Postfinance macht Probleme


  • PostFinance Schweiz - UNGLAUBLICH

    Gestern hatte ich wieder einmal Post (Papierpost) von der PostFinance erhalten. Seit Ende Dezember 2018 senden sie nichts mehr an meine Adresse in der Schweiz, sondern direkt hierher auf die kleine Insel.

    10 Jahre lang sandten sie alle Post zu meinem Freund in der Schweiz, welcher die Briefe scannte und mir zustellte. Mein Freund hat eine Vollmacht dazu. Normalerweise erhielt ich die Post so 2 bis 3 Tage nach Versand. Das war für die Post billig und für mich sehr schnell.

    Jetzt kostet das die Post recht viel mehr und ich warte rund 3-4 Wochen auf ihre Briefe.

    Das nennt man Fortschritt. Ich denke da muss ein Heer von PriceWaterhouseCoopers oder McKinsey Beratern dahinter stecken.


    Der grosse Hammer: Meine Kreditkarten sind wieder gültig :mauer

    Im November hatten die Postbeamten noch geschrieben, dass ich von ihnen keine Kreditkarte mehr haben darf (siehe Posting #17) und nun darf ich plötzlich wieder.

    Im Brief von gestern schreiben sie über neue TNB (Teilnahmebedingungen). Ich habe eher das Gefühl, dass sie die Kunden und damit das Geld davon schwimmen sahen. Die TNB sind ein copy/paste von den alten Verträgen.


    Und, oh ja, die neuen TNB gelten ab 1. April 2019. Wenn das nur gut geht. :tease

    Falls jemand es wünscht, kann ich den Brief scannen und hier einstellen.


    Wenn man bedenkt, dass drei PostFinance Angestellte seit August 2018 hinter mir her waren. Dass sie unzählige Briefe und Mails mit Ansprüchen, Formularen, Kündigungen und Drohungen versandt hatten, um nun schlicht beim Status-Quo zu landen ???


    Da liebe ich gerade PHLpost. Der Postbote kommt einmal in der Woche, meistens am Sonntag, Läutet am Gate (zweimal ;) ) und übergibt mir die aufgestaute Post.


    Fazit: 1. und 3. Welt lernen voneinander. Frage: Wer lernt mehr von wem?


    Ich wünsche euch einen schönen Abend.

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  • Das Problem ist seit bald zehn Jahren ungelöst. Die Auslandschweizer sind seit der Finanzkrise 2008 und den massiven Umwälzungen im Bankenwesen auf Druck der USA von immer mehr Regulierungen im Finanzsektor betroffen. Diese führten bei den Banken zu höheren Kosten, die den ausländischen Kunden direkt belastet werden. Betroffen davon sind auch die Auslandschweizer. Das Fazit einer Umfrage der Auslandschweizer-Organisation (ASO) unter den Banken fiel bereits Ende 2016 ernüchternd aus: Für Auslandschweizer werde es immer schwieriger, in der Schweiz ein Konto zu eröffnen oder ein solches zu behalten. Die Banken behandelten sie als Ausländer. Für anhaltenden Ärger sorgten auch deutlich erhöhte Kontogebühren bei der Postfinance von jährlich 300 Franken.

    Alle Vorstösse versenkt

    Zuvor hatte die Postfinance, die zu hundert Prozent im Besitz des Bundes ist, die Kreditkarten für Schweizer mit Sitz im Ausland abgeschafft. Das war 2015. Danach formierte sich in der ASO heftiger Widerstand dagegen. Protestierende Mitglieder des 140-köpfigen Auslandschweizerrats wurden an dessen Kongressen indessen vertröstet und um Geduld gebeten. In National- und Ständerat seien Vorstösse hängig. Es gelte abzuwarten, was dort beschlossen werde. Doch entschieden wurde dort im Sinne der Auslandschweizer rein gar nichts.

    Im Gegenteil, die Mehrheiten von National- und Ständerat zeigten ihnen die kalte Schulter, inklusive Bundesrat; sämtliche Vorstösse wurden abgelehnt. Die Argumentation des Bundesrats gegen die Vorstösse blieb dabei stets dieselbe. Die frühere Postministerin Doris Leuthard sagte, jenseits des bestehenden gesetzlichen Auftrags könnten an die Postfinance keine weiter gehenden Anforderungen als an die anderen Schweizer Banken gestellt werden. Der Bundesrat erachte es als starken Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit der Banken, wenn diese regulatorisch gezwungen würden, allenfalls höhere als von ihnen selbst gewählte Risiken einzugehen. Weiter argumentierte Leuthard: «Aus Sicht der Wettbewerbsgleichheit lässt sich nicht begründen, weshalb nur Postfinance von einer entsprechenden gesetzlichen Pflicht betroffen sein sollte.»

    Zangenangriff SP und SVP

    Versenkt wurde vom Ständerat als Zweitrat zuletzt eine Motion der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats. Diese verlangte vergeblich, «dass Auslandschweizer zu ähnlichen Konditionen wie in der Schweiz Zugang zu Dienstleitungen von Postfinance haben, einschliesslich des Kreditkartenangebots». Mit Erich Bloch, einem SP-Vertreter aus Israel, und John McGough, einem SVP-Delegierten aus Ungarn, greifen nun zwei Auslandschweizerräte zum Zweihänder.

    «Wir haben die Geduld verloren», sagt McGough. Aufgrund seines Antrags hat der Auslandschweizerrat an seinem nächsten Kongress vom 23. März in Bern darüber zu entscheiden, ob er der Postfinance eine Diskriminierungsklage anhängen will. Gestützt auf ein Rechtsgutachten, räumt McGough einer solchen Klage Chancen ein. Einer Benachteiligung allein der Gruppe der Auslandschweizer fehle die Rechtsgrundlage, sagt er. Dies insbesondere dann, wenn die Gelder legal erworben und versteuert seien. Dass die Resolution im Rat angenommen wird, sei gut möglich, hofft McGough. Erich Bloch hofft daneben auf die neue Postministerin. Er hat einen Brief an seine Parteigenossin Simonetta Sommaruga verfasst, mit der höflichen Bitte auf Intervention zugunsten der fünften Schweiz.

    (Redaktion Tamedia)

    Erstellt: 08.02.2019, 21:53 Uhr

    Gott kann verzeihen und Gnade gewaehren, ich werde niemals verzeihen oder Gnade gewaehren

  • Ich werde mal den Erich Bloch direkt anfragen. Wir kennen uns von Camiguin, als er noch öfters bei unserem Nachbarn in den Ferien weilte.

    Nachdem was ich letztes Jahr erleben musste, denke ich, mich von der Postfinance zu verabschieden.


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  • Erzähl bitte doch noch etwas mehr z.b. welchen Banken waren beteiligt was hat es gekostet wie war der Umrechnungskurs

    Hallo leachim,

    tut mir leid erst jetzt zu antworten. Wir sind selten zuhause, da mit Wowa unterwegs wie jetzt in Marokko. Es war die DiBa u.Comdirektbank die ich vorher informiert habe. Der Umrechnungskurs war an die 63 Peso. Es war das beste Investment, da das Grundstück für 12500 Euro vor 12 Jahren bei einem Kurs von 72 Peso gekauft wurde.

  • Hi Antonio,


    DIBA und Comdirekt sind aber, nach meinem Wissenstand, doch gar nicht auf den Philippinen vertreten. Wie genau habt Ihr den das Geld von dort nach D transferiert?

    will weg aus D in die Sonne ohne Schnee und dort soll es günstig zu leben sein


    Weg bin ich nun, Sonne gibts genug ohne Schnee, nur mit dem letzten Punkt klappt es nicht zur Zeit

  • Die Banken muessen nicht auf den Philippinen vertreten sein. Fuer Grundstueckskaeufe auf den PH kann auch direkt auf das Empfaengerkonto ueberwiesen werden / Das Konto des Verkaeufers, direkt auf den Philippinen.


    Ueber Paycenter.de geht das nicht, weil sie keine aussereuraeischen Ueberweisungen anbieten und das Kontoguthaben dort fuer private Kontoinhaber 10k EUR nicht uebersteigen darf.

    Ueber Skrill wuerde es gehen. Doch die greift dann auch kraeftig was ab.


    Gruss

    Nik

  • Die Banken muessen nicht auf den Philippinen vertreten sein. Fuer Grundstueckskaeufe auf den PH kann auch direkt auf das Empfaengerkonto ueberwiesen werden / Das Konto des Verkaeufers, direkt auf den Philippinen.

    Ich habe keine Erfahrungen damit, aber der gangbarste Weg wäre doch wohl auf das Konto eines philippinischen Anwalts zu überweisen. Und nicht direkt zum Empfänger.

  • Darf ich darauf hinweisen, dass dieses Thema ausschliesslich Postfinance in der Schweiz betrifft.

    Erich Bloch scheint unterwegs zu sein. Mein E-Mail an ihn wurde noch nicht als empfangen gemeldet.


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  • Darf ich darauf hinweisen, dass dieses Thema ausschliesslich Postfinance in der Schweiz betrifft.

    Komischerweise insistiert hier keiner der Mods!

    Ich werde mal den Erich Bloch direkt anfragen. Wir kennen uns von Camiguin, als er noch öfters bei unserem Nachbarn in den Ferien weilte.

    Teile doch hier das Resultat, bin gespannt darauf.
    Aber wahrscheinlich wird nicht viel passieren, die Banken scheren sich einen Dreck um ihre Auslandskunden.

    Die interessiert nur, dass sie uns so richtig abzocken können.


    Das gleiche gilt auch für die Politik!

    Gruss, samar8-)

  • Leider habe ich von Erich nichts zu lesen erhalten.

    Dafür hat aber heute der Blick einige Informationen publiziert.

    Postfinance hat schon 70'000 Kunden verloren

    Haha, in der gewohnten Blick Titelgrösse.

    Und währen die Inlandschweizer sich wegen 5 Franken beklage, sollen wir Auslandschweizer wegen 30 Franken die Schnauze halten. Ich nicht!

    Ich habe schon mit der CA-Nextbank Kontakt aufgenommen und werde im September bei ihnen vorbei schauen. Ich werde dann berichten.


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  • Ich will hier noch mal auf die früher diskutierte Steuerproblematik eingehen:

    Man muß immer unterscheiden zwischen Wohnsitzstaat und Quellenstaat. Wenn jemand z.B. in der Schweiz wohnt und von einer Schweizer Quelle seine Einkünfte bezieht, ist es einfach: Die Einkünfte sind steuerpflichtig.

    Schwierig wird es, wenn Wohnsitz und Quelle auseinanderfallen - also Wohnsitz PH und Einkünfte aus der Schweiz oder D. oder USA.

    Dann regeln die Doppelbesteuerungsabkommen, welches Land das Besteuerungsrecht hat - tlw., vor allem bei Einkünften aus Kapitalvermögen - wird das Besteuerungsrecht auch aufgeteilt.

    Wohnt ein Schweizer oder Deutscher auf den Philippinen und bezieht Einkünfte aus der Schweiz/Deutschland, kann es also sein, daß das Besteuerungsrecht den Philippinen zugesprochen wird. Ein Beispiel sind z.B. deutsche Betriebsrenten. Nur bzgl. der Renten aus der Sozialversicherung hat sich der deutsche Staat das Besteuerungsrecht einräumen lassen, nicht bei Betriebsrenten.

    Ein anderes Beispiel wären Bezüge aus öffentl. Kassen. Hier hat in allen mir bekannten DBA's der Kassenstaat (= Quellenstaat) das Besteuerungsrecht.

    Bei Dividenden (=Kapitaleinkünfte) wird meist geteilt und zwar verbleiben häufig 15% im Quellenstaat (=Deutschland, z.B. Dividenden von Bayer) und bzgl. des Restbetrages hätten die PH die Besteuerungsmöglichkeit.


    Die PH haben jedoch eine Regelung, nach der ausländische Einkünfte von Ausländern nicht der Steuerpflicht unterliegen - sie sind steuerfrei. In Sec. 24 A 1 c heißt es:


    Quote

    An income tax is hereby imposed:(...)

    On the taxable income defined in Section 31 of this Code, other than income subject to
    tax under Subsections (b), (C) and (D) of this Section, derived for each taxable year from all sources within the Philippines by an individual alien who is a resident of the Philippines.


    http://www.chanrobles.com/lega…nalrevenuecodeof1997.html


    Also: Ausländer sind nur mit ihren inländischen (phil.) Einkünften auf den Philippinen steuerpflichtig.


    So sind z.B. Dividenden von britischen Gesellschaften vollkommen steuerfrei, weil GB keine Quellensteuer erhebt, auch wenn sie auf einem deutschen oder Schweizer Bankkonto gutgeschrieben werden. Deutsche Dividenden werden zunächst mit 25% belastet, dann kann man die Erstattung von 10% beantragen, da D. nur mit 15% besteuern darf.


    Ein Ausländer ohne phil. Einkünfte wird sich daher auch nicht beim örtlichen BIR registriert lassen können, weil er keine auf den phil. steuerpflichtigen Einkünfte erzielt.


    Ich hoffe damit zur Klärung beigetragen zu haben.