Posts by Inselmensch

    Als Auslaender auf Mindanao sollte man die NPA eher als Gunstfaktor betrachten. Keine Gefahr und schraenkt andere Gruppen ein. Keine Ahnung, wieviele NPA-Mitglieder ich pro Tag sehe und spreche, es werden schon einige dabei sein und alle sehr zuvorkommend.


    Die Verengung auf Abu Sayyaf halte ich hingegen fuer sehr irrefuehrend und besonders gefaehrlich. Der Australier aus Ipil wurde NICHT von A.S. entfuehrt, sondern von lokalen Kriminellen, die es dann auf wundersame Weise sogar bis nach Manila ins Versteck schafften. Ich wuerde alles suedlich und inklusive Pagadian, ein sehr gefaehrlicher Fleck, als riskant betrachten. Als Angestellter mit einem Arbeitsauftrag traegt man gewissermassen ein T-Shirt mit einem Dollarzeichen aufgedruckt. Die Frage nach bodyguards stellt sich unmittelbar. Zudem ist das Arbeitsverhaeltnis wohlbekannt und verbreitet - Dank ARMM. Vertrauen in die Verwaltung haette ich keine.


    Das ganze kann schnell zu einem Himmelfahrtskommando werden, da, wie gesagt, die Aufenthaltsorte und der Terminplan bekannt sind. Bequemer geht's nimmer. Sofern der Job nicht aeusserst gut bezahlt ist, inkl. Gefahrenzulage, eine ausreichende Risikoversicherung abgeschlossen wurde (das letzte Loesegeld war nicht ohne), und eine 24/7 Sicherheit geboten wird, waere mir die Sache es nicht wert.


    Meine Einschaetzung ist allerdings vermutlich noch ein wenig zu positiv.

    Danke fuer die links. Die lag ich ja gar nicht so viel daneben. Der Pudding erinnerte mich ein wenig an Kaese. Das Tableazeug hat also rund 50% fett, wenn nicht mehr. Meine Guete. Ich vermeide Fett so gut es geht und dann die Bombe. Daher wurde der Pudding wohl auch nicht so schwarz.
    Mal sehen, ob ich noch etwas a la Kano bekommen kann. :) Mit mein wenig Glueck sollte das klappen und dann waere die leidige Importliste einen Eintrag kuerzer. Ist doch verrueckt, dass man Kakao in ein Anbaugebiet schleppen muss. Zumal der lokale anscheinend recht gut ist.
    Schokolade hat sehr viel Zucker und den mag ich auch nicht. Die Zuckerdosis beim Pudding habe ich um 80% gesenkt, dafuer sollte dann mehr Kakao rein.

    Ich hatte letzten Sonntag eine Krisensitzung in Sachen Kakao mit der Nachbarin. Auf meinen Bericht mit dem Streusandkakao konnte sie nur lachen und marschierte triumphierend in die Kueche. Zurueck kam sie mit 'tablea' von Kablon Farms in Tupi.
    Hier ein link zu der Firma: http://www.mindanews.com/busin…processed-fruit-products/


    Auf der Packung stand organic etc 100 % Kakao. Ich bin dann am Dienstag los und habe mir eine Packung besorgt. Mittwoch war es dann soweit. Diese tablea = Tabletten liessen sich leider nur sehr schwer in der Milch aufloesen und ich musste mich gehoerig anstrengen. Aber wo eine Sucht ist, ist auch ein Weg. Danach ging dann alles schnell. Gekocht, abgekuehlt und ab in den Kuehlschrank. Ein paar Stunden spaeter dann der Test. Schokoladengeschmack war gut nur fiel mir der sehr feste Zustand des Pudding auf. Auch konnte ich nicht wie ueblich alles sofort herunterschlingen. Irgendwie wurde ich immer langsamer. Nach der Haelfte der Ladung wurde ich mueder und musste mich ausstrecken. 90 Minuten spaeter gab's dann eine Anfrage an den Kreislauf und die einzelnen Organe und Muskeln. Nach laengerer Debatte schleppte ich mich dann in die Kueche und fuellte erst einmal einen Pott Kaffee in den Magen. Danach ein langsamer Spaziergang zu Kneipe und zurueck damit sich der Stein im Magen etwas nach unten verschieben konnte.


    Das Zeug ist die Hoelle. 100% Kakao ist richtig. Leider inklusive der Kakaobutter, die gibt's bei uns nicht mit dabei. Das Kakaofett haut die staerkste Magensaeure um und ich war noch am naechsten Tag leicht im handicap. Anscheinend hat der philippinische Kakao besonders viel Fett: http://crs.org/philippines/mak…world-safe-for-chocolate/


    Man kann auf dem Internet einiges zur Herstellung von Tablea lesen. Das haette ich besser auch gemacht naja. Jedenfalls eine tolle Methode fuer Suizid und aehnliche Vorhaben.
    Hier ein link aus US Zeiten ueber den Anbau: https://archive.org/details/cacaocultureinph00lyonrich


    Eigentlich gefiel mit der Gedanke sehr gut, dass ich nun auch hier ein lokales und organisches Produkt erhalten konnte. Daher bin ich zum fairtrade shop und die schauen nun, ob es auch Kakao a la Kano gibt.


    Hier noch etwas zur Qualitaet und den Abnehmern: http://www.rappler.com/busines…mpion-dumaguete-chocolate


    Bislang bin ich beim internet-surfen noch nicht auf feines Kakaopulver aus den phils gestossen. Aber das kann ja noch werden.

    Heute Abend war es soweit. Schokopudding war dran. Leider war mir der Kakao aus dem fernen Europa ausgegangen. Kein Problem. Zu den Supermaerkten und vergleichen. Im KCC gab's den einfach abgepackten Kakao. Sah aus wie Kakao, roch auch so. Ab in die Kueche und los ging's. Das Ergebnis war allerdings: Mist: Ein grobes Zeug und anstatt Schokopuddingfreunden gab's eine Art Sand zwischen den Zaehnen. So richtig kam auch nicht der Schokopush zur Geltung. Ich spare mir den Zucker weitgehend und schmeisse dafuer dann 2-3 Loeffel Kakao mehr in die Mischung, damit's richtig dunkel wird. Wirft jede suechtige Frau um, nebenbei bemerkt. Ich bin ueberrascht, dass man selbst bei so schlichten Dingen wie Kakao noch Mist bauen kann.


    Zusammengefasst: das Zeug taucht zum Flirteinsatz ueberhaupt nicht. Ich hatte noch relativ teure amerikanische Importe (Hershey's) gesehen. Doch von US-Lebensmitteln und dem Genmist halte ich mich lieber fern.
    Daher die Frage: Welcher Kakao bietet sich eher an? Gemeint sind die einfachen Produkte, die es in jedem Diskounter gibt.

    Im Ayala war ich auch mal fuendig geworden. Im Supermarkt beim Baecker auf der linken Seite. Leider meinte der trike driver hier in Gensan, dass sein Ding nicht seetuechtig waere... Also mal eben in den Laden reinspringen geht nicht.


    Alles sehr merkwuerdig. Eigenlich ist das alles Massenware, leicht zu transportieren und zu lagern, nicht kapitalintensiv, gute Gewinnspannen und trotzdem laeuft nichts.

    Lukullus ist also eine Nullnummer. Schon einmal gut zu wissen.


    Ich wundere mich immer noch, dass es in Angeles oder MNL nichts geben sollte.


    Letztes Jahr hatte ich mal eine Expedition in den Dschungel von Mactan gestartet. Es ging um eine deutsche Baeckerei, die es nicht mehr gab - sehr zum Leidwesen meines Magens. Der Baecker arbeitet angeblich nun als Koch in einem deutschen Restaurant/Verein in Cebu. Vielleicht hat jemand eine Idee. Der Punkt ist, dass der Baecker sein Mehl ja auch beziehen musste.


    In BKK gibt's die Firma Schmidt: http://www.choco-schmidt.com/food.php


    Einfach mal reinschauen und heulen.....


    Das waere was......

    Einen Teil der Widersprueche in der Diskussion ergeben sich doch durch die regionalen Unterschiede. Ich denke schon, dass Baguio einiges mehr kostet als eine Stadt auf Mindanao. Garmisch kostet auch meist mehr als andere Orte in Dland. Ein Condo in Manila ist sicherlich nicht billig. Berlin hat ebenfalls angezogen. Allerdings werden nicht allzu viele nach Baguio oder Makati wollen oder muessen.


    Die erwaehnte Preissteigerung ist natuerlich fuehlbar. In der Tat sind die Produkte auf dem Markt manchmal ebenso oder sogar noch teurer als im SM. In der Regel ist dies allerdings nicht der Fall. Das wird vermutlich auch Witterungsbedingt sein. Im Moment nerven mich die Tomaten, laeppisch aber was normal 30 Sekunden dauert muss nun gesucht werden (damit das Zeug auch geniessbar ist). Dies nur kurz als Beispiel. Die Fleischpreise auf den Phils bei guter Qualitaet sind wunderbar. Nicht nur wesentlich billiger als in Dland auch um ein vielfaches preiswerter als in Siam und Kambodscha. Ich lebe allerdings in erster Linie von Fisch (aus dem Meer) und das koennte ich mir sonst nicht leisten. Das Angebot an guten Gemuese auf dem dreckigen wetmarket ist auch recht gut, wenn nicht sehr gut. In Dland wuerde das einiges mehr kosten und nicht frisch aus der Region sein (ist ja klar bei dem Klima).


    In Sachen ertraeglicher Restaurants ausserhalb der grossen Zentren, inkl. Angeles, sieht's allerdings mager aus. Daher ist selbst kochen angesagt. Eine gute Kueche, auch Expat-Kueche, wie in anderen Laendern in Suedostasien findet man kaum. Aber selbst ist der Mann. Das fuehrt dann zu sehr erstaunlichen Ergebnissen. Nach laengerer Zeit war ich kuerzlich mal wieder in Siam und - siehe da- das gute Streetfood war nicht mehr so toll. Auf einmal schmeckte ich das ganze Sodium und den anderen Mist. Von daher komme ich noch besser klar. Eine gute Pizzeria, einen sauberen Inder, Doner sowieso, und einen richtigen Baecker vermisse ist jedoch sehr.

    Wir haben hier im Forum eine kleine Anzahl von hilfreichen threads zu einzelnen Produkten. Kaffee ist ein Beispiel. Da haben wir die Qualitaet und Preise der verschiedenen Marken und Angebote zusammengebracht. Muss vielleicht mal wieder ergaenzt werden, aber sei's drum.


    Roggenmehl bedeutet fuer mich erst einmal Roggenmehl in den Philippinen. Das Mitbringen von Roggenmehl ist eine Loesung, aber die wird sich Sowath und andere auch schon ueberlegt haben.


    Es waere sicherlich hilfreich, wenn wir hier einfach einmal verschiedene Angebote mit Ort und Adresse einstellen. Ob das Produkt gut oder nicht ganz so toll, der Preis hoch oder billig erscheint ist erst einmal unwichtig. Es geht um Verfuegbarkeit. Danach dann die Bewertung. In der Not frisst der Teufel Fliegen.


    Bislang hatten wir Swiss Deli in Davao mit quantitativ sehr begrenzten Angebot und ca 300 Peso pro Kg.


    Auf dem Internet gab's verschiedene Anbieter in Manila. Allerdings mit fehlendem Versand in die Pampa.


    Lukullus in Bacolod und Manila/Quezon City haben ordentliche Preise aber leider 'no stock' laut Webseite.


    Was hier vielleicht am praktischsten waere: Eine Liste mit Laeden, wo man einfach reingeht und kauft. Also wenn man durch Manila kommt, vielleicht sogar Nahe am Flughafen oder der MRT, eben reinspringen und mitnehmen. Kurzum: praktisch waere super.


    Vielleicht verkauft der eine oder andere Baecker auch Mehl. Das wuerde dann vermutlich auf Angeles, Manila, Cebu zu treffen. Swiss Deli ist eben so ein Beispiel.



    Die verschiedenen Nachschubwege per Luftpost, COntainer, BB-Box haben erst einmal nicht viel mit Roggenmehl zu tun. Daher eher ein anderes Thema.

    Ich denke auch, dass dies fuer den einen oder anderen interessant sein kann. Es ist eine Frucht, die nicht jeder auf die schnelle im Garten anbauen kann. Dazu kommen die oft sehr hohen Preise fuer Trauben im Supermarkt. Der haeufig vulkanische Boden muesste doch auch geeignet sein. Das Thema Wein oeffnet natuerlich eine Pandorabuechse von Problemen, aber der Traubenverkauf sollte machbar sein.
    Ich hatte in Thailand einmal Trauben am Strassenrand gekauft. Das war 2003 zwischen Saraburi und Korat, irgendwo in der Gegend nahe des Staudamms. Die Dinger wuchsen auf einem Feld direkt am Highway. Waren sehr gut als Obst, ob fuer Wein geeignet kann ich nicht beurteilen. Die Weinkenner in BKK damals hatten kein gutes Wort fuer die thailaendischen Produkte uebrig.


    Die Situation erinnert mich an jene mit den Orangen/Mandarinen. Man bekommt den letzten Dreck aus China zu hohen Preisen oder Ware aus sehr fernen Gegenden, aber nichts lokales. Auch hier hat Thailand gezeigt, dass eine Mandarinenkultur moeglich ist.


    Mir fehlen jedenfalls eine paar frische Weintrauben und einige gute Orangen. Ich bin bestimmt nicht der einzige und da sollte es einen Markt geben.

    Den Mythos der primitiven Ureinwohner sollte man besser sehr einschraenken, wenn nicht ganz verschrotten. Ein Besuch im Museum von Butuan reicht schon und man sieht das Gegenteil. Eine entwickelte arbeitsteilige Gesellschaft mit ausgepraegten Schiffsbau von Typen, die auch lange Strecken bewaeltigen koennen. Bergbau, feudale Herrscherschicht/klasse, Haendler etc. Dazu vergisst man dann noch die sehr alten Beziehungen bis nach Arabien. Diese natuerlich durch Muslime.


    Die Bergstaemme waren uebrigens nicht immer Bergstaemme. Im Bereich Vigan wurden sie aus den fruchtbaren Kuestenlandschaften von den Herren Spaniern verdraengt (abgeschlachtet) und flohen dann in die Berge.


    Ich hatte mal auf dem TElLLY gesehen, dass die DNS von Staemmen in Suedamerika (CHile) die Verbindung nach Ostasien nachwies und zwar unabhaengig der Einwanderung ueber den Norden. Vielleicht gibt;s da ja eine Verbindung.


    Dann sollte man auch an Indonesien denken..... Das Vorhandensein von Terrassen wird mittlerweile auch chinesischen Imperialisten (anders kann man die Bande kaum noch bezeichnen) als Nachweis der chinesischen Dominanz der ganzen Region bewertet. Duemmer geht;s nimmer.


    vielleicht waren ja die Vorfahren der Indonesier, Ifugaos, Inkas, und all der anderen Orten mit Terrassen einfach nur viel schlauer, als wir denken. Selbst im Rheintal wurde terrassiert wenn's denn um den guten Alk ging (mal sehen, wann das erste chinesische Kanonenboot an Koeln vorbei nach Mainz kommt). Landmangel in vorindustriellen Gesellschaften fuehrte auch zu diesen ewiglangen Steinmauern, die die Leute Stein fuer Stein mit Steinen vom Feld aufschichteten. Deshalb denke ich, dass dies keine Megaprojekte waren, sondern es eher wie in Tondo zuging. Man baute anstatt eines Raumes, eben eine Terrasse mehr an. Die Struktur der Haenge, Wasserlaeufe, Bevolkerungsdruck etc. koennen dann die Dynamik erklaeren.


    Dies sind natuerlich alles nur Kombinationen. Deshalb sind diese neuen Ergebnisse sehr bedeutend. Ich finde es gar nicht schlimm, wenn die Dinger nicht ganz so alt sind. Es zeigt sich dadurch schoen, dass sich die Leute nicht 1500 Jahre auf dem Erbe der Vorfahren ausgeruht haben. Im Gegenteil, die schufteten und waren kreativ und produktiv genau dann als die Herren Raubritter ankamen.


    Ich finde jedenfalls die Terrassen sind ein wunderbares Beispiel fuer nachhaltiges wirtschaften in einer marginalen Region. Davon koenne wir noch viel lernen, denn es wird ja immer enger auf dem Planeten.

    sieht schlecht aus. Eine Freundin war im Februar dort. Sie ist mit einem Fischer von den Sarangani Inseln dorthin. 30 Min Kaffeetrinken und dann wieder zurueck. War natuerlich illegal, aber als pinay ging's dann doch.


    Die ab und zu diskutierte Verbindung nach Glan existiert nicht.

    Ganz nebenbei:
    Die zahlreichen internationalen Cebu P. Fluege gehen schon seit Jahren von NAIA 3 ab. Neuerdings wohl auch ANA (wenn mich mein Gedachtnis nicht taeuscht). Die Abflughalle wurde bislang allerdings nicht vollstaendig genutzt. Eng wird's vermutlich schon.
    Mal sehen was sich dann im Laden und Fast Food Bereich tut.

    trivial
    Darum ging's mir doch. Du vermischst da eine Vermutung mit den "Fakten." Letztere sind natuerlich nicht immer wasserdicht und wir erfahren meist eh nur wenig. Daher warnte ich und wendete ich mich gegen solche Zusaetze. Es sei denn Du hast dafuer konkrete Beispiele, die fuer viele hier sehr interessant waeren.


    Wir sind also nicht sehr weit voneinander, allein in dem Punkt, was man sich so alles vorstellen kann. Da rate ich zur Abstinenz. Denn die Vorstellungskraft sagt, wie schon oben erwaehnt, mehr ueber den Poster als ueber die Phils aus.


    Bei dem letzten leicht unbeabsichtigten Besuch von Sowath und mir bei der MNLF in Sultan Kuderat Provinz gingen uns auch einige flotte Gedanken durch den Kopf. War aber alles falsch und das war gut so. Dieser Zufall machte uns ein wenig schlauer (als wir ohne sowieso schon sind) und die Lehre war eben mehr auf die paar Fakten, die wir haben, zu schauen als zuvor.


    Ich bin z.Z. nicht im Lande, sondern auf dem benachbarten Festland. Durch Zufall lernte ich einen Expat kennen, Muslim, und er war voellig ueberrascht, wie viel ich ueber seinen Heimatort, seine Nationalitaet, seinen Stamm und auch noch dessen Geschichte, inkl. der schwarzen Seite, wusste. Die Verbrechen der Urgrossvaeter liegen bald 100 Jahre zurueck und wir haben uns darueber angeregt und ganz locker ausgetauscht. Mit anderen Worten, religioese und andere Unterschiede, die man 'objektiv' konstatieren konnte, waren weniger wichtig als die gemeinsamen Werte (Demokratie, Menschenrechte). Als Deutscher ist man ja nun wirklich auch nicht unbedingt ein Rechtsradikaler. Vielleicht bringt's mehr, wenn man sich den Leuten - sofern man die Moeglichkeit hat - von dieser Seite her anzunaehern.

    Wie bereits bemerkt, ist die Gewalt nicht wahllos und steht meistens in einem breiteren Kontext. Das muslimische Gruppen wahllos auf christliche Doerfer, Stadtteile oder einzelne Einwohner losgehen habe ich im Sueden bislang nicht erlebt. Die politische Gewalt orientierte sich durchaus NICHT an religioesen Unterschieden. Siehe Ampatuans und auch Konflikte zwischen muslimischen Gruppen. Daher waere ich trivial dankbar, wenn er sein Glaubensbekenntnis ("aber ich glaube, sie haben viel weniger Skrupel, wenn sie einen Vorteil
    sehen, vor allem gegenüber andersgläubigen Filipinos und Ausländern.
    Ganz nach dem Motto, Allah hat es so gewollt.") ein wenig mit Material unterlegen koennte.


    Ich bin bei solchen Konstruktionen ein wenig skeptisch, weil wir allzu leicht unsere eigenen Vorurteile auf andere projezieren. Mit anderen Worten, wir trauen 'denen' alles zu und daher wird's wohl so sein. Naja....


    Meine eigenen Erfahrungen in NPA Gegenden auf Mindanao waren ausgesprochen positiv. Sehr sicher, da diese Leute den lokalen Verbrechergruppen (in Uniform und ohne, gewaehlt und nicht gewaehlt) engere Grenzen zogen. Was sollte vielleicht mit seinen Fragen nicht zu tief bohren, das koennte missverstanden werden.


    Mir sagte einmal eine kompetente Person auf die Frage nach der NPA in der Gegend: Wir sind alles Filipinos und als solche sehr gastfreundlich.... Na, da wusste ich doch gleich, dass alles in Butter war.


    Also immer die Ohren spitzen.

    Kropotkin
    Du gehst da einem Mythos auf den Leim. Die einfachen Pinoys moegen die Muslime gehasst haben (und tun's noch immer) wegen der Sklavenjaegerei/Piraterie, aber den Herrn Spaniern waren die Herrn Sultane und Datus gar nicht unangenehm. Sicherlich gab's immer mal wieder Aerger, aber grosso modo war man sich einig. Ein kurzer Blick in die Kataloge in Manila und Dir werden die Augen uebergehen. Das Gesindel verstand sich praechtig. Hier und da machte ein Dato mal Aerger, weil der Bruder anerkannt wurde und nicht er. Solche Angelegenheiten wurden dann aber bald und eintraeglich geregelt. Die paar Soldate und Kanonenboote waren nicht ausreichend, um die Bevoelkerung zu kontrollieren. Es reichte fuer die Stuetzpunkte und Schiffskontrollen. Die Bevoelkerung wurde daher meist von den Herrn Datus/Sultanen bei Stange gehalten.


    Vielleicht sollten wird noch eines bedenken: Wir muessten vermutlich die Frage ein wenig veraendert stellen - in etwa so: Warum hat sich Spanisch nicht in den zentralen Orten und Ebenen durchgesetzt. Also Mindanao, Ifugao und Plaetze, wie z.B. inner Mindoro, mal aussen vor lassen.


    Es ist schon bemerkenswert, wie wenig in Cebu, Vigan und Manila vorhanden ist. Da gab's ja dann doch relative starke Gruppen von Spaniern, Bibliotheken, eine ausgebildete Kirchenhierarchie, Handel, etc.


    Es kann natuerlich durchaus sein, dass man nach den verhassten Kolonialherren auch schnellstens deren Sprache loswerden wollte. Ich kenne einige alte Familien, z.B. aus Andalusien, die haben die Sprache auch vollstaendig aufgegeben. Innerhalb von 1 Generation (= 2 weil der Olle eben ueber knapp 50 Jahre Nachwuchs im Akkord produzierte).

    reismehl
    Das Geburtsregister und damit auch die gesamte Namensgeschichte lief, wie bei uns sehr viel frueher, ueber die lokale Kirche und das Taufbuch. Die Nachnamen werden sich natuerlich kaum aendern.


    Strassenbau:
    Es gab unter den Spaniern ein groesseres Projekt auf Mindanao. Das war die Strasse von Iligan nach Marawi. Diese diente vor allem militaerischen Zwecken, um die Herrn Muslimen auf dem Berg die Vorzuege moderner Artillerie und anderer feiner Sachen vor Augen zu fuehren.


    Ansonsten waren auf den Phils, aehnlich wie in Indochina und Thailand die highways die Fluesse. Nicht umsonst hat man Cotabato gegruendet. Man wollte den Rio Grande kontrollieren. Die Kuestenstuetzpunkte waren ebenso strategisch. Also insgesamt eine moeglichst kostensparende Machtausuebung mit minimalen Investitionen. Letztere dienten zur Abschoepfung der lokalen Produktion, Verhinderung von Widerstand, und der Abwehr von Konkurrenz (Hollaender, Briten, Portugiesen und den Rest der Bande).


    Wir sollten uns in Sachen Phils und Spanier also von den Vorstellungen eines Staates, jedenfalls so wie wir ihn kennen, verabschieden. Die Leute bekamen nichts. Nicht umsonst waren es gerade Leute, die nach Europa kamen, z.B. Rizal, denen die Augen aufgingen und mit den Spaniern brachen.


    Das Zamboanga Spanisch spricht erklaert sich aus der sehr langen und starken spanischen Praesenz. Da wurde richtig in Verwaltung und Militaer investiert. Einer der wichtigsten Flottenstuetzpunkte. Verbannungsort, d.h. es kamen auch Zivilisten dorthin.


    Die Materialien sind uebrigens sehr schon erfasst in Manila einzusehen. Leider nur fuer's 19. Jh. Davor gibt's praktisch nichts. Aber immer noch schoen zu sehen, wie sich die Herren Pfaffen und Datus wunderbar verstanden haben. Pack schlaegt sich, Pack vertraegt sich - solange die Kasse stimmt. Daher sollte man auch den Mythos des jahrhundertelangen muslimischen Widerstandes sehr nuechtern betrachten. Hier versuchen einige Klans ihre eigene dreckige Waesche unter einem Mantel des Vergessens verschwinden zu lassen.


    Das sich in Sprache vergleichsweise wenig getan hat, sie man schon daran, dass Mindanao noch immer ein Mekka fuer Sprachwissenschaftler ist. Hier ein Karte: http://imphscience.files.wordp…/2013/10/illustration.jpg


    Hier etwas komplizierter: http://www.ethnologue.com/map/PH_s


    Die Karten zeigen, dass die Durchdringung der lokalen Gesellschaften noch nicht voellig abgeschlossen ist. Leider werden Internet und TV bald damit aufraeumen.