Das Wagnis oder Business on the Philippines

  • Der erwartete Absturz oder es gibt kein Bier auf Hawaii und auch nicht auf Leyte


    Wie bereits vermutet wurde die Woche nach den Rekorden zum Trauerspiel. Mit 6000 und 7000 Pesos war Montag und Dienstag dann der Tiefpunkt erreicht. Dabei hätten wir bedeutend mehr verkaufen können wenn wir es nur gehabt hätten. Aber.... keine großen Flaschen Bier zu bekommen. Weder Red Horse noch Pilsen. Die ganze Stadt war leerverkauft. Kein Tanduay, kein GSM nichts zu ergattern. Die Agenten ließen sich nicht blicken und wenn man ihnen angerufen hat kam nur "sorry mam, out of stock, we are waiting for new delivery". Toll es könnte wohl auf der ganzen Insel mehr verkauft werden wenn es einfach nur da wäre.


    Dazu kommt jetzt noch, dass die großen Festivals in den Parks Downtown begonnen haben. Dort spielen jeden Abend Bands und es kostet keinen Eintritt. Also ist halb Tacloban in den Parks und nicht bei uns.


    Allerdings ging es Mittwoch schon wieder aufwärts. Wir konnten - zwar zu schlechteren Konditionen - ein paar Kisten Bier ergattern und schon füllte sich ab 23 Uhr unser Hof mit Heimkehrern, die noch ein zwei Bierchen tranken bevor Sie nach Hause gingen. So gingen die Umsätze dann wieder auf 9.000 und schließlich wieder über die 10.000 rüber. Zwar war es eine schwache Woche aber nach der Rekordwoche nicht anders zu erwarten.


    Jetzt ist das Lager wieder gefüllt und die Abende werden wieder besser.


    Wir haben jetzt bereits den Anspruch 10.000 pro Tag zu erreichen. ich hätte nicht geglaubt dass wir das so schnell schaffen können. Die Frage ist jetzt nur wie wir noch mehr Umsatz generieren. Bei 10.000 sind wir bei ca. 60.000 Deckungsbeitrag. Unsere Vollkosten - Kalkulation geht auf 60.000 ohne Geld für mein GM. Also erreichen wir diese Marke jetzt schon. Jetzt wird es entscheidend sein wie wir die Steigerung auf 400.000 hinbekommen denn dann könnte mein GM sogar schon Geld generieren auch wenn Sie selbst das noch nicht will weil noch viele Investitionen anstehen . Auf jeden Fall scheint es in diesem Standort und auch zu den hohen Kosten machbar zu sein. Wenn nicht noch unerwartete Überraschungen auf uns zukommen.


    Ab Dienstag bin ich live vor Ort. Dann bekomme ich wohl noch ein besseres Gefühl für die ganze Angelegenheit.

    Wer sich nicht lebt, wehrt sich verkehrt!

  • Mittwoch Shop Tacloban


    Im Moment sitze ich auf der Terrasse unseres Shops. Ein haufen Lärm von der Straße begleitet mich beim schreiben. Es ist ein durchwachsener Tag. Gestern saß ich hier bereits auf meinem Stammplatz und ließ die Atmosphäre auf mich wirken. Es sind immer noch Feste in den verschiedenen Barangays und das bedeutet mal viel Arbeit mal fast keine. Das wird erst im Juni aufhören. Aber der Umsatz stimmt meistens. Zwischen 7.000 und 16.000 kann es pro Tag schwanken. Im Mittel aber immer mehr als 10.000 was unheimlich beruhigt.


    Der Cooler den ich gekauft habe ist leider ein Witz. Die 24.000 Pesos hätte ich mir sparen können. Nun sind wir auf der suche nach einer Aircon für wenig Geld weil das im Moment schlicht fehlt. Kommt davon wenn man sparen will. Aber das ist sogenanntes Lehrgeld.


    Carabao - ja es stimmt wir sind tatsächlich etwas teurer wie andere Shops in der Nähe. Wird von neuen Kunden immer wieder bemängelt. Die meisten kaufen trotzdem aber ob Sie wiederkommen?? Wir können aber keinen anderen Weg einschlagen da wir sonst zwar Umsatz aber keinen Gewinn machen werden. Also müssen wir damit leben, dass manche Kunden uns meiden oder nur kommen, wenn nirgends mehr offen ist. Solange der Umsatz stimmt auch kein Problem.


    Der Ort ist sicher, es sind fast ständig Polizisten in der Nähe des Shops oder im Shop oder in Zivil auf der Terrasse. Und auch die Betrunkenen, die es hin und wieder gibt benehmen sich einigermaßen und verschwinden geräuschlos wenn sie genug haben.


    Unser Shop gefällt mir. Das hatte ich gehofft aber war nicht unbedingt zu erwarten. Der Shop ist sauber, aufgeräumt und einladend. Einzig die blöde Hitze ist ein Manko. Aber dafür werden wir Abhilfe schaffen.


    Übrigens - die Miete ist nicht mehr verhandelbar. Das ist illusorisch. Also müssen wir es mit den gegebenen Kosten klar kommen.


    ich weiß ja nicht wo Ihr alle wohnt aber hier in Tacloban ist es sauteuer. Wir haben ja jetzt 4 Monate ein neues Haus zum mieten gesucht und unter 15.000 war fast gar nichts zu finden. gut wir brauchen auch 4 Zimmer aber die meisten waren zwischen 15.000 und 25.000 per Monat. wir haben jetzt eines gefunden für 13.000 Pesos nach langen Verhandlungen. Aber das ist viel kleiner als das Haus was wir im Moment für 10.000 pesos bewohnen.


    Also hier in Tacloban ist es schon heftig was Mietpreise angeht.

    Wer sich nicht lebt, wehrt sich verkehrt!

  • Donnerstag Nacht - JAG´S MINIMART Tacloban


    Seid mir nicht böse wenn ich schon wieder poste aber ich möchte meinem Gefühlsleben freien Lauf lassen. Ich sitze hier am "Stammtisch" mit einigen sehr skurrilen Gestalten.


    Neben mir ein Schwachsinniger der immerfort vor sich her grinst. Gegenüber ein Auftragskiller - wie mir mein GM steckte - der auch noch Ihr Cousin ist. Er würde schon mal für 30.000 Pesos der Polizei behilflich sein wenn es mit den Beweisen bei einem Verbrecher nicht so gut klappt.


    Gegenüber eine Lesbe die sehr Mitteilungsbedürftig ist aber leider kein englisch spricht. Dazu immer wieder "Costumer" die vorbeikommen und wirklich ordentlich einkaufen. Der BBQ ist ausverkauft was an dem Auftragskiller liegt der den kompletten Vorrat zum Trinken aufgekauft hat und alle einlädt die vorbeikommen.


    Die Szene ist irgendwie unwirklich. Menschen sitzen da - reden miteinander - trinken was und gehen ihrer Wege. Diese Atmosphäre ist wirklich einzigartig. Wohlgemerkt hier sitzen nicht die Reichen und Schönen sondern die Normalen, Gestrandeten, die Alten, die Jungen, die Verbrecher, die Polizisten, die Arbeiter..... ich könnte stundenlang so weitermachen.


    Nur mein GM ist irgendwie der ruhende Pol in all diesem Gemenge. Sie ist freundlich zu Jung und Alt und deshalb kommen auch die Jungen gerne zu uns. Kaufen eine Flasche Imperador für die Sie das Geld irgendwo zusammengekratzt haben und verziehen sich zum Besäufnis. Dazu kommen dann die SUV - Fahrer, die am Straßenrand kurz halten - Ihre Drinks kaufen und wieder von dannen zischen.


    Ich liebe diese Gemengenlage.


    Sorry aber bin im Moment fast ein wenig sentimental. Komme mir vor wie jemand der in eine fremde Welt eintaucht - eine Welt jenseits der Hochglanzprospekte. Ein seltsames Gefühl.

    Wer sich nicht lebt, wehrt sich verkehrt!

  • Rekord - Mai - Ade - schade das du gehen musst....


    Der Mlai war in jeder Hinsicht erfreulich. Der Umsatz stimmte, das Team passte und so darf es gerne weitergehen.


    Wie erwartet hatten wir mit 365.000 Pesos einen wirklich ordentlichen Umsatz. Mit 11.700 Pesos im Schnitt schon sehr nahe an dem was wir wollen. Und die Nächte haben sich sehr gut entwickelt. Bereits mehr als ich plante mit 3.700 per Nacht im Schnitt.


    Allerdings ziehen wieder mal Gewitterwolken auf. Denn heute bekamen wir eine Nachricht, dass wir beim Barangay - Capitan vorsprechen müssen. Warum wissen wir noch nicht aber das heißt nix gutes. Wie ich inzwischen erfahren habe betreibt auch er einen Sari Sari in der Barangay direkt gegenüber unseres Marktes. Entweder er bemerkt am Umsatz dass wir da sind oder es droht anderes Ungemach. Ich werde zeitnah berichten da wir morgen gemeinsam dort hingehen werden.


    Das mit den Bierlieferungen ist jetzt auch etwas klarer. In der Barangay gegenüber sitzt ein großer Händler der nicht will dass wir beliefert werden. Deswegen meiden uns die Agenten und wir müssen unser Bier mühselig selbst kaufen gehen. Erfolg macht eben nicht nur Freunde.


    Hier wird sehr mit versteckten Ellenbogen gekämpft.

    Wer sich nicht lebt, wehrt sich verkehrt!

  • Juni - Schulstart macht sich auch im Umsatz bemerkbar


    Nachdem die letzte Woche mit knapp 80.000 Pesos sehr zufriedenstellend gelaufen ist startete die neue Woche schwach.


    Da wir selber aber auch uns in den Schulanfangsstress stürzen mussten und sahen welche Tonnen an Material von den Eltern gekauft werden mussten denke ich dass das Geld schlichtweg knapp wird. Wenn jedes Kind seine Hefte, Stifte und andere Materialien benötigt, dann wird schnell die Kasse knapp.


    Ab Dienstag ging es dann schon wieder aufwärts. Ich habe ja noch drei Tage dort und kenne nun einige der Stammkunden. Am Dienstag diese Woche regnete es wie aus Kübeln was aber dem Shop keinen Abbruch tat. Alle Stühle waren unter dem Vordach des Shops und der anderen Shops verteilt und es saßen viele Kunden da, tranken Ihr Red Horse und hatten Spaß. Ich saß mit zwei Arbeitern am Tisch die mich interessiert ausfragten über Deutschland bzw. Europa. Einer davon sprach passabel englisch und so konnte ich viele Fragen beantworten. Im Endeffekt sind die Menschen aber stolz auf ihr Land egal wie arm sie sind und so soll es auch sein.


    Mittwoch hatten wir dann Besuch von Mamugla und es wurde ein wirklich schöner Abend mit viel Spaß und deutschem Gequassel.


    Tja leider ist meine Zeit am Sonntag dann auch schon wieder rum bis August. Und leider müssen wir die Investitionen aufgrund unseres Umzuges in ein anderes Haus und den damit verbundenen Kosten etwas verschieben. Jetzt hoffen wir mal dass wir die 10.000 stabilisieren können diesen Monat, dann wäre schon viel gewonnen.


    Die dringendsten Investitionen wie Aircon und 24/7 - Schilder müssen so eben noch ein wenig warten.

    Wer sich nicht lebt, wehrt sich verkehrt!

  • Das Festival - für uns von Nachteil


    Nach wie vor laufen bei uns in Tacloban die Festwochen. jeden Abend spielen Live - Bands in Downtown und die Massen strömen jeden Abend in die Parks.


    Das macht sich auch bei uns außerhalb in den Randbezirken bemerkbar. Viel weniger Leute unterwegs als üblich. Und auch wenn ab 10 Uhr Abends dann doch einige noch kommen um einen Absacker zu trinken ist der Umsatz merklich zurückgegangen.


    Mit 64.000 letzte Woche war es zwar noch OK - aber dass lag auch daran, dass Mamugla und ich zwei Abende ein wenig feierten und dadurch auch ein bisschen Geld liegen ließen.


    Da das Festival bis zum 30.6. geht wird der Monat wohl deutlich schlechter werden als der Vormonat.


    Die Inventur haben wir während meiner Anwesenheit leider nicht fertig bekommen. Bei etwa 120.000 habe ich aufgegeben weil einfach zu viele Preise fehlten um vernünftig fertig zu rechnen. Hole ich dann im Sommer nach. Da aber doch sehr viele Artikel noch nicht erfasst sind habe ich auch nicht das Gefühl, dass wir unter dem Eingangswert liegen. Somit hoffe ich doch alles im Lot.


    Wir fingen mal mit 8 Kisten Bier an. Inzwischen haben wir 40 Kisten. Da sieht man dann auch wo das Geld hingeflossen ist.


    Nach wie vor gibt es keine Literflaschen Grande Pilsen zu kaufen. Ich verstehe das nicht aber der Markt ist komplett leergefegt. Das ist der Nachteil wenn man nur eine Brauerei hat. Die Monopolstellung ist frappierend. Denen ist es wurst ob wir das Bier bekommen oder nicht denn die verkaufen dann halt den Rest Ihres Programmes. Aber es kommen doch viele Leute die danach fragen.


    Mein Besuch hat mir jedenfalls einen sehr guten Eindruck verschafft sowohl von der Ladenführung als auch vom Publikum welches den Laden besucht. Deshalb sind die Stellschrauben an denen gedreht werden muss auch klar.


    Wir brauchen bessere Erkennbarkeit des 24/7. Denn zusätzlichen Umsatz lässt sich nur durch die stark frequentierte Straße generieren. Wir brauchen mehr SUV - Fahrer die schnell mal anhalten um Snacks, Bier, Zigaretten oder ein Toastbrot zu kaufen. Dann können wir den Umsatz steigern.


    Aus dem näheren Umfeld lässt sich nicht mehr merklich mehr rausholen. Denn die kommen ja schon von Zeit zu Zeit um sich voll-laufen zu lassen oder um einzukaufen.


    Also wird das der Hebel sein an dem wir ansetzen in den nächsten Monaten sobald wieder Geld über ist.

    Wer sich nicht lebt, wehrt sich verkehrt!

  • Die Woche in Zahlen - auf und ab


    Nach wie vor laufen die Festivals in Tacloban. Das geht noch bis Ende Juni so. Je nachdem wer auf den Bühnen auftritt ist es in unserem Shop mal voller mal leerer. Erst gegen 23 Uhr kommen dann die, die heimkommen um noch ein Bierchen zu trinken oder Snacks zu kaufen.


    Der Umsatz pendelt sich so langsam ein - wenn auch mit sehr unterschiedlichen Tagesumsätzen. Das geht dann von 7.800 bis 13.400 pro Tag. Im Schnitt aber weiterhin um die 10.000 Pesos.


    Der Feiertag half diese Woche dabei denn dort wurde dann doch ein schöner Umsatz generiert. In der Regel sind die Wochenenden 5 - stellig während wir unter der Woche 4-stellig bleiben.


    Schön ist, dass die Nächte sich immer wieder ganz ordentlich entwickeln. Die Zeit von 23 Uhr - wenn wir Kassenabrechnung machen bis 2 Uhr morgens ist immer noch umsatzträchtig.


    Da Kuja Doi Doi im Moment im Haus arbeitet gab es kein BBQ in dieser Woche. Wegen der Hausarbeit werde ich zur gegebenen Zeit mal einen kleinen Bericht schreiben.


    Der Umdsatz lag diese Woche bei 74.000 Pesos was bedeutet dass wir im Moment auf den Monat gerechnet 10.000 Pesos am Tag im Schnitt umsetzen.


    Das mit den Investitionen ist in der Tat so, dass ich schlichtweg das Geld nicht habe dafür. Ich unterstütze mein GM ja schon und doppelt kann ich mir nicht leisten. Im Moment ist das Haus und der Umzug im Weg. Danach sehen wir weiter. Auch wenn es schwer fällt so lange zu warten.

    Wer sich nicht lebt, wehrt sich verkehrt!

  • Höhepunkt des Festivals - Tiefpunkt im Shop


    Die Woche war mehr als Bescheiden. Das Festival läuft noch eine Woche und die Abende sind wie ausgestorben in unserer Barangay. Die Nachtschwärmer gehen lieber Downtowm wo das Leben pulsiert. Mein GM war gestern ebenfalls dort und war geplättet von den Mengen an Menschen. Inzwischen finden die Konzerte und Auftritte auf 4 Bühnen in verschiedenen Parks statt. Alleine beim Einlass zu jedem Park wartet man 20 Minuten bis man reinkommt.


    Da bleibt für das zahlende Shop - Publikum nichts mehr übrig.


    Noch eine Woche durchhalten dann geht es back to normal. Ist schon hart. Mit 61.000 Pesos war die Woche so schlecht wie seit 6 Wochen nicht mehr. Es reicht zwar immer noch zu einem Schnitt von 9.500 per Tag über den Monat gerechnet aber aufwärts sieht anders aus.


    Wir haben einen neuen gebrauchten Kühlschrank gekauft. Für 5.000 Pesos haben wir einen original Coca-Cola teil xxl bekommen. Der stand noch in dem Haus welches wir gemietet haben. Der wird jetzt in den Shop transferiert und der alte kommt in den neuen Sari Sari Store bei unserem Haus.


    Das Haus ist dank Kuja Doi Doi fast fertig eingerichtet so dass einem Umzug nächste Woche nichts im Wege stehen sollte.


    Wir hoffen dann mal auf den Juni - mehr bleibt uns nicht übrig.


    Ab heute sind wir rechnerisch aus allen Kosten raus für den Monat. Also ab jetzt wird ins plus gearbeitet.


    Geduld oder wie man bei uns sagt " Langsam nährt sich das Eichhörnchen".

    Wer sich nicht lebt, wehrt sich verkehrt!