Mein Statement: Deutschland vs Philippinen


  • Früher in Deutschland: Lebte ich in einem Dorf im
    wunderschönen Schwarzwald. Als selbständiger Rechtsanwalt mit eigener
    Kanzlei in Freiburg arbeitete ich über ein Vierteljahrhundert hart und
    erfolgreich bis an die Grenze der gesundheitlichen Belastbarkeit. Meine
    Arbeit war mir immer sehr wichtig. Und sie war mir auch über viele Jahre
    Erfüllung.. Mit zunehmendem Alter reifte dann die Erkenntnis: Das ist
    nicht alles, was das Leben zu bieten hat. Und ich ging.


    Jetzt auf den Philippinen: Lebe ich in einem
    kleinen Dorf auf der Insel meiner Wahl in den Tropen inmitten von
    liebenswerten Menschen, wie ich sie zuvor nirgends auf unserer Welt
    angetroffen habe. Tropenstürme, Dschungel, Naturvölker in der
    unmittelbaren Nachbarschaft, wunderschöne Sandstrände,
    aufregend-entspannende Motorradtouren, Abstecher in südostasiatische
    Nachbarländer wie Hongkong, Thailand, Macao u.a. bestimmen meinen
    Alltag. Immer wieder überkommt mich ein überwältigendes Gefühl der
    Freiheit und des Glücks. Ich bleibe.

  • Vielen Dank für diese kurze, aber dennoch sehr schöne Gegenüberstellung . Ich wünsche Dir weiterhin ein glückliches Leben, egal wo auf der Welt, aber ich freue mich, daß Du die RP als Deinen Lebensmittelpunkt gewählt hast :)

  • Klar hört sich das super an.
    Aber da wirst Du Dir wohl auch genug Geld voher angespart haben, denke ich mal.
    Du wirst ja bestimmt nicht als RA dort arbeiten, oder ?


    Für mich ist das leider nicht realisierbar, deshalb bin ich schon etwas neidisch... und träume weiter damit ich es vielleicht doch irgendwann auch mal soweit bringen werde.


    Gruß,
    Güny

  • Darf man dazu fragen, was der ausschlaggebende Grund war, dass du so einen Bruch in deinem Leben vollzogen hast? Sind die Situation bzw. der Job in Deutschland underträglich geworden oder war es das Fernweh?


    Deine Gegenüberstellung klingt ziemlich schwarz-weiß. Ich denke, das kann man ein bisschen relativieren. In Deutschland fehlt es einem eigentlich (also objektiv betrachtet) an nichts, und dazu muss man seinen Job nicht so betreiben, dass man schließlich daran kaputt geht ("bis an die Grenze der gesundheitlichen Belastbarkeit"). Der Großteil der Pinoys dagegen hat keine Chance auf das philippinische Leben, wie du es beschreibst, ganz egal, was sie tun.


    Was ich damit sagen will: Ist das Leben eines Deutschen nicht viel weniger vom Land als viel mehr von der persönlichen Einstellung abhängig?


  • Deine Gegenüberstellung klingt ziemlich schwarz-weiß. Ich denke, das kann man ein bisschen relativieren. In Deutschland fehlt es einem eigentlich (also objektiv betrachtet) an nichts, und dazu muss man seinen Job nicht so betreiben, dass man schließlich daran kaputt geht ("bis an die Grenze der gesundheitlichen Belastbarkeit"). Der Großteil der Pinoys dagegen hat keine Chance auf das philippinische Leben, wie du es beschreibst, ganz egal, was sie tun.


    Was ich damit sagen will: Ist das Leben eines Deutschen nicht viel weniger vom Land als viel mehr von der persönlichen Einstellung abhängig?


    Hallo trivial,


    :hi


    für mich klingt es lediglich "schwarz-weiss" bezüglich des Vergleiches zwischen dörflichen Schwaben und Filipinos in der Provinz. Da ich selbst mal 5 Monate in Nufringen nahe Herrenberg auf dem schwäbischen Dorf arbeitete und die Menschen dort in ihrer absoluten Verschlossenheit genießen äh ertragen durfte, kann ich bestens nachvollziehen, daß sich ein weltoffener Jurist in den Philippinen sehr viel besser aufgehoben fühlt. Zumal er die Natur und die Landschaften liebt, was aus seinem Statement hier bestens hervorgeht. Aber auch da sind Inseln im Südsee-Flair doch anders als der Schwarzwald, oder?


    ;)


    Ansonsten, die mit gefülltem Bankkonto und jene mit wegen Schulden unbezahlten Rechnungen gibt es auf der ganzen Welt. Das hat weniger etwas mit Einstellung als viel mehr mit Chancengleichheit im Leben und den gesellschaftlichen Verhältnissen zu tun. Ganz klar gibt es auch Filipinos, die nach Hongkong oder Singapur zum Shopping fliegen können. Wie es Schwaben gibt, die vor Schulden nicht aus noch ein wissen.


    :cheers


    Daß es in Deutschland jederman an nichts fehlt, würde ich nie behaupten. Wie ja auch nicht alle US-Amerikaner Rockefeller heißen und in stretched limousines durch die Staaten gurken, meine ich mal.


    :rolleyes:


    Cinque und uns allen wünsche ich jedenfalls viel Freude und Vergnügen,


    :cheers


    ganz egal, ob in den Philippinen oder an anderen Orten,
    Reismehl
    (niest gerade im verregneten Belgistan vor sich hin und wäre zu gerne bei den zahmen Affen von New israel)

    :thumb "Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht." (Bertolt Brecht) :thumb

  • Zunächst einmal freut es mich, daß Du offentsichtlich Deinen Platz gefunden hast und Dich wohl fühlst.


    Ich war, bzw. bin, in einer sehr vergleichbaren Situation wie Du. Deutschland habe ich vor einigen Jahren bereits verlassen und lebe seitdem in Middle East. Zahlreiche Urlaubein Asien - Philippinen, Malaysia, Vietnam, Singapore, Indonesien - haben den Entschluß reifen lassen, schon sehr bald dort einmal leben zu wollen. Wo, wird sich noch finden. In jedem Fall ist mir Deutschland immer fremder geworden. Mit Ausnahme meiner Familie zieht mich dort eigentlich nix mehr hin. Deutschland ist meine Heimat, aber meine Zukunft sehe ich nicht dort.


    Meine wirtschaftliche Situation erlaubt es mir Gott sei Dank ein weitestgehend sorgenfreies Leben zu führen. Den Platz dazu muß ich noch finden, aber er wird mit großer Wahrscheinlichkeit in Cebu, Bohol oder Negros sein.


    Deine Schilderung der Lebensumstände in Deutschland und den Philippinen ist sicherlich etwas verkürzt. Aber Jeder, der sich damit näher beschäftigt weiß, was gemeint ist. Ich freue mich, daß es Dir gut geht und Deine Erwartungen eingetroffen sind.


    Viele Grüße

  • In Deutschland fehlt es einem eigentlich (also objektiv betrachtet) an nichts, und dazu muss man seinen Job nicht so betreiben, dass man schließlich daran kaputt geht ("bis an die Grenze der gesundheitlichen Belastbarkeit").

    Was ich damit sagen will: Ist das Leben eines Deutschen nicht viel weniger vom Land als viel mehr von der persönlichen Einstellung abhängig?

    Leider ist es heute in D so dass viele eben doch an ihre Grenzen gehen müssen um ihren Job zu behalten!
    Und das Leben, nicht nur eines Deutschen, ist immer von der persönlichen Einstellung abhängig!


    Ich wünsche Cinque auf jeden Fall alles Gute!


    Gruss

    Das Leben ist schön.....geniesse es!

  • Leider ist es heute in D so dass viele eben doch an ihre Grenzen gehen müssen um ihren Job zu behalten!

    Richtig! Und nicht nur die, die ihren Job behalten wollen. Auch die freiberufliche und selbständige Fraktion muss hier in D einen mit Sicherheit überdurchschnittlichen Aufwand betreiben damit das Geschäft läuft! Ganz abgesehen davon das die staatlichen Behörden welche für die teils hochgelobte soziale Hängematte "verantwortlich" zeichnen die letzten sind die es interessiert, ob die Kohle zum Stichtag auch tatsächlich da ist. Hat ein lieber Kunde vielleicht mal vergessen dass da noch eine Rechnung war....... kann man schon nicht unernste Probleme bekommen.


    Ich freue mich neidlos für jeden wie Member Cinque, der es, nicht zuletzt mit harter Arbeit und auch jahrelangen gewissen Entbehrungen, geschafft hat seinen Stressfaktor gen Null zu bewegen und sich nun einem recht unbeschwerten Lebensstil hinzugeben.


    Ob dies nun schwarz-weiss oder in Farbe dargestellt wird ist mir persönlich dabei völlig Wurscht.


    Schöne Grüße, der Löti :hi

    Wichtig: Immer einmal mehr aufstehen als man auf die Fresse gefallen ist!


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  • Sehr gut beschrieben von Cinque, auch ich habe es in etwa so gemacht. War auch viele Jahre selbstständig habe 6 Tage die Woche jeden Tag 12-15 Stunden gearbeitet und habe relativ bescheiden gelebt. Wir waren in 16 Jahren nur 2mal auf den Phil., da wir ja sparen wollten. Ich habe ganz gut verdient aber der stille Teilhaber ( Finanzamt ) wollte auch immer seinen Anteil. So konnten wir als ich knapp 54 Jahre alt war schon auswandern und hier lebe ich jetzt größtenteils stressfrei. In Deutschland war ich die letzten 2 Jahre doch schon ganz schön ausgebrannt.

  • als RA hast du sicher gute kohle verdient, hast jetzt das geld und somnit nnimmst du dir die zeit.... bleibe allen lastern fern und du wirst eine schöne zeit haben.
    sts

    Leben wie Rockefeller, warum kaufen wenn mieten so einfach ist.

  • Ich freue mich neidlos für jeden wie Member Cinque, der es, nicht zuletzt mit harter Arbeit und auch jahrelangen gewissen Entbehrungen, geschafft hat seinen Stressfaktor gen Null zu bewegen und sich nun einem recht unbeschwerten Lebensstil hinzugeben.


    Ein Leben am Rande des Burn-Out, bis man schließlich nicht mehr kann, alles hinschmeißt und das Land verlässt erscheint mir nicht als erstrebenswert. Wer so ein Leben möchte und es bewusst durchzieht, soll das machen, schließlich sind wir ein freies Land. Der Großteil der Betroffenen rutscht aber ungewollt ins Burn-Out. Daher sehe ich solche Geschichten eher als warnendes Beispiel, zu denen ich nicht applaudieren würde. Statt dessen wäre es sinnvoller, Fehler aufzuzeigen, damit andere daraus lernen können.


    Gleichzeitig könnte man alternative Lebensweisen aufzeigen. Work-Life-Balance hat sich in den letzten Jahren nicht nur als Begriff etabliert, sondern beginnt sich auch langsam im Arbeitsalltag durchzusetzen. Gegen Fernweh und Abenteuerlust ist nichts einzuwenden. Aber wenn die Arbeit Spaß macht, dann muss man nicht irgendwann entnervt abhauen, sondern kann auch versuchen, beides (Arbeit und Fernweh) vernünftig miteinander abzustimmen.

  • Früher in Deutschland:


    Quote


    Jetzt auf den Philippinen:


    Man sollte hierbei aber auch beachten, dass es ohne das "früher in Deutschland", das "jetzt auf den Philippinen" wahrscheinlich nicht geben würde.


    tbs

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    Diskussionen zu meinen Beiträgen sind explizit gewünscht........