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Colon

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Montag, 24. Februar 2014, 13:05

Ferdinand Blumentritt - Die Chinesen auf den Philippinen (1879)

Neulich in der Staatsbibliothek zu Berlin gefunden Die Chinesen und die Philippinen oder als pdf (23MB).

Zitat

I. Es ist ohne allen Zweifel, dass Jahrhunderte vor der Ankunft der Spanier die Chinesen mit den Bewohnern der Philippinen einen lebhaften Handelsverkehr unterhalten haben. Insbesondere war es der bei den Chinesen so hochgeschätzte Trepang, sowie Perlmutter und Schwalbennester, welche von den Söhnen des Reiches der Mitte eifrig gesucht wurden, wogegen sie den Eingebornen Seide und Porzellan brachten... Zum erstenmal begegneten sich Spanier und Chinesen im Jahre 1571. Als nämlich Legazpi von Panay aus mit einer Flotte von 27 Fahrzeugen seinen berühmten Siegeszug nach Manila unternahm, stiess er bei Mindoro auf eine schiffbrüchige chinesische Champane. Die Bemannung dieses Fahregges befand sich in einer schlimmen Lage, denn die Bewohner von Mindoro pflegten sich stets der Ladung eines gestrandeten Schiffes zu bemächtigen und deren Equipage zu Sclaven zu machen. Legazpi bewies aber auch diesmal, wie immer, den ritterlichen Sinn seiner grossen Nation.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Colon« (24. Februar 2014, 13:31)


Colon

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2

Montag, 24. Februar 2014, 13:31

Zitat

Limahon hatte nämlich in der Nähe Tacootican's eine chinesische Handelsdschunke aufgegriffen, die von Manila kam. Die Bemannung erzählte ihm von dem Reichtume Manilas, von der ungeschützten Lage der Stadt und der geringen Zahl der Spanier die sich dort befanden. Da fasste er rasch den Entschluss Manila zu erobern und seine Herschaft über die gesammten Philippinen auszudehnen. Es sollte eben kein Beutezug eines Piraten werden, Limahon wollte vielmehr einen chinesischen Staat auf Manila gründen, dessen König er selbst werden wollte. Der Plan war nicht so übel ausgedacht und Limahon verlor auch nicht viel Zeit, um ihn auch auszuführen.

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Montag, 24. Februar 2014, 14:06

Blumentritt & Co

Es ist ja schon interessant in Manila eine S-Bahn Station (eher MRT/LRT) mit einem so "nicht-asiatischen" Namen anzutreffen.



Interessant zu wissen ist, dass Ferdinand Blumentritt nie in den Philippinen gewesen ist.
Blumentritt war mit José Rizal befreundet.

Der deutsche Wikipedia Eintrag und der englische sind ergänzend. Bitte Tante Wiki bemühen.

Die Preussen (hmm, Preußen) haben das Buch in digitaler Form in ihrer Datenbank.
Danke auch für den Download-Link.

Danke für deinen Beitrag. Du hast meine Neugier angestachelt und dem Forum wieder einmal
einen kulturellen Anstoss gegeben.

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Dienstag, 25. Februar 2014, 06:03

Diese fruehen Kontakte und der vielleicht sogar wirklich ritterliche Eroberer sollte nicht ueber die Realitaeten der spanischen Epoche hinwegtaeuschen. Chinesen waren eine diskriminierte Kategorie. Die Leute wurden registriert und unterstanden einer Art Sondergesetzgebung. In dem System haetten sich viele aus der Generation unserer Grossvater sofort heimisch gefuehlt. Rassismus hoch drei. Anhand der Berichte der Spanier kann man sehr schoen ablesen, dass der Handel auf Mindanao und im suedlicheren Archipel durchaus weitgehend von Chinesen organisiert wurde. Also so wie heute auch noch. Die Leute hat man dann gemolken so gut es ging.
Da es vielen Chinesen zu dumm wurde, sind sie konvertiert. Hat aber nicht viel geholfen, da die Spanier davon recht wenig beeindruckt waren. Ueberhaupt unterschied man zwischen Christen und 'Neuen Christen."
Die Spanier waren eigentlich nicht mehr als eine Zecke in der Haut des Landes.