Posts by unusmultorum

    Hallo Oliver


    dein Fall hat einige Parallelen zu unserem. Schwiegermutter, 69 Jahre, verwitwet, mit zwei weiteren Kindern & Enkelkindern im gleichen Haushalt auf den Philippinen, Anspruch auf eine kleine Rente und die erste große Reise überhaupt, ganz besonders ins Ausland. Visumsdauer ebenfalls 2 Monate.

    (siehe auch hier: Beschreibung in anderem Thread). Wie es der Zufall will: heute kam sie in Manila an, für die Weiterreise mir China Airlines nach DE


    Die VE haben wir nicht postalisch von hier versendet, sondern sie jemand auf deren Flugreise nach Manila mitgegeben. Der Brief wurde dann landesintern von Familienmitgleidern ab Manila als Priority weiter versendet. Der VE beigelegt hatte wir für die Botschaft ein Einladungsschreiben (zweisprachig auf dt. und engl.). Ebenso eine Prepaid Kreditkarte, so dass die Schwiegermutter unkompliziert die notwendigen Auslagen vor Ort für den Visaantrag leisten konnte und auch die weiteren Reisevorbereitungen (Pasalubong, Reisegepäck, Flughafentransfer, Traveltax etc) finanziert waren. Zudem ist auch für die Anreise selbst für den Fall der Fälle gesorgt (z.B. mal was essen bein längeren Umstieg beim Zwischenstopp, oder falls sonst etwas auf der Anreise ungeplantes passiert).


    Zum Visumverfahren an sich:

    Wir hatten darauf geachtet, das komplette Dokumentenset in sich konsistent zu halten. Ziel war, dass sie kurz vor Geburt anreist. An Dokumenten /Nachweisen für die Rootedness hatte die Schwiegermutter zum Botschaftstermin (bzw. hier VFS Global im Manila Office) dabei:

    - Nachweis über ihren philippinischen Rentenanspruch

    - Geburtsurkunden zu ihren weiteren Kindern (Bruder & Schwester meiner Frau)

    - Die Businessnumber / Registration des Geschäfts der Schwester.

    - Begleitend hatten wir in unserem Einladungsschreiben heraus gestellt was ihre Abwesenheit für die heimischen Familienmitgleider bzgl Bewältigung des Alltags bedeutet (Ausfall ist schwer zu kompensieren wg. Kinderbetreuung als auch eine Kraft weniger im SariSari-/Computerstore der Schwester).


    Im Briefing für das Botschaftsinterview (sprich: Fragen beim Termin und für telefonisches Interview/Rückfragen durch Botschaft) hatten wir sie geimpft das Stichwort Kinderbertreuung/Babysitten unbedingt zu vermeiden. Sondern nur auf Familienbesuch hinzuweisen, im Detail: Kennenlernen der Familie des Schwiegersohns & hauptsächlich für Tochter in der Wochenbettzeit da zu sein.


    Die Krankenversicherung haben wir nicht hier in DE für sie abgeschlossen, sondern sie vor Ort über einen philippinischen Anbieter machen lassen. Das war bald 100 EUR günstiger.


    Visum war dann kein Problem. Positive Entscheidung kam nach nur wenigen Tagen. Auch wenn die Visumsdauer dann von der Botschaft in der Länge um ein paar Tage ggü dem Antrag gekürzt wurde.


    Hoffe, das hilft dir ein wenig.

    A) Anmeldung an ihrem Wohnort.

    Frist war lt. Visa glaube ich innerhalb von 14 Tagen nach Einreise. Ob du dazu bei dir am Ort zum Bürgerbüro oder zur ABH musst, kläre bitte ab, auch da ich annehme, dass dazu ein Termin vonnöten ist.

    Bin mir nicht sicher, ob ich mich richtig erinnere: aber ich/wir hatten im Einwohnermeldeamt auch sie so eintragen lassen (müssen), dass sie als mit mir verheiratet geführt ist. (Nicht: Standesamt).

    Nachfolgend zur Wohnortanmeldung kommen dann die weiteren Schritte zur Beantragung des eAT.


    Damit kam dann automatisch

    B) Finanzamt: Anpassung der Steuerklasse.

    stanrdmässig Klasse 4, für jeden von uns. Die Option, es mit einem Gang zum FA in Klasse 3/5 anzupassen, steht dir ja offen.


    C) Krankenkasse

    Bin im Vorfeld zu meiner Krankenkasse (TK) und hatte wg. Familienversicherung (Mitversicherung) angefragt. Rückmeldung war sinngemäß die, dass sie mit ihrer Einreise bei mir mitversichert sei. Habe dazu bei der Niederlassung persönlich vorgesprochen, und die notwendigenDokumente beigehabt. Ihre Ausweiskopie mit Visa & Heiratsurkunde. Hatte mir darum auch die RKV gespart. Der Abschluß der RKV ist aber sicher kein Fehler.


    D) Arbeitserlaubnis / Integrationskurs

    ist im FZV-Visum inkludiert. vergl.: Scan - Ausweis mit FZV-Visum

    Ankommen braucht Zeit, auch um die neue Heimat zu erkunden. Vor allem: Sprachkurs machen, idealerweise nicht nur bis B1 sondern am Besten bis C1. B1 ist m.E. Teil des Integrationskurses. Der kostet Zeit, und fängt auch nicht gleich am Tag nach deer Anreise an. hat bei uns einige Monate gedauert, bis das durch war. Kannst dir ja mal meine 2 cents über den Verlauf ab Einreise dazu durchlesen: unusmultorum / Heirat in HK / Detailfragen zu Formularen/Dokumenten (beginnt ab Post #104), #111 ist ein Review über das erste Jahr nach Einreise.

    Auch wenn ich zugestehe: mit die beste Weise einen Bekannten/Freundeskreis außerhalb den des Ehemanns sowie der Pinay-Community aufzubauen, ist mit Sicherheit auch über den Arbeitsplatz. Oder Vereins-/Kirchen-Engagements. Es ist beides wichtig: Kontakt hier zu Landsleuten zu haben (was das einfachste ist) aber auch in die hiesige Kultur und Gesellschaft hineinzuwachsen.


    E) Das Meisste ergibt sich mit der Zeit. Ein Schritt nach dem anderen und lass die Dinge auf dich zukommen;)

    Vielleicht mögen die schweizer Behörden die Heiratsurkunde ohne Apostille akzeptieren.

    Aber den ROM beim philippinischen Konsulat in HK abholen - mit Express Bearbeitung am Tag danach, das würde ich nicht einfach übergehen. Ohne den, kann die holde Ehefrau die Ehe nicht in der Heimat registrieren lassen, mit allem was danach noch dran hängt. Das ToDo kann auch nicht im Nachgang auf den Philippinen beim PSA oder DFA nachgeholt werden, sondern muss bei der Botschaft/dem Konsulat des Landes erfolgen, in dem die Hochzeit erfolgte.

    Korrigiert mich gerne, wenn ich hier falsch liege.

    Auf der VE ist nur vom "Tag der voraussichtlichen Einreise" die Rede... bis zur "Beendigung des Aufenthaltes"...

    Daher würde ich eine gewisse Toleranz da schon annehmen, der auch mehrere Wochen sein kann....

    Daher denke ich, dass eine neue VE nicht nötig ist, zumal es sich ja noch um den gleichen (Ausgangs)Vorgang handelt.


    Ah ok, bin davon ausgegangen das man sich dann im genannten Zeitrahmen bewegen muß... Danke!

    Bei meiner VE wurde das Datum von Ein- & Ausreise komplett frei gelassen. Ohne dass ich darum gebeten hatte. Den genauen Reisetermin oder auch die Reisedauer hat meine Sachbearbeiterin bei der ABH überhaupt nicht interessiert. Sie gab nur den saloppen Hinweis: "... Aber nicht länger als 90 Tage, das wissen Sie?" Fand ich sehr gut.

    Die genauen Reisedaten werden ja ohnehin im Visumsantrag bestimmt. Und da Familienangehörige, für die ich selbst das Antragsformular komplett vorbereitet hatte und nicht für irgendwen, war das auch absolut OK so.

    In unserem Fall mit dem Besuchsvisa für die Schwiegermutter lief es wie folgt:


    Bei der ABH Anfang April 2019 über deren Webseite Terminanfrage zwecks Abgabe Verpflichtungserklärung. Da nach zwei Wochen ohne Rückmeldung, dann persönlich dort aufgeschlagen, mit Termin am 11.6.

    Noch am gleichen Tag, zusammen mit formlosem Einladungsschreiben die VE auf den Weg auf die Philippinen gebracht und Termin für Visaantrag gesucht.

    Den gabs bei VFS Global, am 3.7. in Manila.

    Mit Focus auf Nachweis der Rootedness haben wir darauf gedrängt, dass die Schwiegermutter zum Termin insbesondere mitbringt:

    - Nachweis über ihren philippinischen Rentenanspruch

    - Geburtsurkunden zu Bruder & Schwester meiner Frau

    - Die Businessnumber / Registration des Geschäfts der Schwester.

    - Begleitend hat unser Einladungsschreiben heraus gestellt wie sehr uns bewusst ist, dass ihre Abwesenheit für die heimischen Familienmitgleider nur schwer zu kompensieren ist bzgl Kinderbetreuung oder auch im Geschäft der Schwester mit zu helfen.


    Die RKV hatten wir die Schwiegermutter auf den PH über BPI abschließen lassen. Auch weil es in diesem Fall ca. 90 EUR günstiger kam es hier über den ADAC o.ä. laufen zu lassen (wg. Altersgrenze)


    Dauer ihres Besuchs ist auf 2 Monate von Mitte September bis Mitte November ausgelegt. Anreise etwa 14 Tage vor dem errechneten Geburtstermin unseres Kindes. Abreise eins/zwei Tage nach dem Geburtstag der Schwiegermutter.

    Im Vorfeld hat meine Frau sie intensiv darauf eingeschworen, beim Interview nicht ins Blabla zu verfallen, sondern ausschließlich die erfragten Informationen zu geben. Wahrheitsgemäß. Weil der Besuch der Tochter zeitlich um den errechneten Geburtstermin unseres Kindes beginnt, sollte unbedingt der Eindruck vermieden werden, dass sie zum Babysitten oder Nursing her kommt.


    Ergebnis: Sie hat das Visum heute erhalten. :thumb Aufenhaltsdauer: 60 Tage.:weia

    Die seinerzeit bei der Botschaft (für Visum und UP) eingereichten Originaldokumente meiner Frau konnte ich mitterweile bei der ABH abholen.

    Hier je ein Beispiel, für

    • Prüfvermerk auf dem jeweiligen Dokument
    • dazugehöriger Prüfbericht

    Das Standesamt wollte bei mir beides sehen.

    Irrititation erzeugte das Wort Copy auf dem Ausdruck auf dem PSA-Sicherheitspapier immer "Copy" stand. Erst der Prüfberiecht der Botschaft hat für die Standesbeamten verständlich gemacht, dass mit Copy einen "Auszug des Hauptstandesamtes" meint, es sich also doch um ein Originaldokument handelt.


    Ende gut, alles gut. Die Geburtsurkunde für unseren Nachwuchs konnte dann schlussendlich ausgesstellt werden.

    Da kann ich nur beipflichten.


    Das GI hat auf nur den ersten Blick ein teureres Preisschild als die anderen Anbieter. Im Vergleich ist jedoch deutlich (!) mehr Unterrichtszeit enthalten, so dass je Unterrichtseinheit das GI klar am preiswertesten war. Bei für mich bewertbarer Qualität der Lehre.


    Der Superintensivkurs ist natürlich zeitaufwendig, das heißt Vollzeit. Die Lebenshaltungskosten waren also voll mitzufinanzieren. Unterkunft, Kursgebühren mit Lernmaterial, Essen, Commuting und anderer Kleinkram. 500 EUR/Monat kommen da schnell zusammen. Aber: der Erfolg hat dem ganzen Engagement recht gegeben. Von A1 bis B1 hat meine Frau die Kurse direkt hintereinander durchlaufen und einen ziemlichen Prüfungsstress gehabt. B1 hatte sie so auch in Gänze beim ersten Anlauf geschafft.


    Was würde ich heute anders machen? A1 vor Visumsantrag. Erst danach zur Überbrückung der Wartezeit die Folgekurse. Nebeneffekt: in den gut 8 Monaten zwischen Visumsantrag und Übersiedlung wird das erlernte vertieft und ausgebaut, statt dass es wieder entschlummert. Auch wäre Motivation und "Begeisterung" für A2 und B1 ausgeprägter gewesen.

    Von der Botschaft habe ich heute eine Kopie des Schreibens erhalten, in dem damals meine zuständige ABH zur Aushändigung der Originaldokumente an meine Frau gebeten wird. Kommt wohl noch. Gut 1.5 Jahre später. Auf besondere Nachfrage.


    Die ABH hat sich ebenfalls geäußert. Der erste Absatz klingt ja noch ganz gut, aber der Rest ist eher das Gegenteil von vertrauensfördernd:

    ... Denn allein die Tatsache, dass meine Frau eingebürgert wurde , sollte als Indiz reichen, dass die Geb-Urkunde sorgfältig geprüft wurde. ...

    Ich musste lernen, dass so ein "deduktiv referenzieller" Ansatz für ein Standesamt nicht zur Anwendung kommt. Es muss jedes Dokument für sich den Anforderungen genügen.


    So gesehen hätte man dann in unserem Fall ja auch sagen können: weil die Geburt meiner Frau spätregistriert ist und eine Urkundenprüfung dann standardmässig erfolgt, ist das erteilte Visum hinreichender Nachweis über die Prüfung der Geburtsurkunde - geht aber nicht.

    Das Standesamt fragt intern über die ABH danach.

    Unabhängig davon schreibe ich gerade Botschaft und ABH an, mit der Bitte die geprüften Originaldokumente mit dem "Stempel" oder Vermerk, oder was immer es letztlich genau ist, meiner Frau wieder zuzusenden.


    Die UP in unserem Fall lief von Juni bis Dezember 2017.

    Die Standesbeamtin sagte mir: das geprüfte Originaldokument wird mit einem Stempel (der Botschaft) versehen. Der besagt dann, dass dieses Dokument geprüft und für authenthisch befunden ist - damit dann auch von ihr akzeptiert werden kann. Dieser Stempel gilt nur für das jeweilige Stück Papier. Sprich ein Zweitausdruck des ansonsten identischen Dokuments ohne diesen Stempel muss für sich gesondert durch die Urkundenprüfung.


    hge

    Anmerkungen dazu, die Dokumente nach dem Verfahrensabschluss zurück zu fordern hatte ich hier seinerzeit auch gelesen. Möchte auch überhaupt nicht behaupten, mein obiger Hinweis wäre der erste Beitrag zu dem Thema.

    Jedoch hatte ich das gelesene so interpretiert: der Eigentümer des Dokuments soll wieder das zurück erhalten, was ihm/ihr gehört...

    Da meine Frau nicht nur einen Originalausdruck z.B. der Geburtsurkunde hat, war uns das jedoch nicht so wichtig. Der Aspekt der damit einhergehenden Rechtsgültigkeit ging irgendwie für mich unter.


    Will darum explizit darauf hinweisen: Der Prüfstempel auf dem eingereichten Dokument ist das wirklich wichtige, weswegen das Dokument zurück gefordert werden muss.

    Denn NUR mit diesem Stempel bekommt dieses eine geprüfte Stück philippinischen Papiers auch in unserem Rechtsraum verbindliche Gültigkeit und Anwendbarkeit.

    Bis gestern war mir nicht bewusst, dass mit Abschluss einer Urkundenprüfung auch ein formelles Dokument dazu gehört, welches die Prüfung des Dokuments (in diesem Fall: Geburtsurkunde meiner Frau) mitsamt dem Ergebnis bestätigt.


    Dieses Bestätigungsdokument haben wir nicht bekommen. Wir haben neben der Quittung über die Gebühr nur noch informelle E-Mails der Botschaft an meine Frau (Visums wird ausgestellt), bzw der ABH an mich (Urkundenprüfung erfolgreich abeschlossen). Das hat natürlich für ein Standesamt null relevanz.


    Das uns hier was fehlt und auch im Nachhinein wirklich wichtig ist, wurde mir leider gestern erst hier beim lokalen Standesamt deutlich gemacht.


    Nun versucht die Standesbeamtin bei der ABH einen aktuellen Ansprechpartner (meiner von vor 1,5 / 2 Jahren arbeitet nicht mehr da) zu finden, der den Vorgang nachvollziehen kann. Hoffnung ist, die ABH hat von der dt. Botschaft in Manila dieses Dokument erhalten.


    Darum mein Hinweis: wer durch die Urkundenprüfung muss - hinterher ZWINGEND das formelle Dokument dazu von der Botschaft oder über die ABH einfordern!

    Ein anderes Thema:

    Mein Holde machte den Integrationskurs. Bzw. Sie wurde nur auf den Teil Leben in Deutschland (LiD) 'verpflichtet'. Der Sprachkurs war nicht gefordert, da ja schon bei Visaantrag B1 nachgewiesen wurde. (Goethe Institut).


    Die Kursgebühren sind erstattungsfähig, sofern der Kurs innert 2 Jahren nach Aufforderung zur Kursbelegung erfolgreich abgeschlossen wurde


    Für den Erstattungsantrag muss man zunächst seine Personennummer beim Bamf wissen - die wir auf keinem unserer Schriftstücke vorfanden. Die mussten wir erst einmal gesondert beim BamF anfragen.

    Bis Antwort auf die E-Mail Anfrage kam, hat's 1,5 Monate mit einmal nachhaken gedauert. Unklar war dann nur noch, an welche Adresse genau der Erstattungsantrag zu versenden sei. Bei Anruf der Bamf-Hotline teilte mir der Mitarbeiter mit: Erstattungsanträge können nur auf Basis des kompletten "Integrationskurs-Zertifikats" bearbeitet werden. Sprich: Bamf-Zertifikat über Sprachkurs UND LID müssen dem beiliegen.


    Was wir laut Bamf nun machen sollen:

    Das Bamf eigene Sprachkenntnis-Zertifikat auf Basis des Goethe Instituts B1-Zertifikats beantragen. Wenn wir das dann haben, können wir die Erstattung von 50% der Kursgebühr für den LiD-Kurs beantragen. Erwartete Dauer: ein paar Monate.


    Über den bürokratischen Schwachsinn will ich mich gar nicht mal aufregen.

    Richtig empört mich aber, wie im Kontext des ganzen Vorgangs eine Denkweise 'der da oben' offenbar wird, den Untertan (von möchtegern-Neu-Bürger) spüren zu lassen, wo er sich seine Anliegen hinstecken soll. :mauerX(


    Hat wer ähnlich Erfahrungen?

    :explotieren


    Das Geschäftsmodel überfordert einige Zeitgenossen. Man erhält immer am 05. eines Monats eine E-mail mit der Rechnung. Man muss bis zum 20. mindestens 30.-€ überweisen. Der überzählige Betrag wird dann teuer verzinnst. Wenn man jedoch sein Konto bis zum 20. eines Monats ausgleicht fallen gar keine Zinsen an. Ich nehme üblicher weise nach Erhalt der Rechnung eine Terminüberweisung vor. Lastschriften gehen nicht. Das ist eben das Geschäftsmodel. Man muss halt Ordnung im Geschäftsablauf haben. Dann spart man die Sollzinsen. Beim Bezahlen wird nie die PIN abgefragt. Es wird nur Unterschieben. PIN braucht man nur beim ATM.

    Das gleiche Geschäftsmodel habe ich ebenfalls bei Barclay. Das ist dann VISA.

    Barclays hat den Vorteil, sich zum Abrechnungstag den kompletten Saldo per Lastschrift automatisch ausgleichen zu lassen. Muss man aber so gesondert einrichten lassen. Einfach bei der Hotline anrufen, online geht das nicht. So laufe ich gar nicht erst Gefahr, in deren Zinsfalle zu tappen. Bieten aber auch an, bei Einzelumsätzen über 200 Eur(?) sich einen individuellen Zahlungsplan mit Zinsaufschlag einzurichten.
    Gebühr für Auslandseinsatz liegt glaube ich bei 1,75%. Wenn der Automatenbetreiber auch noch eine Gebühr (besagte 250 Peso) verlangt, die dann noch dazu. Guter Wechselkurs, deutlich besser als bei WU, Paypal & Co.

    Ich finde schon, dass die Startbedingungen gleich oder ähnlich waren. Meine Frau ist in der tiefsten Provinz aufgewachsen..und ist dort nur Jeepney, Bus oder Bike gefahren. Da macht man sich keine Gedanken über Verkehrsregeln. Hier in D musste sie dann in einer Großstadt die praktische Prüfung erledigen. Ich kann nur sagen, sie hatte einen guten und geduldigen Fahrlehrer. Die theoretische Prüfung hat sie beim ersten mal direkt geschafft in deutsch! Obwohl meine Holde nicht in die Kategorie Sprachtalente eingestuft werden kann. Nur die praktische Prüfung musste sie einmal wiederholen. Falls sie nicht durchgefallen wäre, wären wir bei 1500,- bis 1600,- Euro gelandet.

    Hier zeigt sich doch, wie unterschiedlich sich die Talente unter uns Menschen verteilen.

    Mit der Regelkunde hat meine Frau - zu meinem Leidwesen - auch keinerlei Schwierigkeiten. Weist sie mich doch jetzt immer auf meine in vielen Jahren angwöhnten Nachlässigkeiten hin ;-) Wie gesagt, es hapert(e) an an anderen Dingen wie Geschwindigkeiten einschätzen, Erkennen von Risiken und anderem.

    Auch wir leben in einer verkehrsreichen Gegend mit über 200.000 Einwohnern hier am Ort. Sie hatte sich für die Prüfungsfahrten auch immer Rushhour mit ganz viel Stop & Go gewünscht...

    hmmm.. für ca. 1800,- hat meine Holde vor 10 Jahren den Führerschein ganz normal hier in D bei der Fahrschule "um die Ecke" gemacht. Sie hatte vorher keine philippinische License, musste also ganz neu anfangen.

    Ich sehe dann nicht unbedingt den Vorteil, den man sich mit der Umschreiberei antut.

    Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, lieber hge. Ich denke, einfach zwei Geldbeträge gegenüber zu stellen, wird dem nicht gerecht. Die Voraussetzungen die du oder ich hatten waren schon sehr verschieden verglichen mit denen meiner Holden.

    Hätte sie hier bei Null angefangen, wäre es um ein mehrfaches teurer geworden. Einfach deswegen, weil sie in ihrem Leben kaum je "aktiv" am Straßenverkehr teilnahm. Hin und wieder mal im dichten städtischen Verkehr an einer Ampel die Strasse zu überqueren und ansonsten nur Passagier zu sein führt zu einer klar unterentwickelten Fähigkeit, einzuschätzen was andere Verkehsteilnehmer da tun. Ganz besonders wenn es darum geht, im hiesigen Verkehr zu bestehen.

    Das hatte ich auch selbst lange nicht erkannt - vor allem weil mir der Aspekt überhaupt nicht in den Sinn kam.

    Umso beeindruckender finde ich ich, wie viel sie doch in der kurzen Zeit davon nachgeholt hat - mit großen Mühen. Und einigen Euro.


    Sprache war übrigends kein Aspekt. Einerseits versteht sie sehr viel, die Fahrlehrer konnten genug englisch. Und haben auch viel mittels Stift, Papier und Skizzen gerabeitet.

    Die Theorie in der englischen Übersetzung ist an mehreren Stellen ziemlich holprig. Macht aber keinen Unterschied bei dem Prüfungsschema über Multiple choice wenn auch noch die korrekten Antworten zum kompletten Frageset bekannt sind - stupides "auswendig lernen".

    Zeitdruck bestand, da keine Lücke entstehen sollte, in der sie keine gültige Fahrerlaubnis hat. Der Plan ging leider nicht auf, was für mich einige Probleme bedeutete. Mobil sein zu müssen, aber nach einem medizinischen Eingriff für eine Weile nicht mehr selbst fahren zu können ist echt besch***. Daher meine Aussage mit der 6-Monatsfrist.


    Strafbar haben wir uns nicht gemacht, wir hatten uns auch vorher Rat geholt. Der nicht-EU-Führerschein wird bei Wohnsitz in DE ausschließlich in DE nach 6 Monaten nicht mehr anerkannt. Der Führerschein selbst bleibt gültig und kann in anderen (EU-)Ländern weiterhin genutzt werden. So lange wie das Gültigkeitsdatum auf dem Führerschein selbst nicht überschritten ist.

    Vergleichbar gibt es auch in DE keine Regel, nach der der nationale Führerschein eines Nicht EU-Bürgers in DE nicht mehr anerkannt wird, wenn die Person seit über 6 Monaten in einem anderen EU-Land wohnt.

    Zum Thema Umschreiben Führerschein hier noch der verspochene Erfahrungsbericht:


    Wie weiter oben schon geschrieben, hatte meine Holde Oktober 2017 noch auf den Philippinen den Füherschein 'erworben' und danach noch einige Fahrstunden dort gemacht.


    Mit Einreise fängt die Uhr ja an zu ticken mit 6 Monate Zeit zum Umschreiben. Die ersten zwei Monate nach Ihrer Ankunft blieb das Thema Führerschein erst mal außen vor. Mein Plan war: erst einmal an den hiesigen Verkehr gewöhnen und beobachten. Sie hatte selbst auch zu viel Angst, sich ans Steuer zu setzen.


    Also erste Versuche auf leeren Parkplätzen. Und dann für die Basics noch auf einen Verkehrsübungsplatz. Ein Auto fahren konnte sie. Autofahren war aber doch was ganz anderes - wie sich zeigen sollte.

    Mein großer Fehler war: ich hatte angenommen meine Holde kann aus der Beobachtung heraus ableiten, wie sich das so mit den Verkehrsregeln verhält. Im Kreisverkehr, links Abbiegen, Ampeln, Auf- und Abfahrt auf Schnellstrassen, Stopp-Schilder - all das. Der erste Versuch am späten Abend bei wenig Verkehr machte deutlich wie sehr ich damit daneben lag. Nur soviel: wenigstens kein Unfall.

    Also zurück auf Anfang. Zur Fahrschule. Und Umschreibung auf dem Amt angemeldet und beinnen Theorie zu büffeln. Die ersten zwei der sechs Monate waren da schon rum. Blöd war: nach der Misslungen ersten Erfahrung hatte sie nun Angst vom Fahren. Auch die Motivation sich mit der Theorie auseinander zu setzen war nahe Null. Entsprechend zäh war das alles.

    1,5 Monate vergingen, ohne das viel passierte. Mit ein wenig Druck und auch einem wieder erwachen ihres Ehrgeizes (sie realisierte, was das alles kostet), dauerte es weitere knapp 1,5 Monate, bis sie sich fit genug für die Theorieprüfung fühlte. Fahrpraxis sammelte sie in der Zeit bis dahin keine.

    Und tatsächlich: Theorie auf Anhieb bestanden, mit null Fehlern. Ich war platt.


    Die Zeit der Fahrstunden begann. 1,5 Monate vor Ablauf der 6 Monatsfrist.

    Der Fahrlehrer war skeptisch, aber dann doch positiv überrascht. Ich über die Einschätzung auch, doch eine Mitfahrt stimmte mich zuversichtlich. Nebenher fingen wir an, auch mit unserem Auto wieder etwas zu üben. Abends, in einsamen Gewerbegebieten ohne Verkehr.


    Nach kaum 10 Fahrstunden stand die Fahrprüfung an, gerade mal 15 Tage vor Ablsauf der 6 Monate. Die war dann aber nach 3 Minuten auch schon wieder vorbei. Einfach nur Pech gehabt? Leider nein. Und es wurde für mich erst 14 Tage später, bei der nächsten ebenfalls erfolglosen Fahrprüfung deutlich:

    Wer von Kind auf im Jeepny, Taxi oder Tricycle mitfährt und so gut wie nie aktiv mit dem Verkehrsgeschehen um einen herum umzugehen - wie soll dass dann auch klappen, wenn "plötzlich" Verkehsituationen auftauchen, die vorher nie auch während der Fahrstunden vorkamen. Ich hätte erwartet,dass ein Fahrlerhrer ein solches Defizit bemerkt und daran arbeitet. Da hilft dann auch nicht, dass die Regeln an sich bekannt und beherrscht werden.


    Für uns hiess dass: erstmal Fahrschule Fahrschule sein lassen. Und viel ins Ausland (Holland, Belgien, Frankreich, Schweiz), Fahrpraxis sammeln. Da durfte sie mit dem ph-Führerschein noch fahren. Stadt, Landstrasse und viel Autobahn. Es ging hauptsächlich darum Verkehrssituationen zu erleben und damit umzugehen üben.

    Knapp drei Monate haben wir uns dafür Zeit gelassen. Ud erst dann wieder zur Fahrschule & anderer Fahrlehrer.

    Was auch anders war: sie sollte mir erst NACH der Prüfung davon erzählen....


    Im dritten Anlauf hat's dann auch endlich geklappt:yupi


    Fazit:

    - Viel Zeit nehmen, bloß kein Zeitdruck

    - Fahrpaxis, Fahrpaxis, Fahrpaxis.

    - Erklären, Loben, Aufmuntern, Gelduld, und wieder von vorne

    - zur Prüfung ohne Partner.

    - Fahrschule auch danach aussuchen, dass auf fehlende Verkehrserfahrung eingegangen wird, und nicht nur auf das behrrschen der Fahrübungen geachtet wird.


    Kosten:

    -> 1.900 EUR ;( + ca. 15.000 php

    -> plus ca. 2.000 km Übungsfahrten mit eigenem Auto