Erstens - Meine Erfahrung ist, dass es auf den Philippinen durchaus viele Kinder mit sehr guter Veranlagung für Intelligenz und Fähigkeiten gibt (soweit ich weiß ist mittlerweile gut erforscht, dass es diese Veranlagungen weltweit in allen Gesellschaften in ähnlichem Ausmaß gibt).
Zweitens - Das Problem auf den Philippinen ist, dass in vielen Fällen ein Umfeld fehlt, dass die Kinder fördert und fordert , damit diese Intelligenz und Fähigkeiten entwickeln können. Der Unterricht an vielen billigen/leistbaren Schulen ist auch schwer mangelhaft. Niemand ist eine Insel, und nur wenige Personen in einem destruktiven Umfeld ohne Erfolgsaussichten eine hohe Arbeitsmoral entwickeln. Viele Filipinos wachsen in einem Umfeld auf, das die Eigenleistungen durch Neid und Dummheit kaputtschlägt, und zusätzlich noch die Großfamilie im Nacken über sozialen Terror die Früchte der Arbeit einkassiert. Viele Filipinos im Teenager-Alter geben dann auf, weil sie lernen, dass Eigenleistung nicht funktioniert, und werden genauso destruktiv wie ihr Umfeld.
Drittens - Dazu kommt ein richtiger Teufelskreis. Natürlich sind nicht alle Filipinos im Bezug auf Arbeitsmoral destruktiv. Aber viele intelligente, fähige Filipinos verlassen das Land, weil sie anderswo bessere Aussichten für ihr Leben haben. Dabei wären das genau jene Personen, die die Philippinen voranbringen und das notwendige positive Umfeld für die junge Generation sein könnten. Auf den Philippinen zurück bleiben jene, die nicht wegkönnen, weil sie nicht gut genug sind. Zurück bleibt auch eine reiche Oberschicht, die sich auf Kosten der billigen Arbeitskräfte ein schönes Leben macht.
Viertens - Abschließend möchte ich die Sache aber noch richtig einordnen. Die Absätze "Zweitens" und "Drittens" bringen zwar gewisse Probleme sehr drastisch auf den Punkt, aber glücklicherweise gibt ein der Realität nicht nur dieses Schwarz-Weiß, sondern auch viele Graubereiche. Außerdem habe ich den Eindruck, dass in den letzten Jahren immer mehr intelligente, fähige Filipinos im Land bleiben und auf den Philippinen etwas aufbauen. Die Berichte über gut laufende Unternehmen haben sicherlich ihre Berechtigung. Je mehr es davon gibt, umso besser funktioniert es auch, weil diese Menschen zusammenarbeiten, einander unterstützen und ein positives Umfeld bilden. Ich meine, es gibt hier eine wachsendene Gesellschaftsschicht, die durch Leistung viel Gutes schafft. Aber in Summe über alle 112 Mio Einwohner der Philippinen wächst sie nur sehr langsam, sodass die Probleme mit der mangelnden Arbeitsmoral/Leistungsbereitschaft immer noch in großem Ausmaß existieren.