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Sonntag, 27. November 2016, 22:37

Literaturempfehlungen

Nachdem ich hier im Forum schon so viele, gute und hilfreiche Informationen erhalten habe, möchte ich auch einen kleinen Beitrag leisten, der vielleicht den einen oder die andere der Forenbesucher interessieren wird. Denn seit ich mit meiner Filipina seit nun fast einem Jahr befreundet bin, habe ich begonnen mich auch für das Land und seine Geschichte zu interessieren. Dazu habe ich mir etwas Hintergrundinformation angelesen. Die vier interessantesten Bücher möchte ich hier kurz vorstellen:
An erster Stelle: "Tanz der Masken" von Ninotchka Rosca; der amerikanische Titel lautet original "State of war". Dieser Titel ist zutreffend, da in dem Roman die vielen Kriege und die unterschiedlichen Besatzer in all ihrer Grausamkeit an der Bevölkerung und den Freiheitskämpfern seit José Rizal eindringlich vor Augen geführt werden. Der Roman verwebt diese kriegerische Ebene mit einer Familiengeschichte, in der Liebes- und Betrugsgeschichten ineinander verschlungen sind. Ich habe das Buch als hohe literarische Kunst erlebt. Manchmal grausam direkt, manchmal zärtlich in Metaphern sprechend. Insgesamt habe ich aus dem Buch das Fazit gezogen, dass die Filipinos ein grausam betrogenes Volk sind, und von Kirche und allen anderen Kolonialherren betrogen worden sind. Meine Darstellung lässt leider überhaupt nicht die wundervolle Sprache und die ausgewählt liebevollen Bilder sichtbar werden, die hier beim Lesen lebendig werden, daher kann ich nur empfehlen: Selber lesen!
Zweites Buch: "Wie Bambus im Wind" von James Webb; der amerikanische Titel lautet original "The Emperor's General". Hier wird die Geschichte der Philippinen seit dem 2ten Weltkrieg dargestellt. Auch wieder mit einer Liebes- und Leidensgeschichte. Die beiden extremen Gegensätze der japanischen Kultur werden anschaulich gegenübergestellt, eine Kriegsführung samt all ihrer Grausamkeit und deren Ehrenkodex. Ich möchte eine Stelle herausnehmen, wie schön dieser Roman die historische Wirklichkeit und die dichterische Freiheit miteinander verbindet. McArthurs Landung, in Leythe, die pieckfein gebügelten und kniehoch nassen Hosen sind vielleicht einigen als Foto bekannt. Dieses Bild wird hier so lebendig geschildert, dass man, nachdem man dieses Buch gelesen hat, in dem historischen Foto immer auch den menschlich-eitlen General erkennt. Das Buch liefert einen sehr guten Überblick über die politische Nachkriegsentwicklung des pazifischen Raums.
Als Drittes nenne ich "Im Angesicht meiner Feinde" von Gracia Burnham; der amerikanische Titel lautet original "In the Presence of my Enemies", es ist die authentische Geschichte der im Sommer 2001 von islamistischen Terroristen, genannt "Abu Sayyaf, entführten Gracia Burnham und ihres Manns und vieler weiterer Geiseln. Die beiden waren bis dahin als Missionspaar viele Jahre auf den Philippinen, sie lebten lange in Malaybalay auf Mindanao und sie liebten das Land und seine Menschen und dennoch wurden sie von den Geisel-Gangstern ein Jahr unter entsetzlichen Bedingungen durch den Urwald der südphilippinischen Inseln verschleppt, Gewaltmärsche, Hunger, immer wieder Hoffnungen und dann auch wieder Enthauptungen, Lösegeldzahlung und dann neue Nachforderungen. Sie mussten immer wieder Botschaften der Entführer über das Radio verlesen, wurden Zeugen von Zwangsverehelichungen der weiblichen Geiseln mit den Gangstern, viele Male Entdeckung durch die philippinische Armee und Schusswechsel mit jedem Mal Todesangst der Gefangenen... , hörten im Radio Botschaften ihrer 3 Kinder an sie. Bei der Befreiung nach einem Jahr Martyrium wurde Martin von den Kugeln der Armee tödlich getroffen, der Anführer der Gangster entkam. Ein Buch, vor allem für Liebhaber der südlichen Inseln, wo islamistische Separationskräfte immer noch ihr Unwesen treiben. Und es ist ein wunderbares Zeugnis des Glaubens und des Vertrauens in Gottes Liebe - auch wenn das paradox klingen mag.
Als viertes Buch nenne ich "Das Gebet in der Zitadelle" von Ulrich Makosch. Dieses Buch ist 1978 im VEB Brockhaus, Leipzig erschienen, es enthält also jede Menge Klassenkrampf-Polemik. Marcos und seine Frau Imelda werden hier in den höchsten Tönen gelobt und deren "segensreiche Taten für die philippinische Arbeiterklasse" immer wieder hochgejubelt. Wenn man diesen ideologischen Quark ausblendet, erhält man einen sehr detailtreuen Einblick in die Lebenswelt der Philippinen, über die Geschichte der Kolonialisierung, von Kriegsende und Abzug der Amis bis in Marcos Zeiten. Es werden viele Bräuche und kulturelle Eigenheiten beschrieben und eingeordnet. Die Welt aus Sicht der "kleinen Leute" wird anschaulich gemacht.

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2

Dienstag, 29. November 2016, 10:39

Allen Lesern und Bewertern, meinen allerbesten Dank. Über dieses vielstimmige Echo habe ich mich sehr gefreut. Es kam unverhofft und ermutigt mich, hier meine Gedanken bezüglich der Philippinen, auch abseits der rechtlichen, Visa- und sonstiger handfester Fragen zu teilen.

peach

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3

Dienstag, 29. November 2016, 20:24

Hallo, Tanz der Masken habe ich auch daheim stehen, aber leider noch nicht gelesen, ich werde das aber auf jeden Fall nachholen. Hast du schon etwas von Francisco Sionil Jose gelesen? Er schreibt auf Englisch, aber es gibt auf jeden Fall auch Bücher von ihm die auf Deutsch übersetzt wurden. Ich habe Gagamba - Der Spinnenmann auf Deutsch und ein anders, von dem ich leider den Titel vergessen habe, auf Englisch gelesen. In Gagamba geht es um den Einsturz eines Gebäudes und Jose erzählt die Vorgeschichten von Leuten die sich zu diesem Zeitpunkt im oder vor dem Gebäude aufgehalten haben. Man bekommt da einen schönen Einblick in die philippinische Gesellschaft - von arm bis reich.

Perles

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4

Dienstag, 29. November 2016, 21:43

Hast du schon etwas von Francisco Sionil Jose gelesen?

Der Schriftsteller betreibt in Ermita, Manila den Solidaridad Buchladen mit sehr viel Literatur über die Philippinen.


https://www.facebook.com/pages/Solidarid…245546608820458

index.php?page=Attachment&attachmentID=64894
Der Laden ist in der Padre Faura (in der Nähe der G-Point Bar).



Gruss
Peter

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5

Dienstag, 25. April 2017, 12:10

Der Spinnenmann

Wer es nocht nicht weiß:
Es gibt das erste auf Deutsch übersetzte Buch von Sionil Jose:
https://www.amazon.de/Gagamba-Spinnenman…keywords=sionil

@Zugang
Übrigens habe ich gerade Dein empfohlenes Buch "Wie Bambus im Wind" verschlungen. Ich war sehr begeistert. Neben dem echt spannenden Plot lernt man sehr viel über die Geschichte. Super!

Wer sich für weitere epische Romane mit geschichtlichem Hintergrunf interessiert, dem empfehle ich den Author James Clavell und seine 4 teilige Saga Noble House. Eine Saga über einen Englischen Familien und Firmen Clan in Hongkong.
https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss_2…3AJames+Clavell
Signatur von »Cienfuegos24«
"Kung gusto mong igalang ka, matuto kang gumalang muna"

"Wenn du respektiert werden willst, lerne zuerst andere zu respekteren
"

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6

Dienstag, 25. April 2017, 21:51

@Cienfuegos24
Danke für deine Rückmeldung!
Ich freue mich, dass du Freude an dem Buch hattest.
Den Spinnenmann werde ich dann beim nächsten Besuch im Buchladen kaufen. Ich bin schon gespannt. Als die deutsche Übersetzung im Juni 2014 auf den Markt kam, wurde das Buch im Deutschlandfunk vorgestellt.
http://www.deutschlandradiokultur.de/epi…ticle_id=289245
Auch alle anderen Rezensionen sind voll des Lobs. Also, danke für deinen Hinweis!

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calamba

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7

Mittwoch, 26. April 2017, 06:34

Wer es nocht nicht weiß:
Es gibt das erste auf Deutsch übersetzte Buch von Sionil Jose:
https://www.amazon.de/Gagamba-Spinnenman…keywords=sionil
In deutscher Sprache ist schon im Jahr
1990 ein Buch von Francisco Sionil José erschienen.

Titel: „Szenen aus Manila“.

(Bei Amazon derzeit nicht verfügbar.)

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DL8KE

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8

Sonntag, 28. Mai 2017, 15:15

A short history of sex in Philippine literature (english)

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Quelle: cnnphilippines.com
mehr unter: http://cnnphilippines.com/life/culture/l…erary-smut.html
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Signatur von »DL8KE«
:Bye :Bye :Bye :Bye :Bye :Bye :Bye

Cagayan

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9

Sonntag, 28. Mai 2017, 18:54

Ich habe vor ein paar Tagen über Ebay für ganz wenig Geld das Buch "Philippinen in Erzählungen ihrer besten zeitgenössischen Autoren" gekauft. Ist allerdings schon 1965 im "Europäischen Buchclub" erschienen, hat knapp 400 Seiten mit Geschichten von 20 Autoren.

Liest sich wirklich gut.
Signatur von »Cagayan«
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