Madeira, der Philippinenersatz 2020

  • Teil 1


    Nun gut, da meine Frau z.Z. der Philippinen überdrüssig ist, durch den langen Flug, sowie den beschwerlichen Inlandsreisen, ging es testweise während der ersten Oktoberhälfte nach Madeira, Portugal.


    Ab Luxemburg gibt es zahllose tägliche Flüge über Lissabon und Porto mit Luxair, TAP, Easy Jet und Ryanair. Da ich eigentlich kein Freund von LCCs bin, buchte ich die Flüge und den Mietwagen über die TAP Homepage. Sowohl Flüge, und ganz besonders der Mietwagen, waren günstig *1. Abholort des Autos war Funchal Stadt, Dropp off Punkt Christiano Ronaldo Airport.


    Zielsetzung der Reise:


    1. Verkürzung des Winters, Ende Februar / Anfang März.

    2. In Verbindung mit Porto Städtereise.

    3. Eventuell in Verbindung mit den Kanaren.


    Madeira, besonders Funchal, besitzt ein relativ angenehmes Klima, über das ganze Jahr gesehen, trocken, nicht heiß mit viel Sonnenschein.


    Daneben gibt es eigentlich 2 andere Klimazonen, und das auf engstem Raum auf der Insel. Für Wanderfreunde eignet sich besonders die grüne Bergwelt und auch der Norden der Insel. Auch dies galt es nun für meine Prinzessin zu entdecken. In der Bergwelt kann es schnell einige Grad kühler werden, dazu nebelig. Ausgesprochen andersartig ist wieder der Osten der Insel. Kaum grün und steinig, geologisch ein Leckerbissen, aber immer wieder mit tollen Ausblicken auf den wilden Atlantik.


    Im Großen und Ganzen also eine abwechslungsreiche Insel mit schöner Flora und landschaftlicher Vielseitigkeit, sowie freundlichen und entspannten Menschen. Und natürlich ein rustikales und gutes Essen zu vernünftigen Preisen, wenn man denn auf einheimische Restaurants zurückgreift und Touristisches links liegen lässt.


    Der Verkehr ist angenehm ruhig, Madeirenser haben Zeit, und kennen die Gefahren der recht bergigen und kurvenreichen Straßenführung. Die gesittete Fahrweise dort ist mir sofort aufgefallen.


    Über die TAP Plattform hatte ich bei Europcar einen Peugeot 208 Diesel gemietet, für 120 € ohne Selbstbeteiligung im Schadensfalle und mit Zweitfahrer (3 Tage). Übergeben wurde mir aber ein Peugeot 308 Diesel mit GPS, also ein Upgrade kostenlos. Die 100 - 120 PS Diesel sind hinreichend stark genug, auch wenn es bergig wird. Vor dem Anraten der Autovermieter auf größere Autotypen z.B. auf SUV kann ich nur warnen. Parkplätze für grosse SUVs sind eher rar, genau wie das Manövrieren oft kompliziert wird. Außerdem belastet es unnötig den Geldbeutel.


    GPS Unterstützung in Funchal ist aber eher ein Abenteuer, wegen steilen und schmalen Straßen. Man wird zu oft in enge Straßen gelotst. Da sollte man schon eher auf die Karte schauen, und vor allem den gesunden Menschenverstand walten lassen. Enge Wege, dazu Einbahnregelung, die wechseln kann, sowie steile Wege verlangen dem Autofahrer einiges ab. Und natürlich dem Auto, daher setzte ich auf Dieselauto, mit gutem Drehmoment.


    Die Wohnung hatte ich über Airbnb gemietet, sehr modern und sauber, dazu in der Altstadt Zona Velha, direkt am Restaurantgürtel der Rua de Santa Maria. Dass ein abgeschlossener Parkplatz im Mietpreis beinhaltet war, war kein Luxus.


    https://www.airbnb.de/rooms/23…6558_yBMsKzIob%2FwbQEN%2F


    Durch die Südlage war die Wohnung immer angenehm warm und mit Ausblick auf den Atlantik. Sie lag einige wenigen Minuten von der Seilbahn der Funchal / Monte Station und vom Markt, Mercado dos Lavradors, entfernt. Das Auto war dann nur für Ausflüge notwendig. Den moderneren Teil von Funchal erreichte man in etwa 10 Minuten zu Fuss.


    Der Tourismus hält sich im Oktober in Grenzen, sehr zu meiner Freude und meinem Erstaunen. Überraschend, es war eigentlich nur dann was in Funchal im Hafenviertel los, wenn Kreuzfahrtschiffe anlegten und Landbesuche auf der Tagesordnung standen.


    Bild 1: Funchal bei Night, vom Miradouro Pico dos Barcelos

    Bild 2: Blick vom Botanischen Garten, Stadtteil Monte

    Bild 3: Blick auf die Fortaleza de São Tiago & Igreja Socorro

    Bild 4: Und nicht vergessen, Madeira ist Christiano Ronaldo Homeland, also unbedingt CR7 Museum besuchen ... :happy (Pokal- und Medaillensammlung des Inselhelden).


    LG Alf


    *1 Genau wie bei den Airlines setze ich bei Autovermietung auf zuverlässige Partner. Nicht das billigste Angebot überzeugt mich, sondern u.a. die Zuverlässigkeit und das Alter der Fahrzeuge. Nur so am Rande, bei den billigsten Vermieter gibt es schon Warteschlange am Schalter, auch das ist nicht mein Ding noch eine weitere Stunde auszuharren.



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  • Das Interessante an Funchal is der Anflug!


    FUNCHAL Wild Approaches & Missed Landings

    Funchal is Captain's Runway only! D.h. nur der Captain darf die Landung durchführen und nicht der First Officer!

    I am multi-talented!


    I can talk and p.iss people off at the same time!


    A pessimist is a man who thinks all women are bad.


    An optimist is a man who hopes they are.


    My mouth is not a bakery,
    I don't sugarcoat anything!


    If you ask my opinion,
    I am going to tell you the truth,
    Not what what you'd like to hear!


    ╭∩╮(︶︿︶)╭∩╮

  • Das Interessante an Funchal is der Anflug!


    Funchal is Captain's Runway only! D.h. nur der Captain darf die Landung durchführen und nicht der First Officer!

    Richtig, der Anflug ist schon besonders. Erst parallel zur RW, dann enge Kurve zur Landebahn, dann manuelle Korrekturen und ab zum Meer runter. Manuelle Handwerksarbeit eben. Das wusste ich auch vorher, habe aber nicht darüber gesprochen, wollte meinen Pinay Angsthasen ja nicht erschrecken. :Rolf


    Ich bin den Flughafen dann abgefahren, will das nächste Mal den Anflug spotten. Es gibt so einige Punkte, die interessant sein können. :happy


    LG Alf

  • Hier mal ein Flug von Stuttgart nach Funchal

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  • Teil 2


    Einen Reiseführer will ich nicht schreiben, dafür sind andere zuständig, sie können es besser, und es gibt genügend davon in den Bücherläden. Oder ggf. Infos im Internet findet man ohne Ende.


    Unser Interessen sind Essen und Flora (meine Frau) und Bilder machen (ich). Dabei kommt es öfters vor, dass unsere Interessen kollidieren. Ihr wisst ja, der Magen und Pinays, da ist nicht zu spaßen, der leere Magen kann Krisen auslösen.


    Interessant finde ich auf Madeira jedoch auch die reich dekorierten Innenräume der Kirchen, oft entstanden in der Blüteperiode der portugiesischen Kolonialzeit, wo Geld noch keine Rolle spielte und ausreichend zur Verfügung stand. Das Interesse an der Kirchenkunst ist rein photographischer Natur. Ich bin kein Kirchengänger.


    Da gibt es die katholische Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte, mit der Grabkapelle des Kaisers Karl I von Österreich und Ungarn. Einige Reiseführer erwähnen das erst gar nicht. Toll gelegen und ohnehin auf dem Weg zu den Attraktionen in Monte. Der Treppenaufstieg befindet sich übrigens direkt am Startpunkt der Korbschlittenstrecke.


    Lustig, eine ältere Russin hat den Ort besucht, und da meine Frau ihr ihr neu erworbenes Wissen unbedingt vermitteln wollte, haben sie sich gut eine Viertelstunde unterhalten. Als ich dazu stieß, hörte ich, dass die Russin russisch sprach und kein Wort Englisch. Seltsam, wie kann man sich unterhalten ohne sich zu verstehen ? Man lernt doch immer dazu. :happy


    Da gibt es die Igreja do Colegio an der Plaça do Munincipio. Das Besondere, auch wenig erwähnt, ist, dass man für 1 € den Turm ersteigen sollte und man hat einen tollen Rundblick über Funchal. Leider schließt man dort den Turmeingang um 16:00, er hätte sich bemerkenswert gut für Abendbilder geeignet. Aber trotzdem, es lohnt sich. Generell hat man am Nachmittag das beste Licht mit Ausleuchtung von Funchal, Richtung Airport.


    Zu erwähnen sei noch die Igreja Sorroco am Ende der Rua de Santa Maria. Nicht sehr groß und schlicht von außen, innen jedoch reich verziert. Angrenzend ein schöner Miradouro mit Blick aufs Meer, dazu ein paar Restaurants, wo man den Tag mit Sonnenuntergang und Rotwein genießen, und ausklingen lassen kann.


    Überhaupt, Madeira ist reich ausgestattet, was Aussichtspunkte angeht, leider immer nur mit etwas Anstrengung zu erreichen.


    Die Kathedrale Sé im Stadtzentrum ist dann nicht so berauschend, dennoch besucht. Bei mir war sie auch meistens geschlossen.


    Eine kleine und nette Kapelle habe ich im Dörfchen Sao Vicente (etwa 3.500 Einwohner) im Norden entdeckt. Sehr schöne Azulejos, wie sehr oft in den Kirchen dort. Aber immer starker Ausdruck. Und es gab einen seltsamen Besucher. Während ich meine Bildchen innen machte, kam ein Kater rein, schärfte die Krallen an einer Statue und schaute mir schnurrend zu. Das war dann das Ende meines Shootings, an Katzen komme ich nie vorbei. Katzen und ich sind Seelenverwandte, also musste ich mich mit ihr beschäftigen.


    https://www.portugal360.de/url…keiten/kirche-sao-vicente


    Dies ist nur ein Teil der Besuche, ich will ja auch niemanden bekehren. :D Und bitte keine Diskussionen über Sinn und Unsinn von Kirchen und Religion. :floet


    Bild 1 - 3: In der Igreja do Colegio

    Bild 4: Blick auf die Igeja Socorro morgens

    Bild 5: in der Igreja Soccoro

    Bild 6: am Miradouro bei der Kirche

    Bild 7 – 8: Die Kirche in Sao Vicente


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    Bild 2.jpgBild 3.jpgBild 4.jpgBild 5.jpgBild 6.jpgBild 7.jpgBild 8.jpg









  • Teil 3


    Da war der Tag nun. In unserem Gepäck gab es erstmal Wanderzeug z.B. Wanderschuhe. Die meiner Frau hatten wir in der Schweiz zu meinem 40sten gekauft. Sie sind beinahe unbenutzt, auch nach 25 Jahren. Ja, meine Holde hatte sich überreden lassen, auf Madeira wandern zu gehen. Sehr ungewöhnlich, Bela Figura kann man da nicht machen. :D Durch ihre Schwester wusste sie, dass es dort auch Einfachstwege mit Blumenpracht gibt.


    Ausgesucht hatte ich uns 2 verschiedenartige Wanderwege, so quasi als Schnupperkurs zum Kennenlernen.


    Da gab es eine Levada*1 Wanderung im hohen Norden, die Levada Ribeira da Janela. In einer Region mit ausreichend Regen. Immer schön an der Levada entlang führt der Weg, mit Hortensien, Agapanthus Blumen (Schmucklilien) und Eukalyptusbäumen. Es ist relativ einfach, und zum Einstieg sehr geeignet. Vertan habe ich mich aber etwas mit der Kleidung. Seit August kränkere ich an einer Sinusitis und deren Folgen, und dort oben gab es teilweise starke Winde, sodass wir unsere Wanderung auf 2 Stunden beschränkten. Etwas windgeschützte Kleidung ist also von Nöten, das ist die Lehre dieser Wanderung.


    Meine Frau sammelte eifrig den Samen der Agapanthus, der übrigens dort extrem gut und viel wächst. Sie war ziemlich beeindruckt, was Wuchs und Farben angeht. Leider hätten wir 2 oder 3 Wochen eher da sein müssen, denn da standen sie in vollster Blüte. Ich denke mal, unser Garten wird demnächst auf Kübelpflanzen, Richtung Madeira, umgestellt. Sie sammelte eifrig Samen ein an der Levada.


    Da wir unser Gepäck auf etwa 2 x 15 kg limitierten, bleibt also Spielraum für eine komplette Wanderkleidung mit Pullover beim nächsten Mal, also Februar 2020.


    Das genaue Gegenteil des Nordens ist der Osten, die Gegend der Ponta de Sao Lourenço. Zumindest zu Zeit unseres Besuchs war Grün Mangelware, es war wüstenartig. Es ist eher ein Besuch in die geologischen Entwicklung der Insel. Schroffe vielfarbige Gesteinsmassen ragen aus dem wilden Atlantik hervor. Imposant, anders als der Rest Madeiras.


    Der Wanderweg am Ponta de Sao Lourenço ist zwar keine alpine Anstrengung, dennoch geht es schon mal hoch und runter.


    Belustigend ist dann auch schon das Beobachten der dortigen Wanderer. Hier tummeln sich Sandalenträger in Hochsommerkleidung auf den Wegen, obschon auch hier die Winde stark und nicht zu unterschätzen sein sollten. :( Besonders die langen Treppenanstiege, und eventuell schnell wechselnde Wind und Temperaturwechsel haben mir persönlich zugesetzt, zumal ich seit 6 Wochen kaum noch Sport machte. Meine Liebste war hier auch überfordert. :happy Ich denke, uns fehlt doch etwas Übung. Sie geht schwimmen, ich laufe. Die Anstrengung ist aber anders.


    Die Aussichtspunkte sind erstklassig. Ich denke, die Bilder zeigen etwas von dieser urigen Natur.


    Nach dieser zwar kurzen aber eher mühevollen Wanderung kam uns der Besuch im Restaurant des angrenzenden Fischerdorfs Caniçal sehr gelegen. Und wiedermal war der Preis unseres Fischgericht sehr angenehm: ~ 25 € / 2 Paxe mit Wein und Expresso. :thumb Undenkbar bei uns für das Gebotene.


    Bild 1: Die Aussicht auf Porto Moniz an der Straße zu der Levada Ribeira da Janela

    Bild 2: Ein typischer Levadaweg im Grünen im regenreichen Norden

    Bild 3: Ausblick auf die Höfe von Ribeira da Janela

    Bild 4: im Eukalyptuswald

    Bild 5: Aussicht am Ponta de Sao Lourenço View Point

    Bild 6 + 7: Ponta da Vista Aussicht


    Mit dem Naturreservat Ponta do Sao Lourenço hatten wir die 3 Klimaregionen Madeiras kurz kennengelernt.


    *1 Levadas sind künstliche Wasserläufe auf der portugiesischen Insel Madeira, mit denen Wasser aus den niederschlagsreicheren Gebieten im Norden und im Zentrum der Insel zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten im Süden geleitet wird.


    Bild 1.jpgBild 2.jpgBild 3.jpgBild 4.jpgBild 5.jpgBild 6.jpgBild 7.jpg

  • Teil 4 - von Pannen, Pech und Plänen.


    Madeira ist zweifelsohne ein Flecken Erde, in den man sich verlieben kann. Auf engsten Raum verschiedene Wetterzonen, grandiose Natur, sehr gutes Essen, guter Wein und (meistens) freundliche Menschen. Obschon die Temperaturen im Winter nicht mit den Phils mithalten können, ist es ausreichend war die alten Knochen zu schonen.


    Bei der Reiseplanung hatte ich "philippinische Sicherheitsstandards" angewendet z.B. bei Anschlussflügen in Lissabon genügend Spielraum gelassen. Das wäre in meinem Falle nicht nötig gewesen, da es genügend weitere Flüge mit TAP gab. So habe ich in Lissabon 4 Stunden Aufenthalt gehabt, zumal Flüge nach Funchal noch Verspätung hatten. Ich hätte locker mit 2 Stunden rechnen können, und so Nachttaxifahrt und Late Registration mit Airbnb in Funchal sparen können. Die Zusatzkosten hätten das Mietauto getragen, zumal Funchal Airport zwar alt ist, was Effizienz angeht, aber trotzdem userfriendly (schnell und einfach durch wenige Flüge und direkte Autobahnanbindung) bleibt.


    Pech war, dass ich in Camara de Lobos beim Parken das Parkticket mit der Rückseite nach oben ins Auto legte. Das brachte mir ein Bußgeld von 4.20 € (!) ein. :D Das Knöllchen auf portugiesisch verstand ich aber nicht, also ging es zur Polizei in Funchal. Die dortige Behörde informierte mich, dass auch noch Restbeträge von vorigen Mietern geschuldet wären (23.60 €). :Augenbraue Ich sollte die Dokumente zu ihrer HP senden, die entscheiden dann, was zu tun sei. Ok, gesagt, getan, und siehe da, innerhalb weniger Stunden kam die freundliche Antwort, dass das Versehen eben nur ein Versehen bei mir sei, und meinen Betrag von 4.20 € nicht bezahlt werden musste. :thumb Ein Hoch aufs Internet, das nenne ich mal ein Service. :clapping


    Eine Panne war eher ein 3x Versuch den Cabo Girao *1 per Auto zu erreichen. :happy Das mit den GPS habe ich ja in Teil 1 erklärt. Zweimal kam ich aus Richtung Funchal und habe mich in den engen Wegen vor dem Cap verklemmt. Einmal kam ich aus der Gegenrichtung und landete zwar auf einer richtigen Straße, nur war die wegen Straßenbauarbeiten gesperrt. Da hat mich der Mut verlassen, auch knurrte der Magen wieder, bei meiner Begleiterin. Ich bin wohl der Einzige auf der Welt, der den Cap NICHT erreicht hat ... :-) :Rolf


    Eine „lustige“ Panne war der Einkauf von Früchten am Mercado dos Lavrados, dem Bauernmarkt der Einheimischen. Die Einheimischen werden aber wohl den Kopf schütteln, wenn sie sehen, was Touris für Früchte ausgeben. In jedem Reiseführer steht, dass die Preise überzogen sind können, und das hatte ich dann auch meiner Holden mitgeteilt. Geholfen hat es aber wenig, es wurde der teuerste Früchteeinkauf unseres Lebens. ?( Sage und schreibe 44 € für einige wenige Exoten, da kann ich bloß staunen. Gut, dass wir nicht am Hungertuch nagen. Alfis Warnung: „Haltet hungrige Pinays dort fern“.


    Eine Panne war eher die limitierte Anzahl meiner Abendbilder, die ich eigentlich machen wollte. Meine Planung im Vorfeld war nicht optimal, auch hat der Rotwein seinen Tribut verlangt. Wir sind halt alle mit kleinen Fehlern.


    Dies soll nun bei einer Reise Ende Februar / Anfang März 2020 besser werden:

    • Der Hinflug wird optimiert, so gibt es z.Z. einen Direktflug morgens ab Lux mit guten Reserven, was Mietwagenabholung am Flughafen betrifft.
    • wir werden uns 2 verschiedene Wohnungen anmieten, um Madeira anders kennenzulernen.
    • wir wollen Levadas und Wälder erobern.
    • ein Besuch auf der Nachbarinsel Porto Santo steht auf der Liste.
    • Zusätzlich geht es bei der Heimreise eine Porto Städtetour.

    LG Alf


    Bild 1: Von weitem habe ich den Gabo Girao dennoch erwischt … :-)

    Bild 2: Blick auf den Hafen runter vom Monte (mit 2 Dreckschleudern)

    Bild 3: Die teuersten Früchte der Welt =)

    Bild 4: Einen Sonnenuntergang mit sinkender Sonne im Meer gibt es leider in Funchal nicht so einfach

    Bild 5: Der wilde Antlantik im Norden

    Bild 6: Azulejos, Portugals Fliesenkunst

    Bild 7: die heikle Aufgabe die Augen einer Pinay im Sonnenlicht festzuhalten :P


    *1 http://www.madeira-live.com/de/newsflash/cabo-girao.html



    Bild 1.jpg

    Bild 2.jpgBild 3.jpgBild 4.jpgBild 5.jpgBild 6.jpgBild 7.jpg

  • Schöne Bilder von Madeira. Da bekommt man richtig Lust, mal hinzufliegen. Auch andere Gebiete in Portugal sind herrlich und das Land definitiv im Aufwind. Viele Deutsche haben sich bereits ein kleines Häuschen dort gegönnt.......


    Ob das alles (Reisebericht Porugal) in ein Philippinenforum gehört, mag jeder für sich selbst entscheiden.

  • Ob das alles (Reisebericht Porugal) in ein Philippinenforum gehört, mag jeder für sich selbst entscheiden.

    Lieber sanukk ,


    Da die Forumsführung in der Rubrik "Reiseberichte (über Philippinen)" eine Unterrubrik "Reiseberichte aus dem Rest der Welt" erstellt hat, gehe ich davon aus, dass NICHT jeder darüber nachdenken soll, ob das in ein Philippinenforum gehört. Ganz richtig, Madeira gehört zu Portugal, und somit zum Rest der Welt. :D


    Aber wie immer, jeder hat die Wahl das zu lesen, was ihm Spaß macht. Man muss aber nicht alles lesen.


    Einen schönen Abend gewünscht.


    Alf

  • Hallo Alfi,


    ein toller Reisebericht und, wie immer, wunderschöne Fotos.


    Ich war nur einmal in Portugal, genauer gesagt an der Algarve, zum Golfspieler. War auch schön, aber wenn ich Deinen Bericht lese und die Bilder schaue, dann werde ich beim nächsten Mal sicherlich Madeira den Vorzug geben.


    Ich finde es sehr angenehm etwas von Reisen aus anderen Ländern hier zu lesen. Es macht Lust auf mehr, regt an, und ist ein schöner Ausgleich zu den Berichten zu den Philippinen. Deswegen wurde dieser Thread geschaffen, und das ist gut so.


    Danke für Deine Mühe.









  • Ich finde es sehr angenehm etwas von Reisen aus anderen Ländern hier zu lesen. Es macht Lust auf mehr, regt an, und ist ein schöner Ausgleich zu den Berichten zu den Philippinen. Deswegen wurde dieser Thread geschaffen, und das ist gut so.

    Danke für das Feedback.


    Nun, ich versuche stets bei meinen Beschreibungen den Reiseführerweg zu verlassen, und da ich komplett Individualreisender mit Pinay bin, vergleiche ich sehr oft mit den Phils, weiss aber, dass man vorsichtig sein muss. Es kommen aber immer wieder ein paar Anektoden durch die Pinay raus.


    Mit Sicherheit ist Europa um ein Vielfaches einfacher zu bereisen als die Phils, allerdings fehlen einige liebgewonnenen Seiten der Filipinos. Aber wer isst schon gerne immer das Gleiche ?


    Meine Reise 2021zu den Phils steht aber schon im Kopf ... :happy ... ich muss meiner guten Ehefrau das nur schmackhaft genug machen.


    Zuvor geht es eben nach Madeira, Porto und in die Toskana, als Ablenkungsmanöver sozusagen. :D


    LG Alf

  • Dem kann ich mich nur anschließen...toller Bericht und dieser Teil des Forums ist eine absolute Bereicherung :clapping:clapping



    Ob das alles (Reisebericht Porugal) in ein Philippinenforum gehört, mag jeder für sich selbst entscheiden

    Das ist wieder mal ein völliger Nonsense Post von dir :mauer:weia

    :cheers Live is short, play it hard :cheers

  • Ein wirklich schöner Reisebericht. Ruft bei mir Erinnerungen hervor - ich war vor vielen Jahren dort - damals mit dem "alten" Airport. Auf dem Rückflug musste die Maschine zum Auftanken nach Porto Santo zum Auftanken.

    Paragraf 5 des Grundgesetzes: Jeder hat das Recht seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äussern

  • ... ich war vor vielen Jahren dort - damals mit dem "alten" Airport. Auf dem Rückflug musste die Maschine zum Auftanken nach Porto Santo zum Auftanken.

    Porto Santo gilt auch Heute noch als Ausweichflughafen, sollten Fallwinde ein Landen in Funchal unmöglich machen. Wie oben von dino (#2) beschrieben, es ist ein Ausnahmeflughafen und gilt als einer der schwersten auf der Welt. Nachdem die Landebahn verlängert wurde, ist es etwas entschärft worden. Es bleibt aber ein Flughafen, wo spezielles Training für Flugkapitäne Voraussetzung bleibt. Und es wird manuell gelandet. Eins der letzten Abenteuer für zivile Flieger .... :D


    So mancher Touri lernt so ungewollt Porto Santo kennen ... :D ... als allerletzte Rettung: es gibt Fähren nach Funchal, und Unterkünfte. :happy


    https://www.google.com/search?…grc=7XHoeXe4iLP7AM:&vet=1


    LG Alf









  • Hi Alf,
    Hast's gut gemacht, deine Zeit im Oktober auf Madeira zu verbringen und Sonne zu tanken.
    Luxemburg war so was von kalt und regnerisch, als wir kürzlich dein "Home Sweet Home" besucht hatten.

    Wir hatten aber auch unseren Spass im "Um Dierfgen" und mit Luxair.

    Mit Luxair hatte ich einen Mazda 3 (automatisch) in Genf für CHF 31 pro Tag gebucht - beinahe geschenkt.

    Mehr dazu in einer PN, um deinen Thread nicht weiter zu stören.


    - followyou -

  • Teil 5 - das Nachwort


    Ich habe es zwar oben erwähnt, dass der Massentourismus, und dessen Folgen, Madeira noch nicht erreicht hat, vielleicht aber nicht deutlich genug.


    Nach Austausch mit meinem Schwager, der zum Madeira Fan mutierte, muss ich dieses Nachwort dennoch schreiben. Was ich meine, sind folgende Vorteile von:

    • nicht überhandnehmende Tourismusmassen in Funchal
    • zivilisierter Verkehr
    • kein Überlaufen der Hotspots außerhalb Funchals
    • keine zum Teil Zerstörung der einheimischen Geschäftswelt durch Tourismusläden oder Ferienwohnungen mitten im Zentrum.
    • Funchal hat eine klare Trennung von Hotelviertel und Altstadt.

    Ich empfand die Insel Madeira als sehr relax was Tourismus angeht. Ich dachte, dass dies eigentlich dem Monat Oktober geschuldet sei, also einem Monat ohne große Schulferien. Dies scheint aber, mit der Ausnahme weniger Tage, im ganzen Jahr nicht der Fall zu sein. Es soll Dauerzustand sein.


    Auch habe ich Erfahrung mit Palma, Barcelona, Lissabon und Porto. Ich hatte eigentlich nie das Gefühl, dass Funchal, mit Ausnahme des Spuks der Kreuzfahrtschiffe, dass die Stadt überlaufen war, oder gar Graffiti gesehen hätte: "Touristen raus" (Porto, Lissabon, Barcelona). Ich hatte eher meine Antennen auf „dass ich willkommen war“.


    Vielleicht ist es auch, dass Madeira keine Badeinsel, sondern eher Aktivurlaub ist. Für Kautschpotatoes und Menschen mit Mobilitätsproblemen bleibt eigentlich nur Funchal. Aber längeres Rumlaufen ist eigentlich nur im Hafenviertel problemlos machbar. Die Topographie ist eher hügelig, also rauf und runter, das verlangt Kondition.


    Badestrände à la Mallorca muss man erst suchen und sind eher selten. Schwimmgelegenheiten findet man eben in Funchal in den Swimmingpools der Luxushotels. Oder man weicht auf die Nachbarinsel Porto Santo aus.


    Die Restaurantpreise und das portugiesische Essen sind eigentlich auf D Level. Tagesmenü in Landesart und mit guter Qualität um max. 10 € , aber nichts für Leute, die XXL Teller erwarten. Man muss nur die Restaurants der Einheimischen aufsuchen. Mit Englisch kommt man da recht gut durch. Unsere Rechnung belief sich oft auf unter 25 € inklusive 2 Glas Wein und Expresso, meistens Meeresfrüchte wurden gewählt.


    Im Straßenverkehr weiss ich nur, dass ich das Gefühl hatte, als wären wir wieder in den 80 - 90ger Jahren. Die Überlandfahrten erinnerten mich an die Anfänge meiner Fahrerkarriere. Wenig Verkehr, entspannte Autofahrer. Mit einigermaßen geschickter Planung entgeht man dem Tourismus an Hotspots.


    Als Wildlifer wird man aber eher wenig unbekannte Tierwelten treffen. Zu isoliert liegt die Insel im Atlantik.


    Im Großen und Ganzen eigentlich ein Ort der vom à la "Ballermann Tourismus" vergessen worden ist. So wie die Philippinen meistenteils, nur einfacher in allem was Planung angeht, Europa eben. Die Ratschläge einen Ort, wie El Nido JETZT zu besuchen, also ehe Massen noch weitere Zerstörungen verursachen, scheint an Madeira zZ komplett vorbei gegangen zu sein. Noch.


    LG Alf


    Bild 1: Straßenkunst an den Türen der Altstadt.

    Bild 2: Die Madeira Bananen, in Wuchs und Geschmack ähnlich den Bananen auf den Phils.

    Bild 3. der Espada, die Lieblingsspeise der Maderenser.

    Bild 4: eins der vielen Aussichten in Funchal, hier auf das Viertel Sao Martinho bei Sonnenuntergang.


    Bild 1.jpgBild 2.jpgBild 3.jpg


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  • Vielen Dank Alf für deinen umfangreichen Bericht mit den tollen Fotos. Da ich mit Android ziemlich auf Kriegsfuss stehe, drücke ich es mal direkt aus, denn "gefällt mir" klappt auf meinen Tablet mal wieder nicht. Ach der gute alte PC...

    Darum mache ich im Urlaub kaum etwas in Foren.

    Das ist auch der Grund, warum es in meinem Thread momentan Stillstand gibt. Unser Philippinenersatz heisst nämlich Mauritius, wo das Klima ähnlich ist aber etwas gemässigter. Auch bei der Pflanzenwelt gibt es viele Ähnlichkeiten, wie mich Madame gestern beim Besuch von Pamplemousses, einem interessanten Botanischen Garten, aufgeklärt hat.

    Aber auch der in Funchal hat mir seinerzeit gut gefallen. Vielleicht komme ich demnächst endlich dazu das Video darüber in eine YT-taugliche Form zu bringen und deinen interessanten Thread zu ergänzen.

    Viele Grüße

    Reinhold