Madeira, der Philippinenersatz 2020

  • Porto, Teil 1


    Am 11 März ging es nach Porto, dem Endziel. Der TAP Flieger hatte 30 Minuten Verspätung, wegen Nebels in Porto. Es sollte sich in den nächsten Tagen herausstellen, daß dies jeden Tag so war. Morgens dichter Nebel, bis etwa 10 Uhr, dann gab es Sonnenschein. Die Temperaturen waren dann bis Mittag eher bescheiden, am Nachmittag sehr angenehm. In L regnete es ununterbrochen.


    Wegen der Corona Krise wollten wir aber nicht per Metro ab Airport ins Zentrum fahren, sondern gönnten uns für 25 € ein Taxi. Das beruhigte ganz besonders meine Frau. Normalerweise wäre das kein Thema gewesen, Corona ändert eben vieles.


    Gewohnt haben wir im: https://www.floresboutiquehotel.com/en-gb


    Das Hotel hatte eine schöne Aussichtsplattform auf die Kathedrale, lag zentral mit 2tem Ausgang im Hang zu dem Stadtteil Vitoria. Eigentlich ideal um beide Teile der Stadt mühelos zu erkunden.


    Das Hotel war optimal ausgewählt um Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Aber es gab schon das Gespenst "Corona". Obwohl Portugal noch sehr wenige Fälle zu dieser Zeit zu verzeichnen hatte, waren die meisten öffentliche Häuser geschlossen. Dazu kam, daß auch das Hotel den SPA Bereich während des Aufenthalts schloß. Da gab es ein trauriges Gesicht bei meiner Frau.


    Zwar waren Restaurant offen, aber Porto ist halt nicht mit Lissabon oder Madeira zu vergleichen. Es ist dort nicht so einfach gutes Essen in einheimischen Restaurants aufzutreiben, besonders dann nicht, wenn Öffnungszeiten verschieden von meiner Hungeruhr sind. Bei lokalen Essensplätzen sind die Gerichte zwar sehr billig, aber es fehlt an Raffinesse und Sauberkeit. Mir blieben somit nur die Touristenplätze, obwohl ich das ja eher vermeiden will. Corona ändert vieles, auch bei mir.


    Der Menschenschlag in Porto ist auch nicht der, den man von Lissabon und Madeira kennt. Ich weiß es daher, weil in L extrem viele Portugiesen aus dieser Region leben. Sie sind eher kantig und einfach, aber das wußte ich ja vorher.


    Am Miradouro de Vitoria lernte ich einen Fotografen aus Porto kennen. Als Geheimtip empfahl er mir den Besuch des Jardins do Palacio de Cristal. Den Besuch hätte ich besser nicht getan. Der Garten an sich ist ein Juwel, ein verwunschener Ort der Stille, etwas außerhalb. Der Fußweg führte aber leider an einem Krankenhaus vorbei. Und dort ging es recht geschäftig zu, was Sirenen, ABC Anzüge und Masken anbelangte. Das hatte dann unsere beiden Moral arg mitgenommen. Auch wenn ich es nicht genau wußte, ich tippte mal auf Corona Hauptzentrale. Die Moral war am Boden.


    Der Park ist ein Kleinod, mit schönem Blick auf den Douro, solche Sichten, die man weniger kennt. Dies wäre bestimmt ein Ort mit tollen Motiven, abends. Aber ... im Grossen und Ganzen zog ich unter diesen Umständen mein Fotoprogramm nicht durch.


    Überrascht war ich dennoch vom Palacio da Bolsa im Zentrum. Der war offen, und es gab morgens sogar eine Führung in englischer Sprache. Wenigstens das, und ein Muß bei Besuchen. Es gab sogar eine Senior Citizen Discount für mich.


    https://palaciodabolsa.com


    Den letzten der 3 Tagen haben wir dann im Hotel verbracht. Genug ist genug, Porto hätten wir uns echt sparen können, aber wer rechnet schon mit Pandemien ?


    Am Flughafen liefen auch schon ein Teil der Passagiere mit Masken umher, meistens Spanier. Wahrscheinlich waren die schon besser informiert als ich. Am selbigen Tag gab es den Lockdown in Madrid.


    Wir jedenfalls waren froh wieder zu Hause zu sein, und begaben uns freiwillig in Quarantäne. Gott sei Dank mit Erfolg, denn während des Fluges stellte ich mir desöfteren die Frage, wie denn Klimaanlagen in einem Airbus funktionieren ?


    Bild 1: Die Kathedrale Sé

    Bild 2: Die Kirche Igreja de Nossa Senhora da Vitória

    Bild 3: Blick vom Miradouro Vitoria auf die Brücke Dom Luis I und den Douro

    Bild 4: Blick vom Jardins do Palacio de Cristal auf die Brücke Ponte da Arrabida

    Bild 5. Der Porto Klassiker mit Ribeira. Das war eigentlich abends mein Ziel Photo, aber leider … !!!!

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  • Danke für deinen umfangreichen Bericht Alf der, wie wir das ja von dir schon kennen, mit schönen und aussagekräftigen Fotos garniert ist! Außer Lissabon und Funchal kenne ich bisher nichts von Portugal. Dein Bericht macht Appetit auf mehr.

    Viele Grüße

    Reinhold

  • Danke für deinen umfangreichen Bericht Alf der, wie wir das ja von dir schon kennen, mit schönen und aussagekräftigen Fotos garniert ist! Außer Lissabon und Funchal kenne ich bisher nichts von Portugal. Dein Bericht macht Appetit auf mehr.

    Danke für die Blumen ... es kommt ja noch ein Teil 2 von Porto und das Gesamtfazit ... Geduld ... :D


    LG Alf

  • Danke Alfi für den Bericht!!

    Ich war vor 4 Jahren auf Madeira, beim Ansehen der Bilder kommen Erinnerungen wieder.

    Wahnsinn bei Individuen ist selten, aber in Gruppen, Nationen und Epochen die Regel.









  • es kommt ja noch ein Teil 2 von Porto und das Gesamtfazit ..

    Umso besser...


    Wir jedenfalls waren froh wieder zu Hause zu sein, und begaben uns freiwillig in Quarantäne. Gott sei Dank mit Erfolg, denn während des Fluges stellte ich mir desöfteren die Frage, wie denn Klimaanlagen in einem Airbus funktionieren ?

    Daher hatte ich angenommen, dass dein Bericht zu Ende ist. Zu den Klimaanlagen in Flugzeugen habe ich neulich mal gehört, dass man eigentlich in seiner Sitzreihe dadurch relativ gut abgeschirmt ist. Sie übertragen keine Viren. Man sollte sie in diesem Fall also lieber nicht abstellen. Ich mache das meistens, weil ich schnell davon einen steifen Nacken bekomme. Zumindest habe ich oft einen Schal dabei.


    Das Ganze nützt natürlich nichts, wenn du wie mein Bruder auf dem Rückflug von Thailand Mitte März einen Huster direkt neben dir hast. Zum Glück war das aber wohl kein Corona sondern eine normale Erkältung. In diesen Zeiten ist man aber noch mehr davon genervt bzw. beunruhigt als sonst.

    Viele Grüße

    Reinhold

  • ALFI54 deine Bilder sind immer schöner als die Wirklichkeit und tun sehr gut in diesen locked-down Zeiten!


    Danke dafür :thumb


    Was für eine Kamera benutzt du?

    Danke für die :blumen


    Nun, es ist auch meine Absicht ein Gegengewicht zu abstrusen Theorien und dem traurigen Alltag jetzt zu bieten. Es zieht weniger runter.:D


    Ich benutze eine DSLR, und ich passe die Bilder in der Bildbearbeitung an, an das was theoretisch möglich wäre, gäbe es diese Idealkonstellation. Mehr ist es nicht.


    LG Alf

  • Mein Fazit, zu "Madeira, der Philippinenersatz 2020".


    Madeira und die Philippinen sind schwer zu vergleichen, zu unterschiedlich sind die Abläufe und Kulturen, zu unterschiedlich unser Leben in beiden Ländern. Dies ist natürlich subjektiv. Jeder wird das anders sehen.


    Meine Meinung:

    • Mit Sicherheit nimmt eine Reise nach Madeira nur einen Bruchteil der Bemühungen und Vorbereitungen als die Philippinen. Das hat mit Flügen wenig zu tun, sondern die generellen Umstände vorort z.B. Geldbeschaffung. Die ATMs sind sowohl von den dortigen Banken, als auch von hier, in meinem Bankpackage umsonst, also keinerlei Gebühren fallen an bei der V Pay Karte. Es gibt keinen Geldbeschaffungsstreß, ATMs gibt es genug.
    • Des weiteren ist der Transport auf/nach Madeira nicht nur billiger, sondern auch noch angenehmer (Flüge, Automiete). Zwar sind Autofahrten auf den Phils ein Abenteuer, das man mal getan haben muß, aber eher nicht ratsam für Leute dessen Nervenkostüm wenig belastbar ist. Der Verkehr auf Madeira ist streßfrei. Ein Plus für Madeira.
    • Das Klima Im Februar / März auf Madeira war zwar angenehm, aber ich hatte Glück. Das Baden in einem Swimmingpool geht nur, wenn geheizt wird. Klarer Punkt für die Phils. Die Strände auf Palawan z.B. sind unerreicht, auf Madeira kaum existent.
    • Madeira ist ein Aktivurlaub, auf den Philippinen wird eben eher auf Sparflamme gelebt, wegen den Tagestemperaturen.
    • Das Essen würde ich gleich sehen, wenn gleich auf Madeira das Auftreiben vielfältiger und einfacher ist. Hier vergleiche ich nur gesundes Essen. Das hat mit Jollibee und McDoof nichts zu tun. Die meisten Europäer auf den Phils bereiten schon richtig gut zu. Ich bin kein Fan der typischen Phil-Küche, das werde ich in diesem Leben auch nie werden.
    • Madeira hat den Vorteil verschiedene Klimazonen auf engstem Raum zu haben, und somit schnell Abwechslung zu bieten. Will man mehr, kann man Madeira z.B. mit Portugal und den Kanaren leicht kombinieren. Besonders die Kanaren werden von Binter Airlines täglich angeflogen.
    • Wenn ich nüchtern in Kosten denke (Phils 19 vs Madeira 20), wenn ich mal die Flugkosten weg lasse, und Nettokosten auf Tageskosten (Unterkunft, Essen und Transport) umrechne, dann war "unser" Madeiraurlaub etwa 30 % teurer als die Philippinen. Bei meiner Art und Weise zu leben. Allerdings war unser Lebensstandard erheblich über dem Leben, was wir auf den Philippinen führen z.B. die Unterkünfte. Wenn man diesen subjektiven Faktor umrechnen könnte, glaube ich, daß Madeira mindestens mit den Phils gleich zieht, wenn nicht vorbei. Wem das Abenteuer gewichtiger ist, dann sind die Phils zu bevorzugen.
    • Madeirenser sind freundliche Menschen, freundlicher als sonstwo in Europa, aber mit den Filipinos werden sie nicht mithalten können.
    • Ein klares Plus geht natürlich auch an unsere Pinays. :D

    Von mir, also im Endresultat, ein absoluter Tip, Madeira, und einzigartig in Europa. Nach einer Pause, jetzt wo das Reisen ohnehin für mehrere Monate ausfällt, wird es nicht unser letzten Urlaub dort gewesen sein. Es steht für mich klar über den Kanaren.


    Danke für das Lesen und Liken.


    Wünsche allen gut durchs Corona Chaos zu kommen. =)


    LG Alf









  • Danke auch für dein interessantes Fazit Alf! Madeira ist bestimmt eine schöne Insel, aber nicht jedem hier dürften die Größenverhältnisse geläufig sein. Daher als Ergänzung : Die Fläche ist nur ca. 1/6 von Bohol, d.h. es spielt sich viel Interessantes auf relativ kleinem Raum ab.


    Madeira ist recht gut mit Mauritius (knapp die Hälfte von Bohol) vergleichbar, wo wir im November waren. Mal sehen wie lange die Coronaisolierung noch dauert. Diese Insel im Indischen Ozean ist wohl noch unbekannter hier als Madeira. Evtl. ringe ich mich mal durch auch so etwas zu versuchen wie du. Augenblicklich hat bei dem schönen Wetter aber der Garten Vorrang. Wenigstens das dürfen wir noch.


    Eine Frage habe ich aber noch.


    Es steht für mich klar über den Kanaren.

    Wie kommst du zu dieser Ansicht? Ich frage mit besonderem Interesse, weil wir ausgesprochene Teneriffafans sind, wohin wir vor ca. 15 Jahren fast übergesiedelt wären. Ein guter Bekannter hat das dann gemacht, dem ich von der Insel vorgeschwärmt habe.


    Wünsche allen gut durchs Corona Chaos zu kommen.

    Das wünsche ich euch auch!

    Viele Grüße

    Reinhold

  • Es steht für mich klar über den Kanaren.

    Wie kommst du zu dieser Ansicht? Ich frage mit besonderem Interesse, weil wir ausgesprochene Teneriffafans sind, wohin wir vor ca. 15 Jahren fast übergesiedelt wären. Ein guter Bekannter hat das dann gemacht, dem ich von der Insel vorgeschwärmt habe.

    Wie ich schon oben eingangs schrieb, es ist MEINE Meinung. Jeder sieht das natürlich anders.


    Ich bin natürlich auch auf Teneriffa gewesen. Vom Klima her also vergleichbar, zu dieser Zeit.


    Was mir weniger auf Teneriffa gefallen hat, war der rummelhafte Tourismus und die künstlichen Verbetonierung z.B. in Costa Adeje, Playa de la Americas und Los Christianos.?( Ich bin halt kein Herdenmensch, und ich suche noch gerne das Einheimische.


    Allein die sehr hohe Anzahl der täglichen Flüge auf die Kanaren verglichen mit Madeira zeigt, dass der Tourismus ein anderes Level auf den Kanaren hat.


    Die Begrünung in Madeira ist gewachsen, natürlich, und nicht künstlich, touristisch angelegt, eben nur dort wo Touristen sind.


    Und eben die kurzen Anfahrten zu dem Sehenswerten auf Madeira ist von Vorteil.


    Natürlich kann man auch auf Teneriffa einen schönen und angenehmen Urlaub verbringen. :D


    LG Alf

  • Was mir weniger auf Teneriffa gefallen hat, war der rummelhafte Tourismus und die künstlichen Verbetonierung z.B. in Costa Adeje, Playa de la Americas und Los Christianos. ?( Ich bin halt kein Herdenmensch, und ich suche noch gerne das Einheimische.

    Das habe ich schon vermutet, und in dem Punkt sind wir uns absolut einig. Im Süden von Teneriffa sieht es aus wie in vielen Ecken auf Mallorca, wobei es auch auf der Insel schöne Stellen gibt.


    Nein, ich meinte natürlich den Norden der Insel, wo es zwar europäische Besucher gibt aber nicht den Massentourismus wie im Süden. Unser Bekannter hat dann 10 Jahre etwas außerhalb von Puerto de la Cruz mitten unter Spaniern gelebt und die Sprache gut gelernt. Von seiner Dachterrasse aus hast du einen Blick gehabt auf den Teide zur einen Seite und den Ozean zur anderen. - traumhaft. Obwohl ich ja zuvor schon zweimal auf der Insel war hat er uns dann bei weiteren Besuchen Plätze gezeigt, die mindestens 90% der Touristen nie sehen.


    Schon die nähere Umgebung dort mit dem Orotavatal ist sehr schön. Ich weiß nicht, ob du mal am Mirador de Humboldt gewesen bist. Vor über 200 Jahren stand dort der große Naturforscher und konnte die Schönheit des Ortes kaum fassen. Das ist eine andere Welt als die Betonburgen im Süden und Südwesten. Ich kenne Madeira nicht weiter, aber ich vermute mal, dass es in den Bergen dort an einigen Stellen ähnlich aussehen könnte wie in den Bergen des Nordens.

    Auf Gran Canaria würde ich mich allerdings auch schwerer tun, obwohl es da bestimmt auch schöne Ecken gibt.

    Viele Grüße

    Reinhold