Posts by Eddie91

    Bis zum 30.09. hatte sie eine Verpflichtungserklärung, diese ist nun jedoch abgelaufen. Einen Monat davor hatte ich der ABH geschrieben und um eine weitere Verlängerung der VE gebeten, mit dem Verweis auf die neuesten Fortschritte in beiden Gerichtsverfahren. Seitdem haben wir von der ABH nichts mehr gehört.


    Sobald unsere Tochter den deutschen Pass hat werde ich die ABH nochmals kontaktieren und die Unterlagen für das FZV nachreichen. Ob es mit der Vorabzustimmung klappt kann ich nicht sagen, aber ansprechen kann man es ja trotzdem.


    Ob für die FZV eine UP veranlasst wird weiß ich nicht genau... Im Grunde ist meine Freundin ja jetzt schon seit knapp 3 Jahren im Land und ihre Geburtsurkunde ist nicht spät-registriert.

    Danke für den Hinweis auf den Leitfaden, hge .


    Ein Bekannter von mir ist in einer ähnlichen Situation und hat nach der internationalen Scheidung tatsächlich das Problem, das dass Standesamt eine Anerkennung der Scheidung auf den Philippinen verlangt.


    Wir werden mit unserer Standesbeamtin Kontakt aufnehmen und sie direkt darauf ansprechen, evtl. können wir damit schon vorab unnötigen Aufwand vermeiden.

    Hallo zusammen,


    mittlerweile sind schon wieder 10 Monate vergangen und unsere Tochter ist inzwischen 1 Jahr alt! Es gibt jedoch erfreuliche Nachrichten:


    Nächste Woche haben wir den Termin zur internationalen Scheidung meiner Freundin und diese Woche haben wir die Vaterschaftsanfechtung für unsere Tochter erfolgreich durchgeführt! Das Gericht hatte das DNA-Abstammungsgutachten, welches ich vorab bereits habe durchführen lassen, anerkannt.


    Die nächsten Schritte sind jetzt die Eintragung meiner Vaterschaft in die Geburtsurkunde, Beantragung des deutschen Passes und die Beantragung des FZV. Hierfür muss meine Freundin erstmal wieder ausreisen und dort bei der DBM beantragen.


    Wir möchten allerdings schon eine Vorabzustimmung von der ABH abholen, damit die Bearbeitung des Visums dort schneller geht. CFO muss meine Freundin auch noch machen und die Urkundenprüfung können wir hoffentlich bereits von hier aus starten...


    Die Hochzeit dauert vermutlich noch etwas, hierfür müssen wir erst noch klären, ob das deutsche Scheidungsurteil für das Standesamt ausreichend ist. Ansonsten macht meine Freundin gerade ihren deutschen Führerschein, das ist auch ein langes Prozedere... 😅


    Viele Grüße,

    Eddie

    Hallo zusammen,


    ein kurzes Update zu unserer Situation:


    Nächste Woche ist der Gerichtstermin für die Internationale Scheidung im Amtsgericht München. Danach ist meine phil. Freundin nach deutschem Recht von ihrem phil. Ehemann geschieden! Der Grund warum das Verfahren so schnell (1,5 Jahre) lief ist, dass wir im Gericht eine öffentliche Zustellung beantragt und bewilligt bekommen haben, so dass nicht alle Unterlagen übersetzt und auf die Philippinen geschickt werden müssen. Damit haben wir uns ca. 2 Jahre gespart.


    Unsere Tochter ist jetzt ein Jahr alt und vor kurzem haben wir die gerichtliche Anfechtung der Vaterschaft erfolgreich vollbracht, ebenfalls mittels öffentlicher Zustellung. Wir müssen jetzt noch eine Frist von 30 Tagen abwarten, danach ist meine Tochter auch "offiziell" meine Tochter und wir können mich als Vater im Geburtenregister & der Geburtsurkunde eintragen. Damit bekommt unsere Tochter die deutsche Staatsangehörigkeit und wir können unabhängig von der Heirat für meine phil. Freundin einen Antrag auf FZV stellen :)


    Die Frage, die sich mir noch stellt ist wie es nach der internationalen Scheidung weitergeht. Wir möchten langfristig natürlich heiraten und in der Zwischenzeit habe ich gelesen, dass wir evtl. doch noch eine philippinische Ledigkeitsbescheinigung benötigen, das deutsche Scheidungsurteil alleine also nicht ausreicht. Kennt ihr einen solchen Fall, bzw. kann mir jemand sagen, ob man nach einer Scheidung nach deutschem Recht tatsächlich noch eine Ledigkeitsbescheinigung aus dem Heimatland benötigt?


    In diesem Fall müssten wir ja die internationale Scheidung wieder auf den Philippinen anerkennen lassen und das könnte zu erheblichen Problemen führen... 🙄 Falls jemand einmal eine internationale Scheidung zweier Filipinos im Heimatland anerkannt hat, schreibt mir gerne eine Nachricht 👍


    Es sieht also danach aus als würde bis zu unserer Hochzeit noch einige Zeit vergehen, aber warten wir Mal ab was die kommenden Jahre noch so bringen. Aufgrund der FZV hat meine Freundin ja demnächst sowieso einen deutschen Aufenthaltstitel, da können wir uns bis zur Hochzeit noch gedulden.


    Viele Grüße,

    Eddie

    Hi Berndt,


    da Du mit Deiner Freundin nicht verheiratet bist, kannst Du sie nicht bei Dir mitversichern lassen. Sie braucht also eine "freiwillige" Krankenversicherung, was derzeit ca. 200€ pro Monat kostet. Kinder kann man kostenlos bei ihr oder Dir mitversichern lassen. Ansonsten ist es sinnvoll, noch eine Haftpflichtversicherung für deine Freundin & Kinder abzuschließen (kostet ca. 40€ im Jahr).


    Ich nehme Mal an, dass Du die Vaterschaft schon anerkannt hast, sonst hätten Deine Kinder nicht die deutsche Staatsangehörigkeit? Ansonsten kannst du noch bei der Familienkasse Kindergeld beantragen (ca. 2x 219€ /Monat).


    Und Du könntest bei Deinem Arbeitgeber Elternzeit beantragen, falls Du ein paar Monate mit Deinen Kindern verbringen möchtest. Ob & sie viel Elterngeld gezahlt wird, hängt allerdings von deinem Einkommen und dem Alter der Kinder ab.


    Ansonsten natürlich die Abmeldung beim Einwohnermeldeamt, kurz darauf bekommen Deine Freundin & die Kinder die Steueridentifikationsnummern zugeschickt. Falls Deine Freundin im Ausland eine Ausbildung absolviert oder einen Führerschein gemacht hat, kann sie diese parallel hier anerkennen lassen.


    Mehr fällt mir jetzt ad hoc auch nicht ein, aber ich bin sicher, dass es hier noch mehr Ideen geben wird. Viel Spaß mit der Family und alles Gute!


    Viele Grüße,

    Eddie

    Hey Leute,


    es gibt gute Neuigkeiten!! :D


    Nachdem wir vor ein paar Monaten den Antrag auf Familienzusammenführung gestellt haben gab es mittlerweile eine Rückmeldung von der ABH.


    Der AT kann nicht erteilt werden, solange wir noch nicht verheiratet sind oder die Vaterschaftsanfechtung noch nicht abgeschlossen ist.


    Aus diesem Grund wurde uns von der ABH eine Fiktionsbescheinigung erteilt (gültig bis 30. September 2022), mit welcher meine Freundin und unsere gemeinsame Tochter in der Zwischenzeit hier bleiben dürfen, solange bis die nötigen Unterlagen da sind.


    Wir haben uns natürlich sehr gefreut, da wir eher von einer Duldung ausgegangen sind. Jetzt hoffen wir, dass sich bis September 2022 etwas tut bei der Vaterschaftsanfechtung! Aber haben wir jetzt mit der Fiktionsbescheinigung erstmal eine Rechtssicherheit und mehr Zeit gewonnen.


    Viele Grüße,

    Eddie

    hge, Danke für die Verschiebung.


    Stichwort Internationale Scheidung:

    Meine Freundin ist bereits seit 2 Jahren hier in Deutschland, hat daher hier auch ihren Wohnsitz & gewöhnlichen Aufenthalt. Nachdem wir die 12 Monate noch abwarten mussten, haben wir die den Antrag auf internationale Scheidung Anfang 2020 am Amtsgericht München eingereicht. Seitdem gibt es einiges an Hin & Her zwischen Gericht, Anwältin und uns (z.B. weil eine Hausnummer gefordert war oder weil die begl. übersetzte GU nicht leserlich war). Soweit ich weiß werden die Dokumente derzeit übersetzt, damit sie anschließend auf die Philippinen zum Noch-Ehemann gesendet werden können.


    Stichwort Vaterschaftsanfechtung:

    Hätte das Kind eine deutsche GU, dann wäre der AT für die Mutter nach §28.1.3 AufenthG kein Problem. Das Kind ist in D geboren, ...

    Unsere Tochter hat eine deutsche GU, da hier in Deutschland geboren. Allerdings stehe ich in der GU nicht als Vater drin, sondern eben der philippinische Noch-Ehemann. Dadurch hat unsere Tochter noch nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, folglich Mutter & Tochter "offiziell" kein Bleiberecht. Ich kann nicht sagen wie der Sachverhalt wäre, wenn unsere Tochter auf den Philippinen geboren wäre, hier geht es lediglich um ein in Deutschland geborenes Kind (mit dt. GU und falschem Vater).


    In "unserem" Verfahren wollte jedenfalls niemand einen DNA-Test sehen.

    Es kann sein, dass das bei einem philippinischen Verfahren anders ist. Unsere dt. Anwältin hat gemeint, dass im Zuge der gerichtlichen Vaterschaftsanfechtung ein Abstammungsgutachten (DNA-Test) vom Amtsgericht gefordert wird. Sonst hätte die Anfechtung ja auch keine rechtliche Grundlage.


    Stichwort Familienversicherung:

    Da sie eine GKV hat, ist dann das Kind auch mitversichert?

    Korrekt, meine Freundin wird jetzt "freiwillig" bei der GKV pflichtversichert, da ist der Mindestbeitrag (da 0€ Einkommen) ca. 200€/Monat. Unsere Tochter wird in der GKV beitragsfrei über meine Freundin familienversichert. Meine Freundin kann ich leider nicht familienversichern, das geht nur wenn wir verheiratet wären. Ich könnte meine Tochter auch familienversichern, allerdings ist das wieder komplizierter und man müsste DNA-Test usw. mit einreichen.

    Dazu hätten wir vor kurzem einen Termin bei unserer Anwältin. Wenn wir viel Glück haben und die Sachbearbeiterin bei der Ausländerbehörde einen guten Tag hat, bekommen wir eine Fiktionsbescheinigung.


    Wahrscheinlich wird es aber eher auf eine Duldung für Mutter & Kind hinauslaufen, solange bis die Vaterschaft angefochten ist.


    Problematisch ist auch, dass sich meine Freundin hier selbst krankenversichern muss, da sie nicht familienversichert werden kann. Kostet auch nochmal 200€/Monat...


    "Zitat franky_23:

    Welchen Aufenthaltsstatus hat das Kind? Denn wenn du nicht der leibliche Vater bist, ist das Kind faktisch auch Drittstaatenangehöriger. hat somit eine Duldung wie die Mutter?"


    Ich bin der leibliche Vater, das Problem ist, dass ich noch nicht der rechtliche Vater bin.

    vielen dank für die antworten und

    Tips ich habe jetzt einen vaterschaftsantrag gestellt

    Lh


    Hi Richard,


    gibt es hier irgendwelche Neuigkeiten...? Habt ihr den Weg über die Hochzeit genommen oder doch irgendeinen Weg gefunden, die Vaterschaftsanfechtung in Deutschland durchzuführen?


    Wir sind in einer ähnlichen Situation, allerdings ist der "rechtliche Vater" nicht verstorben und meine Freundin ist bereits in Deutschland. Jetzt geht's darum, dass sie während der Anfechtung auch hier bleiben darf.


    Insofern würde mich ein Update von Deinem Fall sehr interessieren! 😃


    Viele Grüße,

    Eddie

    Hi Manu,


    gibt's schon Neuigkeiten bzgl. des Arbeitsvisums? Wir sind damals einen ähnlichen Weg gegangen, allerdings musste der Beruf auf einer Mangelberufliste stehen und die Ausbildung meiner Freundin (Hotelfachkraft) in Deutschland anerkannt sein. Die Liste wurde inzwischen durch das neue Einwanderungsgesetz gestrichen, die anerkannte Ausbildung ist meines Wissens nach immer noch notwendig.


    Für welchen Mangelberuf habt ihr das Visum gestellt? Habt ihr dafür eine anerkannte Ausbildung benötigt?

    Hallo zusammen!


    Nach 3 Jahren Annulment Prozess hat meine Freundin heute den Bescheid der Ablehnung bekommen. Es sah eigentlich die ganze Zeit sehr gut aus, es gab bei den Hearings nie Probleme, auch ihr Ex ist bei keinem einzigen Hearing aufgetaucht. Es gibt nun anscheinend noch die Möglichkeit zur Beschwerde, die wir auch nutzen wollen, aber ich bin im Moment da eher pessimistisch. Ihr Ex hat mittlerweile ein Kind mit seiner neuen Freundin. Eventuell rettet uns das noch. Eigentlich haben wir schon mit den Hochzeitsvorbereitungen begonnen und wollten hier in Deutschland so schnell wie möglich zusammenziehen. Aber nun scheint alles zunichte.


    Hat irgendwer Erfahrung oder Tipps bei abgelehntem Annulment? Gibt es ohne Annulment überhaupt noch eine Chance, dass wir hier in Deutschland auf Dauer und ohne Visum-Stress zusammenleben können?

    LG Pinf


    Hallo Pinf,


    um mal wieder auf Deine Ausgangsfrage zurückzukommen:


    Tut mir leid, dass nach so vielen Jahren und so viel Aufwand Euer Annulment abgelehnt wurde...! 🙁 Leider kommt das hin & wieder vor, ein Bekannter von mir hat es 5 Jahre lang versucht und ist dann letztendlich am Supreme Court gescheitert...!


    Nichtsdestotrotz gibt es auch als verheiratete Filipina Möglichkeiten, nach Deutschland zu kommen (wenn auch komplizierter...). Neben dem Standard-Schengenvisum könnte Deine Freundin hier als AuPair arbeiten (falls sie die Altersgrenze nicht überschreitet), einen Bundesfreiwilligendienst oder einen Sprachkurs machen (muss gut begründet werden). Alternativ gäbe es noch Studium/Ausbildung, wobei hierfür die Hürden recht hoch sind und die Anerkennung ihrer bisherigen Abschlüsse soweit Deutsch-Kenntnisse vorausgesetzt werden.


    Das Annulment würde ich an Deiner Stelle sein lassen, das kostet nur Geld und bringt nix... Wir haben es nach ca. 2 Jahren auch aufgegeben, vor allem wegen den unfähigen & gierigen Anwälten. Letztendlich ist meine Freundin über ein Sprachkursvisum nach Deutschland gekommen (siehe Thread hier im Forum), nach einem Jahr haben wir dann hier in Deutschland die internationale Scheidung für sie beantragt (dauert auch lange, aber funktioniert wenigstens und ist günstiger...).


    Den Ansatz von hge, vor dem OLG darzustellen, dass man ohne Erfolg alles versucht hat, um die Ehe zu annulieren, finde ich sehr gut! Ihr solltet das auf jeden Fall mal probieren, das kostet nicht viel und falls es klappt, spart ihr Euch die vielen Mühen, alternative Wege zu finden...


    Viele Grüße,

    Eddie


    P.S. Halt uns auf dem Laufenden, falls es hier Neuigkeiten gibt 👍

    Hi Batistuta,


    Unsere Tochter kam hier in Deutschland auf die Welt. Du hast richtig vermutet, meine Freundin ist noch verheiratet und deshalb steht der Noch-Ehemann in der Geburtsurkunde.


    Vaterschaftsanerkennung, Sorgerecht und Abstammungsgutachten haben wir schon da, damit beantragen wir jetzt für meine Freundin eine Duldung, solange bis die gerichtliche Anfechtung durch ist.


    Ich werde bei Gelegenheit dazu noch einen neuen Thread aufmachen, das Thema hatte ich ein paar Mal hier schon angeschnitten, sobald ich mehr Infos habe werde ich mich melden 👍


    Vielen Grüße,

    Eddie

    edit

    ich habe das mal aus dem anderen Thread getrennt, da ansonsten 2 verschiedene Fälle durcheinander laufen

    hge

    Hallo ihr Lieben, ich habe lange nichts von mir hören lassen und möchte Euch gern den heutigen Stand der Dinge mitteilen. Wir haben nicht aufgegeben und sind den Weg gegangen über einen unbefristeten Arbeitsvertrag in Deutschland in einem Mangelberuf. Das Visa ist beantragt und es sieht sehr gut aus, das er es bekommt. Die Stelle für ihn wurde von der Agentur für Arbeit genehmigt und auch von Seiten der Ausländerbehörde steht nichts im Weg das ihm das Visa verwehrt wird. Aufenthalt ist genehmigt. Nach all den behördlichen Steinen die uns in den Weg gelegt wurden scheint endlich Licht am Horizont. Grüße


    Hi Manu,


    gibt's schon Neuigkeiten bzgl. des Arbeitsvisums? Wir sind damals einen ähnlichen Weg gegangen, allerdings musste der Beruf auf einer Mangelberufliste stehen und die Ausbildung meiner Freundin (Hotelfachkraft) in Deutschland anerkannt sein. Die Liste wurde inzwischen durch das neue Einwanderungsgesetz gestrichen, die anerkannte Ausbildung ist meines Wissens nach immer noch notwendig.


    Für welchen Mangelberuf habt ihr das Visum gestellt? Habt ihr dafür eine anerkannte Ausbildung benötigt? Da man im Forum selten etwas über diese "alternative " Visaarten sieht, würde mich dein Feedback sehr interessieren (auch in einem extra Thread falls gewünscht).


    Übrigens: Wir haben dann ein 12-monatigen Sprachkurs erhalten und zwischenzeitlich die Ausbildung meiner Freundin bei der IHK FoSa anerkannt. Im Anschluss wollten wir damit für sie ein Arbeitsvisum im Hotelgewerbe beantragen, allerdings kam uns Corona in die Quere. Daher haben wir ein Bundesfreiwilligendienst-Visum erhalten (12 Monate) und parallel die internationale Scheidung beantragt. Der BFD ist inzwischen rum und wir haben inzwischen eine gemeinsame Tochter (Vaterschaftsanfechtung läuft bereits).


    Viele Grüße,

    Eddie

    Hallo zusammen,


    nachdem im Forum schon einige Rückfragen kamen, möchte ich hier mal meine Erfahrungen und den derzeitigen Stand im Bezug auf die internationale Scheidung meiner philippinischen Freundin teilen:


    Meine Freundin ist noch mit einem philippinischen Mann verheiratet und nachdem die Annulierung der Ehe auf den Philippinen jahrelang nicht vorangegangen ist, haben wir beschlossen, ihre Ehe von D aus scheiden zu lassen (internationale Scheidung).


    Grundvoraussetzung hierfür ist, dass meine Freundin schon mindestens 1 Jahr in Deutschland gelebt haben muss, also in D ihren "gewöhnlichen Aufenthalt" besitzen muss. Da meine Freundin hier für 12 Monate einen Intensivsprachkurs gemacht hat und jetzt ihren Bundesfreiwilligendienst antreten konnte, ist diese Voraussetzung also gegeben.


    Vom Ablauf her lief es bei uns wie folgt ab: Mitte Dezember letzten Jahres hatten wir ein Erstgespräch mit unserer Anwältin (Fachanwalt internationales Familienrecht), dort wurden wir über den Prozess aufgeklärt. Als Unterlagen wurden hierfür benötigt:


    - Kopie Reisepass

    - Kopie Aufenthaltstitel

    - Aktuelle Meldebescheinigung

    - Heiratsurkunde, beglaubigt übersetzt

    - Geburtsurkunde Ehefrau, beglaubigt übersetzt

    - Geburtsurkunde von Kinder, beglaubigt übersetzt


    Anschließend erstellt die Anwältin einen Scheidungsantrag und schickt diesen an das Amtsgericht raus. Zunächst muss das Gericht die Zuständigkeit prüfen, wobei dies i.d.R. kein Problem ist, falls der gewöhnliche Aufenthalt vorliegt. Nachdem die Zuständigkeit geregelt wurde, flattert eine Verfahrenskostenrechnung vom Amtsgericht ins Haus (bei uns 322€), nach Überweisung des Geldes beginnt das offizielle Verfahren.


    Nun muss das Gericht den Noch-Ehemann über das Verfahren informieren. Dafür wird die Vorladung entweder einem bevollmächtigten Anwalt direkt in Deutschland zugestellt oder beglaubigt übersetzt auf die Philippinen zum Noch-Ehemann geschickt. In unserem Fall ist der Kontakt zum Noch-Ehemann abgebrochen und er wird sich ziemlich sicher keinen deutschen Anwalt leisten/holen können/wollen. Insofern erfolgt jetzt (Mitte März) die Zustellung der Unterlagen auf die Philippinen, was das ganze Verfahren natürlich weiter verzögert.


    Der Ehemann hat dann eine Frist, innerhalb derer er sich beim Gericht zurückmelden kann. Sobald diese Frist verstreicht, wird ein Gerichtstermin in Abwesenheit des Noch-Ehemanns angesetzt und die Ehe geschieden. Falls der Ehemann nicht auffindbar bzw. die Unterlagen nicht zustellbar sind, muss zunächst der Aufenthaltsort des Noch-Ehemanns auffindbar gemacht werden, was das ganze Verfahren auch nochmal weiter verzögert.


    Alles in allem schätze ich, dass die Scheidung ca. 1 - 1.5 Jahre dauern wird, was im Vergleich zu den Philippinen immer noch sehr schnell wäre. Ich weiß jedoch noch nicht, ob die Scheidung auch auf den Philippinen anerkannt werden kann, zum Heiraten in D reicht es aber allemal.


    Übrigens: Da meine Freundin und ich derzeit ein Kind erwarten, kam die Frage auf, ob sie über das Kind ein Visum zur Familienzusammenführung beantragen kann. Dies ist NICHT der Fall, da der rechtliche Vater (trotz DNA-Test) laut Gesetz immer der Noch-Ehemann ist. Die internationale Scheidung hat darauf erstmal keinen direkten Einfluss. Es gibt zwei Möglichkeiten, um die Vaterschaft des Kindes zurückzubekommen:

    1. Vaterschaftsanerkennung & Sorgerechtserklärung im Jugendamt stellen, diese ist zunächst unwirksam. Die Unwirksamkeit kann jedoch aufgehoben werden, wenn der Scheidungsantrag vor Geburt eingegangen ist (Check) UND der Noch-Ehemann vor der DBM oder einem Notar bestätigt, dass das Baby nicht von ihm ist (sehr unwahrscheinlich/schwierig zu bekommen). Nur mit der Bestätigung des Noch-Ehemanns wird auch die VA wirksam.

    2. Die zweite Option ist umständlicher, länger und teurer. Falls die 1. Option nicht klappt, muss man die Vaterschaft des Noch-Ehemanns gerichtlich in D anfechten. Dies ist nochmal ein eigenes Gerichtsverfahren, welches unabhängig von der internationalen Scheidung ist und auch ca. 1 - 1.5 Jahre in Anspruch nimmt. Während dieser Zeit hat die Mutter theoretisch kein Aufenthaltsstatus in D und man muss ggü. der ABH eine Duldung erwirken. Aber das ist wieder ein Thema für einen weiteren Thread...


    Sobald sich wieder etwas Neues in Bezug auf die internationale Scheidung ergibt, halte ich euch hier auf dem Laufenden.


    Viele Grüße,

    Eddie

    Hi frajoy,


    Willkommen im Forum! 😃 Ich komme jetzt Mal auf Deine ursprüngliche Fragestellung, die Möglichkeiten des Zusammenlebens in Deutschland zurück, muss dafür jedoch etwas ausholen:


    Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch, dass Du eine Filipina gefunden hast, für die Du diesen Weg gehen möchtest. Wie schon in vorherigen Posts angedeutet, wirst Du viel Zeit, Energie, Geld und Geduld brauchen, bis Ihr an Euer Ziel kommt. Da ist es wichtig, dass die Grundeinstellung (bei beiden natürlich) schonmal stimmen. Wenn alles gut läuft, könnt ihr ca. in 4-5 Jahren langfristig in Deutschland zusammenleben. Ich denke auch, dass 20.000€ für diesen Zeitraum eher ein optimistischer Wert sind.


    Meine Freundin ist auch philippinische verheiratet und hat Kinder, daher ist es ähnlich kompliziert und umständlich. Eine Heirat kommt ausschließlich nur dann in Betracht, wenn die Ehe Deiner Freundin annuliert wurde. Allein das kann schon Jahre dauern, je nachdem welchen philippinischen Anwalt und wie viel Glück ihr habt. Insofern: gehe die Annullierung so früh wie möglich und mit Hochdruck an, damit diese parallel läuft.


    Vorab wichtig zu wissen: wir haben alle Visa in der Deutschen Botschaft in Singapur beantragt, die entscheiden grundsätzlich deutlich gnädiger als die DBM. Außerdem kam uns Corona nicht in die Quere, das erschwert die Sache nochmal um einiges.


    Unser Weg lässt sich in zwei Sätzen wie folgt zusammenfassen: Kennenlernen vor 5 Jahren in Singapur (Maid), mehrere 2-wöchige Schengenvisa nach D bekommen, Annullierung gestartet, Hotelausbildung in Singapur gestartet, Praktikumsplatz in D bekommen, Visum abgelehnt, Hotelausbildung abgeschlossen, Annullierung gescheitert (Anwalt unfähig, Richter erschossen), Sprachkursvisums beantragt (12 Monate) und bekommen, B1 abgeschlossen, FSJ Visum (12 Monate) in D beantragt und bekommen, internationale Scheidung in D beantragt, jetzt schwanger mit Entbindung vsl. im August. Meine Freundin ist nach wie vor verheiratet, trotzdem lebt sie bereits seit 1,5 Jahren mit mir zusammen in D.


    Soll heißen: es ist durchaus möglich, eine verheiratete Filipina nach Deutschland zu bekommen, es gibt allerdings keinen "Standardweg". In eurem Fall könnte ich mir folgende Möglichkeiten für die kommenden Jahre vorstellen:


    - Starten der Annullierung

    - Erstes Treffen in Asien (Zeit gemeinsam genießen, Urlaub fernab von Kinder & Ehemann)

    - Schengenvisum (nicht länger als 2 Wochen)

    - HRM Studium anerkennen lassen (dauert ca. 6-12 Monate)

    - Jobaussichten mit HRM Studium in D prüfen, falls schwierig: neue "gefragte" Ausbildung in PH starten (Hotel, CareGiver, Nurse, etc...)

    - A1/A2 Deutschkurs auf den PH starten

    - AuPair / FSJ / Sprachkursvisums beantragen (viel Vorbereitung nötig, aber auf jeden Fall möglich)

    - Falls Annullierung schon durch ist: heiraten

    - Falls Anerkennung durch & Deutschkenntnisse ausreichend: Jobseeker Visum

    - Falls Anerkennung mit Auflagen: Visum zum Abschluss der nötigen Anerkennungsmaßnahmen

    - Falls alles nicht funktioniert, aber ihr trotzdem noch zusammenleben möchtet, müsstet ihr exotischere Varianten prüfen: Auswandern, Golden Visa, Arbeit auf deutschen Kreuzfahrtschiffen (AIDA, etc...) oder ähnliche Optionen


    Jeder dieser Punkte ist für sich schon kompliziert und kostet viel Aufwand, aber wo ein Wille da ein Weg. Insofern: macht Euch einfach auf den Weg und schaut, wohin die Reise geht. Falls ihr bis zum Schluss gemeinsam durchhält, habt ihr eine gute Ausgangsbasis für das spätere Zusammenleben in D :)


    Noch ein sehr wichtiger Punkt zum Schluss:

    Deine Freundin sollte sich überlegen, ob sie bereit ist, ihre Kinder zu verlassen und all die obigen Mühen auf sich zu nehmen, nur um in Deutschland leben zu können. Es kann für Filipinas sehr schwierig sein, ihre Familie zu verlassen und plötzlich in Deutschland in einem völlig anderem Kuktur- & Sozialkreis "überleben" zu müssen. In Anbetracht dieser Tatsache würde ich Euch empfehlen, Deine Filipina (falls sie das möchte!) zunächst als Maid in Singapur arbeiten zu lassen. Das geht trotz Corona relativ einfach und günstig (ca. 2500€, inkl. 2 Wochen Quarantäne im Hotel), da es in PH viele Agenturen gibt, die dies organisieren und anbieten. Dadurch könnte sich Deine Freundin schon an ein Leben fernab der Heimat gewöhnen, ohne auf wichtige philippinische Dinge verzichten zu müssen (Freunde, Essen, Interessen, Einstellung, etc...). Außerdem lernt sie, unabhängiger zu sein und ihr habt deutlich (!) weniger Probleme bei späteren Visumsanträgen.


    Fürs Erste sind das jetzt wahrscheinlich zu viele Infos auf einmal, genießt erstmal die Zeit zu zweit und lernt Euch persönlich kennen, sobald das alles passt gehen die restlichen Schritte fast wie von selbst 😉


    Alles Gute und ich bin gespannt von Dir zu hören,

    Eddie

    Hi hge,

    alles klar, ich werde bei der Gelegenheit noch einen eigenen Thread zu "Internationale Scheidung" aufmachen, da das inhaltlich nicht direkt etwas mit Vaterschaftsanerkennung zu tun hat.


    Viele Grüße,

    Eddie