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wbethge

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Sonntag, 23. Januar 2011, 09:50

Im Nescafe-Land




Im Nescafe-Land

Einem philippinischen Witz zufolge saßen einige Vertreter kaffeeproduzierender Länder in einer Konferenz zusammen. Sie waren emsig bemüht, die Verdienste ihrer Länder um den Kaffee herauszustellen. Der kolumbianische Delegierte sagte: “Wir haben die besten Kaffeebohnen.“ Der japanische Vertreter würdigte die Verdienste seines Landes bei der technischen Verfeinerung des Kaffeearomas und der amerikanische Gesandte machte deutlich, dass Amerika die meisten Kaffeemarken und die modernsten Produktionsmethoden hätten. Da stand der philippinische Vertreter auf und erklärte stolz: „Und wir haben die Zwei-Stunden-Kaffeepause erfunden!“

Die Ausführungen des Filipinos werfen vielleicht ein Schlaglicht auf philippinische Arbeitsauffassungen; sie weisen aber auch daraufhin, welche Wertschätzung der Kaffee auf den Philippinen erfährt. Übertriebener und wohl auch leicht blasphemisch formuliert ein philippinischer Internetschreiber – hier in deutscher Übersetzung - unter anderem:

Koffein ist mein Hirte.
Ich werde nicht dösen.
Es weckt mich auf grüner Weide. Es erhebt mich über die
noch schlafenden Massen.
Koffein du bist mit mir:
Deine Sahne und dein Zucker werden mich trösten …


Die anregende Wirkung von Kaffee ist hinreichend bekannt. Eine heiße Tasse Kaffee zum Frühstück wärmt den Magen, klärt den Kopf und bringt einen von der Nacht in den Tag. Wie viel weitere Tassen sodann konsumiert werden, ist wahrscheinlich individuell sehr unterschiedlich. Denkbar zum Beispiel für einen städtischen Angestellten wäre eine weitere Tasse zur Überbrückung der Zeit zwischen Breakfast und Lunchtime. Bald ist die nächste Tasse fällig - kein Mittagessen ohne eine Tasse Kaffee. Die vierte Tasse kommt dann vielleicht zur Nachmittagspause. Das Abendessen schmeckt mit einer weiteren Tasse noch besser. Schließlich können auch die abendlichen Gespräche mit Kaffeetrinken verknüpft sein. Am nächsten Morgen beginnt der Kaffeezyklus wieder von vorne.

Wir haben hier den Tagesablauf eines Vieltrinkers skizziert. Ob bei den Filipinos tatsächlich eine Kaffeemanie - wie gerne behauptet wird - vorliegt, ist indessen fraglich. Der Durchschnittskonsum bei philippischen Erwachsenen liegt nach einer Statistik nämlich nur bei knapp über zwei Tassen Kaffee pro Tag (2). Schenkt man dieser Statistik Vertrauen, dann wird offensichtlich ein nur sehr dünner Kaffee getrunken, denn nach einer Wikipedia-Statistik betrug der Pro-Kopf-Konsum auf den Philippinen 2008 lediglich 0,7 kg pro Kopf. (Vermutlich ging man bei dieser Statistik von der Gesamtbevölkerung einschließlich Kindern und dem vorherrschenden Instantkaffee aus). Es gibt übrigens einige Länder in Südostasien, für die ein noch niedriger Kaffeekonsum ausgewiesen wird (z. B. Thailand, Indonesien, Indien) (2).

Bleiben wir kurz beim dünnen Kaffee. Über Kaffee verfügen zumeist auch ärmere Haushalte, Kaffee ist aber auch für den philippinischen Normalhaushalt relativ teuer. Es wundert deshalb nicht, dass er häufig mit viel Wasser gestreckt wird. Manchmal begegnet einem nur noch eine Kaffeewasser-Plärre, die nur leicht braunes heißes Wasser darstellt. Der frühere amerikanische Präsident Lincoln hat in diesem Zusammenhang einmal geäußert: “If this is coffee, please bring me some tea; but if this is tea, please bring me some coffee.

Hauptgetränk auf den Philippinen bleibt das natürliche Wasser, in der Regel Leitungswasser. Das ungekochte Wasser ist jedoch – insbesondere in städtischen Slumgebieten - häufig nicht keimfrei. Gottseidank, so möchte man sagen, folgt dann in der Rangfolge in der Reihe der Getränke der mit heißem Wasser zubereitete Kaffee.

Werfen wir aber zuvor einen kurzen Blick auf die nichtalkoholische Getränkekonkurrenz, auf mögliche Substitute. Tee wird auf den Philippinen eher selten getrunken. Der Absatz von Tee verzeichnet jedoch - bei niedrigem Ausgangsniveau – in jüngerer Zeit stärkere Zuwächse. Zurzeit rührt im die Nestlé Company im Fernsehen für ihren Nestea heftig die Werbetrommel.

Als weiteres nichtalkoholisches Getränk könnte noch „bottled water“ in Betracht kommen. Hier lag der jährliche Konsum pro Kopf der Bevölkerung 2004 immerhin bei 17,1Liter (3). Zum „bottled water“ gehören unter anderem Brunnen- und Mineralwässer, mit und ohne Kohlensäure („carbonated“) oder mit Koffein oder Zitronen– oder Erdbeeraroma. Der Absatz dieser prestigeträchtigeren, eher in
Mittelschichthaushalten anzutreffenden Getränke weist wie der Tee eine steigende Tendenz auf.

Im Internet finden sich nur wenige Zahlen über den Konsum von Colagetränken auf den Philippinen. Sofern vorhanden sind sie auch nicht ganz eindeutig und widerspruchsfrei. Genauere Marktforschungsergebnisse sind kostenaufwendig. Eine frei zugängliche Quelle setzt jedoch den Coca-Cola Softdrink-Absatz auf den Philippinen um die Jahrtausendwende mit 121 Litern pro Jahr und Kopf an (4). Damit kommen die Philippinen längst nicht auf die Konsummenge der US-Bürger (212 Liter), übertreffen aber deutlich den Weltdurchschnitt liegt (83 Liter) (5).

Zurück zum Kaffee, der auf den Philippinen auch gerne kalt getrunken wird. Man kann ihn in Gestalt grüner Kaffeebohnen, geröstet und gemahlen und als löslichen Pulverkaffee kaufen. Filipinos bevorzugen ganz eindeutig den löslichen Kaffee und hier ist der Instantkaffee von Nestlé in aller Regel die Marke ihrer Wahl. 90 % des auf den Philippinen verkauften Kaffees ist Instantkaffee (6). Solch hohe Instantanteile findet man ansonsten nur noch in Südkorea (95%) und in Großbritannien (90%). In Deutschland beträgt der Anteil von löslichem Kaffee am gesamten Kaffeemarkt nur 11 Prozent (7). Der Nestle-Pulverkaffee kam übrigens Ende des 2. Weltkrieges mit den amerikanischen Soldaten auf den Inselarchipel.

Für Kaffgourmands ist löslicher Kaffee - auch in seinen verfeinerten Versionen - in der Regel ein Gräuel und sie verweisen darauf, dass hochwertiger gemahlener und gebrühter Kaffe das bessere Aroma und den besseren Geschmack habe. Filipinos scheren sich in ihrer Mehrheit wenig um dieses Urteil. Bei ihnen rangiert der Vorteil der schnellen und einfachen Kaffeezubereitung offenbar höher. Vielleicht wirken auch schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit mit nicht vakuumverpacktem Röstkaffee nach. Dieser konnte nämlich schnell muffig schmecken. Instantkaffee wird auf den Philippinen also stark präferiert. Einige Kenner meinen jedoch, der gemahlene Röstkaffee stünde insbesondere mit dem starken Aufkommen städtischer Coffee-Shops (Starbuck) vor einer Renaissance.

Nestlé ist mit 85 % Marktanteil am gesamten Kaffeemarkt Marktmonopolist auf den Philippinen (8). Andere Unternehmen wie Commonwealth Food, General Milling Company, Universal Robina Company oder der Marktneuling Starbuck knappern nur am äußeren Rand des gesamten Kaffeekuchens. Die Liste der von Nestlé vertriebenen Produkt- und Verpackungsvarianten ist länger. Wir wollen hier nur auf den „Nescafe Classic“, den „Nescafe Gold“ und das Kaffeemixgetränk „Nescafe 3 in 1“(mit Creamer und Zucker) verweisen. Sari-Sari-Shops bieten haben häufig auch die 15-Gramm-Tütchen („Sachets“) im Angebot. Sie erscheinen zunächst preisgünstiger und sprechen auch die klammen Käufer an. Zum weiteren Umsatz tragen auch die Milchweißer und die auf Franchisebasis vertriebenen Nescafe Point Coffee-Shops bei. - Nestlé gehört mit zu den werbeintensiven Unternehmen, die einem den TV-Genuss auf den Philippinen durch stete Wiederholung vergällen können. Es dominiert „musical entertainment“ (Pop) als werblicher Ansprachestil. Die Aussagen sind recht trivial und sollen Optimismus ventilieren: „Have a good Day!“ oder „Open up“.

Nestlé bemüht sich seit 1994 mit einer extra eingerichtete „Nestle Experimental and Demonstration Farm (NEDF)“ in Tagum City intensiver um die Ausweitung und Qualitätsverbesserung des philippinischen Kaffees. In den letzten 13 Jahren sollen dort über 12.000 Kaffeeanbauer aus- und weitergebildet worden sein. Und dieser Hinweis führt uns kurz zur Geschichte des philippinischen Kaffeeanbaus.

Man nimmt an, dass der Arabica-Kaffeestrauch um 1710 von spanischen Mönchen auf die Philippinen eingeführt wurde. Die Voraussetzungen waren günstig, denn die Philippinen liegen klimatisch-geografisch im sogenannten weltweiten „Kaffee-Gürtel“. Der Kaffeeanbau wurde dann insbesondere in der in der Provinz Batangas betrieben. Um 1880 standen die Philippinen auf der weltweiten Kaffeeexportliste sogar an der vierten Stelle. Aber dann schlägt der Kaffeepestvirus auch auf den Philippinen zu. Er hält sich zunächst nur noch in lokalen Nischen auf Mindanao.

In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts steht der Kaffeeanbau wieder in relativer Blüte. 1986 können noch 45.000 Tonnen Kaffee exportiert werden. Doch 1989 steigen die USA aus dem internationalen Kaffeekartell, das zuvor den philippinischen Export begünstigt hatte, aus. Die Folge war ein rapider Preisverfall. Viele Bauern steigen aus dem Kaffeeanbau aus, die früheren Kaffeeanbauflächen werden zugunsten anderer Produkte umgewandelt.

Heute soll es nur noch 30.000 Kaffeefarmer, die zudem oft noch den Kaffeeanbau im Nebenerwerb betreiben, geben. Betrug 1989 noch die Anbaufläche noch 130.000 Hektar, so wurden 2009 nur noch 70.000 Hektar mit Kaffeesträuchern bepflanzt. 2001 erntete man noch 112.000
Tonnen Kaffeebohnen, so waren es im Jahre 2008 nur noch 97.400 Tonnen – und dies trotz aller Revitalisierungsanstrengen des National Coffee Board (NCB) die Produktionsmenge zu steigern. Die Philippinen sind von einem Kaffeeexportland zu einem Kaffeeimportland geworden. 30.000 Tonnen Kaffee müssen derzeit aus dem Ausland importiert werden (9). Importiert wird der Kaffee zumeist aus Vietnam, das seinen Kaffeeanbau mit effizienten Produktionstechniken im letzten Jahrzehnt stark ausgeweitet hat und heute - hinter dem Hauptproduktionsland Brasilien - mit 1,1 Millionen Tonnen Kaffeebohnen an zweiter Stelle der Produktionsländer steht. Der Hektarertrag in Vietnam beträgt annähernd das Zehnfache des philippinischen Ertrages(10). Weltwirtschaftlich gesehen spielt die philippinische Kaffeeproduktion mit knapp über einem Prozent Weltmarktanteil so gut wie keine Rolle. Die Produktionsmethoden als antiquiert. Die philippinischen Kaffeeanbauer fürchten auch die kurzfristigen Preisschwankungen und den langfristigen Preisdruck auf dem Weltmarkt.

Etwa 67 Prozent des Kaffees wird heute in Mindanao angebaut. Es folgt dann mit weiterem Abstand das südliche Luzon.

Vier Kaffeesorten sind auf den Philippinen anzutreffen. Fast neunzig Prozent der Produktion entfallen jedoch auf die Sorte Robusta. Sie wird wegen ihres kräftigen Körpers und der niedrigeren Kosten - auch bei Nestle - vor allem als Füllkaffee für die Produktion von Instantkaffee herangezogen. Der Geschmack ist streng und leicht bitter, der Koffeingehalt höher. Die erlesenere Sorte Arabica wächst im philippinischen Hochland, zum Beispiel in den nördlicheren Kordilleren. Gleichfalls weniger angebaut, aber gerne beigemischt wird die Sorte Exelsa. Ihr aromatischer Geschmack wird als eher süß und fruchtig beschrieben. Große Zukunftshoffnungen setzt der Philippine Coffee Board (PCB) in die vierte Tiefland-Sorte Libreca. Sie hat besonders große Kaffeekirschen, einen kräftigen und würzigen Geschmack und liefert den einheimischen Kapeng Barako Kaffee, den man jetzt wieder stärker im Inland wie Ausland vermarkten will. Man verspricht sich m internationalen Kaffeegeschäft Wettbewerbsvorteile, weil die Sorte Libreca ansonsten nur noch in zwei anderen asiatischen Ländern wächst.

Sie haben zu viel Geld, wollen dies aber nicht zum Beispiel an den Autoren verschenken, sondern sich eher eine exquisite Kaffeefreude bereiten? Dann probieren sie doch einmal „civit coffee“. Er gilt als teuerster Kaffee der Welt und hat etwas mit der Zibetkatze („alamid“) zu tun. Zibetkatzen fressen gerne die süßlichen roten Kaffeekirschen. In der Vergangenheit wurden sie gejagt, weil man ihr Fleisch schätzte. Heute schätzt man eher ihre Hinterlassenschaft nach dem Kirschenverzehr. Die Kirschen werden im Magen der Zibetkatzen fermentiert. Nach ihrem Abgang und dem mühsamen Einsammeln der Kaffeebohne kann man dann einen Kaffee gewinnen, der - was Geschmack und Aroma anbelangt - angeblich seinesgleichen sucht. Ein Fundgebiet soll südlich von Manila in den Malarayat Bergen liegen. Der genauere Fundort wird aber streng
geheim gehalten, weil man mit den Hinterlassenschaften der Zibetkatzen viel Geld verdienen kann. Für das Kilogramm Kirschkerne wurden schon über 115 $ geboten. Der hohe Preis erklärt sich durch die jährliche Angebotsmenge von nur etwa 500 kg (11). Wir wünschen einen köstlichen
Kaffeegenuss.

© Wolfgang Bethge, in 2011


............................................................................................................................

(1) Vgl.: Coffee: Now the Good News, in:
http:// www. agribusinessweek.com/coffee- now- the -good-news/

(2) List of countries by coffee consumption per capita in: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_cou…tion_per_capita

Die Philippinen haben damit im weltweiten Maßstab nur Rangplatz 93 inne. Die skandinavischen Länder sind – aus welchen Gründen auch immer - bei weitem kaffeesüchtiger. Sie konsumieren zwischen 10 – 12 kg pro Jahr und nehmen global die vorderen Spitzenplätze ein. Sicherlich ist die Höhe des Kaffeekonsums auch von Wohlstandsniveau eines Landes abhängig. Klammert man die südostasiatischen Industriestaaten aus, dann
haben die Philippinen im innerasiatischen Vergleich jedoch einen relativ gehobenen Pro-Kopf-Verbrauch. So konsumiert man zum Beispiel in Laos
lediglich 1,4, in Thailand und Indonesien nur 0,5 und in Sri Lanka und Indien nur 0,1 kg Kaffeee im Jahr pro Kopf der Bevölkerung. - Deutschland liegt mit 6,4 kg übrigens auf dem 12. Rangplatz.

(3) Public urged to quit bottled water habit, in:[url]http://www.sunstar.com.ph/manila/public-urged-quit-bottled-[/url]water-habit

(4) Painting South Africa Red, in: http://www.brandchannel.com/features_effect.asp?fa_id=40

(5) Vgl. Welt-online in: http://www.welt.de/gesundheit/article378…lschwaeche.html

(6) Philippine Coffee Facts and Trivia, in: http://www.nicamandigma.com/philippine-c…cts-and-trivia/

(7) Das verborgene Kaffee-Imperium , Hamburger Abendblatt,18.01.2011


(8) Alejandro C-. Mojica, Philippine Coffee 2020, in: http://www.bar.gov.ph/Agritech/Crops/cof…portunities.pdf


(9) Philippines looking to revive coffee industry, in: http://www.abs-cbnnews.com/business/02/1…coffee-industry

(10) http://www.agriculture-ph.com/2009/07/coffee-talk.html

(11)BBC News , in: http://arengga.com/blogs/2009/03/22/the-…coffee/#more-39

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Neue Buchpublikation: Wolfgang Bethge - Streiflichter von den Philippinen
- Vom Palmendieb, dem Sauersack und Padre Damaso-
294 Seiten, A4, ISBN: 978-3-86858-744-9, 2012, Shaker-Verlag, Aachen

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Sonntag, 23. Januar 2011, 10:04

ja es stimmt, genau so wie in deutschland mit doppelt wasser.- meine frau,zur zeit in deutschland trinkt 50-50 plus milch dazu. ich bin auch ein vieltrinker und besonders in den philippinen trinke ich auch 50-50 aber ohne milch, da mir die fluessigkeitsaufnahme sehr wichtig ist, und ausserdem ich nicht so viel kaffee vertrage ( max 4 tassen am tag )

ich denke das nicht unbedingt nur finazielle aspekte dahinterstehn, man koennte ja auch normal dosieren und einen schluck wasser dazu trinken... ich denke auch das kaffee eine ganz andere wirkung hat bei 30 grad im schatten, und aehnlich wie bei alkohol 2 bier einen 45 kg philippino schon betrunken machen und fuer meine 90 kg kein problem darstellt.so scheint es wohl auch mit kaffee zu sein.

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hey joe

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Sonntag, 23. Januar 2011, 17:56

Nestlé und die Philippinen: Aus Sicht des schweizer Konzerns wirklich eine Erfolgsgeschichte. Selbst in den meisten Resorts und Restaurants, die ich besuchte, bekam ich auf meine Kaffeebestellung hin lediglich heißes Wasser und ein Nestlé-Tütchen gereicht, und auch meine Verwandten schwören auf "3 in 1". Ich muss zugeben, das Zeug schmeckt tatsächlich...

Mit seiner unaufhörlichen Werbepräsenz im Fernsehen schafft es Nestlé, ein positives Image von Lebensfreude und Erfolg aufzubauen. Dabei ist das Vorgehen des Konzerns alles andere als unumstritten:

http://www.ag-friedensforschung.de/regio…nen/nestle.html

Nestlé gehört zudem zu den Firmen, die weltweit mit als Erste genveränderte Lebensmittel produzierten und sich auch nicht scheuen, diese ungekennzeichnet auf den Markt zu bringen. Ich versuche daher, auf deren Produkte weitgehend zu verzichten - was mir in D auch gelingt, im Nescafé-Land Philippinen hingegen nicht (wobei ich meinen Kaffeekonsum dort allerdings stark reduziere).

http://www.theobroma-cacao.de/aktuelles/…-auf-dem-markt/

@ wbethge:

Wieder ein sehr interessanter Beitrag mit umfangreichen Informationen von Dir, vielen Dank dafür.
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betamyr

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Sonntag, 23. Januar 2011, 22:32

"Kaffee"

Also von echtem "Kaffee" kann an den meisten Ecken und Enden auf den Philippinen nicht wirklich die Rede sein; oftmals handelt es sich doch um diese 3 in 1 Brühe, die aus Pulver, Zucker, Milchpuliver, Zucker und viel Zucker besteht. Das hat mit Kaffee, wie ich ihn gerne habe, nicht viel zu tun. Aber mit Bo´s-Coffee kommt auch eine etwas "alternativere" Kaffeekultur ins Land, was ich nur befürworten kann. In Dumaguete habe ich sogar mal ein kleines Café gefunden, dass sich auch so schimpfen darf - war scheinbar ein Relikt aus spanischer Kolonialzeit in einem sog. "Spanish Heritage". Kurz gesagt: es tut sich was auf den Philippinen in Sachen Kaffee, aber nur sehr langsam...
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Matthy99

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Montag, 24. Januar 2011, 01:45

@wbethge
super beitrag - danke!
Das hat mit Kaffee, wie ich ihn gerne habe, nicht viel zu tun.
ja - dieses 3 in 1 gebräu ist auch nicht meine welt, es gibt ja auch schon "5 in1" und irgendwann wohl auch eine tüte mit "8 in 3" :D ,

da ist Bo´s-Coffee oder Starbuck schon eine wohltat, und ich geniesse dann dort beim einkaufsbummel meine kaffeepause, sitze draussen im freien und kann da zusätzlich noch "eine rauchen",
(nikotin und coffein sind zwar ungesunde "kameraden" - aber es schmeckt halt)


und damit "herr Nestle" weiter nr. 1 bleibt, trinke ich zu hause aus bequemlichkeit das braune pulver "1 in 1",
(bin auch schon ein halber Filipino und bequem geworden)
meine kaffeemaschine wird meistens nur am wochenende oder für besuch gestartet,


LG
Matthy


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1. ich habe GELD gegen ZEIT getauscht - und es geht mir gut!
2. die LIEBE und die EDV gehen manchmal seltsame Wege.
3. diese Nachricht wurde NICHT von einem I-PHONE oder GT-N7000 gesendet.

reismehl

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Montag, 24. Januar 2011, 08:15

der Titel trifft es schon ... hahaha!!!

Hallo in die freundliche Morgenrunde,

ich sitze hier gerade beim Nescafé in Belgistan. Natürlich trank in meiner Familie einst niemand Nescafé, in der HO oder im Konsum gab es auch keinen Nescafé ... höchstens im Intershop, für den die harte DM seinerzeit fehlte ... hahaha!!!

:D

Aber seit ich 1991 mal über 7 Wochen Chile und Argentinien bereiste und dort morgens immer in den Hotels Nescafé vorgesetzt bekam, trinke ich gerne Nescafé. Er weckt mich nicht nur auf, sondern er erinnert mich an beste Urlaubszeiten. Mittlerweile weniger Chile und Argentinien, dafür mehr an die Aufenthalte in den Philippinen!

;)

wbethge hat hier mal wieder einen fundierten und zugleich köstlich zu lesenden Threaderöffnungsbeitrag eingestellt. Dafür zolle ich ihm hier Dank und Anerkennung von meiner Seite, denn ich schätze solche bewußt in die Geschichte ausholenden Darlegungen sehr. Ich denke aber, daß Slumbewohner keine Pesos für Kaffee erübrigen werden, sondern dieses "edle Getränk" eher den zumindest über etwas Kaufkraft verfügenden Bevölkerungsteilen vorbehalten ist, die sich beim Essen mal etwas Luxus gönnen können. In tiefster Provinz in Mindanao wurde eigentlich nur Buko und Wasser getrunken, abgesehen von Tuba und Tanduay bei Festlichkeiten. Da war SMB schon absoluter Luxus! Und Nescafé? Als Langnasen-Getränk blieb mir der Nescafé vorbehalten, den meine damalige Herzdame extra für mich mitgebracht hatte. Der special guest sollte bitte auf nichts verzichten müssen!

:thumb

Tee ist bis auf Icetea wenig verbreitet, nach meinen Beobachtungen in den Visayas. Was im benachbarten Malaysia wieder ganz anders aussieht, eben britische Tea-Tradition! Die Spanier hielten es nicht mit Tee, die Amis scheinen sich auch nicht sonderlich daran aufzuhalten ... so daß die Filipinos da nichts von mitbekommen haben. "Und was der Bauer nicht kennt, das ißt er auch nicht", wie meine Vorfahren zu sagen pflegten.

;)

Viele Grüße aus dem recht kühlen Belgistan,

:cold

Reismehl
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:thumb "Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht." (Bertolt Brecht) :thumb

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Freitag, 3. August 2012, 04:31

Civet Kaffee

Wer die nächste Zeit in Makati weilt, hier gibts Civet Kaffee im Sonderangebot

http://www.ensogo.com.ph/bpidealmania/mt…t-07302012.html

hegauner25

HelgeK

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Freitag, 3. August 2012, 06:07

Die Kaffeegewohnheiten meiner besseren Hälfte und meinereiner könnten nicht unterschiedlicher sein. Kristine kommt nicht in den Tag ohne Nescafe, gelöst in einem Mix aus Zucker, Milch und Wasser. Ich bevorzugen einen handwerklich hergestellten Cappuccino - frische Bohnen vom Röster aus der Nachbarschaft, frisch gemahlen, in einer Bialetti Brikka zubereitet, dazu aufgeschäumte Milch.

Eigenartigerweise findet sie meinen Cappu, den sie morgens verschmäht X( , abends plötzlich lecker ?( (Frauen... :dontknow )

mytilus

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Freitag, 3. August 2012, 18:28

Und im Raum Puerto Galera läuft seit einigen Monaten ein aus Belgien stammender Kaffeevertreter rum, der behauptet, nur 100 % Arabica sei gut, all sein Arabica-Bohnenzeugs sei high end Kaffeegenuss. Sein Zeugs ist richtig fies teuer, und wundersamerweise hat der deutsche Lidl für einen Bruchteil des Preises auch 100 % Arabica.

Nescafe ist für mich eine Notlösung in Mangelländern wie übrigens auch Österreich. Kaffee ist für mich ein Pott mit Henkel dran, kein Tässchen, und in Kaffee gehört nur Wasser und eben Kaffee. Wenn ich im Pott den Boden sehe - zurück mit der Plörre. Milch und Zucker rein - bäh! Und für Notfälle bei uneinsichtigen Gastronomen habe ich eigentlich weltweit immer ein Glas Nescafe dabei, um unvermeidliches Plörrezeug trinkbar zu machen. In meiner ägyptischen Fast-Zweitheimat steht meine eigene Kaffeemaschine, Filter und Kaffee bringe ich mit.

HelgeK

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Freitag, 3. August 2012, 18:51

Und im Raum Puerto Galera läuft seit einigen Monaten ein aus Belgien stammender Kaffeevertreter rum, der behauptet, nur 100 % Arabica sei gut

Eine Aussage, die IMHO etwa so sinnvoll ist, wie Weißwein=GUT und Rotwein=SCHLECHT :blöd