Psychologische Therapie

  • Hallo,


    in diesem Beitrag wurde ja schon über das KV System der Philippinen diskutiert: Phil Krankenversicherung für Pinoys


    Ich wollte mich mal informieren wie es mit psychologischen Therapien auf den Philippinen aussieht. Gibt es z.B. Psychiatrien oder auch niedergelassen Therapeuten? Wie sind diese i.A. Qualifiziert? Wie findet man einen qualifizierten Therapeuten? Wie hoch sind die Kosten? Wie sieht es mit der gesellschaftlichen Anerkennung bezüglich psychischer Krankheiten aus?


    Viele Grüße,

    Daniel

  • Gibt es z.B. Psychiatrien oder auch niedergelassen Therapeuten?

    Wenn du mit "niedergelassenen Therapeuten" auslaendische Aerzte meinst die auf den Phils leben und praktizieren, ja die gibt es - kosten aber auch dementsprechend!


    Wie sind diese i.A. Qualifiziert?

    Wenn mindestens ein (einschlaegiger) Dr. im Titel steht wuerde ich persoenlich davon ausgehen dass gut qualifiziert, egal ob phil. oder auslaendischer Arzt.

    Aber Ausnahmen bestaetigen auch hier natuerlich die Regel...


    Wie hoch sind die Kosten?

    SEHR hoch!

    Aber da spreche ich nicht aus direkter oder indirekter Erfahrung was Psychiatrie angeht, das ist nur meine "Bauchgefuehl"-Einschaetzung mit Hinblick auf den Preis aller anderen GUTEN med. Versorgungsbereichen die hierzulande angeboten werden.


    Wie sieht es mit der gesellschaftlichen Anerkennung bezüglich psychischer Krankheiten aus?

    Ich wuerde sagen grundsaetzlich gut.

    Aber es kommt natuerlich ganz auf die psych. Ekrankung an!! Aggressives oder Autoaggressives Verhalten waere meiner Einschaetzung nach bei den Pinoys eher ein No-Go, alle anderen Defizite - egal ob physisch oder psychisch - werden von den Pinoys eigentlich respektvoll behandelt soweit ich bisher beobachten konnte, und wenn man Family dort hat sowieso! :)



    Um all deine Fragen wirklich hilfreich beantworten zu koennen wuerde ich dich gerne bitten mehr ueber das betreffende Krankheitsbild und die etwaigen Lebensumstaende vor Ort zu posten.

  • Konkret wurde bei einer Familienangehörigen schwere Depression diagnostiziert. Die Familie hat damit praktisch keine Erfahrung, sie wissen also nicht wie es jetzt weiter gehen soll. Mir stellt sich jetzt eben dieselbe Frage.

  • Zu Therapien auf den Philippinen kann ich nichts sagen, ich gehe aber davon aus, dass so etwas recht kostspielig ist. Der Durchschnittsfilipino hat ja schon Schwieriegkeiten "normale" Krankheiten finanziell zu stemmen, dann wird es mit psychischen Erkrankungen besonders schwierig. Hierzu ist vorab wichtig, bei den Angehörigen eine ausreichende Akzeptanz, das eine solche Krankheit in der Familie vorhanden ist, herzustellen. Und der oder die Betroffene selbst muss die Krankheit natürlich auch akzeptieren.

    Google mal einfach "philippines depression", da findest Du diverse Informationen.

    Wahnsinn bei Individuen ist selten, aber in Gruppen, Nationen und Epochen die Regel.

  • In den Städten gibt es schon Therapeuten. Bei uns in Dumaguete kenne ich nun 2. Einer billig aber nicht so gut (500 Peso pro besuch). Die andere kostet 1.500 Peso pro Besuch ist aber meiner Empfindung nach viel besser.


    Medikamente sind nicht extrem teuer. Die billigsten Psychopharmaka kosten so um die 10 Peso pro Tablette, Markenprodukte liegen bei etwa 100 Peso.


    Die stattlichen Rehazentren würde ich eher als Gefängnis bezeichnen. Die einzel Zellen sind etwa 5qm groß und im großraumzimmer liegen dann etwa 40 Leute zusammen in einem Raum.

    will weg aus D in die Sonne ohne Schnee und dort soll es günstig zu leben sein


    Weg bin ich nun, Sonne gibts genug ohne Schnee, nur mit dem letzten Punkt klappt es nicht zur Zeit

  • In Dumaguete kenne ich zwei Reha-Zentren für Drogenabhängige und eine geschlossene Anstalt für - anders - psychisch Kranke. Man sollte direkt in die jeweiligen Einrichtungen gehen und sich dort vor Ort erkundigen bzw. vorher beim Department of Health office anfragen.

    Jeder Mensch hat zwei Leben. Das zweite beginnt in dem Augenblick, in dem dir bewusst wird, dass du nur e i n Leben hast.

  • In Dumaguete kenne ich zwei Reha-Zentren für Drogenabhängige und eine geschlossene Anstalt für - anders - psychisch Kranke. Man sollte direkt in die jeweiligen Einrichtungen gehen und sich dort vor Ort erkundigen bzw. vorher beim Department of Health office anfragen.

    was Depression mit Drogenkliniken zu tun hat? Und seit wann muss man bei Depression in eine geschlossene Anstalt?


    was bei Depression gut hilft( hatte selber mal) ist viel Joggen und gesunde Ernährung und Trigger erstmal zu vermeiden, wie Nikotin, Alkohol, Kaffee etc. . Dazu wäre eine tiefenpyschologische Therapie sehr gut. Es müssen die Ursachen gefunden werden, damit man die Depression heilen kann. eine geschlossene Anstalt dagegen braucht man für Depression bestimmt nicht.


    lg yberion45

  • Konkret wurde bei einer Familienangehörigen schwere Depression diagnostiziert.

    Wer hat dies diagnostiziert? Wenn ein "Hausarzt" dann wird er vielleicht auch eine Empfehlung für einen Psychiater / Psychologen ausprechen können, der die Weiterbehandlung übernehmen könnte. Wiediese dann aussieht und ob auch ein Krankenhausaufenthalt empfehlenswert ist, richtet sich dann nach dem Einzelfall.


    Ich vermute, es gibt hier in den Philippinen in diesem Bereich große Unterschiede zwischen größere Städte und der Provinz. Es gab auch hier einmal einen Thread, wo geklagt wurde, dass eine "Verrückte" in einem Käfig von den Verwandten gehalten wurde.


    Gruß

    roha

  • Egal wer Selbstdiagnose oder Ferndiagnose macht, ich glaube wir sind hier nicht um Onkel Doktor zu spielen oder eine Anonyme Depressions Gruppe aufzumachen, sondern hier nur einfach zu sagen: Wo gibt es solche Ärzte.


    Dazu sollte man erstmal wissen wo die Person wohnt denn auch das beste Blubbern hilft nicht wenn man nicht weiss wo die Person wohnt!

    I am multi-talented!

    I can talk and p.iss people off at the same time!


    A pessimist is a man who thinks all women are bad.

    An optimist is a man who hopes they are.


    My mouth is not a bakery, I don't sugarcoat anything!


    If you ask my opinion,
    I am going to tell you the truth,
    Not that what you'd like to hear!


    Ein erfahrener Pilot ist,

    wer seine Erfahrung benutzt,

    um Situationen zu vermeiden,

    die seine Erfahrung erfordern!


    ╭∩╮(︶︿︶)╭∩╮

  • Danke für die zahlreichen Hinweise. Die Kosten (bis 1500 Pesos pro Sitzung) würden sich ja sogar noch im Rahmen bewegen.


    Die Familie wohnt übrigens in Bulacan. Die Diagnose stammt von einem Arzt aus dem Krankenhaus. Ich werde mal reinhören ob er eine Empfehlung bezüglich Weiterbehandlung hat, und dem Hinweis von Dingelstein folgen.

  • was Depression mit Drogenkliniken zu tun hat? Und seit wann muss man bei Depression in eine geschlossene Anstalt?

    Nichts. Hab ich das behauptet? Ich habe von "erkundigen" geschrieben, nicht von "einweisen".

    Jeder Mensch hat zwei Leben. Das zweite beginnt in dem Augenblick, in dem dir bewusst wird, dass du nur e i n Leben hast.

  • Eine Frage haette ich da Daniel_Paul . Ein Arzt im Krankenhaus hat das diagnostiziert? Ein Psychologe/Psychiater oder irgendein unqualifizierter Allgemeinmediziner?


    Es koennten naemlich auch andere Erkrankungen depressive Leiden verursachen! Ich bin ueberzeugt, alleine schon durch den Umgang mit psychisch Kranken hier im Land, die da gerne in Zellen gesperrt, an Baume angekettet werden usw. das die hier im Bereich Psychologie und erst recht Psychiatrie wie bei vielen anderen Dingen um Jahrzehnte der modernen Medizin in diesem Bereich hinterher hinken.


    Lieber ordentlich diagnostizieren lassen. Dann kann man sich immer noch ueberlegen ob man klassisch mit Medikamenten und regelmaessigen Sitzungen oder mit Meditation usw.

    Aber wie gesagt, erst mal muss die Diagnose stehen.



    Es gibt auch nicht nur "Die Depression". Es gibt viele verschiedene Erscheinungsformen.


    Hier ein Link: https://www.netdoktor.at/krankheit/depression-7498


    Die aufgefuehrten Depressionen dort sind nur die Oberbegriffe. Da gibt es noch sozusagen Unterarten, wie narzisstische Depression usw. usw.


    Vorab: Dies soll nur ein Tipp sein, keine Anleitung fuer Behandlung!


    Da ich Depressionen habe bzw. hatte, frueher sehr schwere, mittlerweile mal so mal so.


    Wenn es preislich ein Problem darstellt oder auch einfach begleitend als Unterstuetzung.

    Im Westen ist mittlerweile eine meditative Therapie relativ gut anerkannt. Es wurde in Studien bestaetigt das die Wirkung in etwa gleich wirksam ist, wie die klassische Therapie mit Medikamenten.


    Wenn ich die Zeit zurueckdrehen koennte, ich wuerde definitiv Medikamente ablehnen und stattdessen in diese Richtung gehen. Antidepressiva sind nicht ohne.


    Ich hatte stark zugenommen in kurzer Zeit und die Wirkung war fuern Arsch, ausser das ich staendig muede und hungrig war.



    In jedem Fall ist es ein Versuch wert und sollte angesprochen werden. Und vermutlich deutlich guenstiger. Wie gesagt, es ist mittlerweile durch Studien belegt das die Rueckfallquote etwa gleich ist ( 44% vs 47%).

    Was Yberion schreibt ist bei jeder Form der Depression hilfreich. Sport, Ernaehrung, sogenannte Trigger vermeiden. Eigentlich hilft das ja jedem Menschen, wenn man mal ehrlich ist.

    Wo ich widerspreche ist die Empfehlung "Tiefenpsychologische Therapie" - das soll und muss der Psychologe/Psychiater entscheiden. Auch hier gibt es unterschiedliche Therapieformen, die an die Persoenlichkeit, Hintergrund (Vergangenheit) des Menschen angepasste und auch der Art der Depression angepasst werden.


    Deswegen habe ich eingangs gesagt, wenn der Arzt kein Psychologe oder Psychiater war, ist er genauso qualifiziert eine Diagnose zu stellen, wie jeder andere hier im Forum auch. Naemlich garnicht.