Tomaten pflanzen auf den Phil. Erfahrungsaustausch über Sorten und Kultur

  • Hallo liebe Gartenfreunde!


    Als ich das erste Mal auf den Philippinen war, habe ich voller Überzeugung das es auch so gut schmeckt wie alles andere im Land,mir einen Tomatensalat bestellt.
    Die Enttäuschung war groß! Und auch die Tamotan,die ich auf dem Markt in Dumaguete manchmal kaufen kann,sind zwar klein, aber schmecken leider nach nichts.


    Gibt es denn Sorten die auf den Philippinen gedeien und auch süß und schmackhaft sind?
    Gibt es hier Expats die Tomaten anbauen und Erfahrungen haben?


    Da ich das Gärtnern liebe, würde ich mich über Erfahrungsaustausch und Tipps hier unter den Membernfreuen


    Liebe Grüße Euer Hundertfeuer.

    "Kung gusto mong igalang ka, matuto kang gumalang muna"


    "Wenn du respektiert werden willst, lerne zuerst andere zu respekteren"

  • Wir hatten in der Vergangenheit Tomaten gepflanzt, auch kommerziell. Es gab bei unserer Ankunft eigentlich nur 3 Sorten: Marikit, eine kleine runde Tomate, war überwiegend für den Iloilo Markt und Pope sowie German Pope. Die German Pope war leicht oval und größer als die Pope und war sehr gut. Die Pope war länglich wie die italienischen Tomaten, und sehr süss. Marikit war zurückhaltener im Geschmack aber auch gut. Anfang der 90er Jahre kam dann eine kommerzielle Tomate auf den Markt. Länglich wie die Pope aber ohne Geschmack, dafür sehr gute Ernte. Nannte sich BSRI oder so ähnlich. Diese Tomate taugt eigentlich nur zur Ketchup Herstellung. Innerhalb von 2-3 Jahren waren die geschmacklich besseren Sorten so gut wie vom Markt.


    Versuche einfach mal in einem Agri Supply eine dieser alten Sorten zu finden, die man danach selbst sortenrein aus den gernteten Samen ziehen kann, da es keine F11 Hybriden sind. Oder schau mal nach Pope oder German Pope auf dem Markt und lass sie ausreifen und zieh dir deine eigenen Pflanzen. Kann durschaus sein, dass einige Hinterhofgärtner noch die alten Sorten haben.

  • Ich bin nun wirklich kein Gärtner aber ich habe schon des öfteren Samen für Tomaten und Salat vom Baumarkt mitgebracht und einfach in Blumentöpfe eingepflanzt.
    Gibt zwar pro Topf nur einen Kopf Salat aber der ist durchaus lecker. Und die Tomaten wachsen auch gut und schmecken natürlich viel besser als die auf dem phil. Markt.
    Wenn ich ein Stück brauchbares Land hätte würde ich noch viel mehr ausprobieren, einfach nur zum Spaß und für den Eigenbedarf.


    LG, Pongo

  • Ich hab ca. 10 verschiedene Tomaten Sorten aus Deutschland mitgenommen. Im Topf angebaut, sind auch gut gewachsen...


    ABER: nachdem es keine Bienen gibt (Dumaguete), sind aus der üppigen Blütenpracht kaum Tomaten entstanden.
    Die (zwei) lokalen Tomatensorten (und auch das ganze andere Gemüse) sind alles Selbstbestäuber. Sorten aus Europa sind alle auf die Bestäubung durch Bienen/Hummeln angewiesen.

  • Leider habe ich diesen Thread erst spät entdeckt.


    Dazu hätte ich einiges zu berichten insbesondere in Bezug zu den Philipinen.


    Vorweg:

    Vor etwa 20 Jahren gingen mir sämtliche Tomaten die man so kaufen konnte, überwiegend holländische ( ich nannte sie verächtlich "Rote Wassertanks" ) oder geiches aus Spanien (Almeria) , den spansch heißt nicht gleich spanisch, sondern auch die Holländer waren dazu übergegangen riesige Tomatenplantagen unter Glas bzw Folie in Spanen anzubauen und schon hatten die holländischen Tomaten einen spanischen Pass und waren genauso miserabel.


    Ich begann nun das net zu durchforsten auf der Suche nach alten Sorten. Vorrangig waren mir nicht Schönheit, Form, Aussehen, Extravaganz, sondern ausschließlich GESCHMACK .


    So sammelte ich etwa 20- 30 verschiedene Sorten ein und sääte diese dann im nächsten Frühjahr aus.


    Das ganze mußte defisil und genauestens gehandhabt werden, wollte ich später wissen was für eine Tomate das am Busch ist, wie sie heißt, woher ich sie bezogen hatte.

    Die einzelnen Sorten wurden durchnummeriert , eine genaue Liste erstellt auf der alle wichtigen Daten

    vermerkt waren. Und dann vor allem bei der Aussat stets sofort die Aussaatschale richtig beschriften, mit

    der korrekten Nummer bestücken.




    Dann, nachdem die Saat aufging durfte Pikiert, sprich vereinzelt werden und in Anzuchttöpfe gesetzt werden, alles imm sehr genau, damit ich auch hinterher nachvollziehen kann was für eine Sorte es denn ist.



    Mit einer größe von etwa 20 cm und nach Ende der Eisheiligen wurden wie im Garten und den vorbereiteten Boden eingepflanzt, gehegt, gepflegt bis dann die Ernte begann.


    Inzwischen hatte sich rumgesprochen was ich neuerdings so treibe . Als ich dann zur Ernte eine Tomatenprobe und Verkostung durchführte ( ganz ähnlich einer großen Weinprobe ) erschienen nicht nur 5 Leutchen sondern zu meiner Überraschung etwa 30 Personen, die am Ende alle begeistert waren.





    Als ich dann meine Kleine von den Philipinen kennenlernte war sie begeistert !


    Wenn ihr wünscht, setze ich die "Tomaten-Episode " fort und wie es auf den Philipnen weiterging.

  • Beeindruckend die Bilder. Hier bei mir - PH - wachsen die Tomaten ganzjährig, und wie Unkraut. Bin auch ein großer Fan von denen, man kann sie statt Wasser zu trinken bei der Gartenarbeit einfach so pflücken und essen, sie bestehen ja praktisch nur aus Wasser, sind sehr lecker und viraminreich. Meine wachsen schnell, bringen Früchte und gehen wieder so nach vier, fünf Wochen ein, danach kommt die nächste Ladung. Habe aber leider keine Fotos von ihnen.

    Jeder Mensch hat zwei Leben. Das zweite beginnt in dem Augenblick, in dem dir bewusst wird, dass du nur e i n Leben hast.

  • Fortsetzung 1


    Natürlich war ich nach dem 1. Tomaten-Pflanzversuch und der großen Sortenvielfalt unheimlich gespannt wie sie schmecken werden, denn schließlich war das einzige Kriterium bei der Auswahl ein " Vorzüglicher intensiver Geschmack ".


    Schon beim heranwachsen unterschieden sich die alten nicht mehr frei erhältlichen Sorten tw schon erheblich alleine vom Blattwerk. Nicht mehr frei erhältlich besagt, daß nach der Saatschutzverordnung nur bestimmtes Saatgut in den Verkauf gelangen darf. Und das sind zumeist heute Hybrid-Sorten und auch oft genverändert, sprich modernem Anbau und dem Ertrag angepasst für mich "rote Wasserbehälter" die nach nichts mehr schmecken, vor allem nicht nach Tomate.


    So bezog ich mein Saatgut überwiegend von VEN , einem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V.

    https://www.nutzpflanzenvielfalt.de/saatgutliste

    und bekam dort Kontakt zu vielen passionierten Tomaten-Experten.


    Schon das beobachten in jeder Wachstumsphase machte viel Freude und zu sehen wie die ersten Früchte gedeihen, wachsen und wachsen. Als dann alle Sorten soweit gereift waren kam es nach gelegentlichem kosten zur eigentlichen Gegenüberstellung . Dazu hatte ich einige Freunde eingeladen und ihnen erklärt

    daß ich beabsichtige eine große Verkostung wie bei einer angesagten Weinprobe machen zu wollen.

    Mein Ansinnen fand Anklang und zu einer handvoll Freunden kamen immer mehr die so etwas ungewöhnliches wie eine "Tomastenverkostung" auch mal erleben wollten. und im nu waren es 4 Bierzeltgarnituren für die große Teilnehmerschar die sich angesagt hatte.


    Dazu stellte ich 2 Tische zur Präsentation der Tomaten auf, alle separat in einem Körbchen, jedes Körbchen mit Nummer und Tomatensorte versehen. Zudem hatte jeder Teilnehmer einen "Bewertungsbogen" in dem er seine Beurteilung jeder einzelnen Tomate dokumentieren konnte.



    Auf dem Tisch selbst gab es nur geschmacksneutrales Weißbrot , sowie Salz und Pfeffermühlen

    sowie Olivenöl .



    Zu jeder Tomate gab es eine Kurzbeschreibung durch mich und dann durfte verkostet werden. Es war amüsant anzusehen wie sich lebhafte Gespräche schon nach einigen Sorten ergaben

    und die Begeisterung sollte weiter ansteigen. Mit der Zeit schien jeder mehr und mehr zum

    "Tomaten - Geschmacksexperten" zu reifen.


    Tomaten säen 7.jpgTomaten säen 8.jpg



    Tomaten säen 11.jpgTomaten säen 9.jpg


    usw

    Gewinner nach der Auswertung war eine der letzten Tomatensorte, sieh sah unscheinbar aus, keine Schönheit , rostbraune Farbe .... die meisten hatten schon ihr Urteil gefasst. Da kam plötzlich wieder

    etwas Ruhe auf und einer sagte zum anderen : probier mal ! Und plötzlich stand der Gewinner fest.

    Es war eine " Brown 84 " eine große rostbraune, unscheinbare Tomate die alle Augen strahlen ließ.

    Im Supermarkt ausgelegt wohl eine der Sorten auf die seltener zugegriffen würde .


    Am Ende gab es ein geselliges Zusammensein indem sich alle begeistert zeigten und vor allem

    eines wollten :


    "Nächstes Jahr will ich auch Tomatenpflanzen von dir !"



    und bald gehts weiter.....

  • derbayerx


    Ich bin begeistert von der Idee sowie Deinen Fotos! Vor allem von dem Foto mit den vielen verschiedenen Sorten. :thumb


    Bitte verzeihe wenn ich etwas ueberlesen habe aber fanden die Verkoestigungen in Deutschland oder auf den Philippinen statt?



    LG Carabao

  • Gerne doch !

    Das war hier in D.

    Doch Bilder davon begeisterten " meine Kleine " dermaßen, daß sie mich sofort bat, ihr Tomatensamen zuzusenden und um " weitere Instructions " :clapping:thumb:clapping. So, insbesondere ein Tomatenhaus zu bauen,

    da die oftmaligen Regenschauer den Tomaten weniger gut tuen... also wurde geplant.... dazu später mehr .

  • Der Bruder meiner Holden hatte auf unserem Grundstück wilde Tomaten entdeckt. Ob diese nun tatsächlich zuvor in der Gegend wild wuchsen oder nur einem der Bauleute aus seiner Brotbox "entwischten" lässt sich nicht klären. Aber die Tatsache, daß auch an verschiedenen anderen Stellen einige Tomatensträucher wild wachsen, lässt ihn vermuten, dass diese dort schon länger wachsen. Inzwischen hat er sie auf unserem Balkon unter der Überdachung kultiviert. Sie sind nicht so groß und etwas pflaumenförmig. Er nutzt sie in der Küche und als Snack zwischendurch.


    Was ich mich frage: Sind die alten Sorten alle in Bezug auf die Fäule empfindlich oder gibt es da auch "resistente" Sorten?


    Wie ist denn das auf den Philippinen? Muss man sich dort um die Fäule kümmern und die Tomaten unter ein Dach packen?

  • Wenn ihr wünscht, setze ich die "Tomaten-Episode " fort und wie es auf den Philipnen weiterging.

    Sehr geehrter Herr derbayerx,


    ich habe beinahe alle Sorten von "Gaertner Poetschke" im Laufe der Jahre auf den Phillis ausprobiert.

    Mit Regenschutz, nur mit Regenwasser bewaessert und jedes Pflaenzchen mit viel Liebe Grossgezogen.


    Die Ausbeute war immer sehr gering, hat grad fuer ein paar Bissen gereicht und der Geschmack war nie so dass ich weiter motiviert gewesen waere die Versuchsreihe fortzusetzen. Die Schuld am schlechten Resultat schiebe ich dann immer auf die salzhaltige Luft durch die Gischt des Pazific

    Nun, nach diesen Bildern von deinen Tomaten bin ich in Hab Acht Stellung.


    Bin gespannt wie eine Gummisau auf jeden weiteren Bericht, speziell deine Erfahrungen auf den Phillis.

    Uebrigens auch an alle anderen Gaertner: Gewuerze wie Dill, Rosmarin usw. und alle Arten von Gemuesen.

    Nichts willl wirklich gelingen obwohl Leute behaupten ich haette einen gruenen Daumen.

    Meinen Blumenkohl werde ich wohl demnaechst im Kuehlraum anbauen - Versuchsweise :clapping

  • Der Bruder meiner Holden hatte auf unserem Grundstück wilde Tomaten entdeckt. Ob diese nun tatsächlich zuvor in der Gegend wild wuchsen oder nur einem der Bauleute aus seiner Brotbox "entwischten" lässt sich nicht klären. Aber die Tatsache, daß auch an verschiedenen anderen Stellen einige Tomatensträucher wild wachsen, lässt ihn vermuten, dass diese dort schon länger wachsen. Inzwischen hat er sie auf unserem Balkon unter der Überdachung kultiviert. Sie sind nicht so groß und etwas pflaumenförmig. Er nutzt sie in der Küche und als Snack zwischendurch.


    Was ich mich frage: Sind die alten Sorten alle in Bezug auf die Fäule empfindlich oder gibt es da auch "resistente" Sorten?


    Wie ist denn das auf den Philippinen? Muss man sich dort um die Fäule kümmern und die Tomaten unter ein Dach packen?

    Keine nicht allzu einfache Fragen.


    a. Die alten Sorten sind in der Regel viel, viel resistenter gegen alles mögliche: sowohl gegen Blattkrankheiten, Mehltau, "Rost" bzw Braunfäule.


    b. da es auf den Philipinen ( zumindest in der Gegend "meiner Kleinen " >Camarines Sur< sehr oft auch außerhalb der Regenzeit zu Schauern kommt, ist es dringendst angeraten Tomaten nur "unter Dach" anzubauen. Selbst den robusteren alten Sorten , die schon mal einen Schauer vertragen ist das auf den Philipinen zuviel . Deshalb : auf jeden Fall unter ein Dach !!! Drei Ausrufezeichen .

    Denn ansonsten geht es euch so, wie schon ein Vorschreiber hier schrieb:

    nach 6 Wochen gibt die Pflanze ihren Geist auf und verrottet.

  • Ich wußte genau um die von dir geschilderten Umstände.

    Und habe deshalb nach einem unvorbereitetem "Schnellchuß" meiner kleinen erkannt : so wird das nix.

    Wie ihr im weiteren Fortlauf sehen werdet, habe ich ihr sehr , sehr detailierte und ausführliche Anweisungen gegeben, Step bei Step und diese auch durch live Video-calls begleitet und ständig überprüft. Denn mir war die " hoppla hopp -Mentalität " und das dauernde schnelle " yey, yes, yes , done ! " sehr wohl bekannt.

    Ist halt doch ein Unterschied ob ein Phillipino sagt done oder eben unsereins :floet

  • Hier ein Bild der "Findelkind-Tomaten" unseres Grundstücks. Wie gesagt, keine Ahnung ob von der Sorte Brotdosusheraufallinsia oder woher auch immer.

    Reife Tomaten waren gerade keine mehr dran.


    118612272_3185254594876756_2822984728843421972_n.jpg?_nc_cat=101&_nc_sid=8bfeb9&_nc_ohc=Nl90NBHM0q0AX8ZPKsE&_nc_ht=scontent-dus1-1.xx&oh=de33ae45271e769eb5a21ca6c105f3c4&oe=5F790371

  • Hier ein Bild der "Findelkind-Tomaten" unseres Grundstücks. Wie gesagt, keine Ahnung ob von der Sorte Brotdosusheraufallinsia oder woher auch immer.

    Reife Tomaten waren gerade keine mehr dran.


    118612272_3185254594876756_2822984728843421972_n.jpg?_nc_cat=101&_nc_sid=8bfeb9&_nc_ohc=Nl90NBHM0q0AX8ZPKsE&_nc_ht=scontent-dus1-1.xx&oh=de33ae45271e769eb5a21ca6c105f3c4&oe=5F790371

    Sehen doch gut aus !


    Die braunen Ränder an einigen Blättern oben, deute ich als "Trockenheitsränder" einmal zuwenig gegossen, und schon kann dies die Auswirkung sein.


    Ein Tip :

    Jeder hat diese 1, 5 ltr Plastic-Pet Flaschen im Hause. Diese lassen sich hervorragend als Wasserreserve verwenden ! Nach dem gießen eine gefüllte Flasche umgekehrt in den Boden stecken.

    Der Boden nimm sich dann nur das aus der Flasche um feucht zu bleiben.

    Eine aufschraubbare Spitze mit einigen Löchern drin gibts zu kaufen (oder selberbasteln)

    das ganze sieht dann so aus :








    (Ist auch eine probates Mittel für Zimmerpflanzen, wenn man mal kurz verreist)

  • derbayerx

    Da haben wir ja ein gemeinsames Hobby :D

    Die Schwarze Russische baue ich schon seit vielen Jahren an, unübertroffen für eine leckere Caprese. Ähnlich gut ist die Cherokee Purple.

    Für diese Saison hatte ich mir wieder ein paar neue Sorten bestellt. Absoluter Testsieger ist die Lucky Tiger. Würzig, süss, fruchtig, ist grün-gelb-rot-braun gestreift, 20-30g schwer. Davon brauche ich nächstes Jahr definitiv mehr.

    Neue Sorten bestelle ich mir bei http://www.irinas-tomaten.de


    Resistente Sorten sind in der Regel Neuzüchtungen, leider bei weitem nicht so aromatisch wie die alten, samenfesten Sorten.

    Gegen die Kraut und Braunfäule spritze ich ein Mittel der Firma Neudorff, Gemüse und Rosen pilzfrei. Wartezeit nur 3 Tage.

    Güte ist ein Bumerang

  • Sorten aus Europa sind alle auf die Bestäubung durch Bienen/Hummeln angewiesen.

    Das kenne ich anders. Einmal am Tag die Pflanzen schütteln sollte genügen. Manche nehmen sogar eine alte elektrische Zahnbürste. Denke mit einem "ausgedienten" Vibrator sollte es auch gehen. :D


    https://www.youtube.com/result…%C3%BCrste+best%C3%A4uben


    Ich habe auch 15 Pflanzen im Garten. Die aus der Tüte vom Baumarkt sind bei mir alle nicht gross geworden. Meine Frau hat dieses Jahr welche von einer Arbeitskollegin mitgebracht, die sind alle super gewachsen.


    Ich hatte mich öfters schon geäussert, warum die unsere Leute in den Phils nicht vermehrt selber Gemüse anbauen. Viele haben ohnehin nix zu tun und das wäre eine sinnvolle Beschäftigung, anstatt den ganzen Tag in die Glotze zu schauen. Platz wäre auch vorhanden.


    tbs

    "Mit dem Wissen wächst der Zweifel", Johann Wolfgang von Goethe

    "Ich habe riesige Zweifel", tbs


    Ihnen ist der Erhalt der Community wichtig, dann können Sie das Forum über eine Spende unterstützen.


    Diskussionen zu meinen Beiträgen sind explizit gewünscht........

  • Fortsetzung 2



    Um für das nächste Jahr ausreichend Tomaten Samen zu haben, galt es

    ausreichend Samen der einzelnen Sorten zu generieren.


    Nur wie ?

    Dazu gibt es im Internet und von Züchtern ausreichend Hinweise, wie man das machen solle, teilweise arbeitsaufwändig und difizil zu händeln. Das muß einfacher gehen dachte ich mir und kam auf eine simple und ganz ganz einfache Idee:





    Man nehme ein Küchenkrepp Papiertuch,

    beschrifte es mit der Tomatensorte, Eigenschaften, Farbe, Jahr, Listennummer

    ein möglichst großes, schönes oder typisches Exemplar der Tomate aufschneiden

    die Samenkörner aus der Tomate auf dem Papiertuch verteilen

    trocknen lassen

    in ein beschriftetes Briefkuvert geben

    und die gesammelte Samenvielfalt an einem trockenen Ort aufbewahren.


    Einfacher geht es nicht eigenen Tomatensamen zu generieren!


    Und noch etwas : das funktioniert auch, wenn du irgendwo im Urlaub, auf Reisen bist

    in einem Restaurant, oder auf einem Markt eine extra gute Tomate serviert bekommst:

    Den Samen auf eine Papierserviete, auf ein Papiertaschentuch und schon hat man

    ausgezeichneten Samen für nächstes Jahr und eine Urlaubserinnerung dazu.

    ------------------


    Im Februar / Anfang März des Jahres krame ich meist meinen Tomatensamen hervor

    Fülle Schalen mit Anzuchterde , dann schneide ich mir ein Stück vom Samenapier

    ab, lege es auf die Anzuchterde, noch ein wenig mit Erde bedecken, gießen und an einem

    warmen und sonnigen Ort ( bei mir ist das das Fensterbrett mit der Heizung darunter).







    Haben die Sämlinge eine Höhe von etwa 5,6 cm erreicht, werden sie pikiert, sprich vereinzelt.

    Dafür kann man sie in spezielle Anzuchtkästen setzen



    oder aber gleich in kleine 10 er Töpfchen .



    Das wichtigste dabei ist stets große Sorgfalt:

    sprich SOFORT mit Namenschild oder Nummer versehen denn sonst verlierst du den Überblick,

    was wo im Töpfchen ist.

    Diese Töpfchen dann an einen warmen lichtigen Ort stellen.

    Vorteilhaft wäre ein kleines Gewächshaus oder du belegst alle zur Verfügung stehenden Fensterbretter des Hauses .....

    Auf den Philipinen natürlich kein Problem dies auch draußen zu tun.


    Während die Pflänzchen wachsen und gedeihen kannst du dich mit dem Boden am

    zukünftigen Pflanzort beschäftigen:

    den Boden gut und mindestens eine Spatenlänge tief umgraben. Ruhen lassen.

    Dann zur Bodenverbesserung Hornspähne, Mist oder Komposterde, ein wenig Stickstoffdünger unterarbeiten. Auf den Philipinen eignen sich auch gut Coconut

    Fasern oder Granulat.


    Hier in D wäre darauf zu achten daß keine Nachtfröste mehr kommen, also nach den Eisheiligen ( entfällt natürlich auf den Phils ) die vorgezogenen Pflanzen zu setzen.


    Auch dabei gilt :

    Nach deiner Tomatenliste



    sofort ein Namens/Sortenschildchen am Tomatenstock befestigen.

    Einmal versäumt blickst du nicht mehr durch.


    Die Jungpflänzchen mit einem Bambusstäbchen stabilisieren und anbinden, nicht daß sie vom ersten Lüftchen umgeknickt werden. Später wird dann mit langen Metallstäben oder mit Bambusstangen für den notwendigen Halt gesorgt.

  • Fortsetzung 3


    Meine Freundin auf den Phils war hellauf begeistert und angetan von meinenTomaten,

    von den Videos der Tomatenverprobung und der großen Vielfalt

    an Farben und Formen. Also ging schnell ein Express- Kuvert mit Tomatensamen

    auf die Reise nach den Philipinen.


    Ich traute meiner Kleinen als Tochter eines Farmers zu, daß sie das schon händeln

    könne und ließ sie nach eigenem Gutdünken gewähren.

    Nach einem völlig misslungenen 1. Versuch in Eigenregie wurde mir schnell das

    euphorische aber dann leichtfertige und unüberlegte, gedankenlose tun,

    das so vielen Filipinos nachgesagt wird, die läppische Art klar und klarer....

    Der 1. Start mußte scheitern !


    Ich beschäftigte mich nervenschonend nicht weiter damit,

    sondern ging mit „deutscher Gründlichkeit zu Werke“ . Ein Plan mußte her, alles genau durchdacht,

    jeder einzelne Schritt, jeder Step wurde in Form einer To-Do Liste zu Papier gebracht, während bereits

    neuer Tomatensamen auf der Reise war.


    Die dortigen philip. Wetterbedingungen mit oftmaligen Regenschauern,

    auch in der warmen Jehreszeit, waren mir nun bekannt :


    Das ist Gift für Tomaten !


    Nur eine Folie darüber spannen , untauglich, sie würde ständig davongeweht oder nicht halten.


    Ein Tomatenhaus muß her !


    Ja, machen wir, sagte meine Kleine !

    Was dort dabei unter Mithilfe fleißiger Nachbarn herauskommen würde war mir schon klar,

    wohl etwas in dieser Richtung:




    Nein , nein !

    Entweder richtig oder gar nicht und gab ihr zu verstehen, daß sie gar nicht erst die

    „fleißigen Nachbarn“ mit dem Bau des Tomatenhauses zu beauftragen habe. Ich hatte

    mir schon längst ein Plänchen dafür gemacht.

    Zur Veranschaulichung sogar ein kleines Modell gebaut.

    Denn Filipinos etwas zu erklären und ihre Sicht es zu verstehen ist so eine Sache...





    Mit einem einem Dach aus kräftigem PVC / gewelltem -PVC statt irgendeiner Folie.

    Und die Seiten mit kräftiger "Gitterfolie" oder dgl zu bespannen.




    In der dreitiligen Front sollte in der Mitte eine Zugangstüre sein.



    Dazu dann eine Material-Einkaufsliste erstellt und „Madams“ Aufgabe bestand nun

    darin Angebote einzuholen und nicht wie sie sich vorstellte, das Modell dem lieben guten Nachbarn zeigen, der dann loszieht, sich irgendwelches Zeugs zusammenklaubt

    und dann „seine Materialkosten“ in Rechnung stellt.

    Nicht mit mir, dazu sind mir asiatische Gepflogenheiten in der Richtung zu geläufig.


    Mit meiner Kleinen hatte ich inzwischen „live Video Call - Gartenbegehungen „ gemacht, denn es stellte sich die Frage des besten Standortes für das Tomatenhauses.

    Tomaten lieben Licht ! Sie brauchen nicht unbedingt Sonne schon gar nicht viel Sonne

    oder gar zuviel. Tomaten nützen nur ein kleines Spectrum der Sonnenstrahlen, des Lichts, lieben Wärme aber nicht extrem. So fanden wir einen guten Standort für das Tomatenhaus im Gartenarreal.


    Während Madame mit der Einholung von Kostenvoranschlägen für das Material beschäftigt war, hatte ich darauf gedrungen, daß dieser Gartenbereich gründlich

    hergerichtet, gereinigt, gerecht und von Bewuchs, Unkraut befreit wird. Eine ältere Nachbarin tat dies mit Hingabe, wohl um die Arbeit etwas zu strecken und etwas länger unter Beschäftigung zu stehen.

    Die paar Pesos waren ihr sehr vergönnt.