Aufenthalt im philippinischen Krankenhaus - Erfahrungsberichte

  • In den südostasiatischen Ländern kommt es immer mal wieder zu Infektionen durch Parasiten und Bakterien, egal, wie man aufpasst.

    Deswegen habe ich immer Tinidazol und Norfloxacin für den Notfall dabei. Beide sind verschreibungspflichtig, in einigen Ländern bekommt man sie aber auch über den Counter..


    In jedem Fall spart man sich dann diese ganze Tortur mit den gewinnorientierten Krankenhäusern. Vorsorge schützt die Nerven!

    Wogegen sind denn die beiden Medikamente hilfreich ?

    Tinidazol gegen Parasiten wie Lamblien, Amöbenruhr etc. und Norfloxacin gegen Bakterien. Letzteres wurde mir auch vom Arzt mal verschrieben.

    Metronidazol hilft ebenfalls und ähnliche Antibiotika.

  • Kann Ich mir nicht vorstellen.


    Ich würde ja ausdrücklich vom Siliman auf diese Klinik hingewiesen und dort hingeschickt.

    Stimmt, du hast Recht, das schliesst das mir Berichtete schon aus.


    Es würde auch (gesundheitstechnisch) wenig Sinn machen soetwas Ausländern oder Touris oder anderen Leuten aus welchem Grund auch immer vorzuenthalten.


    Also war das Gesagte Tsismis... :473:dontknow


    freut mich das es noch andere Member gibt die gute Erfahrungen machten

    Also von der Behandlung her - ich meine wie die Patienten auf zwischenmenschlicher Ebene behandelt werden - hatte ich bisher ebenfalls fast ausschließlich positive Erlebnisse! :pleased



    Ich bin irgendwann mal als walk-in-Patient ins Davao Adventist Hospital gegangen da ich mir einen Finger ziemlich schlimm angeknackst hatte und die Schmerzen nicht besser wurden - also Verdacht auf Knochenbruch, drum bitte X-Ray machen und nachkucken!


    Also rein, dem Guard die Situation erklärt ("Nein, ist kein emergency..."), dann zum Bezahlschalter - den Preis weiß ich nicht mehr genau, es waren aber unter 5k PHP, also völlig okay - und dann nach kurzer Wartezeit rein zum Arzt bzw. zu den nurses.


    Ich hatte meine kleine Tochter mit dabei (damals 5 oder 6 Jahre alt), zunächst dachte man es ginge um sie anstatt um mich, jedoch "neee, die kommt nur zum Zuckucken mit falls sie darf und um sicherzustellen dass es dem Papa gut geht..."

    -

    "Awwwww, so sweet!! Sure, come on in, don't worry, we will treat your papa very well!!! :pleased"


    Als ich dann mit den beiden nurses dort auch noch ein paar Worte in Bisaya gewechselt hatte war es natürlich ganz um sie geschehen... :rolleyes::blumen


    Sehr netter Smalltalk, danach wollte man ausführlich über den Unfallhergang und die Symptome Bescheid wissen; also sie haben an meinem kaputten Finger vorsichtig herumgebogen und -gezogen und gekuckt, gemacht, getan - das hätte ich garnicht erwartet!


    Die haben sich jedenfalls richtig Zeit für mich genommen, ich würde fast sagen mehr als notwendig! :thumb


    Danach kam das eigentliche X-Ray; das war ein Apparat der so aussah wie aus der Sovietzeit und der 2 Mann brauchte um ihn richtig zu positionieren!! :weia


    "Wo habt ihr denn diesen Karren ausgegraben, haben den die Japaner zurückgelassen?!? :D"

    -

    ":473 yeah I know, right? But hey, it still works.... :victory"



    Ehering ist beim Finger-Röntgen natürlich NICHT erlaubt, also "bitte alles Metallische entfernen"...


    "Sir, is that your wedding ring?"

    -

    "Yup..."

    -

    "Ohhh....... :("



    Also X-Ray gemacht, die Auswertung dauerte 3 Stunden(!), was mich bei dieser Steinzeit-Hardware aber auch nicht wunderte... :D

    Der Finger war zwar nicht gebrochen, aber am Gelenk angebrochen. Sehnen alle okay, sonst hätte ich ihn ja nicht bewegen können.


    Also was tun?


    So ein "Eis-am-Stiel-Stöckchen" haben sie mir drangemacht damit der Finger ruhig bleibt, und sie haben mir 2-3 Telefonnummern von Orthopäden aufgeschrieben an die ich mich wenden sollte um eine gute Heilung sicherzustellen.


    Zur Schmerzlinderung meinten sie "kauf dir ein paar Paracetamol in der Apotheke...", also sie wollten mich keinesfalls "hausintern abzocken" oder so!


    Passt! :thumb


    Danach nochmal Small-Talk über meine Tochter, wie lange ich schon hier lebe und wo und warum usw....


    Und zum Schluss gab es auch einen Lollipop für das Kind weil es so brav auf seinen Papa aufgepasst hat! :D:friends



    Keine Ahnung wie sowas in DACH ablaufen würde, aber ich war wirklich hellauf begeistert vom "Service" und der Anteilnahme die mir entgegengebracht wurde.


    Und vor allem dass die sich soviel Zeit für mich und mein eigentlich kleines "Wehwehchen" genommen haben - echt spitze!! :thumb

    Meditieren ist immernoch besser als rumsitzen und nichts tun

  • "kauf dir ein paar Paracetamol in der Apotheke..."

    Lernen die das in der Ausbildung ? Meine PH Schwägerin ist Krankenschwester und die

    kommt auch bei jedem Wewehchen mit Paracetamol.

    Von anderen Schmerzmitteln will sie nichts wissen ! Warum auch immer.

  • Meine PH Schwägerin ist Krankenschwester und die

    kommt auch bei jedem Wewehchen mit Paracetamol.

    Naja ist halt so wie mit Antibiotika - das ist auch das allererste das hierzulande bei jeder Beschwerde verschrieben wird - Diagnose nebensächlich... :blöd


    Allerdings; was willst du denn bei geringen Schmerzen anderes verschreiben als Paracetamol?! :dontknow

    Paracetamol oder Ibuprofen do their job very well. :pleased




    Ein anderes nicht sooooo positives Beispiel/Erfahrung:


    Irgendwann bekam ich einen "distress-call" von einem Nachbarn; "level4 bitte hol mich ab und bring mich ins hospital!"


    Der hatte massiv Wasser in den Beinen und auch Atembeschwerden, wofür er zwar Medizin hatte, aber es wurde nun einfach zu schlimm also der konnte kaum noch atmen usw...


    Also den Kerl ins Auto gepackt, zum Davao-Doc Hospital gefahren (gerast eigentlich!), dort vor der Emergency-Aufnahme geparkt, ihn im Schulterschluss zum Eingang gebracht und in den ersten sichtbaren Rollstuhl gesetzt.


    Ein Arzt (oder nurse, oder keine Ahnung was das war):


    "Sir, this is for emergencies only, please go around the corner to the regular entrance!"

    -

    "Junge, der Mann kriegt kaum Luft und kann auch nicht mehr alleine gehen...."

    -

    "No sir, please go to the regular entrance!"

    -

    "Will you push him there please, in his wheelchair, he needs immediate care!!??"

    -

    "No."


    Darauf mein Nachbar - Amerikaner seines Zeichens:

    "Dude, I really cannot walk any more, so please push me whereever you want, but I need a doctor!! So can we please do that NOW, bitch??!!"


    Der hat zum Angestellten wirklich "bi***" gesagt :dudu was ich natürlich nicht sonderlich cool fand... :rolleyes:



    Sie haben ihn dann jedenfalls durch den ER-Eingang reingeschoben und ich machte mich daraufhin schleunigst vom Acker. :halt


    Drinnen haben sie ihn dann stundenlang(!) warten lassen (ich kann mir schon vorstellen warum... ;)), aber am Ende kam er gesund wieder raus, das ist das Wichtigste!



    Kosten für die Behandlung und Art der Behandlung - I have no idea. :dontknow


    Allerdings:

    hätte er sich das "b****"-Wort erspart, dann wäre er sicher schneller drangekommen.... ;)



    Der Ton macht am Ende des Tages die Musik, auch im LKH! :pleased

    Meditieren ist immernoch besser als rumsitzen und nichts tun

  • Wie lange war er drinne?

    Für mich hört sich das nachn Kardiorenalensyndrom an.

    2-6 Tage Entwässerung idR mit Diuretika IV und entsprechender Ringerlösung ggf Elektrolyte und einfach abwarten bis der Körper das Wasser rausgepumpt hat. Alle 1-2 Tage Nierenwerte und Elektrolyte prüfen und ggf Dosis der Medikation anpassen. Zu viel Diuretika geht auf die Niere... zu wenig, entwässert zu wenig. Was das Volumen betrifft dito. Zu viel Ringerlösung ist nicht gut und kann überfordernd wirken, als auch zu wenig. Das muss wirklich engmaschig getrackt werden. Da kommts aber auf ne Stunde nicht drauf an.


    So doof wie das klingt, es ist kein Notfall sondern eine chronische Erkrankung. Mehr als IV und Sauerstoff gibt es da nicht. Bei wirklich massiven Ausmas Atrovent ( erweitert die Brönchen. Kennt der Asthmatiker sicher. Wenns so schlimm bei ihm ist, sollte/könnte er Atrovent auch schon zu Hause haben).


    Aber ja, wirklich schade das es teilweise Stunden dauert. Das ist in DE auch öfter der Fall. Deswegen bei Grenzwertigen Fällen RTW rufen. Da wirst gleich ins Arztzimmer geschoben sowie der nächste frei ist. Ob das in den Philis auch so ist weis ich nicht.

  • Wie lange war er drinne?

    Für mich hört sich das nachn Kardiorenalensyndrom an.

    2-6 Tage Entwässerung idR mit Diuretika IV und entsprechender Ringerlösung ggf Elektrolyte und einfach abwarten bis der Körper das Wasser rausgepumpt hat. Alle 1-2 Tage Nierenwerte und Elektrolyte prüfen und ggf Dosis der Medikation anpassen.

    Er kam am nächsten Tag wieder nachhause.


    Was da genau gemacht wurde und was das genaue Krankheitsbild ist/war kann ich dir leider nicht sagen.


    Aber ja, wirklich schade das es teilweise Stunden dauert.

    Worte wie "b****" einfach nicht sagen, dann werden Sie auch schnell geholfen - den Kapazitäten entsprechend natürlich. :)

    Meditieren ist immernoch besser als rumsitzen und nichts tun

  • .......

    Allerdings:

    hätte er sich das "b****"-Wort erspart, dann wäre er sicher schneller drangekommen.... ;)



    Der Ton macht am Ende des Tages die Musik, auch im LKH! :pleased

    Das ist der Knackpunkt. Der Ton


    Auch wenn es einem gelegentlich schwer fällt, ein freundliches Wort hilft meistens schneller weiter.

    Dabei ist mir auch klar. dass es Situationen gibt, in denen einem der Gaul durchgeht und Worte fallen, die in einer entspannten Situation nicht gesagt werden würden

    :334: ich bin süchtig, kann nicht anderst, muss wieder hin .......
    ..... bin angekommen 8-)


    so langsam bin ich zu alt um andern Menschen Honig um den Mund zu schmieren


    Ich bin nicht woke, nicht identitär, gendere nicht und halte auch nichts von Cancel Culture

    Vielmehr wurde ich erzogen, bin aufgewachsen und lebe in der festen Überzeugung, dass alle Menschen gleich sind,

    also was soll der Quatsch

  • An dieser Stelle auch zwei Fälle meinerseits. Der erste betrifft dabei mich selbst, der zweite den Bruder meines "Nachbarn":


    Vor etwa 3 Wochen hatte ich aufgrund zu hoher Harnsäurewerte im Blut erstmalig eine Gichtattacke, wie sich allerdings erst später herausstellte. Das ganze spielte sich im rechten Knöchel ab und war mit erheblichen Schmerzen verbunden. Ich ging dann montags in das örtliche Provinzhospital, wo der übliche Patientenandrang und die damit verbundenen Wartezeiten herrschten. Nach etwa 2 Stunden durfte ich dann erstmalig "ins Behandlungszimmer". Gewöhnungsbedürftig war dabei die Tatsache, daß gleichzeitig 3 oder 4 weitere Fälle anwesend waren und zum Teil zusammen mit Angehörigen direkt neben dem gerade "Behandelten" saßen. Positiv anzumerken ist allerdings, daß der Arzt die Ursche meines Leidens relativ schnell eingrenzen konnte. Ich wurde daraufhin ins Krankenhaus-Labor geschickt, wo meine Kreatin und Blood-uric Werte überprüft wurden. Anschließend gings mit der Auswertung zurück zum Doc, der die entsprechenden Medikamente verschrieb und kurz auf eine Ernährungsumstellung einging. So weit so gut. Die Arznei schlug auch entsprechend an, so daß ich 3 Tage später zumindest weitestgehend schmerzfrei war.


    Im Nachhinein zu bemängeln war aber, daß überhaupt keine Anamnese stattgefunden hatte. Erst aufgrund eigener Recherchen im Internet fand ich nämlich heraus, daß es sich bei einem der verschriebenen Medikamente (Colchizin) um ein toxisches Alkaloid der Herbstzeitlosen handelt, daß maximal bis zu einer Menge von 6 mg pro Behandlungszyklus eingenommen werden sollte. Verschrieben hatte man mir aber 20 Tabletten a 500 Microgramm also 10 mg. Außerdem darf Colchizin nicht zusammen mit dem Betablocker Carvedilol genommen werden, da dies zu einer Colchizin Toxität und in der Folge zu einem Multi-Organversagen führen kann. Ja und wie es der Zufall so will, steht Cardevilol seit mehr als 20 Jahren auf meinem "Speiseplan". Letztlich konnte ich die im Raum stehenden Gefahren abwehren, allerdings nur durch Eigeninitiative in Form von Internetrecherchen. Inwieweit dies die hiesigen Fischer und Farmer bei gleicher Ausgangslage ebenso machen würden, für die Ärzte nach wie vor als "Halbgötter in weiß" gelten dürften, möchte ich mir nicht ausmalen.


    Kommen wir zum zweiten Fall, der aufgrund mangelnder Detailkenntnis meinerseits noch keine Aussage bezüglich der medizinischen Situation im Lande und besonders in der Provinz zuläßt, den ich aber aufgrund seiner Bizarrheit an dieser Stelle doch erwähnen möchte.


    Am letzten Sonntag machten mich zwei unserer Angestellten darauf aufmerksam, daß unsere philippinische Nachbarin an der Gartenmauer stünde und mit mir sprechen wolle. Vorausschicken muß ich, daß diese Nachbarin Witwe ist und seit mehr als 20 Jahren in Berlin lebt. Seit einigen Jahren hat sie einen deutschen Freund, mit dem sie meist zwischen Januar und Mai auf den Philippinen weilt. Dieses mal allerdings kam man bereits im November letzten Jahres und hatte geplant erst Anfang Juni 2026 zurückzufliegen. Um die Vorgeschichte abzuschließen, sei an dieser Stelle vermerkt, daß dieses Mal erstmalig der ebenfalls in Berlin seßhafte Bruder des Freundes mitgekommen war. Und er ist die tragische Figur, in der nun folgenden Horrorgeschichte.


    Ich also zur Gartenmauer geeilt, guten Morgen gewünscht und gewartet, was denn wichtiges zu besprechen sei. Fragt sie mich doch, ob ich die Krücken noch brauche, die sie mir aufgrund meiner Gichtattacke eine Woche zuvor geliehen hätten. Da ich mittlerweile schmerzfrei gehen konnte, verneinte ich, ging schnell ins Haus, holte die Gehhilfen und reichte sie ihr über die Mauer. Unvermittelt begann sie dann und erzählte, daß ihr "Schwager" am Samstag aufgrund seiner Beschwerden in den Beinen zu einem Arzt hier in der Provinz gegangen sei, und dieser ihm nach kurzer Inaugenscheinnahme mitgeteilt hätte, daß da nichts mehr zu machen sei und beide Beine amputiert werden müßten. Der "Schwager in spe" sei darauf in eines der beiden Provinzhospitäler gegangen und habe dort die Nacht mangels eines freien Zimmers auf dem Gang verbracht. Sein Bruder (der gesunde!) wäre natürlich in heller Aufregung, und grüble darüber, wie es jetzt weitergehen soll. Der Kranke wäre allerdings selbst schuld, habe er doch seine Diabetestabletten seit längerer Zeit nicht mehr genommen und zum Teil sogar weggeworfen.


    Wie es in diesem Fall weitergeht, weiß auch ich nicht, da ich den gesunden Bruder mangels Anwesenheit bisher nicht sprechen konnte. Aus meiner Sicht wäre natürlich eine sofortige Rückreise nach Deutschland die erste Wahl, allerdings ist mir nicht bekannt, ob der Patient überhaupt noch transportfähig ist.


    Ich werde weiter berichten.


    The man

    "Wenn die guten Wahlen nicht von selbst kommen, müssen sie eben gemacht werden"!


    A. Merkel, U. v. d. Leyen, Heinrich Mann "Der Untertan"

  • Das ist der Knackpunkt. Der Ton


    Auch wenn es einem gelegentlich schwer fällt, ein freundliches Wort hilft meistens schneller weiter.

    Dabei ist mir auch klar. dass es Situationen gibt, in denen einem der Gaul durchgeht und Worte fallen, die in einer entspannten Situation nicht gesagt werden würden

    Leider sind die meisten Pinoys ziemlich nachtragend, wenn man sich mal im Ton vergriffen hat. Ist jedenfalls meine Erfahrung.

  • Das ist der Knackpunkt. Der Ton


    Auch wenn es einem gelegentlich schwer fällt, ein freundliches Wort hilft meistens schneller weiter.

    Dabei ist mir auch klar. dass es Situationen gibt, in denen einem der Gaul durchgeht und Worte fallen, die in einer entspannten Situation nicht gesagt werden würden

    Leider sind die meisten Pinoys ziemlich nachtragend, wenn man sich mal im Ton vergriffen hat. Ist jedenfalls meine Erfahrung.

    Stimmt. Selbst wenn sie es sind, die ein Chaps angerichtet haben, ist ihr beleidigt sein Potential enorm.

    :334: ich bin süchtig, kann nicht anderst, muss wieder hin .......
    ..... bin angekommen 8-)


    so langsam bin ich zu alt um andern Menschen Honig um den Mund zu schmieren


    Ich bin nicht woke, nicht identitär, gendere nicht und halte auch nichts von Cancel Culture

    Vielmehr wurde ich erzogen, bin aufgewachsen und lebe in der festen Überzeugung, dass alle Menschen gleich sind,

    also was soll der Quatsch

  • An dieser Stelle auch zwei Fälle meinerseits. Der erste betrifft dabei mich selbst, der zweite den Bruder meines "Nachbarn":


    Vor etwa 3 Wochen hatte ich aufgrund zu hoher Harnsäurewerte im Blut erstmalig eine Gichtattacke, wie sich allerdings erst später herausstellte. Das ganze spielte sich im rechten Knöchel ab und war mit erheblichen Schmerzen verbunden. Ich ging dann montags in das örtliche Provinzhospital, wo der übliche Patientenandrang und die damit verbundenen Wartezeiten herrschten. Nach etwa 2 Stunden durfte ich dann erstmalig "ins Behandlungszimmer". Gewöhnungsbedürftig war dabei die Tatsache, daß gleichzeitig 3 oder 4 weitere Fälle anwesend waren und zum Teil zusammen mit Angehörigen direkt neben dem gerade "Behandelten" saßen. Positiv anzumerken ist allerdings, daß der Arzt die Ursche meines Leidens relativ schnell eingrenzen konnte. Ich wurde daraufhin ins Krankenhaus-Labor geschickt, wo meine Kreatin und Blood-uric Werte überprüft wurden. Anschließend gings mit der Auswertung zurück zum Doc, der die entsprechenden Medikamente verschrieb und kurz auf eine Ernährungsumstellung einging. So weit so gut. Die Arznei schlug auch entsprechend an, so daß ich 3 Tage später zumindest weitestgehend schmerzfrei war.


    Im Nachhinein zu bemängeln war aber, daß überhaupt keine Anamnese stattgefunden hatte. Erst aufgrund eigener Recherchen im Internet fand ich nämlich heraus, daß es sich bei einem der verschriebenen Medikamente (Colchizin) um ein toxisches Alkaloid der Herbstzeitlosen handelt, daß maximal bis zu einer Menge von 6 mg pro Behandlungszyklus eingenommen werden sollte. Verschrieben hatte man mir aber 20 Tabletten a 500 Microgramm also 10 mg. Außerdem darf Colchizin nicht zusammen mit dem Betablocker Carvedilol genommen werden, da dies zu einer Colchizin Toxität und in der Folge zu einem Multi-Organversagen führen kann. Ja und wie es der Zufall so will, steht Cardevilol seit mehr als 20 Jahren auf meinem "Speiseplan". Letztlich konnte ich die im Raum stehenden Gefahren abwehren, allerdings nur durch Eigeninitiative in Form von Internetrecherchen. Inwieweit dies die hiesigen Fischer und Farmer bei gleicher Ausgangslage ebenso machen würden, für die Ärzte nach wie vor als "Halbgötter in weiß" gelten dürften, möchte ich mir nicht ausmalen.

    Erstmal gute Besserung.

    Ich hoffe Du findest die richtige Therapie und Medikation. Auf jeden Fall würde ich mir eine zweite und auch dritte Meinung dahingehend einholen.


    Ganz ahnungslos kann der Arzt nicht sein. Immerhin hat er auf eine Ernährungsumstellung hingewiesen. Die unvollständige Anamnese ist natürlich ein großer Fehler gewesen.


    Die Geschichte mit Deinem Nachbarn ist schon ziemlich seltsam. Medikamente nicht nehmen und dann kurz vor der Amputation stehen, das muß man erstmal bringen. Mir unbegreiflich, daß der nicht schon im Flieger nach Deutschland sitzt. Aber vielleicht übersehe ich da was.

  • Der Kranke wäre allerdings selbst schuld, habe er doch seine Diabetestabletten seit längerer Zeit nicht mehr genommen und zum Teil sogar weggeworfen.

    +++

    das ist selbstmord. amputation, kommt drauf an wie weit fortgeschritten. ein freund von mir hat so seinen rechten fuss verloren. meine tochter die an solchen amputationen teilgenommen hat, sagte das solche op's sehr (untertrieben) herausfordernd sind.


    ansonsten kann ich die hospitaeler in manila empfehlen. makati med, st lukes bonifatio u. asian hospital .

    wer mit den nachteilen leben kann, kann die vorteile geniessen.

  • Seit meinem letzen Gicht Anfall 2020, nehme ich regelmäßig Allopurinol 10mg. Seit dem Beschwerdefreiheit. Ausgelöst durch Holz hacken. So mein Orthopäde der den akuten Anfall mit Diclofenac Spritzen behandelt hat.


    Allupurinol kostet in Deutschland 24€ N3 Packung.

    „In unserem Land ist die Lüge nicht nur zu einer moralischen Kategorie geworden, sondern zu einem Grundpfeiler des Staates.“ (Alexander Issajewitsch Solschenizyn)

  • Hi,

    vor ein paar Jahren mußte ich auch zum Arzt in Butuan ( Manuel J. Santos Hospital ) auf Grund einer Mittelohr-Entzündung. Aircon und beim Auto/Busfahren offene Fenster - vertrage ich nicht mehr.


    Dies ist kein modernes Gesundheitscenter und somit voller einheimischer Patienten, was eine lange Wartezeit bedeutet. Da hat man Zeit, um sich die Räume genauer anzuschauen. Auf den Gängen voller Menschen sah es aus wie in einem Buncker mit verrosteten Rohrleitungen, frei liegenden Kabeln, fehlenden Putz und Farbe an den Wänden und schadhaften Fußboden. Das ist eigendlich die Aufgabe der Regierung für die Bevölkerung eine halbwegs gute med. Infrastuktur zu sorgen.


    Nachdem ich dann endlich in der Praxis/Zimmer bei einem HNO-Arzt war, habe ich kaum einen Unterschied in der med. Ausstattung erkennen können wie zu einer Arztpraxis in D. Auch die Behandlung war so, wie ich es aus Deutschland kenne. Die Ärzte praktizieren selbstständig und mieten sich in dieser Klinik nur ein. Die Behandlung mußte sofort bezahlt werden - aber so wenig, daß ich dies selbst gezahlt habe ohne an meine Versicherung weiter zureichen.

    Medizin gab es dann auch gleich im Eingangsbereich des Hopitals.


    Außer die lange Wartezeit kann ich nichts negatives sagen. Ich habe mich gut behandelt gefühlt.


    Amanar

  • Dieser Vergleich der Preise für medizinische Behandlungen in den einzelnen Ländern bringt überhaupt nix. Ist meiner Meinung nach auch nicht zulässig, da die Länder ja nicht in Konkurrenz zueinander stehen und die jeweiligen Gesundheitssysteme völlig unterschiedlich aufgebaut sind.


    Du vergleichst gerade das beitrags- und steuerfinanzierte Deutsche Gesundheitssystem, in dem eine Pflicht zur Krankenversicherung besteht, mit einem rudimentärem System auf den Philippinen, wo es allenfalls darum geht die Bevölkerung auf den 7.000 Inseln mehr recht als schlecht mit dem Nötigsten zu versorgen.

    Warum nicht? Als Privatpatient kann ich doch ziemlich genau die medizinischen Behandlungen und Preise vergleichen...ist nichts anderes als der Pizzapreis!

    Demokratie ist eine Einrichtung, die es den Menschen gestattet, frei zu entscheiden, wer an allem schuld sein soll :hi

  • Hallo,

    Ich war vor kurzem wegen einer "Dicken Backe", die zuletzt Tag und Nacht schmerzte, obwohl scheinbar kein Zahn(-Bett) entzündet war für 2 Tage im nahe gelegenen VRP (Privat) Krankenhaus.

    In der Emergency Station konnten sie die Ursache nicht finden zumal die "Allgemeine" Entzündlichkeit nach Blutbild nicht auf eine große Infektion hin deuteten.

    Erst am gleichen Tage bei einer chinesischen Ear, Nose Neck-Aerztin im Krankenhaus kam der (richtige) Verdacht auf, dass es sich um eine Entzündung im Zahnfleisch handelte. Sie wies mich für 2 Tage ins Krankenhaus ein. Ich buchte ein "Private Room mit zusätzlicher Liege" für rd. 3000,-P./Nacht.


    Das CT vom Kopf (27 k. P.) am folgenden Tag brachte den Beweis. Es handelte sich um einen Abszess im linken Unterkiefer, das war klar zu erkennen. Die Antibiotika per Infusion schlugen sofort an und ich konnte am 3. Tag entlassen werden - nachdem auch die Schwellung zurück gegangen war.


    Erfreulich war, dass von der Gesamtrechnung (inkl. Doctors fee) von rd. 92 k Pesos die Philhealth, bei der ich "lebenslang freiwilliges Mitglied" (wie meine Frau) bin (für monatlich rd. 600,- P.) rd. 1/3 gleich übernommen hat (von der Rechnung gleich abgezogen wurde)!

    Alles in allem war alles ok (bis auf vielleicht ein sehr kleines Bad).

    MfG.

    Wol23