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Montag, 6. März 2017, 07:50

Abu Sayyaf: Im Paradies der Mörder

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„In Zeiten universeller Täuschung ist das Aussprechen von Wahrheiten ein revolutionärer Akt.“ Orson Welles

Sunnyenergy

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2

Montag, 6. März 2017, 18:31

Danke sehr interessant.
Soso die Tausug sind also so gewalttätig, dass sie noch nie besiegt wurden ... Das sage ich meiner Frau lieber nicht :D

Spass beiseite; dass die Moslems benachteiligt werden und deshalb unabhängig werden wollen oder wollten usw. das glauben viele, wie ich glaube, tatsächlich selber.
Das sie benachteiligt werden stimmt. Meine Frau hat einen christlichen Namen und kann Chabacano und bekam so Jobs. Der Bruder heisst Khan und hatte bisher keine Chance.

Ich habe ihr gesagt, wenn man immer Krieg führt und die Kids schlechter bildet als Christen, dann wird sich auch nichts ändern.
Vor allem weil in solchen Verhältnissen keiner in irgendetwas investiert.... :(
Sie hat dem nicht widersprochen.

LG Sunny :hi
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In Deutschland wird die Meinungsfreiheit durch Art. 5 Abs. 1 Satz 1 1. Hs. Grundgesetz gewährleistet.
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3

Montag, 6. März 2017, 19:32

Wir haben das gerade etwas diskutiert. Also ja ich habe es ihr doch erzählt :D

Wenn man nachsieht was Günter Ederer sonst schreibt, werden die meisten wohl zustimmen, wenn ich sage, er pauschalisiert und vertritt sehr strittige Ansichten.
Siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Ederer
und hier: http://www.achgut.com/autor/ederer
Was die Abu Sayyaf betrifft hat er recht. Da geht es fast nur um Geld.

Das bei anderen Gruppen zu behaupten, ist gewagt. Die Probleme sind vielschichtiger.
Keinesfalls geht es nur um Geld und nicht um Religion wie er sagt. Genauso wenig nur um Religion oder Benachteiligung. Und dann hat man noch das Henne und Ei - Problem...

Unter den kämpfenden Rebellen leiden alle.

Meine Frau sagte, viele Menschen seien heute gebildet(er) und hätten kein Interesse am Kämpfen.
Es gibt aber halt auch noch genug andere, genug Korruption und Benachteiligung und einige Moslemfaschisten obendrein.

Eine singuläre Erklärung greift auf jeden Fall zu kurz.

Mal sehen was Ederer morgen in der Fortsetzung schreibt.
Interessant ist es allemal.

LG Sunny :hi
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bahog_utot

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4

Dienstag, 7. März 2017, 04:36

Der Bericht enthält etliche Falschinformationen, z.B. liegt die Moslem-Region nicht im Süden Mindanaos sondern im Westen. Auch gehören die Philippinen nicht zur Südsee, Südsee währe französisch Polynesien (Tahiti, Bora Bora etc.).

Grüße, Bahog Utot

5

Dienstag, 7. März 2017, 08:18

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6

Dienstag, 7. März 2017, 11:46

mmm

Ederer berichtet selber, es wurden alle möglichen Inszenierungen geboten. Denn er hat ja gut bezahlt.
Er wurde durch Bewaffnete "herumgeführt". Sprich man hat ihm gezeigt was man wollte, nicht was er wollte.
Es wurde mit Waffen geprotzt und seine Crew hat gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Um sich zu schützen.

Von freier unabhängiger Recherche kann also nicht im Mindesten die Rede sein.

Gleichzeitig behauptet er die wahren Beweggründe und Ursachen erkannt zu haben und noch schlimmer:
Ich lese kein Wort darüber, ob sich in den fast 30 Jahren seit seinem "Ausflug" etwas geändert haben könnte.
Keine Einschränkung, keine Hinweis auf aktuelle Entwicklungen. Und er beschränkt seinen Bericht im wesentlichen auf Abu Sayyaf.
Obwohl diese Gruppe klein ist. Sie bekommt durch Entführungen und Morde nur am meisten Aufmerksamkeit.

Mein Fazit:
Nette Reisegeschichte. Als Analyse der Situation, zumal aktuell, völlig unbrauchbar. Selbstkritik: Fehlanzeige.


LG Sunny :hi
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trivial

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7

Dienstag, 7. März 2017, 11:50

Insgesamt ein sehr interessanter Artikel. Ich habe ja schon ein bisschen Ahnung von den Philippinen, aber bezüglich Abu Sayyaf verstehe ich viele Sachen nicht, weil die allgemeine Berichterstattung auf den Philippinen und in Europa unvollständig ist. Dieser Artikel ist die erste mir bekannte Informationsquelle, die viele dieser Fragen überhaupt beantwortet. Die geschilderten Zusammenhänge erscheinen mir schlüssig, weil sie sich gut in mein bisheriges Bild einfügen. Außerdem passen sie erstaunlich gut mit philippinischen Verhaltensweisen und Gesellschaftsstrukturen zusammen, die man vom Rest der Philippinen kennt. Das muss jetzt nicht die bedingungslose Wahrheit darstellen, aber ich meine, es hilft, die Sache besser zu verstehen.

Ich habe selbst vor ein paar Jahren eine Einladung nach Siasi erhalten. Das war ein (offensichtlich besser gestellter, eventuell sogar christlicher) Geschäftsmann aus Siasi, den ich in Marawi in der MSU (Mindanao State University) kennengelernt habe, weil seine Kinder dort studieren. Er meinte, er kenne die Abu Sayyaf und könne für meine Sicherheit garantieren. Ich habe das nicht weiterverfolgt, weil es mir doch zu gefährlich schien, als Einzelperson dort einen Geschäftsmann zu besuchen, dessen Hintergründe und Vorgeschichte ich nicht kenne. Gereizt hätte es mich schon sehr, und zwar aus purer Neugierde, um zu sehen und besser zu verstehen, was dort los ist.

Der Bericht enthält etliche Falschinformationen, z.B. liegt die Moslem-Region nicht im Süden Mindanaos sondern im Westen. Auch gehören die Philippinen nicht zur Südsee, Südsee währe französisch Polynesien (Tahiti, Bora Bora etc.).
Und du schreibst wäre mit "h". Wie soll man bei so viel Falschinformation noch etwas glauben? Was ich meine, die Südsee und Südmindanao sind sicherlich ungenaue Formulierungen, aber eine Diskussion muss man daran auch nicht aufhängen. :Augenbraue

Sunnyenergy

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Dienstag, 7. März 2017, 15:01

Meine Frau gehört von Seiten des Vaters zu den Tausug, die in dem Artikel gar schlecht weg kommen. (Als wären alle so...)
Von der Familie sind längst nicht alle arm und geniessen zumindest teilweise den Respekt vieler auf Tawi Tawi.
Ausserdem gibt es entfernte Verwandte bei den Abu Sayyaf.

Und selbst diese Familie sagt zu 100% sie solle mit mir auf keinen Fall nach Tawi Tawi. Auf andere Inseln schon erst recht nicht.

Das heisst im Umkehrschluss: Selbst diese Familie die sich teils nicht scheuen Waffen zu tragen, traut sich nicht zu, mich wirklich zu beschützen.
Sie sagen ausdrücklich, die Bösen - und das sind nicht nur Abu Sayyaf - sind oft nur ein Telefonanruf weit weg...
Es sei ein grosser Unterschied ob sich ein Pinoy dort aufhält oder ein Ausländer... Siehe die getöteten Segler.
Und selbst Pinoys leben in den Gegenden nicht sicher wenn sie wohlhabend sind.

Wenn jemand anderes behauptet, sollte man erst mal ganz genau schauen wo der seine Kenntnisse her hat.

Dieser Artikel ist die erste mir bekannte Informationsquelle, die viele dieser Fragen überhaupt beantwortet.

Dachte ich erst auch.
Aber wie ich schon schrieb. Die von unabhängiger Recherche kann keine Rede sein.
Und die Infos oder besser Erlebnisse sind fast 30 Jahre alt ... :floet

In Teilen sicher richtig. Aber eben nur in Teilen. Es stimmt; es klingt ganz so, wie man die PH auch sonst kennt.
Aber zB über die tatsächliche Benachteiligung der Moslems schreibt er nichts.
Ebensowenig über andere Rebellen die heute ja an Friede interessiert sind. Insbesondere die MILF wo wir Insiderinfos haben.

Was die Abu Sayyaf angeht, liegt er wohl richtig würde ich sagen. Unsere Infos sind ähnlich.
Allerdings haben die wegen ihrer Grausamkeit gegen Ausländern (nicht nur!) die grösste Aufmerksamkeit.

Ich würde sogar so weit gehen, aus meinen Erlebnissen heraus zu vermuten, dass ein recht grosser Teil der Moslems dort, sich genauso wenig um Religion scheert und in Frieden leben will, wie viele Christen.
Aber das ist nur mein Eindruck.

Insgesamt halte ich den Bericht für einseitig, veraltet und was seine allgemeinen Aussagen angeht, schlecht belegt.
Er hat natürlich teilweise recht, wenn er sagt die Bezeichnung der Abu Sayyaf als Rebellen oder gar Freiheitskämpfer sei fragwürdig.
Wenn man sich allerdings die Liste der Terroranschläge ansieht, muss man allerdings sagen, dass Bomben in Fähren oder Manila sicherlich einen anderen Zweck haben als Lösegeld zur Bereicherung zu kassieren.

Zitat

Die Abu Sajaf verübt auch immer wieder Bombenanschläge, so zu Silvester 2000 auf 2001 in Manila. Dabei wurden mindestens 22 Menschen getötet, 100 zum Teil schwer verletzt.[2]

Am 5. März 2003 forderte ein Bombenanschlag auf den Francisco Bangoy International Airport in Davao City 21 Todesopfer und 148 Verletzte. Kurz darauf bekannte sich die Abu Sajaf zu dem Anschlag. Am 27. Februar 2004 versenkte die Abu Sajaf durch einen Bombenanschlag in der Bucht von Manila die Fähre SuperFerry 14 mit 900 Passagieren an Bord, wobei 116 Menschen getötet wurden.


Aber auch er erwähnt ja zB die Zamboanga-Krise 2013 mit über 200 Toten nicht.
Die ist heute wichtiger als 2 tote Segler. Nur kamen dort halt keine Ausländer um... :floet
http://www.focus.de/politik/ausland/woch…id_1114968.html
https://en.wikipedia.org/wiki/Zamboanga_City_crisis


LG Sunny :hi
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