Selbstständig und Work Permit - relative spezielles Setup

  • Moin moin,


    ich habe einige Fragen im Bezug auf selbstständige Tätigkeit auf den Philippinen. Ich arbeite als Selbstständiger im IT-Bereich. Meine Kunden kommen zum großem Teil aus D.A.C.H aber auch aus den USA / UK / ehemaliges Jugoslawien. Umsatz setzt sich aus 60% aktiven und 40% passiven Einkommen zusammen.

    • Deutscher Staatsbürger aber seit Ewigkeiten abgemeldet -> Aussage Finanzamt: keine Steuerpflicht in DE (es sei Mieteinnahmen / Zinsen oder ähnliches)
    • Firma ist in Liechtenstein registriert und ich als CEO eingetragen -> Wohnsitz weniger als 6 Monate pro Jahr, keine Einkommenssteuer
    • Geld wird ausserhalb von den Philippinen generiert und landet in der Firma, ich ziehe es hier nur per Karte
    • Visastatus Philippinen -> Tourist
    • Visastatus Liechtenstein -> Dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung


    Ich könnte mir die Sache ja einfach machen und sagen ich generiere hier nichts und habe auch kein Konto sondern mache nur Urlaub. Und wie lange kann mir keiner vorschreiben. Mir irgendeine Arbeit nachzuweisen wird wohl extrem schwer, Laptop zuklappen und grinsen. Begründung: Wenn ein CEO Urlaub macht, darf er doch seinen Mitarbeiten per Email Anweisungen geben, auch ohne Work Permit. Für den fast unmöglichen Fall, das man mir etwas nachweisen kann, muss ich eben die 10.000 Peso Strafe pro Jahr zahlen.


    Wie mache ich die Sache mit dem Business legal? Ich mache ungerne halblegale Sachen oder bewege mich dauerhaft in Grauzonen. Ich nutze zwar die gesetzlichen Grenzen bis zum Maximum aus, aber trotzdem will ich legal bleiben.

    • Brauche ich überhaupt ein Work Permit, wenn ich keinen Peso im Land verdiene?
    • Steuern war bislang extrem einfach. Beispiel Kambodscha: Jahresvisum 293 USD, Work Permit 120 USD, Steuern als Kleinunternehmen 75 USD pro Jahr


    Was ratet Ihr mir? Im stillen Kämmerlein hocken und die Sache durchziehen und notfalls die Strafe riskieren oder die Sache offiziell zu machen? Geht das überhaupt, ich bin ja als CEO nicht angestellt... wie soll dann der Arbeitgeber das Visum beantragen?


    Ich hoffe Ihr könnt mir dazu einige Hinweise geben.


    Gruß Ivo

  • Nur Einkommen das auf den Philippinen generiert wird, kann hier auch besteuert werden.
    Nachdem dein Firmensitz in Liechtenstein ist und dein Einkommen anderswo generiert wird, fällt das schonmal weg.


    Ich würde sagen wenn du mit Touri-Visum zuhause (also in dem Fall in Davao) IT für deine Firma machst, dann weiss das doch niemand.


    Ich habe z.B. meine Firma in Hong Kong, Hautpwohnsitz auf den Phils und generiere kein Einkommen auf den Philippinen.
    Durch den HWS bin ich auf den Phils zwar grundsätzlich steuerpflichtig (habe hier eine Steuernummer), es kann aber nur Einkommen versteuert werden das auch hier generiert wird.
    Ich mache von Zeit zu Zeit auch mal ein paar Stunden home-Office, aber sie gesagt, wer soll das wissen?! :dontknow


    Wichtig ist hier allerdings, dass auf keinen Rechnungen und in keinen Verträgen als Ausführungsort der Tätigkeit "Philippines" steht - das könnte im Zweifelsfall natürlich als "im Land generiertes Einkommen" gesehen werden.
    Da du mit Touri-Visum hier bist, wird sich von der Finanz allerdings niemand für dich interessieren.


    Für ein Work Permit brauchst du übrigens eine Anstellung (oder Firma) auf den Phils, da dies in deinem Fall nicht gegeben ist würdest du so eines also garnicht beantragen können.
    Ich würde also sagen "still im Kämmerlein..." und vorsichtshalber nicht an die große Glocke hängen. :D

  • level4


    Danke Dir, also lasse ich auf meinen Rechnungen eben Kambodscha stehen und gut ist.


    Wirklich legal kann das aber auch nicht sein, aber wenn es keine andere Möglichkeit gibt.
    Es sei denn ich mache hier ne Zweigstelle auf und gebe einen local 51%? Bevor ich das mache, lasse ich mich entmündigen...


    Gruß Ivo

  • Danke Dir, also lasse ich auf meinen Rechnungen eben Kambodscha stehen und gut ist.


    warum nicht Liechtenstein? Immerhin ist die Firma dort registriert....
    andererseits, wenn es deinen Kunden nicht stört, mich auch nicht :D



    Wirklich legal kann das aber auch nicht sein, aber wenn es keine andere Möglichkeit gibt.


    warum ist der Ausführungsort überhaupt wichtig? Für den Kunden ist doch nur der Erfüllungsort wichtig....



    Es sei denn ich mache hier ne Zweigstelle auf und gebe einen local 51%? Bevor ich das mache, lasse ich mich entmündigen...


    warum solltest du das tun oder überhaupt nur in Erwägung ziehen?

  • warum ist der Ausführungsort überhaupt wichtig? Für den Kunden ist doch nur der Erfüllungsort wichtig....

    Für den Kunden vielleicht ja, für die hiesige Finanz aber möglicherweise nicht.
    Ich glaube zwar nicht dass die philippinische Finanz so ohne weiteres (also ohne begründeten Verdacht) in die Bücher einer ausländischen Firma schauen kann/darf, aber Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht.


    Kann mir auch gut vorstellen, dass bei "Tätigkeitsort Liechtenstein" der Rechnungsbetrag in Liechtenstein versteuert werden muss - aber das weiß natürlich der TS.

  • ich bin ja als CEO nicht angestellt...


    Ich dachte immer, dass ein CEO (Chief Executive Officer) von der Firma angestellt wird und zwar im Normalfall von dem Board of Directors.

    Es sei denn ich mache hier ne Zweigstelle auf und gebe einen local 51%?


    Wo kommen denn die 51% her? ?(
    Genaueres gibt die 10te Regular Foreign Investment Negative List her -- siehe --> hier


    Ach ja, sollte der President die 11te unterzeichnen, wird 100% Auslaenderanteil fuer Internet Business freigegeben. :D


    BTW, die unterschiedlichen Firmanarten sind --> hier gut aufgelistet.


    Eigentlich verstehe ich die Frage ueberhaupt nicht. Der CEO (Angestellter) einer Firma in Liechtenstein treibt sich auf den Philippinen als Tourist rum. Die Firma generiert das Einkommen in Liechtenstein.
    Eine "Work Permit" benoetigt einen Anstellungsvertrag bei einer lokal registrierten Firma.


    Einen schoenen Abend aus Manila
    wuenscht


    Sackgesicht

    939-b93d87ea.jpg
  • Eigentlich verstehe ich die Frage ueberhaupt nicht. Der CEO (Angestellter) einer Firma in Liechtenstein treibt sich auf den Philippinen als Tourist rum. Die Firma generiert das Einkommen in Liechtenstein.
    Eine "Work Permit" benoetigt einen Anstellungsvertrag bei einer lokal registrierten Firma.

    Die Frage ist die:
    darf man mit einem Touristen-Visum auf den Philippinen für seine Firma (egal ob angestellt oder Eigentümer, auf jeden Fall aber im Ausland ansässig) Arbeit verrichten ohne dass die Leistungen besteuert werden müssen?
    Bzw. wäre dies ein Verstoss gegen das phil. Visa-Gesetz?

  • Sackgesicht


    Ich wollte nur mal checken wie ich am besten zu 100% legal hier rum komme.


    'Eigentlich verstehe ich die Frage ueberhaupt nicht. Der CEO (Angestellter) einer Firma in Liechtenstein treibt sich auf den Philippinen als Tourist rum. Die Firma generiert das Einkommen in Liechtenstein. "
    Wenn ich nun aber den halben Tag am Rechner hocke und mein Einkommen generiere, könnten da doch Zweifel aufkommen ob ich Tourist bin. Oder?


    level4


    ich glaube kaum, das ich einer Behörde eines Schwellen- oder Drittweltlandes Einblick in meine Bücher geben muss.


    #Schokoprinz
    Weil ich damals ein Ding als Zweitstelle in Kambodscha angemeldet habe, aber ich denke einfach wieder Vaduz auf die Rechnung schreiben ist das einfachste... haste Recht


    Wegen den 51%, ich meine habe mal sowas gelesen. In TH ist es jedenfalls so, das die Mehrheit bei einem oder mehreren Thai's liegen muss.


    Also muss ich mir keine Sorgen machen, falls mal die Immi an die Tür klopft? Ich kann meinen Kram hier normal durchziehen?


    Danke Euch...

  • Also muss ich mir keine Sorgen machen, falls mal die Immi an die Tür klopft? Ich kann meinen Kram hier normal durchziehen?

    Ich würde mal sagen die Immi klopft dann an die Tür wenn die Finanz schon lange "Bescheid weiss". Da du aber soweit ich das mitbekomme ein 1-Mann-Unternehmen betreibst bzw. ja nur 1 Mann sich auf den Phils aufhält wird da wohl für die Finanz nicht sonderlich viel rausspringen im FALL DER FÄLLE. Von dem her würde ich mir keine Sorgen machen.


    (Anm.: alles meine persönliche Einschätzung, NICHT durch einen Steuerberater belegt!)

  • level4


    Danke, das denke ich auch. Solange ich nicht die San Pedro Church kaufe und durch den Ivo Tower ersetze, wird sich wohl keiner für meine Peenuts interessieren. 1 Mann Unternehmen würde ich nicht so sagen, es arbeiten einige Filipino (Grafik und Logo) und Inder (vor allem JS) für mich, die werden aber durch UpWork angeheuert und bezahlt. In UpWork ist aber die offizielle Adresse registriert.


    Gruß Ivo

  • Also muss ich mir keine Sorgen machen, falls mal die Immi an die Tür klopft? Ich kann meinen Kram hier normal durchziehen?


    normal nicht....die interessiert sich nur fürs Visum, aber nicht für den anderen "Kram".....



    ....... es arbeiten einige Filipino (Grafik und Logo) und Inder (vor allem JS) für mich, die werden aber durch UpWork angeheuert und bezahlt. In UpWork ist aber die offizielle Adresse registriert.


    vor allem nicht wenn die hiesigen Auftragnehmer nicht wissen dass ihr Auftraggeber ständig hier ist....

  • Wenn die Firma UpWork extern also von deiner Firma eingekauft ist dann hat das nix mit deiner Person zu tun.
    Wenn dem so ist, dann bist du auf jeden Fall safe.


    Wie du schon sagst, es geht hier um Peanuts.
    Ich habe mich die letzten 8 Jahre seit ich meine Firma betreibe auch davor gehütet die Behörden sonderlich auf meine Situation aufmerksam zu machen.
    Wer weiss wie lange das dann dauert, wieviel es kosten wird und was denen vielleicht für Ideen kommen - im Endeffekt aber dafür dass man danach genauso gescheit ist wie davor.


    Habe allerdings damals kurz nach Firmengründung (in .hk) bei der phil. Finanz ehrlicherweise angefragt wie es denn aussieht mit Meldewesen und Steuerbescheid etc....
    "Ne, wenn Sie nicht in Phils angestellt sind, dann sind wir nicht zuständig" - so die Antwort.


    Seitdem wie gesagt keinerlei Kontaktaufnahme.

  • Ich bin bei weitem kein Jurist (schon gar kein philippinischer), aber als Laie sehe ich es so:


    Soweit ich weiß darf man auf den Philippinen sehr wohl berufliche Tätigkeiten ohne Arbeitserlaubnis im Rahmen einer ausländischen Berufstätigkeit ausüben. Beispielsweise, wenn man einen Kongress auf den Philippinen besucht, oder Produkte auf die Philippinen exportiert und einen Kunden besucht, oder als Firmenchef im Urlaub mit den Angestellten telefoniert. Das wäre eine Interpretation deiner Situation.


    Soweit ich das verstehe generierst du Umsatz über deine liechtensteiner Firma. Selbst wenn dein Wohnsitz auf den Philippinen ist arbeitest du für eine liechtensteiner Firma und brauchst dafür eine liechtensteiner Arbeitsgenehmigung und keine philippinische Arbeitsgenehmigung. Demnach hat du ein Einkommen in Liechtenstein und keines auf den Philippinen.
    Irgendwo ist dieses Einkommen schon zu versteuern, das hängt aber (unter anderem) davon ab, ob es Doppelbesteuerungsabkommen Liechtenstein-Philippinen gibt. So wie ein Grenzgänger - z.B. man wohnt in Land A und arbeitet in Land B, hat Arbeitserlaubnis für Land B, versteuert das Einkommen aber in Land A. Das ist z.B. zwischen D/A/CH/Liechtenstein so geregelt, Arbeitserlaubnis ist mittlerweile automatisch durch Schengen gegeben.
    Ob es legal ist, dass du es nirgendwo versteuerst, weiß ich nicht (in Liechtenstein offiziell weil weniger als 6 Monate Wohnsitz, auf den Philippinen gar nicht gemeldet). Die Praxis ist, dass es sehr viele Ausländer so machen und es die Philippinen nicht interessiert, solange die Erwerbstätigkeit und Einkommen im Ausland liegen.


    Wenn du offiziell Rechnungen von den Philippinen ausstellen wolltest, dann müsstest du tatsächlich eine philippinische Firma gründen und auch eine philippinische Arbeitserlaubnis haben (unter Einhaltung aller Auflagen). Dann wäre es philippinischer Umsatz und philippinisches Einkommen, das auf den Philippinen zu versteuern ist. Wenn du das Geld in Liechtenstein haben möchtest, dann müsstest du es zwischen der liechtensteiner und der philippinischen Firma gegenverrechnen (z.B. über Lizenzkosten). Genauso wie sich große Konzerne ihre Bilanzen schönrechnen.


    Wie gesagt nur juristisches Halbwissen ohne Gewähr, falls falsch bitte sachlich richtigstellen.

  • Hallo,


    meines Wissens gibt es keine Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Philippinen und Liechtenstein. Also, mache ich einfach so weiter wie die letzten 9 Jahre auch. Bislang kamen keine Nachfragen, weder von Europäischen noch Asiatischen Behörden. Jedes zweite Jahr fliege ich nach Europa und wenn da was sein sollte, hätten die schon reagiert...


    Gruß Ivo

  • meines Wissens gibt es keine Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Philippinen und Liechtenstein. Also, mache ich einfach so weiter wie die letzten 9 Jahre auch. Bislang kamen keine Nachfragen, weder von Europäischen noch Asiatischen Behörden. Jedes zweite Jahr fliege ich nach Europa und wenn da was sein sollte, hätten die schon reagiert...


    das hört sich doch vernünftig an :D

  • ich glaube kaum, das ich einer Behörde eines Schwellen- oder Drittweltlandes Einblick in meine Bücher geben muss.

    Ein verspaeteter kleiner Nachtrag hier:
    Wenn es einen gerichtlich begruendeten Verdacht gibt, dann koennen auch die Phil. Authorities in deine Buecher schauen, da kannst du dir sicher sein!
    Den wirtschaftlichen Status eines Landes darf man rechtlich gesehen keinesfalls unterschaetzen!

  • Auf Buchhaltung die auf verschlüsselten Servern im NICHT EU Land liegen? Da sind wohl die Hürden sehr hoch.... Und laut FL Recht muss ich niemanden mein Password geben...

  • mein Stand vor mehr als 10 Jahren.


    Ich lasse alles so wies ist und würde auch keine steuern in ph anmelden und mit meinem einkommen von 20.000 Pesos im monat auch nicht hausieren gehen, ich kenne viele die das genau so machten und noch eine Null mehr verdienen als ich.
    mittlerweile fange ich nur kleine fliegen oder auch gar keine mehr. ich sage nur wenn, dann würde ich nix anmelden. es sei denn ich nehme direkt geld entgegen vor ort. ( regelmässig in großen mengen ) also kein hobby wie honig oder tomaten verkauf aus eigener produktion. da muss ich schon 20 rinderhälften pro monat zerlegen ,...

    Leben wie Rockefeller, warum kaufen wenn mieten so einfach ist.

  • meines Wissens gibt es keine Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Philippinen und Liechtenstein. Also, mache ich einfach so weiter wie die letzten 9 Jahre auch. Bislang kamen keine Nachfragen, weder von Europäischen noch Asiatischen Behörden. Jedes zweite Jahr fliege ich nach Europa und wenn da was sein sollte, hätten die schon reagiert...

    Stimmt, es geht gut, solange bis es schief geht. Nur nicht sich selber vormachen, dass es legal ist.

  • Stimmt, es geht gut, solange bis es schief geht. Nur nicht sich selber vormachen, dass es legal ist.

    Da ich ja keinem der beiden Länder steuerpflichtig bin, mache ich mir da wenig Sorgen. Was soll im schlimmsten Fall passieren? Ich muss 10K für jedes Jahr arbeiten ohne Work Permit zahlen und das Visum wird gecancelt. Leider gibt es, meines Wissens keine Möglichkeit das ganze Ding hier rechtlich wasserdicht aufzuziehen, also zumindest ohne einen Haufen neuer SUV's zu verteilen...


    Und bei meinen Peanuts die ich hier ausgebe, falle ich sicherlich unter die Cheap Charly Community. Und das ist das einzige was mir nachweisbar ist: Die Kohle die ich mit meiner Karte aus Europo hier am ATM ziehe.


    In Europa ist das was ich mache absolut legal, das war die Aussage der Behörden in DE, AT, FL und auch Estland (hab da ne eResident Card)...
    Wenn ich hier paar tausend Peso im Jahr an Steuern abdrücken müsste die ganze Sache ist dann durch, würde ich es ja machen. Aber so bin ich Geschäftsführer meiner eigenen Firma, der sich eine Auszeit im Asien nimmt. Wie lange geht niemanden was an...


    Gruß Ivo