Posts by The man

    Habe mir jetzt gerade nochmal meinen vorherigen Post angesehen und festgestellt, daß der eventuell etwas widersprüchlich rüberkommen könnte. Es ist natürlich nicht so, daß ich mich jedesmal über eine Rücksichtslosigkeit echauffieren und deshalb an einer "chronischen Handversteifung" leiden würde. Im Gegenteil, ich rege mich (auch im Stillen, ohne es nach außen zu zeigen) eher selten auf. In 95% der Fälle nehme ich die Situation zwar als rücksichtslos wahr, lasse diese aber nicht weiter an mich heran. Sicher wäre es fatal, bei allem gleich ein Tohuwabohu zu machen und würde die Lebensqualität, die hier zweifellos gegeben ist, drastisch senken.


    Soweit zur Klarstellung für alle, die sich ansonsten die Frage stellen könnten, warum jemand wie ich hier lebt/leben kann.


    The man

    Macht es dir persönlich denn Spaß, dich so zu verbiegen?


    Ist es so schlimm die eigene Rhetorik etwas anzupassen um Leute nicht ruecksichtslos vor den Kopf zu stossen? Weder bereitet es Spass noch verdirbt es Spass!


    LG Carabao

    So weit so "gut".


    Und was macht der gemeine Filipino um Dich (uns) nicht rücksichtslos vor den Kopf zu stoßen? Lässt er Dich das nächste Mal in die Lücke vor ihm fahren, stoppt er den Potentiometer seiner Karaokemaschine bei 85 dB, bringt er seinen Muell kuenftig zum Container anstatt seine Altreifen auf dem Nachbargrundstueck zu verbrennen oder gibt er Dir bei einem Geschäft den regulären Preis ohne Touristenzuschlag? Oder muß der Pinoy garnichts machen und das ist nur eine einseitige Sache, weil Du Gast, ein Ausländer in einem fremden Land bist?


    Nicht falsch verstehen. Ich protestiere in der Regel nicht und ich werde deshalb auch nicht laut. In den meisten Fällen akzeptiere ich das Verhalten der Pinoys, auch wenn sich manchmal die Faust in der Tasche verkrampft. Was kann man auch anderes machen. Dennoch wird es erlaubt sein, Dinge beim Namen zu nennen. Auch wenn es nur innerhalb der Familie, unter Freunden oder wie hier in einem Forum der Fall ist.


    So wie Du es beschreibst, kann ich es zwar nachvollziehen und es mag für Dich der richtige Weg und Maßstab sein. Für mich wäre er es nicht, ohne daß ich soweit gehen möchte wie yberio45, der bei der Beurteilung philippinischen Verhaltens sogar den gesunden Menschenverstand ausblenden möchte!


    The man

    Aktuelles Beispiel bzgl. Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft von heute morgen:


    Meine Freundin bringt ihren 78jaehrigen Vater zum Arzt. Beim Aussteigen aus dem Tricycle fällt der alte Mann auf den Boden und kann sich nicht mehr erheben. Seine Tochter bemerkt dies zuerst nicht, da sie mit dem Zahlen des Fahrgeldes beschäftigt ist. Erst als sie selbst das Tricyle verlässt, sieht sie Ihren Vater hilflos am Boden liegen.


    In unmittelbarer Nähe des Vorfalls saßen etwa ein Dutzend Filipinos (vor der Arztpraxis) und schauten lediglich interessiert zu. Kein einziger machte auch nur den Versuch, dem alten Mann aufzuhelfen (der ganze Vorgang dauerte übrigens eine gute halbe Minute!).


    Ich höre jetzt schon wieder die Einwürfe einiger Gutmenschen, daß dies genauso auch in Deutschland passieren könne. Ja, stimmt. Aber es passiert eben auch hier!


    Also hört auf, die Filipinos als "unverdorbenes Naturvolk" zu glorifizieren!

    Jetz nochmal zur Klarstellung und zum Verständnis für alle, insbesondere für yberion45.


    Ich habe an keiner Stelle gesagt, daß Filipinos BESONDERS rücksichtslos oder rücksichtsloser als alle anderen Nationen seien. Vor allem habe ich niemals behauptet, daß das von mir kritisierte Verhalten kulturell bedingt sei. Im Gegenteil, meine Aussage war, daß das Verhalten der Pinoys in manchen Bereichen eigentlich verwundert, glaubt man dem, was die Wissenschaft über Sozialisierung und Gruppenverhalten behauptet. Im Anschluß habe ich die Forumsmitglieder gefragt, wie es kommt, daß jemand rücksichtslos sein kann, der eigentlich vornehmlich dazu erzogen wird, sich in Gruppen einzuordnen. Als vielleicht etwas provokante These stellte ich schließlich zur Diskussion, daß der Filipino sich dann nicht normengerecht verhalte, wenn er sich in einem anonymen Raum bewege. Das ganze als Frage an die Forumsmitglieder gerichtet, nicht als unumstößliche Behauptung!


    Sollte man mir weiterhin den Begriff "Kultur" als Totschlagargument vorhalten, bitte ich doch einmal darüber nachzudenken, was wir heutzutage alles als Kultur bezeichnen. Es gibt da z. B. eine Willkommenskultur, eine Kultur des Wegsehens, eine Popkultur, Fankultur, Esskultur u.s.w. Was ich damit sagen möchte, Kultur sind nicht nur Mozart, Goethe, Rizal, Barock, die Französische Revolution oder die Hethiter (für yberion45). Kultur ist für mich, nebem dem, was man ursprünglich unter diesem Begriff versteht, all das, was "Usus" ist. Das, auf das man sich als Volk verständigt hat, wie elizaliz so schön sagte.


    Ich als Einzelner muß das, auf was man sich in einem Land geeinigt hat, tolerieren: Ja!


    Ich als einzelner muß das, auf was man sich in einem Land geeinigt hat, akzeptieren: Ja!


    Ich als einzelner muß das, auf was man sich in einem Land geeinigt hat, gutheißen: Nein!


    Ich kann ein Verhalten sehr wohl anders wahrnehmen und beurteilen. Mehrheit hin oder her. Interessant ist dabei der Maßstab für die Beurteilung eines Verhaltens, auf den ja auch unser lieber yberion45 hinauswill. Wird dabei der philippinische angelegt, dann ist natürlich klar, wie die Sache ausgeht, man hat sich ja als große Mehrheit auf eine gemeinsame Linie verständigt. Aber ist das wirklich der richtige Weg, immer nur zu schauen, wie machens "die Anderen"? Folge ich diesem Pfad und lege bei ähnlichen Fragen immer nur den Maßstab des jeweiligen Landes oder Volkes an, dann müßte ich alle Bräuche, Riten, Gepflogenheiten und Verhaltensweisen dieser Erde nicht nur akzeptieren und tolerieren, sondern auch gutheißen, seien sie noch so schlecht, grausam, menschenverachtend und was auch immer.


    Nirgends dürfte Kritik geübt werden, da man sich in den jeweiligen Ländern ja auf eine gemeinsame Linie verständigt hat. Duterte hat gerade jetzt wieder eine Zustimmungsrate von über 80% der Bevölkerung erhalten. Wenn ich einige Member beim Wort nehme, dann hätte ich also die "extra judical killings" gutzuheissen, haben sich doch mindestens 80% des Volkes auf das gemeinsame Morden verständigt.


    Mein Maßstab sind im übrigen der gesunde Menschenverstand, Humanismus und eine gewisse Lebenserfahrung.


    Und an level4 gerichtet:


    Du fragtest, was mir sonst noch an Rücksichtslosigkeiten der Filipinos auffiele, wenn ich durch die Straßen liefe. Meine Antwort lautet: Nichts!


    Die Filipinos sind ein freundliches Volk. Sie sind meist zurückhaltend, haben ein etwas merkwürdiges Verhältnis zu Geld und zur Umwelt und sie sind vielfach rücksichtslos im Straßenverkehr! Das wars dann aber auch schon.


    The man


    P.S. Auch mir ist es eine Freude, level4!

    Hahaha,


    yberion45, nimms doch nicht persönlich. Jedem seine Meinung. Irgendwie scheinst Du mir eher ein Problem mit Deutschland und den Deutschen zu haben.


    Ich fühle mich hier auf den Philippinen seit beinahe 10 Jahren sehr wohl. Allerdings bin ich gewohnt, meine Meinung zu sagen und Sachverhalte zu hinterfragen, wenn es mir notwendig erscheint. Auch in der Türkei, wo ich 10 Jahre arbeitete kam ich gut zurecht. Dort ging es suedlaendisch-chaotisch zu, aber ich habe das niemals als rücksichtslos empfunden.


    The man

    Aber dann bitte auf der rechten von zwei oder mehr Spuren. In der Stadt fahren die Tricycle aber in der Regel deutlich langsamer (10-20 km/h [ohne Stau]) und des öfteren in der Mitte von zwei Spuren. Ist das dann der sogenannte "FREE STYLE"?

    Ja, ist es!

    Schau mal ganz genau hin: die Trike-Fahrer sind meistens die die am schnellsten ans Ziel kommen obwohl sie nur mit 10km/h unterwegs sind!

    Dieses "neue Spur aufreissen" ist in Asien also ueberall dort wo es Trikes und Tuktuks gibt die Natur der Sache.

    Da hilft alle Deutschtuemelei ueberhaupt nix.

    Deutschtuemelei:= aufdringliche Betonung des Deutschtums (abwertend, spoettisch) mit typischen Verbindungen zu Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus

    (Quelle: Digitales Woerterbuch der Deutschen Sprache)


    Mein lieber level4,


    Du wirst sicher verstehen, daß ich mir diesen Schuh nicht anziehen muß, insbesondere, da mir vorgeworfen wird, die falsche, da nicht passende Sprache zu verwenden!


    Bezüglich der Tricycle-Fahrer und ihres "schnelleren Fortkommens" mag das "als erste ans Ziel kommen" tatsächlich so sein. Wenn ich Dich richtig verstehe, liegt es Deiner Meinung nach daran, daß die Fahrer entstehende Luecken nutzen, "neue Spuren auftun" und sich einfach clever durch den Verkehr schlängeln" (FREE STYLE eben). Auch das mag stimmen. Bis auf den Begriff "clever", den ich an dieser Stelle nicht gelten lassen möchte.


    Du wirst mir sicher zustimmen, daß es bei einer derartigen Fahrweise neben "Gewinnern" (Tricycle-Fahrer, Fahrgäste) immer auch "Verlierer" (übrige Verkehrsteilnehmer) geben wird. Natürlich ist ein Einheimischer an derartige Situationen gewohnt und wird deshalb, auch wenn er behindert wird, nichts anstößiges dabei finden. Manche werden das "selbst nicht in die Lücke fahren" sogar als Rücksichtnahme gegenüber dem Tricycle-Lenker bezeichnen. Aber ist das wirklich so? Bin ich ruecksichtsvoll, wenn ich abbremse, um einen Unfall zu vermeiden, der durch das ruecksichtslose Verhalten eines anderen zwangsläufig stattfinden würde? Jetzt entscheide selbst, welchem Verhalten in obigem Beispiel Ruecksichtnahme und welchem Ruecksichtslosigkeit zugrundeliegt.

    Erinnere ich mich richtig, wurde einem der Diskutanten innerhalb dieses Threads nahegelegt, "aufmerksamer" zu lesen.


    Ich hatte an keiner Stelle geschrieben, daß es mir "egal" sei, was mit dem sortierten Muell geschehen würde. Ich sagte lediglich , daß ich die anschließende Verfahrensweise nicht beeinflussen kann.


    Zeitverschwendung? Ja, das mag momentan der Fall sein. Verhalte ich mich deshalb aber ruecksichtslos? Sicher nicht! Das waere m. E. erst dann der Fall, wenn ich meinen Hausmuell aus Bequemlichkeitsgründen und um letztlich Zeit zu sparen anstatt zu einem Container oder an die Straße zu bringen, einfach auf das unbebaute Grundstück des Nachbarn würfe.


    Wo liegt jetzt der Unterschied zwischen dem Verhalten des andere Verkehrsteilnehmer nötigenden "Dreirad-Taxlers" und einer Muellentsorgung zu Lasten des Nachbarn (auch wenn dieser vielleicht nicht vor Ort wohnt)? In beiden Fällen verschafft sich jemand auf anderer Personen "Kosten" einen Vorteil. Ist das jetzt "clever", "FREE-STYLE", "leben und leben lassen" oder eben nur rücksichtslos?


    Liebe elizaliz,


    ich gebe Dir in allen diesen Punkten recht.


    Es geht, wie Du sagst, darum, "wie die Beteiligten den Umgang miteinander empfinden".


    Aber sind wir, die wir auf den Philippinen leben, nicht auch Beteiligte? Selbst einem Urlauber, der hier seine 3 oder 4 "schönsten Wochen des Jahres" verbringt, würde ich dieses Recht nicht absprechen. Der eine empfinndet eben gewisse Dinge für sich in Ordnung und bezeichnet sie als "FREE-STYLE", während ein anderer von Ruecksichtslosigkeit spricht.


    Adaptieren heißt tolerieren! Einverstanden! Aber niemand ist gezwungen, in seinen Augen schlechte Gewohnheiten, zu übernehmen.

    Ich finde es sehr rücksichtsvoll dass es auf den Phils fast überall extra priority lines für senior citizens, Schwangere und Leute mit kleinen Kindern gibt.


    Hat man in DE nicht in dem Ausmaß.

    Ja, das stimmt. Aber hast Du Dich einmal gefragt, warum das so ist? Könnte es vielleicht der Fall sein, daß ansonsten unsere lieben senior citizens und Schwangere etc. "völlig unter die Räder", sprich, nicht in die Bahn, den Bus, an einen Sitzplatz etc. kämen?


    Man nehme nur mal das Verhalten der Verkehrsteilnehmer an Zebrastreifen. Das Überqueren der Straße an diesen gesonderten Stellen ist nicht nur für die Gruppe der Senioren, sondern für alle Fußgänger z. T. lebensgefährlich. Ja, ich weiß, "FREE-STYLE", "Gedankenlosigkeit", "Gleichgültigkeit". Ich nenne es nach wie vor Rücksichtslosigkeit.


    The man


    The man

    Mein werter Vienna,


    hier, wie gefordert, meine Quellen:


    Kultur Knigge - Philippinen

    Alfredo and Grace Roces

    Verlag Simon & Magiera

    ISBN-13:9783886760619


    Handbuch Philippinen

    Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur

    Niklas Reese, Rainer Werning (Hg.)

    ISBN-13: 978389502218


    Paul Gauguin

    A Life

    David Sweetman

    Verlag: Simon & Schuster

    ISBN-13: 9780684809410


    Leider ist es mir momentan nicht möglich, genaue Textstellen und dazugehörige Seitenzahlen zu benennen, da ich von meiner Frau getrennt lebe und diese meine Bücher in Besitz hat. Aber das ist ein anderes Thema!


    Carabao, ich gebe Dir z. T. recht. Mögliche Strafen schrecken sicher davon ab, bestimmte Dinge zu tun, die andere als rücksichtslos bezeichnen würden. Da aber vielfach "Verfehlungen" nicht geahndet werden, verleitet dieser Umstand natürlich manche Zeitgenossen dazu, über die Strenge zu schlagen. Die Möglichkeit, "ungeschoren davonzukommen" und sich dadurch u. U. ruecksichtslos zu verhalten, haben aber nicht nur Filipinos, sondern alle Einwohner (also auch der westliche Ausländer). Und dennoch habe ich den Eindruck, daß wir (aber vielleicht taeusche ich mich da ja tatsächlich und ich bin dann eher die Ausnahme) unseren Muell ordnungsgemäß entsorgen (ich sortiere ihn sogar; auf das was danach damit geschieht habe ich leider keinen Einfluss), keinen Muell verbrennen, niemanden durch Laerm belästigen (wenn durch irgendwelche Umstände ein groessere Lärmpegel zu erwarten ist, informiere ich meine Nachbarschaft), uns einigermaßen vorschriftsmäßig verhalten, wenn wir im Straßenverkehr unterwegs sind u.s.w. Moegliche Strafen allein können es also nicht sein.


    "Man hat das entsprechende Verhalten so beigebracht und anerzogen bekommen", wird jetzt wohl der ein oder andere sagen. Ja, da wird etwas dran sein. Allerdings kann ich ähnliche Entwicklungen auf der erzieherischen Seite hier im Land leider nicht feststellen.

    Die Ruecksichtslosigkeit, mein lieber Carabao, beginnt da, wo der Freiraum des anderen beeinträchtigt wird.


    Dreißig Stundenkilometer in der Stadt mögen ja noch angehen.Aber dann bitte auf der rechten von zwei oder mehr Spuren. In der Stadt fahren die Tricycle aber in der Regel deutlich langsamer (10-20 km/h [ohne Stau]) und des öfteren in der Mitte von zwei Spuren. Ist das dann der sogenannte "FREE STYLE"?


    Hey The man

    Quote from Carabao

    Alle Deine Beispiele haben nichts mit kulturell besonderer Ruecksichtslosigkeit zu tun sondern einzig mit der Wahrscheinlichkeit dass die Vergehen geahndet werden sowie die dann zu erwartende Hoehe der Strafen.

    ich finde es schade, dass du auf die perfekte Erklärung überhaupt nicht eingehst und es unbedingt auf die Kultur schieben willst.

    Mein lieber yberion45,


    "perfekte" Erklärungen zu einem solch komplexen Thema gibt es nicht. Es sei denn, man möchte es sich möglichst einfach machen.


    Ich möchte garnichts "unbedingt auf die Kultur schieben". Ich habe vielmehr eine These zur Diskussion gestellt.

    Ich moechte schon mal stark die Aussage in Frage stellen Filipinos waeren besonders ruecksichtslos!

    Das ging mir beim Lesen des Eingangsbeitrages ebenfalls als erstes durch den Kopf.

    Hab dann oben in die Adresszeile des Browsers gekuckt und festgestellt dass wir eh im Philippinenforum sind, und nicht im Chinaforum... :ironie

    An welcher Stelle stand, daß die Filipinos BESONDERS ruecksichtslos seien? Es gibt sicher ruecksichtslosere, aber eben auch ruecksichtsvollere Volksgruppen.


    Im übrigen war mein Beitrag nicht als unumstößliche Erklärung des angesprochenen Sachverhalts zu verstehen, sondern sollte als lediglich als Diskussionsgrundlage dienen. Ansonsten hätte ich sicher nicht um die Meinung der Forumsteilnehmer gebeten.


    Sollten einige sich wegen meiner Sprache in einen universitären Hoersaal versetzt gefühlt haben, so möchte ich mich dafür in aller Form entschuldigen. Wobei ich mich schon wundere, daß man in diesem Forum neuerdings mit Vorwürfen einer Herrenmenschen-Mentalitaet und einer nicht angebrachten Sprache, konfrontiert wird.


    The man

    Ich sehe das etwas pragmatischer: die Wetter- und damit Lebensbedingungen dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Du (The man) schreibst, in Europa scheinen die Leute rücksichtsvoller zu sein. Aber Europa ist groß. Allein die Süditaliener verhalten sich anders als die Norditaliener, einfach weil sie aufgrund der wärmeren Bedinungen mehr draussen sind und sich dementsprechend auch lauter miteinander unterhalten. Kurz gesagt: in warmen Ländern lebt man draussen - und das bekommt man dann auch eher mit als z.B. Gewalt in der Familie hinter den tollen Fassaden der ach so rücksichtsvollen Europäer der kühleren Regionen, die in ihren mit Zäunen umgrenzten und Vorhängen verhängte Fenstern leben und oft nicht mal den Nachbarn kennen.


    Ob nun die Asiaten eine stärker ausgeprägte Ellbogen-Mentalität haben als die Europäer, das mag bezweifelt werden. Vielleicht habe die Europäer eher eine ausgeprägtere Großmaul-und wir sind die "Herrenmenschen"-Mentalität? Dieses Gegenüberstellen, wer nun die kultiviertere Kultur ist, läuft in dieser Form des Diskutierens, die wissenschaftliches Interesse vorgaukelt, ins Leere. Wenn, dann müsste wenigstens auf wissenschaftliche Quellen Bezug genommen werden. Aber so, in dieser Form, was bringt das? Zumal keine Filipinas/Filipinos mitdiskutieren und ihre Sicht der Dinge darstellen bzw. auch auf vermutlich wenige wissenschaftliche asiatische/philippinische aber auch europäische Publikationen zurückgegriffen werden können. Wie würde also Deine Forschungsfrage lauten, The man: "wer hat die ausgeprägtere Ellbogen-Mentalität? Unterfrage: Europäer oder Asiaten?" - jeder/jede Begutachter/-in würde Dich davonjagen, wenn Du ein solches Thema auf eine wissenschaftliche Basis heben wolltest.


    Man kann ja darüber reden - aber bitte nicht in solcher Weise, als ob da wissenschaftliche Erkenntnisse mitspielen würden.

    Hm, ich wüsste jetzt wirklich nicht, an welcher Stelle hier der Eindruck einer "pseudowissenschaftlichen" Argumentation festzumachen waere. Die Sozialisierung der Filipinos und das Gruppenverhalten sind keine Erfindungen oder Interpretationen meinerseits, sondern sollten jedem bekannt sein, der sich nur ein wenig mit den Philippinen beschäftigt.


    Der Hinweis in Bezug auf das Klima ist berechtigt, wäre aber nicht notwendig, haette man meine Ausführungen vollständig gelesen und darüberhinaus verstanden.


    Der Vergleich mit der Herrenmenschen-Mentalitaet ist unangebracht und zeigt lediglich die Verrohung der Diskussionskultur unserer Zeit. Auch in Deutschland werden dieser Tage politische Gegner gerne verhöhnt und in die radikale Ecke gestellt.


    Wenn das Thema nicht diskutierenswert ist und ein entsprechender Austausch nichts bringt, frage ich, warum man sich dann am Diskurs beteiligt.


    Die Ausführungen Bagoongs finde ich im übrigen sehr hilfreich, sind doch gerade sie die Grundlage für derartiges Verhalten (Ruecksichtslosigkeit).


    The man

    Warum sind viele Pinoys im Alltag so rücksichtslos?


    In letzter Zeit wurden hier immer wieder kulturelle Aspekte, insbesondere im Hinblick auf Verhaltensweisen unserer philippinischen Freunde und Gastgeber, diskutiert. Die Antworten unserer Mitglieder hierzu waren meist sehr interessant, beleuchteten sie doch des öfteren auch Aspekte, die "selbst mir" (hahaha) neu waren.


    Ein Thema über das wir m. E. noch nicht gesprochen haben, treibt mich dabei in letzter Zeit vermehrt um. Mancher wird sicherlich beim Lesen über Land und Leute schon einmal auf Aussagen bezüglich der Sozialisierung von Kindern und Heranwachsenden auf den Philippinen gestoßen sein. Hier heißt es dann oftmals, daß der Filipino von frühester Kindheit lerne bzw. dazu erzogen würde, sich in die jeweilige Gruppe, in der er sich gerade bewegt, einzufügen. Es stehe demnach nicht so sehr die individuelle Selbstverwirklichung im Vordergrund, wie das in westlichen Gesellschaften der Fall ist. Als wichtiger wird in diesbezüglichen Abhandlungen das "Miteinander" betrachtet und das "Spielen einer positiven Rolle", das insbesondere der Familie des einzelnen keine Schande macht. Hier wird dann auch die Verbindung zu der oftmals über allem stehenden Thematik des Gesichtsverlustes deutlich.


    Nun, soweit kann ich das alles einigermaßen nachvollziehen. Wie kommt es dann aber, daß viele Filipinos "im Alter", gemeint ist die Gruppe der Erwachsenen, denen wir so tagtäglich begegnen, in vielen Bereichen des Alltags so gut wie keine Rücksichtnahme kennen? Erwähnt seien in diesem Zusammenhang z. B. das Gebaren im Straßenverkehr, wo sich jeder selbst der Nächste zu sein scheint, oder aber "Aktivitäten im nachbarschaftlichen Zusammenleben", die da heißen täglicher Karaokegesang in möglichst dreistelligem Dezibelbereich, Müllverbrennung (auch von "Gefahrgut") vor der Haustür, Abfallentsorgung auf fremdem Boden oder gerade jetzt z. B. die ganzen an der Schweinepest verendeten Tiere, die einfach in Flüssen bzw. in der Landschaft entsorgt werden etc., etc. Weitere Beispiele ließen sich sicher noch viele finden.


    Liest man sich etwas tiefer in die diesbezügliche Materie ein, könnte man dieses Verhalten u. U. damit erklären (so wird zumindest von manchen Anthropologen behauptet), daß sich der Filipino immer nur "seiner eigenen Gruppe" gegenüber verpflichtet fühle, die da in erster Linie wären Familie oder aber der engste Kollegen und Freundeskreis (Barcada). Aber ist das wirklich so? Wie sieht es mit der Nachbarschaft oder dem Zusammenleben im Barrio aus? Auch hier ist der einzelne in der Regel in die Gemeinschaft integriert und folglich wäre ihm eine entsprechende Rolle zugedacht. Und trotzdem verhalten sich viele Filipinos als wären sie niemandem in irgendeiner Form zur Rücksichtnahme gegenüber verpflichtet. Noch viel übler sieht es, wie wir alle wissen, in der anonymen Gruppe der Verkehrsteilnehmer aus. Von philippinischer Seite wird dieses meist verbotswidrige Verhalten (ja, auch auf den Philippinen gibt es Gesetze und entsprechende Verkehrsregeln) übrigens oftmals als besonders "clever" bezeichnet.


    Sind also die Gruppenzugehörigkeit auf der einen und die Anonymität in bestimmten Bereichen auf der anderen Seite wirklich die Erklärung für das oben beschriebene Verhalten? In westlichen Gesellschaften sozialisierte Individuen werden eher darauf geprägt, eigene Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen. Erwähnt seien in diesem Zusammenhang Begriffe und Verhaltensmuster wie "Selbstverwirklichung", das "Entfalten der Persönlichkeit" oder aber das "Realisieren der eigenen Wünsche und Ziele". Mit allen diesen Begriffen assoziiert man normalerweise eine eher weniger stark ausgeprägte Empathie und eine gewisse Ellbogen-Mentalität. Aber warum beschleicht einem bei derartigen Aussagen dann ein eher merkwürdiges Gefühl, wenn man die mit der philippinischen Erziehung assoziierten Verhaltensmuster mit dem tatsächlichen Gebaren der Filipinos vergleicht?


    Sicher sind die Ellbogen-Mentalität und ein Vorgehen unter dem Motto, "jeder ist sich selbst der Nächste" in westlichen Gesellschaften weit verbreitete Verhaltensweisen. Andererseits verwundert manchmal doch der Eindruck einer ausgeprägteren "Kultur der Rücksichtnahme" in Europa und anderen westlichen Staaten im Vergleich zu dem Verhalten unserer Gastgeber von den Philippinen.


    Woran kann das liegen? Sollte die entsprechende Sozialisierung bzw. Erziehung nur oberflächlicher Natur sein und niemals wirklich verinnerlicht werden? Ohne jetzt rassistischen Ideologien folgen zu wollen, aber geht das Leben in wärmeren Gefilden nicht oftmals einher mit einer gewissen Sorglosigkeit und einem "laissez faire" gegenüber Alltagsdingen? Einen entsprechenden Eindruck gewinnt man nicht nur im Süden Europas. Wir alle, die wir vor Ort leben, "dürfen" diese Erfahrung hier tagtäglich machen. Und hatte nicht bereits Paul Gauguin Ende des vorletzten Jahrhunderts bei seinen Aufenthalten auf Tahiti und den Marquezas-Inseln über die fehlende Gemütstiefe der Eingeborenen geklagt, je weiter östlich er sich zu integrieren versuchte? Diese lebten offensichtlich ebenfalls sorglos in den Tag hinein und machten sich keine tieferen Gedanken über die Befriedigung ihrer elementaren Bedürfnisse hinaus. Dies war allerdings nur solange der Fall, bis sich eine Möglichkeit auftat, einen persönlichen Vorteil zu erlangen, sei es auch auf Kosten anderer. Vielleicht hat man damals dann unter den Südsee-Bewohnern auch von einer gewissen Cleverness gesprochen. In DACH waere vielleicht der Begriff "Bauernschläue" passender. Eine entsprechende Konditionierung der Filipinos vorausgesetzt, würden sich u. U. viele Verhaltensweisen der Menschen hier vor Ort erklären lassen.


    Kann das sein? Wie hängt das zusammen? Was sind Eure Erklärungen für dieses "Phänomen gelebter Rücksichtslosigkeit"? Oder sehe ich hier Gespenster, wo gar keine sind?


    The man

    Was ist eigentlich mit Sackgesicht? Schon länger nichts mehr von ihm gelesen.


    Hoffe nicht, daß sich seine drei in Obhut genommenen Katzen als Tiger entpuppt haben und nachts ueber ihn hergefallen sind ?(.

    Zu Deinem Punkt 7.


    Mit "dependents" sind Personen gemeint, die u.U. von Dir "abhängig" sind. Also Frau und Kinder. D. h. bei Deinen jährlichen 360 $ sind zwei zusätzliche Personen im Preis mit drin.


    The man

    Habe inkl. Pumpe ca. 60k bezahlt. Hängt aber sicher auch vom Gelaende (Bodenbeschaffenheit) ab.


    Bei uns kam einer mit ner Wünschelrute. Er hat dann zwei Stellen vorgeschlagen. Wasser gabs bzw. gibts auf jeden Fall. Inwieweit dies an anderen Orten unseres Grundstückes nicht ebenso gewesen wäre, entzieht sich meiner Kenntnis.


    The man

    Eine Insel, die ich als aeusserst angenehm empfand, ist Bantayan Island im Norden von Cebu. Eine sehr gelassen Stimmung, ruhig, ohne laute Party's, keine Nutten und deren Klientel.

    Zum Sonnenuntergang traf man sich beim Yooneek Inn fuer eine Drink. in der Ortschaft hat es einen Bayer, Italiener, Englaender und deren Delikattessen. In keinerweise Ueberlaufen und eine fuer Cebu ueblich, sehr freundliche und warme Bevoelkerung.

    Hm? Englische Delikatessen und eine warme Bevölkerung wär jetzt nicht unbedingt das was mich ansprechen würde.

    Sonnige ich gelesen habe, ist die Infrastruktur extrem gewachsen und laut Agoda befinden sich 23 Hotels an dem Strand.

    Also das glaube ich jetzt eher nicht. Ich war erst Ende April in Nacpan. Am schönsten und laensten Strandabschnitt (s. letztes Foto von Alfi54) gibt es 3 oder vier Resorts mit einfachsten Bungalows. Man kann dort auch zelten.


    Im Ort selbst glaube ich auch nicht, daß sich die Infrastruktur dermaßen geändert/verbessert hat.


    Am Lio Beach dagegen, der sich etwa 10 km vor Nacpan befindet, haben rege Bautätigkeiten stattgefunden. Alles wirkt sehr gepflegt und modern. Offensichtlich läuft der Tourismus aber dort erst an, da es vor einem guten Jahr dort noch ganz anders aussah.


    Vielleich wird "Lio" ja bei Agoda etc. unter Nacpan geführt und deshalb die große Anzahl neuer Hotels.


    The man

    Die Straße von El Nido bis auf die Höhe von Nacpan (ca. 20-25 km) ist durchgehend asphaltiert. Der Abzweig von der Hauptstraße bis Nacpan (ca. 4-5 km) ist dagegen nach wie vor "holprig". Auf den letztn Metern im Ort wird es dann richtig sandig.


    Die touristische Infrastruktur ist noch immer einfach. Aber gerade das macht es ja im Gegensatz zum überlaufenen El Nido (für mich) symphatisch.


    The man

    Duli Beach Resort 3.500 EUR?


    Da kann ja wohl was nicht stimmen. Ich war selbst schon vor Ort und kenne die einfachen Bungalows. Aktuell zahlt man ca. 1.700 Peso pro Nacht für 2 Personen. Wie kommen da 3.500 EUR zusammen? Ok, wenn Ihr etwa 20 Personen seid (10 Bungalows) mag es hinkommen.


    The man