Meine erste Reise zu den Philippenen, Throwback 1982, sowie dessen Folgen

  • Nach einigen Tagen in Singapur erreichten wir zum ersten Male ihre "alte" Heimat. Mittlerweile war sie mit neuem Pass unterwegs.


    Etwa 6 Monate war es her, seit dem Weggang. Ich glaube, sie war froh, den Schalter mal wieder auf "Philippinen" legen zu können. Das Essen, die Familie, die Lebensweise, es war eben alles doch anders im kalten Europa.


    In der Familie, die damals noch aus 2 Schwestern und 2 Brüdern bestand, wurden die Hochzeitspläne diskutiert. Dies war mir nicht so wichtig wie der zweite gereifte Plan, nämlich, wie man der Family dort langfristig und nachhaltig in ein besseres Leben helfen konnte. Aus Eigeninteresse.


    Unser Hochzeitsbudget (Trauung + Festessen) waren damals (also Januar 1985) 8.000 Franken, oder eben 200 €. Damit waren große Feste nicht drin, was mir auch bewusst war. Ich wollte da nicht mit Geld um mich werfen, es sollte auch nicht der Gedanke aufkommen, dass ich alles und jeden finanzieren konnte. Außerdem besaß ich damals auch nicht das Geld.


    Ich übergab den Eltern das Geld. Sie sollten sich um die Vorbereitung kümmern, während wir beide auf Reisen waren.


    Ein Hochzeitskleid musste her. Da meine Frau aus praktischen Gründen kein eigenes Kleid wollte, wurde eins bei einer Freundin ausgeliehen. Dafür mussten wir, und einige Fans, mit dem Jeepney einige Strapazen überleben. Wo genau es hin ging, weiß ich Heute nicht mehr, aber es muss außerhalb Manilas gewesen sein. Malabon lag damals noch recht nahe am grünen Gürtel. Ein ganzer Tag ging drauf, dazu mussten die dazu passenden Kleider der Familie ausgeliehen werden.


    In Wirklichkeit gab es deren zwei, also Hochzeitskleider. Auch ihre Arbeitskollegin hatte ein Kleid von Balaoan, La Union, per Times Transit Bus zur Station in Calaoocan gesendet. Das musste mal abgeholt werden, resp. zur Probe angezogen werden. Ging dann aber wieder 300 km per Bus zurück. Hatte ihr wohl nicht so gut gefallen. Zurück behalten wurden alle Maidenskleider, die auch in der Sendung beinhaltet waren.


    Nachdem alle Kleider zusammen gesammelt, ausgeliehen, waren, kam der geheimnisvolle Kirchenbrief zur Auslieferung. Beim Pfarrer der St Peter & John Parish Kirche, in der Nähe des elterlichen Hauses. Die beiden Pfarrer, also der Heimische und der hier, schienen sich gut verständigen zu können, wahrscheinlich war das Schreiben in Latein gehalten. Nach dem Lesen hatte er uns nach dem Termin gefragt. Also war auch das geregelt.


    Die Ringe wurden in Manila China Town erstanden. Ich erinnere mich noch, dass die Ringe keinen Reinheitsgrad trugen. Auf meine Frage hin, was wir denn eigentlich erstanden hätten, wurde mal schnell ein Stempel reingetan. 18 Karat. Da der Ring eher symbolischer Natur war, vernünftig im Preis, wollte ich mal lieber nicht erfahren, was wir da erstanden haben.


    Der Urlaub konnte beginnen. Besuche machten wir alleine, in Calamba und den Pagsanjan Falls. Die Falls waren damals erst am Anfang ihrer Blüte (siehe Francis Ford Coppolas Drehort für Apocalypse Now), und noch recht relax zu besuchen.


    Es ging auch nach Norden, nach SFLU zu meiner Gastmutter, es wurden die Freundinnen besucht, sowie Baguio, die Sommerresidenz der Filipinos.


    Gewohnt haben wir damals im Norden im Bali Hai Beach Resort, Bauang. Es gab noch einen Strand damals. Heute, also 34 Jahre später, hat die Erosion gute Arbeit geleistet, der Strand ist beinahe komplett verschwunden. Bauang stand damals durch die stationierten Amis in vollster Blüte. Vigan in Ilocos Sur war hauptsächlich bekannt wegen den Wildwest Allüren dortiger Politiker.


    Zurück von den Reisen stand dann die kirchliche Trauung und die Festlichkeiten an. Reibungslos verlief alles, ohne uns organisiert, das Fest sowie die Kirchenzeremonie mit Gästen. Unsere Freunde aus La Union waren angereist, und waren unsere Trauzeugen. Er machte in den kommenden Jahren eine Steilstkarriere in der PNP, sie den Doctor und unterrichtet immer noch an der DMMSSU in Bacnotan. *1


    Lustig für mich war die Kleiderordnung. Alle Mädels uniform in Rot und Weiß, ausgeliehene Kleider, Männer im Barong. Ich war in meinem besten (und einzigen) Anzug, die Gattin in Weiss, nun angepasst.


    Die meisten Gäste waren Nachbarn, Ninongs und Ninangs, sowie ein paar Freunde aus La Union. Erhaltende Geschenke wurden später wieder verschenkt, an Freunde, oder als Hilfe für weniger betuchte Familie. So blieb auch unsere Rückreisegepacklimitierung garantiert. Es gab Hauptsponsoren und Sponsoren auf der Einladung. Was sie gesponsert haben blieb mir ein Rätsel ?


    Einen Fotografen gab es auch. Und, wie ich Jahrzehnte später erst erfuhr, rückte er die Negative zusätzlich zu einem bezahlten Album mit Bildern raus. Die Negative lagen bis zum letzten Jahr in der hintersten Speicherecke. Zufällig nur fand ich sie, schon etwas angeschlagen, und gab sie in ein Labor zur Digitalisierung. Die Filmqualität musste aber nicht die Beste gewesen sein, denn von allem Zeug, das auf dem Speicher jahrzehntelang gelagert wurde, waren die Phil Negative am weitesten dem Verblassen fort, und Bildfehlern nahezu auf allen Teilen.


    Die Hochzeitsfeier fand vor dem Hause der Eltern statt. Typisch philippinisches Essen mit Spanferkel welche von der Familie beigesteuert wurden. Die Mutter war nämlich recht arbeitssam und hatte eine kleine Schweinezucht. Karaoke in der jetzigen Form gab es nicht, dafür sangen die Gäste bis in die Nacht. Mir war das alles zu viel, sodass ich beizeiten die Flucht ergriff, und lieber in die zweiten Flitterwochen ging.


    Bilder folgen demnächst.


    *1

    Luxemburger spontan zum Lehrer an einer philippinischen Schule geworden

  • So, hier mal ein paar Bilder zur Hochzeit:


    Bild 1 + 2 sind das Ehepaar ... ich mit meinem einzigen Anzug, den ich besaß ... :D ... sie mit ausgeliehenem Kleid <3

    Bild 3 vor dem Altar

    Bild 4 mit Trauzeugen

    Bild 5 ein Bild, das mir damals von der Art schon aufgefallen war ... der Fotograf hat sich die Mühe gemacht Bild in Bild herzustellen ... damals bei uns absolut nicht gängig

    Bild 6 Die philippinische Familie, Eltern + 4 Kinder (der kleinste adoptiert)


    P.s. die Bilder habe ich eben erst von 9*13 cm mit Vuescan eingescanned ... ich bin überrascht was Quali angeht ...


    Picture 1.jpgPicture 2.jpgPicture 3.jpgPicture 4.jpgPicture 5.jpgPicture 6.jpg

  • Tolle Geschichte und ganz wichtig, die Fotos von damals sind auch bereits mit Bedacht gemacht und keine Knipser Bilder

    Danke. Es hat ja auch einige Jährchen gedauert, bis ich alles in Schrift und Bild fest gehalten habe.


    Was die Quali der Bilder angeht, na ja, die sind ja nicht von mir, sondern von einem Fotografen. Aber im Nachhinein muss ich sagen, dass er doch gute Arbeit geleistet hat. Damals fand ich die vielen "Bild in Bilder" etwas kitschig. Nun gefallen sie mir. Ist es das Alter, Nostalgie ? ... Denke eher nicht, bewundere bloss die Arbeit, die er sich gemacht hat. Heute würde es mich interessieren, welchen Lohn er bekam ? Zumindest konnte er sich den Bauch voll schlagen, das habe ich auf den Bildern gesehen. War halt die philippinische Art, schon damals. :D


    Aber die Geschichte geht ja weiter. Heute versuche ich mal Bilder vom Hochzeitsessen einzufügen.


    LG Alf

  • Das Bild - von hinten vor dem Altar mit dem Bild im Bild von euch mit euren Gesichtertern - finde ich total klasse.


    Jedes einzelne wäre - nicht gerade langweile - aber stünde für sich alleine - mit dem Bild im Bild gibt es die Situation super wieder.


    Überigens gute Storys von dir, freu mich auf die, die folgen werden.


    Grüße Thomas

  • es geht weiter. Nun sind ein paar Bilder vom Festessen an der Reihe.


    Bild 1: das Auspacken der Geschenke. Wie schon vorhin berichtet, alle Geschenke wurden wieder verschenkt. Es gab Menschen, die mehr brauchten als wir, dazu war kaum Platz im Gepäck.
    Bild 2: die Hochzeitstorte

    Bild 3: unser symbolisch erstes Getränk.

    Bild 4: mit den "Sponsoren" an der Tafel. Oben links der Hochzeitsfotograf. Den Namen haben wir leider verloren. Hätte zu gerne wieder Kontakt.

    Bild 5 + 6: die Nachbarschaft am Tisch



    Pic1.jpgPic2.jpgPic3.jpgPic4.jpgPic5.jpgPic6.jpg

  • Der bzw. die Schweineköpfe auf dem Tisch - köstlich - ich meine damit köstlich amüsant.


    Wie wohl eine europäische Hochzeitsgesellschaft schauen würde.


    Die Karaffe die du beim Hochzeitstrunk in der linken Hand hälst hat glaube ich zwei Ausgießer mit denen beide Gläser gleichzeitig befüllt. Ich/wir hatten auch so ein Teil bekomnen (Erste Ehe, lange her)


    Grüße Thomas

  • Sehr schöne Bilder, die mich auch ein bisschen an meine kirchl. Hochzeit hier in den Phils anno 1990 erinnern. Wir hatten auch einen Fotografen engagiert, der dann sogar mit meiner Videocamera gefilmt hatte. Letztes Jahr hatte ich dieses Video von VHS auf DVD durch einen Freund überspielen lassen und in die Phils mitgebracht. Das Interesse an dieser DVD war rießengroß und es wurde sehr viel gelacht.


    Gruß

    roha

  • Mit den Temperaturen hast Du scheinbar keine Probleme... :clapping

    Nach unserer Zeromonie war ich froh möglichst viel Stoff vom Körper zu kriegen bei dem Klima dort, und du sitzt da gemütlich im feinen Zwirn am Tisch. :D


    Tolle Story, super Bilder! :blumen

  • Sieht für mich wie das (umgedrehte) Deko-Paar vom Top der Torte aus.

    So wird es auch gewesen sein ,,, :Augenbraue


    Mit den Temperaturen hast Du scheinbar keine Probleme... :clapping

    Nach unserer Zeromonie war ich froh möglichst viel Stoff vom Körper zu kriegen bei dem Klima dort, und du sitzt da gemütlich im feinen Zwirn am Tisch. :D

    In der Regel machen mir hohe Temperaturen schon einiges aus ... warum ich hier noch so rum lief, wissen wohl nur die Götter ... Gott sei Dank gab es damals auch schon Wäschereien ... kann mir nicht vorstellen, dass das spurlos an mir vorüber ging:473


    LG Alf

  • )Alles Schöne hat leider auch seinen Preis. Damals wie Heute.


    Als Hobby Buchhalter habe ich damals schon alle Ausgaben nieder geschrieben. Nicht so präzise, und technikorientiert, wie Heute. Dennoch, es reicht um den Gesamteindruck zu erhalten. Die Zahlen des Zeitraums 1983 bis 1985 habe ich daher auch Heute noch zur Verfügung.


    Man muss wissen, dass ich in dem Zeitraum als kleiner Angestellte unterwegs war. Mein Gehalt belief sich zu der Zeit auf runde 1.000 €, was in etwa das Doppelte des sozialen Mindestlohns hier in L war. So kann man vielleicht erahnen, welche Anstrengung eine Reise für 2 Personen mit Hochzeit war. Und wie teuer resp. günstig es Heute ist. Jedenfalls das Wort "Sparen" lernte man so kennen.


    Dieses Rechenbeispiel ist natürlich nur für mich, und natürlich auch nur für Luxemburg.


    Preise für 4 Wochen Aufenthalt dort (1985):


    - 2 Tickets mit SIA: 2025 €

    - Taschengeld: 1.000 €

    - Inlandsreisen: 500 €

    - Hochzeit insgesamt : 500 € (also Festlichkeiten, Ringe, Fotos, ....).


    Insgesamt runde 4.000 € (Gegenwert etwa 4 Monatsgehälter oder 8 Mindestmonatslöhne in L).


    Die PHP / US $ change rate war etwa 18 : 1. Diesen Kurs habe ich auf alten Visabelegen wieder gefunden. Auch muss man wissen, dass Abrechnungen damals oft Monate später erst abgebucht wurden. Die Währungen aus Europa wollte niemand dort, musste man zu US $, dann zu PHP wechseln (also 2x wechseln). Alle Visaabrechnungen wurden auch immer erst in US $ umgerechnet.


    Unsere 2019 Reise (6 Wochen) wird +- 8.000 € kosten (nun 4 Mindestmonatslöhne in L). Dabei ist nun kein Umsonstwohnen mehr, und Automiete für 2 Wochen drin.


    Bei diesem Vergleich kann man leicht erkennen, wie billig das Reisen zu den Phils geworden ist, egal wie die Preise Heute sind. Der Flieger, damals schon 2.000 € machten rund die Hälfte der Kosten, Heute nur noch weniger als 25 %. Beide Reisen mit Singapore Airlines.


    Daher Leute, nichts für ungut, reisen wurde echt zum Schnäppchen. Wenn man das Geld hat. Nur war man damals gezwungenermaßen bescheidener dort.


    LG Alf

  • Klasse Geschichte, @Alfi.


    Danke für so viele und private Einblicke in Euer Leben, sowie die tollen Fotos.

    Faszinieren tut mich wie unproblematisch die erste Reuse Deiner Fee nach Luxemburg war, sowie die Hochzeit und der Erhalt der luxemburgischen Staatsangehörigkeit.

    Das wäre heute wohl undenkbar. Wenn ich nur an einige Stories hier aus dem Behördenthread denke, dann ist das eine völlig andere Welt.


    Wäre es heute noch so einfach wie bei Euch, würde ich eventuell auch ans Heiraten denken .....

  • Faszinieren tut mich wie unproblematisch die erste Reuse Deiner Fee nach Luxemburg war, sowie die Hochzeit und der Erhalt der luxemburgischen Staatsangehörigkeit. Das wäre heute wohl undenkbar. Wenn ich nur an einige Stories hier aus dem Behördenthread denke, dann ist das eine völlig andere Welt.

    Moien Phil-OLe,


    Also, das mit dem Visum hat doch auch schon damals Nerven gekostet. Vielleicht weniger, als Heute. Wahrscheinlich auch nur weil da, meiner Meinung nach, viel verschlafen wurde.


    Das mit dem Wechsel der Nationalität war eigentlich OHNE Anstrengung. Echt. Eine Unterschrift zur Neuen, ein Erklärung an die Phil Botschaft zur Aufgabe der Alten, und die Sache war gelaufen. Vielleicht war es so einfach, weil kurzfristig vorher das Visum, und deren Hintergrundrecherchen liefen. Ich weiß es einfach nicht. Heute wäre das alles nicht so einfach, dafür gibt es aber die Doppelstaatsbürgerschaft.


    LG Alf

  • sowie die Hochzeit und der Erhalt der luxemburgischen Staatsangehörigkeit.

    Als wir vor etwas mehr als 30 Jahren heirateten, erhielt meine Frau mit der Heirat auch gleich die Schweizer Staatsangehörigkeit. Das war aber ein Unikum und galt nur für Schweizer die eine Ausländerin heirateten. Schweizer Frauen die einen Ausländer heirateten mussten erst ein Prozedere durchstehen, bevor ihr Mann die Schweizer Staatsbürgerschaft erhielten. Also eine totale Diskriminierung der Frauen, die das auch anprangerten. Das wurde dann geändert nun müssen ausländische Ehepartner erst 5 Jahre verheiratet sein, bevor sie die schweizerische Staatsbürgerschschaft beantragen können. Doppelbürgschaft ist in der Schweiz kein Problem.


    Gruss

    Peter

  • Als frischgebackener Ehemann reiste ich alleine zurück. Frauchen wollte noch einige Wochen in der Heimat bleiben, sich um ihren Vater kümmern, welcher kurz vor unserer Hochzeit einen leichten Schlaganfall hatte. Als Älteste schien dies ihre Pflicht zu sein.


    Das Alleinsein kam mir gerade recht, da wir kurz vor unserer Hochzeit, ein Eigenheim gekauft hatten, und dieses renoviert werden musste. Frauchen sollte ja gemütlich wohnen dürfen.


    Aber es sollte anders kommen. Der Aufenthalt in La Union *1 war nicht ohne Folgen geblieben. Sie war schwanger. Kein Problem, wir waren ja in dem rechten Alter, alles schon für die Zukunft aufgebaut. Nur, nun musste die Renovierung des Altbaus etwas schneller gehen, oder eben einiges auf später verschoben werden.


    Das Verschieben wichtiger Arbeiten sollte sich dann über Jahre hinziehen. Manches geht eben besser, wenn ein Haus unbewohnt ist. Da ich aber absolut kein Vertrauen in das philippinische Gesundheitswesen hatte, einigten wir uns auf nur weitere 4 bis 6 Wochen Aufenthalt in der alten Heimat.


    Zum Frühlingssanfang kam Frauchen ins neue Heim, zwar mit einigen familiären Sorgen, was das Leben dort betraf, aber doch mit einigen Erwartungen, was ihre Zukunft auf den Kopf stellen sollte. An einen bezahlten Job hier war nun nicht mehr zu denken, und es war auch nicht unbedingt nötig, oder gewollt.


    Ihre Ersatzeltern hier waren auch der Meinung, dass sie sich nun besser unter die Fittiche des Sozialstaats begeben sollte. Sie, ein ehemaliger Arbeitskollege und seine italienische Ehefrau, meine Frau wurde von ihnen quasi adoptiert. Da keine eigenen Enkelkinder vorhanden waren, freuten sie sich, waren aber besorgt wegen den Umstände dort. Manila war auch schon damals nicht unbedingt ein Luftkurort. Dies stellte ich immer wieder fest, nach den Jeepney Fahrten. Schwangerschaftsuntersuchungen, wie sie hier Standard waren, dazu obligatorisch, sollten Familienunterstützungen fließen, waren eigentlich dort unbekannt.


    Die Untersuchungen hier ergaben ein paar Unstimmigkeiten was den allgemeinen Gesundheitszustand betraf. Nichts ernstes, und leicht korrigierbar, ungefährlich für ein Neugeborenes. Auf jeden Fall Neuland für meine Frau, was medizinisches Standards betraf. Luxemburg hatte übrigens nie eine 2 Klassen Medizin, wie es Heute noch in der D besteht.


    Im Herbst 1985 war es dann soweit. Der Zwerg war da, und es war vorbei mit der Zweisamkeit, sowie der wunderbaren Ruhe im Haus. Bis zum heutigen Tag hält dieser Zustand an. Hotel Mama war, und ist, was feines, und passt Frauchen natürlich wunderbar in die phil. Denkkarten.


    Zwischenzeitlich lief auch der "Family Help Plan", kurz FHP, an. :D


    Nun, mit dem Schlaganfall des Vaters bemerkte ich die Brüchigkeit des Familienglücks. Wie beinahe überall, keine richtige Abdeckung für den Fall der Fälle. Die Ersparnisse meiner Frau aus ihrer dortigen Beschäftigung waren bald aufgezehrt. Da ja dort noch 2 Feen und 2 Brüder bei den Eltern verweilten, kam uns der Gedanke, mal jemanden das Arbeiten zu finanzieren. Manila war kein Ort der Glückseligkeit was Arbeit anging. Die jüngste Tochter sollte es außerhalb versuchen. Singapur war sehr in Mode, also wurde ein Flugticket über eine Arbeitsagentur mitfinanziert. Es sollte dort ein zusätzlicher Verdienst in die Familie kommen. So gedacht als FHP, Step One.


    Als Kindermädchen wurde dort ihr Glück gesucht. Aber, karger Lohn, viel Arbeit, wenig und ungewohntes Essen, kaum Freizeit waren die Folge. Aber da musste sie nun durch.


    Weiter geht es demnächst.



    *1 Der Anhang ist ein Postkartenscan des Bali Hai Beach Resort, Bauang in der Nähe von SFLU, dem Zeugungsort des Stammhalters. Keine Angst, Details kommen nicht.:Rolf Auffallend ist der noch vorhandene Strand bei Flut. Heute muss das Resort mit Mauern vor der South China Sea beschützt werden.



    Bauang_Resort_Bryan creation.jpg