Sterbeurkunde

  • Hallo liebe Community,


    Ich wende mich heute an euch, weil ich nicht mehr weiter weiß. Mein Vater, Deutscher Staatsbürger, ist im Sommer in einem philippinischen Krankenhaus verstorben. Seitdem versuche ich an eine Sterbeurkunde zu gelangen. Seine Freundin (dort vor Ort lebend) erzählt mir immer das ich warten muss. Das es dort so lange dauert. Sie hatte vom Krankenhaus einen Totenschein erhalten. Diesen hat sie im Civil Registrar abgegeben. Mein Vater ist fast 7 Monate tot. In Deutschland kann mir keiner helfen. Aber weder die Botschaft in Cebu noch in Manila helfen mir. Ich habe auch das Krankenhaus und natürlich das Civil Registrar mehrfach angeschrieben, jedoch ohne Erfolg. Einen Anwalt für Deutsch/philippinisches Recht hat mir wenig Aussicht auf Erfolg versprochen.

    Hat jemand eine Idee, was ich noch machen kann oder hat jemand ähnliche Erfahrungen?

  • Dies ist ein sehr interessantes Thema.

    Gerne wuerde ich da weiterhelfen doch habe diesbezueglich (gottsedank) keine Erfahrung.

    Bin mal gespannt ob da jemand Bescheid weiss.

  • Ich habe diesbezüglich ein paar Erfahrungen. Meine Mutter (deutsche Staatsangehörige) ist Anfang Juni 2018 auf den Philippinen gestorben. Die Sterbeurkunde lag dann Mitte September 2018 vor. Das gilt schon als langer Zeitraum und wurde mit dem Vermerk "LATE REGISTRATION" versehen, denn das normale Zeitfenster ist kleiner. Die Verzögerung rührte daher, dass die Sterbeurkunde erst nach Vorlage des Obduktionsberichts komplettiert werden konnte. Die Obduktion war in diesem Fall freiwillig, ist also nicht behördlich angeordnet worden.


    7 Monate Wartezeit erscheint mir wirklich suspekt.
    Bei einer Sterbeurkunde ist nicht nur der Civil Registrar involviert, sondern auch das örtliche Gesundheitsamt (in der Regel wohl nur der Form halber zum gegenzeichnen). Weiß man denn, wo genau es hakt?

  • Ich habe mir mal kurz die Mühe gemacht und habe auf den Internetseiten von Stadtverwaltungen auf den Philippinen geschaut, wie es im Normalfall abläuft (Tanay und Manila). Dort steht, dass es an einem Tag zu erledigen ist. Man gibt den Totenschein ab und nach Zahlung der Gebühren und Durchreichen des Papiers wird alles abgestempelt und unterschrieben.


    Kleine Zusatzinfo:

    Die so ausgefertigte Sterbeurkunde soll mit dem Reisepass des Verstorbenen zum Konsulat/zur Botschaft geschickt werden, die informieren dann auch die Rentenversicherer in Deutschland. Diese Urkunde wird in Deutschland, zusammen mit einer Übersetzung mit Bestätigungsvermerk (gelegentlich auch als "beglaubigte" Übersetzung bezeichnet), anerkannt. So haben wir das bei meiner Mutter gemacht. Man muss also nicht abwarten, bis das Ganze bei der Philippinischen Statistikbehörde (PSA) durch ist.


    Zurück zum Fall:

    Nun stellen sich mir folgende Fragen: Was hat die Freundin deines Vaters mit dem Totenschein vom Krankenhaus gemacht? Hatte sie eine Vollmacht? Wenn ich es recht verstanden habe, muss man verheiratet oder verwandt sein, um diese Urkunde auch fertig gestempelt zurückzubekommen. Kann es sein, dass sie den Wisch einfach abgegeben hat und sich jetzt nicht weiter drum kümmert? Ich weiß, das klingt kindisch, aber so ein Verhalten ist auf den Philippinen auch bei Erwachsenen nicht selten.

    Hat sie von diesem Totenschein eine Kopie/ein Foto? Wie ist sie überhaupt an diesen Totenschein gekommen, wenn sie nicht verheiratet oder verwandt ist?

  • Praktischer Hinweis:
    Ich habe das eben mal durchprobiert. Momentan muss man für eine Lieferung nach Deutschland eine Fedex-Nummer angeben. Dann muss man angeben, ob der Sterbefall spät registriert wurde oder nicht und dann ggf. das Datum der verspäteten Registrierung eintragen (Pflichtangabe). Könnte je nach Kooperationswilligkeit bzw. Ehrlichkeit der Freundin etwas schwierig werden. Ist also ein bisschen Glücksspiel.

  • Vielen Dank für eure Antworten. Das Krankenhaus hatte mir geschrieben, dass der Totenschein an einem Bevollmächtigten ausgehändigt wurde. In dem Fall sie. Sie hat die letzten 3 Wochen an der Seite meines Vaters im Krankenhaus verbracht. Mir hat sie eine Kopie vom Totenschein geschickt. Zu mir hat sie gesagt, dass der Bestatter die Originale an das Standesamt weitergeleitet hat. Grade heute hat sie ,,angeblich,, wieder dort angerufen und es würde wegen Covid 19 so lange dauern. Der Kontakt zwischen mir und dem Amt ist Anfang September abgebrochen. Mein Vater war Rentner, hat aber sein Geld aufs Deutsche Konto erhalten. Die Karten habe ich recht zeitnah gesperrt, sind jedoch voll ends überzogen. Er hatte dort ein Eigenheim und ich habe auch noch eine 8 jährige Halbschwester. Zwecks der Halbwaisenrente dachte ich immer es wäre auch in ihrem Interesse, dass wir die Urkunde erhalten. Super Info mit dem Link. Das probiere ich sofort aus. Unser Amtsgericht will jetzt auch die Botschaft anschreiben. Mein Vertrauen zu ihr sinkt leider von Tag zu Tag.

  • Zu mir hat sie gesagt, dass der Bestatter die Originale an das Standesamt weitergeleitet hat.

    Hast du den Namen bzw. Kontaktdaten des Bestatters? Vielleicht hilft es auch, über die mal Druck auszuüben. Oftmals sind kleinere (aber auch größere Firmen) auf den Philippinen über Facebook erreichbar. Es kann dann natürlich auch sein, dass die Freundin das mitbekommt, wenn sie da jemanden kennt.

  • Ja mit dem Bestatter hatte ich auch schon mal über den Facebook Messanger Kontakt. Er meinte, dass er alle Unterlagen abgegeben hat. Ich habe ihr den Link geschickt und sie will morgen nochmal anrufen. Ich werde jetzt parallel nochmal online auf der Seite eine Urkunde beantragen. Ich danke euch vielmals und hoffe das es auf diesem Weg klappt