Posts by trivial

    Wie viel Zeit braucht es auf dem Konsulat der Philippinen und wie lange auf dem Schweizer oder Deutschen?

    Die Registrierung auf dem philippinischen Konsulat geht schnell, dauert nur ein paar Minuten. Ob man warten muss kann natürlich niemand garantieren, aber in den meisten Berichten mussten die Leute nie lange warten. Ich würde zur Sicherheit 1 Stunde kalkulieren, falls du doch warten oder etwas kopieren musst. 2 Tage später muss man den Report wieder abholen, das geht ebenfalls schnell.


    Mit den schweizer Gepflogenheiten bin ich zwar nicht vertraut, aber ich vermute, dass du die Heiratsurkunde gar nicht in Schweizer Konsulat registrieren musst, wenn du eine Apostille hast.


    Ausführliche Beschreibung des gesamten Vorgangs: http://philwiki.travelflo.net/…title=Heirat_in_Hong_Kong


    Ich bin komplett unreligiös, darum gibt es für mich keine "richtige" Interpretation. Meiner Ansicht nach ist es schon übertrieben, überhaupt nach der Bibel leben zu wollen. *


    Aber wenn jemand nach der Bibel leben will, dann muss er zwangsläufig enorm viel Interpretation anstellen. Es gibt keine Interpretationen, die nahe am Text sind, da die Bibel erstens extrem widersprüchlich ist (insbesondere im Alten Testament) und zweitens viele Themen unserer Welt überhaupt nicht aus der Bibel ableitbar sind.


    Die Vergangenheit zeigt, dass sich im Endeffekt oft Leute durchsetzen, die erfolgreich skrupellos, manipulativ und unterdrückerisch agieren.

    Leute, die den Ausgleich und friedliche Lösungen suchen sind kaum erfolgreich. Das gilt für Religionen ebenso wie für weltliche Gruppen.


    * Bemerkung: In der Bibel stehen sehr viele Sachen, darunter auch durchaus sinnvolle Ideen. Natürlich spricht nichts dagegen, diese sinnvollen Ideen zu befürworten, allerdings muss man dazu eine weltliche Begründung haben und nicht, weil es in der Bibel steht. Das sollte ohnehin immer der Fall sein, wenn man irgendwelche Ideen unterstützt.

    Wo steht in der Bibel geschrieben man solle und können daran heruminterpetieren bis man erhält was einem in den Kram passt?
    Da haben die, die so einen Text wörtlich nehmen schon schnell mal die besseren Argumente.

    Da möchte ich als unreligiöser Mensch widersprechen. Die Bibel kann ohne Interpretation gar nicht funktionieren.


    Beispielsweise steht geschrieben: "Auge um Auge, Zahn um Zahn", aber auch "Wenn dir jemand eine Ohrfeige gibt, halte ihn auch die andere Wange hin".

    Das heißt, wenn mir jemand einen Zahn ausschlägt, dann befugt mich die Bibel, ihm ebenfalls einen Zahn auszuschlagen. Wenn er mir mit einer Ohrfeige einen Zahn ausschlägt, dann muss ich ihm zuerst die andere Wange hinhalten, danach darf ich ihm aber einen Zahn ausschlagen. Aber, wenn mir jemand einen Fußtritt gibt, dann ist das überhaupt nicht biblisch geregelt, und es bleibt unklar, ob ich dann überhaupt nichts tun darf oder nach Belieben handeln darf. Das nur als Beispiel, warum eine wörtliche Akzeptanz der Bibel überhaupt nicht funktioniert.


    Darüber hinaus steht im alten Testament eine Menge wirres Zeug, vieles davon völlig weltfremd, vieles brutal, vieles ist widersprüchlich. Viele abstruse Geschichten, bei denen nicht gesagt wird, ob sie als abschreckendes Beispiel oder als Vorbild dienen sollen. Vieles davon wurde im neuen Testament klar widerlegt. Außerdem steht in der Bibel nichts alldem, was unser Leben heute prägt, zu Internet, Demokratie, Jugendschutz, sexuelle Selbstbestimmung, etc. (zu Geschlechtsverkehr finden sich aber ein paar irre Passagen im alten Testament). Statt dessen kann man seitenweise über Brandopfer mit Ziegen nachlesen.

    Langer Rede, kurzer Sinn, ohne Interpretation besteht gar keine Möglichkeit, sich bibelkonform zu verhalten.

    Ich habe das Gerücht gehört, dass sich auf den Stimmzetteln angeblich Nummern befinden, über die man den Wähler herausfinden kann. Das heißt, dass korrupte Politiker nur Zugang zu den Stimmzetteln benötigen würden um nachzuprüfen, wer sie gewählt bzw. nicht gewählt hat.


    Ich habe herausgefunden, dass sich bei früheren Wahlen eine Ballot ID auf den Stimmzetteln befunden hat, auf dem diesjährigen Stimzettel ist das anscheinend nicht mehr der Fall.

    Vergleiche:

    https://www.rappler.com/nation…lec-smartmatic-vp-protest

    und

    https://www.philstar.com/headl…ballot-templates-websites


    Zur Rückverfolgbarkeit habe ich aber gar keine brauchbaren Informationen im Internet gefunden.

    Nur zur Klarstellung, ich stehe der Aussage sehr zweifelnd gegenüber und setze keinesfalls Gerüchte in die Welt, ich hätte nur gerne Informationen du einer Aussage, weil ich selbst nicht fündig werde.

    Kann irgendwer dieses Gerücht mit konkreten Fakten widerlegen oder bestätigen?

    Nach dem Abendessen mussten wir zurück zum Hotel, unsere Koffer abholen und zum Flughafen fahren. Für unsere übrigen Rial, wir hatten ja 200€ gewechselt, bekamen wir bei der Wechselstube sogar noch 30€ zurück. Von den übrigen 1 Mio Rial (6,50€) bekamen wir sogar noch zwei Kaffee und im Duty Free eine ganze Menge iranischer Süßigkeiten.


    Der Rückflug mit Qatar Airways war wie erwartet angenehm und unproblematisch. Insgesamt ein sehr schöner und erlebnisreicher Urlaub in einem Land, dass viel besser ist als sein internationaler Ruf und sein Regime. Es bleibt zu hoffen, dass die Leute die wahnsinnigen Mullahs irgendwie auf friedliche Art und Weise los werden und die USA keinen Militärschlag durchführen. Denn die islamische Diktatur haben sie ebensowenig verdient wie einen Krieg.


    - Ende -

    Am letzten Tag war endlich perfektes Wetter, wolkenloser Himmel und Sonnenschein. Ideal für einen Ausflug auf den Tochal. Dieser 3964 Meter hohe Berg hinter Teheran ist per Seilbahn erreichbar und im April noch schneebedeckt.

    Mit dem Taxi fuhren wir nach Bame zum großen Parkplatz. In einem kleinen Supermarkt kauften wir uns für 150 000 Rial (1€) ein paar Snacks und Getränke. Dann fuhren wir mit dem Elektrobus zur Talstation der Seilbahn, alternativ kann man die kurze Strecke auch gehen. Für 600 000 Rial (4€) pro Person einen Round Trip bis ganz nach oben erstanden, und los ging es. Die anderen Fahrgäste waren hauptsächlich einheimische Iraner mit Schi-Ausrüstung. Nach einer langen Fahrt mit der Seilbahn und zwei Zwischenstationen steigt man auf 3740 Metern aus. Vor uns eine unglaublich schöne Winterlandschaft, glatter weißer Schnee, blauer Himmel, strahlend schöner Sonnenschein. Die eisige Kälte von -8°C und starke Windböen konnten unsere Stimmung nicht trüben. Dort oben auf dem Plateau gibt es zwei Sessellifte, die man sogar kostenlos benutzen kann. Am Ende des Liftes liegt das Tochal Hotel, wo man sich im Restaurant stärken oder übernachten kann. Ein Paradies für Schifahrer, die dem Trubel der Stadt entfliehen wollen. Anscheinend kann man auch Schiausrüstung mieten, wir spazierten aber lieber oben herum und waren überwältigt von der Schönheit des Berges. Von der Seilbahnstation ist es nur noch eine kurze Wanderung bis zum Gipfel. Dort trifft man dann auf Wanderer, die den Tochal vom Osten her bestiegen haben. Die Aussicht ist überwältigend, auf der einen Seite Teheran, auf der anderen die Gipfel des Elburs mit dem 5604 Meter hohen Damawand. Am Gipfel befindet sich zwar eine Metallkuppel als Unterschlupf, die war es ziemlich voll mit anderen Wanderern. Da uns langsam kalt wurde, fuhren wir mit der Seilbahn runter bis zur Mittelstation, wo es schon deutlich wärmer war, sodass wir in der Sonne gemütlich unsere Snacks essen konnten.


    Danach fuhren wir wieder runter zur Talstation, um den Nachmittag gemütlich ausklingen zu lassen. Das ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Einheimische, hier befinden sich viele Cafes und Restaurants, Plätze zum Picknicken, und ein paar Attraktionen wie eine Achterbahn und eine Zipline. Hier sind auffallend viele Frauen ohne Kopftuch unterwegs und Paare spazieren gerne händchenhaltend herum - anscheinend ist man hier außerhalb des Gebiets der Sittenpolizei. Auf jeden Fall einen Besuch wert, sowohl untertags als auch abends nach Sonnenuntergang.


    Der Tochal von unserem Hotel aus gesehen

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    Oben im Schigebiet

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    Am Gipfel des Tochal

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    In Bame mit Blick über Teheran

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    Üblicherweise hat man besseres zu tun als eine große Sache aus einer versuchten Taxi-Abzocke zu machen. Man will einfach nur an sein Ziel kommen, ob als Tourist oder als Einwohner von Manila. Gerade weil es so viele unehrliche Taxifahrer in Manila gibt, pfeift man irgendwann darauf, sich aufzuregen


    Natürlich sollten die Behörden etwas dagegen machen, die Zustände ohnehin allen Leuten in Manila bestens bekannt. Aber die Behörden auf den Philippinen sollten viel, und tun es nicht. Ist halt ein Teil der Kultur des Landes.


    Nicht falsch verstehen, ich finde die Aktion der Österreicher im Video gut, vielleicht tut sich doch etwas, zumindest langsam und zumindest ein bisschen. Aber ich fürchte, selbst wenn Duterte ein Machtwort spricht, werden die Behörden artig zustimmen, ein paar Alibihandlungen setzen, und sich denken "den alten Sack sitzen wir auch noch aus".

    Die Taxifahrer in Manila sind schon Abzocker, das ist bekannt und auch für die Bevölkerung in Manila ein großes Ärgernis. Unterm Strich kann es nicht schaden, wenn so ein Fall jetzt für öffentliches Aufsehen sorgt und an dem Taxifahrer ein Exempel statuiert wird. Solche Fälle können nur dazu beitragen, die Situation zu verbessern.


    Das Video selbst finde ich nicht so schlimm. Ob ihn der Fahrer attackiert hat, sieht man nicht, das wäre natürlich schlimm. Ich bin auch den Philippinen überhaupt noch nie tätlich angegriffen worden.

    Man sieht nur, dass der Taxifahrer ein Trinkgeld fordert - das passiert in Manila ohnehin andauernd. Ich halte mich da eher an Urlauber , während der Fahrt keinen Streit beginnen und am Ende der Fahrt zahlen, was am Meter steht. Wenn der Meter offensichtlich falsch geht oder sich der Fahrer weigert, den Meter einzuschalten, einen regulären Preis zahlen. Die Taxifahrer nehmen das normalerweise zu Kenntnis, die meisten schauen nicht einmal böse, wenn man ihre Trinkgeldforderungen nicht erfüllt. Das schlimmste was mir passiert ist, dass er ein paar Schimpfwörter gemurmelt hat.

    Wenn er sich korrekt verhält oder zumindest gesittet nach Trinkgeld fragt, gerne mit 50 oder 100 Pesos Trinkgeld, denn die Taxifahrer in Manila sind letzten Endes auch nur arme, unterbezahlte Teufel.

    ...etwas weiter nach links würde man das berühmt-berüchtigte Evin-Gefängnis sehen, in dem viele politische Gegner eingesperrt wurden. Schon früher zu Shah's Zeiten und erst recht danach...

    Ich habe es auf ein paar Fotos, aber von oben es ist nur ein unscheinbarer, flacher Bau am Fuß eines Hügels, fast versteckt hinter Bäumen. Das lässt nicht einmal annähernd erahnen, welches Unrecht in diesem Gefängnis stattgefunden hat und immer noch stattfindet.

    Am Tag nach der Hochzeit waren wir faul und vernichteten bei der Familie der Braut das restliche Essen des Vortags.


    Tags darauf besichtigten wir den Niavaran Palace, die ehemalige Residenz des Schah, heute ein Museum. Leider regnete es die meiste Zeit, sodass ich kaum fotografierte. Der Palast ist recht interessant und gibt ein umfangreiches, wenngleich verklärtes Bild, der Schahs ab. Sehenswert ist nicht nur der Palast, sondern auch die wunderschönen Gartenanlagen rundherum. Es gibt auch ein Museum mit einer kleinen, kurios durcheinandergewürfelten Sammlung an Kunstgegenständen. Da hängt beispielsweise ein originaler Picasso, und daneben stehen Tongefäße aus der Inka-Zeit in Peru. In einem Abschnitt des Gartens lassen sich altertümliche Steintafeln mit Keilschrift, Wandreliefs und Steine mit Höhlenmalerein bewundern. Auf einer der zahlreichen Info-Tafeln lernten wir auch, dass es unter dem Schah ein Gesetz gab, wonach Kopftücher verboten waren und Männer sich westlich kleiden mussten. Und jetzt erleben wir das exakte Gegenteil.


    Ebenfalls eine Reise wert ist der Milad Tower, mit 435 Meter der sechsthöchste Fernsehturm der Welt. Mit Aufzügen gelangt man auf mehrere Plattformen bis 315 Meter Höhe. Oben gibt es ein paar Ausstellungen, beispielsweise über iranische Beziehungen zu anderen Staaten,die fast allesamt aus der Schah-Zeit stammen. Sehr nett ist auch der Besuch im Restaurant oder im Café mit Blick über die ganze Stadt.


    Lustig war auch der Besuch im Tajrish Bazaar, wo es allerhand persische, orientalische und westliche Spezialitäten zu kaufen gibt. Daneben befindet sich eine riesige Moschee, die außen komplett mit blauem Mosaik verziert ist. Auf der anderen Seite des Bazars liegt eine Shopping Mall, wo größtenteils Goldschmuck und Markenkleidung zu europäischen Preisen verkauft werden. Offenbar gibt es wohlhabende Iraner, die sich das trotz des Wechselkursverfalls leisten können.


    Positiv fällt auf, dass in Teheran fast alles auf farsi (=persisch) und auf englisch angeschrieben ist. Straßenschilder, Geschäftsfronten, sogar Produkte in Supermärkten. Das erleichtert das Touristendasein ungemein.


    Wohngebäude des Schah im Niavaran Complex

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    Antike Steintafel im Niavaran Complex

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    Garten im Niavaran Complex

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    Der Milad Tower

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    - Fortsetzung folgt -

    Ich habe von meiner österreichischen Bank eine Visa-Kreditkarte, die all diese Sicherheitsmerkmale ("Verified By Visa") erfüllt. Und doch ist es möglich, dass Unternehmen nur mit Name, Kartennummer, Ablaufdatum und CVV-Code Abbuchungen vornehmen, ohne dass ich diese Abbuchung elektronisch bestätigen muss. Wieso das möglich ist, weiß ich nicht, aber bei meiner Karte ist das möglich. Aber gerade deswegen ist es meiner Meinung nach für jeden seriösen Kartenaussteller notwendig, betrügerische Abbuchungen rückzubuchen.


    Oder hat jemand von euch eine Kreditkarte, die unter keinen Umständen Abbuchungen ohne die spezielle Freigabe (z.B. per SMS oder App) zulassen?

    Interessante Auflistung, das klingt jedenfalls gut. Gute Infrastruktur bringt das Land sicher weiter. Heute bringt sie Jobs und in den nächsten Jahrzehnten kann sie eine Lebensgrundlage sein. Ich hoffe nur, dass auch gute Qualität gebaut wird.


    Mein Eindruck bei früheren Regierungen war, dass viel geredet wurde, dann hat man nach langer Zeit schließlich Budget bewilligt, dann haben wichtige Leute einen Teil vom Budget unter einander aufgeteilt, und dann wurde mit der übrigen Geld als Alibihandlung irgendwas minderwertiges gebaut. Das war natürlich nicht immer so, aber wenn man durch's Land fährt sieht man schon sehr viel minderwertige Infrastruktur, die so ähnlich entstanden ist.

    Es geht in diesem Thread um schöne Strände auf den Philippinen und nicht um eine Grundsatzdiskussion zu Stränden auf den Philippinen. Wer etwas anderes diskutieren will, kann gerne einen neuen Thread aufmachen, aber hier bitte weiter mit Traumstränden.

    Danke!

    Teheran ist eine riesige Stadt mit 15 Millionen Einwohnern in der Metropolregion, etwa 30 km breit und 20 km lang. Das sind zwar vergleichar mit Metro Manila, aber in der Ausdehnung mehr als doppelt so groß. Für eine Stadt hat man sehr große Entfernungen.


    Der Verkehr ist ein Erlebnis. Quer durch die Stadt ziehen sich zahlreiche Stadtautobahnen. Spurwechsel finden unvermutet und ohne zu schauen statt, außerdem hängt die Mehrheit der Iraner beim Fahren am Smartphone. Alle Auto, selbst teure Neuwägen, sind komplett zerkratzt und verbeult. Auf den zahlreichen 3-spurigen Stadtautobahnen wird bei stärkerem Verkehrsaufkommen mindestens 4-spurig gefahren, an einer 5. Spur scheitert es mangels Platz, sie versuchen es trotzdem immer wieder. Gewöhnungsbedürftig sind auch die Vorrangregeln an Kreuzungen, die Autofahrer fahren ungebremst aufeinander zu, und wer zuerst bremst hat verloren und muss Vorrang geben. Allerdings wird kaum gehupt.

    Quer durch die Stadt ziehen sich zahlreiche Stadtautobahnen, die vor allem abends hoffnungslos verstopft sind. Es gibt auch ein gutes, umfangreiches Metro-System, und ein paar BRT-Linien (=Bus-Rapid-Transit-System, das sind Buslinien mit baulich getrennten, separaten Fahrspuren). Zur Nutzung sollte man sich unbedingt eine Guthabenkarte zulegen, denn der Kauf von Einzeltickets mit Bargeld ist mühsam und zeitaufwändig.

    Taxis gibt es überall. Iraner buchen ihr Taxi üblicherweise mit der Handy-App Snap, das Taxi kommt zu einer GPS-Position und kostet einen Fixpreis (so wie Uber oder Grab). Wir haben es leider verabsäumt, uns eine Simkarte zu besorgen, und so mussten wir Taxis an der Straße stoppen. Haben aber nie länger als 5 Minuten gewartet. Taxameter gibt es keine, der Preis ist Verhandlungssache. Für eine übliche Fahrt von 30 bis 60 Minuten haben wir meist 300 000 Rial gezahlt (2€), etwas teurer als mit Snap, aber im Rahmen.


    Teheran ist, abgesehen vom Verkehrschaos, eine erstaunlich moderne Stadt. Sehr sauber, gute Straßenzustände, Gehsteige, keine Bettler, kaum Straßenkriminalität. Überall in der Stadt finden sich große, wunderschöne Parks. Es gibt auch öffentliche Toiletten, die sehr sauber sind, oft sogar mit Warmwasser zum Händewaschen.


    Teheran liegt auf einem großen Hang des Elburs-Gebirge. Der südliche Teil befindet sich auf ca. 1000m Seehöhe, der nördliche Teil auf 1700m. In der gesamten Stadt geht es steil bergauf bzw. bergab. Die Höhenlage erklärt auch das rauhe Klima. Im April ist es in der Nacht immer ziemlich kalt, nur am Nachmittag wärmt es für ein paar Stunden angenehm auf.


    Meine Frau hatte vor der Reise gewisse Bedenken wegen der formalen Diskriminierung von Frauen, was sich im Nachhinein aber als völlig unbegründet herausgestellt hat. Es gibt zwar Kopftuchzwang, ein Schal auf den Hinterkopf ist aber ausreichend. In Teheran lässt sich oft beobachten, dass dieser Schal oft nach hinten rutscht, irgendwann merkt die Frau es dann und zieht ihn wieder hoch - bis er erneut nach unten rutscht. Frauen führen im Iran ein ziemlich selbstbestimmtes Leben, sie studieren, fahren Auto, haben gute Jobs, suchen sich ihre Ehemänner selbst aus. Die formalen Regeln des muslimischen Zusammenlebens gelten nur in der Öffentlichkeit. Im privaten Haushalt lebt man wie in Europa. Die iranische Frau meines Freundes ist ganz normal westlich gekleidet. An der Garderobe hängen eine lange, weite Bluse und der Kopftuch-Schal, die sie beim Verlassen der Wohnung überstreift.


    Auch technologisch ist der Iran durchaus fortschrittlich. Fast überall gibt es kostenloses WLAN, das aber meist nur mit persönlicher, registrierter Handynummer nutzbar ist (die wir nicht hatten). Die Iraner zahlen meist bargeldlos mit Bankomatkarte, sogar bei Marktständen im Bazar gibt's mobile Bankomatkassen. Nur als Ausländer nicht, da das iranische Bankensystem von der Welt abgeschnitten ist. Einmal in einem Museum war der Verkaufsschalter nicht besetzt, da hat uns ein Iraner die Eintrittskarte am Automaten gekauft und wir haben ihm das Bargeld gegeben.


    Ein Taxifahrer, der ausgezeichnet englisch spricht, beginnt eine politische Diskussion. Er ist sogar über die politische Lage in Österreich informiert und kennt Bundeskanzler Kurz. Er sagt, dass oppositionelle Kräfte bereits an einer Machtübernahme warten und viele Menschen in den nächsten Jahren mit dem Sturz des Chomeini-Regimes arbeiten. Und dann soll ein Frieden mit den USA, mit Europa und mit Israel folgen. Es wäre dem Iran zu wünschen, dass so etwas gewaltlos ohne Bürgerkrieg abläuft. So wie ich das gesehen habe, ist der Iran ein intakter Staat mit funktionierender Gesellschaft. Die Iraner haben etwas besseres verdient als diese wahnsinnigen Islamisten.


    Blick aus dem Azadi Hotel Richtung Südosten:

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    Blick aus dem Azadi Hotel Richtung Norden, im Hintergrund das Elburs-Gebirge

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    Ein riesiger Park mitten in Teheran

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    Ein typisches Autobahnkreuz mitten in der Stadt

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    Ein kleinerer Park

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    - Fortsetzung folgt (Sightseeing in Teheran) -

    Ich dachte immer, dass islamische Frauen (zumindest aus streng gläubigen Ländern) keine Ungläubigen heiraten dürften, oder wurde dein Freund vorher bekehrt?

    Die beiden haben in Österreich geheiratet, und ein österreichisches Standesamt interessiert sich nicht für die Religionen der Ehepartner. Seine Frau kommt zwar aus dem Iran, wo sie formal islamisch sein muss, sie sieht sich selbst aber nicht als Muslime.


    Allerdings hat sich ein Standesamt in Wien zunächst geweigert, bei einem Standesamt in Salzburg hat es dann aber funktioniert, im Endeffekt sogar ziemlich einfach. Die iranischen Behörden sind absolut unkooperativ und beglaubigen nichts, und das Standesamt in Salzburg hat sich dann darauf beschränkt, für das Ehefähigkeitszeugnis ein paar vorliegende Original-Dokumente zu anzusehen.

    Seine Ehefrau hat die Heirat auch den iranischen Behörden gemeldet. Laut ihrer Aussage wird die Heirat im Iran zwar nicht richtig anerkannt, aber irgendwie zur Kenntnis genommen.

    Das erinnert mich an meine erste Reise in den Iran. Wir waren am 1. April 1967 in Teheran und als wir am
    morgen aufwachten, bot sich uns das folgende Bild.

    Danke für das Bild, ich habe zum Vergleich aktuelle Fotos aus einer ähnliches Perspektive (werde ich in Kürze posten) :thumb

    War von dem Land und der Freundlichkeit der Bewohner sehr beeindruckt.

    Das haben wir auch so empfunden. Freundlich, aber nicht unangenehm aufdringlich. Völlig anders als Araber beispielsweise. Ich denke, das Sozialverhalten der Iraner ist ziemlich gut mit Europäern kompatibel.


    Wenn man die Medien liest, glaubt man, im Iran trifft man auf lauter islamische Fundamentalisten, die den Westen hassen. Und dann trifft man im Iran auf freundliche, gebildete, weltoffene Leute, die ihr Regime hassen und und sich dafür sogar entschuldigen.

    Abends fahren wir Österreicher (meine Frau ist auch Teil der österreichischen Gäste) mit zwei Taxis in den Norden von Teheran, wo die Feier stattfindet. Der Verkehr ist die Hölle, die teheraner Stadtautobahnen erinnern an die EDSA, mit der Ausnahme, dass es Richtung Norden durchwegs steil bergauf geht. Nach ein-einhalb Stunden erreichen wir ein gehobenes Stadtviertel, und unsere zwei Taxis halten schließlich in einer Nebenstraße vor einem Wohnhaus. Wir sind da! Die Taxifahrer möchten nun jeweils 300 000 Rial (2€) statt der vereinbarten 250 000, weil so viel Verkehr war. Meinetwegen. Schließlich kommt eine Art Security-Mitarbeiter aus dem Wohnhaus, identifiziert uns offenbar als Hochzeitsgäste und führt uns in den Keller, wo hinter einer unscheinbaren Türe ein wunderschöner Festsaal liegt. Die Frauen werden sofort in einen Umkleideraum geleitet, um sich Party-Kleidung anzuziehen. Die weiblichen iranischen Gäste kennen das Prozedere natürlich und kommen alle mit Stöckelschuhen und kurzen, schulterfreien Cocktail-Kleidern wieder aus der Umkleide. Ja, wenn meine Frau das gewusst hätte! Nur die Mutter der Braut legt ihr Kopftuch nicht ab, ist aber ebenfalls sehr modisch gekleidet. Die Männer tragen alle elegante Anzüge. Alle begrüßen sich herzlich, Hände werden geschüttelt, man umarmt sich. Von wegen, dass Männer und Frauen im Iran einander nicht berühren dürfen! Wir merken schnell, Privatleben und öffentliches Leben sind im Iran zwei Paar Schuhe.


    Zuletzt kommt das Brautpaar und begrüßt alle Gäste. Es werden Mehlspeisen, Süßigkeiten und Obst serviert, und süßer Kaffee, Tee und Fruchtsäfte. Alkohol wird nicht serviert, allerdings zaubern ein paar Gäste zu späterer Stunde Wasserflaschen mit irgendeiner Art Schnaps hervor. Dann beginnt die Party, es gibt eine gewaltige Musik-Anlage und zwei DJs, gespielt wird iranischer Dance-Pop. Niemand darf sitzen bleiben, alle müssen tanzen. Dazwischen werden Hochzeitsfotos gemacht, und man stärkt sich mit Obst, Süßigkeiten, Tee und Kaffee. Dann wird wieder getanzt.


    Kurz vor Mitternacht wird schließlich ein Buffet aufgetischt und es gibt Abendessen. Tja, andere Länder, andere Sitten. Das Essen ist ausgezeichnet und trifft den philippinischen Geschmack meiner Frau ebenso wie meinen österreichischen. Danach verabschieden sich die ersten Gäste, und die Frauen ziehen sich wieder ihre langen Gewänder mit Kopftüchern an, bevor sie gehen. Wir Österreicher werden vom Security durch die dunkle Tiefgarage des Hauses geleitet, nachdem die Taxis vorgefahren dürfen wir in der Dunkelheit schnell und leise einsteigen. Jetzt ist nur noch wenig Verkehr und nach einer kurzen Taxifahrt kommen wir wieder im Hotel an.


    Wer hätte das gedacht, ein so gotteslästerliche Feier im so konservativen Iran. Und keiner hat's gesehen, dort im Keller dieses Wohnhauses. Und doch ist alles dokumentiert, in den unzähligen Fotos der Gäste, denn ein Smartphone hat im Iran mittlerweile jeder, und bei Selfies machen sie jedem chinesischen Touristen Konkurrenz.


    - Fortsetzung folgt -


    PS: Die Gesichter auf dem Foto habe ich aus Persönlichkeitsrechten verpixelt.

    Files

    • Hochzeit1.jpg

      (153.6 kB, downloaded 38 times, last: )

    Was macht eine Filipina im Iran? Wir haben uns im Vorfeld informiert, hatten trotzdem keine konkrete Vorstellung. Frauen müssen Kopftuch tragen, das ist klar. Aber nicht so wie die türkischen Frauen in Österreich oder Deutschland, sondern eher einen Schal, der einfach lose um den Kopf gelegt wird, so wie hier (Quelle: http://www.jordantimes.com/new…tests-cap-years-evolution )

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    Außerdem müssen Frauen langärmelige Kleidung tragen, kurze Hosen sind Frauen und Männern untersagt. Da im April in Teheran etwa 20-22 Grad herrschen, ist das kein Problem. Meine Frau hat daher zwei Seidenschals ins Handgepäck gepackt, um sicherzugehen.


    Der Flug ist angenehm, Essen und Service war bei Qatar Airways erwartungsgemäß sehr gut. Die Mahlzeiten bei Qatar Airways sind aktuell meiner Meinung nach mit Abstand das beste, was irgendwo in in der Economy auf Linienflügen serviert wird. Der Flug von Doha nach Teheran ist kurz, dauert nur etwas zwei Stunden. Die Frauen sind alle normal gekleidet. Als der Kapitän den Beginn des Landeanflugs durchsagt, springen plötzlich einige Frauen hektisch auf, um noch schnell auf der Toilette ihre westliche Kleidung gegen muslimische Kleidung zu wechseln. Andere Frauen kramen Tücher aus ihrem Handgepäck. Unsere Sitznachbarin, eine sehr nette Iranerin, entschuldigt sich bei meiner Frau für die Kleidungsvorschriften und versichert uns, dass wir einen schönen Urlaub haben werden. Das sollte und in den kommenden Tagen noch mehrfach passieren.


    Nach der Landung ziehen die Frauen im Flieger schließlich ihre um den Hals gelegten Tücher über den Hinterkopf. Der internationale Flughafen in Teheran (IKA - Imam Khomeini International Airport) ist winzig, hat etwa die Ausmaße des Davao Airport. Das gibt zu denken, schließlich ist das der wichtigste Airport des Landes, und im Iran leben mit 81 Mio Einwohnern etwa so viele Leute wie in Deutschland. Passkontrolle ist schnell und einfach, keine Fragen. Gepäck abgeholt, durch den grünen Zoll-Durchgang raus, und im öffentlichen Bereich wartet schon eine junge Dame vom Hotel-Taxi auf uns. Doch zuerst noch Geld wechseln, bei der offiziellen Wechselstube bekommen wir 152 000 Rial für 1 €. Meine Frau und ich wechseln je 100€ und bekommen dafür einen größeren Stapel Geldscheine (der größte Geldschein ist 500 000 Rial, also etwas 3.50€).


    Auf der einstündigen Fahrt zum Hotel klärt sich die Sache mit dem Geld auf. Es gibt einen internationalen Wechselkurs, aktuell etwa 1€ = 47 000 Rial. Gegen Bargeld bekommt man im Iran jedoch hochoffiziell 152 000 Rial für 1€. Früher war der Bargeld-Wechselkurs etwa gleich wie der internationale, aber seit Trump das Atomabkommen gekündigt hat, befindet sich der Bargeld-Wechselkurs des Rial im freien Fall. Im Laufe der Woche ist er auf 155 000 Rial angestiegen, derzeit liegt er bei schon bei 166 000 Rial (siehe hier: https://www.bonbast.com/ ). Das heißt, als Ausländer bekommt man aktuell im Iran für sein Geld 3x so viel wie noch vor einem Jahr. Kein Wunder, dass einem Europäer aktuell alles im Iran unglaublich billig vorkommt. Für Iraner ist das natürlich ziemlich schlimm, da importierte Waren kaum noch leistbar sind.


    Im Hotel schlafen wir ein paar Stunden, da wir vom Nachtflug noch recht müde sind, dann machen wir uns fertig für die Hochzeitsparty. Wir haben keine Ahnung, was uns dort erwartet. Meine Frau zieht unentschlossen eine lange Hose mit kurzärmeliger Bluse und darüber einen Blazer an, ich trage eine schöne Hose und ein langärmeliges Hemd.


    - Fortsetzung folgt -