Posts by ALD

    Nach den minimalen Angaben des TS ist nicht einmal klar, wer der Gegner ist. Auf der Website ist auch nicht ersichtlich, wer rechtlich dahinter steckt. Gibt es überhaupt Verträge und wenn ja, taucht dort "Marco" als natürliche Person auf oder über eine Firma?


    Wie kann man in so etwas investieren? Erinnert stark an den Landsmann Aggenstein und sein Wirken auf Bohol, wobei der schnell seine Strafe bekommen hat.



    http://www.discoverbohol.com/b…13/Aggenstein-1117-13.htm

    Dem hier scheinbar vorherrschenden Pauschalurteil, dass es auf den Philippinen unmöglich ist Recht zu bekommen, insbesondere als Ausländer, möchte ich widersprechen. Ich kenne einige Fälle, die das widerlegen.


    Beispiele, die mir spontan einfallen:


    - So hat die Firma eines Freundes (100% foreign ownership) wegen Nichterfüllung vertraglicher Leistungen einen Prozess gegen eine philippinische Firma gewonnen und die Forderungen wurden per Zwangsvollstreckung durch Gerichtsvollzieher (sheriffs) eingetrieben, vor allem in Form von PKW´s.


    - Derselbe Freund hatte Probleme mit einem ehemaligen Geschäftspartner, ebenfalls wg. des Ausbleibens von vereinbarten Zahlungen. Auch der Prozess wurde gewonnen und dem Gegner vom Gericht eine Ratenzahlung auferlegt. Bei Verzug hätte er seine Aufenthaltserlaubnis auf den Philippinen verloren.


    - Ich kenne auch einige Ausländer, die Prozesse aufgrund von Verkehrsunfällen gegen Filipinos gewonnen haben oder etwa weil Darlehen nicht zurückgezahlt wurden.


    In all den Fällen hat es recht lange gedauert und die zuständigen Gerichte befanden sich in Manila und Davao. Aus offensichtlichen Gründen läuft es in der Provinz möglicherweise anders ab. Ob es (wirtschaftlich) sinnvoll ist, den Rechtsweg zu beschreiten, sollte man sich im Vorfeld, abhängig von den Umständen des konkreten Falls, sehr genau überlegen.


    Hier könnte man theoretisch strafrechtlich auch in Deutschland aktiv werden. Nur erscheint es illusorisch, dass eine deutsche Staatsanwaltschaft den Sachverhalt ermitteln kann und will. Zivilrechtlich ist es schwierig zu beurteilen und u.a. abhängig vom vertraglich vereinbarten Gerichtsstand.

    Interessant ist der "Sys Loss", d.h. der Strom, der bei der Übertragung verloren geht. Auf den Philippinen sind das über 10%, während man in Europa mit etwa 6% auskommt. Ganz ohne Verlust geht es nicht. Herr Ohm lässt grüssen.


    Oder fallen unter "Sys Loss" auch nicht eintreibbare Stromrechnungen oder die Klimaanlage, deren Anschluss sich vor dem Stromzähler befindet?

    Auf den Philippinen gibt es viele sogenannte " Jumper", das sind Leute die ihren Stromanschluss illegal angeschlossen haben. Beim Wasser gibt es auch Leute die illegal abzapfen, was nicht gut ist, da durch sowas Dreck und schlimmere Sachen in die Leitung gelangen.

    Da die Versorger das einfach auf den zahlenden Rest umlegen, ist es unglaublich schwierig dagegen vorzugehen, wenn der eigene ermittelte Verbrauch nicht nachvollziehbar ist. Leider kommt das relativ häufig vor und die Schäden können sich auf mehrere hundert EUR im Monat belaufen.


    Bei Bekannten war es ein monatelanger Spießrutenlauf. Teilweise haben sie aufgegeben und sind umgezogen, in anderen Fällen mussten mühsam und auf eigene Kosten unabhängige Sachverständige gefunden und beauftragt werden. Es war nicht immer Stromdiebstahl, sondern etwa auch defekte Zähler, die die Versorger nicht wechseln wollten.

    So viel ich weiß kann man ohne PH Agentur nichts erreichen, sind sehr teuer. Da kann sie mal fragen.

    UK ist eines von mittlerweile vielen Ländern (u.a. auch Deutschland), für das keine placement fees verlangt werden dürfen. Natürlich wird es Agenturen geben, die es illegal dennoch versuchen.


    Hier das bilaterale Abkommen:


    https://www.google.com/url?sa=…Vaw10HoWRwHy7kQ_L5J9PsofN


    No employer, recruitment or placement agency or any entity shall collect any placement fee, costs incurred by recruitment agency and other fees, directly or indirectly, from any nurse or healthcare professional to be deployed, that contravene the applicable laws and the rules and regulations of both countries.

    Bin nie mit denen geflogen, aber mir scheint das für einen LCC nicht billig genug zu sein bzw. wenn man einige Optionen hinzubucht, liegt man Berlin - SEA auf einem ähnlichen Niveau wie etwa Qatar.

    Ich habe das nur am Rande mitbekommen. UK ist als alternative Destination aufgrund des Volumens der größte Konkurrent für die Rekrutierungsbemühungen Deutschlands.

    Man sollte meinen, durch die Sprache wäre es erheblich einfacher. Die Realität sah aber anders aus. Damals wurde IELTS level 7,5 verlangt. Nach dem gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen war das C1. Im Schnitt erreichen Filipinos nach Auskunft der Recruiter aber maximal level 6. Daher waren für die Tests Vorbereitungsschulungen notwendig. Offizielle Zahlen kenne ich nicht, bei einem befreundeten Recruiter betrug die Durchfallquote trotz der Schulungen über einen längeren Zeitraum um die 90 %, sodass er am Ende aufgegeben hat. Auch der Ablauf der Visaverfahren war zäh.


    Anfang des Jahres habe ich folgenden Artikel gelesen, nachdem die Zugangshürden gesenkt werden sollen:


    https://www.telegraph.co.uk/gl…supercharged-recruitment/


    Wie viel davon schon umgesetzt wurde, weiß ich nicht. Demnach würde nun IELTS level 6,5 ausreichen und Berufserfahrung ist überhaupt keine Voraussetzung mehr. Der NHS ist in einem ziemlich desolaten Zustand, daher würde ich zumindest schauen, ob es nicht auch Optionen in Australien, Kanada, Neuseeland oder den USA gibt.

    Wenn das nun mit dem Arbeitgeber geklärt ist und man entscheidet sich als Freelancer auf den Philippinen für einen ausländischen Arbeitgeber zu arbeiten, wie sieht das von philippinischer Seite steuerrechtlich aus?


    Früher, als ich noch auf den Philippinen gelebt habe, war zumindest die Praxis so, dass niemand diese Einkommen versteuert hat. Das bezieht sich sowohl auf Ausländer als auch auf Filipinos. So wie ich es mitbekommen habe, hielt man dies, mangels Philippinenbezug, für rechtmäßig.


    In der Zwischenzeit hat man zumindest YouTuber ins Visier genommen, die Content auf den Philippinen produzieren. Ob die wirklich immer greifbar sind, darf zumindest bezweifelt werden. Wie sieht es bei anderen Digital Nomads aus?

    Wie siehts mit Eiswürfel bei Mcdonald, Burgerkind und Jollibee aus?

    Bedenken?

    So wie ich es mitbekommen habe, gibt es die Optionen eigene Produktion (Wasserfilter und Eismaschinen) und gelieferte Eiswürfel. Das Risiko werden nicht die Eiswürfel selbst sein, sondern Lagerung und Handhabe durch die Mitarbeiter. Wenn ich mich an meine Gastronomie -Jobs während des Studiums erinnere, hat man das in Deutschland aber auch.

    Noch kurz zum Thema DSGVO: wer personenbezogene oder sogar besonders schützenswerte Daten verarbeitet, hat ein weiteres Problem – die Übertragung der Daten in einen Nicht-EU-Staat muss allen Parteien angezeigt und verfahrenstechnisch und rechtlich besonders abgesichert werden – und bedarf eventuell auch der nachträglichen Einwilligung der Datensubjekte. "Verarbeitung" kann je nach Auslegung schon der Zugriff auf die firmeneigene Kundendatenbank sein. Viel Spass.

    Ein Freund hat bei seinem legal tech notgedrungen das Aktenmanagement in die Ukraine, Georgien und zuletzt auch Polen ausgelagert. Soweit ich weiß, sind das alles Freelancer. Er würde bevorzugen, wenn die nach Deutschland ziehen würden, was rechtlich (zumeist abgeschlossenes Studium in D), auch möglich wäre, nur wollen die das nicht. Da das der Inbegriff an schützenswerten Daten ist, kann man die DSGVO Problematik wohl in den Griff bekommen.


    Unser Büronachbar, ein Steuerberater, ist dazu gezwungen vergleichbare Optionen zu prüfen, da es hierzulande schlicht kein Personal mehr gibt.


    Für uns sollte es ohnehin kein Problem sein. Großhandel, also keine Endkunden, sondern nur ca. ein Dutzend Multinationals.

    Das ist eine interessante Diskussion, die, soweit mir bekannt, rechtlich nicht vollständig abgeklärt ist. Offensichtlich ist aber in jedem Fall Wahnsinn, so etwas ohne Kenntnis und Mitwirkung des Arbeitgebers zu planen. Spontan habe ich folgende Übersicht zu den üblichen Problemfeldern gefunden.


    https://www.ingenieur.de/karri…gelingt-mobiles-arbeiten/


    Persönlich drängt sich das auch bei mir in der Firma auf. Auch schon vor Corona hatten wir einen hohen Anteil von Homeoffice durch viele beschäftigte Mütter, Studenten im Nebenjob, etc. Unter den Mitarbeitern in Berlin, inklusive meiner Person, ist die Unzufriedenheit mit dem Standort in den letzten Jahren erheblich gestiegen und es drängt sich die Frage auf, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, (hier) ein Büro weiterzuführen. Letztendlich ist es auch eine Kostenfrage und eine Anpassung an die Rahmenbedingungen. In dem aktuellen Gebäude sind wir seit knapp 20 Jahren und die Preisexplosion auf dem Immobilienmarkt der letzten Jahre, hat uns durch zuvor vereinbarte einseitige Verlängerungsoptionen nicht direkt betroffen. Was uns in diesem Jahr auch erreicht hat, ist die Inflationen durch die üblichen Wertsicherungsklauseln in Gewerbemietverträgen. Die letzte Verlängerung läuft Ende 2024 aus und wir stehen dann möglicherweise vor einer Zäsur. Derzeit liegt unsere Kaltmiete bei ca. 25 EUR pro m². Für eine Verlängerung werden, Stand heute, ca. 50 EUR verlangt. Für uns und ich kenne viele Firmen, die sich in einer vergleichbaren Situation befinden, stellt sich dann die Frage, ob man überhaupt noch ein Büro benötigt oder für Meetings auf Co-Working-Spaces ausweicht bzw. rein virtuell arbeitet. Das nur als Beispiel dafür, dass die Relevanz dieser Problematik in den nächsten Jahren erheblich zunehmen wird.

    Diese Entscheidung ist ja immer subjektiv geprägt. Ich würde aber behaupten, dass im Vergleich mit den USA, Kanada, Australien und Neuseeland wenig für Deutschland spricht

    Da ich an dieser Stelle nie direkt involviert war, sind meine Einschätzungen mit Vorsicht zu genießen. Auch bin ich vielleicht nicht auf dem aktuellen Stand, da das entsprechende Prozedere stark kritisiert und mehrfach angepasst wurde. Vor einigen Jahren wurden die Verfahren bei rückkehrenden OFW´s verschärft. Ich kann mich noch deshalb gut daran erinnern, weil das unmittelbar vor Eröffnung des POLO in Berlin geschah und in der Folge das Protokoll der Veranstaltung mit dem vorherigen Arbeitsminister Bello durch die Reaktionen der Besucher völlig durcheinandergebracht wurde.


    Wenn ich das alles richtig verstehe, mangelt es bei Dir, anders als im Fall des TS, an einem Dritten, der organisatorisch tätig war und den man bestrafen könnte. Nach meinem Kenntnisstand ist illegale Arbeitsmigration nicht für die Migranten strafbar. Auch hat sich das hier ja tatsächlich zufällig ergeben. Daher hat er keine Bestrafung zu befürchten.


    Sein konkretes Problem wird, nach einer Rückkehr auf die Philippinen, die abermalige Ausreise sein, da er ja nun ein Arbeitsvisum aus Singapur in seinem Pass hat. Ohne OEC wird er nicht durch die Immigration kommen. Selbst bonafide OFW´s müssen bei einer Rückkehr, in einem verkürzten Verfahren, ein neues OEC bzw. balik manggagawa beantragen. Ich würde daher zuvor dringend das POLO in Singapur kontaktieren. Er wird dann dort eine legale Beschäftigung nachweisen müssen.



    Eine Aussage von mir ist unvollständig: Als Arbeitgeber von Pflegekräften in Deutschland werden keine Privatpersonen akzeptiert.

    Oh Gott, vergiss es!


    Die Arbeitsmigration ist auf den Philippinen staatlich reguliert und ohne Mitwirkung lizenzierter Agenturen ist Dein Wirken illegal und kann rechtlich als Menschenhandel eingestuft werden. Ich kann mich noch dunkel an den Fall eines älteren Deutschen vor einigen Jahren erinnern, der scheinbar Ähnliches vorhatte und am Flughafen aufgeflogen ist. Er durfte in der Folge die Annehmlichkeiten eines philippinischen Gefängnisses genießen.


    Da es immer wieder ignoriert wird: Ja, die Freiheit von philippinischen Staatsangehörigen ist erheblich dadurch eingeschränkt, dass eine Arbeitsmigration nur nach Durchlaufen der entsprechenden Verfahren möglich ist. Es muss ein OEC (Overseas Employment Certificate) im Pass sein.


    Auch die Involvierung einer Agentur wird Dir nicht helfen. Ausländische Arbeitgeber müssen staatlich akkreditiert werden und Privatpersonen werden nicht akzeptiert.


    Es scheitert also schon an diesen philippinischen Grundvoraussetzungen und damit erübrigen sich alle weiteren Fragen.



    Deine Bekannte wird keine Probleme haben, Arbeit in Deutschland zu finden. Sei es über das staatliche Programm Triple-Win oder den privaten Weg der Agenturen. Natürlich wird sie zunächst Deutsch lernen müssen, wobei die Kosten übernommen werden. Ich würde aber raten, zunächst zu prüfen, ob es nicht Angebote für attraktivere Destinationen als Deutschland gibt.

    Dein Beitrag geht an der Realität vorbei, weil für die Vermittlung nach Deutschland gerade keine placement fees von den Pflegekräften verlangt werden dürfen. Die Kosten tragen die Arbeitgeber. Auch gibt es neben dem privaten Pfad weiterhin ein staatliches Programm, Triple-Win, was faktisch aber gescheitert ist.


    https://www.businessinsider.de…ekraefte-aus-dem-ausland/


    Der Unterschied zu 1974 ist die relative Attraktivität des deutschen Arbeitsmarktes. Landet eine philippinische Pflegekraft heutzutage in Deutschland, dann hat sie schlicht nicht das Beste aus ihren Möglichkeiten gemacht. So wie wir derzeit rekrutieren, Headhunting in einem offenen Wettbewerb mit alternativen Destinationen, bleibt es auch zukünftig ein Scheitern mit Ansage. Chancen sehe ich nur noch durch Bildungskooperationen.
    Insgesamt sind keine oder zu wenig Fachkräftemigration, aber nicht das Worst-Case-Szenario. Noch schlimmer ist es gigantische Mittel dafür einzusetzen und die Fachkräfte bleiben dann nicht in Deutschland, was momentan eine leider sehr realistische Perspektive ist. Wir haben nicht einmal Wohnraum.


    Auch der Umgang mit der Anerkennungsproblematik ist komplex. Es ist leicht gefordert, das alles zu vereinfachen, ohne die Auswirkungen zu bedenken. Schaut man sich die Ergebnisse in den Ausgleichsqualifikationen der letzten Jahre an, dann sind philippinische Pflegekräfte insgesamt nicht gerade als fachliche Überflieger in Erscheinung getreten. Sollte man die direkt und ungeprüft auf die Patienten loslassen?

    Stimmt, eine ist 18. Von Abitur kann ich allerdings nichts finden.


    Im Grunde ging es in meinem Beitrag auch nur darum, konkrete Zahlen zu liefern. Für die Aussage meines Beitrags ist Dein Einwand ohnehin irrelevant. Auch bei 2k+ EUR monatlich für die Schule von 2 Kindern, werden 50k p.a. nicht reichen. Zumal die Ausbildung bei der 18-Jährigen offensichtlich auch noch nicht abgeschlossen ist.


    Daher verstehe ich nicht so ganz, warum gerade mein Beitrag Auslöser für Deine Generalkritik ist. Werde mich zukünftig zurückhalten, um Deinen qualifizierten Input nicht mehr zu unterbrechen.

    Ohne Wertung und nur zur Orientierung: 50K EUR p.a. als Gesamtbudget reichen bei Weitem nicht, um 3 Kinder auf eine der international anerkannten Schulen zu schicken, wobei es solche auf Bohol ohnehin nicht gibt.

    Pro Kind muss man da, je nach Jahrgangsstufe, mit mindestens 1000 EUR pro Monat rechnen.


    https://www.gesm.org/school-fees?lang=de


    Ob eine Schule dieser Kategorie zwingend notwendig ist, da werden die Meinungen auseinander gehen. Nur sollte man sich eingehend mit dem Thema Bildung beschäftigen. Mit Kindern sollte dies, neben der Krankenversorgung, das wichtigste Kriterium bei der Abwägung einer Auswanderung sein.

    Kann mich nur dunkel daran erinnern, dass sowohl die Botschaft in Dänemark, als auch die in Deutschland involviert waren. Dabei war es nicht notwendig vor Ort in Kopenhagen zu erscheinen, sondern nur in Berlin.

    .. bis vor einiger Zeit hat die philipp. Botschaft noch die Möglichkeit geboten, die dänische Ehe dort zu registrieren. (es gab sogar eine Merkblatt dazu). Ein Grund war, dass es in DK noch kein philipp. Konsulat gab. Offiziell war Oslo zuständig.

    Seit es aber in Kopenhagen das entsprechende Konsulat gibt, wird Berlin nicht mehr den ROM übernehmen. Wenn Frankfurt das dann macht, würde ich das ausnutzen ..

    Ich habe nochmal meine Frau gefragt, die Anfang des Jahres ein Paar zur Botschaft in Berlin begleitet hat. Die wollten eine abermalige Reise nach Dänemark zur dortigen Botschaft vermeiden und die Botschaft in Berlin hat nach anfänglichem Widerstand den Antrag und die Dokumente entgegengenommen, um diese dann nach Kopenhagen weiterzuleiten.

    Die Lage damals war noch durch Corona, Reisebeschränkungen, etc. geprägt. Deshalb lässt sich das heutzutage möglicherweise nicht wiederholen.

    Bin nicht mit den Details vertraut, aber nahezu alle philippinisch-deutschen Paare, die ich in Berlin kenne, sind den Weg über Dänemark gegangen, ohne dass es später Probleme bei der Registrierung auf den Philippinen gab.

    Kann mich nur dunkel daran erinnern, dass sowohl die Botschaft in Dänemark, als auch die in Deutschland involviert waren. Dabei war es nicht notwendig vor Ort in Kopenhagen zu erscheinen, sondern nur in Berlin.


    Ich würde den Sachverhalt der Botschaft in Berlin detailliert schriftlich schildern und um einen Lösungsvorschlag bitten.

    Der Artikel ist hinter der Bezahlschranke und ein Zeit-Abo (linksliberal) werden wohl die wenigsten hier haben.


    Zu dem lesbaren Anfang: Ich bin sicher kein Freund der deutschen Bürokratie, aber aus meiner Erfahrung ist das größere Problem die Vielzahl an inkompetenten und unseriösen Dienstleistern in diesem Umfeld. Da ich in diesem Bereich in der Vergangenheit aktiv war, bekomme ich weiterhin regelmäßig Hilfegesuche. Als Beispiel, folgende Mitteilung einer verzweifelten Pflegekraft aus den letzten Tagen:


    "... Ihr Visumantrag wird im Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten bearbeitet. Für die weitere Bearbeitung benötigen wir noch weitere Informationen von Ihnen.


    Bitte übersenden Sie uns noch folgende aktuelle Unterlagen:


    · Ein korrigiertes Formular „Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis“ für die Phase der Anerkennung Ihrer ausländischen Berufsqualifikation. Der Ihrem Antrag beiliegende Vordruck ist veraltet. Seit Januar 2022 ist zwingend der aktuelle Vordruck zu verwenden, der als Download auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur Verfügung gestellt wird. Die Verwendung des veralteten Formulars hat in der Vergangenheit bereits zu Ablehnungen durch die BA geführt. Zudem können Sie in der Phase der Anerkennung zunächst nur für 18 Monate beschäftigt werden und nicht für 24, wie auf dem Formular angegeben.

    · Den Antragsunterlagen lässt sich ferner entnehmen, dass Sie eine zusätzliche Beschäftigung zu Ihrer Qualifizierungsmaßnahme im Umfang von mehr als zehn Wochenstunden anstreben. Demzufolge wird ein weiteres Formular „Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis“ für die Zeit nach der Anerkennung benötigt. Dieses Erfordernis ergibt sich aus § 16d Abs. 2 Aufenthaltsgesetz (AufenthG).

    · Somit ist schließlich auch das Ihrem Antrag beigefügte „Zusatzblatt A“ Aufenthaltstitel zur Durchführung des Anerkennungsverfahrens zu korrigieren. In Ihrem Fall liegt keine betriebliche Qualifizierung vor, sondern eine Beschäftigung, die neben einer Qualifizierung im Rahmen des Anerkennungsverfahrens ausgeübt wird. Es ist also die dritte Auswahlmöglichkeit anzukreuzen und nicht die zweite.

    · Der von Ihnen angestrebte Vorbereitungskurs auf die Kenntnisprüfung umfasst in einem Zeitraum von beinahe vier Monaten lediglich 10 halbe Arbeitstage (Unterricht von 8.30 bis 13.00 Uhr). Das Verhältnis zwischen Ihrem eigentlichen Aufenthaltszweck (Vorbereitungskurs) und der zusätzlichen Beschäftigung ist somit völlig unausgewogen. Die Teilnahme am Vorbereitungskurs muss erkennbar Ihren Hauptaufenthaltszweck in Deutschland darstellen, nicht die zusätzliche Beschäftigung. Andernfalls ist die Erteilung eines Aufenthaltstitels nach § 16d Abs. 1 AufenthG nicht plausibel. Wir bitten somit um Übersendung eines korrigierten Curriculums.

    · Schließlich liegt Ihrem Antrag kein Nachweis über eine gültige Reise-Krankenversicherung bei. Wir bitten Sie, auch diesen nachzureichen. ..."



    Es ist schlicht unverantwortlich, wenn Agenturen und Arbeitgeber Antragsteller mit falschen und unvollständigen Dokumenten zu einem Termin schicken, auf den monatelang gewartet wurde und dementsprechend genug Zeit war, sich darauf vorzubereiten. Auch bei dem weinerlichen Agenturbetreiber in dem Artikel scheint die Fähigkeit zur Selbstreflexion nicht sehr ausgeprägt zu sein.


    Aber, wenn es philippinische Pflegekräfte in andere Länder treibt, ist die Bürokratie nur ein untergeordneter Faktor, der unserer Wettbewerbsfähigkeit schadet. Problematischer ist die relative Attraktivität unseres Arbeitsmarktes und die generelle Lebensqualität. Befragt man migrierte philippinische Pflegekräfte nach ihren Erfahrungen in Deutschland, fallen die Rückmeldungen zunehmend schlechter aus und diese Tendenz wird sich in Anbetracht der Entwicklungen in diesem Jahr weiter verstärken.