Posts by HelgeK

    Es haben sich hier viele aufgeregt, dass eine Filipina nach Scheidung das Land verlassen sollte, weil die Gesetzeslage so war. Wie groß wäre die Aufregung bei Abschiebung wegen nicht bestandener Sprachprüfung?

    Eine Regelung "Abschiebung bei nicht bestehen" wäre in der Tat politisch wohl kaum durchsetzbar.


    Andererseits, auf ein zeitnahes Bestehen käme es doch gar nicht an, sondern angesichts der integrativen Wirkung von nach Herkunftsnation, Kultur und Geschlecht gemischt Kurse, auf die regelmäßige Teilnahme. Deutliche finanzielle Sanktionen bem Fernbleiben vom Kurs sollten völlig ausreichen. Die Plicht zu Teilnahme solte bis um Bestehen gelten.

    Hallo Chuck,


    danke für Deine ausführliche Antwort.


    In der Tat erscheinen die Entscheidungsprozesse der DBM zu Anfang sehr intransparent und fast jeder Antragssteller dessen Visum beim ersten Durchgang abgelehnt wurde, wundert sich warum und wieso.


    Wenn man dann aber einige Visum-Erfahrung gesammelt hat und so nach und nach die Arbeitsweise und Entscheidungsprozesse der Botschaft erlebt und analysiert hat, dann kann man durchaus einige Gesetzmäßigkeiten erkennen


    Ich beschäftige mich seit 2009 mit dem Thema. So lange bin ich in der "deutsch-philippinischen Gemeinde" meiner Heimatstadt aktiv, habe mich bei zahlreichen Anträgen beratend beteiligt und verfolge ebenso lange die Fallschilderungen hier im Forum.


    Bitte glaube mir, dass ich mir mein Urteil, dass bei der Behandlung von Erstanträgen in zu vielen Fällen intransparent, oder, um Klartext zu reden, offenbar willkürlich entschieden wird, nicht leicht gemacht habe.


    Von Herrn R. halte ich im übrigen auch eine Menge. Ich hoffe und würde mir sehr wünschen, dass er die Qualitätsprobleme bei der Durchführung der Interviews angeht.

    Hier wurde schon vieles gesagt.


    Eine Anmerkung zum Thema Wäsche-Waschen: Auch wenn eine Waschmaschine vorhanden ist, wird in vielen Familien gerne in großen Platikwannen mit der Hand gewaschen. Ich kann das nachvollziehen, denn mit routinierter Handwäsche lassen sich die in einer Großfamilie täglich anfallenden riesigen Mengen nur leicht durchgeschwitzter Wäsche viel schneller bewältigen als mit einer Miele oder Bosch. Damit das keine Sauerei gibt, braucht es eine großzügig bemessenen "Waschbereich", am besten Außen, aber überdacht, der Boden betoniert und mit leistungsfähigem Abfluss.

    Ich bin allerdings sehr wohl der Meinung, dass das bloße Unterlassen der Mitteilung einer später möglichen Heirat nichts Unehrliches ist

    Wenn ich direkt danach gefragt werde, und "nein" sage, obwohl ich "ja" meine, dann ist das nach meinem Verständnis Lügen.


    Und ja, mir ist bekannt, dass die Heirat in Dänemark offenbar nichts Rechtwidriges ist und dennoch finde ich es extrem unredlich, wenn man dort dennoch heiratet, obwohl man dies beim Visaantrag vorher ausgeschlossen hat.

    Da bin ich ja bei Dir.


    Nur warum sollte ich überhaupt leugnen, in Dänemark heiraten zu wollen, wenn es doch legal ist? Warum ermöglicht die DBM nicht durch ihr faktisches Handeln Schengenvisa zur Heirat in DK?


    Diesbezügliche Ehrlichkeit der Antragsteller wird nicht honoriert.

    Inwiefern zu negativ?


    Das Entscheidungsverhalten bei Erstanträgen ist, höflich formuliert, intransparent.


    Zwar lässt sich Vieles im Nachgang durch persönliches Ansprache des Leiters der Visastelle korrigieren. Aber die Notwendigkeit für ein solches Vorgehen sollte sich auf seltene Ausnahmefälle beschränken - schiefgehen kann schließlich immer mal etwas - und keinesfalls zu einer regelmäßigen Übung werden.


    Tipps in der Richtung, die Unwahrheit zu sagen, kamen sinngemäß auch schon von Dir, Klaus ("Heiratsabsicht besser nicht erwähnen"). So etwas sollte aber nicht erforderlich sein. Auch wenn meine Freundin und ich zeitnah heiraten wollen (nur eben nicht bei der Reise, die gerade beantragt wird), dann sollte es möglich sein, so etwas offen und ehrlich zu erwähnen, ohne dafür mit einer Ablehnung gestraft zu werden.


    Weiterhin sollte es nicht erforderlich sein, dass man auf Biegen und Brechen irgendwelche grenzwertigen "Verwurzelungstatbestände" konstruieren muss. Wir sind alle erwachsene Menschen, und wissen, dass es bei Beziehungen zwischen Pinays und Foreignern in aller Regel um beabsichtigte Heiratsmigration geht. Rechtlich ist ein solches Herumgeiere auch nicht zwingend, schließlich gibt es ja genau für den Ausgleich des Fehlens materieller Verwurzelungstabestände das Mittel der Verpflichtungserklärung.


    Last but not least: Heiraten in Dänemark. Selbst wer sich mit einem solchen Gedanken trägt, bewegt sich ohne wenn und aber im Rahmen der Legalität und sollte dies ohne Nachteile zu erleiden, äußern können. Es darf nicht den Antragstellern angelastet werden, dass manche ABH's inkonsequent handeln und wider der Vorgaben direkt nach einer Heirat in DK ohne FZV Aufenthaltstitel vergeben.


    Die DBM ist ein Dienstleister im Auftrag der deutschen Bevölkerung, von uns allen. Ihre Beamten und Mitarbeiter werden von unseren Steuergeldern bezahlt. Transparentes und an den deutschen Gesetzen orientiertes Verwaltungshandeln ist nicht etwas, was höflich zu erbeten ist, sondern erwartet werden kann (auch von den philippinischen Interviewern, die dort beschäftigt werden).

    Damit das so bleibt, plädiere ich bei Visumanträgen stets bei der Wahrheit zu bleiben

    Ehrlichkeit seitens der Antragsteller setzt ein Entscheidungsverhalten der DBM voraus, das Ehrlichkeit im Rahmen der gesetzlichen Bedingungen honoriert - das ist aber offensichtlich leider nicht der Fall!


    Die blose Erwähnung einer zukünftigen Heirats- oder Migrationsabsicht sollte nicht reflexartig zur Ablehnung führen.


    Momentan erinnert die DBM mehr an einen autoritären Vater, der von seinen Kindern Ehrlichkeit verlangt, aber Backpfeifen austeilt, wenn die Tochter beichtet, dass sie sich in den Nachbarjungen mit Migrationshintergrund verguckt hat.

    aber ich weiss als Fachmann dass Beton kühler ist als die meisten Baumaterialien

    Sehe ich anders, das Problem bei allen massiven Baumatrialien und eben auch Beton ist die hohe Wärmespeicherkapazität.


    Das Konzept der heimischen Nipa-Hütte ohne irgendwelche massiven Bauelemente, auf Stelzen, mit luftdurchlässigen geflochtenen Wänden und zusätzlicher Entlüftung über die Giebel ist der europäischen Bauweise eigentlich unschlagbar überlegen. Leider aber aus Image-Gründen für die meisten wohl nicht tragbar (zumindest nicht für unsere philippinischen Partnerinnen).


    Ich habe nach dem Thema mal ein bischen gegoogelt und eine ganz interessante historische Anekdote gefunden. Die deutschen Kolonialherren in Afrika hatten schon vor über 100 jahren erkannt, dass die typische europäische Massivbauweise für die feuchtheißen Kerngebiete der Tropen wenig geeignet ist und haben erfolgreich versucht, Elemente der einheimischen Baukultur mit seitlicher Durchlüftung + Abschattung der Außenwände zu übernehmen. Hier ein Fotobeispiel:


    „Funeral of Rudolf Duala Manga Bell“ (Kamerun)- Lizenziert gemeinfrei über Wikimedia Commons


    Neuere Ansätze in dieser Richtung gibt es zum Beispiel von dem australischen Architekten Glenn Murcutt:


    Es ist unbenommen, dass es persönliche Umstände gibt, bei denen der A1-Kurs vor EInreise sinnvoll ist. Zum Beispiel dann, wenn der zukünftige Wohnort in Deutschland in einem ländlichen Raum liegt, wo kaum jemand Englisch spricht, und vielleicht nur 2 mal im Jahr ein A1 Kurs in erreichbarer Nähe angeboten wird, so dass nach der Übersiedlung zunächst monatelang auf den Kursbeginn gewartet werden müsste.


    Ebenso gibt es aber Konstellationen, in denen es überhaupt keinen Sinn macht, und grundsätzlich dürfte es außer Frage stehen, dass eine Sprachkurs mehr bringt und nachhaltiger wirkt, wenn das Gelernte gleich praktisch angewendet werden kann. Zudem bietet die Kursteilnahme am neuen Wohnort eine Möglichkeit, Bekanntschaften mit Einwanderen aus anderen Kulturkreisen zu schließen, die über die Kursteilnahme hinaus bestehen bleiben (für muslimische Frauen aus konservativen Familien eine einmalige Chance!!).


    Wenn der Staat in ein Grundrecht eingreift, sollte er sehr gute Argumente haben. Die temporäre Verweigerung des Zusammenlebens von Ehepartnern ist ein solcher Grundrechtseingriff. Zwingende Gründe für diesen EIngriff kann ich nicht erkennen.


    Offiziell begründet wurde und wird die Maßnahme mit der Verhinderung von Zwangsverheiratungen. Eine wissenschenfaftliche Untersuchung, ob die Massnahme diesbezüglich irgendeinen positiven Effekt hat, wurde meines Wissens bislang nicht vorgenommen. Zwangsverheiratungen finden bei tradtionell ausgerichteten Einwanderern mit muslimischen Hintergrund auch noch in der 3. Generation statt, wenn die Betroffenen hierzulande aufgewachsen sind und fließend Deutsch sprechen. Wieweit Deutschkenntnisse auf A1-Niveau hier eine Hürde darstellen sollen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Weiterhin gibt es in den größeren Städten in Deutschland längst zahlreiche türkischsprachige Hilfsangebote, und wohl kaum ein Bürgerbüro, in dem es nicht mindestens einen türkischsprachigen Mitarbeiter gibt.


    Wenn ein Mann die Integration seiner nach Deutschland nachziehenden Frau verhindern will, wird er dies tun, ob das A1 nun vor oder nach der Einreise absolviert wird. Dieses Thema mit dem Kampf gegen Zwangsehen zu verknüpfen, ist aus meiner Sicht ein durchsichtiger politischer Schachzug, da die tatsächliche Absicht - die Behinderung des Zuzuges ungebildeter Einwanderer aus den ländlichen Regionen der Türkei - durch SPD und CDU nicht offen vertreten werden kann.


    @ Tanduayice: Du hast zweifelsohne Recht, dass mangelnde Sprachkenntnisse ein Problem sind. Ich sehe aber den Zusammenhang zum Thema (A1vor Einreise oder danach?) nicht.
    Wir sind uns doch wohl einig, dass das einmalige Absolvieren einer A1-Prüfung ohnehin unzureichend ist. Wenn dem Kurs kein selbstmotiviertes, aktives Bemühen um weiteren Sprachererwerb folgt, gehen die Deutschkenntnisse so oder so binnen weniger Monate nach der Teilnahme wieder gegen Null.

    Ein Kollege meiner Frau ist Philippino, und per Arbeitsvisum (Sachbearbeiter in einer Bank) seit 3 Jahren in Deutschland. Das Visum wurde nunmehr zum 2. mal verlängert.


    Wie sehen in einem solchen Fall die Bedingungen für den Erhalt der NE aus?

    Yap, das ist bekannt - 1000 PHP sollten schon drauf sein, das ausgefüllte Formular vor der Nase liegen und dann los - jegliche Ansätze zur Unterhaltung unterbinden, nur die Fragen bantworten.


    Alles sehr ärgerlich, aber, wenn Ihr terminlich nicht flexibel seid, verglichen mit einer ansonsten z.B. 4, 5 Wochen späteren Flugbuchung immer noch die günstigere Variante

    Der Abflug ist am 04. August geplant und am 28. Oktober fahren wir wieder nach Frankfurt zum Flughafen.


    Ich denke, 3 Monate reichen aus, obwohl der Abgabetermin erst später sein wird. Dass wir den Termin später bekommen ist mir bekannt.

    Reichen würde das schon - nur verstehen tu ich's trotzdem nicht.


    3 Monate vorab Terminvereinbarung via Callcenter wäre doch genau richtig. Bis die Entscheidung über das Visum vorliegt, wäre auch der ideale Zeitpunkt für die Flugbuchung erreicht. So verliert Ihr nur Zeit - und mutmaßlich damit auch Geld (Flug ein par Wochen später buchen macht leicht deutlich mehr als die 500-1000 PHP für's Callcenter aus).

    Nee, ich bleib bei Filterkaffee vom Aldi und Thermoskannenmaschine.

    Das belibt Dir ja unbenommen ;)


    Gefragt war hier ja aber nunmal nach Produkten von den Philippinen, die nach Deutschland profitabel exportiert werden können. Philippinischer Zucker / Kakao / Kaffee werden bereits jetzt in hochwertiger Qualität aus den Philippinen nach Deutschland verkauft, Beispiele für alles 3 sind vorzeigbar.


    Das Segment mit fairer / ökologischer Spitzenqualität ("Luxus") ist interessant, weil dort am ehesten der für kleine Neueinsteiger nötige preisliche Spielraum vorhanden ist.


    Das Ansinnen, Aldi im Aldi-Segment preislich zu schlagen wäre von vornherein aussichtslos.


    Edit - ein Beispiel:
    Das Kilo Zucker "Diamant" kostet bei Aldi 0,65 EUR. Das Kilogramm dunkler Rohrzucker "Molasses" von "Billington's" aus Mauritius kostet in Deutschland im Einzelandel ungefähr 7,20 EUR das Kilo (2x500g). Also, mehr als das 11fache. Und nein, das ist kein Ladenhüter ...

    Es steht dauf der von mir verlinkten Seite doch Punkt für Punkt, was verlangt wird, und weiterhin, dass unvollständige Anträge nicht entgegen genommen werden.


    1. Pass und Passbilder
    2. Antragsformular und Erklärung
    3. Reisezweck inkl. Nachweise (Freitext mit Beschreibung, Hotelbuchungen, Flugticketreservierungen)
    4. Gebühren (OK, ich weiß nicht ob die 60 EUR bei Ehegatten eines Deutschen wirklich anfallen)
    5. Finanzielle Absicherung: Dein / Euer Einkommen (was auch immer das sein mag -> nachweisen)
    6. Reisekrankenversicherung
    7. Verwurzelung Philippinen: Freitext mit Beschreibung "Deutscher Lebenspartner wohnhaft auf den Philippinen" (+ Aufenthaltstitel)


    Das war's.


    Was die Tschechen auf Ihrer Botschaftsseite tun oder lassen, ist doch irrelevant - es sei denn, Ihr wollt ein tschechisches Visum.


    Klar, Touristenvisum. Aber nirgends steht, welche Dokumente benötigt werden, da viele der angegebenen in unserem Fall nicht nötig sind! Lest doch bitte mal den Link zur tschechischen Botschaft, dann wird vielleicht klarer, was ich meine.


    Es ist HIER doch ganz klar formuliert - was genau davon meinst Du, braucht Ihr nicht?


    Den Reisepass? Das Antragsformular? Die Gebühren?


    Ist nicht böse gemeint. Ich verstehe das Problem nur einfach nicht.

    HelgeK, das mit der Remonstration ist ja alles richtig. Allerdings braucht man dazu gute neue Argumente und vor allem Nerven wie Stahlseile :-)

    Nö, Nerven für den Hausgebrauch tun's auch ;)


    Ich gebe ja zu, seinerzeit (2009) habe ich das auch eher unentspannt gesehen. Nach einer Ablehnung samt vergeblicher Remonstration haben wir in HKG geheiratet, und wenig später war meine Asawa hier. Wir waren der DBM im Rückblick fast "dankbar" - unser Beziehung hat das rasche Zusammenziehen sehr gut getan.


    Mir war damals einfach noch nicht bewusst, dass die DBM nur äusserst selten Anträge desselben Antragstellers mehrfach ablehnt - das geschieht in der Regel nur, wenn die beiden sich nicht aus dem RL von einem Besuch des Einladers auf den Philippinen kennen.