Meine erste Reise zu den Philippenen, Throwback 1982, sowie dessen Folgen

  • Moien allerseits,


    In diesem Winter habe ich mir endlich den Mut genommen, meine alten Dias einzuscannen. Unter anderem auch die von den Phils.


    Heute möchte ich mir etwas Zeit nehmen, um die Reise etwas zu beschreiben,dazu alte Bilder:


    ****** die Geschichte


    Wir sind im Jahre 1982. In Europa ging das Gespenst der Stahlkrise um. In Luxemburg auch. Wie immer in diesen Zeiten, musste das Personal abgebaut werden, es gab Sozialpläne. Die Jugend, man dachte noch sozial in diesen unmodernen Zeiten, waren die ersten welche auf Abbaulisten figurierten. Man dachte wohl, es fällt denen einfacher eine neue Herausforderung anderswo zu finden.


    So erging es auch mir. Großzügig wurde ich abgefunden. Mit den Taschen voller Geld, noch gab es wenig Verführungen, sprich Elektronik zu kaufen, musste die Welt erobert werden. Nur wo war halt die Frage ?


    Hinter meinem Schreibtisch zu Hause befand sich eine große Weltkarte. Sie sollte eigentlich meinen Drang in die Welt symbolisieren. So richtig kam ich aber nicht in die Gänge, die Wahl war groß, der Mut war klein.


    Ein Auswahlverfahren musste her. Ueber meine Schulter schmiss ich einen Darts Pfeil welcher mitten im Pazifik neben den Philippinen landete. Sollte ich dorthin ? Wie kommt man eigentlich auf diese Inseln ? Nun gut, es blieb mir ja noch etwa 2 Monate bis zu der Entscheidung, es war erst März, im Mai sollte es losgehen.


    Der Flug war ja eigentlich nicht das Problem, es gab genügend Flüge, auch wenn sie teuer waren. Unter 1.000 Euro *1 lief nichts. Aber wo sollte ich wohnen ?


    Eines Abends nach meinen Kursen (ich war auf dem zweiten Bildungsweg mit eisernen Disziplin unterwegs) berichtete eine Mitstreiterin, dass ihre Tochter mit der Unesco, Experiment in International Living, in den Staaten bei einer Gastfamilie weilte. Seit mehreren Wochen. Der Groschen war nun gefallen. Noch in der gleichen Woche reichte ich meine Gesuch für die Philippinen ein. Ich war der erste Mutige dort für die Inseln. Eine leichte Unruhe brach aus, denn so richtig wussten sie nicht wie sie diesen Wunsch hinbiegen sollten. Ystaphil (Youth Student Association of the Philippines) war die Anlaufstelle auf den Philippinen.


    Nach 2 Wochen etwa kam das OK. Ich sollte in La Union, auf Einladung des Ministry of Agriculture, 3 Wochen dort verweilen. "Wo lag La Union ?" war meine erste Frage. In meinem Weltatlas gab es zwar die Philippinen, leider aber kein La Union. "Keine Bange, auch dieses Problem musste ja lösbar sein" dachte ich, außerdem war das ja nicht mein Problem, sondern das von Ystaphil. Sie mussten mich ja am Airport abholen, und mich in diese Gegend bringen, zumindest nach Begleitschreiben.


    Der große TAG war gekommen. Swissair (ja die gab es damals noch) brachte mich sicher nach Manila. Ein Schock. Schon im Airportgebäude herrschte eine Affenhitze, jeder brüllte nach jedem, oder irgendetwas, ein Irrenhaus. Sollten dies die Philippinen sein ? Für jeden schien es Abholer zu geben, leider nicht für mich. Da stand ich nun mit meinen Koffern, samt Spiegelreflex und allem Pipapo, das nun irgendwo hin, auf eigene Faust, verfrachten werden musste. Improvisation war alles. Das ganze Gepäck musste in ein Taxi rein, nach Manila gehen. Ich dachte: "Hoffentlich weiß der Fahrer wo Manila ist ?", denn ich hatte komplett die Übersicht verloren. Es ging ins damalige Silahis Hotel am Roxas Boulevard.


    Am folgenden TAG, mit einer Manila Karte ausgestattet, ging es ins Innere Manilas, ich musste ja Ystaphil finden. Schwitzend, fluchend und entmutigt habe ich sie am Padre Faura gefunden. Im Büro meinte man lapidar, dass man mich vergessen hatte am Airport abzuholen. Ooje, das konnte ja noch heiter werden. Mit dem Lächeln, wie es eben nur Filipinas können, setzten wir meine Weiterreise auf den nächsten TAG fest, diesmal mit Begleitschutz. Eine Busreise über 250 km sollte doch noch zu schaffen sein. Ein Kinderspiel, dachte ich.


    Am folgenden TAG wurde ich etwas Besseren belehrt. 7 Stunden Fahrt im Fahrtwind (offene Fenster), Aircon war damals die Ausnahme. Ein Blondschopf unter Schwarzhaarigen. Stopovers ohne Ende, "die Filipinos mussten wohl am verhungern sein ?" dachte ich. Daher also diese Reisezeit. *2


    Nun gut, bis hierher hatte ich es geschafft, diese Blechkutsche würde mich auch nicht schaffen. In San Fernando - La Union angekommen, wurde ich meiner Gastfamilie vorgestellt. Ich hatte mein eigenes Zimmer. Die Dame des Hauses war sehr besorgt um mich, jede Minute war sorgfältig verplant !!! Radiointerview, Vorstellung mit Ansprache im Lions, bei den Rotariern, Reisfelder, Baranguay Besuche. Am folgenden TAG sollte ich in ihrem Büro im MA erscheinen.


    Wie geplant kreuzte ich dort auf. Da stand sie, ein Engel mit pechschwarzem, langen Haar, dunkle Augen, ein Lächeln zum Schmelzen, kurz gesagt eine Fee *3. Noch heute habe ich diesen Moment vor mir, er sollte ja mein Leben komplett über den Haufen werfen. Mein Gedanken kreisten nur noch darum, wie ich dieses Märchenwesen gewinnen konnte. Ich musste wohl eine Weile sprachlos gewesen sein, hatte man mir später bestätigt. Den Grund kannte nur ich. Abends, nach dem ereignisreichen TAG, hatte ich meine Gastmutter nach der Fee erfragt. Diese musste sofort Lunte gerochen haben (nicht umsonst haben die Lolas auf den Phils das Heft in der Hand). Fortan ging die Fee nicht mehr von meiner Seite. Sie war als meinen persönlichen Begleitschutz, gegen ihren Willen, von ihrer Chefin abgestellt worden. Kluger Schachzug von der alten Dame. So lag nun alles in meiner Hand. Wie aber nun das Zauberwesen erobern ? Nur unbekannte Faktoren für mich stellte sie dar, ein Buch mit sieben Siegeln. Mir viel nichts Gescheites ein, bis sie mich zu einer Cola einlud. Noch heute lachen wir darüber, denn ich hasse dieses klebrige Zeug seit jeher. Damals nahm ich an, ich hatte ja auch keine andere Wahl.


    Bei jeder Gelegenheit waren leider immer Anstandswauwaus präsent. Eine Einladungen zum Discobesuch mutierte zum Gruppentreffen, Restauarantbesuche waren noch nicht so angesagt, es gab einfach nie eine Gelegenheit alleine zu sein.


    Bei meiner Abreise wurde das Versprechen gemacht, dass wir uns desöfteren schreiben würden, auch wenn Briefe wochenlang auf irrsinnigen Wegen unterwegs waren. So mancher ging verloren, kam nie an. Nervend, und es herrschte auch Ungewissheit. Telefonate waren teuer, sowie nicht jeder hatte zu dieser Zeit ein Haustelefon. Mobilgeräte gab es nicht.


    Also wurde eine zweite, und dritte, Reise geplant. Bei der dritten Reise, so dachte ich es mir aus, wird einfach um die Hand der Fee angehalten. So lief es dann auch. Sie siedelte nach Luxemburg über, ohne großes Getöse, und gegen den Wunsch der Eltern. Verständlich, wer verliert schon gerne die älteste Tochter ? Sie gab ihren Job auf.


    Seit 33 Jahren sind wir nun verheiratet. Es folgten einige Reisen auf die Philippinen, aber keine wie die Erste ... :D


    *1 das waren damals 1,5 Monatslöhne als Stahlarbeiter.
    *2 Bis Heute hat sich die Anfahrt nicht wesentlich geändert, außer dass es über die NLEX nordwärts geht.
    *3 Pinays können eine magische Kraft auf Langnasen entfalten


    zu den Bildern:


    Bild 1: die Fee
    Bild 2: mein Besuch im La Union Capitol, links die Gastmutter, rechts der damalige Gouverneur der Provinz La Union
    Bild 3: ich beim Baranguay Captain in den Balaoan Reisfeldern
    Bild 4: die Sippe des Baranguay Captain. Habe in dem Haus 2 Nächte geschlafen, im Bett des Cpt ... der ist ins Wohnzimmer zur Sippe umgesiedelt.


    LG Alf

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  • Ein toller Bericht und sehr schön geschrieben...Macht sofort gute Laune


    Moien Huttmann,


    Danke für das Lob ... ich wundere mich Heute über meinen Mut, und mit welcher Leichtigkeit ich über die Probleme gebügelt bin. Kein Internet, kein direkter Kontakt nach Hause, das Meiste was nun Standard ist noch nicht existent. Und dennoch habe ich die Reise überstanden, ohne Schaden :D


    Aber Essentielles was es Heute noch gibt, gab es auch damals schon. Die Freundlichkeit der Filipinos, ihre Kontaktfreundlichkeit und auch Diejenigen, die einem an den Geldbeutel wollten =) ... muss mich mal aufraffen eine Geschichte aufzuschreiben.


    LG Alf

  • Ein schöner Bericht, romantisch, da wird einem warm ums Herz! Bitte noch mehr davon und das Pulver nicht so schnell verschießen! ;)


    Schön, dass man nach 33 Jahren Ehe noch so begeisternd über seine Ehe bzw. das Kennenlernen schreibt, gratuliere!


    LG Messina

    Bella gerant alii, tu Felix Austria nube.

  • Moin Alfi,


    die Erfahrungen, die Du in den 80iger Jahren mit philippinischen Familien gemacht hast, decken sich zu 100% mit meinen Erfahrungen. Nur das ich die in Mindanao gemacht habe. 1987 haben wir dort geheiratet. Am 08.07. haben wir die 30 Jahre voll. Ich war in den 80iger Student und immer für 3 Monate in den Sommersemesterferien auf den Philippinen al Backpacker unterwegs. Kennengelernt habe ich sie 1981; ihr Vater hatte mich in einer Carenderia angesprochen. So kann's gehen... :D Gruß Ludger

  • ..... erinnert mich an meine Zeiten in den 80-ziger Jahren .... War auch ein Abenteuer.


    Moien Martin66,


    Jeder muss mit den Gegebenheiten seiner Zeit reisen. Manches war anders damals, so z.B. die Flüge. Im Reisebüro gebucht, zu stolzen Preisen und es war ein endloses Ein / Ausladen der Passagiere ... mein erster Flug mit Swissair ging von Luxemburg nach Zürich, nach Rom, irgendwo in den nahem Osten z.B Abu Dhabi, dann Karatchi, Bangkok, schlussendlich Manila. Solches Gekutsche ist Heute undenkbar. Aber wir kannten es nicht anders. Jets hatten die Passagierkapazitäten gar nicht von Europa nach Manila, auch wenn es die B747 schon gab.


    Das einzige was immer noch geblieben ist, sind die hübschen Stewardessen bei Singapore Airlines, oder Philippine Airlines. Sie sind immer noch eine Augenweide (natürlich nicht dieselben) :D


    LG Alf

  • Jeder muss mit den Gegebenheiten seiner Zeit reisen. Manches war anders damals, so z.B. die Flüge. Im Reisebüro gebucht, zu stolzen Preisen

    Tatsächlich waren es damals noch stolze Preise und man musste einiges in Kauf nehmen mit den billigeren Fluggesellschaften.
    1981 Philippin Airline nur ab Frankfurt d.h ab CH noch 6 Std. Eisenbahn Vergnügen.
    Dann war die SABENA eine der billigen mit Abflug ab Basel Mühlhausen Morgens um 7h d.h.das bedeutete für mich Anfahrt am Vortag
    mit ca.4 Std. Bahnfahrt und übernachten im Flughafengebäude.
    Stewardessen waren alle im Pensionsalter und Teilzeit beschäftigt ;( .1985 dann Billigfüge mit Phil.Air 1900.-Fr. und es wurde dann immer
    billiger.Mein resp. unser billigster Flug war 1100.-Fr. mit Malaysia Airline.
    Ja,und wer reist kann auch was erzählen,da habe ich am Anfang auch bei Globetrotter gebucht und immer ok. Ein Reisebüro in Basel hat dann noch billigere
    Flüge offeriert und so bin ich da eingestiegen,beim ersten mal war alles problemlos vonstatten gegangen, Ticket bezahlt und zwei Wochen vor Abflug
    bekommen.Beim zweiten mal also ein Jahr darauf Ticket bezahlt und eine Woche vor Abflug noch kein Ticket bekommen.Am Montag wollte ich telefonieren
    bevor aber noch schnell den Blick (Zeitung) und was war da gross auf der Titelseite, Reisebüro Chef abgehauen hunderte warten auf ihr Ticket.
    Meine böse Ahnung bewahrheitete sich,mein Ticket musste ich nochmal bezahlen bei Abholung am Swissair Schalter,mein Reisebüro war ein Unterhändler
    der Pleite gegangen ist. :476:

  • Jeder muss mit den Gegebenheiten seiner Zeit reisen.


    Ja, das stimmt!

    Manches war anders damals, so z.B. die Flüge.


    Ha, ging ja gar nicht anders, gab ja damals noch kein Internet. :D
    Mein erster Flug war mit Thai Airways von Zürich via Kopenhagen nach Thailand, das war im Dezember 1985, kurz nach der Rekrutenschule! Wollte einfach an die Wärme und im Reisebüro gabe es nur noch ein Angebot eines Ehepaares, das abgesagt hatte.
    Kannst Dir ja vorstellen, wie das für mich war damals, als 20-zig Jähriger, der für 3 Monate nach Thailand geht und das Land bereist. War das ein Abenteuer.

    Reisebüro Chef abgehauen hunderte warten auf ihr Ticket.


    Tja, das ist saublöd, welche Firma war das denn damals?

  • Dann gab es damals noch Europäische Währungen, die auf den Phils wertlos waren. Nicht wirklich wertlos, aber niemand war zum wechseln bereit. Also mussten $ in irgendeiner Form mitgeführt werden ... cash oder Traveller checks ... den Verlust durch den 2 fach Wechsel will ich lieber nicht nachrechnen. An Wechselraten kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern, aber der Peso war damals recht hoch.


    Da ist es Heute echt einfacher ... z.B. bieten einige Money Changer den €-Kurs im Internet an. Damals musste man auch noch auf die Suche nach Changern gehen. Sie waren nicht so zahlreich wie nun zu OFW Zeiten.


    Einen kleinen Vorteil hatte ich dennoch mit der Visa Karte, mit dem Papiervoucher. War mal 3 Nächte im damaligen Hilton Manila am Rizal Park. Glaube es war 5.000 Php / Nacht ... wurde nie verrechnet ... wahrscheinlich ging der Papierkram verloren ... muss 1983 gewesen sein ... das war noch richtig teuer, aber umsonst. ;)


    LG Alf

  • Traveller checks


    Jep, die kenne ich auch noch!
    Papierkrieg und Kosten ohne Ende!
    Ich war im Jahr 1991 mal 3 Nächte im Manila Hotel, war geil, aber sauteuer, hatte die MacArthur Suite gebucht.
    Haben da dann die jüngere Schwester meiner Frau noch eingeladen, beide (Frau und Schwester) kamen ob dem Luxus nicht mehr aus dem Staunen raus. :D

    Glaube es war 5.000 Php / Nacht ... wurde nie verrechnet ... wahrscheinlich ging der Papierkram verloren


    Bei mir wurden die Kosten berechnet, habe Cash bezahlt.
    Waren, soweit ich mich noch erinnern kann, um die CHF 700.- pro Nacht. Irgendwas um den Dreh rum.

  • cash oder Traveller checks ...

    Daran darf ich gar nicht mehr denken, da hat mich der Bankbeamte noch "gut" beraten und
    gemeint ich sollte kleine Beträge also 5 Dollar Traveller Checks dabei haben und so kam es dass
    es ein ganzer Bund Checks wurde. In Manila angekommen wollte ich schnell mal einen Betrag wechseln
    und oh Schreck,meine Swiss Traveller Checks konnte man nur bei der PNB wechseln.Also Taxi und PNB und schon beim
    Eintritt meine Probleme Englisch doch mit Händen und Füssen dann mind. mal an einen Beamten der sich
    meiner annahm,PC waren bereits auf den Pulten aber alle dunkel und nicht in Betrieb.Der Beamte wies mich an
    die Checks je zwei mal hinten und vorne unterschreiben und da kam schon das nächste Problem,ich hatte inzwischen
    meine Singatur um den letzten Buchstaben r verändert wie die Singatur im Passport noch war und so gab er mir ein
    Blatt Papier wo ich ich glaube 50 mal meine Singatur flüssig schreiben musste mit diesem verdammten neuen r.
    Dann erst jeden Check noch zweimal und um da nicht noch einmal anzutreten wollte ich gleich alles wechseln,so verging
    eine volle Std. bis da von dem einen Beamten akzeptiert wurde,aber es ging noch weiter ich wurde in ein Büro zitiert
    mit grossem Mahagoni Tisch und dahinter unübersehbar der Direktor persönlich.Dieser Direktor hat dann nochmal jeden
    einzeln Check abgehakt und endlich das OK gegeben.So konnte ich mich wieder an der Schalter Schlange anstellen.
    Es gab damals für einen Dollar 7 Peso (ein SM Bierchen 8 Peso,) Am späten Nachmittag war alles erledigt und ich hatte
    meine Dollar.
    Mein Glück kam dann im nächsten Jahr,da ich in einer Pension war mit Schweizer Führung konnte ich in der Schweiz mein
    Reisegeld auf sein Schweizer Konto überweisen und auf den Phil. gab er mir mit gutem Kurs zurück.


    Heute staune ich über meine Gelassenheit obwohl ich fast ausgetrocknet war vom schwitzen, die PNB habe ich überhaupt nicht kritisiert oder gar verflucht,im Gegenteil ich war ja froh dass die mir geholfen haben,mehr verflucht habe ich den Beamten in der Schweiz mit den 5 Dollar Checks.

  • ... So konnte ich mich wieder an der Schalter Schlange anstellen.
    Es gab damals für einen Dollar 7 Peso (ein SM Bierchen 8 Peso,) Am späten Nachmittag war alles erledigt und ich hatte
    meine Dollar....


    Die "7 / irgend etwas" hat sich auch bei mir eingenistet. Danke für den Gedankensprung. Hmmm ... 7 PHP für 1 US Dollar :confused


    Ja, die Banken waren damals noch ein Abenteuer besonderer Art. Diese Bürokratie mit den Traveller Checks war schon lustig.


    Allerdings erinnere ich mich, dass es im SFLA Wet Market weniger bürokratisch zuging. Die Gastmutter verschwand im Gewirr, und kam ohne großes Theater mit PHP zurück. Da war man etwas flexibler .. :D


    LG Alf

  • Da man mich, wie im Eingangspost beschrieben, nach Ankunft am Airport vergaß, nahm ich meinen Reiseführer raus, und entschied mich per Taxi in ein Hotel zu fahren.


    Schon bei der Anfahrt machte ich Bekanntschaft mit dem Businessmodel der damaligen Zeit. Der Taxifahrer wurde nicht müde "gute Bekannte" als Escort anzubieten. Dazu musste er allwissend sein, was Nachtleben anging.


    Ich war müde von der Anreise und wollte schnellstmöglich ein Bett, und eine Dusche. Der Taxifahrer setzt mich nach Wunsch im Silahis Hotel, dem damaligen Sitz des Playboy Clubs, am Roxas Boulevard ab. Heute eher eine Ruine unter dem Name Grand Boulevard Hotel, der bald einem Tower weichen wird. Meine ich mal.


    Abends, nach der Dusche nahm ich mir ein Taxi um die Umgegend auszukundschaften. So richtig weiß ich nicht mehr, was man mir alles zeigte, kann mich aber noch gut an Binondo Chinatown erinnern. Nach einer Stunde Fahrt war ich dann wieder soweit eine Dusche zu nehmen.


    Anbei 2 Bilder wie es damals am Roxas Boulevard ausgesehen hat, von meinem Fenster im Silahis Hotel. Der Roxas Boulevard sieht Heute leicht anders aus.

    Dateien

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  • Auch zu meiner Zeit, also während der ersten Reise, waren schon einige Filipinos auf den Langnasengeldbeutel aus.


    Hier die Geschichte dazu:


    An einem freien Tag in meiner Mission als Hilfsfeldarbeiterstudent, bin ich alleine per Bus von SFLU nach Baguio gereist. Durch meine erste Busreise nach SFLU hatte ich die Busprozedur schon durchgekaut. Der Conductor kassiert die Reisekosten ein, und lässt Dich dort raus, wo Du hin musst.


    In Baguio angekommen ging es sofort zum Markt. Ich schlenderte durch die Marktzelte und war überrascht dort Erdbeeren anzutreffen. Die Preise weiss ich nicht mehr so genau, teuer waren sie jedenfalls. Ich kaufte schnell ein paar Körbchen für die Gastfamilie. Als kleines Dankeschön für die überaus herzliche Gastfreundschaft.


    Mit den Früchten und einigem Gemüse à la Filipinos Style beladen, sollte nun noch schnell ein Café drin sein, auf einer kleinen Terrasse in der Nähe des Busterminals.


    Dort, mein Nachbar grinste dauernd zu mir rüber. Es musste ja kommen, er sprach mich an, und fragte, wo ich herkommen würde ? Da ich es müde war Erklärungen zu Luxemburg abzugeben, aus Erfahrung wusste ich, dass es sinnlos war, sie wussten ohnehin nicht, wo das hinstecken, sagte ich ihm, dass ich aus Deutschland kommen würde. "Oh, welcher Zufall" grinste er mich an, "meine Schwester wird nächsten Monat dorthin auswandern". Er wollte dann von mir wissen, ob ich bei verschiedenen Punkten helfen könnte ?
    Warum eigentlich nicht, ich war von der Freundlichkeit der Filipinos wie erschlagen. Hier konnte ich einiges zurückgeben.


    Um die Schwester zu treffen, ging es durch einige Strassen und Gassen. Verwinckelt und fremdartig war mir das Ganze. Die Orientierung hatte ich längst verloren. In dem Haus angekommen, war zwar keine Schwester anwesend, aber einige "Brüder". Es galt nun zu warten.


    Auch nach einiger Zeit war keine Schwester anzutreffen, die "Brüder" meinten, dass wir uns die Zeit mit Kartenspiel vertreiben sollten. Einer meinte im Vertrauen zu mir, dass das kein Problem für mich wäre, sie würden mich ohnehin gewinnen lassen. So verging eine Stunde, und ich gewann dauernd, eine kleine Geldsumme, nichts von Bedeutung. Immer noch keine Schwester anzutreffen. Ich wusste nun, dass da irgendwo eine Pferdefuss war, nur wie da raus kommen. Es war mir nun auch klar, dass im letzten Spiel meine Olympus OM-2 Kamera der Spieleinsatz sein würde. Ich war sicher, da ging das Spiel gegen mich. Sehr klar würde ich gegen vereinte "Brüder" verlieren, im letzten Spiel. Wie raus kommen aus dieser Lage ?
    Man schlug mir ein letztes Spiel vor, die Schwester wollte ja nicht aufzutauchen. Und es ging zum Spass eben um alles was ich bis dahin gewann inklusive, zum Spass, um meine Kamera. Da war es also Realität, meine Vermutung.


    Nun musste meine Trumpfkarte stechen. Ich informierte sie, dass ich nicht die Absicht auf dieses letzte Spektakel hätte, meine Zeit wäre abgelaufen, und ich hätte eine Verabredung mit dem Gouverneur der Provinz La Union. Zum Beweis zog ich mein Ass, das Foto mit dem Gouverneur, siehe Post 1, Bild 2. Abrupt war das Kartenspiel vorbei, und man schlug mir vor, mich sofort zum Busterminal zu bringen. Was dann auch geschah.


    Mir war klar, dass dieses Bild meine Kamera gerettet hat. Abends, wieder in SFLU, und beim Austausch mit einem Schweizer Mitstreiter dort, wurde ich informiert, das er ein ähnliches Abenteuer in Baguio hatte, und eine größere Summe verlor. Das Schema war aber sehr ähnlich.


    Heute, und eben durch diese Eigenerfahrung, bin ich vorsichtig über andere zu lästern. In diese Situation bin ich halt nur gekommen, erstens weil ich jung und unerfahren dort war. Zweitens war es sehr schwer die phil. Freundschaft richtig einzuschätzen.

  • Dezember 1982, bei meiner zweiten Philippinenreise, war dann auch meine erste Fahrt zu den Reisterrassen in den Kordilleren.


    Damals, wie auch Heute, ging die Verbindung nach Baguio ab SFLU in der Rizal Avenue los. Die genaue Route weiß ich allerdings nicht mehr. Weiß nur noch, dass ich Heute nicht mehr in solche Busse einsteigen würde. Abenteuerliche Konstruktionen.


    Übernachtet wurde im Baguio Park Hotel, es wurde später durch ein Erdbeben im Jahre 1990 komplett zerstört.


    Am folgenden Tag ging es endlos weiter nach Banaue. Übernachtet wurde in einem Gemeinschaftsraum des Banaue Hotels. Am folgenden Tag ging es mit Jeepney zum Anstieg zu den Reisterrassen.


    Zu dieser Zeit noch gut in körperlicher Verfassung ging es hoch. Meine Begleiterin (Pinay) keuchend und schwitzend hinterher. Ich weiß aber noch, dass ich fix und fertig oben am Wanderweg zu den Aussichtsplätzen ankam, trotz meiner diversen, regelmäßigen Sportaktivitäten. Hier galten andere Regeln.


    Eine lustige Geschichte bei der Wanderung zu den Aussichtplätzen. Irgendwann hörte ich eine singende Frauenstimme auf mich zuwandern. Je näher desto lauter, und fröhlicher. Deutsch ? Ich war nun schon total ermüdet, von meiner Begleiterin gar nichts mehr zu hören. Da war sie nun vor uns, die Sängerin. Nicht schlecht gestaunt, die Dame war schon über 70. Immer noch fröhlich, singend und marschierend. Etwas verlegen habe ich Oma mal gefragt, wie sie das schafft, so auf dieser Höhe stramm zu marschieren ? So erzählte sie uns, dass sie Schweizerin sei, und auch dort viel in den Bergen unterwegs war. Erstaunliche Kondition hatte die Seniorin. Wir beide, die Pinay und ich, kamen zusammen noch nicht auf dieses Alter. Und Oma wanderte fröhlich von dannen. DAS werde ich nie mehr vergessen.


    Sehr schön waren aber auch die Terrassen. Bilder sind noch von 1982, vom Dia eingescannt und rundum erneuert. Wahrscheinlich sieht es auch nun noch so aus dort ? ... mal sehen, vielleicht gibt es 2019 ein Wiedersehen :D

  • Moien Peter,


    Nee, den Dangwa meinte ich eher nicht, obschon der auch nicht von schlechten Eltern war.


    Bei mir waren es eher die regulären Billiglandbusse aus der Ebene nach Baguio die bleibende Errinnerungen hinterlassen haben. Verrostet, qietschend, fensterlos und hoffnungslos überladen mit Mensch und Material.


    Nach einige wenigen Versuchen stiegt ich dann lieber in Victory Liner Busse ein. Wenigstens da hatte ich das Gefühl, dass deren Bremsen funktionierten.


    LG Alf

  • Bei meiner dritten Reise, Dezember 1983, sollte die Fee dann von zukünftigen, gemeinsamen Plänen überzeugt werden, will heißen, sie nach Luxemburg einladen, und eventuell an Heirat wurde gedacht. Nach nur 18 Monaten, wenigen Besuchen, ein paar Briefchen, noch weniger Telefonaten.


    Nach einigen gemeinsamen Stunden dort, in SFLU und in Malabon bei ihren Eltern, nach eher unromantischen Fragen dort rund ums Thema stand fest, es passt, es geht, es wird versucht.


    Der Besuch mit Heiratsvisum wurde für Mai 1984 geplant. Und natürlich wurde sofort ein Ticket gekauft.


    Ich war damals völlig neu auf dem Gebiet der Dokumentenbeschaffung. Die Fee hatte weder einen Pass, noch sonstige Papiere, die mir verständlich waren, sprachlich und inhaltlich. Zum Beispiel wurde sie gleich 3x geboren, verschiedene Datums oder Orte. Sie regelte das auf die philippinische Art. Es wurde entschieden, was das Schönste, Richtigste oder Passenste war, sollte wahr sein. Und Divisoria resp. Quiapo in Manila kam ins Spiel. Dort gab es damals gute "Schreiber". Temporäre Dokumentenversionen, die späterhin offizialisiert wurden. Durch Late Registery.


    Glücklicherweise machte ich damals die Bekanntschaft einer Pinay in Luxemburg. Ihre Mutter arbeitete im Passamt in Manila. So kam der Pass dann auch auf phil. Art zustande. Mit den damals verfügbaren "Vor-Papieren". Ohne große Probleme, mit kleinen Sonderkosten und Pasalubong zur rechten Zeit.


    Nach Passausstellung wurden die "Frühpapiere" (Geburtsurkunde, Late Registry) eben in den amtlichen Stellen registriert. Und somit hatte alles seine Richtigkeit. Mein Frauchen war schon immer sehr kreativ und anpassungsfähig.


    Alles dort nun geregelt, mit Ehefähigkeitszettelchen, und allem Pipapo.


    Unabhängig davon nun mein Part in der Dokumentenbeschaffung.


    Ehefähigkeitszeugnis, Affidavit of Support, Führungszeugnis zum Ministerium zur Überprüfung, dazu Kopien der phil. Dokumente der Fee.


    Ich dachte das geht bestimmt recht zügig. Ich arbeitete zu der Zeit bei der US Army hier, im Zivildienst, mit Nato Clearance, also durchleuchtet und als vertrauenswürdig empfunden.


    Dennoch, es dauerte und dauerte. Ich kann mich noch an diverse Besuche im Ministerium erinnern, jeweils wurde ich mit der Aussage "Noch im Gange" vertröstet. Monatelang bis etwa 4 Wochen vor dem Abflugtermin. Man bedenke, dass alles musste noch zur Botschaft nach Manila versendet werden. Nichts kam in die Gänge.


    Der Abflug musste verschoben werden. Da die Passfrau eine Tochter hatte, die auch nach Luxemburg wollte, wurden beide Flüge getauscht. Die Fee sollte nun nicht Mai, sondern Juni Manila verlassen.


    Aber dadurch, dass auch dieser Termin nicht so einfach zuhalten war, die Beamten kamen durch irgendwelche mir nicht bekannten Gründe nicht in die Gänge, wurde es langsam mulmig.


    Vitamin B musste nun spielen. Luxemburg ist klein, da kennt jeder jeden, und es gibt immer jemanden, der den Richtigen besser kennt. Also wurde ein Arbeitskollege eingespannt, mit Beziehungen zu den rechten Stellen. Er hatte seine Hilfe schon anfänglich angeboten, aber ich dachte, dass ich es alleine schaffen würde. Ein Telefonat seinerseits genügte, meine Papiere waren in der selben Woche noch fertig, und wurden auf Staatskosten, schnell und UMSONST, nach Manila per Fax übertragen. Nicht üblich damals. Die Moral von der Geschichte: Manche Leute sind gleicher vor den Beamten als Andere.


    Die Tür war nun auf, das Visum wurde dann auch sofort erstellt. Das Abenteuer konnte beginnen.


    Ich kann aber den Lesern meinen Weg nicht anraten, das würde Heute so bestimmt nicht mehr klappen.

  • Die Ankunft und das erste Jahr.


    Es war soweit. Alle Papiere waren in der Botschaft in Manila angekommen, das Visum im neuen Pass erstellt. Der Flug umgebucht. Nur hatte leider niemand mir Bescheid gegeben, dass es soweit wäre. Somit mal wieder, wie so oft in der Vergangenheit, ein Überraschungspacket. Aus Sicherheitsgründen habe ich dem Fräulein meine Telefonnummer des Büros gegeben, und natürlich, für den Fall der Fälle, Urlaub angemeldet. Mit offenem Startdatum, gut dass der Arbeitgeber Verständnis zeigte.



    Eines guten Tages, Anfang Juni 1984, ein deutschsprachiger Anruf aus Frankfurt, bei meinem Vater, dass ein Fräulein asiatischer Herkunft auf dem Weg nach Luxemburg wäre, und natürlich gerne abgeholt werden würde. Mein Vater verstand nur Bahnhof, meldete sich aber bei mir, ob ich was damit zu tun hätte? Natürlich hatte ich, auch wenn ich mal wieder überrascht war.



    Am Airport dann ihr Erscheinen. Ich hatte vorsichtigerweise warme Kleidung im Auto verstaut. Für den Fall der Fälle. Und die wurden auch gebraucht. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass dieser Juni nicht zu den wärmsten gehörte. Sie hatte bei 1.65 m Größe auch kein Gramm Gewicht zu viel, eher zu wenig. Ist mir auf den Philippinen nicht so aufgefallen, aber nun umso mehr. Also wurde sie mal schön warm verpackt.



    Im Sommer begann also die Wintereinkleidung schon. Ich zeigte ihr das Land und Leute und, haha, stellte sie ihren Landsleuten hier vor. Schnell wurden Freundschaften geschlossen, damit nur kein Heimweh aufkommen sollte. Dies war mein ganz persönlicher Integrationskurs. Noch waren die Heiratstermine nicht diskutiert. Sie sollte erst mal ihre neue, mögliche Heimat kennen lernen, ohne Zwang und sonstige negative Einflüsse.



    Sprachkurse wurden belegt, kleine Fahrten nach D und F selbstständig unternommen. Es schien ihr zuzusagen. Besonders Deutschlands älteste Stadt Trier, wegen dem Shopping. Natürlich alles ohne mich. Dazu muss ich aber auch sagen, dass sie extrem kontaktfreudig und freundlich war, und immer noch ist. Seit jeher war sie, wo sie auftauchte, Mittelpunkt und ohne Kontaktscheu, eben eine Rampensau. Trier ist auch Heute noch ihr Favorit. :denken



    Im September dann, ohne große Worte, nach nur 2 Monaten in L, waren wir uns einig, dass wir uns gefunden haben. Es waren Heiratspläne zu erstellen. Auf dem Standesamt in L im Dezember, sowie die kirchliche Trauung auf den Phils im Januar.



    Auf dem Standesamt wurden die auf den Philippinen unter unkonventionellen Methoden erstellten Dokumenten (siehe Post 19) abgeliefert, und als gut befunden. Ohne Gegenfragen. Dazu, als zusätzlicher Service, die Papiere zur Nationalitätsänderung, und natürlich die Aufgabe der Phil Staatsbürgerschaft. Die neue Staatsbürgerschaft sollte mit der Hochzeit in Kraft treten. Kostenlos und ohne spezielles Drumrum, oder Arbeit meinerseits.:clapping Die doppelte Staatsbürgerschaft gab es damals noch nicht hier in Luxemburg.



    Da wir eigentlich hier in L damals auch ein Vorbereitungsseminar vor der kirchlichen Trauung hätten tun müssen, die Trauung aber in Manila war, ersparte man mir dieses Seminar. Ich erhielt aber vom Pfarrer einen versiegelten Brief an seinen Amtsbruder in Malabon. Laut ihm, ohne diesen Brief wird es schwierig. Ich wusste auch gar nicht was in der Wundertüte drin war, oder, ich habe es schlicht vergessen. Na ja, habe ich also mal mit genommen, was nicht hilft, kann auch nicht schaden.



    Am 20/12/84 war es soweit. Frau Alfi54 war Luxemburger, mit L-Pass, denn am 21/12 ging es zurück nach Manila. Für Urlaub und kirchlicher Trauung.