Pumpboat an Steg festmachen, Erfahrungen?

  • Hallo Freunde,

    ich möchte mein kürzlich fertiggestelltes Pumpboat (Länge ca. 9 M, siehe Bild) jetzt intensiver nutzen.


    Allerdings haben wir hier auf Negros doch einen entsprechenden Tidenhub. Mach ich das Boot mittels Leine an meiner Seawall bei Flut fest, dann muss ich zu meinem Gate teilweise hüfthoch durchs Wasser waten (Gate im Bild ganz rechts). Bei Ebbe liegt das Boot dann trocken und ich komm nicht weg. Mach ich das Boot bei Ebbe weiter draußen fest, dann müssen alle "Passagiere" bei Flut hinschwimmen, auch nicht so prickelnd.


    Jetzt haben wir uns überlegt, einen Steg ins Meer zu bauen (rechts im BIld, dort wo der hohe Breaker ist). Hat viele Vorteile, u.a., dass man trockenen Fußes bis zum Boot kommt.


    Und nun die entscheidende Frage eines absoluten Bootsneulings: wie kann ich ein Auslegerboot am Steg befestigen, dass es zum einen fest vertäut ist und zum anderen aber bei Ebbe nicht in der Luft hängt bzw. bei Flut nicht schräg nach oben zerrt wegen des Auftriebs. Kann ich es so befestigen, dass es zwar am Steg fest anliegt, bei Ebbe und Flut aber "irgendwie" automatisch runter oder rauf schwimmt?


    Ihr seht, in Zeiten von Corona ein Frage allerhöchster Bedeutsamkeit... Für eventuelle Antworten seitens der erfahrenen Seebären unter Euch schon mal im Voraus besten Dank


    Wolfgang

  • Hab des öfteren schon ein Pumpboat nutzen müssen. Selber besitze ich keins.

    Da wird dir wohl nicht viel mehr übrig bleiben es zu machen wie die Einheimischen.

    Bei Ebbe draußen festmachen, bei Flut muss der Kapitän, also du, das Gefährt holen.

    Werde aber bei Gelegenheit in meiner Brgy, schönes Fischerdorf, meine Nachbarn fragen. Könnte aber noch etwas dauern, da ich in MNL derzeit bin.

  • Danke....

    Am besten baust dein Steg soweit raus das dein Boot noch zu Ebbe im Wasser ist. So machen es z. B. die Fischer in Alegria, Punta Bilar.

    Quelle: mein Schwager

  • Keine schlechte Idee,


    das verbinde ich dann mit einem Waterbreaker, dann kriegen wir bei Amihan weiterhin schön Sand angespült, der kann uns dann aber über den Rest des Jahres nicht mehr abhanden kommen, weil die gegenläufigen Wellen dann vom Breaker gestoppt werden.


    Ich werde das echt überlegen, danke!!!

  • Moin!

    Steg bauen, kannst Du vergessen, weil nicht erlaubt!

    Ist der Steg fertig, meldet irgendein Fischer das den Behörden - Penalty und teurer Abbau!


    Wie schon beschrieben, hilft nur Ankern. Vorzugsweise mit Bug- und Heckanker.

    Alternative wäre eine Mooring. Entweder Betonklotz mit Eisenring dort versenken, Kette und Leine anbringen, Position mit kleiner Boje kennzeichnen.

    Aber auch das bedarf einer Genehmigung.

    Sind der Aufwand / Kosten zu hoch, Taucher runterschicken, mit etwas Glück liegt dort ein Felsen, dann kann man sich das basteln.


    Google mal "Boot festmachen am Steg bei Tide" - da sind einige Vorschläge!


    Wo liegt den das Boot, wie schwer ist das Boot, Sandstrand, Boot an Landziehen????

    Auf jeden Fall Aufsichtsperson verpflichten, Bootsmotoren, Aussenborder werden gerne geklaut 8-)


    Gutes Gelingen, Grüsse aus Dauin, Rolf:victory

    Wer nur in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen Spuren !
    :hi

  • Hi Rolf,


    sorry für meine späte Antwort und danke für die Tipps. Kurzes Statement dazu:


    Das mit dem Betonklotz hab ich schon gemacht, Zwei 50 Kg Säcke (vom Reis) mit Beton gefüllt, oben eine Karkasse von einem Reifen einbetoniert (anstelle eines rostenden Eisenringes) und dann beide "sauschweren" Säcke bei Ebbe rausgerollert, Boje angebracht und dies ist nun die "Halteschlaufe" für mein Boot am Heck.

    Am Bug ist das Boot mit meiner Seawall verbunden. Es kann bei Tidenhub auf und ab, kann aber nicht seitlich weg.


    So weit so gut, lediglich das "Betreten" des Bootes ist es, was mich noch beschäftigt. Vergangenen Sonntag hatten wir hohe Flut und ich hatte große Schwierigkeiten (trotz der eingebauten Leiter und trotz meiner 190 cm Größe) überhaupt an Bord zu krabbeln, bereits am Bug (der ja landwärts gerichtet ist) ging mir das Wasser bis fast zur Brust.


    Einen Breaker sowie einen Steg würde ich natürlich genehmigen lassen, sollte aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen wohl kein allzu großes Problem darstellen, es gibt hier bereits diverse (z.T. schon wieder im Verfall begriffene) Breaker diverser Größe.


    Ich habe zum besseren Verständnis meiner Idee mal eine Zeichnung (zugegebenermaßen nicht unbedingt Architektenniveau) beigefügt, vielleicht fällt Dir dazu ja was ein.


    Zum Google: ich hab bereits vorher gegoogelt, allerdings nur Vorschläge für Boote mit "normalem" Rumpf erhalten (Fender an der Bordseite zum dämpfen anbringen und Befestigung des Seiles mit Klampen). Mein Problem ist ja, dass ich das Boot am Steg direkt am Ausleger festmachen muss, der zwar stabil ist, aber auf Dauer den Kräften des gesamten Bootes aufgrund ungünstiger Hebel vielleicht nicht standhalten kann.


    Beste Grüße aus Tampi

    Wolfgang

  • Moin Wolfgang,

    wie sieht es denn dann mit einem Schwimmsteg aus?

    Dann wären alle Probleme gelöst!?

    Ich glaube nicht, dass man dafür eine Genehmigung braucht?

    In DGT gibt es "alt-Kanisterhändler" (Nähe Bus-Terminal).

    Mahoganie-Holz gibt es in der Timberfarm (Highway, DGT-Dauin, rechte Seite).

    Den Schwimmsteg zur Meerseite fixieren, und dein Böötchen liegt sicher.

    Holzkonstruktion, Rahmen, innen mit den Plastikkanistern!


    :thumbsup

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    :hi

  • Hi Rolf,


    na bei dem Vorschlag kann man nicht meckern, da muss man aber erstmal drauf kommen!!! Eine Idee der Extraklasse, vielen Dank. Da bring ich Dir nach Abflauen der Ausgangssperre mal mit dem Boot ein SM nach Dauin.....


    Ich werde das echt weiter verfolgen, nochmals danke und beste Grüße


    Wolfgang

  • Hallo, habe so ein Steg mal in D gebaut, in der Schlei (bin langjähriger Segler).

    Erst die Kanister kaufen (5 Liter-Kanister mit Griff) alle in gleicher Grösse.

    Dann den Rahmen bauen, entsprechend der Kanistergrösse.

    Etwas Spielraum lassen, Kanister nicht einquetschen!

    Holz gut und satt streichen, eventuell mit Altölmischung.

    Kanister gut verschliessen, mit dem Griff nach unten einbauen, Plastikleine durch die Griffe der Kanister, - fixieren!

    Eventuell kannst Du noch ein paar stärkere Eisenstangen (Hardware-Store) in den Grund rammen, Steg schwimmt dann nicht weg. - mit grosser Öse am Steg, dieser kann sich dann bei Ebbe / Flut nach oben und unten bewegen!



    Zur Stegeinweihungsparty und Begutachtung kommen wir (ich trinke nur eiskaltes SMB)!


    :cheers

    Wer nur in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen Spuren !
    :hi

  • Moin Seemann,

    So wird es hier an der Wattenmeerküste Deutschlands oft gemacht: Dein Betonklotz für das Heck ist schon gut. An die Boje machst du einen Ring. Einen zweiten Ring dort, wo du gerne einsteigen möchtest oder auf dem Wellenbrecher. Durch beide ein langes Seil, das du als Endlosschlaufe vom Anleger ziehen kannst. Das Boot wird dann vorne und hinten mit kurzen, eingespleißten Stroppen oder Karabiner an diesem Endlosseil festgemacht (ohne es aufzumachen) und so zur Boje in freies Wasser gezogen. Wenn es kurz vor der Boje ist, das Seil mit einem weiteren eingespleißten Stropp oder Karabiner (oder Vorhängeschloß wie hier) fixieren. Wenn ihr fahren wollt, das Boot bis an den Steg oder ins flache Wasser ranziehen, einsteigen, losfahren. Wenn ihr Kunststoffseil nehmt, das schwimmt, braucht ihr noch nicht einmal eine weitere kleine Boje an den Stroppen/Karabinern.

    Gruß vonne Nordsee


    Peter

  • eine weitere Möglichkeit:

    Ich habe mir eine Rampe ins Wasser betoniert. Meine Banca ruht auf einem Wagen. Den schiebe ich samt Boot ins Wasser, Boot raus, Wagen bleibt im Wasser. Nach der Ausfahrt kommt das Boot wieder auf den Wagen und beides wird mit einer Handkurbel rausgezogen.

    Das geht allerdings nicht bei tiefer Ebbe (bei mir) ...komme nicht tief genug ins Wasser

    tschö
    Juanico

  • Hi Freunde,


    zuerst mal sorry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. War aber diversen Aktivitäten hier vor Ort geschuldet (natürlich NICHT draussen in der Öffentlichkeit, ist aktuell ja nicht angeraten). Aber gerade durch diese strikte stay-home-Strategie kommt man dann dazu, hier im Grundstück mal richtig aufzuräumen...


    Als Zweites ein ganz herzliches Dankeschön für die guten und sinnvollen Vorschläge. Leider kann das mit der Rampe nicht funtionieren, denn der Wagen müsste draussen vor der Seawall verbleiben. Dann aber würde er bei Flut teilweise völlig im Wasser stehen und eventuell bei etwas höherer Flut sogar weggeschwemmt werden (also müsste ich den Wagen dann wieder gesondert fixieren). Die Idee ist aber gut.
    Die Idee mit dem Endlosseil auch, auch das werde ich in meine Überlegungen einbeziehen. Jetzt habe ich also divese Möglichkeiten, nun müssen die nur noch umgesetzt werden.....


    Als Drittes habe ich praktischerweise an Euch professionelle Seebären gleich noch zwei Fragen (die sich erst ergeben haben, als das Boot nach der Fertigstellung hier im Grundstück über die Seawall ins Wasser gehievt worden war, vorher hätte ich vielleicht noch einfacher um- oder anbauen können):


    Erstens:

    mein Motor im Boot ist fest mit der Schraube verbunden. Das bedeutet Motor anlassen und sofort Vortrieb erhalten, das Boot will also vorwärts wegfahren. Kein Leerlauf, kein Rückwärtsgang. Nun ist das Manövrieren mit dem Boot so eine Sache. Die Filipinos nehmen da eine lange Bambusstange und stochern das Boot (wenn es nach dem Anlanden mit dem Bug zum Strand zeigt) rückwärts und dann schieben sie den Bug durch das Stochern in die Richtung, in welche die Fahrt gehen soll. Wenn ich jetzt alleine (oder zumindest ohne zweite Person an Bord, die sich um so was kümmert) fortfahren will, dann ist das immer ein mords Geturne vom Steurplatz im hinteren Drittel vor zum Bug, dann rückwärtsstochern und rumschieben, dann schnell wieder hinter zum Steuerplatz, Motor an und los gehts. Für mich als 190 cm Mensch teilweise ein rechtes Rumgehampel damit ich nicht ausrutsche.
    Jetzt habe ich schon nach einem Getriebe Ausschau gehalten, welches nur die Funktionen Vorwärts/Leerlauf/Rückwärts hat. Das gibt es, aber leider nur in der Form, dass ich axial ins Getriebe reingehe und der Flansch der rausgeht steht im rechten Wnkel dazu. Ich brauche es aber "in line", wird also nix.

    Habt Ihr eine Idee, wie man das elegant vom Steuerplatz aus lösen könnte? (Angeblich soll es kleine Elektromotoren mit Schraube geben, die man neben dem Boot ins Wasser halten und damit dann Rückwärtstrieb -auch um die Kurve- erzeugen kann. Ist so was bekannt?)


    Zweitens:

    Meine Schraube hinten ist tiefer als der Rumpf. Wenn ich anlande dann liegt das Boot bei Trockenfall durch Ebbe mit dem ganzen Gewicht hinten auf der Schraube und verbiegt diese oder die Welle. Also haben meine philippinischen Freunde gemeint, da macht man zum "Parken" kurz hinter dem Steuerplatz ein dickes Rundholz unter den Boden. Dieses liegt dann am Grund auf bevor noch die Schraube den Grund berührt. Zum Fahren muss das Rundholz (schwer weil groß) aber weg und ins Boot gehievt werden. Elende Plackerei, vor allem muss ich beim Parken rausspringen in Wasser, Holz vom Boot ins Wasser werfen (ist auf einer Seite schon mit Seil festgemacht) und unter dem Boot durchschieben um es dann von der anderen Seite auch mit einem Seil oben an den Auslegern zu befestigen. Meistens schwimmt das Holz vor dem Befestigen auf der zweiten Seite wieder weg und ich muss mehrere Versuche machen.

    Ich habe jetzt schon daran gedacht, außen ziemlich hinten dauerhaft einen Keil am Boden zu befestigen der mehr Tiefgang als die Schraube hat. Ob so was geht oder beeinträchtigt das dann meine Vorwärtsfahrt oder die Lenkbarkeit? Erfahrungen?


    Sorry für die epischen Auführungen und ich wünsche Euch nun einen Coronafreien, gesunden und möglichst entspannten Tag.

    Mit besten Grüßen


    Wolfgang