
Im Klartext sagst du es nicht. Ein schlechter Beigeschmack bleibt aber bei mir.
Andere sind sicher anderer Meinung und hacken bei jeder Gelegenheit auf ihr rum.
Es stört das Bild, dass sie sich gewisse Herren über die Frauen in den Philippinen aufgebaut haben. :mauer

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Arthur« (16. Dezember 2010, 12:15)


59

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 14:53

@Arthur

Meine Frage soll als Anlass für German Joy genommen werden, einmal zu erklären, wie sie das College aus eigener Kraft finanziert hat.

Ich hab 3 Kinder aufs College und 1 aufs Lyzeum geschickt, die hatten wirklich keine Zeit, nebenbei Geld zu verdienen um sich ihr Studium selbst zu bezahlen.

Ob jetzt meine Frage höflich oder unhöflich ist, interessiert mich nicht die Bohne. In meinen Augen ist das, was sie geschrieben hat, ganz einfach unmöglich und daher soll sie ihre Behauptung auch erklären. Aber, ich lasse mich gerne eines Besseren belehren und würde mir vielleicht in Zukunft Geld ersparen wenn ich weis, wie sie es gemacht hat.

Insoferne hast Du mit Deiner negativen Bewertung sogar recht :clapping :floet

Mancher versteht doch eine gewisse Ironie :D

60

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 16:14

@ Carabao

Zitat

Das "Utang na Loob" sei dann quasi erfunden oder umfunktioniert, um Foreigner abzuzocken.

Genau das wollte ich damit sagen. Natürlich "nur" in den meisten Fällen (um eine Pauschalisierung zu vermeiden) :D
Du betitelst es dann Business, wobei ich deinen Ausführungen zustimme, jedoch geschieht dies immer unter dem Deckmantel "Utang na loob". Jede noch so kleine oder große Forderung wird daran festgemacht.
Das "echte" Utang na loob kommt doch nur in Notsituationen zu tragen und das wollen viele offensichtlich nicht begreifen, was du wohl auch so gemeint hast wenn ich dich recht verstehe. Dieses möchte ich auch nicht schlecht machen.

@ hampi
Dir größte List des Teufels war es den Menschen glauben zu machen er würde nicht existieren. Wenn sich also eine Filipina positiv darstellt (was stimmen könnte aber nicht stimmen muss) dann gilt dies für alle? Haleluja!

@ Arthur
Wer keine Argumente hat oder keine Antworten hat der gibt negative Bewertungen. Allerdings hast du vergessen Rechtschreibfehler aufzuzeigen, das machen solche Leute wie du auch immer gerne :D
Damit hast du doch selbst gezeigt wie verzweifelt du bist. Zu wenig Anerkennung von mir? Sei nicht traurig, zu Weihnachten bekommst du einen Keks. Ist schön blöd wenn denkende Menschen nicht vor einem stramm stehen, gelle? (Nein ich erwarte keine Antwort, das war rhetorisch.)
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61

Freitag, 17. Dezember 2010, 19:55


Nur eine Frage am Rand. Untang na loob hat man doch von Geburt her den Eltern gegenüber und andererseits, meine Verwandten begannen das College mit 16 Jahren. Arbeiten darf man aber erst ab 18. Wie hast Du das Problem gelöst?

Vielleicht hast Du Anregungen (evtl.eigener Thread??), wie man das lösen könnte denn in meiner Verwandtschaft hats noch etliche junge Damen die in absehbarer Zeit mit einem Studium beginnen wollen.


Ich habe ein Schönheitswettbewerb in der Schule mitgemacht und ein Jahr Stipendium Prize gewonnen. Dadurch habe ich im Alter von 16 im Jahr 1978 mein 1-year General Clerical Course/1-Jahr Sekretäriat/Bürokaufrau (?) finanziert. Ich habe danach 2 Medaillen als Klassenbeste mit Durchscnittsnote von 1,0 und noch dazu ein Jahr Stipendium bekommen. Im May 1979, mit 17 (Geburstagmonat April) bin ich von einer Versicherungsfirma als Typist/Schreibkraft eingestellt. Nach genau 6 Monate (Nov. 1979), habe ich mein Festanstellungvertrag von der Firma gekriegt. Bevor ich mein Vertrag bekam erklärte mir mein Chef, dass ich Glück hatte weil ich gerade 17 1/2 jahre alt geworden bin. Nach dem Gesezt bin ich schon volljährig bewertet deshalb dürfte ich als Festarbeiterin eingestellt worden. Von Juni 1979 bis Abscluß in 1985, bin ich weiter Abends zur Schule gegangen um Bachelor of Science in Commerce in Accounting zu studieren und habe tagsüber vollzeit gearbeitet.
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Montag, 10. Januar 2011, 10:27

danke

Zitat

Ich habe ein Schönheitswettbewerb in der Schule mitgemacht und ein Jahr Stipendium Prize gewonnen. Dadurch habe ich im Alter von 16 im Jahr 1978 mein 1-year General Clerical Course/1-Jahr Sekretäriat/Bürokaufrau (?) finanziert. Ich habe danach 2 Medaillen als Klassenbeste mit Durchscnittsnote von 1,0 und noch dazu ein Jahr Stipendium bekommen. Im May 1979, mit 17 (Geburstagmonat April) bin ich von einer Versicherungsfirma als Typist/Schreibkraft eingestellt. Nach genau 6 Monate (Nov. 1979), habe ich mein Festanstellungvertrag von der Firma gekriegt. Bevor ich mein Vertrag bekam erklärte mir mein Chef, dass ich Glück hatte weil ich gerade 17 1/2 jahre alt geworden bin. Nach dem Gesezt bin ich schon volljährig bewertet deshalb dürfte ich als Festarbeiterin eingestellt worden. Von Juni 1979 bis Abscluß in 1985, bin ich weiter Abends zur Schule gegangen um Bachelor of Science in Commerce in Accounting zu studieren und habe tagsüber vollzeit gearbeitet.


@germanJoy

danke für deine offene antwort und meine hochachtung zu deinem kämpfer-herz, sich selber durchsetzen zu wollen. du strafst aller herren lügen, die durch ihre eigene erfahrung halt nur die "abzokke-frau" erlebt haben und das als das gültige mass für alle ph-frauen ansehen.

du schreibst

Zitat

... Utang na Loob zu verzichten ist leider nicht möglich für die jenige die es nicht leisten können.... und die sind auch leider die die Foreigners am meistens heiraten!

wie wahr ist deine aussage und wie selbstkritisch müssten wir uns foreigners damit auseinandersetzen, wenn wir in diesem segment der "armen" unsere frau finden und halt als unsere "mit-gift" unseren sozialen ausgleich beizusteuern haben. es muss auch keiner sagen, er hätte es nicht gewusst. der ist entweder naiv, liebesblind oder uninformiert. abzokke: ich weiss, das gibt es - es braucht aber immer einen "abgezokkten" dazu! (beachte dabei gut, mit welchen beweggründen das damals zugelassen und auch bezahlt wurde??!!)
ja, ich habe noch einen anderen gedanken: ich stelle mir vor, ich wäre das mädchen, das in eine solche familie hineingebohren würde - was würde ich tun?!! auf Utang na Loob zu verzichten ? keinesfalls, es geht um mein überleben und das der sippe - und wenn ich mich für die sippe "opfere" >> hier kommt m.e. unser eingebunden werden in eine familie und sippe und das mittragen - als sozialer ausgleich. (ich meine aber, dass ich die unterhosen noch anbehalten werde.)

@arthur
dir möchte ich für deinen artikel und riesen arbeit herzlich danken!! ich habe dank deiner sauberen und gut strukturierten arbeit für einiges mehr hintergrundwissen erworben und auch für vieles mehr verständnis erlangt. ich sehe deinen beitrag auch nicht als dogma an. darum, mein lieber freund, wenn du angegriffen wirst - du stehst doch über der sache!! nimm es lockerer und gelassener - und bei den "unverbesserlichen" wie heisst es doch: der gescheite gibt nach der esel ... ich wünsche dir frischen mut zu ähnlichen "schandtaten" - ich warte darauf!!

grüsse an alle

muurer
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Die wenigen, die was davon erkannt,
Die töricht gnug ihr volles Herz nicht wahrten,
Dem Pöbel ihr Gefühl, Ihr Schauen offenbarten,
Hat man von je gekreuzigt und verbrannt.
(Goethe, Faust I)

sts

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63

Montag, 10. Januar 2011, 13:35

aware 1949 hat gar nicht mal unrecht, wieso ist unl ein muss ???? es gibt bestimmt auch viele die gar nichts bezahlen. -

ich zahle den kabellanschluss egal ob ich da bin oder nicht ( 400 PHP) und fuer die erhaltung meines grundstueckes,wobei kleine arbeiten eingeschlossen sind 1600 PHP pro monat. ob die was machen oder nicht ? weiss ich nicht, wenn ich gaeste habe funktioniert aber alles. also ich kann nichts neg. sagen. mit den zahlungen liege ich auch des oefteren 3 - 4 monate zurueck, es regt sich keiner auf....dann bekommen sie halt mal wieder einen batzen und gut iss...ich versuche naemlich gar nichts oder nur ganz wenig zu ueberweisen, es muss sich durch vermietungen selbst tragen.

sts
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Leben wie Rockefeller, warum kaufen wenn mieten so einfach ist.

64

Dienstag, 11. Januar 2011, 02:56

Innerliche Verpflichtung

Dieses Thema finde ich sehr gut und es ist schade dass es von einzelnen jetzt
schon so zerhackt wird dass es nicht mehr den richtigen Sinn behält.
Alle diejenigen die auf den Philippinen einfach nur eine "billige" Frau suchen sollten sich
in dieses Thema nicht einmischen.Innerliche Verpflichtung ist Charaktersache und
über die Ausdehnung dieser "Verpflichtung" sollte jeder selber entscheiden je nach
Verhältnis der Familie.Mindestens aber sollte jeder Ausländer der eine Pinay heiratet über
wenigstens die Mittel verfügen um den Eltern über die Runden zu helfen,das ist meines Erachtens
erste Priorität was innerliche Verpflichtung betrifft.Dass so ein Elternteil schon mit 100 Euro
Mtl.gut leben kann muss auch erwähnt sein.
Natürlich ist dieses Utang na Loob den Kinder eingeprägt worden und ist ja fast das einzige "Sozialsystem"
was auf den Phils.existiert.Bei uns längst vergessen weil man unsere Eltern dem Sozialstaat aufhalsen kann.
Jede Philippina wird es schwer ertragen in einem Land zu leben wo Honig fliesst und 1.Qualität Reis gegessen
wird wärend ihre Familie mit Ausschuss Reis schon zufrieden ist.Da wird bald einmal dieses "Promise"
Utang na Loob kommen und wer sich dann mit seiner Frau nicht solidarisieren kann sollte es sich gut überlegen bevor
er eine arme Pinay heiratet.Später von Abzocke reden /schreiben finde ich unfähr.

@Arthur
Natürlich 100% ige Zustimmung und diejenigen die das Wort im Munde verdrehen sollten sich diesem Interessannten Thema
vernhalten und irgendwo ein Thema starten warum habe ich meine Pinay geheiratet (vielleicht als billige Haus und ""Herhälterin""
Signatur von »cris45«
Wissen ist das richtige Verständnis von Informationen
Henning Mankell

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65

Samstag, 30. Juni 2012, 15:13

Mitgift, Utang na Loob, Aussteuer: letzten Ende ist das alles dasselbe. Frauen werden zur Ware erklärt, die es möglichst gewinnbringend an den Mann zu bringen gilt. Mit dem Unterschied, dass bei ersterem und letzteren die Sache ein für alle Mal erledigt ist, während Utang na Loob einer Dauererpressung gleichkommt. Dass auch Männer unter dem unsäglichen System des Utang na Loob leiden, will ich nicht verschweigen.

@aware

Meines Erachtens hast du den Nagel auf den Kopf getroffen und am besten begriffen, worum es geht. Arthur, vielen Dank für deine Mühe!

Zitat

Sowohl der weiße Ehemann als auch die Pinay haben nach der Hochzeit nur für eins Sorge zu tragen, nämlich dass es ihrer eigenen Familie gut geht. Es besteht keinerlei Verpflichtung gegenüber Eltern, Geschwistern, Tanten der Pinay. Das gilt für Pinoys genauso wie für Weiße.
Genau die Rede meiner Schwiegermutter gegenüber meiner Frau: Du hast jetzt deine eigene Familie! Umgekehrt betteln wir sie nicht an. Das ist Respekt.

Jede ist sich selbst am nächsten -auch auf den Philippinen. Das fängt beim Oversea-Worker an, der (zu Recht!) weniger schickt als er könnte, geht über den Verwalter dieses Geldes, der für sich selbst (zu Unrecht?) mehr einbehält als er fairerweise an andere weitergeben sollte, bis hin zum letzten im Glied, der auch eher in die eigene Tasche "wirtschaftet" als in das Wohl der Sippenschaft zu investieren. Meine Erfahrung. Es steht jedem frei, eine andere zu machen. Eine Fußnote am Rande:

Utang na Loob führt leider auch dazu, dass viele rasch eine Familie gründen, weil der alleinstehende Erwerbstätige im System des Utang na Loob der Dämliche ist, der arbeitet, aber selber kaum davon profitiert. Eine eigene Familie ist oft der einzige Ausweg um sich durch Verweis auf dieselbe Forderungen vom Hals zu schaffen. :drunk.gif

66

Samstag, 30. Juni 2012, 23:48

nix gegen das Utang na loob an sich. Ich denk mal in unserer deutschen Kultur haben wir ähnliches, da nennt es sich eben "eine Hand wäscht die andere" oder Generationenvertrag. Eine Art gefühlte Bringschuld unseren Eltern gegenüber.

Mutter hat sich das Kreuz krumm gebuckelt damit ich und mein Bruder Schule und Ausbildung geniessen konnten. Als sie 70 war, waren wir schon erwachsen, standen im Erwerbsleben. Aber Mutter konnte eben nicht mehr so wie früher. Die Hüfte zwickte, die Kartoffeln und den Sprudelkasten konnte sie nicht mehr so einfach die Treppe ins zweite Stockwerk in ihre Wohnung schleppen. Sie mochte auch ungerne um Hilfe bitten.

Für mich und meinen Bruder war es selbstverständlich dass nun die Zeit gekommen ist unserer Mutter zu helfen. Ohne wenn und aber. Der wo weiter wegwohnte, der kam dann eben am Samstag und hat im Garten geholfen und Großeinkauf erledigt. Der wo in der Stadt wohnte (das war ich), schneit abends mal schnell vorbei und schaut nach dem rechten. Mutter kam finanziell gut über die Runden, wäre es nicht so gewesen, hätten wir sie üppig unterstützt. Der was finanziell leistungsfähiger ist, hätte ein bisschen mehr gegeben, der andere hätte dann eben in anderer Form seinen Part dazu gegeben.

Wäre es uns vergönnt gewesen, hätten wir sie auch im Alter im Haus gepflegt. Es wäre mir eine Ehre gewesen, unsere Mutter bei mir im Haus haben zu dürfen. Sie hätte es verdient, ihre alten Tage bei ihren Lieben verbringen zu können, ein klein wenig die Früchte ihres Lebens geniessen zu können. Am Erfolg ihrer Söhne war sie ja nicht unwesentlich mit Ursache.

Ich glaube, der ursprüngliche und tiefere Sinn des utang na loob ist unserer "europäischen Denke" sehr ähnlich. Die Familie muss zusammenhalten. Das ist umso wichtiger als das staatliche soziale Netze fehlen. Der erfolgreichere möge etwas von seinem Glück abgeben damit die Gesamtfamilie überleben und sich weiter entwickeln kann.

Soweit so gut, solange alle am selben Strang ziehen, funktinoiert dieses Solidarprinzip, und auch der üppig Gebende
wird sich nicht ausgenommen fühlen. Er zahlt vielleicht das Schulgeld für seine Geschwister, finanziert den Kühlschrank, und wenn Not am Mann ist und eine Arztrechnung zu bezahlen ist, steht er auch zur Seite.

Aus dem Ruder läuft die Sache sobald das utang na loob als bedingungslose und nicht zu hinterfragende "Erbschuld" empfunden wird. Wenn das dann auf dysfunktionale Familienstrukturen trifft, ist Schindluder Tür und Tor geöffnet. Dann wird versucht mit schwarzer Rhetorik ein diffuses Schuldgefühl zu etablieren. Die ganze Familienkommunikation ist dann durchsetzt von Manipulationsstrategien, nur um Vorteile für einzelne Familienmitglieder herauszuschinden.

Eine treffende Analyse solcher Familienstrukturen habe ich in einem interessanten blog eines Filipinos entdeckt Filipino Family Values: A Source of Dysfunction

Als Partner einer Filipina oder eines Filipinos stehen wir oft im Konfliktfeld. Uns geht es im allgemeinen finanziell gut (im Vergleich zu unserer Schwiegerfamilie), wir sind auch oft gerne bereit etwas von unserem "Reichtum" abzugeben. Aber im Gegensatz zu unserer Partnerin erwarten wir wohl eher eine Art "Verwendungskontrolle", eine Validierung der eingesetzten Mittel.

Wir haben drei Möglichkeiten:
a) Wir stellen uns dem Konflikt, diskutieren heiss und heftig mit unserer Partnerin ob es wirklich notwendig ist 300 EUR im Monat Western Union in die Hand zu geben, für was, für wen und warum überhaupt, oder
b) wir wissen um den Konflikt, weichen aber aus und haben getrennte Kassen. Was unsere Partnerin von ihrem frei verfügbaren Einkommen rüberschickt ist allein ihr Bier, mich gehts nix an solange unser eigener Haushalt klappt.
c) wir verdrängen den Konflikt. Wir wollen gar nicht wissen ob wir unterm Strich "draufzahlen", die gefühlte abendliche Harmonie auffm Sofa ist uns wichtiger. Solange genug Bier im Kühlschrank ist, wollen wir an der situation nichts ändern.

Alle drei Wege haben jedoch ihren jeweiligen Preis den wir bezahlen. Alle drei Wege sind prinzipiell akzeptabel. Das darf ja jeder für sich selber entscheiden. Ich erwisch mich selber oft auch bei der Verdrängungsmethode. Sie funktioniert gut am Anfang, der Kopf bleibt erst mal frei. Ich muss den Brief vom Finanzamt nicht unbedingt öffnen und mir mein Wochenende damit versauen. Der kann auch gerne zwei Wochen liegen bleiben. Aus den Augen, aus dem Sinn ;). Aber ich bezahl diese Methode mit exakten Mehrkosten in form von Säumnisszuschlägen.

Deswegen tendiere ich mehr und mehr, drohende Konflikte lieber aktiv anzugehen. Ich diskutier mit meinem Freund utang na loob, sag ihm meinen Standpunkt. Meine Meinung dazu ist felsenfest und ich argumentier da sachlich und fundamentiert. Ich hoffe, er entwickelt dazu seinen eigenen urpersönlichen Standpunkt und vertritt den dann auch gegenüber seiner Familie.

Grüßle
Chuck


NullDevice

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67

Sonntag, 1. Juli 2012, 16:57

Das scheint hier im Forum eines der heissesten Themen zu sein.
Für mich ist das weniger diskussionswürdig. - Die Frage ob ich mich ausquetschen lasse ersticke ich ganz gern im Keim. Denn wenn ich eine kennenlerne und sie kommt mir schon nach kurzer Zeit mit "my auntie needs money for..." und "my sister needs an operation..", blah blah... dann geh ich mit ihr erst gar keine Beziehung ein. Wenn unter den zahlreichen auch ein paar Ehrliche dabei waren, können Sie sich bei der grossen Masse der Unehrlichen bedanken.

Ich hatte nur 3x eine längere Beziehung mit einer Pinay und hatte dieses Problem kein einziges mal. Wenn sie ein bisschen was in der Birne hat und dich wirklich gern hat kommt sie dir mit so einem Scheiss nicht, und hält dir auch die Verwandtschaft vom Hals die dir an die Kohle wollen.

Etwas schuldig bin ich vielleicht meiner eigenen Family, aber sicher nicht meiner Schwiegerfamily.
Utang na loob ist nicht nur etwas Negatives. Es hat sich über die Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende herauskristallisiert aus reiner Notwendigkeit. Wo die Verhältnisse arm sind und die Regierung oder Gesellschaft nicht viel helfen kann bei allerlei Problemen die so im Leben auftreten, wird es zur Notwendigkeit.
Es gibt ähnliche Gepflogenheiten in vielen Ländern, nur nennt man es dort eben anders.
Trotzdem hat es eben negative Effekte auf die ganze dortige Gesellschaft, aber eben nicht nur negative.
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Sonntag, 1. Juli 2012, 19:44

ich gebe meinem vorredner 150%recht, bei mir ist es so, der geldgierige bruder meines schwiegervaters wird gar nicht zum könig vorgelassen, die angeblichen freunde meiner frau werden von ihr selbst abgeschmettert, was die schwiegereltern angeht,... ich gebe gerne was.- sts
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mangga

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69

Sonntag, 1. Juli 2012, 20:50

Utang na loob

Seit meiner Kindheit habe ich Probleme mit diesem Begriff richtig zu verstehen, obwohl ich pinay bin. Meine Mutter redet immer noch von ,, pabalik na ko, papunta ka pa lang`´ . Das bedeutet
auf Deutsch zuviel wie ,,ich bin schon züruck aber du fängst erst an``. Es ist schwer zu erklären. Aber manchmal belastatet mich das auch. Ich komme aus einer reichen Famile. Und Geld war nie ein Problem bei uns. Aber als Älteste erwartet meine Eltern viel zu viel von mir, was ich nicht kann. Ich will nicht in details gehen. Ich liebe meine Eltern. Heute denke ich deswegen bin ich eine starke Frau geworden weil ich von klein auf gelernt habe, Verantwortung zu übernehmen.

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70

Montag, 20. August 2012, 04:41

"Seit meiner Kindheit habe ich Probleme mit diesem Begriff richtig zu verstehen, obwohl ich pinay bin."

Gratuliere! Du bist eine von ca. 50 Millionen Pinay, die den Begriff nicht erklären kann. Nur wir Westler bilden uns ein, wir wüssten genau was er bedeutet. :)

HelgeK

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71

Montag, 20. August 2012, 06:17

Natürlich ist dieses Utang na Loob den Kinder eingeprägt worden und ist ja fast das einzige "Sozialsystem" was auf den Phils.existiert.Bei uns längst vergessen weil man unsere Eltern dem Sozialstaat aufhalsen kann

Ganz so würde ich den Satz nicht unterschreiben - weder in gesellschaftlicher noch in juristischer Sicht.

Auch wenn es bei städtisch lebenden Deutschen mehrheitlich nicht mehr üblich ist, sich großartig um die Eltern zu kümmern, sieht dies in ländlichen Gegenden häufig noch ganz anders aus. Üblich ist aber mehr die direkte praktische Hilfe, als das Überweisen von Geld.

Auch in rechtlicher Hinsicht gibt es eine - eingeschränkte - Unterhaltsverpflichtung der Kinder gegenüber den Eltern.

Beides ist aber natürlich nicht vergleichbar mit dem philippinischen System, und kommt zudem erst in Fällen echter Not zum Tragen (Pflegebedürftigkeit). Die Unterstützung von gesunden, arbeitsfähigen Eltern, die sich in keiner existenziellen Notlage befinden und einfach nur weniger verdienen als die Kinder, war in Deutschland meines Wissens noch nie üblich.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HelgeK« (20. August 2012, 06:23)


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72

Mittwoch, 12. September 2012, 18:30

"b) wir wissen um den Konflikt, weichen aber aus und haben getrennte Kassen. Was unsere Partnerin von ihrem frei verfügbaren Einkommen rüberschickt ist allein ihr Bier, mich gehts nix an solange unser eigener Haushalt klappt."

Da würde ich mir verarscht vorkommen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, das Familieneinkommen alleine zu erwirtschaften, und ihre Kosten voll und ganz zu übernehmen, aber wenn sie arbeiten geht, dann hat sie sich anteilsmäßig zu beteiligen. Warum soll "ihr Einkommen" frei verfügbar sein, während ich von meinem alle Fixkosten bezahle? Da würde ich mir wie ein Zuhaelter vorkommen. Oder war das eh so gemeint, dass sie mit dem, um den anteiligen Fixkosten verminderten Restbetrag ihres Einkommens, tun kann, was sie will?

Wenn man´s so handhabt, wird die Pinay sehr schnell nichts mehr, oder nur sehr selten kleine Beträge runter schicken, zumal ihr, ihre eigenen, nicht unbedingt notwendigen, kleinen Hobbys wichtiger sind als die potentielle Anerkennung der Verwandtschaft. Wenn´s also heißt: Meine Vergnügungen, oder deren angebliche Notstände?

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Smart BROken« (12. September 2012, 18:38)


Tino

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73

Mittwoch, 12. September 2012, 22:27

... Ich habe überhaupt kein Problem damit, das Familieneinkommen alleine zu erwirtschaften, und ihre Kosten voll und ganz zu übernehmen, aber wenn sie arbeiten geht, dann hat sie sich anteilsmäßig zu beteiligen. Warum soll "ihr Einkommen" frei verfügbar sein, während ich von meinem alle Fixkosten bezahle?



So´ne Gedanken hatt "meine", nachdem sie nach sieben Jahren "durchziehen" – für die Saison – einen 400-€-Job hat.

Bitte keine Kommentare dazu, da ein bischen OT.

Pot Pot

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74

Mittwoch, 28. Juni 2017, 14:08

Innere Verpflichtung

Dieser alte, noch aktuelle Beitrag ist super :clapping

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