Schengenvisum (1)

  • Was ist zu beachten, wenn man ein Schengenvisum beantragen möchte?

    1 ) Generelles


    Ein Schengenvisum ist eine Aufenthaltserlaubnis, die die Auslandsvertretungen (AVen) für einen kurzfristigen Aufenthalt bis zu 3 Monaten ausstellen. Alle Visa, die für länger als 3 Monate beantragt werden, sind Visa, die von den einzelnen Staaten als nationales Visum ausgestellt werden. Diese Unterteilung wurde irgendwann mal recht willkürlich gemacht: Alle Visa bis zu 3 Monate werden als Schengenvisum (Typ C ) ausgestellt und längerfristige Visa werden als nationales Visum Typ D ausgestellt. Interessanterweise haben die Typ D Visa auch zunächst eine Gültigkeit von 3 Monaten, die längere Gültigkeit kann erst nach Einreise von der lokalen ABH (Ausländerbehörde) erteilt werden. In der Zwischenzeit berechtigen aber auch die Typ D Visa, sich damit frei im Schengen Raum zu bewegen.


    Zum Schengenvisum:
    Ein Schengenvisum ist ein Kurzzeitvisum, das für einen bestimmtem Zweck beantragt wird. Üblicherweise ist das Tourismus, Besuch bei Freund, Besuch bei Verwandten, Geschäftsreise. Dieser Zweck ist nicht vorgeschrieben oder festgelegt. Eine Einreise für 3 Monate zur „medizinischen Behandlung“ oder „Mitarbeit bei Messausstellung“ sind durchaus legitime Zwecke, Wie man sieht, ist auch eine Arbeit möglich, denn bei Messeausstellungen wird der Antragsteller ja arbeiten. Wenngleich der Arbeitgeber dann im Ausland ist. Ein Zweck „Heirat in Deutschand “ wäre auch ein legitimer Zweck, sogar der Zweck „Heirat in Dänemark“ ist rechtlich in Ordnung. Es muss dann aber nachgewiesen werden, dass man die weitaus längste Zeit in Deutschland verbringt. Das grösste Unterscheidungsmerkmal zum Typ D Visum ist, dass bei einem SchengenVisum von vornherein klar sein muss, dass der Antragsteller (=AS) vor Ende der Gültigkeit des Visums Deutschland wieder verlässt.


    Daher messen die AVen dem Nachweis der Rückkehrwilligkeit bei der Visumsvergabe eine besondere Bedeutung zu. Antragsteller, die nun von sich aus wohlsituiert sind, haben damit in der Regel auch kein Problem. Schwierig wird es immer dann, wenn der AS von sich
    aus die Reise im Prinzip garnicht leisten kann und dann jemand anders, in der Regel ein deutscher Staatsbürger oder eine juristische Person (Firma), für den Aufenthalt bürgen muss. Auch wenn für diesen Antragsteller eine solche Bürgschaft (=Verpflichtungserklärung = VE) vorgelegt wird, ist dies noch kein Garant dafür, dass ein Visum erteilt wird. Diese VE gleicht nur das Manko aus, dass der Antragsteller eben keine eigene „Reisekasse“ hat. Jedoch wird sich die AV dann gründlich die sonstigen Lebenumstände des AS ansehen und prüfen, ob dieser genug Anreiz hat, vor Ende der Gültigkeit des Visums wieder ins Heimatland zurückzukehren.


    2 ) Beantragung des Schengenvisum


    Auf die formalen Dinge, welche Papiere vorzulegen sind, möchte ich hier nicht eingehen. Die sind öfters Änderungen unterworfen, daher sollte man die aktuellen geforderten Papiere von der Homepage der Botschaft abrufen. Der Fokus in diesem Dokument liegt auf der deutschen Botschaft Manila (=DBM). Die DBM verlangt grundsätzliche die persönliche Vorsprache bei Beantragung des Schengenviusm. (EinzigeAusnahme ist der ausländische Ehepartner eines Ehepaares, das seinen Wohnsitz auf den Philippinen hat . Dann kann auch per Post eine Beantragung erfolgen). Der beantragte Zweck des Visums sollte der tatsächlichen Absicht entsprechen! Die gängige Meinung, ich bring die Freundin erst mal nach Deutschland mit dem Zweck „Besuch bei Freund in Deutschland“ und dann heiraten wir schnell, ist definitiv eine Falschangabe bei Antragstellung des Visums und dies kann später zu erheblichen Problemen führen. Auch Abschiebungen in solchen Fällen sind schon öfters richterlich als in Ordnung entschieden worden. Zudem ist dies ein Katz und Maus Spiel.. Missbrauch eines Schengenvisums führt zu mehr Misstrauen bei den AVen und somit zu mehr Ablehnungen.


    Stand 04.2013 (V2.2)

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